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BIBLIOTHEK
INDOGERMANISCHER GRAMMATIKEN
\ BEARBEITET VON
4 ERT
B. DELBRÜOE, K. FOY, d. N. HATZIDAKIS,
H. HÜBSOHMANN, A. LESKIEN, d. MEYER, E. SIEVERS,
W. STREITBERG, TURNEYSSEN, H. WEBER,
W. D. WHITNEY, E. WINDISOH.
BAND VI.
"ARMENISCHE GRAMMATIK
VON
H. HÜBSCHMANN.
I. THEIL.
ARMENISCHE ETYMOLOGIE.
— 2. —U— —
LEIPZIG
DRUCK UND VERLAG VON BREITKOPF & HÄRTEL.
1897.
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ARMENISCHE Gm
GRAMMATIK
t: VON
De
H HÜBSCHMANN. -
I. THEIL.
ARMENISCHE ETYMOLOGIE.
LEIPZIG
DRUCK UND VERLAG VON BREITKOPF & HÄRTEL.
1897.
Inhalt.
Vorbemerkungen.
A. Umschreibung .
B. Abkürzungen
I. Theil.
Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
1. Abschnitt: Persische Namen.
2. Abschnitt: Persische Wörter.
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter .
II. Theil.
Die syrischen Lehnwórter im Armenischen
1. Abschnitt: Syrische Namen .
2. Abschnitt: Syrische Wörter .
III. Theil.
Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
1. Abschnitt: Griechische Namen .
2. Abschnitt: Griechische Wörter .
Französische Wörter
IV. Theil.
Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft .
V. Theil.
Echtarmenische Wörter .
Nachträge .
Wortregister.
Beriehtigungen.
Seite
1—8
1—2
3—8
9—280
17—91
91—259
209—280
281—321
288—299
299—321
322—391
333—336
336— 389
389—391
392—398
399—504
505—520
521—573
574—575
VORWORT.
Von den zahlreichen Völkern, die im Alterthum das nord-
westliche Vorder-Asien bewohnten, sind es fast nur die Ar-
menier, die ihr Volksthum und ihre Sprache bis auf den
heutigen Tag bewahrt haben, nicht leicht und mühelos in
friedlichem Dahinleben, sondern unter dauernden inneren und
äusseren Kämpfen und trotz zahlreicher Verfolgungen, die oft
noch blutiger und grauenvoller waren als die, deren Zu-
schauer Europa in den letzten Jahren gewesen ist. Mag
man es den Eigenschaften der Rasse, mag man es geogra-
phischen, historischen und religiösen Verhältnissen zuzu-
schreiben haben, dass die Armenier sich so lange trotz widriger
Schicksale erhalten konnten, sicher ist, dass ein so altes,
unbeugsames, nationalstolzes und glaubenstreues Kulturvolk
auf das Interesse der Wissenschaft und der gebildeten Welt
Anspruch hat, zumal dasselbe als ein Zweig des indogerma-
nischen Stammes nach seiner Herkunft uud als Anhänger des
Christenthumes nach seinem Glauben uns nahe steht. Hier
ist es die Sprache dieses Volkes, der unser Interesse gelten soll.
Die armenische Sprache ist vor dem 5. Jahrhundert nach
Chr. schriftlich nicht fixirt worden, in ihren älteren Phasen
daher bis auf die von Griechen und Römern überlieferten
Personen- und Ortsnamen, die noch dazu theilweise aus
dem Persischen stammen, unbekannt geblieben. Was etwa
in Armenien in älterer Zeit geschrieben worden ist, musste
in Ermangelung einer armenischen Schrift in fremder d. h.
persischer, syrischer oder griechischer Schrift und Sprache
geschrieben sein, da keine dieser drei Schriftarten zur
406141
VI Vorwort.
Wiedergabe der armenischen Sprache tauglich war. Erst
durch Mesrop wurde im Anfang des 5. Jahrhunderts nach
Chr. die armenische Schrift erfunden!) und wenn man ar-
menischen Berichten über ältere Versuche, ein armenisches
Alphabet zu schaffen, Glauben schenken will, so wird man
ihnen auch glauben müssen, wenn sie versichern, dass diese
Versuehe vollkommen fehlschlugen. Also hat es vor Mesrop
eine armenische Litteratur in nationaler Sprache nicht
gegeben, sie ist vielmehr erst durch Mesrop ermöglicht, durch
ihn und den Katholikos Sahak (gestorben im J. 439) begründet
worden und geht in ihren Anfängen nicht über die erste.
Hälfte des 5. Jahrhunderts zurück.
Die armenische Litteratur verdankt ihre Entstehung dem
Bestreben Sahak’s und Mesrop’s, ihrem Volke eine eigene
Quelle christlicher Bildung zu schaffen und es dadurch geistig
unabhängig von Persien und Syrien zu machen ). Diesen
Zweck suchten sie sogleich nach der Erfindung der arme-
nischen Schrift durch die Uebersetzung der ihnen geeignet
erscheinenden christlichen Werke zu erreichen, und sie haben
ihn Dank ihrem rastlosen Eifer und der Unterstützung zahl-
reicher Schüler glänzend erreicht. Denn schon um 450 nach
Chr. soll die Zahl der aus dem Griechischen und Syrischen
übersetzten Bücher über 600 betragen haben (Euseb. Chron.
Venedig 1818, I, p. XI). Ist auch diese Zahl für das Jahr 450
viel zu hoch gegriffen, so steht doch fest, dass am Ende des
5. Jahrhunderts in Armenien eine reiche Litteratur vorhanden
war, die in dem Geiste wirkte, in dem sie Sahak und Mesrop
begründet hatten. So waren z. B. übersetzt die Bibel?) die
Kirchengeschichte*) und die Chronik des Eusebius, die Schrif-
ten Philo's, die Apologie des Aristides, die Homilien und
Kommentare des Joh. Chrysostomus, das Hexaemeron des
Basilius des Grossen, die Homilien des Severianus, Bischofs
1) Siehe unten p. 323 Anm. 1.
2) Siehe unten p. 282, 323.
3) Siehe unten p. 284, 285.
4) Siehe unten p. 285.
Vorwort. VII
von Gabala, die Katechesen des Cyrillus von Jerusalem, die
Werke Ephrem's des Syrers!) die Briefe des Ignatius?),
Sehriften des Athanasius, Gregors des Theologen, Gregors
des Wunderthüters, Gregors von Nyssa u. s. w. Von pro-
fanen Werken: die Grammatik des Dionysius Thrax, das
Leben Alexanders von Pseudocallisthenes, die Kategorien des
Aristoteles u. s. w. Während diese Uebersetzerthätigkeit auch
in den folgenden Jahrhunderten blühte und so im Laufe der
Zeit eine umfangreiche Litteratur“), deren Bedeutung für
Theologie, Kirchengeschichte und griechische Philologie jetzt
mehr und mehr erkannt und gewürdigt wird, geschaffen hat,
entwickelte sich neben ihr von Anfang an eine selbständige
litterarische Thätigkeit, die aber im Wesentlichen auf das
theologische und historische Gebiet beschränkt blieb. Ihr
verdanken wir in jener Hinsicht eine Menge von Kommen-
taren zu den biblischen Büchern, Streitschriften (wie Eznik’s
Widerlegung der Irrlehren), Homilien, Reden, Briefen, Gebeten,
geistlichen Liedern u. dgl., in dieser eine ununterbrochene
Reihe historischer Werke, die zwar fast ausschliesslich die
Geschichte des eigenen Volkes behandeln, bei den mannich-
fachen Beziehungen desselben zu andern Völkern aber auch
für die Geschichte der Perser, Byzantiner, Araber, Seld-
schuken und Mongolen von Bedeutung sind. Minder wichtig ist
die theils selbständige, theils aus Uebersetzungen bestehende
geographische, astronomische, juristische und medicinische
Litteratur, die auch zum grössten Theil erst dem spätern
Mittelalter angehört. Die Poesie hat nur wenige und dürftige
Blüthen getrieben. Die umfangreiche, meist gelehrte Litte-
ratur der modernen Armenier kommt hier nicht in Betracht“).
1) Siehe unten p. 285.
2) Siehe unten p. 285.
3) Ueber diese 8. Catalogue des anciennes traductions arméniennes
(siecles IV—XIII, Venedig 1859, p. 1—764 (neuarmenisch).
4) Ueber die ältere Litteratur s. Neumann, Versuch einer Geschichte
der armenischen Literatur nach den Werken der Mechitaristen, Leipzig
1836; Karekin, Geschichte der armenischen Litteratur, Venedig 1878
(neuarmenisch).
VIII Vorwort.
Sieht man von den Verschiedenheiten im Ausdruck und
Stil der einzelnen Autoren wie auch natürlich von den Will-
kürlichkeiten der Uebersetzer des Dionysius Thrax, des
Aristoteles u. s. w. ab, so tritt uns die Sprache der armeni-
schen Litteratur von Anfang an nach Lauten, Formen und
Syntax als einheitlich, d. h. ohne dialectische Unterschiede
entgegen. Da aber die ersten in dieser Sprache geschrie-
benen Werke, voran die Bibel, für die Folgezeit muster-
gültig wurden, so konnte keiner der etwa vorhandenen
Dialecte in der Litteratur zu Worte kommen, und so blieb
sie, während sie im Volksmunde weiter lebte und sich ver-
änderte, als todte Sprache einheitlich und unverändert die
„klassisches Sprache der armenischen Litteratur bis in die
neueste Zeit. Dass und wie diese Sprache im Volke weiter-
lebte, erfahren wir in den ersten Jahrhunderten nur aus
wenigen und nicht immer sicheren Spuren in den (mangelhaft
überlieferten und schlecht edirten) Texten jener Zeit, ein deut-
licheres Bild derselben tritt uns erst aus den populären
(medieinischen, juristischen und landwirthschaftlichen) Wer-
ken der mittleren Litteraturperiode (Mechithar Heraci, Ueber
die Fieber, vom Jahr 1184, Geoponica, 12. oder 13. Jhd.,
Syrisch-römisches Rechtsbuch, Assisen von Antiochien, vor
1265 übersetzt, u. s. w.) entgegen, um dann wieder zu ver-
blassen und erst in unserm Jahrhundert, in dem diese Volks-
sprache nach weiterer Entwiekelung und nicht ohne starke
Beeinflussung durch die alte Litteratursprache zur neuarmeni-
schen Schriftsprache erhoben ist, sich voll und klar zu zeigen.
Neben ihr erscheinen nun auch eine Anzahl von Dialecten,
die uns die Frage nach ihrem Verhältniss zur alt- und neu-
armenischen Schriftsprache nahe legen. Einige Gelehrte
haben in ihnen die Fortsetzer von altarmenischen Dialecten
vermuthet, ohne indessen stichhaltige Gründe für diese Ver-
muthung vorzubringen. Mir scheinen alle diese Dialecte, so
verschieden sie auch von einander sind, in ihren charakte-
ristischen Merkmalen miteinander und mit der neuarmeni-
schen Schriftsprache übereinzustimmen und also mit dieser
>?
Vorwort. IX
auf das uns bekannte Altarmenische zurückgehen!). Ist doch
bisher auch meines Wissens kein einziges Wort nachgewiesen
worden, das seinen Lauten nach — und auf diese kommt
es vor Allem an! — auf eine andere als die vorliegende alt-
armenische Form zurtickgeführt werden müsste. Wohl
mögen im 5. Jahrhundert armenische Dialecte existirt
haben, aber sie brauchen nicht sehr verschieden gewesen
zu sein und können in der Schriftsprache oder der sie fort-
setzenden Vulgärsprache aufgegangen sein wie die altgrie-
chischen Dialecte in der Xown. Ob es sich so verhält oder
ob irgend ein neuarmenischer Dialect auf einen sonst nicht
erhaltenen altarmenischen zurückgeht wie im Griechischen
das Zakonische auf das Lakonische, kann freilich erst eine
gründlichere Erforschung und Vergleichung der modernen
Dialecte, als sie bisher unternommen worden ist, entscheiden 2).
1) Die wichtigsten Neuerungen des Modernarmenischen sind: Bil-
dung des Plurals durch das Suffix er — ner, des Passivs durch das
Suffix v (ls-v-im pass. zu ls-em höre), des Präsens (westarm.) oder Futu-
rums durch die vorgesetzte Partikel westarm. gu, go, g, poln. arm.
gi, g, ostarm. ku, ko, k, die aber im Dialect von Agulis fehlt, der Causa-
tive durch cn-(em) für altarm. cucan-(em) oder ucan-(em), Verwendung
des Relative or als Conjunction = ‘dass’, Aufgabe des Prüfixes z beim
bestimmten Accusativ, häufige Ausstossung des Vocales a besonders
in mittleren Silben. Die meisten dieser Erscheinungen sind schon im
12.—13. Jhd. nachweisbar und gehen also zum Theil in noch <ere
Zeit zurück. Sie finden sich sämmtlich in den Assisen von Antiochien
(gu z. B. p. 11 und 13), die zudem noch besondere dialectische Eigen-
thümlichkeiten zeigen, meistens bei Mechithar Heraci, bei dem nur der
bestimmte Accus. mit 2 noch gebraucht wird und gu noch nicht vor-
zukommen scheint, und in den Geop., die z beim Accus. noch ge-
brauchen, gu gleichfalls nicht zu haben scheinen und den Plural auf
-er seltener verwenden. Ich kann aber in diesen Neuerungen keinen
Grund finden, die heutigen Dialecte vom Altarmenischen zu trennen.
2) Vgl. jedoch die ausgezeichnete (leider neuarmenisch geschriebene)
Kritische Grammatik der heutigen armenischen Sprache von A. Aidonean,
Wien 1866 (mit eingehender Untersuchung über die Geschichte des
Vulgürarmenischen), ferner Hanusz, Ueber die Sprache der polnischen
Armenier (polnisch) Krakau 1886 und dessen Beiträge zur armenischen
Dialectologie WZKM. Bd. 1,2 und 3, dieinnachahmungswerther Weise die
Aussprache (mit Hilfe lateinischer Lettern!) genau und das lexicalische
. Material ausreichend geben; Tomson, Linguistische Untersuchungen
x Vorwort.
Nach einigen Jahrhunderten des Verfalles der armeni-
schen Bildung und der Entartung der Litteratur ist in
neuester Zeit vornehmlich durch die Wirksamkeit Mechithars
(1676—1749) und der von ihm gestifteten Congregation der-
Mechitharisten in St. Lazaro bei Venedig (später auch in Wien)
Armenien wieder in Beziehung zur europäischen Kultur
gekommen und von ihr befruchtet zu neuem geistigen Leben
erwacht, von dem zu hoffen ist, dass es trotz der Ungunst
der politischen Verhältnisse seine aufsteigende Richtung un-
entwegt fortsetzen werde. Gleichzeitig ist aber auch dadurch
die armenische Sprache und Litteratur der europäischen
Wissenschaft näher gertickt und im Lauf der Zeit mehr und
mehr zum Gegenstand der modernen Forschung — von ihr
Licht empfangend und ihr Licht gebend — geworden. Zwar
ist auch vor den Mechitharisten in Europa Armenisch getrie-
ben und über armenische Dinge geschrieben worden, aber
diese Studien der Italiener Rivola, Firomalli, Galanus!) (im
17. Jhd. der Franzosen Villotte, La Croze, Villefroy?) (im
18. Jhd.) und Anderer blieben vereinzelt und wirkungslos
und wurden bald von den Leistungen der Mechitharisten
überholt und in den Schatten gestellt?) Die Verdienste
dieser Männer im Besonderen zu schildern und zu würdigen,
e ist bier nicht der Ort, erwähnt sei nur im Allgemeinen, dass
sie, ganz abgesehen von ihrer auf die Bildung der armeni-
schen Nation gerichteten ausgebreiteten Thätigkeit, nicht nur
eine grosse Zahl armenischer Handschriften gesammelt und
(Ueber den Dialect von Achalzich) Petersburg 1887 und Historische
Grammatik der modernarmenischen Sprache von Tiflis Petersburg 1890
(beide russisch); Sargis Sargseane, Der Dialect von Agulis, Moskau
1883 (neuarm.) u. 8. w.
1) Siehe Neumann, Versuch e. Gesch. d. arm. Lit. p. 241—245.
2) Siehe Neumann ebenda p. 273—275.
3) Mit Ausnahme der von den Brüdern William und George Whiston
| herausgegebenen und übersetzten Geschichte des Moses Xorenaci und
. 1 der ihm zugeschriebenen Geographie, London 1736 wie auch des
Thesaurus linguae Armenicae, antiquae et hodiernae von J. Schröder,
\ Amsterdam 1711.
— 7
Vorwort. XI
dadurch vor dem Untergang bewahrt, sondern auch die
Hauptwerke der altarmenischen Litteratur durch den Druck
allgemein zugänglich gemacht haben, dass sie armenische
Grammatiken und Wörterbücher!) in verschiedenen (auch
europäischen) Sprachen publieirt, die armenische Alterthums-
kunde, die politische und Litteraturgeschichte, die alte und
neue Geographie u. 8. w. in zum Theil ausgezeichneten Wer-
ken bearbeitet und durch ihre gesammte Thätigkeit den Boden
geschaffen haben, auf dem eine »armeniche Philologie« sich
entwickeln kann und auch schon einige Keime getrieben
hat. Ihrem Beispiele folgten nicht nur Armenier aller Lün-
der, sondern auch die europäischen Gelehrten?) wandten sich
in theologischem, historischem und linguistischem Interesse
den armenischen Studien zu und führten in dieselben den
wissenschaftlichen Geist und die methodische Schulung ein,
durch deren Mangel die gelehrten Bestrebungen so vieler
Armenier ihr Ziel bisher mehr oder weniger verfehlt haben.
Nachdem der Zusammenhang der indogermanischen
Sprachen dureh Bopp erkannt und nachgewiesen?) war,
konnte es bei dem klaren Bau der armenischen Sprache
nicht lange zweifelhaft bleiben, dass auch sie demselben
Sprachkreise angehürt. Nur ging man bald weiter und rech-
nete sie direct den iranischen Sprachen zu). Ob mit Recht oder
nicht, konnte nur durch lautliche, auf sichere Etymologien
gestützte Erwägungen entschieden werden. Einige richtige
Etymologien hatte schon (im J. 1711) Sehróder in seinem
Thesaurus linguae Armenicae p. 45—47 gegeben, mehr
1) Darunter das für wissenschaftliche Zwecke unentbehrliche grosse
E Wörterbuch von 1836—1837 in arm. Sprache (Sammlung aller in der damals
— 7 bekannten Litteratur belegbaren Wörter mit zahlreichen Belegstellen)
von Gabriel Avetik'esn, Kacatur Siurmelean und Mkrtis Augerean.
2) So in Frankreich St. Martin, Dulaurier, Carriére, in Deutsch-
land Pete , A, v.Gutachmid, Vetter, Gelzer, in der Schweiz Baum-
gartner, in England Conybeare, in Wien die europäisch gebildeten
Mechitharisten Aidonean, Dashian etc. Die Grammatiker s. im Flg.
3) Vergleichende Grammatik, Berlin 1833.
Pp 4) Vgl. KZ. 23, 7; de Lagarde, Arm. Stud. p. 191 fig.
XII Vorwort.
brachten erst nach über hundert Jahren die folgenden Werke:
Géorg Der Hohannés von Balad, Persisches Wörterbuch in arme-
nischer Sprache, herausgegeben von Hagop Diuzean, Kon-
stantinopel 18261); Petermann, Grammatica linguae Arme-
niacae 1837; Windischmann, Die Grundlagen des Arme-
^ mischen im arischen Sprachstamme (Abhandl. der bayerischen
25 Akad. IV, 2) 1816; Gosche, De Ariana linguae gentisque
Armeniacae indole prolegomena 1817; P. Boetticher, Ver-
gleichung der armenischen Donsonad rn mit denen des Sans-
krit (ZDMG. 4, 347 flg.) 1850; Derse]be, Arica 1851 und Zur
Urgeschichte der Armenier 1854; Spiegel, Grammatik der
Huzvaresch-Sprache (p. 186 flg.) 1856; Fr. Müller, Abhandlungen
zur armenischen Grammatik (Sitzungsb. der Wiener Akademie
der Wissenschaften?), Wien 1861—1865, über Lautlehre, De-
clination, Conjugation, Stammbildung, Etymologie); Justi,
Handbuch der Zendsprache 1861; Fr. Müller, Armeniaca I
„ SWAW. 1865; de Lagarde, Gesammelte Abhandlungen 1866;
Derselbe, Beiträge zur bactrischen Lexicographie 1868; Pat-
kanean, Ueber die Bildung der armenischen Sprache (Journal
asiatique XVI) 1870; Fr. Müller, Armeniaca II, 1870, III, 1871,
IV, 1874; Hübschmann, Ueber die Stellung des Armenischen
im Kreise derindogermanischen Sprachen (KZ. 23, 5—42) 1875.
Was an etymologischem Material in diesen Schriften enthalten
„„ war, hat de Lagarde in seinen Armenischen Studien, Göt-
tingen 1877 gesammelt und die ansprechend erklürten ar-
menischen Wörter (ungefähr 1100!) mit ihren Etymologien
auf p. 166—188 vereinigt, um sich dann im Anhang in der
ihm eigenen Weise über seine Mitforscher und deren Arbeiten
auszulassen und deren Verdienste ziffernmässig zu »würdigen«.
Die Ziffern sind, wenn es darauf ankam, wer zuerst — nicht
wer unabhüngig von seinen Vorgüngern?) — eine Etymologie
—
1) Vgl. ZDMG. 35, 178.
: Im Folgenden ale SWAW. citirt.
3) Windischmann war unabhüngig von Petermann, Boetticher (in
ZDMG. 4) von Windischmann, Verfasser von Boetticher's Arica und Zur
Urgeschichte der Armenier u.s. w., s. KZ. 23, 6—7, Lit. Central-
blatt 1879, Sp. 841.
ER zen,
p- — e an
Vorwort. XIII
aufgestellt hat, insofern falsch, als Andern gut geschrieben
wurde, was den oben erwähnten Der Hohannes und Hagop
Diuzean zukam; jedenfalls aber war die »Würdigung« ein-
seitig und ungerecht, einmal, weil sie auf der falschen An-
schauung basirte, dass Etymologie und Spraehforschung sich
decken, und demnach jeder Sprachforscher, nach welcher
Richtung er auch arbeite, nur nach der Zahl der von ihm
gefundenen Etymologien zu beurtheilen sei, ferner weil sie
ausser Acht liess, dass, wer auf einem schon von Vielen ausge-
beutetem Goldfelde arbeitet, nicht mehr so viele Goldkörner
finden kann, wie der, welcher es zuerst durchsucht. Sehen
wir aber von diesem polemischen Theile ab, so ist es nur
gerecht anzuerkennen, dass sich de Lagarde wie durch die
früheren Forschungen so dureh die Sammlung und Sichtung
des etymologischen Materiales in diesen Armenischen Studien
sehr grosse Verdienste um die armenische Etymologie —
wenn auch nicht als einziger — erworben hat. Nicht so
um die Erklärung der armenischen Laut- und Formenlehre
und die Erkenntniss der Beziehungen des Armenischen zu
den verwandten Sprachen. Während Fr. Müller den ein-
fachen Satz, dass das Armenische iranisch sei, zunächst mit
Erfolg verfocht und zur Geltung brachte, war de Lagarde
in seinen Gesammelten Abhandlungen (1866), in denen er
(8. p. 291) alle möglichen Völker Kleinasiens fälschlich zu
Iraniern gemacht hat, in Betreff der Armenier zu einem com-
plieirteren Resultat gekommen, das er (p. 291—292) mit fol-
genden Worten formulirt: »so ist festgestellt, dass die grund-
lagen des armenischen lebens in einer uralten zeit gelegt
sind. auf sie schichtet sich eine éránische einwanderung,
die auf weiten umwegen und nach vielen kümpfen in das
Araratgebiet gelangt ist und darum den ursprünglichen typus
der éránischen sprachen schon vielfach selbständig entwickelt,
ja auch wird haben entarten lassen. aber noch ein éránisches
alluvium liegt über jenen beiden älteren gesteinen: die
Parther überschwemmen Armenien, errichten dort ein ar-
gacidisches reich, nehmen die beste provinz ganz in ihren
XIV Vorwort.
besitz und führen der sprache der Armenier eine sich scharf
abscheidende masse éránischer worte ihres eignen besitzes
zu. ich glaube mich nicht zu irren mit dem zutrauen dass
wer überhaupt sprachsinn hat (der ist freilich sehr selten) die
drei verschiedenen bestandtheile des armenischen heraus-
finden wird«. Die Kennzeichen der drei Bestandtheile giebt
de Lagarde hier nicht an, aber in den Nachtrügen p. 298—299
will er »wenigstens an ein paar beispielen zeigen wie die
verschiedenen bestandtheile der armenischen sprache ge-
schieden werden können, Das geschieht dureh einige
dürftige Bemerkungen über die Vertreter der Wurzel skr.
khan im Armenischen, über arm. kov, gavazan und zarazan,
durch welche die Erkennungszeichen jener drei Bestandtheile
keineswegs dargelegt, sondern nur zwei Schichten von Wörtern
unterschieden werden!), nämlich Originalwörter und persische
Lehnwörter desselben Schlages, während oben ausdrücklich
drei Schichten unterschieden wurden, »die grundlagen des
armenischen lebens in einer uralten zeit», die darüber ge-
schichtete »éránisehe einwanderung — in das Araratgebiet«
und tiber diesen »beiden älteren gesteinen« noch ein «éránisches
alluvium«, das parthische oder arsacidische. Wie immer
sich de Lagarde diese drei Schichten gedacht haben mag,
80 wie er sie annimmt, waren sie nicht vorhanden und sind
auch durch die spätere Forschung nicht entdeckt worden.
Auch von ihm selbst nicht:). Denn nachdem ich in meiner
Abhandlung?) »Ueber die Stellung des Armenischen« ete.
(KZ. 23, 5—42) 1875 die der Entlehnung aus dem Persischen
rerdächtigen Wörter von den echtarmenischen geschieden, mit
Hilfe der letzteren die wichtigsten Lautgesetze der arme-
nischen Sprache erkannt und durch diese dem Armenischen als
einem eigenen Gliede der indogermanisehen Sprachfamilie
1) S. meine Armenischen Studien p. 2—3.
2; In seinen Beitrügen zur baktrischen Lexikographie (1968) p. 3—4
bemerkt er nur, dass er selbst das Haikanische »als in den Kreis der
eranischen Sprachen gehürig erkannt« habe.
3) Vgl. dazu auch meine Armeniaca KZ. 23, p. 400—407.
Vorwort. XV
seine Stellung zwischen Iranisch und Slavolettisch angewiesen
hatte, erklärte de Lagarde nach summarischer Verwerfung
der von mir »in die welt gesendeten irrigen Behauptungen«
(Arm. Stud. p. 206), dass die »armenische sprache aus drei
bestandtheilen, dem haikanischen, dem arsacidischen (pahlawi),
dem säsänidischen« bestehe, mit dem Zusatz, dass ndas hai-
kanische das mittelglied zwischen den éránischen sprachen
und dem hellenischen und kymrischen einer-, dem litauischen
und slavischen andererseits« sei, dass »die haikanischen (be-
standtheile des armenischen) auch der sprachenfamilie an-
gehören, deren ältester vertreter das zend ist«, dass »alles
was über die stellung des armenischen zur zeit (1877) ge-
wusst werde, seit 1851 von ihm gelehrt worden sei, dass er
21866 das zerfallen der sprache in drei schichten !) erkannt
habe u.8. w.! Dagegen war in den Symmicta p. 33 bemerkt:
»wiederholt?) schon habe ich darauf aufmerksam gemacht,
dass im Armenischen verschiedene schichten eränischer
sprache übereinander liegen. alle die zahlreichen wörter,
welche das Armenische mit dem neuPersischen identisch
besitzt — diese alle sind im Armenischen lehnwürter?) aus
der arsakidischen zeit, und müssen daher — pahlawi sein“).
es können nicht sásánidische wörter sein, da die armenische
bibelübersetzung, welche aus der mitte des fünften jahr-
hunderts stammt, sie bereits im gewöhnlichen gebrauche hat.
zu Luculls zeit mögen sie noch nicht den althaikanischen
gleich gegolten habens): anzunehmen, dass 430 das haika-
1) Dass diese aber ganz andere waren, wird nicht gesagt.
2) D. h. 1866 in den Ges. Abh. und 1877 in den Arm. Stud., s.
letztere p. 208, Abschnitt E.
3) Vgl. KZ. 23, p. 8 und ebenda p. 404 meine Bemerkung, dass
»jedes armenische Wort, das mit dem entsprechenden persischen voll-
kommen übereinstimmt, als Lehnwort anzusehen ist.«
4) Riehtig ist, dass die meisten der persischen Elemente in der
Partherzeit, viel weniger in der Sassaniden und Neupersischen Zeit
nach Armenien gekommen sind, s. unten p. 12—14. Alle aber sind keines-
wegs in der Partherzeit entlehnt.
9) Warum nicht diejenigen, welche längst vor Lucull herüberge-
nommen waren?
XVI Vorwort.
nische von den den armenischen Arsakiden feindlichen
Säsäniden seit 250 so tief beeinflusst sein sollte, dass jedes
zehnte wort säsänidisch wäre, dies anzunehmen sehe ich
keine veranlassung ').« Diese zuerst in den Gött. Gel. Anz. 1870,
Stück 37, 38 gedruckten Sätze sind in den 1877 erschienenen
Symmieta ohne weitere Bemerkung wieder abgedruckt worden.
Die Armenischen Studien sind nach Symmicta p. IV zweimal
gedruckt worden, in der vorliegenden Gestalt 1877 in den Ab-
handlungen der königl. Ges. d. Wissensch. zu Göttingen er-
schienen. Dort (in den Symm.) hat also das Armenische nur
arsacidische, hier (in den Arm. Stud.) arsacidische und sassa-
nidische Lehnwörter.
de Lagarde hat ebenso wie zunächst auch noch Fr. Müller
(Ueber die Stellung des Armenischen im Kreise der idg.
Sprachen SWAW. 1877) daran festgehalten, dass das Arme-
nische — von den Lehnwörtern abgesehen — im Grunde
iranisch sei und bleibe. Ich habe beider Standpunkt in meinen
Armenischen Studien?) (Leipzig 1883) p. 5—7 bekämpft und,
nachdem ich dort die sicher erklärten echtarmenischen
1) Allerdings nicht; was aber nicht ausschliesst, dass eine Anzahl
von persischen Wörtern nach 250 entlehnt werden und um 430 in ge-
wöhnlichen Gebrauch übergegangen sein konnte. Und warum werden
die Unterschiede zwischen arsacidischem und sassanidischem Persisch,
die ich in meinen Persischen Studien 1895 nachzuweisen versucht habe,
nicht erwähnt, durch die allein sich positiv nachweisen lüsst, dass die
meisten (nicht alle) persischen Lehnwörter aus der Partherzeit stammen?
H. Gelzer, Zur arm. Gütterlehre p. 101 überschätzt den Werth der
oben angeführten Bemerkung de Lagarde's.
2) Vor diesen waren erschienen: Fr. Müller, Armeniaca V, SWAW.18:8,
meine Armeniaca I, II, IIT, ZDMG. 35 und 36 (1881 und 1882), Patkanean,
Materialien zum arm. Würterbuch (russisch) 1882. — Ueber die Schrift
Dervisehjan's: Armeniaca I. Das altarmenische p, Wien 1877 s. meine
Recension in der ZDMG. 30, 774—779. Ich habe mich dieser Árbeit erst
jetzt nach Abschluss des Druckes dieser Etymologie erinnert und bei
flüchtiger Durchsicht derselben manche Gleichungen gefunden, die
später wieder von Anderen neu aufgestellt worden sind, vgl. artasuk‘
p.2!, bam p. 11 (doch siehe die Stelle!) era$t p. 75, erknfim p. 68,
en p. 50, Kor p. 31, mang p. 79, nun) p. 34, funt^ p. 29, çor p. 87,
sut p. 6, cama p. 48, SECH p. 47, pakel p. 58, kerd p. 18 u. s. w. Das
ändert aber an meinem Gesammturtheil nichts.
Vorwort. XVII
Wörter (232 an Zahl) mit ihren indogermanischen Verwandten
zusammengestellt, auf diese eine armenische Lautlehre begrün-
det, im Anhang auch die Formenlehre kurz besprochen habe,
zum letzten Male die Frage erörtert (p. 80—83), ob das Arme-
nische zu den iranischen oder auch nur zu den arischen
(indoiranischen) Sprachen zu zählen sei. Die Antwort war,
dass das Armenische weder zu den iranischen noch zu den
arischen Sprachen gehört, sondern ein eigener Zweig des
indogermanischen Sprachstammes ist und nur auf Grund der
aus dem Persischen entlehnten und irriger Weise für original
gehaltenen Wörter mit Unrecht so lange zu den iranischen
Sprachen gerechnet worden ist. Und dabei ist es geblieben.
Naeh Erledigung dieser allgemeinen Frage hat sich seither
eine Anzahl von Gelehrten bemüht, die Specialforschung über
armenisehe Etymologie und Grammatik weiter zu führen, 80
besonders Bartholomae in seinen Beiträgen zur armenischen
Lautlehre BB. 10, 1886, in den Studien zur idg. Sprachgeschichte
2. Heft (Idg. sk und skh, p. 1—60) 1891 und in der Abhand-
lung »Arm. a} gr. o und die idg. Vocalreihen« BB. 17, 1891,
Fr. Müller in seinen Armeniaca VI, SWAW. 1890 und seinen
zahlreichen Abhandlungen in der WZKM. 5—10, 1891—
1896, Sophus Bugge in seinen Beiträgen zur etymologischen
Erläuterung der armenischen Sprache I. Christiania 1889,
II. KZ. 32 (p. 1—87) 1893 (datirt vom October 1890), III. Idg.
F. 1 (p. 437—459) 1892 (datirt vom September 1891), Meillet
in mehreren Abhandlungen zur Etymologie, Laut- und Formen-
lehre in den MSL. 8 und 9, 1894—1896, Idg. F. 5, 329 flg. 1895.
Dazu Verfasser, Die semitischen Lehnwörter im Altarme-
nischen ZDMG. 46, 1892, Brockelmann, Die griechischen
Fremdwörter im Armenisehen Zi ZDMG. . 47, 1893.
Die sicheren Resultate, welche die For schung der genann-
ten Gelehrten und ihrer Vorgünger auf dem Gebiet der armeni-
schen Wortforschung erzielt hat, zu sammeln und den erklürten
Sprachstoff nach seiner Herkunft zu sondern, ist der Zweck
der vorliegenden »Armenischen Etymologie« Ich hätte auch
das ganze etymologische Materialsammeln, kritisch besprechen
Hübschmann, Armenische Grammatik. b
XVIII Vorwort.
und das richtig befundene noch einmal für sich zusammer-
stellen können, wie es de Lagarde in seinen Armenischen
Studien gethan hat, indessen sprechen praktische Gründe
gegen die Wiederholung dieses Verfahrens, das ja auch auf
andern Gebieten der Etymologie nicht angewandt oder doch
nicht wiederholt wird. So habe ich es als meine Aufgabe
betrachtet, die richtigen Etymologien aus dem ganzen Material
auszuscheiden und zu verzeichnen und die für falsch zu
haltenden unberücksichtigt zu lassen Wie aber lässt
sich zwischen richtigen und falschen, zwischen sicheren
und unsicheren scheiden und eine feste Grenze ziehen?
Zwar bei den Lehnwörtern ist das fast immer leicht, um so
schwerer aber in vielen Fällen bei den Originalwörtern, bei
denen jeder Beurtheiler die Grenze anders ziehen dürfte.
Im Allgemeinen lässt sich wohl sagen, dass eine etymologische
Gleichung sieher ist, wenn 1) die Bedeutungen der ver-
gliohenen Wörter sich vollkommen decken oder einander so
nahe Stehen, dass sie sich logisch oder nach sprachlichen
Analogien ohne weiteres vermitteln lassen, 2) die Laute nicht
nur im Ganzen nach ihrer Art und Reihenfolge, sondern
auch im Einzelnen gemäss den erkannten Lautgesetzen über-
einstimmen. Einzelne Verstösse gegen die Lautgesetze fallen
dabei zunächst nicht ins Gewicht, wenn nur sonst die Wörter
nach Form und Bedeutung identisch sind (wie z. B. bei skr.
hid- Herz aus idg. d- = lat. cord- Herz aus idg. rd.),
während auch die vollkommene Identität der Laute bei
divergirender Bedeutung nichts zu besagen braucht (vgl. skr.
grad-dÀà Vertrauen nicht = lat. cord- Herz). Bei der
Entscheidung einzelner schwieriger Fälle versagen aber diese
allgemeinen Sätze nur zu oft, und es tritt Behauptung gegen
Behauptung, bis die Streitfrage durch neue Erkenntnisse
entschieden wird. Dabei wirken hier, wo es sich um die Ver-
gleichung armenischer und anderer indogermanischer Wörter
handelt, zwei Umstände erschwerend mit. Einmal fehlen
noch immer für verschiedene und wichtige indogermanische
Sprachen die etymologischen Hilfsmittel, die auf der Höhe
Vorwort. XIX
der neuesten Forschung stehend die etymologische Willkür
einschränken und die Grundlage unserer Wissenschaft be-
festigen könnten, zweitens sind die Lautverhältnisse des
Armenischen noch nicht nach allen Seiten durchforscht, die
Lautgesetze nur zum Theil und nicht immer bestimmt genug
ermittelt, um nicht der etymologischen Combination einen
zu weiten Spielraum zu lassen und der Kritik die Hilfe zu
versagen, die sie ihr auf anderen Gebieten leisten. |
Während verschiedene Fragen der armenischen Lautlehre
durch Meillet und besonders durch Bartholomae erfolgreich
behandelt, die Wortforschung durch Meillet und Fr. Müller
gefördert wurde, war cs Bugge, der mit gewohntem Scharf-
sinn und weiter Gelehrsamkeit beide Gebiete in der um-
fassendsten Weise durchforscht und eine grosse Menge neuer
Etymologien und Lautgesetze aufgestellt hat, die, wenn sie
richtig wären, die Arbeiten der Vorgänger überragen und
einen bedeutenden Fortsehritt bezeichnen würden. Nun er-
hebt sich aber gerade hier die schwierige Frage, ob sie,
wenn áuch nicht sämmtlich, doch in der überwiegenden
Mehrheit richtig sind oder nicht. Meine subjective Ansicht,
die sich natürlich erst nach neuen Forschungen als treffend
oder verfehlt erweisen kann, ist die, dass einzelne Ety-
mologien richtig und schon um dieser willen Bugge's Ar-
beiten höchst dankenswerth sind, dass aber die Mehrzahl,
wenn nicht als falsch, so doch zunächst als unsicher anzu-
sehen ist. Es ist nur folgerichtig, wenn ich die auf jene
Etymologien begründeten Lautgesetze ebenfalls für unsicher
halte und demgemäss nicht finden kann, dass sie — Ety-
mologien und Lautgesetze — einander zur Stütze dienen.
Ich habe mich daher aueh entsehliessen müssen, sehr vielen
dieser Etymologien die Aufnahme in das vorliegende Werk
zu versagen, freilich nieht ohne schwere Bedenken, da sie
nieht die leichte Arbeit irgend Jemandes, sondern die Frucht
gründlicher Forschung eines ausgezeichneten Gelehrten sind.
Wenn mein Urtheil dennoch im Wesentlichen das Richtige
treffen sollte, so muss man, um dies zu erklären, wohl an-
XX Vorwort.
nehmen, dass das Feld der armenischen Etymologie, nachdem
es mehrfach bebaut worden ist, aufgehört hat so fruchtbar
und ergiebig zu sein wie früher. Müssen wir doch auch
auf anderen Sprachgebieten unter günstigeren Verhältnissen
dieselbe Erfahrung machen. Gleichwohl ist zu hoffen, dass
wir — wenn auch nur mühsam und allmählich — in der
etymologischen Erforschung des Armenischen noch weitere
Fortschritte machen werden, wie ja solche auch thatsächlich
in der letzten Zeit Dank den Arbeiten Bugge's, Fr. Müller's
und Meillet's in beschränkterem Umfange gemacht worden
sind. Ich glaube aber, dass uns dabei eine Übersichtliche
Zusammenstellung des ganzen armenischen Sprachstoffes:
Wurzelwörter, Suffixe und Präfixe, wie ich sie für den
zweiten Theil dieses Werkes plane, von grossem Nutzen
sein wird. In diesem würde sich auch Gelegenheit bieten,
die von mir hier nieht aufgenommenen Etymologien Kurz
anzudeuten, damit künftige Forscher sie beachten und
prüfen und, falls sie sich als richtig erweisen, anerkennen
können. Im Uebrigen habe ich selbst manches Zweifelhafte,
das ich nicht einfach übergehen, und manches Falsche, das
ich dauernd beseitigen wollte, in diesem Theile berücksich-
tigt und besprochen.
Aus dem Bemerkten ergiebt sich, dass meine Sammlung
armenischer Etymologien nicht den Anspruch auf Vollständig-
keit schlechthin, wohl aber in der Beschränkung auf die
richtigen Etymologien erhebt. Wer also eine früher gegebene
Erklärung hier nicht findet, möge annehmen, nicht dass sie
mir entgangen sei, sondern dass ich sie für falsch haltel),
1) Dies zur Beachtung für Herrn Menevishcan, der (Hantess am-
soreay 1896, p. 183) meine Sammlungen für unvollständig hält, weil
z. B. folgende Etymologien fehlen: arm. aftus "Ziegelstein' = np. Org
‘Mörtel’ (nach Vullers lutum e quo lateres conficiunt, caementum etc.);
arm. acur ‘Kohle’ = np. dzax nach Vullers ‘putamen vitis, sarmentum'
oder äzuy, üzoy putatio arboris, ramus etc.; arm. akis Feuerhaken'
= np. akis (? bei Vullers nur agês 'suspensus) oder aga), aka), akan)
‘uncus, hamus, harpago’. Es wäre schlimm, wenn ich solche Etymo-
logien aufgenommen hätte.
Vorwort. XXI
und mit seinem Tadel zurückhalten, bis sich mein Urtheil
als unbegründet erwiesen hat. Meine Sammlung will ferner
auch weder die selten vorkommenden griechischen Fremd-
wörter (s. unten p. 324) noch auch die der spät- und modern-
armenischen Sprache angehörigen arabischen, türkischen,
neupersischen, lateinischen und französischen Lehnwörter
vollständig verzeichnen, da, wie ich (unten p. 280) bemerkt
habe!) die meisten dieser Wörter kein besonderes Interesse
bieten, und der Gegenstand meiner Arbeit überhaupt nicht
das Mittel- und Neuarmenische, sondern eigentlich nur das
Altarmenische sein soll. Auch die jüngere Sprache hat
gewiss manches altentlehnte oder urarmenische Wort, das
nur zufällig in der Litteratur nicht bezeugt ist, sie kann
aber erst dann voll in Betracht kommen, wenn wir eine
zuverlässige Sammlung ihres Sprachstoffes besitzen werden,
was bisher nicht der Fall war.
Ich habe die armenischen Wörter nach ihrer Herkunft
in entlehnte und echte eingetheilt und die weitere Eintheilung
der Lehnwörter in besondere Kapitel von der Frage abhängig
gemacht, nicht woher sie in letzter Instanz stammen, sondern
aus welcher Sprache sie das Armenische zunächst erhalten
hat. Stammt also, wie ich annehme, z. B. pilisopay zunächst
aus dem Syrischen, so war es unter den syrischen Lehnwörtern
(s. p. 317) zu verzeichnen, obwohl es die Syrer erst aus dem
Griechischen entlehnt haben, während das direet aus dem Grie-
chischen genommene prlisopos unter den griechischen Lehn-
wörtern (p.386) steht. In den einzelnen Kapiteln habe ich für
jetzt die alphabetische Anordnung der interessanteren Anord-
nung nach der Bedeutung aus mehreren Gründen vorgezogen.
Die den Lehnwörtern zugesetzten Belegstellen sollen mit Hilfe
der p. 3—8 gegebenen Tabelle der Abkürzungen Antwort auf
die Frage geben, in welchem Jahrhundert die Lehnwörter
1) Darum vermisst Fr. Müller, WZKM 10, 278 mit Unrecht bei mir
das Wort arm. susmir "Kardamom' = np. Siismir, sumšir “cardamomum
minus. Ieh finde das Wort zudem nur in Bedrossian's Wörterbuch,
das keine Belege giebt,
XXII Vorwort.
nachweisbar, ob sie häufig oder selten, eingebürgerte Lehn-
wörter oder gelehrte Fremdwörter sind. Jenen ist die Be-
merkung "alt und häufig’ zugefügt oder den Belegen ist
»u. 8. W.« oder »etc.« zugesetzt, bei diesen sind nur ein oder
zwei Belegstellen ohne diesen Zusatz angeführt!) (s. unten
p. 338). Die Namen der Urheber habe ich nur bei den im
letzten Jahrzehnt (durch Bugge, Fr. Müller und Meillet) neu
hinzugekommenen Etymologien genannt.
Gern hätte ich meine Umschreibung der armenischen
Zeichen für w, v und der mit ihnen zusammengesetzten Vo-
eale (aw, av, eu, ev u. 8. w.) begründet, um darzuthun, dass
sie nieht so willkürlich ist, wie sie dem, der nur die arme-
nische Schrift, nicht die überlieferte oder zu erschliessende
Aussprache im Auge hat, erscheinen könnte. Da es sich
aber nicht in Kürze thun lässt, verschiebe ich es auf eine
andere Gelegenheit. Hier sei nur noch zu Brugmann's ver-
ständigen Bemerkungen (Idg. F. 7, 167 flg.) über die »Trans-
skriptionsmisere« bemerkt, dass der Ausweg aus dieser Misère
schon vor langen Jahren durch Lepsius in seinem immer
mit Unrecht tibersehenen Standard-Alphabet (2. edition,
London, Berlin 1863) — leider erfolglos — gezeigt worden
ist, und dass, da die Unhaltbarkeit des gegenwärtigen Zu-
standes mehr und mehr empfunden wird, vielleicht bald die
Zeit gekommen ist, durch eine neue Bearbeitung von Lepsius
vortreffliehem Werke zu einer »autoritativen Sehreibmethode«
zu kommen, der sich die Besonnenen willig unterordnen würden.
Die erste Hälfte dieser Etymologie (p. 1 — 280) ist gegen
Ostern 1895 der Druckerei übergeben worden und im Novem-
ber desselben Jahres erschienen. Daher konnte Justis Iranisches
Namenbuch, das erst beim Abschluss dieser ersten Hälfte in
meine Hunde kam, für die im 1. Abschnitt (p. 17—91) von
mir beliandelten Namen nieht mehr benutzt werden.
1) Vgl. z. B. atas p. 92, barsmunK p. 119, kotak p. 173, vzurk
p. 246 u. 8. w.
Strassburg, im März 1897.
H. Hübschmann.
7
Vorbemerkungen.
A. Umschreibung. B. Abkürzungen.
A. Ueber die Umschreibung des Armenischen habe ich
ZDMG. 30, 53 flg., sowie in meiner Schrift: die Umschreibung
der iranischen Sprachen und des Armenischen, Leipzig 1882,
gehandelt. Die in der letzteren gemachten Vorschläge halte
ich noch jetzt für zweckmässig und ihre Begründung für rich-
tig und gebe ihnen, nachdem ich sie immer wieder geprüft und
erprobt und mit den Vorschlägen Anderer gemessen habe, den
Vorzug vor diesen. Nur umschreibe ich jetzt p durch das auf
iranischem Gebiet neuerdings so beliebt gewordene Zeichen !) >,
ferner 4 durch ? (gutturales ), nicht mehr durch A, um die
Mischungvongriechischen und lateinischen Zeichen zu vermei-
den, dann „ durch 7, nicht r, um nicht den Schein zu erwecken,
als ob ein cerebrales r vorläge, endlich o, das im 12. Jhd. für
altes au aufkommt, durch ó im Unterschied vom f = o, das
besonders in griechischen Namen das gr. w wiedergeben soll.
Im Uebrigen bitte ich zu beachten, dass meine Umschreibung
kein Ersatz oder Surrogat für das armenische Originalalphabet,
das ich daneben anwende, sein soll, vielmehr den Zweck hat,
die Aussprache des Altarmenischen, soweit ich sie mit den
mir zu Gebote stehenden Mitteln erschliessen kann, móglichst
genau zu lehren. Ich darf mich daher gar nicht immer der
Originalschrift eng anschliessen, sondern muss von ihr ab-
weichen, wo ich überzeugt bin, dass sie sich nicht mit der
Aussprache deckt. Dass wir die alte Aussprache einiger Laute
und Lautverbindungen nicht sicher erschliessen können,
schafft dabei allerdings Schwierigkeiten, die man aber nur um-
1) Welches Zeichen aber soll dafür genommen werden, wenn es,
wie im Anlaut armenischer Eigennamen, gross zu schreiben ist?
Hübschmann, Armenische Grammatik. 1
9 Vorbemerkungen. A. Umschreibung.
geht, nicht löst, wenn man, auf die Umschreibung verzichtend,
nur die Originalschrift anwendet. Durch die Umschreibung
wird die Frage nach der Aussprache immer wieder angeregt
und aufgeworfen; es ist aber eine der Aufgaben der Sprach-
wissenschaft, die Aussprache der todten Sprachen zu ermitteln.
Denn die gesprochene, nicht die geschriebene Sprache ist das
eigentliche Object dieser Wissenschaft.
Auf die Aussprache des Altarmenischen komme ich später
zurück; hier theile ich nur die Umschreibung mit, dieich nach
den angedeuteten Gesichtspunkten im Folgenden anwenden
werde. Ich folge dabei der traditionellen Anordnung des arme-
nischen Alphabetes und füge die Diphthonge am Ende hinzu.
pan b ak ebah ik 9 b
b g d e z e af 2 i l z (- ts) E
è q4 É ^. gy 5; n 3 q4 P a
h (de 4 é(-tS) m y n š -($) p J(=d2) $
u d CO T id I L dh Bg 0
s v t r Geist vu p E 6
a
4
wd in echt armenischen Wörtern = or, in griechischen t) Wór-
tern — 0;
a. vor Consonanten = u, vor Vocalen = v?);
aj vor Consonanten = ot, vor Vocalen und im Auslaut = oy;
uj vor Consonanten = at, vor Vocalen und im Auslaut = ay;
an. vor Consonanten ?) — au, vor Vocalen und im Auslaut = av;
fi. vor Consonanten = tu, im Auslaut = 201);
bu = ea.
1) D. h. aus griechischen Schriften genommenen Namen, die w ent-
halten, das durch od wiedergegeben wird, um es von gr. o = arm. a
zu scheiden.
2; Ausser in den Imperfecten der Präsensstämme auf -u (wie zenui
und einigen biblischen Eigennamen Manuel, Samuel, P'anuelj, in denen
auch vor Vocalen u zu sprechen ist.
3; Für 4 vor Consonanten tritt im 12. Jhd. o = d ein, ausser in
myuntuh alavni Taube und Ser navt Naphtha“.
4) Also Abstractsufl. nid = ut'iun, [the "Zahl = tiv, aber tiv mit
dem Artikel n: O die Zahl = f irn.
Vorbemerkungen. B. Abkürzungen. 3
B. Ausser den geläufigen Abkürzungen wie KZ., ZDMG.,
WZKM. u. s. w. bediene ich mich hier der folgenden:
Achund. = Achundow, die pharmakologischen Grundsätze des
Abu Mansur Muwaffak, Halle 1893. Separatabdr.
Ag. — Agathangelos, Geschichte (armenisch), Venedig
1862. V. hd.
gr. Ag. = Agathangelos und die Acten Gregors von Arme-
nien (griechisch), ed. de Lagarde, Góttingen 1887.
alt. Wb. — altes armenisches von den Mechitharisten citirtes
Wörterbuch.
A.M. = Abu Mansur Muwaffaq, liber fundamentorum phar-
macologiae (persisch), ed. Seligmann, Wien 1859.
Anan. Shirak. — Anania Sirakuni, mnacordk (armenisch), ed.
Patkanean, Petersburg 1877. VII. Jhd.
Apc. — Apocalypse (armen.). XII. Jhd.
Apg. = Apostelgeschichte (armen.). V. Jhd.
Arist. == Aristakes von Lastiverd (armen.), Venedig 1844.
XI. Jhd.
Art. Vir. = The Book of Arda Viraf, Bombay 1872.
A. St. — de Lagarde, Armenische Studien, Göttingen 1877.
A. T. == Altes Testament (armen.), Venedig 1805. V. Jhd.
A.v.G. — Alfred von Gutschmid, Geschichte Irans und
seiner Nachbarlünder, Tübingen 1888.
Axtark (Sternbilder) ein astrologisches Büchlein, mittel-
armenisch.
Barb. == Barbier de Meynard, Dictionnaire ECTS etc.
| de la Perse, Paris 1861.
Basil. = Basilios, Hexameron (armen.), Venedig 1830.
V. Jhd.
BB IV == Bezzenberger, Btrg. z. Kunde der idg. Sprachen,
Bd. IV (Nöldeke, Geschichte des Artaxsir i Pa-
pakan).
Bdh. == Bundehesh, ed. Justi, Leipzig 1868.
C. = Čaxčax, Dizionario ee TE Venezia 1837.
Car. == Catontirk (armen.). Von der alten Zeit bis zum
XIII. Jhd.
Chron. — Buch der Chronik im A. T. (armen.). V. Jhd.
Cyril. — Cyrillus v. Jerusalem, Katechese (armen.). V. Jhd.
1*
4 Vorbemerkungen. B. Abkürzungen.
David = David d. Philosoph, Uebers. v. Aristoteles, Porphy-
rius u.s.w., Venedig 1833. V. Jhd. und später.
Deut. == Deuteronomium (armen.). V. Jhd.
El. Elise, Ueber Vardan und den Krieg der Armenier
(armen.), Venedig 1859. V. Jhd.
Ephes. = Epheserbrief (armen.). V. Jhd.
Ephrem — Werke des hlg. Ephrem (armen.), Venedig 1836.
V. Jhd.
Erznk. = Erznkaci, Grammatik, Erklärung des Matthäus etc.
XIII. XIV. Jhd.
Euseb. = Eusebius, Chronik und Kirchengeschichte (armen.).
V. Jhd.
Ex. — Exodus (armen.). V. Jhd.
Ezech. = Ezechiel (armen.). V. Jhd.
Eznik = Eznik, Widerlegung der Irrlehren (armen.), Vene-
dig 1826. V. Jhd.
FB. — Faustus von Byzanz, Geschichte (armen.), Venedig
1832. V. Jhd.
Fird. = Firdusi, ed. Vullers.
Fraenkel— Fraenkel, die aramäischen Fremdwörter im | Ara-
bischen, Leiden 1886.
Gal |. = Galsterbrief (armen.). V. Jhd.
Ganj. = Ganjeshäyagän, Andarze Atrepat Mara pandan.
Madigane Chatrang and Andarze Khusroe Kava-
tan, by Peshutan Dastur Behramji Sanjana, Bom-
bay 1885.
Ganjaran — Ganjaran, Sammlung kirchlicher Lieder des Nare-
kaci (X. Jhd.), Snorhali (XII. Jhd.) und Späterer.
Gen. = Genesis (armen.). V. Jhd.
Geop. = Girk Vastakoc, Geoponica (mittelarmenisch),
Venedig 1877, XIII. Jhd. (oder XII. Jhd.?; s.
Hantess 1889, p. 2).
Ges.Abh. — de Lagarde, Gesammelte Abhandlungen, Leipzig
1866.
Gesch. Georg. — Geschichte von Georgien (aus dem Georgi-
schen ins Ármenische übersetzt), Venedig 1884.
Zwischen XI. und XIII. Jhd.
Gl. and Ind. = Glossary and Index of the Pahlavi texts u.s. w.,
by E. W. West, Bombay-London 1874.
Vorbemerkungen. B. Abkürzungen. 5
Guj. Ab. = Barthelemy, Gujastak Abalish, Paris 1887.
Hebr. — Hebräerbrief (armen.). V. Jhd.
Hoffmann — G. Hoffmann, Auszüge aus syrischen Acten per-
sischer Mártyrer, Leipzig 1880.
Horn, Grdr. — Horn, Grundriss der neupersischen Etymo-
logie, Strassburg 1893.
Horn, Sieg. — Horn, Sassanidische Siegelsteine, Berlin 1891.
Jac. Nisib. = SECH von Nisibis (falsch für Afraates im Wb.),
Reden. V. Jhd. ;
Jaism. = Jaismavurk (Heiligenleben). XIII.—XIV. Jhd.
Jerem. Jeremias (armen.). V. Jhd.
Jes. — Jesaias (armen.). V. Jhd.
Joh. — Johannesevangelium (armen.). V. Jhd.
Joh. Kath. — Johannes Katholikos, Geschichte (armen.), Mos-
kau 1853. X. Jhd.
Joh. Mam. — Johannes der Mamikonier, Geschichte von
Taraun (armen.), Venedig 1832. VII. Jhd.
Joh. Phil. — Johannes der Philosoph (armen.), Venedig 1834.
VIII. Jhd.
Joh. Van. — Johannes Vardapet, gen. Vanakan (armen.).
XIII. Jhd.
Kanon. = Kanones (armen) V.—VIII. Jhá.
Kg. — Buch der Kónige (armen.). V. Jhd.
Kir. — Kirakos von Gandzak, Geschichte (armen.),
Venedig 1865. XIII. Jahrh.
Kor. — Korintherbrief (armen.). V. Jhd.
Koriun = Koriun, Leben des hlg. Mastoc, Venedig 1833.
V. Jhd.
Lambr. — Nerses von Lambron (amen) XII. Jhd.
Laz. — Lazar von Pharp, Geschichte (armen.), Venedig
1873. V. Jhd.
Leb. d. Väter = Leben der heiligen Väter nua) Venedig
1855, in doppelter Recension, die ältere vom
V. Ind., die jüngere bis zum XII. Jhd.
Lev. = Leviticus (armen. ). V. Jhd. <
Levond = Levond, Einfall der Araber (armen.), Paris 1857.
VIII. Jhd.
Luc. == Lucasevangelium (armen.). V. Jhd.
Maccab. — Maccabäer (armen.). V. Jhd.
6 Vorbemerkungen. B. Abkürzungen.
Magistr. = Grigor Magistros, Briefe etc. (armen.). XI. Jhd.
Mal == NMalak ia der Mönch, Geschichte (armen.). XIII.Jhd.
Martin == Fra Mart'in (armen. Uebers.). XIV. Jhd.
Mast. == Mastoc (armen. Ritual). Vom V. Jhd. an.
Mc. — Marcusevangelium (armen.). V. Jhd.
Mech. = Mechithar Gos, Fabeln und Rechtsbuch (armen.).
XII. Jhd.
Mech. d. Arzt = Mechithar Heraci, Ueber die Fieber (armen).
Vom Jahr 1184.
Med. Schr. — Medicinische Schriften des XIII.—XV. Jhd.
MGg. == Geographie des Moses, Venedig 1865; ed. Soukry,
Venedig 1881; ed. Patkanean, Petersburg 1877
(armen.). VII. Jhd.?
Michael — Michael der Syrer, Chronik (armen.), Jerusalem
1870. XIII. Jhd.
Min. == West, the Book of the Mainyo-i-khard, Stuttgart-
London 1871.
Min. Gl. = das Glossar dazu.
Mos.Kal.— Moses Kalankatvaci, Geschichte von Albanien
(Alvank), Paris 1860, Moskau 1860 (armen.).
VII. Jhd., das letzte (3.) Buch IX.—X. Jhd.
Mt. — Matthäusevangelium (armen.) V. Jhd.
Mt. Urh. = Matthäus von Utha, Geschichte (armen.). XII. Jhd.
MX. Moses von Chorene, Geschichte von Armenien
(armen.), Venedig 1865. V. Jhd. (Nach Carrière
7—8 Jhd.).
Narek. = Werke des Gregor von Narek (armen.), Venedig
1840. X. Jhd.
Nöld. Aufs. — Noldeke, Aufsätze zur persischen Geschichte,
Leipzig 1887.
» Stud. = Nöldeke, Pers. Studien I, Wien 1888; II, Wien
1592.
» syr. Chron. = Nöldeke, die von Guidi herausg. syrische
Chronik übersetzt und commentirt, Wien 1893.
N. P. == Geschichte des hlg. Nerses des Parthers, von Mesrop
dem Priester (armen.), Venedig 1853. X. Jhd.
N. T. == Neues Testament (armen.), Venedig 1877. V. Jhd.
(ausser der Apc.).
Num. == Numeri (armen.). V. Jhd.
Vorbemerkungen. B. Abkürzungen. 7
Oskiph. — Oskiphorik (Miscellen, armen.), nach dem XII. Jhd.
Osk. Mt. Joh. Es. Paul. = Oskeberan (= Chrysostomus), Er-
klärung des Matthäus, Johannes (bis zur 13. Rede),
Esaias, der Paulusbriefe (armen.), Venedig 1826—
1880. V. Jhd.
Patk. I und II = Patkanean, Materialy dlja armjanskago slo-
varja, Petersburg 1882—1884.
Petr. = Petrusbriefe (armen.). V. Jhd.
Phl.Min. — Andreas, the Book of the Mainyo-i-khard, Kiel 1882.
Pit. — Moses von Chorene(?) yalags pitoyic (armen.),
Venedig 1865. V. Jhd.?
P. N. = Pand-näma i Adarbad Märäspand, by Herbad
Sheriarjee Dadabhoy, Bombay 1869.
PPGl. = an old Pahlavi-Pazand Glossary, Bombay-London
1870.
Pred.Sal.— Prediger Salomo — Ecclesiastes (armen.). V. Jhd.
Pseud. = Pseudocallisthenes, Geschichte Alexanders, Vene-
dig 1842 (armen.). V. Jhd.
P.St. == Hübschmann, Persische Studien, Strassburg 1895.
Rom, == Römerbrief (armen.). V. Jhd.
Salom. == Weisheit Salomonis (armen.). V. Jhd.
Sb. = Sebéos, Geschichte des Heraclius, ed. Patkanean,
Petersburg 1879 (armen.). VII. Jhd.
Seber. = Seberianos, Homilien (armen.), Venedig 1827.
V. Jhd.
Shk. == Shikand-gumänik-vicär, Bombay 1887.
Sokr. == Sokrates, Kirchengeschichte (armen.). VII. Jhd.
Sprüche Salom. — Sprüche Salomonis (armen.). V. Jhd.
Steph. Asol. = Stephannos von Taraun, gen. Asolik, Ge-
Schichte (armen.), Paris 1849. Ende des X. Jhd.
» Orb. = Stephannos Orbelean, Geschichte von Siunik
(armen.), Paris 1859. XIV. Jhd.
» Siun. = Stephannos von Siunik, Uebersetzer vieler
Werke ins Armenische. VIII. Jhd.
Sar. — Sarakan (Kirchenlieder, armen.). V.—XII. Jhd.
Snorh. — Werke des Nerses Snorhali (armen.). XII. Jhd.
Tab. — Nöldeke, Geschichte der Perser und Araber zur
Zeit der Sassaniden. Aus der arabischen Chronik
des Tabari übersetzt u. s. w., Leyden 1879.
8 Vorbemerkungen. B. Abkürzungen.
Thom. = Thomas Artsruni, Geschichte (armen. ) Petersburg
1887. X. Jhd.
Tim. == Timotheusbrief (armen.). V. Jhd.
Tonak. = Tönakan (armen.) VIII. Jhd. und jünger.
Vardan = Vardan, Geschichte (armen.), Venedig 1862.
XIII. Jhd. `
Wb. = Wörterbuch der armenischen Sprache (armen.),
Venedig 1836—1837.
West, PT. = West, Pahlavi Texts I—IV, Oxford 1880—1892.
Yatk. == Geiger, das Yätkär i Zarerän etc., München 1890.
Zenob == Zenob, Geschichte von Taraun (armen.), Venedig
1832. VIL—IX. Jhd. (nach Chalathiantz).
ZPGl. == an old Zand-Pahlavi Glossary, Bombay-London-
Stuttgart 1867.
Die armenischen Citate ohne Angabe der Seitenzahl sind
dem Wörterbuch der Mechitharisten (Wb.) entnommen.
L Theil.
Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
Nachdem die Armenier durch Cyaxares (634—594 resp.
625—585!) dem medischen Reiche unterworfen worden waren,
geriethen sie nicht lange danach unter das Joch der Perser,
das sie immer von Neuem abzuschütteln suchten, um es immer
wieder aufnehmen und schliesslich über ein Jahrtausend tragen
zu müssen. Als die persischen Provinzen sich nach dem Tode
des falschen Smerdis gegen Darius (seit 521 König) empörten,
fehlte auch Armenien nicht und Darius hatte Mühe, seiner
Herr zu werden, zumal, wie es scheint, der Aufstand der Ar-
menier im Zusammenhang mit dem der Meder unter Phraor-
tes (Fravartis) stand. Doch bezwang Darius den Aufstand, nach-
dem seine Feldherrn, der Armenier Dädarsis und der Perser
Vaumisa den Empörern fünf Schlachten in Armenien und As-
syrien geliefert und er selbst die Meder in Medien geschlagen
und den Phraortes gefangen genommen und gekreuzigt hatte.
Seitdem verhielten sich die Armenier ruhig, so lange das
Achämenidenreich bestand. Beim Zuge des jüngeren Cyrus
gegen Artaxerxes II. i. J. 401 finden wir den Tiribazos als
Hyparch des westlichen Armeniens?), Orontas, den Schwieger-
sohn des Artaxerxes Il. als Statthalter des östlichen Arme-
niens?), in dessen von Vidarna, dem Mitverschworenen des
Darius abstammender Familie?) die Satrapie auch im 4. Jhd.
verblieb?). |
Während der macedonischen Wirren scheint Armenien
ziemlich ruhig und nur mehr dem Namen nach abhängig ge-
wesen zu sein. Auch von dieser Abhängigkeit machte es sich
1; Nöld. Aufs. p. 9. 2) Xenophon, Anab. IV, 4, 4. 3, Anab.
III, 5, 17. 4; Strabo 531. 5; Judeich, Kleinas. Stud. p. 221—225.
10 I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
frei, als Antiochos der Grosse, der sich einigemal in die ar-
menischen Angelegenheiten eingemischt hatte (A. v. G. 36),
von den Rómern 189 a. Chr. geschlagen worden war, indem
sich Grossarmenien und Sophene als eigene Reiche unter
Artaxias und Zadriades ), die früher Strategen des Antiochus
gewesen waren, nach dessen Niederlage aber sich den Rómern
angeschlossen hatten, constituirten. Zwar wurde Artaxias
(arm. Artases), nachdem er vom Atropatenischen Reiche einige
Provinzen erobert hatte, von Antiochus IV. Epiphanes (175—
164) bekriegt und gefangen genommen, erhielt aber spüter
sein Reich von diesem wieder zurück.
Mit dem Nachkommen (wohl Enkel) dieses Artaxias, Ti-
granes II. von Armenien tritt Armenien wieder in nähere
Beziehungen zu Persien. Nach einem Kriege mit den Parthern
hatte der Kónig von Armenien den Parthern seinen Sohn
Tigranes II. als Geisel stellen müssen. Ihn setzte der Parther-
kónig Mithridates II. der Grosse an Stelle des Artavasdes I.
(wahrscheinlich der Bruder des Tigranes) 94 a. Chr. auf den
armenischen Thron und erhielt dafür 70 Tháler von Ármenien
als Lohn (A. v. G. 80). Später eroberte aber Tigranes nicht
nur diese Thäler wieder, sondern auch mehrere Provinzen des
Partherreiches und nahm den Titel König der Könige an
(A. v. G. 81—82, Strabo 532). Doch musste er diese Er-
oberungen bald wieder aufgeben, als Lucullus nach dem Siege
über Mithridates von Pontus, den Schwiegervater des Tigra-
nes, gegen ihn zog. Als sich nun auch sein Sohn, Tigranes
der Jüngere, mit dem Vater entzweite und die Parther ins
Land führte, floh Tigranes in die Gebirge, kehrte aber nach
dem Abzug der Parther zurück, besiegte den Sohn und unter-
warf sich dem Pompejus, der ihm glimpfliche Bedingungen
gewührte, den Sohn auslieferte und die den Parthern ab-
genommene Provinz Korducne überliess (A. v. G. 84), später
auch den Streit zwischen Tigranes und dem Partherkönig
Phraates um das von beiden beanspruchte Gebiet schlichtete
(A. v. G. 85).
Von nun an bleibt der Inhalt der armenischen Geschichte
bis zum Ende der Sassanidenherrschaft stets der gleiche: zwei
1 A. v. G. 40. Bei Strabo 531: AMgra£íov re xai ZagiadQuos.
I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen. 11
rivalisirende Weltreiche, das der Parther und Römer, später
das der Perser und Byzantiner streiten um den Besitz des
zwischen ihnen liegenden Grenzlandes Armenien, das durch
seine Neigung zur Empörung gegen den jeweiligen Oberherrn
und durch die innern Streitigkeiten des mächtigen Feudal-
adels dem Auslande immer von Neuem Anlass oder Vorwand
zur Intervention gab. Nur die Namen der durch den Adel
in ihrer Macht meist sehr beschränkten Könige wechseln und
eine neue, arsacidische Dynastie kommt unter dem Parther-
könig Vologeses I. durch dessen Bruder Tiridates, der im
Jahre 66 p. Chr. von Nero in Rom zum König von Armenien
gekrönt wurde, zur Herrschaft und hält sich dort, bis nach
der Theilung Armeniens zwischen Persien und Byzanz i.J. 387
der letzte Arsacide, Artases, vom Perserkónig Bahram V. Gor
1. J. 428 entthront wurde!), worauf das persische Armenien
bis zum Untergang des Sassanidenreiches i. J. 640 von persi-
schen Marzpanen (Markgrafen) regiert wurde. Seitdem hören
die engen Beziehungen zwischen Persien und Armenien, die
sich freilich schon zur Sassanidenzeit durch die Annahme des
Christenthums von Seiten der Armenier gelockert hatten, auf
und wurden auch später nicht wieder geknüpft, als Shah
Abbas der Grosse (1586—1628) einen Theil Armeniens dem
persischen Reiche vorübergehend wieder unterwarf.
So feindselig nun auch die Beziehungen der Armenier zu
den Persern oft waren, so hat doch im Laufe der Jahrhunderte
die höhere persische Kultur in Krieg und Frieden auf die
Armenier intensiv eingewirkt und ihnen gegeben, was sie vor
der Annahme des Christenthums an Bildung überhaupt be-
sassen. Trotz des römischen Einflusses ist Armenien zur Par-
therzeit, wie Mommsen, Römische Geschichte V, p. 356 be-
merkt, »immer ein ungriechisches Land geblieben, durch die
Gemeinschaft der Sprache?) und des Glaubens, die zahlreichen
Zwischenheirathen der Vornehmen, die gleiche Kleidung und
gleiche Bewaffnung an den Partherstaat mit unzerreissbaren
Banden geknüpfte. Kein Wunder also, dass wie die Religion
so auch die Sprache der Perser besonders in den massgeben-
den Kreisen des Adels und der Geistlichkeit Eingang fand.
1; Laz. 69. 2: Das gilt allerdings nicht von der Volkssprache.
19 I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
Bedurfte man ihrer doch durchaus im Verkehr mit dem per-
sischen Hofe, wie mit den persischen Beamten in Armenien,
die schwerlich jemals etwas von der nationalen, vom Persi-
schen ganz abweichenden und schwer sprechbaren Sprache
des armenischen Volkes verstanden. Auch das letztere wird
nicht ganz ohne Kenntniss des Persischen geblieben sein.
Als die Griechen Xenophons durch Armenien zogen und
von den armenischen Frauen und Mädchen eines Dorfes
gefragt wurden, wer sie seien, antwortete ihnen der Dolmet-
scher auf persisch Gregor, dass sie vom König kämen und
zum Satrapen wollten (Anab. IV, 5,10). Und als Cheirisophos
und Xenophon wissen wollen, durch welches Land sie ziehen,
lassen sie durch den persisch redenden Dolmetscher (dı«
rod sregolsovrog Eounvewg) die Frage an den armenischen
Ortsvorsteher richten (Anab. IV, 5, 34). Dass aber die offizielle
Sprache desarmenischen Kónigshofes, seitdem und eheerarsaci-
disch war, die persische war, beweisen die Namen der von den
Königen gegründeten Städte und anderer kóniglicher Anlagen
in Armenien, die wohl alle persisch, nicht armenisch sind. Vgl.
unten die Namen auf-sat (wie Artasat u. s. w.) und -ķert (wie Ti-
granakert, Xosrovakert u. s. w.). Auch die vor der Erfindung
des armenischen Alphabetes (Anfang des 5. Jhd. p. Chr.) in Ar-
menien gebräuchliche Schrift war die persische!) (pehlevi), mit
der man natürlich nur Persisch, nicht Armenisch schrieb.
Die hier kurz angedeuteten Verhältnisse machen es be-
greiflich, sowohl dass das Armenische eine grosse Menge Lehn-
wörter aus dem Persischen aufgenommen hat, wie dass die
Aufnahme der meisten dieser Wörter zur Partherzeit — nicht
zur Sassanidenzeit, in der die Glaubensverschiedenheit die Ar-
menier mehr und mehr den Persern entfremdete — stattgefun-
den hat. Dass dies der Fall ist, zeigt die Lautgestalt der Mehr-
zahl dieserim Folgenden gesammelten Lehnwörter, die sich mit
derjenigen deckt, welche die Pehlevischrift voraussetzt. Diese
Wörter weichen im Wesentlichen nur dadurch von dem ge-
schriebenen Pehlevi ab, dass sie rA (aus Ar) für alt phl. tr =
Jr und A für phl. s — 9 (P. St. 203 und 210) haben, also eine
Jüngere Form bieten, die aber immer noch in den Anfang un-
1, Vgl. MX. Buch III, Cap. $2, p. 245.
I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen. 13
serer Zeitrechnung und vor denselben gehören kann (P. St.
207). Zur Zeit ihrer Entlehnung bestanden nicht nur 4, f, p, €
nach Vocalen noch als Tenues, sondern auch d (nach Vocalen)
war noch nicht zu y oder A (P. St. 201) und anl. zë vor Voca-
len noch nicht zu $ (P.St. 234—235) geworden, d.h. ihre Ent-
lehnung hat zur Partherzeit stattgefunden. Freilich giebt es
auch Lehnwórter, die sassanidische Lautform zeigen, also zur
Sassanidenzeit aufgenommen worden sind, aber sie sind an
Zahl geringer. Am klarsten tritt der Zeitunterschied in der
Entlehnung bei denjenigen Wörtern hervor, welche zweimal,
sowohl in der Parther- wie in der Sassanidenzeit aus dem
Persischen genommen worden sind, wie es der Fall ist bei
parth. arm. Arti-Ä, gen. Are- ag (mit armenischen Pluralendun-
gen) für ap. Ariya- — sassanid. arm. Eran für mp. Eran =
ap. Ariyanam, phl. Aryän, jünger Airan — Eran; parth. arm.
Aramazd für ap. Auramazda, phl. Ohrmazd — sassanid. arm.
Ormizd für mp. Hormizd; parth. arm. Vahagn für zd. vərə-
2rayna-, alt phl. Varahran = sassanid. arm. Vahram für jung
phl. Vahrām; parth. arm. asparapet für ap. *spaóapati- =
sassanid. arm. aspahapet für jung phl. spahpat; parth. arm.
Spandarat für ap. *Spantadata- (? s. unten und P. St. 201) =
sassanid. arm. Spandiat für mp. Ispandyad; parth. arm. aszarh
für ap. z$a3"a-, alt phl. $atr — $a9r = sassanid. arm. Sahr für
mp. sahr; parth. arm. Vrkan für ap. Vrkana- — sassanid. arm.
Gurgan für mp. Gurgan ; parth. arm. Vrken für ap. *orkaina- (?)
= sassanid. arm. Gurgen für mp. *Gurgen, np. Gurgin (P. St.
149, 158, 163); parth. arm. yavet, yavitean für zd. yavaetat- =
sassanid. arm. javitean für mp. javedan (P. St. 153); parth. arm.
mehekan für phl. Mi9oéxava = sassanid. arm. mihrakan für
mp. np. mihragän. |
Ich kann es nicht unternehmen, die ungefähre Zeit, zu
der die einzelnen Wörter entlehnt worden sind, zu bestimmen,
soweit eine solche Bestimmung überhaupt möglich ist. Als
Hauptmittel dazu dient die persische Lautgeschichte, die ich in
meinen P. St. mit steter Berücksichtigung der ins Armenische
entlehnten Wörter dargelegt habe und auf die ich hier im
Allgemeinen verweise, um unten bei der Besprechung der ein-
zelnen Wörter nach Bedürfniss die Stellen speziell zu citiren,
an denen sie behandelt worden sind. Bei der Beurtheilung der
14 I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
armenischen Wörter, bei der Umsetzung derselben in ihre
ursprüngliche persische Gestalt darf man aber die Ver-
änderungen nicht unbeachtet lassen, die sie durch das
armenische Alphabet und die armenischen Sprachgesetze
erfahren haben: man muss in Anschlag bringen, was an
ihnen specifisch armenisch ist. Dabei ist Folgendes zu er-
wägen: 1. dass das armenische Alphabet keine Bezeichnung
der Vocallängen kennt, da die Sprache keine einfachen Lang-
vocale!) hat; 2. dass pers. e und o durch e oder e, o oder ot
wiedergegeben werden; 3. dass für die alten Lehnwörter die
armenischen Vocalgesetze?) gelten, nach denen a) die Vocale
e und ot nur in der letzten Silbe bleiben, ausserhalb dieser
aber zu i oder u werden, b) die Vocale i und v nur in der letz-
ten Silbe bleiben, ausserhalb dieser aber ausfallen, c) der
Diphthong ea nur in der letzten Silbe bleibt, ausserhalb dieser
aber zu e wird?); 4. dass pers. zš umgestellt und also zu sr
wird; 5. dass pers. Ar in alter Zeit zu rA oder n wird, wäh-
rend in jüngeren Lehnwörtern Ar bleibt (P. St. 205); 6. dass
das Armenische kein F hat und daher pers. fr durch Ar, pers.
ft, fs, f$ durch ut, us, us, pers. F im Anlaut vor Vocalen und
inlautend nach Vocalen durch f wiedergiebt (P. St. 186—185).
Auf dialektische Verschiedenheiten deuten diese Lehnwörter
nur in seltenen Fällen, vgl. a (= ndz) für pers. nj in Gand,
gan), brinj und ptinj (P. St. 231—232) und dar ‘Thür in bara-
pan neben dar in darapan (P. St. 116, 166).
Gern hätte ich die pers. Lehnwörter in drei Abtheilungen
getheilt: in parthische, sassanidische und neupersische Lehn-
würter. Da aber die Unterscheidung sich in vielen Fillen
nicht durchführen lässt, habe ich darauf verzichten müssen.
Doch glaubte ich wenigstens die Wörter ausscheiden zu sollen,
die, nach der Art ihres Vorkommens und ihrer Lautgestalt zu
urtheilen, erst in neupersischer Zeit (meist nach dem 11. Jhd.)
entlehnt worden sind. Auch bei ihnen ist die Entscheidung
1) Der Vocal, den wir ë umschreiben, war, obwohl diphthongischen
Ursprungs, im Altarmenischen des 5.Jhd. wohl auch kein eigentlich langer
Vocal mehr.
2; Diese Gesetze haben gewisse, aber ganz wenige und bestimmte Aus-
nahmen und gelten sonst in Tausenden von Fällen.
3} Diese Gesetze gelten nicht mehr für die jungen Lehnwörter.
I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen. 15
nicht immer sicher zu treffen und meine Eintheilung nicht
frei von Willkür. Indessen tragen doch viele die Zeichen
ihrer späten Entlehnung deutlich an sich: diejenigen näm-
lich, die mit p, t, é für b, d, j oder mit b, d, j für p, t, € ge-
schrieben werden!), also nach der zweiten Lautverschiebung,
die etwa mit dem 11. Jhd. beginnt, aufgenommen worden sind,
ferner diejenigen, welche in arabisirter Gestalt vorliegen 2.
Bel den letzteren bleibt es unentschieden, ob sie aus arabischer
oder persischer Quelle stammen. Ich habe sie daher nebst den
übrigen np. Lehnwórtern mit den arabischen Lehn- oder
Fremdwörtern, die ihrerseits wieder durch Vermittelung des
Neupersischen, das ja früh zahlreiches Sprachgut aus dem
Arabischen aufgenommen hat, ins Armenische gekommen sein
können, im 3. Abschnitt zusammengestellt, der also die jüng-
sten Lehnwörter des Schriftarmenischen vereinigt. Sie kom-
men meist in den gleichen späten Quellen vor: medicinische
Schriften (aus dem Persischen und Arabischen übersetzt),
Geoponica (aus dem Arabischen), Oskiph. u. s. w. und sind
zum grössern Theil gelehrten Ursprungs.
Um den Einfluss des Persischen auf das Armenische voll-
ständig darzulegen, musste ich auch die zahlreichen Eigen-
namen aufführen, die die Armenier — besonders der Adel —
von den Persern genommen haben. Auch diese rühren zum
grössten Theil aus der Partherzeit?) her und bewahren in Ar-
menien zäh ihre alte Lautform, ohne sich von den jüngeren
Formen des sassanidischen Persiens beeinflussen zu lassen.
Vgl. Atrpatakan, Vrkan, Yazkert, Všnasp, Artasir (= sassa-
nid. Ardabir), Kavat (= sassanid. Hava) u.s. w. Ich füge
aber diesen Namen auch diejenigen persischen Namen hinzu,
die, nur in Persien vorkommend, in armenischen Quellen er-
1) Vgl. u, patrué, zu sprechen badruj Geop. 169, 3 = np.
büdruj Basilienkraut Achund. Nr. 57.
2, Vgl. Inf narinj Mech. Fab. p. 21 = np. närän) bittere Apfel-
sine, Pomeranze Rosen, Np. Sprachführer 36! = arab. naranj aus älterem
np. narang.
3, Aber schon die Keilinschriften nennen einen Armenier mit einem
Namen, den auch ein Perser trägt und der, wenn er genau wiedergegeben
und nicht persificirt worden ist, persisch war: Dadarsi-. Der Name des
zweiten Armeniers, der hier genannt wird, Arara- ist dunkel.
16 I. Theil. Die persischen Lehnwörter im Armenischen.
wähnt werden, obwohl sie als eigentliche Fremdwörter nicht
hierher gehören. Sie verdienen deshalb gesammelt zu werden,
weil die armenische Form uns am besten die persische Aus-
sprache lehrt und für die persische Lautlehre von Wichtigkeit
ist. Das ist eben der Werth der vorliegenden Sammlung, dass
sie uns einen Ausschnitt des mittelpersischen (pehlevi) Wörter-
buches in einer Form bietet, wie wir sie gleich gut aus persi-
schen und andern Quellen nicht erhalten.
Die Sammlung hat aber dadurch, dass sie das persische
Lehngut scharf von dem echt armenischen Sprachgut scheidet,
auch einen besonderen Werth für das Armenische selbst. Denn
der früher geführte Streit, ob das Armenische ein iranisches
Idiom oder eine selbständige indogermanische Sprache ist,
erledigt sich von selbst, wenn die hier zusammengestellten
\Vörter im grossen Ganzen mit Recht als persische Lehnwörter
zu gelten haben. Nur diese Wörter, für echt armenisch ge-
halten, konnten den Schein hervorrufen, als ob das Arme-
nische iranischen (richtiger: persischen) Lautcharakter hätte.
Werden sie dagegen als Lehnwörter betrachtet, so fehlt der
iranischen Hypothese jedwede Stütze. Dass sie aber wirklich
Lehnwörter sind, beweisen die Lautverhältnisse dieser Wörter
überzeugend. Ich kann allerdings diesen Beweis nicht für
jedes einzelne Wort führen: so leicht er in den meisten Fällen
zu erbringen wäre, so überflüssig wäre es. Es genügt im All-
gemeinen den Weg zu zeigen, der zu diesen Beweisen führt:
man erschliesse ın jedem fraglichen Falle die indogermanische
Grundform und behandele diese einmal nach den armenischen
Lautgesetzen, wie ich sie in meinen armenischen Studien
p. 57flg., dann nach den persischen Lautgesetzen, wie ich sie
in meinen persischen Studien p. 113 Ag. aufgestellt habe, und
man wird finden, dass die persische Form desselben Wortes
fast in 99 von 100 Fällen eine ganz andere als die armenische
ist, weil eben die persischen Lautgesetze total verschieden
von den armenischen sind. Positiv ausgedrückt: wenn ein
armenisches Wort bei gleicher Bedeutung sich mit
einem persischen deckt, ist es entlehnt. In einzelnen
Fällen kann allerdings das persische und echt armenische Wort
sich lautlich decken und die Frage, ob Entlehnung anzunehmen
istoder nicht, muss dann nach andern als sprachlichen Gesichts-
1. Abschnitt: Persische Namen. 17
punkten entschieden werden. Das ist z. B. der Fall bei nav
‘Schiff’, das entlehnt sein könnte (wie navaz Schiffer sicher
entlehnt ist), das aber auch nach armenischen Lautgesetzen
direct aus idg. nav- hervorgegangen sein kónnte. Aber solche
Falle sind sehr selten und werden noch seltener werden, je
tiefer wir in die Erkenntniss der armenischen Lautgesetze, die
zum Theil noch nicht hinreichend erforscht sind, eindringen
werden.
1. Abschnitt: Persische Namen.
Azarmiduzt s. unter duzt.
1. U uw; onquuj Alakzoday persischer Heerführer Mos. Kal.
I, 207, Steph. Orb. I, 75, 110
= päz. atas Feuer" + z"adai "Herr.
AZdahak s. unter Biurasp.
2. UC Ah matan MX. 135, Ahmatan (šahastan Haupt-
stadt”) Sb. 53, Ahmadan District in Medien MGg. 613
— ap. Hagmatana-, gr. Ayßarava (Herodot), aram. Sp
Esra 6,2, syr. ng (Pesch.) ZDMG. 31, 148, rm (vom
Jahre 553) ZDMG. 43,407, phl. Ahm(atan) der Münzen ZDMG.
19, 393; 33, 117, später Hamatan Bdh. 56, 1, np. Hamadan
die Hauptstadt des alten Mediens.
3. UZUE⁰⁴)⁰og u Alanayozan, der ein Pahlav war aus der
Familie der Arsaciden!), General des Perserkönigs Sapuh
FB. 152 = lj wuwung wi, Alanaozan (lies Alanayozan), ein Pahla-
tik, Verwandter des Königs Ar$ak (von Armenien), General
Sapuh’s MX. 221,
Vgl. f. hng wit Razmiozan = pers. *razmyozün (s. unten)
und Jgut Alan(?) ein Artsrunier Laz. 15etc., Quiquuquiu Zan-
dalan(?)ein Armenier | flu , “aus dem Ostanischen
Hause’ Las 176.
4. Uv Anak EIvagyns Tis Tay Häeäon deonorelag gr.
Ag. 36, aus der Familie Sur&n Pahlav MX. 154, FB. 6, Laz. 5,
1) Die Zusätze zu den armenischen Namen sind wörtliche oder ab-
gekürzte Citate aus den angeführten armenischen Autoren.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 2
18 1. Abschnitt: Persische Namen.
vgl. phl. Anakduxt ZDMG. 44, 654 (von Justi, ZDMG. 46,
282 bezweifelt), phl. anak böse Gl. and Ind. p. 42.
5. UI Anahit, eine Göttin: die grosse Herrin Anahit
Ag. 51 (Tochter des Aramazd), 54, 61, 106, MX. 294 (Brief
an Sahak Artsruni), Pseud. 42; an dem Götterort, den man
Thron der Anahit (Handschr. Nahat) nennt FB. 219, z. 1;
dazu anahtakan anahitisch': der anahitische Tempel (mehean
Anahtakan) im Dorfe Erez im District Ekeleac!) Ag. 49, 590;
das Bild (= Statue) der Anahit (Anahtakan patker) Ag. 50; der
Tempel der anahitischen Gottheit (anahtakan diç) in Artasat
Ag. 584; sie zerbrachen das goldene Bild (— Statue) der ana-
hitischen Gottheit (anahtakanag dic) Ag. 591
— zd. Anahita, ap. Anahata (falsch für * Anahita), phl.
Andhit (vgl. N. pr. Anahitpanah ZDMG. 44, 674; 46, 287),
syr. Anaheö Nöldeke im Festgruss an Roth 34; paz. Anahid
“der Planet Venus’ Shk. 228, pers. Anahed: der Feuertempel?)
der .Anahed in Istaxr Tab. 4, np. Nahed der Planet Venus’.
6. Uhu Andikan pers. General FB. 137 = Andkan
146; Andekan pers. Marzpan von Armenien (unter dem Kónig
Valar$ — pers. Balas a. 485—488) Las p. 542—545
= pers. Andiyan, gr. Avdıyav Tab. 286, also phl. * Andi-
kan. Vgl. P. St. 243.
7. U Anois: erste Frau des Asdahak MX. 57 (dat. Anu-
say 58); häufiger in Kompositis: Arsanois eine Arsacidin, Frau
des Kamsarakan Spandarat, Mutter des Gazavon MX. 239;
Sahakanoıs, Tochter des grossen Sahak, Frau des Mamikoniers
Hamazasp MX. 242; Smbatanois, Tochter des Bagratuniers
Smbat, Schwester der Smbaturhi MX. 115; Vardanot$ Frau
des Mamikoniers Manuel FB. 251 (dessen Tochter Vardanduzt
hiess FB. 256); Xosrovanoı$ Frau des Königs Ašot des Barm-
herzigen, Vardan 90. — Dazu wohl auch Anus Tochter der
Jailamar, aus dem Geschlechte des Asdahak, Frau des Sahak,
1) D. i. Akilisene bei Strabo 532: ta de (ison) re Avatridos dees:
porrws Apuévioi (TerLunxaoı), Ev re @Adoıs idovokuevoi Tonoıs xai d xai
fr 15 Axiliorvz. Vgl. Hoffmann p. 135.
2) »Im Tempel der Göttin Nähöt (noch mit ? in Istahr (so! wurden
um's Jahr 340 die Köpfe christlicher Märtyrer aufgehängt (Martyr. ed. St.
E. Assemani I, 95, vgl. 93:« Tab. 4, Anm.
1. Abschnitt: Persische Namen. 19
Sohnes des Vaté Thom. 54; Anus-Vram, Frau des Asusay,
des Bdeaßx von Georgien, Schwester der Jvik (Dzvik) Laz.
335, 572; Hranus artsrunische Fürstin Thom. 139, vgl. Hranois
eine (andere) Frau Arist. 101,
vgl. pers. Dozínos Tochter des Narse — Nösa bei Fird.
(Tab. 36); Gosaqanos Mutter des PirguSnasp, Hoffmann 25—26;
Radanos Mutter des Sahren, Hoffmann 68. — Davon zu tren-
nen der Mannesname Farrahanös Hoffmann 72.
8. UV Anusnberd!) das Schloss der Vergessenheit
(tò zig AnIng peovgrov Procop): Sapuh liess den König Arsak
nach Andmasn bringen, das sie Anus berd-n nennen FB. 168;
das Schloss Endmoin, das sie Anyus-n nennen FB. 169, vgl.
Andmasn berd in XuZastan 202; Andmasn berd-n, d. i. das,
welches sie Anyus-n berd-n nennen 205; »denn seit der Zeit,
dass das Perserreich errichtet und dieses Schloss Anyus berd
genannt ist, ist Niemand gewesen, der gewagt hätte, die Könige
an die zu erinnern, die die Kónige in dieses Schloss gesetzt
hatten), durch eine Erinnerung an den Mann, den sie in
dieses Schloss gesetzt hatten« 207; Anus berd-n ebenda; das
Anus genannte Schloss MX. 222, 241, 249 = arm. anyıseli
amrog das nicht zu erinnernde Castell’ 249, z. 8; vgl. Joh.
Kath. 30 (Anus-n kofegeal?) berd), 32 (Anus-n berd), Thom. 62
(Anus koteceal berd-n), Vardan 48 (Anus kocegeal dleak), Steph.
Orb. I, 69 (Anus-n berd),
aus an nicht' + u$ Gedächtniss, Erinnerung’ (s. unten) =
zd. uší, also arm. anus — zd. *anusi Nicht Erinnerung = Ver-
gessenheit'. Der eigentliche Name dieses Schlosses oder Castells
war nach den angeführten Stellen des Faustus Andmasn (für
Andmisn oder Andımisn), das ich mit Andimisk, dem alten
Namen der Stadt Dizfül (— pers. diz-pul “Schloss-brücke’) in
Xüzistän (Barb. 231) identifiziren möchte. Nach Theophylact
III, 5 freilich wäre es = T'Alyegda 9), jetzt Gilgird, etwa zehn
deutsche Meilen östlich von Sũster im Gebirge (Tab. 144).
1) Das bier und im Folg. hinter anus oder berd erscheinende n ist der
Artikel
2) nv yag tte Eviadde Zuäioäeie run, ox frt vóuog agíat uynunv
avrov elvai, dA Iavaros 19 Gvouaxot 7) Çnuia Zort Procop, Pers. I, 5.
3) koceceal = ‘genannt’.
4) Er x inüsyouévg B, où n Bevdocafsígov ër
25
90 1. Abschnitt: Persische Namen.
9. Uri? panu MRaeupsd Anusorvan Xosrov Sb. 26, 30
*Chosru Nushirvan'
= zd. anao&o +urvanem (im Acc.) von anaosa- unsterblich
und urvan- ‘Seele’, phl. anosak-ruvan PPGl. 65, Gl. and
Ind. 59, West, PT. II, 3 — ‘von unsterblicher Seele, selig’,
päz. anös-ruan Geiger, Aogemad. 23, 8 10, np. Anösarvan
(nach alter Ueberlieferung), bei Fird. Nösirovan (des Metrums
wegen) Tab. 136. Dazu päz. anös-ruäni immortality of the
soul’ Shk. 230. — Vgl. die Namen Anösazäd Sohn des Anö$-
arvàn, phl. anosakzat, bei Fird. Noszaó BB IV, 52, Tab. 263,
467 und Anösagan Tab. 136, von phl. anosak unsterblich, un-
vergänglich'.
Asdahak s. unter Biurasp.
10. Do 4 Aszen Frau des Königs Trdat von Armenien
Ag. 575 flg., Tochter des UZ H A dur) MX. 165
— zd. arsaena- ‘braun’, phl. zoien, np. za$in ZDMG. 38,
428 oder = zd. z$oi9ni (fem. zu zSaeta- glänzend' oder herr-
schend’), das im Phl. über *zsehn zu *z$en geworden wäre (P.
St. 208). — Vgl. osset. dzsin Herrn (meine Osset. Etym. p. 38).
11. loann. Astat Vater des Yozatvsnasp (ein Perser unter
König Peroz) Laz. 326; Astat Yeztayar pers. Heerführer unter
Xosrov II. Sb. 76, derselbe: Asdat Steph. Asol. 116
= zd. arstät-, phl. astat ein weiblicher Genius Gl. and
Ind. p. 28, np. (parsisch) astad der 26. Tag des Monats.
Vgl. Xordad = zd. haurvatat- in dem N. pr. Xordädbih
(Nöld. Stud. I, p. 12).
12. Uu un ban? Apar-@srark persische Landschaft mit
der Hauptstadt (saAastan) Vg uujn«4 Niv-sapuh (in Parthien),
neben Vrkan Hyrkanien' genannt El. 10, 110, 112, 142, Laz.
257, 264 etc., Thom. 79, Vardan 54 = Aprsahr Sb. 23, 65,
MGg. 614
— pers. Abarsahr Nöld. Alexanderroman 15, Tab. 17,
Barb. 7, syr. "NEAR i. J. 430 ZDMG. 43,407, phl. Aparsasru
ztóÀteug. no006014 dé TOVTW xai tis eioxın. Anony dë övoualova tatry
ot B«o aos.
1) Ein anderer Asradar aus der Familie Dimak sean: MX. 234. Zu
scheiden von Apsadar Vater des Lerubna MX. 114.
1. Abschnitt: Persische Namen. 91
(sprich Aparsahr) ZDMG. 33, 102, 134 — ‘Oberland’ mit der
Stadt Nesapür!) = phl. Neo-N(a jipuk d.h. Gut-Sapür, arab.
Naisabür Tab. 7, 17, 59, West, PT. II, 325, Hoffmann p. 290,
Ueber die Form arm. Apar a$zarh vgl. P. St. 235.
13. Unt Apzut-kavat die lange Mauer im Kau-
kasus MGg. ed. Soukry p. 27,
phl. afzut + Kavat.
Vgl. phl. afzut z’atai ZDMG. 18, 17, Kav(a)t afzuni ZDMG.
34, 114 fl., afzut Xosr(o)vi?) etc. ebenda p. 128.
Ueber die Bauten des Königs Kavà? s. Tab. 138.
14. ap Ca auh Hul Aprvez Xosrovean Sb. 35 =
Aprvez Xosrov Sb. 82, 88, Xosrov genannt Aprvez Thom. 89,
Aprvez Xosrov Steph. Orb. 143,
pers. Xosrov Parvez Tab. 275.
Np. parvez soll * bedeuten (vgl. Tab. 275) und
würde also zu päz. awarve2 triumphant', awarve£i victory,
triumph' Shk. 233 gehören. Die entsprechende Pehleviform
kann aparvez oder aparvej oder aparvec gelesen werden: arm.
Aprvez weist auf aparvez (P. St. 231). Daraus hätte im Neu-
persischen lautgesetzlich *darvez werden sollen (P. St. p. 40
und 177).
15. Loupe Aprsam ein Isxan der Artsrunier Laz. 222,
256, El. 77, 150, ein Spandunier MX. 251
= pers. Abarsam Tab. 9.
Bei MX. 90 ist aprsam nicht N. pr. sondern = ‘Balsam’,
8. unter aprsam.
16. U uu Aspahan(District)Sb.66 neben Spahan (Land-
schaft) Sb. 56, 58, Aspahan MX. 223, Aspahan Landschaft in
Persien (Pars) MGg. 613, Aspahan Thom. 63, Vardan 15, 95,
118, Steph. Orb. II, 93, Spahan Kir. 89, 123
= gr. Aondadava Ptol, syr. ro i. J. 430 ZDMG. 43,
407, phl. Spahan Shk. 267, Bdh. Gl. 173, West, PT. I, 41,
1) Vgl. Név-zosrau Tab. 387, Nehormizd Nöld. syr. Chron. 29, Hoff-
mann p. 64. Ner- = np. ner wacker, ap. naiba- ‘schön, dazu np. nek gut,
schön’ = phl. nevak PPGl. 162, Gl. and Ind. 252.
2) Vgl. arm. Y izut-Xosrov = Yezut-Xosrov Sohn des Varaz-Grigor,
Mos. Kal. I, 288, 310.
99 1. Abschnitt: Persische Namen.
Spahän BB. 4, 36, Spiegel, trad. Lit. 459, auf Münzen abge-
kürzt ás- ZDMG. 31, 148; 33, 115, np. Sipãhãn (Fird. I,
258, 267), Ispahan, Ispahan, Sifahan Spiegel, Chrest. p. 95—
105. Davon arm. aspahamk ispahanisch' (sc. carir Antimon)
Mech. d. Arzt.
Np. Jspahan = gr. Aondò av kann nicht auf ap. *aspa-
dana- Pferde-behälter zurückgeführt werden, das nach den
Lautgesetzen zu *aspadan (vgl. Horn, Grdr. Nr. 533), schwerlich
zu *aspohan geworden wäre. Als ap. Form kann nur *aspä-
dàn- oder *spadan- angesetzt werden. Ich setze es mit Justi,
Btrg. zur alten Geogr. II, 11 = ap. gen. pl. spadanam “der
Heere’. Vgl. P. St. p. 134, 174, 199.
17. Un Asorestan Ace (im engern Sinne!)
FB. 133, El. 142, 145, 146, MX. u. s. w.,
vgl. phl. Surastän Bdh. p. 51, z. 12, np. Sürtstán Tab. 15.
Zu unterscheiden von AAsort-Z ‘Syrien’ MGg. 611. — Aso-
restan ist nicht direct aus dem Persischen entlehnt sondern
eine armenische Komposition aus zwei fremden Bestandthei-
len, aus Asori- — Aoovgıos und dem pers. -stan, also aus
*asori-a-stan (ia = arm. ea, in nicht-letzter Silbe = e) ent-
standen.
18. loo 1% run Aspahapet MX. 149
ist das in altsassanidischer Zeit entlehnte mp. spahpat
Heerführer — np. sipahbad (Fird. I, 263, 344 u. s. w.), ispah-
bad, ispahbud, gr. Aorce᜔ng Procop, Pers. I, 10, arab. asbah-
bud Titel der Herrscher von Tabaristan Barb. 31, das in arsa-
cidischer Zeit schon als sparapet, asparapet = ap. *späda-pati
entlehnt worden war (siehe unter sparapet).
Als Appellativ dient im Armenischen nur sparapet Heer-
führer’ (s. unten), während Aspahapet nur als Name einer der
vornehmsten parthischen Familien bei MX. vorkommt, p.102
und 148:»Der König Arsavirhatte drei Söhne und eine Tochter,
der erste war der eben genannte Artases, der zweite Karen, der
dritte Surén, und ihre Schwester mit Namen Kosm war die
Frau des Heerführers (zauravar) aller Arier, von ihrem Vater
eingesetzte; 103 und 149: »er theilt sie ausser der regierenden
1! Vgl. Kiepert, Alte Geogr. p. 149.
1. Abschnitt: Persische Namen. 23
Linie in drei Linien ein mit dieser Benennung: Karen Pahlav,
Suren Pahlav und für die der Schwester Aspahapei Pahlav,
indem er den Namen nach ihrem Manne als Oberhaupt der
Familie (tanuter) bestimmt« (daher die Stelle bei Joh. Kath.
p. 21).
19. Yap Atr Feuer (aus *Atur) in:
Un Atrormizd pers. Marzpan El. 100, Las 215—
221 — phl. Atur-Ohrmazd Horn, Sieg. 29,32, ZDMG. 44, 672,
syr. Adurhormlizd Hoffmann p. 65, 289, ZDMG. 43, 414;
Un inu AtrvSnasp itapean Perser Laz. 390, (Tapean) 396
(vgl. phl. Yazt i Itap — Yazd, Sohn des Itap(?) ZDMG. 46,281
nach Justi), Atresnasp Yozmandean pers. Marzpan Laz. 359,
360 etc. = phl. Atur-gusnasp ZDMG. 44, 655 (Yozmand ZDMG.
46, 281), pers. Adar-gusnasp Tab. 388, Hoffmann 251, 282,
vgl. Gusnaspaóar Tab. 96, np. adargusasp Fird. I, 451 u. s. w.;
Wepibpoh4 Atrnerseh Perser, Oberst der Garde (pusti-
panag salar) Laz. 390; Atrnerseh Isxan von Albanien Thom.
191, I$xan von Georgien Thom. 237, Atrnerseh I$xan, dann
König von Georgien Joh. Kath. 71,101,102,108 (ums Jahr 900),
Steph. Asol. 150, Steph. Orb. 1, 220 — pers. Adar-narse Sohn
des Kónigs Hormizd Tab. 51.
Pehlevi-Namen mit atur “Feuer im ersten oder zweiten
Gliede sind häufig, vgl. Horn, Sieg. 28, 29, 31,32 etc., ZDMG.
44, 654flg. Aeltere Namen sind pers. Aroordrng und zd.
ataroz'arenah-, dturoëi q ra-, ütarszantu-, ataredahyu- = atara-
danhu-, ataradata- (Arad drug = phl. Aturdat Horn, Sieg. 32),
ataropata- (Aroondrigs = pers. AÓarbaó Tab. 67), atarovanu-,
ataresavah- yt. 13, 102.
20. UI Atr patakan ašzarh ‘das Land Atropa-
tene’ El. 53, 56, ohne ašzarh 60, Laz. 367, 369, 487, Ag. 159,
FB. 13, 16, 50 u.s.w., MX. 19, 72 u.s.w., MGg. 606, 608, 613
wie auch bei den späteren Historikern
= phl. aturpatakani) West, PT. I, 120, np. aóarbaógan
JRAS. 1894, 440, ädarbätgan, bei Procop (Lag. Abh. 179) schon
das moderne tò Adapßıyavwv, syr. Gët (Anfang des
3. Jhd.), später ada (5. Jhd. ZDMG. 43, 409, Hoffmann 64,
1; Darauf geht auch die armenische Form lautgesetzlich zurück.
94 1. Abschnitt: Persische Namen.
Nöldeke, Alexanderroman 15, syr. Chron. 7), a7, arab.
ädarbatjan Barb. 14,
abgeleitet durch das Suffix akan (= phl. akan, np. agan,
gan) von atrpat = zd. atarepata- "Feuer-beschützt', gr. Aroo-
zt&vng, phl. aturpat Gl. and Ind. p. 7, ZDMG. 44, 672, paz.
adarpaó Shk. 226, np. adarbad, also = “das Aturpatische', sc.
Medien, vgl. Strabo XI, 13: votvoua 0” FO (n Aroonarıog
Mnöle) àzó vo? fjyeuóvog Aro ,“), Be EuwAvaev Und roig
Meaxsdöoı yíveo3at zal Ta'rnv, ue ooav ueyáAng Mndlag.
Vgl. Nóldeke, BB IV, 50, Anm. 3; A. v. G. 20; Kiepert, Alte
Geogr. p. 71.
Neben der am häufigsten und besten bezeugten Form Atr-
patakan findet sich Atrpayakan einmal bei Laz. 502 (Baze
Atrpayakan $ahap?) und mehrmals bei FB. (5. Jhd.): Atrpaya-
kan 177, z. 17; 189, z. 12; 208, z. 3 v. u., Atrpayakan (ašzarh)
160, z. 2, (tun) 200, 17—18; (kois) 248. Wenn dies nicht ein-
fach in Atrpatakan zu ändern ist, so müsste es der Vorläufer
der oben angeführten griechischen, syrischen und arabischen
Formen mit Jota sein, wie Ándreas (Pauly-Wissowa's Real-
encycl. s. v. Adarbigana) annimmt. Doch scheint mir bedenk-
lich, dass in diesem Worte € zu y geworden und gleichzeitig £
(wie p und ) geblieben sein soll. Man müsste vielmehr * Adr-
bayagan erwarten, da in der Zeit des Faustus von Byzanz und
des Laz. Pharp. nach Ausweis der gleichzeitigen syrischen
Form (Adurbäigän)im Persischen Aóurbaigán gesprochen wurde
(P. St. p. 180, 191, 193, 239, 273). Doch vgl. Zrgazroixà (der)
bei Theophyl. IV, 10. — Auffällig ist auch die Form Airpatcag
(gen. pl.) FB. 189, 208, das einen nom. sg. Atrpatiö Atropa-
tener, atropatenisch’ voraussetzt, neben dem an beiden Stellen
Atrpayakan Atropatene' steht.
21. Uywiliwgy Aramazd ein Gott: der grosse und tapfere ),
Vater der Anahit Ag. 52, Schöpfer Himmels und der Erde
Ag. 61, 106; der Tempel des Gottes Aramuzd (in Ani), der der
Vater aller Götter genannt wird?) Ag. 590; der Tempel der
1 Im Jahre 325 von Alexander nach Medien geschickt.
2; ari = ‘tapfer, vortrefflich’, im gr. Ag. = !vagsros ‘vortrefflich’
p. 14, 78, ardoeıoraros 17, 72; 30, 58.
3, Aber im gr. Ag. 67, 83: rov Bwuoy Koövor, toU nargos i navro-
d«tuovog.
1. Abschnitt: Persische Namen. 25
Nanë, der Tochter des Aramazd im Flecken Thiln i) Ag. 591;
der Tempel des Mirh (Mithra), der der Sohn des Aramazd ge-
nannt wird, in dem Dorfe, das nach der Sprache der Parther
Bagayatié genannt wird?) 593; es giebt keinen Aramazd, aber
für die, welche wollen, dass Aramazd sei, (giebt es) noch vier
andere Aramazd genannte, von denen einer ein gewisser Hund
Aramazd ist MX. 59; Oberpriester des Gottes Aramazd in
Ani MX. 132; sie zerstörte das Bild des Gewittergottes Ara-
mazd (in Georgien) MX. 170; Julianos, Sohn des Aramazd
MX. 200; Aramazd Pseud. 5, 12, 27 u. s. w. = Zeig; ich
schwöre bei dem grossen Gott Aramazd, bei der Sonne, der
Herrin (ter) und beim Monde, beim Feuer und Wasser, bei
Mihr (Mithra) und allen Góttern (schreibt der Perser Bahram
Cobin an Mußel) Sb. 37; der Geehrte der Götter, Herr und
König der ganzen Erde, Spross des grossen Aramazd, Xosrov,
an Heraklius, unsern thörichten und unnützen Diener (schreibt
der Perserkónig Xosrov II. an den Kaiser Heraclius) Sb. 90,
= ahuro mazdä, ap. a(huramazda, phl. inschr. Ohrmazd
(geschrieben Auhrmzdi, Haug, Essay on Pahl. 74 u. s. w.), sassa-
nid. Hormizd, s. unter Ormizd.
22. Urke L Utrwpfp Arik ev Anarik (gen. Areag ev Anareag)
Arier und Nicht-arier MX. 212 (im Brief des Perserkönigs
Sapuh); (meiner) arischen und nicht-arischen Diener (sagt der
Perserkönig) Laz. 251; an alle Völker meiner Herrschaft, der
Arier und Nicht-arier (schreibt der Perserkönig Yazkert) El. 9,
2. 5 v. u.; Mihrnerseh der grosse Hazarapet der Arier und
Nicht-arier El.22, z. 1 v. u.; Hazarapet der Arier und Dprapet
(Kanzler) der Arier Laz. 187; giebt es nicht viele Secten im
Lande der Arier? (sagt der Perserkónig) El. 63; das Land der
Arier (— das persische Reich) Laz. 118, 119, 120, 139; die
Grossen der Aner (— Perser) Las 121; der Heerführer aller
Arier MX. 102; das Reich der Arier FB. 207, z. 16, 21 — das
Reich der Perser (Parsig) ebenda z. 7 (in der Rede des Perser-
könige); gund Areag das Heer der Arier FB. 251; Yotn£ ev
Ari Griechen und Arier (und alle Völker der Heiden) Eznik
122, azgn ariakan “das arische Volk’ Eznik 123,
1) Thiln bei Ag., FB. und MX. mit und ohne n. Injijean setzt Thil an.
2; Bei MX. 88: Bagayarinj.
96 1. Abschnitt: Persische Namen.
— ap. Ariya- Arier (NR. a 14: Perser, Sohn eines Persers,
Arier, von arischem Stamme), zd. airya- “arisch, Arier’, anatrya-
"nicht-arisch', phl. ër u aner "indigenous and foreign’ West,
PT. 4, 51.
An allen hier angeführten Stellen ist Arier gleichbedeu-
tend mit ‘Iranier’, *Nicht-arier' mit Nicht-iranier. Die Arme-
nier haben das Wort ari- in sehr alter Zeit entlehnt, als die
Perser noch ariya- sprachen und haben es bis in die späte
Sassanidenzeit beibehalten, als im Persischen selbst längst der
ap. gen. pl. ariyanam (= Agıavwv) über phl. aryan, aträn
(Haug, Essay on Pahlavi p. 46 und 47) zu Erän geworden war,
so dass noch Laz. 187 dprpet Areag für das pers. Erän *dibir-
bad ( phl. Aran dipirpat) Kanzler von Erän = Reichskanz-
ler’ sagt (IdgF. IV, 120). Die zur Sassanidenzeit wirklich ge-
sprochenen Formen Erän und Anörän finden sich nur einmal
bei Elise, s. unten s. v. Eran. Bei MGg. 614 steht Arif — Xorasan
als Gesammtname der nordóstlichen Provinzen des Perser-
reiches von Hyrkanien bis zur Grenze Indiens, vgl. gr. Aq].
Echt armenisch ist wph ari tapfer, trefflich’ (dvögeiog),
anari 1. ‘feig’, 2. riesig, ungeheuer’ FB. 239, 3 v. u., Eznik 104
und gehört nach Wb. zu air “Mann” (dvrie).
23. Ups Arkmn Eznik 113flg., El. 20, 25, Thom. 27, gen.
Arhmeni Eznik 114, 124, abl. Arkmne El. 20, Arkmenay Eznik
145, mit den Nebenformen Haraman, Xaraman, Haramant,
Xaraman: El. 20, 9; 21, 12; 35, 22, Eznik 114, 235, Thom. 27,
Name des bósen Gottes der Perser
= np. Aharman, Ahriman (Fird.), Ahramanu.8.w., paz. Ahar-
man, Aharman, Ahrman u. s. w. Min. Gl. 29, Shk. 227, phl.
Ahr(a)man Gl. and Ind.3, syr. vs Hoffmann p. 64, Nöldeke
im Festgruss an Roth p. 36 (Ahraman), gr. Aoeıudvns, Agt-
uavıog, zd. aro mainyus, also ap. wohl *ahra-maniyus.
Im Armenischen scheint Haramant die ältere (arsacidische),
Arhmn die jüngere (sassanidische) Form zu sein, vgl. Ormizd
und Aramazd oben p. 13. — Eznik p. 144 erklärt den Namen
Xaramani: »weiler die, welche die Sonne (= das Leben) be-
gehren (lieben), von der Sonne (— dem Leben) scheidet«, denkt
also an pers. z’ar (zor) Sonne’. — Xaramaniistbei Ephrem u. s. w.
s. Wb.) auch ein Beiwort von auj die bösartige, giftige Schlange’
1. Abschnitt: Persische Namen. 97
= syr. Win (Brockelmann p. 124). Durch den Einfluss dieses
Wortes könnte Xaramani (für Haramanı) zu seinem anlauten-
den z gekommen sein, A. St. Nr. 1254.
24. Upzw4 Arsak Name von parthischen und armenischen
Königen MX. 19 u. s. w.; König von Armenien 1) Sohn des
Tiran FB. 65, Laz. 2, El. 7; 2) Sohn des Pap FB. 245, Laz. 20
(nur Kónigsname)
— ap. Ar$aka, gr. Aoodxys, lat. Arsaces, arab. Adab Tab. 26,
vgl. syr. aršakāyā königlich.
Danach ist benannt die Königsfamilie der Parther und Arme-
nier: U νẽ Arsakunik El. 7, FB. 239, MX. 69— 272 etc.,
gr. Aooaxlöaı, lat. Arsacidae, phl. A$akanan Gl. and Ind.
p. 29, syr. Asagänäye. — Dazu arm. Arsakavan = “Ar$ak-
stadt’ in Kogovit, von dem arm. König Aršak gegründet FB.
107, 110, 112; Atrormizd Aršakan pers. Marzpan von Arme-
nien Laz. 215. l |
25. [uni Aršam Name eines Königs von Armenien bei
MX. 97 flg. (vor Christi Geburt)
= ap. Arsama- Grossvater des Darius, gr. 4oodung 1) Name
mehrerer Perser zur Achaemenidenzeit, 2) ein König von Ar-
. menien Polyaen 4, 17.
Vgl. Mooauócara Stadt in Armenien Ptol. V, 13, 19, lat.
— Arsamosata Tac., Plin. (s. unter Sal).
26. Upzw:þhp Arsavir (gen. Arsavray) ein Kamsarakan,
IÉxan von Širak und Arzarunik FB. 28, 44, 54, 71, Laz. 190,
ArSarunier El. 58, 77 u.s. w., Kamsarakan El. 150,
2d. arsan- + vira-?
27. Ui ei Arvastan (»genannt Asorestan, d. h. Mucl!),
im Osten von Mesopotamien neben Armenien mit Bergen und
Flüssen und der Stadt Ninege MGg. 613, vgl. FB. 136: die
Stadt Ncbin (Nisibis) in Arvestan; p. 130: in das Land Arvaç-
astan gegenüber der Stadt Mcbin; Sb. 33: ganz .4rvastan bis
zur Stadt Mcbin; Thom. 86: ganz Arevastan bis zur Stadt
Mcvin
= phl. Arvastan i Hröm vd. 1, 77 = römisch Mesopota-
mien BBIV, 52, Justi, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, 16.
1; D. i. Mosul späterer Zusatz.
28 1. Abschnitt: Persische Namen.
28. Uu Artak (Rstunier, Moker, Palunier) El. 32, 33,
77, Laz. 134, 126, 185; (Ixan von Hark‘) N. P. 25
= phl. Artak(i) ZDMG. 18, p. 26, Horn, Sieg. 35, ZDMG. 46,
284, 288 (Koseform), syr. Ardag im Jahr 430 ZDMG. 43, 412.
Vgl. den Familiennamen Artakuni bei Las, 394: Pap Arta-
kuneag.
29. Uni Artamat setzt Thom. 54 ungenau für Arta-
met (Injijean, Alterth. p. 187) = Aor£uıra Ptol. V, 13, 20,
arm. Stadt südöstlich vom Vansee, um den Namen als Komp.
von Art- — Arta$e$ “Ardašir und pers. “mat Ankunft' (nach
Marmet = Mar amat der Meder ist gekommen’ bei MX. 123)
erklären zu können.
30. pes? unn Artasat (gen. Artasatu) feste Stadt in Ar-
menien am Araxes FB. 18, 30, 171, 172, Ag. 40, 103, 166—168,
584, MX. 126 (von Artases gegründet), Laz. 367, 438, El. 22
(königliche Residenz) |
— gr. Aordsara (Ev xal Agrafıdoara xaAotow, Avvißa
xtloayrog Aorağig ro Bacici!) — rr v Agafıvo nedi
0vvQxuuéyn xalg xal BacíAcuoy ooa tis xupgag Strabo 529,
Ptol. V, 13, 12, im griech. Agathangelos 136 AYoradar und
Aoradep&oxriorn, lat. Artaxata Tac., Amm., arab. Ardasät
ZDMG. 33, 145. Der Name lautete ursprünglich etwa
* Arlaxsas-sat (= ap. Artaxsa9"a + Hyatt) und bedeutet Ar-
dasir's-Freude".
31. U, Artases (gen. Artašisi) bei MX. Name einiger
parthischen und armenischen Könige; Artases, Sohn des
Vramsapuh, König von Armenien (5. Jhd. p. Chr.) MX. 256,
Las 52— 69, Sohn des Stahrasapuh El. 7 (derselbe), Koriun 18,
Steph. Orb. I, 98; Artases als Achämenide (Longimanus und
Ochus) und Parther Vardan 27, 34; Artases Sohn des Mami-
koniers Manuel FB. 242, Sohn des Mamikoniers Hmayeak
Laz.335 — ist die armenische Form für persisch (sassanidisch)
Artasır, Ardasir. Bei MX. erscheint bis p. 134 nur Artases
(als Parther und Armenier), zum ersten Mal p. 134 pau; hp
Artasir (als Sohn des Sasan); auch bei den andern armen.
Schriftstellern heissen die Sassaniden Ardusir I—III stets
1. Um 180 v. Chr. Kiepert, alte Geogr. p. 81.
1. Abschnitt: Persische Namen. 29
Artasir (gen. Artasri): Laz. 1, 5, Ag. 29, Sb. 98, Thom. 56,
Joh. Kath. 23, 32, Mos. Kal. I, 90, Steph. Asol. 74, Kir. 30.
Vardan 36 flg. Artases neben ArtaSir (Sohn des Mamikoniers
Manuel) FB. 242, 256, (der letzte Kónig von Ármenien) MX.
256, Steph. Asol. 76. Ein Artasır im Heere des pers. Generals
Muëkan Nivsalavurt El. 92. Arm. Artases ist
— gr. Ara KZ. 33, 214, Aorakre, Arai (Georg.
Pis.), Adeoio (bei den Chronographen für ArdaSir III, Xeta-
ceígnc, Aoraolens (Procop BBIV, 35; Aorasas, Argue
(Plut., D. Cass.) König von Armenien 30 v. Chr. (A. v. G. p. 102),
Aoraslag (Polyb., D. Sic., Strabo) König von Armenien 189
v. Chr. (A. v. G. p. 40); älteste Form Aoraseoäng, Aero-
&£oöng (Herod., Thucyd. etc. Name mehrerer Achämeniden-
könige; lat. Artaxias König von Armenien (Tac.), Artarerzes
Achämenide; syr. Ardasır belegt i. J. 410 und 430 ZDMG. 43,
p.410und 413 neben Artasir BBIV, 35, Artasahr belegt i. J. 430
ZDMG. 43, p. 396, z. 14, Ardazsiragan belegt im 7. Jhd. Nöld.,
syr. Chron. 42; sassanid. pers. Ardabir, Artasir und Artazsir
BB IV, 35, Matikàn i čatrang p. 3, z. 10; phl. (Inschriften und
Gemmen) Artazsatr (Haug, Essay on Pahlavi p. 4 = Aora-
Sckoys p. 46, 47; ZDMG. 44, 651) mit historischer Schreibung;
hebr. Artazsasta, Artazšastā Esra 4, 7 u. s. w.; altp. Artazsayra.
— Altp. 9” ist im späteren Persisch theils zu s theils zu Ar
oder r geworden (P. St. 204), so entstand aus Artaxsa9"a theils
Artazías (AgraStoons KZ. 33, 218—219, Horasias) theils
Artaxsahr, Aríaz$ar, dann mit unregelmässigem Uebergang
von a, aine, 1: Artaxses (Aordäng), Artazsir. Die Form Ar-
ta$es ist schon in arsacidischer, die Form Artasır erst in sassa-
nidischer Zeit nach Armenien gekommen (P. St. 234).
Davon Artasesean ein Flecken Thom. 215, ein District
von Vaspurakan MGg. 609, Thom. 252.
32. Upwwimwgn Artavazd König von Armenien, MX. 95:
Artavazd Sohn des Tigran, 128: Sohn des Artases; 139: alte
Frauen erzählen von ihm, dass er eingeschlossen lebt in einer
Höhle, mit ehernen Ketten gefesselt; zwei Hunde nagen
immer an den Ketten und er bemüht sich zu entkommen und
der Welt ein Ende zu bereiten. Aber durch den Ton des
Hammerschlages der Schmiede werden, wie sie sagen, die
30 1. Abschnitt: Persische Namen.
Fesseln stark. Deshalb schlagen auch noch in unserer Zeit
viele Schmiede, der Fabel folgend, am Sonntage drei oder
vier Mal auf den Ambos, damit, wie sie sagen, die Ketten
fest werden. — Ihn sollen Frauen der Nachkommen Asdahak’s
verhext haben. — Drachenabkómmlinge stahlen den jungen
Artavazd und legten einen Dev an seine Stelle. — Eznik 105:
die Devs hätten einen gewissen Artavazd mit Namen einge-
schlossen, der noch jetzt am Leben sei und hervorgehen wird
und die Welt einnehmen. — Artavazd Mamikonier FB. 9, 28,
252, N. P. 123, Ag. 641, Laz. 256, El. 150, Levond 169, Thom. 60;
Apahunier Sb. 65; Dimaksier Sb. 149, Artavazd Salatneci Steph.
Orb. I, 219
— gr. Aoraovaoons Strab., Plut., lat. Artavasdes Cic., Tac.,
Artoasdes Justin, Name einiger Könige von Armenien und
Medien (1. Jhd. vor Chr., A. v. G. 80, 88, 98, 99, 100, 101, 102),
zd. asavazdah- N. pr., also ap. Artavuzdah-.
33. Um, Artavan (Var. Artevan) der letzte Parther-
könig, Sohn des Valars, von Artasir, Sohn des Sasan aus Stahr,
getödtet Ag. 29, 31, MX. 147, FB. 167 (Artevan), Laz. 1, 5,
Thom. 56, Joh. Kath. 23, Mos. Kal. I, 90, Vardan 36 (derselbe
Artavan!), Artavan Isxan von Vanand FB. 38
— gr. Aoraßavog Bruder des Darius I. (Her., Plut.); Mör-
der des Xerxes im Jahre 464 (Nöld. Aufs. 49); Name von 5
Partherkónigen, deren letzter, Sohn des Volagases IV., im
Jahre 224 p. Chr. (Nöld. Aufs. 89; nach A. v. G. 162 im Jahre
227) von Ardasir, dem ersten Sassaniden besiegt und getödtet
wurde; 4eraßdvng Bruder des Armeniers 'Iwavvng Procop
Vand. II, 25, Sohn des Arsaciden ’Iwavvng Pers. II, 3; lat.
Artabanus (Tac.); Talm. Jerus.: op, arab. np. Ardavan BB
IV, 36, also ap. Artabänu-.
Dazu Artavanean ein District von Vaspurakan MGg. 609.
Als Koseformen der mit Arta- beginnenden Namen (wie
Artases, Artavazd, Arliavan, gr. Agranarns, Agrapeovns
u. s. w.) können gelten: Artak s. oben Nr. 28, Arten (van von
Gabeleank El. 77, Laz. 216, Artasen!) (nur gen. Artasinay) ein
1) Von Artas-es gebildet wie ap. Beyanaios von Bayanaıns nach
Nöld. Stud. I, 29.
1. Abschnitt: Persische Namen. 31
Mamikonier, Vater des Manuel FB. 239. Vgl. Aoratog Nöld.
Stud. I, 30.
34. R Bagrat Bagratunier FB. 17, Bagarat der
grosse Isxan der Asparapet-schaft FB.71, Bagarat Aspet MX.
165 flg., 225 (Bagratunier), Bagarat Aspet Mos. Kal. 116 (aus
MX. 191), Bagarat ISxan von Taraun (zur Araberzeit) Thom.
116—118, Bagarat König der Aphxazen Arist. 4
— altp. *bagaräta- gottgeschenkt', vgl. ap. baga- "Gott
und skr. räta- verliehen, gegeben’. Oder aus *bagadäta- (P.
St. 201)?
Andere arm. Namen, die mit bag- "Gott zusammengesetzt
sind, s. unter dag-.
35. [awak Baze Perser, Sahap (23vaoxnsg) von Atropatene
Laz. 502,
vgl. arm. bazē Falke = np. baz?
36. Deech Bak Armenier El. 95 gehört schwerlich zu pers.
Bakoi Nöld. Stud. I, 15 (= np. pak?).
37. Back Balz Stadt des Königs der K’ußan-k FB. 205,
Bath FB. 239, Bahl MX. 148,152, 154, Bahl Sahastan (Haupt-
stadt) der Kuäank Sb. 67 und 30; Barl Thom. 85, Bart 88;
Bahl šahastan Vardan 29
= ap. Baztras, zd. Bazói, gr. Bà&xroa, phl. Bazr vd. 1,22,
im Bdh. Balz i), syr. ba Nöldeke, Alexanderroman 14,15, älter
Baztraya9a “Baktrerinnen’, pers. arab. Balz Tab. 17, 167,
Barb. 112, arab. baztariyyun baktrisches Kameel' P. St. 194.
Dazu Baklibamik?) ein Land von Xorasan MGg. ed. Soukry
40; »das Land der Parther nennen die Perser jetzt wegen der
Stadt Bahl: Bahli-Bamikk d. h. Bahl aravótin«?) “das morgent-
liche Bahl' MGg. ed. Soukry 41; nach dem Tode Alexanders
herrscht über die Parther der tapfere Ar$ak in der Stadt, welche
genannt wird Bah? aravatin?) im Lande der K‘uSank MX. 70,
ebenso (Bahl aravatın?) Steph. Asol. 36 und (Balz afavautin)
Mech. von Ani ed. Patk. p. 20. <
1) Vgl. np. talz aus phl. tazr P. St. 266.
2) Lies Bahl i bamik = phl. Balz i bamik = np. Balx i bami P. St. 24
Anm. Vgl. phl. Bamikan (wo der Balxfluss entspringt) Bdh. Gl. 86, West,
PT. I, 80 = np. Bamiyan Barb. 80.
3) Ueberall aravautin zu lesen.
39 1. Abschnitt: Persische Namen.
38. R LfM Bambisn Frau des Athanagenés, Schwester
des Königs Tiran von Armenien FB. 43, 48, 68
— nom. appell. bambišn ‘Königin’ (s. unten).
Bandakan s. unter Sahrapan.
39. Bom Bat Nahapet des Geschlechtes der Saharunier
FB. 235—238
= phl. Batli) ZDMG. 31,588, Nr. 10, 11, wo Baris (Arrian)
und Betis (Curtius), Vertheidiger Gaza's gegen Alexander, ver-
glichen wird; anders Horn, Sieg. 26.
40. [Poopgunppui Barzapran Ro&tunier, Sparapet der Ar-
menier und Perser MX. 92—94, 97, 223 ist nicht aus dem Per-
sischen, sondern aus Joseph. arch. 14, 13,3, bell. iud. 1, 13, 1:
Bagtapeávs = ap. * Brzifarnah- genommen.]
41. G, U quét Biurasp Azdahak »der persischen
Fabeln« MX. 62: »das Küssen der Schultern und in Folge
dessen die Geburt der Schlangen und danach die Zunahme
der Schlechtigkeit, das Aufzehren der Menschen für die Be-
dürfnisse des Bauches. Dann aber, dass ein gewisser Hruden
ihn mit ehernen Banden fesselte und auf einen Berg führte,
der Dambavand genannt wird, dass Hruden unterwegs ein-
schlief und Biurasp ihn zu dem Hügel schleppte, Hruden aber
erwachte und ihn in eine Höhle des Berges führte und band
und sich selbst (wie) eine Statue ihm gegenüber aufstellte, dass
dieser aber, dadurch erschreckt, sich seinen Ketten fügt und
nicht vermag herauszugehn und die Erde zu vernichten
— zd. baevarə +aspa- mit zehntausend Pferden’, phl. paz.
Bevarüsp Beiname des AZidahak Min. cap. 27, 8 34, np. Be-
varasp Beiname des Dahhäk, so genannt, »weil er zehntausend
arabische Rosse mit goldnem Gebiss besass d Fird. I, 28, 97. —
Azdahak = zd. azi dahaka (nom. azi$ dahako) der Drache
Dahäka’ mit drei Rachen yt. 19, 46 flg. — paz. agidah ah, np.
azdaha ‘Drache’, arabisirt Dahhak!), König von Iran Fird. I,
28flg. Vgl. MX. 58: Azdahak ist in unserer Sprache viòꝭap
(d. h. Drache). — Z Hruden = zd. 9raetaona- vwelcher er-
schlug den Drachen Dada, den mit drei Rachen, drei Schädeln,
1) Bei Fird. I, 40 genannt: atdahafas der Drachenähnliche'.
1. Abschnitt: Persische Namen. 33
mit sechs Augen und tausend Sinnen, den überstarken, einen
teuflischen Unhold, welchen — der böse Geist geschaffen hatte
zum Schaden der irdischen Wesen, um das Volk der Gerech-
ten zu verderben« (Geldner) ys. 9, 8, phl. Freiun Bdh. Gl. 197,
PPGl. 117, paz. Fredün »der den Azidahak Bevaräsp schlug
und banda Min. cap. 27, 8 39, np. Faredun Fird. I, 40, der
bei Firdusi den Dahhak schlügt und bindet und in einer Hóhle
des Berges Demavend anschmiedet (Fird. I, 61). — Den Berg
Dombavond s. besonders (Nr. 58). Dazu Bdh. 24, 12: »der Berg
D(e)màv(e)nd ist der, an welchen Bevarasp gefesselt ist«. Zur
Sage vgl. Barb. p. 225 und 237. Neben 4Zdaa£ steht bei MX.
50—58: Addahak als Name des Königs der Meder, Aorudyng,
aber AZdahak MX. 47 — Euseb. Chron. I, 101.
42. ff.punn. Biurat Bagratunier MX. 114, 142, Steph. Asol.
103, Vardan 76, 79, 82
schwerlich = Jevard Fird. II, 919, z. 6.
43. Rayblju, Boyekan pers. General FB. 152,
Patronym. von pers. “Bo: — gr. Böng Procop Pers. I, 12,
arab. Bie, syr. “ma Nöld. Stud. I, 28—29.
44. Bang, Born und Bborn (falsch für Boran) Tochter Xos-
rov's, Frau des Xoteam, Königin von Persien Sb. 99, Thom. 97,
Joh. Kath. 44, Kir. 30, 31, Vardan 62
= pers. Boràn (auch Boranduzt) Tab. 390.
45. Round Butmah pers. Statthalter von Armenien Sb.
34, 70,
vgl. phl. Mahbut (Martbüt der Mager, Sohn des Mähbut)
Horn, Sieg. 25, 8 4, später MaAboó, Meßwöng, Meßdöng Tab.
260, mit umgekehrter Stellung der Glieder.
46. Rmepgup Burdar ein Perser MX. 160, Zenob 21, 22 =
Bundar Vardan 36 (für Burdar),
vgl. phl. durtär Gl. and Ind. 83, paz. burdar carrier, sus-
tainer, bringer Shk. 238, nom. act. von burdan.
47. u , Gamal (Hauptstadt) von Atrpatakan, an der
persischen Grenze, wo die Markgrafen (sahmanapah Grenz-
hüter) des armenischen Königs sassen FB. 137, 198, 235;
Ganjak, welches die Grenze war zwischen, Persien und Arme-
nien FB. 203; bis zur Stadt Ganjak und dem grossen Feuer,
Hübschmann, Armenische Grammatik. 3
34 1. Abschnitt: Persische Namen.
das in der Provinz Atrpatakan war Sb. 24; sich nach Ganjak
wendend zerstört er (Heraclius) den Tempel des grossen Feuers,
das sie VSnasp!) nannten Sb. 92, vgl. Thom. 92; sie zogen
durch das Land der Hunnen und durch das Thor von =
(pahakn éoray) ins Land der Mask'ut, brachen ein ins Land
P'aitakaran und über den Fluss Erasx ins Land der Perser,
verwüsteten Artavet und Ganjak $ahastan und den District
mit Namen At’sibaguan und aspatar omn P'eroz?), sowie Or-
mizd-P'eroz Levond 131
— pers. Ganjak, Ganja, gr. Talaxa (Baalkeıov Yegıvov)
Strabo 523, lat. Gaza, Ganzaga Plin., Gazaca Ammian, syr.
STR 7 773 im Jahr 485 ZDMG. 43, 409, arab. Janza,
Jaznaq etc. Tab. 100, Barb. 17, 161, 171.
Davon zu unterscheiden Gama in der Provinz Arcax, bei
Vardan und Kir., vgl. Injijean 310, jetzt Jelisawetpol. — Ganjak
in Atrpatakan wird bei El, Laz., MX. nicht erwähnt.
GariKpet Bruder des Rostom (unter Yezdegerd III.) Sb.102,
offenbar nur der Titel desselben — pers. —?
48. Gin Get (Gel), Gelan, Gilan öfter neben kaal Delum
(Delum) genannt:
El. 90: die Truppen aparhayi£?) und die der Katis +t) und
der Hunnen (Honaç) und der Gelen (Gel-ar); Pseud. 110: er
sei geflohen zu den Kasbischen (£asbtakan) Thoren nahe beim
Lande T alis?) im District Gilan (Gilan-ay); MGg. 592: Hyr-
kanien, Medien, die Delp-x, die Delum- und Kasb-Ä (lies
Gel-k für Delp-£, vgl. MGg. ed. Patk. p. 6); ebenda 613: Atr-
patakan, Re, Gelan, Mukan, Dilumn, Ahmadan u. s. w.; MGg.
ed. Soukry p.12: Dilum-s [acc] — Gel-au£ (instr.) und Kads-
au (instr.); 40: Re, Gelan, Sandan, Dimun-k, Dmbavand u. s. w.;
41: Kasb, Kagagus, Gel-E, Dilum- (nach »Ptloméos«)*) ; Sb. 57,
1) Vgl. Tab. 100.
2) Lies Spandaran- Peroz, vgl. MGg. p. 610, wo die Districte von Pai-
takaran heissen: At’lıbagavan, Spandaranperot, Ormzdperot.
3) Bei Johanniseang p. 106: die Truppen von Aparhac.
4) Vgl. Laz. 211, 369, 394 und ZDMG. 33,160. Die bei Laz. 369 neben
den Katıs erwähnten KopriK sind wohl die bei Ag.628 neben Neu-Sirakan
(8. unter Nizor; und bei FB. 159, 209, El. 72 neben den Korduk und Tmorik
genannten Kordik. Vgl MGg. 608, Sb. 60.
5, Pers. Talis Tab. 451. 6, Vgl. Ptolemaeus VI, 2, 5.
1. Abschnitt: Persische Namen. 35
z. 2 und 14 v. u.: Vstam empörte sich gegen Xosrov und be-
gab sich in das feste Land Getum (gen. Gelm-ay, lies Delm-ay
von Delum, vgl. Nöld. Tab. 478—480, syr. Chron. p. 8), ebenso
Sb. 58, z. 2 v. u., 59, z. 3; Sb. 61, 7 v. u.: zaurk Gelum-k (lies
Detum£); Sb. 34, z.2 v. u.: i Gelum-s (lies i Detum-s); Sb. 147,
8—9 v. u.: Del-n ev Delum-n (lies Gel-n ev Delum-n die Gelen
und Delum"); MX. 131: die Bewohner des Gebirges, das in ihrer
Sprache PatiZahar gavar (d. i. phl. Patasz’ärgar, s. unten) ge-
nannt wird, d. i. das Gebirge der Getumn i) (Getmang), die
Küstenbewohner — und das Land des Kasbier (Hasbig); Mos.
Kal. I, 294: Gelmnazgi?) omn (var. Gelanazgi ein Gilaner’
MGg. ed. Patk. p. 60); Thom. 302: £ zörag Delmkag von den
Truppen der Delmik'; Vardan 95: z Delmik-s; Kir. 123: das
Land Persien, Atropatene und Dilum (Dilm-ay gen.).
Hier ist arm. Gel, Gel, pl. Gel-k, Gel-k = gr. Tila.
Strabo 503, 508, 510, np. Gel, davon geli 'Gilaner' Barb. 187;
arm. Gelan, Gelan, Gilan — lat. Gelani Ammian 17, 5, 6 (cum
Chionitis et Gelanis), np. Gelan (pl. von Gel) die Gelen, das
Land der Gelen’, Tab. 479, davon gelani was aus Gilan kommt’
Barb. 187, syr. 753 ZDMG. 43,407. — Arm. Delum = syr. Delom
Nöld. syr. Chron. 8, np. Delam Tab. 478—481, np. phl. Dela-
màn BB. 4, 47, Vullers Wb., arab. Da:lam, davon np. delami
*dilemiticus' (Vullers Wb.) aus phl..*delumik = arm. Delmik ;
gr. Jılıuyiraı (Agathias), ZcAeuirau. |
Goton Mihran s. unter Cihr.
Gohar s. unter gohar.
49. q Gotorz Artsrunier Laz. 15 = np. Godarz, lat.
Gotarzes Partherkónig (41 p. Chr.) Tac. —? i
Gumand Sapuh General des Perserkönigs Sapuh FB. 145,
248 — pers. —?
50. q. D“ Gundisapuh MGg. 613 (bei Soukry 41:
Gundir-Sapurh) Stadt in Xuzastan (Susiana)
— pers. Gundisüpür, älter Gundēv-šāpūr, arab. Jundai-
sabur, gr. Bevöeıoaßdowv?) zéie Tab. 41, Nöld. Aufs. 95.
1) Hier wohl Delum zu lesen, vgl. phl. Dölamän und Patasrtärgar BB.4,47.
2) Die Form Getum, Getumn ist falsch und in Ge? oder Det um, Detumn
zu ändern, falls nicht anzunehmen ist, dass der Autor selbst die Form Getum
(aus Ge? nach Detum) gebildet hat.
3) Corrigirt von Nöldeke aus Bevdooaseipw» Theophyl. III, 5.
: 34
36 1. Abschnitt: Persische Namen.
Gurgan s. unter Vrkan.
Gurgen s. unter Vrken.
Grvandakan die Burg, wo Bindöi gefangen sass Sb. 30, 32
= pers. —?
51. patpat Danosman Herr von Sebaste (im 11. Jhd.)
Vardan 112, 113
— np. dänismand gelehrt. Vgl. Mordtmann, die Dynastie
der Danischmende (in Siwas von 1072—1174/5) ZDMG. 30, 473.
52. (km Dat ISxan von Hazteank FB. 21, Dat Karapet
d. i. »Vorlüufer« (gr. Ag. ztoounvirnc) des Königs Trdat Ag. 641;
Dat Atavelean Laz. 256
ist eine Abkürzung von Namen wie Sarap£ovns oder Eru-
9oi0árzng!) (Fick, gr. Personennamen 1. Aufl. CXXV), phl.
Datfarraz*-3 ZDMG. 44, 652, Dat-Ohrmazd Horn, Sieg. 25,
26, 29, pers. Yazdandad Tab. 396.
Vgl. Särıs Herodot etc. und Hrartin Datan = Hrartin
Sohn des Dat, pers. Marzpan in Armenien i. J. 590 Sb. 34.
Dazu ui Datoyean pers. Hrama(na)tar Sb. 66, pers.
Heerführer Sb. 73, Patronym. der Koseform Dato = np.
Dàóoi, Aadwng Nöld. Stud. I, 11, 18.
Auch in uwmwupkiu Databen (gen. Databenay) Nahapet der
Bznunier FB. 19.
53. d H Darband MGg. 605, Levond 64, Kır. 213, 232
— np. Darband Stadt am kaspischen Meer mit berühmtem
Engpass (np. darband eigentlich "Thür-verschluss, Riegel,
MGg. ed. Soukry 27 = “Band und Thür’), arab. Bab al Abvab
Barb. 68.
54. pwp Dareh Darius Daniel 6, 1 u.s. w., Pseud. 30 fig.,
Dareh Sohn des VStasp MX. 99, Thom. Vardan (s. Index),
spätere Form: fup, Dara, Sohn des Babik, des Herrn der
Siunier, des Schwiegervaters König Arsak’s von Armenien
MX. 233
= ap. Därayava(h)us, hebr. Darayäves, syr. Daryacas Hoff-
mann p.45, phl. Därayav, pers. Darae, Darab, Dara Tab. 3,6,
gr. Sageiog. i
1) Im Arm. vgl. Mihrdat, Vsnaspdat.
1. Abschnitt: Persische Namen. 37
55. . Dehkan Nahapet, persischer Heerführer, Ver-
wandter der Mamikonier FB. 149
= np. dil an Landedelmann' Tab. 351, mp. *dehkan (s.
unter deh).
Detum s. unter Get.
56. H ,jεç Densapuh hambarakapet El. 19—139, Laz.
293, 309, 310, 314 (kambarakapet), 317, 319, abgekürzt aus
U. CTU Vehdensapuh, mit obigem identisch Laz.262—
318 (ambarapet 262, 264, 291)
— phl. V(o)huden S(ä)Apuhr-i zi Airãn anb(a)rakpat-i der
rechtgläubige Sap ür, Reichsmagazinverwalter’ Tab.444, ZDMG.
44, 671.
57. hyun Devdat Sohn des Apsin!), des arab. Ostikans
von Atrpatakan Joh. Kath. 102— 104
= zd. daevödäta- von den Devs geschaffen. Vgl. phl.
sedaves (sprich devves Horn, Sieg. 30) und zd. daevotbi- N. pr.
98. MRE)Qůd u Dombavond der Berg Demavend MX. 62,
Dmbavand District in Medien MGg. ed. Soukry 40 ( Dmbvar
MGg. 613, entstellt)
= phl. Damävand BB. 4, 47, Bdh. 70, 1 (kof 1 Damavand),
» Dimbhavande West, PT. I, 234, arab. Dunbavand Albirüni,
übers. von Sachau p. 213,32; 214, 4, 5, Damavand, Dabavand,
Danbävand, Dunbävand Barb. 224, 235, 236, np. Damävand
Fird. I, 61 (bei dem Dunbavand u. s. w. nicht ins Metrum
passte), vgl. Spiegel, Eran. Alterth. I, 70, Justi, Btrg. zur alten
Geogr. Pers. II, 3. l
Die älteste Form scheint Dunbavand gewesen zu sein.
Dmavund s. unter Kavosakan.
Dotəvć(?) pers. General unter Yezdegerd II. Laz. 202 —
pers. —? Vgl. foAaßLav pers. Satrap (unter Xosrov II.) Theo-
phyl. V, 3 (ZaAaßldv V, 16).
59. i duzt Tochter als zweites Glied von Eigen-
namen:
Agraðoúxta gr. Ag. 5 "Tochter des Arta-, d.i. des Artases
1) Vgl. np. Afsin N. pr. Vullers Wb.
38 1. Abschnitt: Persische Namen.
oder Artavan oder Artavazd u. 8. w., vgl. phl. Artazsatr-duxt
ZDMG. 44, 663; 46, 283;
Azarmiduzt Königin von Persien, Tochter Xosrov's Sb. 99
— Azarmik Thom. 97, 98, Azrmik Joh. Kath. 44 — pers. Azarmi-
duxt Tochter des Xosrov Parvez Tab. 393 aus phl. *zzarmik-
dit (zu paz. āžarm "honour, shame’ Min. Gl., Shk. Gl., Ganj.
Gl. p. 4);
Goriduzt Frau des Varaz-Grigor, Mutter des Jevanser Mos.
Kal. I, 310, Goranduxt Schwester des Bagrat, Gesch. Georg.
p. 112, vgl. den Namen Gor Mos. Kal. I, 211; ;
Zarmanduzt s. besonders;
Zrvanduzt s. besonders;
Xosroviduzt Tochter Xosrov’s von Armenien, s. unter
Xosrov;
Mihranduzt 1: Schwester des Königs Vaxtang, 2. Tochter
des Königs Arcil, Gesch. Georg. p. 86, 104;
Sahanduzt s. unter Sah;
Ormzduxt, Ormizduxt Tochter Hormizd’s II. s. unter
Ormizd;
Sanduzt Tochter des Königs Sanatruk MX. 111; Tochter
des Mamikoniers Vardan, Frau des Nerses, Mutter des Sahak
N.P.14;
'ahakduxt aus Partav Vardan 91, vgl. Sakdurt Gesch.
Georg. 73;
Varazduxt Schwester des Königs Tiran, Frau des Pap, des
Sohnes Yusik’s FB. 43;
Vardanduzt Tochter des Mamikoniers Manuel, Frau des
Königs Arsak FB. 256;
K uphduzt Tochter des Siuniers Vasak Steph. Orb. I, 263.
Vgl. pers. Perozduzt Tochter des Königs Peröz Tab. 130;
Nevãnduæt (?) Tab. 136, Hoffmann p. 128; phl. Mttrduzt, Narse-
duzt u. s. w. Horn, Sieg. p. 35, Anakduzt (? Zarduzt?) ZDMG.
44, 654; 46, 282, l'oÀuvóovy Theophyl. V, 12.
60. q te Drastamat Eunuch des armenischen
Königs Arsak FB. 205—208,
vgl. die Koseform Darast-oi neben Durust-oi Nöld. Stud.
I, 18 und für den zweiten Theil den Namen syr. pers. Zud-
amad schnell zekommen ZDMG. 30, 758?
1. Abschnitt: Persische Namen. 39
61. n 1 Druasp ein Perser MX. 140
= skr. Dhruvãgvu- N. pr. eines Fürsten, zd. Dreaspa-, als
fem. Name einer Gottheit — “mit gesunden Pferden' d. h. “die
Pferde gesund erhaltend’, ap. also * Duruväspa- von ap. duruva-
‘gesund’ und aspa- “Pferd”.
62. nag Erazmak Oberhenker (dahcapet) des armeni-
schen Kónigs FB. 119
etwa Koseform mit ak (Nóld* Stud. I, 31) von Namen mit
*erazm — arm. fazm = np. razm “Kampf, vgl. unten den
Namen Razmiozan zu np. razmyoóz 'kampf-suchend'".
63. bpu l n, Eran ev Taneran, zu lesen: Eran ev
Aneran (so die Moskauer Ausg. p. 27) El. 20, z. 5 “Iran und
Nicht-iran'
— päz. phl. Erän u Aneran Min. Gl. p. 12 und 71, Gl. and
Ind. 67, phl. inschr. Erān u Anöran (gr. Aọravõv) Haug, Essay
on Pahl. p. 4, 46, 50, chald. phl. Aryan u Anaryan ebenda
p. 50, ap. also Arıyanam uta * Anarıyanam (g. pl. von Ariya-
"Arier d. h. Iranier).
Arm. Eran, Aneran ist sassanidisches, arm. Art-A, un.
arsacidisches Lehnwort.
Dazu: Eran-katulikos der oberste Bischof Persiens (unter
XosrovI.)Sb. 29 — Eran kalotikos Vardan 59, vgl. Sb. 122: »dort
war der Eran genannte Kaíulikos und andere Bischöfe aus Aso-
restan, Árvastan und XuZastan«e, d. h. der Reichskatholikos,
cf. phl. Erän-anbarakpat “Magazinverwalter von Eran, Reichs-
magazinverwalter, Eränspahpat Reichsfeldherr' etc. Tab. 444,
ZDMG. 44, 676, Erändurustbeö Reichsgesundheitsrath' Hoff-
mann p. 108, Erändipirpat Reichskanzler (s. unter Ari).
Aber Etan$ahik-k: das alte Geschlecht der Haikanier
(Armenier), die Eřanšahik Mos. Kal. I, 287; Varaz-peroz aus der
Aransahik- Familie Mos. Kal. I, 192; der Eransahrk Vatagan Mos.
Kal. II, 46 ist nicht = mp. Eränsahrikäan “Iranier (Salemann,
mp. Stud. 222), sondern = mp. * Arrän-Sah-ık von pers. Arran
Provinz zwischen Araxes und Kur Barb. 17, arm. Aran Gesch.
Georg. 29, 73, 75 (vgl. MX. 77, 78) + pers. Sah "König? + suff. iA.
64. bpn Ervand alter König von Armenien nach MX.
114 fig., Gründer von Ervandasat MX. 117, FB. 172, Ervan-
dakert MX. 118, vgl. auch Ervandavan MX. 123
40 1. Abschnitt: Persische Namen.
— np. Arvand Vater des Lohräsp (bei Fird. IIT, 1670, 3082
dafür Orand, vgl. IdgF. IV, 151), phl. arvand in Arvandasp
Horn, Grdr. p. 266, zd. aurvant- (vgl. aurvafaspa-), gr. Oe
rag, "Opövins Name mehrerer Satrapen von Armenien im
4. Jhd. a. Chr. (Judeich, Kleinasiatische Stud. 22 1—225), vgl. '
’Ogovroßdrng Arr. An., D. Sic.
65. Yuirgul; Zangak Priester El. 71, Laz. 198
= np. Zanga, vgl. Zangöi und Zangula Nöld. Stud. I, 19.
Arm. zangak (pers. Lw.) “Schelle, Glocke’ s. unten.
66. Nun e,, Zarnavuzt persischer Heerführer (um die
Zeit des Chosru Nushirvan), nur bei Vardan 57,
falsch für Zarmihr hazaravuzt Steph. Asol. 81, vgl. Laz.
359, 438.
67. Qu, Zarasp Gebirge in Asorestan MX. 30, Sb. 94
= np. Zarasp Sohn des Tos Fird. II, 810—811. Vgl. Zagiéoza
Strabo, Zagiaorra Ptol. eine Stadt, Zaglaoraı ein Volk, Za-
glaonıs ein Fluss in Bactrien,
zd. zatri- "gelb + aspa- *Pferd'.
68. 9upk4 Zareh Nahapet von Gross-Tsop k' FB. 29; Sohn
des Perserkónigs Peroz Laz. 523, 526; Sohn des Artaßös von
Armenien, Bruder des Artavazd, Tiran und Smbat MX. 132—
134; I3xan von Mok-k' N. P. 25
könnte über *Zarerh auf Zaglaögıs König von Westarme-
nien (Tsop k = Sophene u. s. w.) 189 a. Chr. (Strabo 528, A. v.
G. 40) zurückgehen, wenn dieser Name nicht nach einer
Münze (vgl. P. St. 69) Zadriades zu lesen wäre.
Dazu Zarehavan ein Dorf Laz. 182, ein District in Pers-
armenien MGg. 608; vielleicht auch Zarifat » königliche Stadt:
in Aliovit MX. 210, eine andere in Vanand MX. 266.
Davon zu trennen phl. np. Zarer Bruder des Vistüsp =
Gustäsp, Gegner des Arjasp im Yatk. und bei Fird., der mit
dem Zairivairi- des Avesta (neben Pistaspa- als Gegner des
Arajataspa- genannt yt. 5, 108, 112, 117) und dem Zapradong
(für *Zariares = "Zog Loge !)?) des Chares von Mitylene
(Athenaeus 575), dem Bruder des Hystaspes identisch ist, vgl.
Spiegel, Alterth. I, 665; Rapp, ZDMG. 20, 65.
l; So auch Darmesteter, Zend-Avesta II, 393.
1. Abschnitt: Persische Namen. 41
69. Qi, n Zarmanduzt Frau des armenischen
Königs Pap FB. 244—248, N. P. 123
aus zarman = phl. zarmãn alt ZPGl. 5 und 48 (= funfzig-
jährig), np. zarmän ‘senex decrepitus’ und duzt "Tochter.
Hei Kir. 30, 31 und Michael 319 steht Zarmanduzt falsch
für Azarmiduzt.
70. Qupd hp Zarmihr hazaravuzt pers. General unter
Peroz Laz. 359, 438, auf den flg. Seiten 439—447, 480, 487
nur Zazaratuzt (ein Titel) genannt; Zarmihr Eřanšahik Mos.
Kal. I, 288
== pers. Zarmihr (Sohn des Söxrä) Tab. 135, vgl. 121 und
140—141 Anm.
71. J Zapranik Išxan von Mokk Steph. Asol. 178
(11. Jhd.
= np. za.farani 'safrangelb'.
72. Ohh Zik und Karen als Name von Feldherrn des Perser-
kónigs Sapuh FB. 169, 177, 187; Zik nvirakapet (»capo dei
sbirri«) des Königs Sapuh, als pers. Feldherr FB. 150, 151; Zk
nvirak!), Gouverneur (dastsarak) des jungen Königs Xosrov
von Armenien FB. 261,
vgl. Zuxüv xal Kagıväav, ueylorovg ysveágyoag xal Orearn-
yoús gr. Ag. 6; Zíy eine der höchsten Würden (Menander) oder
Geschlechter der Perser ZDMG. 31, 5, Tab. 140.
Bei Faustus und Agath. ist Zik offenbar Familienname, da
es neben Haren steht und die Würde durch nvirakapet?) be-
zeichnet ist.
73. Qin Zandkapet und Zndkapet?) pers. Heer-
führer FB. 154
ist kein Name sondern ein Titel: Chef der andik?
Dieses zindi&ist natürlich von Zundiſb Manichäer zu trennen.
74. Qpuuyb;m Zradest “Zoroaster El. 126, Eznik 141, zra-
dastakan, zradestakan 'zoroastrisch' El. 16, z. 11 v. u.; 112,
z. 8—9; Zradast der Magier (mog), König der Bactrier MX. 15,
Thom. 25
1) Lies nvirakapet.
2) D. h. Chef der nvirak, letzteres = óo8dotxoc Apg. 16, 35, 38.
3) Im Index auch Zndakapet.
49 | 1. Abschnitt: Persische Namen.
= zd. Zara3uéstra-, gr. Zuoodorons, phl. zaratuzst, zaratust
Gl. and Ind. 147 etc., Zaraturstan ZDMG. 44, 671, np. Zara-
quot Sohn des Xoragän, Lehrer des Mazdak Tab. 154, syr.
Zaráóust (3. Jhd., Cureton, Spicil 25), Zardust Hoffmann
p. 87.
75. Dpnuwu Zrvan das Urwesen, dessen Söhne Ormizd und
Arhmn waren; der Name soll nach Eznik 113 bart Ire) oder
park (d6&a) bedeuten (in Wahrheit urspr. — "Zeil: Zrvan der
grosse Gott El. 20; Zradast der Magier sagte von Zrvan, dass
er der Anfang und Vater der Götter sei MX. 15
= zd. zrvan- (acc. zrvánom, dann auch gen. zrvänahe) "Zeit,
phl. zureán Horn, Sieg. p. 26, pàz. zurvan time Shk. 275,
Zovgovau bei Theod. von Mopsuhestia (t 428), syr. Z(u)rvàn
Nöldeke im Festgruss an Roth p. 34.
Arm. Zrvan setzt pers. Zurvan oder *Zruvan voraus; zd.
zrvan- ist zruvan- zu sprechen.
76. Ipmmtgnefen Zrvanduzt Frau des armen. Königs
Xosrov, Schwester des Perserkönigs (Säpür III. 383—388) FB.
261; eine Königin von Persien bei Michael 319,
von Zrvan = phl. zurvan (s. Nr. 75) und duxi = pers. duzt
8. Nr. 59).
Vgl. pers. Zarvandaó Sohn des Mihr-Narsé Tab. 110, phl.
Zurvandatan (Mähdät der Mager Sohn des Zurvändät) ZDMG.
44, 671, zd. zrvödäta- von der Zeit geschaffen”.
77. fi: T'avre$ in Atrpatakan FB. 145, 189, T'avrez
152 (von Ganjak FB. 16, 137, 187 etc. verschieden), T'acrez
Kir. 151,215, 7'arcez 160, Davrēž Vardan 143, T'avrez Steph.
Orb. II, 43, Torres (abl. i T’avrizoy) Steph. Asol. 261
= np. Tabrez.
Für das 5. Jhd. p. Chr. ist also im Armenischen Tʻavrëž,
im Persischen Tawrez anzusetzen. Vgl. P. St. 179.
78. bn Xoream Hauptfeldherr Xosrov's II. mit den
Ehrennamen Sahr-Varaz und Razmiozan !) (s. diese besonders)
Sb. 76flg., Thom. 89, 96, Kir. 30 = Xorem Steph. Asol. 116 flg.,
Joh. Kath. 43, 44, Vardan 61, 62 (Xorem ist aus dem regel-
—— MÀ
1 Vgl. ZDMG. 47, 622 fig.
1. Abschnitt: Persische Namen. 43
rechten gen. Xoremay von Xoream entstanden), Korean Mos.
Kal. I, 233, Xorian Kir. 29, Xortane Michael 319
= arab. pers. Farruhan, Farruxan und Xorahan, gr. Oego-
zone, Xogıavns, Xweıavng Tab. 292, syr. Feruhän Nöld. syr.
Chron. 31, Faruran Hoffmann p. 105, 106.
Vgl. Vin i Korean pers. Heerführer Laz. 390, 396. — Die
Formen mit f weisen auf mp. *Farruxän (aus *Farraz'-an,
vgl. np. farruz ‘glücklich’ — phl. farraz”, zu np. farr, farreh
"Glanz — ap. farnah- gehörig), die Formen mit z auf mp.
* Xorrehan (zu np. zurreh = päz. z"ar(r)eA, syr. zurreh, zd. z"aro-
nah- P. St. 83, 259, 271). Ueber den Wechsel von farrux und
z"arreh s. Tab. 292 und 395.
79. ban, Xorozazat pers. Heerführer (Nachfolger
des Rastom, unter dem letzten Sassaniden Yezdegerd) Sb. 107,
derselbe*bei Mos. Kal. I, 292 Junawquen Xorazat genannt =
pers. Xorrazaó Bruder des Rustem (nach Hamza, Journal
asiat. VI, 7, p. 232 Anm.; Nóld. Aufs. 133)
= pers. Farruz-zaó und Xorazad Tab. 395, phl. Farraz'-
zätan Sohn des F., ZPGl. XXXIII, z.9, West, PT. 4, p. XXXI.
Vgl. Farruzünzaó und Zaóanfarruz Tab. 356, Farruxdaó
Tab. 352, phl. Farraz'(1)dat, Datfarraz*(1) ZDMG. 44, 652.
80. ona H, Xorox-Ormizd Sb. 20, Išxan des Ge-
bietes von Atrpatakan, Hramá(na)tar am Hofe (der Königin
Börän) Sb. 99, Thom. 97, Vater des ltostom Sb. 101, 107, ab-
gekürzt Kotor Sb. 99
== pers. Farrux-Hormizd Spahbaó von Xoräsän, Vater des
Rustem!) (der in der Schlacht von Qàdisiya fiel) bei Hamza
Xore- Hormuz Tab. 394. l
Vgl. die Namen phl. Farr-Ohrmazd ZDMG. 44, 668 und
Farraa*-Sahpuhr ZDMG. 45, 430. ;
81. PonnSpnun Xorohbut Secretär (dpir) des Perserkönigs
“Sapuh MX. 150
= phl. Farraz*but (in Burzanikrosan i Farrax”butän) Horn,
Sieg. 25.
In den drei letzten Namen steht arm. zorox oder zoroh für
pers. farruæ = phl. farraz”. Da die Armenier f nicht hatten,
1) Erbkronfeldherr von Xorasän Nöld. Aufs. 129.
A4 1. Abschnitt: Persische Namen.
haben sie farruz durch Anlehnung an das mit farruz häufig
wechselnde z’arreh (s. unter Xoream) — arm. zor- in zoror
umgebildet. Vgl. P. St. 187.
82. Jumupmif Xosrov Name von persischen und armenischen
Königen, bei den meisten armen. Historikern, z. B. Xosrov J.
Vater des Trdat Ag. 29 fl., FB. 6, Laz. 5; Xosrov II., genannt
kotak (der kleine), Sohn des Trdat FB. 6—29; Xosrov III.
FB. 261—266, Las 19, Xosrov genannt Anusarvan Sb. 28,
Aprvez Xosrov Sb. 82 etc.; doch auch Name von armenischen
Adligen, z.B. Xosrov Gabelean El. 77, Xosrov Herr der Vahe-
vunier Sb. 56, Xosrov von Gardman MX. 250, Xosrov Akéaci
Thom. 109
= np. Xusrav, phl. zusrav (geschrieben zusrub) berühmt
Gl. and Ind. 50, paz. zusrav well-famed, renowned’, zusravi
"fame, celebrity’ Min. Gl. 128, Shk. 255, zd. husravah-!) im
Namen Hava Husrava Kai Chosru', vgl. haosravanha- ntr. hohe
Ruhm, Berühmtheit’, als masc. N. pr., skr. sugravas- "berühmt.
Vgl. gr. Xoogöng, syr. Xesron und Xosrau (^no*» ZDMG.
43, 403, z. 7), arab. Hisrã oder Kesra Tab. 151.
Dazu Xosrovik ein I8xan Steph. Orb. II, 79; Xosrovtduzt
Schwester des Trdat, Tochter Xosrov's I. von Armenien MX.
157, Ag. 165 flg., Vardan 39; Xosrovanoi$ Vardan 90; Xosro-
vuhi Vardan 37; Xosrovakert FB. 18 und die Ehrennamen
Xosrov Snum Sb. 65 und Javitean Xosrov Sb. 68.
83. Popwqd zwë Xorazm-sah Vardan 143 = np. X'arazm-
84. Junpu; bin. Xoraset ein Heiland, aus dem Samen Or-
mizd's von einer Jungfrau am Ende der Welt geboren Eznik 143
= phl. Xorsetar West, PT. I, 121 Anm. 2; 233 Anm. 2; Huse-
tar Sohn des Zaratust West, PT. 4, 33, Dinkart III, Gl. p. 20,
Phl. Min. p. 10, z. 4, paz. Husedar Min. p. 107, zd. Uzsyaferota-?).
1) Die Neuausgabe hat dafür durchweg /iaosrava nom., haosravanhem
acc., haosravanhe gen., so dass husravah- hier ganz wegfällt. Np. zusrar
deutet aber auf ap. (hiusravah-; für zd. haosravah- = ap. *hausravah- sollte
man mp. np. *hösrav erwarten.
2) Danach gebildet pàz. Husedarmäh = phl. Xorsetarmah Min. Gl. 108
(aber Phl. Min. 10,4: Husetarmäh für zd. Uxsyatnamah-; vgl. Mäh- Xorsedan
Tab. 389.
1. Abschnitt: Persische Namen. 45
85. b m Xorasan MX. 225, MGg. 614 u. s. w.
= np. Xuräsän, phl. z’arasan 1. ‘Osten’, 2. Chorasan' Bdh.
Gl. 126.
86. Redu Xu£astan Susiana FB. 205, Laz. 223,
343 u. 8. w.
= phl. Xuzistãn Bdh. Gl. 126, np. Xüzistan, ap. (H)uvZa-,
syr. n. Dazu nh, zudik (i-a St.) El. 125, 140, 141, Laz.
283 fig. Susianer — np. zuzi, ap. (A)uvZiya-.
87. Yaylıng Kapkoh: die Berge des Kapkoh El. 59, Mos.
Kal. I, 216; Armenien bis zum Kapkoh und dem Thor der
Alvank Sb. 37; Armenien, Georgien, Albanien und Siunik
bis zum Kapkoh und zum parhakn Coray Sb. 143; kust i kapkoh
d. i. die Gegend des Gebirges Kavkas MGg. ed. Soukry p.40;
dafür Kavkas MX. 19 etc., MGg. 606, Kovkas Sb. 29 der Kau-
kasus’, gr. 6 Kaóxacog (schon Herodot). Arm. Kapkoh ist
= phl. Käfköh phl. vd. p. 54, z. 8 oder kof i kaf Bdh.
21, 2 v. u., West, PT. I, 37, np. koh i qaf der Berg Kaf” Fird.
III, 1199, 1145 ( Kaukasus), arab. gadg Barb. 437. Vgl. Justi,
Btrg. zur alten Geogr. II, 5; P. St. 186.
88. U Karen Feldherr des Perserkönigs Sapuh (neben
Zik, s. Nr. 72) FB. 169; get Kareni Pahlav die Linie Karen
Pahlav' MX. 103 flg.
= lat. Carenes Tac. Ann. 12, 12—14, arab. pers. Qarün eine
der höchsten parthischen (Pahlavi) Adelsfamilien Tab. 128, 438;
Garan Sohn des Kava, Feldherr des Königs Nodar Fird. 1,251,
135; 253, 174, Kogıväs, acc. Kapıvüv gr. Ag. 6. — Dazu Haren
als Eigenname eines ISxans aus der Familie der Amatunier
FB. 38 und eines Saharuniers El. 77. Siehe unter Zik, Mihran,
Suren, Pahlav.
Auffállig ist der kurze Vocal in der zweiten Silbe der jün-
geren Formen, die an sich ein arsacid. Karan oder Karin vor-
aussetzen würden. Der armenische Nominativ Karen kann für
Karen stehen, setzt aber jedenfalls wie lat. Carenes ein pers.
Karen voraus. Moses Xorenagi hat zwei Formen, 1. Haren,
wovon er ableitet: karenean (PaAlav) karenisch' (neben surenean
Pahlav) 103, Karenan-k “die Karens’ (neben Surenank) 102,
karenan (Pahlav) “karenisch’ 153 und den Genitiv Kareni
(PaAlav) die Linie Karen Pahlav (neben Sureni Pahlao) 103;
46 1. Abschnitt: Persische Namen.
2. Karin, von dem das Adj. Karnan karenisch' (geln Karnan
oder cetn Karnan Puhlavi-n die Linie Karen Pahlav’ 151, 152,
153, 172) und der Genitiv Karni (das Geschlecht des Karni
Pahlav neben Sureni Pahlav 149) abgeleitet ist. Moses selbst
setzt allerdings nach diesen Formen einen Nominativ Kam
‚(neben Suren) 148 (vgl. auch »das Haus Harn Pahlavi-n« 151)
an, der aber, nach den persischen Formen zu urtheilen, un-
richtig erschlossen ist. Vom rein armenischen Standpunkte
kann man freilich Karman und Karni sowohl von Harn wie
von Karin ableiten. Vgl. Kapıväs gr. Ag. 6.
89. Dau Kavat Perserkónig 1. Sohn des Peroz Sb. 25,
2. Sohn Xosrov's II. Sb. 95 flg., Mos. Kal. I, 254 flg., Kir. 22, 30,
Vardan 57, 61, 62
— gr. Kaßaöng, Kaßarns, syr. Qavaó, np. (bei Fird.) Hai
Qubad, arab. Qubad Tab. 135, phl. Kavāt (ein Obermöbedh)
Horn, Sieg. 27, päz. Kaikavad Min. Gl. 115, zd. Kava Kavata.
90. qu. Roaaped Kav Xosrov: der Kaiser (Maurik) von
Griechenland erbat sich vom Kónig (Xosrov II.) von Persien
den Leib jenes todten Mannes, der sich in der Stadt Saus
(Sud) befand, im königlichen Schatze, in einem kupfernen
Becken liegend, den der Perser nennt Kav Xosrov, die Christen
aber den (Leib) des Propheten Daniel Sb. 46
— np. Kai Xusrav, zd. Hava Husrava (s. Nr. 82). Vgl. Tab. 58,
Nöld. syr. Chron. 43, ZDMG. 47, 625. Freilich ist gerade Kai
Xusrav nach Firdusi nicht gestorben, sondern lebend ins Jenseits
entrückt worden. Vgl. Darmesteter, Zend-Avesta II, 661, Anm.
91. Ui kavosakan in: Dmavund vsemakan!) aus der
kacos-ischen Familie, pers. Feldherr des Königs Sapuh FB. 147,
durch das Suffix akan = phl. akan von kavos abgeleitet
— np. Kaos Fird. I, 443, 164 u. s. w., gr. Kadong Sohn des
Königs Kaväö Procop Pers. I, 11, Tab. 147, paz. Kahös (falsch
für Kaos) — phl. Kaos Phl. Min. 25, 13, 2d. Kava Usa. —
Bei Pseud. 108, 115 u.s. w. steht arm. Kavos für gr. Kögog.
92. Hd Kosm MGg. 614, ed. Soukry 40 = Koms Sb. 61, 65
= np. Kumis, arab. Qumis Barb.464, gr. Kwuronvý, Kou-
onvn Strabo und Isid. Char., also mp. Kom:š Landschaft süd-
lich von Tabaristàn.
1) Vgl. Apakan vsemakan FB. 150.
1. Abschnitt: Persische Namen. 47
. 93. Hië Krman MGg. 613, ed. Soukry 40, 41 (Krman,
Kurman, Karman, Kranapat, lies Krman anapat “das öde Kir-
màn), Thom. 258, Laz. 49 u. s. w.
— np. Kirman (Karman) Barb. 482, phl. Kerman phl. vd.
p. 6, z. 2, 8 v. u., gr. KapuaȒa.
94. Punuluquuu; Hamazasp!) Herr der Mamikonier Las 103,
Hamazaspean Sohn dieses Hamazasp und der Tochter des hl.
Sahak, Bruder des hlg. Vardan und des hlg. Hmayeak Laz. 103,
vgl. El.150, MX. 256, FB. 242, Sb. 50, 143, N. P. 68, 123, Thom.71,
72; Hamazasp Artsrunier Thom. 109; Hamazaspuhi Schwester
des Hamazaspean und Vardan (also Tochter des Hamazasp),
Frau des Rätuniers Garegin FB. 178, 242, 243
wäre ap. = “Hamazaspa- von *hamüza- = skr. samäja-
"Versammlung, Menge und aspa- — skr. açva- Pferd', vgl.
zd. Habäspa- von *habä- = skr. sabha- "Versammlung und
aspa-.
95. Z Hamdoy ein persischer Emir Thom. 144, 149
Koseform zu Namen wie Hamdadan (Albirüni Uebers. 192)
oder zu arabischen mit hamd ‘Lob’ gebildeten Namen? Vgl.
Nöld. Stud. I, 23.
96. Zufiybrufg Hmayeak Mamikonier El. 99, FB. 242, Laz.
103 flg.; Dimak sean El. 77, 93, Laz. 103 flg.; Herr von ASock
MX. 265; Xorxotunier N. P. 25,
vgl. zd. Humayaka- ein Teufelsverehrer yt. 5, 113; Hwuma-
(gen. Humäyä) Tochter des Vistaspa- yt. 13, 139, ZDMG. 36,
584, phl. kumak Yatk.62, 77, np. Humäi; zd. humaya- im Vispe-
red gehorsam' (nach Darmesteter).
97. zh p Hndik- (gen. Hndkag) 1. "Indien' El. 45,
2. 5 v. u., MX. 40, 153, 154, 166, Pseud. 95, 108, 128 u. s. w.,
1 Maccab. 8, 8 (ogay vh» ’Ivdınnv) MGg. 614 (wo auch
Hndkastan), davon Àndkayin indisch' (das indische Meer =
rothe Meer) MGg. 591, Pseud. 138; kndkakan indisch' (Meer)
ebenda; 2. Aethiopien': der Libyer und Inder (Hndkaç) Pseud.
87; Aegypten — das Land der Inder (Hndhag) — Libyen u.s. w.
Ag. 515; warum wird niemals Jemand in Indien (i Andiks) weiss
geboren? Eznik 155; Hndik = Adio Jerem. 13, 23,
1: Vgl. duabaanns Procop Pers. II, 3.
48 1. Abschnitt: Persische Namen.
np. Hindu Inder, Hindusitan, Hinduvan A. M. 6, 10 In-
dien’; hindi indicus; phl. Hindu, pl. Hindukan Salemann,
mp. Stud. 222, 228, phl. ys. 56, 11, 6.
Vgl. Mos. Kal. I, 257: “in eine Halle genaunt (d. h. auf
persisch) Zatak i hnduk im Hause des Maraspand’, wo katak i
nduk = phl. katak i hindük Haus des Inders' ist, entsprechend
dem bay i hinduvan Garten der Inder’ bei Tab. 357.
Hoyiman — Yeman(?) pers. Statthalter von Armenien Sb.34,
70 = pers. —?
98. eu Hrazdan MX. 29, 84 ein Nebenfluss des
Araxes; Xosrov II. trat an den Kaiser ab »das Haus (= Land)
der Tanutér-Truppe bis zum Flusse Hurazdan« Sb. 45 (danach
die Stelle bei Thom. 88, wo Hurastan geschrieben ist),
dem Namen nach = phl. frazdàn ein See in Sejestan (Bhd.
Gl. 195, West, PT. I, 86), zd. frazdanu- (nur yt. 5, 108: pasne
apom frazdanaom).
99. Żpw$um Hrahat Herr von Ašoçk Laz. 126; Kamsara-
kan Laz. 371flg.; Mamikonier Laz. 394 flg.; Sohn des Gazaven
MX. 249; pers. Marzpan von Armenien unter Hormizd IV.
Sb. 34, verschiedene Steph. Orb. I, 106, 252, 253 fig.
— gr. Agpegadrng pers. Feldherr unter Hofmizd IV. (ö xarà
rig Aouerlag vàg orgarnyldag Lax voU moAéuov glas)
Theophyl. III, 5, syr. bro i. J. 430 ZDMG. 43, 396, z. 15,
älter Oęœadryg Name mehrerer Partherkönige i), lat. Phraätes,
Phrahätes (Horaz, Tacitus, Justin), älteste Form @Dpoaddrng
(Memn. Fragm.), Phradates (Curtius), auch in dörogpgadarng
(= ap. *vätafradata-), np. Farhad, zd. fradata-.
Hrartin s. unter Dat.
100. 2ph. Hrev Stadt und Land, jetzt “Herat? Laz. 326,
327, 331, 343; Har Sb. 67 (lies rev)
— ap. Haraiva-, zd. Haraevu-, syr. Harev 1.J.430 ZDMG.
43, 410, np. Harē Spiegel, Keilinschr. p. 245.
pl unb, Hrer-Hate san MGg. 614 — “Hrev der Ka-
dischäer’ ZDMG. 33, 162 Anm.
1: Vgl. A. v. G. p. 43, 75 u. 8. w.
1. Abschnitt: Persische Namen. 49
Zplzundzwayn.s Hrevsnomsapuh der Isxan von Hrev Laz.
327; der grosse ISxan des Landes, auch Harevstom i) Sapuh
genannt El. 152; Hrevsotum'!) Feldherr des Perserkónigs Sapuh,
Arsacide FB. 151
aus Hrev+ nom Freude (s. unten) und Sapuh.
Hruden s. unter Biurasp.
101. A Cen- (gen. Cenag) China, die Chinesen’ MX.
162, 163, Cenastan “China? MGg. 616, Cenbakur Titel des Kaisers
von China?) MX. 162, MGg. 616, ed. Soukry p.46, Levond 61,
éenazneay aus China stammend’ MX. 167,8, cenik “chinesisch”,
vgl. unten butcenik und daricemi£,
np. Cin, Cinistan “China, phl. Cen, Cenastän Bdh. Gl. 121,
np. tini chinesisch — phl. *éeni&.
102. Asp RR Cihr Buzan, Cihr V$naspuhen?), Cihr
Viovn Mihran drei persische Marzpane von Armenien unter
Xosrov II. bei Samuel von Ani p. 77; Cihr-Buzen, Cihr- Vinasp
Suhen‘), Cihr-Vlovn Nihran 5) Kir. 30; der zweite von diesen
heisst Cikovr- Vsnasp, ein Suren, Verwandter Xosrov's I. (von
Vardan, Sohn des Vasak getödtet) bei Steph. Asol. 85 (seine
Vorgänger Mžež der Gnunier, Densapuh, der das Ormuzd-
Feuer (ormzdakan kur) in Rätunik‘ anzündete, und Varazdat;
sein Nachfolger Davit der Sahatunier unter Ormizd, Sohn
Xosrov's I. Steph. Asol. 84—87 ; vgl. Vardan p. 61); derselbe
Suren, Marzpan von Ármenien unter Xosrov L, von Vardan,
dem Sohne des Vasak getódtet (i. J. 572, Tab. 439), wird von
Sb. 26, z. 1 und 6, 29, z. 15 erwähnt und seine Nachfolger?)
Vardan Vsnasp und Goton Mihran genannt Sb. 29, während
bei Joh. Kath. 37—38 nach dem Marzpan Suren der Marzpan
Vznasn Vahram (lies Vsnasp Vahram) kommt, unter dem Yizt-
buzit den Märtyrertod in Den erleidet.
1) Lies Harevsnom, resp. Hrevsnom.
2) Bakur = pers. arab. fayfür Titel des Kaisers von China, aus pers.
*bay-puhr = 'Gottes-Sohu. Vgl. Horn, Grdr. p. 71, Anm. 1.
3) Lies Vsnasp Suren.
4) Lies Suren.
5) Lies Mihran.
6) Allerdings nicht als Marzpane, sondern als persische Heerführer,
die nach Armenien kamen, während nach Sb. 26 der Mihran Mihrevandak
als persischer Heerführer nach der Ermordung des Suren nach Armenien kam.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 4
50 1. Abschnitt: Persische Namen.
Die Namen mit Cihr sind daher unsicher; vielleicht ist der
zweite Mihr-VSnasp Suren zu lesen!); s. unter Mir.
103. Wei] Makuran MGg. 613, El. 124, Sb. 110
— arab. pers. Makuran, jünger Mukran, Makran die Pro-
vinz Mekran’ Tab. 18, Barb. 538.
104. U Mam eine Frau aus Persien Vardan 100
— np. mäm Mutter. Vgl. unten arm. mam Grossmutter.
Dazu Mamak ein Mamikonier Sb. 48, 56. — Vgl. arm. Pap
— np. bab Vater (aus pap) und phl. Papak. Ueber Verwandt-
schaftsnamen als Personennamen s. Nóldeke, WZKM. 6, 309
(wo auch neusyr. Baba und Mama als Mannesnamen).
105. U. Manacirh Ritunier FB. 24 (gen. Manacer-
hay FB. 25), Manacihr (var. Manacirh) MX. 169, 192, Manacihr
Steph. Asol. 66,67, Manacir Vardan 43, 44, der hlg. Manacihr,
genannt Grigor Kir. 24, Samuel von Ani 74
aus Mana-, das auch in Manavaz = MovóflaGog und viel-
leicht in Manakert ein Ort in Rꝭtunik (Injijean, alte Geogr. 169)
vorliegt, und cirk = ap. &i ra- Stamm, Abstammung’ in ariya-
&i9”a- von arischem Stamme’, zd. éi9ra- Same, Abstammung,
Gesicht’ in zd. daevoci9ra- von den Dévs abstammend’ — paz.
devcihar Shk. 241; zd. gaoci9ra- 'Stiersamen habend’ = ap.
I'wol39nc (*gauci9*a-) = np. Gozihr Tab. 4; zd. Aucisra- von
edler Herkunft oder mit schönem Gesicht’ == phl. paz. hucıhr,
hucihar Yatk. 48, Gl. and Ind. 47, Min. Gl. 105 = np. Iiir,
zujir, hu£ir schön, trefflich’; zd. Manuséi9ra- — phl. Manuš-
cihr Bdh.81,11, West, PT.4,29, auf Münzen der Persis Manu-
6197 2) Ztschr. f. Numism.IV,180, vgl. ZDMG.44,651; 45, 431,
pàrsi Manucehr ZDMG. 36,85, np. Minocihr Fird. I, 95, Tab. 6.
Was ist np. manacihr Fird. I, 95?
106. D. Manavaz MX.26(in mythischer Zeit), tohmn
manavazean die Familie der Manavazier, unter König Xosrov
dem Kleinen von Armenien ausgetilgt MX. 188, FB. 9, Manavaz `
Isxan von Kolb FB. 29, I$xan von Dzork N. P. 25
1) Der erste Mtihr-burzen = pera. Mihrburzin (Hoffmann 65 u. s. w.?
2, Phl. m-nü c-tri (m-n y-z-tàn) der Hájiábàd-Inschrift gehört nicht
hierher P. St. 100. Ich vermuthete, dass es bedeute: dessen (mn-4) Ab-
stammung (von Gott ist, und erfahre von Dr. Andreas, dass er es seit
Jahren so gedeutet hat.
1. Abschnitt: Persische Namen. 51
— gr. Mov6ßabos König von Adiabene, mit dem Beinamen
BaLaiog!) (Joseph., D. Cass.). — Vgl. Aoraßalos, Meyaßabos,
Til gad og, Dagvaßabos.
Dazu Manavazkert FB. 263 — Manazkert FB. 226, El. 22,
Thom. 224, Zenob 40 (Var. zu Manckert), Steph. Asol. 73, 179,
Arist. 113, 115 u. s. w., Manckert Vardan, Mt. Urh. (s. Index):
Stadt im District Hark oder Apahunik, später Menäzgerd,
Melazgerd ZDMG. 33, 144, jetzt auf den Karten Melasgerd
nördl. vom Van-See; davon Manazkertect Laz. 333.
Als Koseformen von Manacirh, Manavaz und andern
Namen?) mit Mana- können gelten: Manak Isxan von Basean
FB. 21, Manen Amatunier El. 71.
107. U Manet Apahunier El. 33, 71, Laz. 126, MX. 265
— gr. Movaiong Parther (Plut., D. Cass.), lat. Monaeses
Hor. Od. 3, 6, 9, Tac. Ann. XV, 2, Spiegel, Eran. Alterth. III,
119, 161, A. v. G. 99, 131.
108. UD, Mani der Religionsstifter Eznik 116, 117, 287
(gen. Maneay 290, 293)
— pers. Mani Tab. 47. Die Pehleviformen s. Shk. 258.
109. Taube Masi-F (gen. Maseag, acc. Masi-s) der Berg
Masis in Armenien
— np. Mäsis Gazophyl. 236, letzteres nur pers. Umschrei-
bung des armen. Wortes.]
110. Wurpwuyuing. Maraspand Name eines Mannes Mos.
Kal. I, 258
= pers. Märaspand Tab. 362, paz. phl. Maraspand Shk. 258
(mansarspand Bdh. Gl. 229 ist nur Umschreibung des Zend-
wortes), zd. madrem spentem, mand. Minen Nöld. syr.
Chron. 29, Anm. 3.
111. Un l Yupgnnn Marg und Margrot Landschaften
(von Xorasan) Sb. 67, für letzteren: wp Marvivot Laz.
233, in MGg. entstellt?): Mro und Mrot (ed. Soukry 40), Amr,
Mrot (ebenda 42), Mrum Aruast (Vened. 614)
1) Koseform von Movoófacoc, vgl. Nöld. Stud. I, 29.
2) Dazu Manasp Xorxotunier FB. 29?
3) Aus Marv und Marvirot.
4*
59 1. Abschnitt: Persische Namen.
= ap. Margu-, zd. Mouru-, gr. Maoyıavn die Landschaft,
Meeyos der Fluss (Strabo), phl. Mure Yatk. p. 50, np. Marv
Tab. 17; phl. marc-rot “der Merv-Fluss’ Bdh. 50, 18, np. maryab
"Merv-wasser. Es gab 2 Landschaften 1. Mare, bei Yaqut:
Maro as$ahijan !), 2. Marv i rot Fluss-Merv', bei Yaqut Marv-
arruó!) — Phl. rot = np. röð = ap. rauta Fluss. — Vgl.
P. St. 248.
Marič — Marucan pers. General FB. 154
= gr. MaoovLäs ó con IIegowv ovoavnyóg Theophyl. III, 5.
112. Wwpp Mark (gen. Marag) die Meder und Medien MX.
39, 46, 47, 137 u.s.w., FB. 143, 160, 209, Ag. 515, 628, MGg.
606, 612 u. s. w.
— ap. Mada- “medisch, Meder, Medien’, gr. Müdog, oí madon,
syr. Bed Madaye Hoffmann 107, phl. Madikan Meder, mp.
Mah einige Gegenden des westlichen Mediens zur arab. Zeit
BB IV, 48, Tab. 103. — Vgl. Olshausen, Parthava und Pahlav
45 flg., P. St. 199, 201.
Dazu Maraparsagi “der Medoperser' MX. 55; Mar amat das
übersetzt wird: der Meder ist gekommen MX. 123 (amat —
np. amad); marakan medisch' (Kleid) Pseud. 116, 117. Von
gr. Mijdog abgeleitet ist Medapi MX. 30. Sonderbar ist lat.
Marcomedi 8. À. v. G. p. 143.
113. blogs, Mehendak Rštunier mit den Var. Mehundak,
Mehandak, Mehen, Mehedak FB. 17, 44, 71, 104, MX. 201,
N. P. 25, 52, Thom. 60
klingt persisch und gehört wohl zu UCLA Merh-
evandak oder WbSplmügsul Mehrevandak, vgl. Vahram Merh-
evandak Sb.30 — Vahram Mehrevandak Thom. 85 — Vahram
Mehecand Steph. Asol. 114,d. 1. pers. Bahram Cobin Tab. 139 aus
der Familie Mihrän, vgl. Mihrann Mihrevandak “der Mihran
Mihrevandak’ pers. Feldherr unter Xosrov I. Sb. 26
= pers. * Mihravandak = ap. * Mi9rabandaka- Diener des
Mithra’.
114. UH Mehruzan Artsrunier El. 150, Laz. 256,
Levond 195, N. P. 53, Mos. Kal. I, 117, Joh. Kath. 30, Steph.
1) D. i. pers. Marv i sahagan “das königliche Mery und Marv i rod
*Fluss-Merv', vgl. Nöld. syr. Chron. 39. Syr. au und “amma ZDMG. 43,412.
1. Abschnitt: Persische Namen. 53
Asol. 71, MerhuZan Artsrunier, Bruder des hlg. Alan Laz. 185,
Merutan FB. 140—255, MX. 222 flg., Mehuzan Thom. 62 fig.
— phl. Mitrüéan ZDMG. 31, 589; 46, 286, WZKM. 4, 357,
zu sprechen Mihröjan, zu zd. mi9roaojah- mithramächtig'
yt. 10, 104.
Der Name ist von MıJg0ßovLdvng zu trennen.
Merakbut pers. Statthalter in Armenien Sb. 34 = Merkut
(verdorben) Sb. 70 — pers. —?
Vgl. oben arm. Butmah und Xorohbut, phl. Mahbut, Martan-
but, Martbut Horn, Sieg. 25, 40, ZDMG. 44, 674, 659; 46, 283.
115. U Mihr der Gott El. 25, 27, 128, 144, Pseud. 49,
52, MX. 203, Thom. 86 u. s. w.
d. Mid ra-, ap. Mii) ra- (BBIX, 132), erst in den In-
schriften des Artaxerxes Mnemon und Ochus, gr. MO odg,
Midons, lat. Mithras, phl. geschrieben Mli)tru, gesprochen
Mihr, paz. np. mihr.
Als Personenname: Mihr Bischof von Ardzax Mos. Kal. I,417.
Davon abgeleitet:
.. mrhakan Ag. 593: i mrhakan meheann anvaneal ordvoyn
Aramazday zu dem mithrischen Tempel genannt des Sohnes
des A. = zu dem Tempel des Mithra (* MirA), der Sohn des Ara-
mazd genannt wird’; mihrakan (tohm "Familie Mos. Kal. II, 67
— phl. m(i)trugan (sprich mihragän) Mithrafest' Bdh. 33,9
= np. mihragan') Fest des Mithra im Monat Mihr (s. unter
mehekan), vgl. den Namen Mihragan-kadak?) (arab. mihrejan-
gadag) District im südwestl. Medien ZDMG. 28, 101 flg.,
Barb. 552;
Mihran eins der vornehmsten persischen Geschlechter:
Raham aus der Familie Mehran El. 153; Mihran pers. Feld-
herr Laz. 404, 406 flg.; Sapuh aus der Familie Mihran Laz.
446 flg.; Mihran Mihrevandak pers. Feldherr Sb. 26; Mihran
Schwestersohn Xosrov's II. Joh. Mamik. 15; PR Ver-
wandter Xosrov's II. Mos. Kal. I, 286 (gründet die Stadt Mihr-
avan in Gardman 287); Mihran Bdeasx von Georgien Mos. Kal.
1) Vgl. Albirüni, übers. yon Sachau p. 208.
2) Arm. Mihrankatak MGg. ed. Soukry p.40 District der Kust i
Xorvaran, syr. Mih(riaqanigjaday Hoffmann 67, Mihragangaday ZDMG.
43, 412.
54 1. Abschnitt: Persische Namen.
I, 116 u. s. w., vgl. mihrean (tohm “Familie’) Mos. Kal. I, 100,
Mihruandut (s. oben unter duzt)
= pers. Mihran Tab. 139.
Zusammensetzungen mit Mihr:
Mihr- Artasir Siunier Steph. Orb. I, 92, 133, 139;
Mihrdat MX. 88, 90, 91, Pseud. 94, 100; der Perser Mihr-
dat, von den Arabern Othman und Moawia geschlagen Kir. 33
= gr. Medpoadarng, Mräerdoce, lat. Mithridates, Meherdates,
phl. M(2trd(a)t(a)n (sprich Mihrdatan) ZDMG. 44, 660, np.
Milad (Marquart bei Nöld. Stud. II, 31), syr. M-Al-d in TuTorm
für pers. Miladgird Stadt im Gebiet von Rai;
Mihr-Xosrov pers. Heerführer Joh. Mamik. 46—47;
Mihr-nerseh Gross-Vezir des Königs Yezdegerd II. (vzurk
hramatar Eran ev Aneran) El. 20—100, hazarapet Areag Laz.
107—323, Steph. Orb. I, 99 = pers. Mihr-Narsch, Mihr-Narse
mit dem Beinamen Hazärbanda ('tausend-sklavig), Vezir
Yezdegerd's I. Tab. 76, buzurgframaóaür des Bahräm Gor Tab.
106, 111; Vezir Yezdegerd's II. Tab. 113; syr. Mihrnarse
Bischof ZDMG. 43, 410;
Mihr-sapuh Mardpet (Obereunuch), Armenier Laz. 210 (Mer-
sapuh Artsrunier Thom. 67,81, 84 lies Nersapuh ?) — pers. Mihr-
Säpür Tab. 75;
Mihr-Seburt pers. Marzpan Mos. Kal. I, 213, s. unter Sebuzt ;
Mihr-vsnasp CvarSaci (mit Sapuh, dem Rathssecretär, Ge-
sandter des Persers Nixor an den Mamikonier Vahan) Laz. 489,
495, 496, 498 — pers. Mihr-Gusnasp Tab. 395.
Vgl. pers. Mihr- Adar von Istaxr Tab.463, Adar-Mihr Tab.
464, Mihr-Hormizd Sohn des Mardänsäh Tab. 379, phl. Mli)tr-
Ohrmazd-i, M(i)tr-mah, M(i)tr-Aturfarnbag u. s. w. ZDMG. 44,
651, 659, 660, Horn, Sieg. 23 flg.
Eine Koseform solcher Namen ist vielleicht Mihru (belegt
ist nur der Gen. Mihrui Sb. 63) für Miro ein Armenier aus
dem Hause Dimak sean — pers. Mihröi Nöld. Stud. I, 22.
116. ulus Muskan nivsalavurt pers. Feldherr El. 74—
113, Laz. 202, 214, 215, vgl. Mskan FB. 153, Thom. 73 u.s. w.
— pers. Muskan Nöld. syr. Chron. 16.
Mrikan, Morikan, Morkan pers. Heerführer FB. 158, 249 —
pers. —?
1. Abschnitt: Persische Namen. 55
117. 87. Yazd ein Siunier Laz. 413 flg., Vardan 56
— pers. Yazd Horn, Sieg. 36, Kurzform von Namen wie
Yazdegird,. Yazdpanah, Yazdegu$nasp etc. Tab. 96, 240, Horn,
Sieg. 36, syr. Yazdaó ZDMG. 43, 400, z. 6.
Dazu die Koseform Yazder pers. Statthalter (sahmana£al)
in Armenien unter Xosrov II. Sb. 34, 70
— Yazdın Director der Grundsteuer unter Xosrov II. Tab.
383, vgl. Hoffmann p. 264.
Andere Koseformen: Yazdak Horn, Sieg. 36, 29, 35, syr.
Yazdo: Z DMG. 43, 410.
Zu zd. yazata- 'góttliches Wesen, Genie’, phl. yazatan,
yazdan, paz. yazdan 1. die Genien, Geister’, 2. “Gott Gl. and
Ind. 173, Haug, Essay p. 4, Min. Gl. 220, np. izad "Gott.
118. Bwghkpın Yazkert Perserkónig: Yazkert (I.) Bruder
des Vtam, Sohn des Sapuh Laz. 49 flg.; Yazkert (II) Sohn des
Vtam El. 7, Urenkel des Sapuh El. 34, Koriun 25, 29, Laz.
103—335; Yazkert (III) Sohn des Kavat!), Enkel Xosrov's II.
Sb. 99; vgl. Mos. Kal. I, 292, Thom. Index, Vardan Index
= phl. Y(a)zdk(e)rt, syr. Izdegerd, arab. Yazdajird, np.
Yazdegird, gr. ’Iodıy&oöng etc. Tab. 72.
Vgl. phl. Yazdankert BBIV, 50, Horn, Sieg. 24.
119. Beta Yeztayar in dem Namen Astat Yeztayar,
Feldherr Xosrov's II. Sb. 76, 77
= mp. yazd (= zd. yazata-) “ayar Freund, Helfer. Vgl.
parsi Aurmazdyar, Allahyar Z DMG. 36, 84.
120. GS, uwus Yəzatvšnasp Milchbruder des Königs
Peroz Laz. 325, 326, Sohn des Aštat aus dem Hause Mihran
Laz. 344; Kommandant der Festung Bolberd in Basean (unter
Šapuh dem Mihran, Marzpan von Armenien) Laz. 447
— pers. Izaðgušnasp, ’Ieodıyovovap Tab. 140, 480.
121. Bhgenpmg bin Yiztbuzit (gen. Yiztbuzti) Joh. Kath. 54,
Taufname des Magiers Mazo2 aus dem Dorfe K'unarastan im
District Besapuh?), der unter Xosrov I. durch den Marzpan
1) Bei Mech. von Ani (ed. Patk. p. 44) riehtiger genannt Yazkert Sah-
riarean d. 1. Yazkert Sohn des Sahrıyar Tab. 360, 397. Dieser Sahriyür
war der <ére Bruder des Kavat (pers. Kavà5 Seröi) Tab. 359.
2) Vgl. syr. sum“ als Bischofssitz ZDMG. 43, 408. Ein Bih-sabür
56 1. Abschnitt: Persische Namen.
Vánasn (lies Vönasp) Vahram in der Stadt Dvin den Märtyrer-
tod erlitt; der Name bedeute: astvac apregoig — “Gott hat er-
löst’ Joh. Kath. 38, Vardan 57; Ezitbuzit derselbe Steph. Asol. 84;
Mazo£ — Yizdbuzit Samuel von Ani 75
— np. Yazdbözed, gr. ’Ioßo&hrng Tab. 162, 287, Horn,
Sieg. 24, syr. in, zu lesen yazdbözed ZDMG. 43, 397, z. 1.
Vgl phl. Yazdanbozet Horn, Sieg. 24, ZDMG. 44, 676,
Mijtrbõzet, Aturbozet Horn, Sieg. 31 und die Namen auf Bot
BB IV, 49, Horn, Grdr. p. 270.
Der Name mp. Yazd-bozeó Gott erlöst” ist nach semitischem
Muster gebildet, da es semitische, nicht indogerm. und ira-
nische Art ist, Sätze als Namen zu gebrauchen. Nach idg. und
iran. Bildungsprincip hätte der Name zd. *yazato-buzta, = mp.
` *yazdbuzt (als Compos.) = ‘von Gott erlöst’ oder als mp. Neu-
bildung (von börtan, ptc. bozt) *yazdboxt — von Gott erlöst’
(nicht = Gott hat erlöst) lauten müssen. Vgl. phl. Yazdànbozt(:)
von Gott erlöst Horn, Sieg. 24, 31 und syr. Boztyazd ZDMG.
43, 414.
122. 8% Yoink (gen. Yunag) die Griechen, Griechen-
land MX. 4—296, El., Ag., Laz. u.s. w., yoiz griechisch MX. 19,
davon yunakan ‘griechisch’ MX. 33 u.s. w., yunaren ‘griechisch’
(Sprache, Litteratur) MX. 224 u. s. w.
= ap. Yauna-, pl. Yauna Jonien, die Jonier’, gr. Idoveg,
hebr. Yavan ‘Griechenland’, syr. Yaunäye die Griechen’. Np.
Yunan die alten Griechen’ (davon Yunaniyan A. M. 5, 10)
stammt aus dem Arabischen.
123. Tuli 2 nina, Namgarunsonasp (var. snasp) pers.
General unter Xosrov II. Sb. 79, zu lesen Namdar Vsnasp
= pers. Namdär-Gusnasp (Sohn des Adar-Gusnasp) Tab.
388. Vgl. parsi Namdar als N. pr. ZDMG. 36,85. Zu np. nām-
dar “berühmt.
124. "yp? uujni5 Nersapuh Artsrunier El. 32, 77, 150, Laz.
126 flg.; Nersapuh Rmbosean El. 54, 56, Mos. Kal I, 213;
Nersapuh Bischof Steph. Asol. 83, Vardan 58
nennt Hoffmann n. 2237, 2245 = Sabur District von Fars Barb. 293. St.
Martin in der Uebersetzung des Joh. Kath. p.54 setzt dafür fälschlich Niv-
sapuh.
1. Abschnitt: Persische Namen. ` 57
aus Nerseh + Sapuh ?
Vgl. Ners Yösepean Laz. 467.
125. Sy pubs Nerseh!) Perserkönig FB. 50, 55, 65, Nerseh
Kamsarakan El. 150, Laz. 371—591 (Herr von Sirak, Sohn
des Aršavir, Bruder des Hrahat 371), Nersehisxan Urcay El. 71,
Laz. 195, Nerseh K'ajberuni El. 77, Laz. 210, 213, Nerseh Ervan-
duni Laz. 387, Nerseh i$xan Cop'ac Sahei?) FB. 21, Nerseh
Artsrunier Thom. 57, Nerseh König von Georgien Vardan 87
u. 8. w., davon Nersehapat Dorf im District Artaz?) Laz. 391,
grücisirt Nerses‘) Vahevunier Sb. 50, Cihrakaci(?) MX. 251,
meist geistlicher Name: Nerses der Grosse, Oberbischof (Katho-
licos) von Armenien FB. 43—265, MX. 202—254, Laz. 29—
71 etc., als Name anderer Katholici s. Vardan Index, etc.,
Nerses stratelat Thom. 66
= phl. inschr. N-rs-)i Haug, Essay on Pahlavi p. 79, vgl.
Nle)rs(e)hs(@)h ZDMG. 44, 651, syr. Narse und Narsai, gr.
Nagoofjce, seltner Nagooiog, lat. Narseus, pers. Narse Tab. 50,
Hoffmann p. 36, 172, der Gott Narsat ebenda p. 65, zd. nat-
syosanha- ein göttliches Wesen, skr. »aracgsa-.
Nerseh findet sich auch in zusammengesetzten Eigennamen
wie Airnerseh, Mihrnerseh (s. oben), Amirnerseh Sohn des
Siuniers Vasak Laz. 159, Parnersel (s. unten).
126. / Nixor Familienname, davon adj. nêrorakan, vgl.
der Nizor V$naspdat Laz. 487, bei Laz. sonst (p. 490—530) ein-
fach Nizor genannt, als pers. General nach Armenien geschickt,
Nixorakan Sebuzt ein vornehmer Perser Laz. 187, Nizorakan®)
pers. Statthalter in Dvin unter Xosrov II. (also auch p. 34 nizor-
akan für zorakan zu lesen!) Sb. 70; Persarmenien, zwischen
Atrpatakan und dem Tauros Gebirge der Gegend, welche heisst:
koh i nihoraſtan, bis zum Flusse Erasx MGg. ed. Soukry p. 32,
vgl. FB. 159: der Bdeaàx von Aldznik und der Bdeasx von
1) In den Texten oft Nerseh, doch ist Nerseh richtiger, vgl. instr. Ner-
geb Laz. 210, 394.
2) Dasselbe wie Cop'k' sahun/v)oc FB. 141 im Unterschied von Gross-
Cop'k (Gross-Sophene).
3) Provinz Vaspurakan.
4) Gen. Nersösi, besser Nersisi.
5) Geschrieben Niraurakan.
58 š 1. Abschnitt: Persische Namen.
Norširakan !) und Mahkertun?) und Nihorakan und Das-
santre(?)
— pers. Naævargãn, arab. nizvar Fürst'oder Machthaber', gr.
6 Naxogayav etc., arab. an-nazirajan oder an-nazarajan, davon
ndas Dorf des Nariragän« ( Dih nazirajan oder Dih zarragän, Dih
z'araqan), noch jetzt Dehzargan, unweit des Urmia-Sees?) Tab.
152, syr. Chron. 12, Barb. 247 (Din ziraján), 204—205 (zarraqan).
Wie bei Sb. 70 ein Nizorakan als pers. Statthalter in Arme-
nien unter Xosrov II. vorkommt, so findet sich bei Fird. unter
demselben Xosrov ein Naz'ara und der Schatzmeister dieses
Königs heisst »Sohn des Naz’ara« bei Fird. = Nazirajan bei
Yaqut, Tab. 153, Barb. 247 ( Xirajan).
Ntvsapuh s. oben unter Apar-aszarh.
127. ug Sah kóniglicher Xotapet (Armenier) El. 77
Kurzform für SaAdost, Sähmardän u.s. w., Nold. Stud. I, 20,
ZDMG. 44, 673, Koseform Sahoi ebenda.
Dazu: Sahünduat Tochter des Varaz-Trdat, des Išxans von
Alvank Steph. Orb. I, 207, 286; Sah i Armen, Amirapet, ein
Titel (König von ae alk Name Varima 124; Sahn$ah,
Sohn des Abusahl, König von Vaspurakan Vardan 92, andere
Personen dieses Namens s. bei Vardan, Index; ein aan Kir.
56, 93 etc., vgl. Sahansah als Titel Joh. Kath. 172, 173, 191,
192, Steph. Asol. 156; Sahdosd (im Index Sahdost) Aa
setzt wird: königliebend«, ein Märtyrer 4) Thom. 65 = syr. pers.
SaAdost "Kónigs-freund', ein Märtyrer Nóld. syr. Chron. 12, 2. 3.
Dazu auch F. Sahak aus der Familie des Bischofs Al-
bianos, Katholikos, Nachfolger des P'aren FB. 45, MX. 228,
Thom. 67, aus der Provinz Korteaik‘, Oberbischof des EE
schen Antheils von Armenien FB. 264? Oder = Sarpaung
(Arrian), np. Sahrak Nöld. Stud. I, 31, 33?
1) D. i. Neu-Sirakan, vgl. Sb. 37: »und vom Lande der Syrer (Asorvoc)
[überlasse ich euch] Arvastan und Neu-Sirakan bis zur Grenze von Arabien «,
wofür Thom. 86: »Asorestan, Mcvin (= Nisibis) und Neu-sirakan« giebt.
2) Vgl. Ag. 628: Syrien, Nor Sirakan, Kordik‘ bis Medien, Mahk'rtun
bis Atrpatakan.
3) Also im alten Persarmenien.
4) Neben Gohst'asd genannt, »das übersetzt wird: Färber des Purpurs
des königlichen Gewandes. Aber die syr. Form ist Gohistazaó (Hoffmann
p. 15 u. s. w.), der ein np. *drhist-äzäd = Paradies-frei entsprechen würde.
1. Abschnitt: Persische Namen. 59
128. F Sahen Patgosapan, einer der Feldherrn Xos-
rov's II. (neben dem Hauptfeldherrn Sahr-Varaz und andern 1)
Sb. 77, 78, 79, 92, 93, Mos. Kal. I, 239 (instr. SaAenov)
— pers. Sahin Paóospàn des Westens Tab. 291.
Andere Personen dieses Namens: arm. Sahen Anjevaci
FB. 29, Sahen Mamikonean N. P. 24; syr. Sahin Hauptmann der
Gensdarmen (Perser) Hoffmann p. 62, ein syrischer Bischof
ZDMG. 43, 410. Die mp. Form des Namens war also Saxen.
129. F. uu brin Sahrayeanpet: in das Ostan von Dvin
kam der Sahrayeanpet der Marzpanschaft Sb. 77; in das Ostan
von Dvin kam statt des Suhrayanpet der Parseanpet?) Parso-
nazdat Sb. 79, zu lesen Sahr-ayen-pet und Pars-ayen-pet
— mp. * Sahr-ayen-pet und * Pärs-ayen-pet von $ahr?) “Land,
Kreis, resp. Pars “Persis, ayen — np. din Gesetz, Regel,
Einrichtung, Sitte, Gewohnheit, Art und Weise' (P. St. p. 11)
und pet Chef. Vgl. pers. syr. fuhmin-ainbeó Hoffmann p. 64
und 68 (»der T'uhmin-ainbeó und seine achtzig Reiter, Die
Composita mit äyenpet sind Titel, nicht Namen.
130. De, Ru Sahrapan Bandakan ein vor-
nehmer Perser (unter Xosrov II.) Sb. 66
würenp.* Sahrbäni Bandagan d.h.* Sahrbàn Sohn des Banda.
Zu Sahrban — “Landesschützer’ vgl. ap. z$a9' apavan- und
zd. so19rapano n. pl.; zu Banda vgl. np. banda — ap. bandaka-
Diener und oben Mehrevandak (unter Mehendak).
131. Gus pung nuut Sahraplakan pers. General unter Xos-
rov II. Sb. 79 — Sahatrpalakan Heerführer des sogenannten
"neuen Heeres der Perser Mos. Kal. I, 238, XageAayág (Theo-
phanes) Tab. 292
also — pers. *Sahrap-lakän aus fahr ‘Land’ + p- (pil ?) + suff.
akan?
y e.
Sahriarean s. unter Yazkert.
132. (up x] wéphá Sahr- Vahrié pers. General unter Xos-
rov IL, der gegen die Truppen Vstam's kämpft Sb. 61
1) ZDMG. 47, 622 fig.
2) Vgl. Sb. 70: Xosrov sandte gegen sie den Parsayenpet mit einem
Heere.
3) Vgl. sahrdavar Kreisrichter Hoffmann 65.
60 1. Abschnitt: Persische Namen.
aus Sahr Land und vahric (ein Titel, s. unter VaAric),
also Landes-Vahrié'.
133. Gup ipung Sahr-Varaz Ehrenname des Xoteam
(s. oben) Sb. 92, 93flg., Mos. Kal. I, 236
= pers. Sahrbaräz (syr. Sahrvarüz) "Landes-Eber' Tab. 292.
Vgl. ZDMG. 47, 622 flg.
134. F Sapuh Perserkönig El. 34, Las 19flg., FB.
124 flg. etc.; Sapuh Sohn Yazkert's L, Enkel des Sapuh, kurze
Zeit König von Armenien, dann (420) in Persien getödtet Laz.
50,51, MX.251; Sapuh Rathssecretär (rorhrdean dpir), Perser
Laz. 489, 495, 498; Sapuh aus der Familie Mihran, Marzpan
von Armenien Laz. 446flg., Sapuh Amatunier Sb. 108, Thom.
109; Sapuh Bischof der Artsrunier N. P. 26, verschiedene ar-
menische Sophie bei Thom. (s. Index) etc. l
= phl. S(a)hpuhr, inschr. S(a)hpuhri (Haug, Essay on Pahl.
p. 46, 47 etc.), ebenso auf Münzen und Gemmen (Horn, Sieg.
23, 27, 32 etc.), in den Büchern S(a)Apur, Sahpuhr, bei den
Römern Sapor, Sapores (neben Piri-sabora, vgl. Tab. 57—58),
gr. Sarrwong, Zaßwong etc., syr. Sawor (aw seit dem 4. Jhd.),
np. Sapur BBIV, 61, Tab. 7. |
Die ältere und ursprüngliche armenische Form war Sapurh,
die noch gelegentlich überliefert ist, vgl. Gund i (r) Sapurk
MGg. ed. Soukry p. 41, auch bei El. Mersapurh als Var. zu
Nersapuh, Mersapuh (nach Ges. Abh. p. 2971)). Die urspr.
Bedeutung des Wortes ist Königssohn = ap. z5saya9tyahyà +
pu ra-, vgl. np. Sah König' und pur?) ‘Sohn’. Diese Bedeu-
tung kannte auch noch Tabari, der den Namen (SaApuhr) des
Sohnes Ardasjir's I. durch Königssohn' übersetzt Tab. 28—30.
Ebenso übersetzt MX. p. 158 Sapuh (als Name des Sohnes
Ardaßir’s I.) durch arkuyi manuk = Königskind'. Auch bei
Sb. 34, z. 4 müsste Sapuh für 'Kónigssohn' stehen, wenn es
nicht ein Fehler für Xosrov ists). Denn die Mutter des Sapuh?
1) Die Ausgabe von 1859, die mir vorliegt, hat Nersapuh und giebt
überhaupt keine Varianten. Ebenso Nersapuh in der Ausgabe von Johan-
niseanc p. 42.
2) Fird. I, 442, 147.
3) Der Satz mit Sapuh ist an dieser Stelle eingeschoben. Er gehört
wohl auf p. 32 nach der ersten Zeile?
. 1. Abschnitt: Persische Namen. 61
ist hier die Mutter des Xosrov, des Sohnes des Königs Ormizd, die -
Schwester des Vndoy und Vstam, vgl. p. 32 und 36.
135. — Savasp Sohn des Artsruniers Vaté, allein von
der Familie der Artsrunier übrig geblieben FB. 47,115; Savasp
Artsrunier (unter Yazkert II. von Persien) El. 150, Laz. 256;
avasp Artsrunier (unter Sapuh, König von Armenien, Sohn
Yazkert's I. von Persien) MX. 249—251; Savasp Artsrunier,
Bruder des Vasak, des Vaters des Artsruniers Alan, Erbauer
eines Feuertempels in Dvin Thom.!) 77, 78, Joh. Kath. 35,
Vardan 53 |
ed. *syavüspa-, wovon Syävaspi- yt. 13, 114 N. pr., skr.
gyãvãgva- 1. mit braunen Rossen’, 2. N. pr., davon çyāvāçvi-
m. Patron. |
136. Feen? Savars Sohn des Spandarat Kamsarakan
MX. 218, 242, vgl. auch MX. 43, Thom. 43, 56; dazu Savarsan
und Savar$akan ein District von Armenien, zur Zeit des
MX. Artaz genannt (in Vaspurakan) MX. 111, 130, Mos.
Kal. I, 98,
zd. Syavarsan- (acc. Syavaríanem, gen. Syavarsáno, dat.
Syavarsänaı), paz. Syāvazš Min. Gl. 195, pärsi Síavuzs ZDMG.
36, 84, phl. Sıyavars Vater des Kai-Chosru West PT. 4, 28,
np. Siyävaxs König von Rai Tab. 139, syr. Chron. 9, Fird.
oft, dann Styavas, Siyavus.
Vgl. unten $avasartun Siyavus-blut', eine Pflanze. — Wegen
der Formen mit -r$, -z5, -5 vgl. P. St. 261, wegen des anlau-
tenden 5 für sy vgl. oben Savasp und die ostiranischen For-
men: Sävus-äbad, Savaskan bei Merv (Barb. 344), Savus, Sávcus-
far Albirüni Uebers. p. 41—42.
137. Fug / Seroy (bei Thom. Siroy) Sohn des Vndoy, eines
pers. Mogpets und Marzpans von Armenien, Oberpriester
(Ärmapet) am Tempel des Ormuzd in Dvin, von den Arme-
niern darin über dem Feuerheerd gekreuzigt Thom. 78, Joh.
Kath. 35, Vardan 53
= pers. Seröi, gr. Zıgöng etc., syr. mu Tab. 361, Nöld.
Stud. I, 21.
1) Nach Thom. unter dem Perserkónig Peroz, dem freilich p. 79 als
Nachfolger Yazkert gegeben wird, wonach Vtam für Peroz zu setzen wäre.
62 1. Abschnitt: Persische Namen. °
138. Chef, Sirin Frau Kosrov's II. aus Xužastan Sb. 45
— pers. Sirin Tab. 283, Hoffmann 118 flg., Nöld. syr.
Chron. 10 (wonach sie Aramäerin aus der Gegend des späteren
Basra war).
Der Name wird zu Sirir süss gestellt, dessen mp. Form
*irön war. Man sollte dann im Arm. Siren erwarten, da sonst
immer arm. -en für np. in = phl. -en steht, vgl. arm. Gurgen
— np. Gurgin u. s. w., P. St. 141.
139. Apd hag. .Ormizd 1. der Gott, Eznik 113 fig. (gen. Or-
mazdi 114), El. 20, 25 (gen. Ormzd: 20), Thom. 26—28, 30 u.s. w.
(86: Ormazd); 2. der Perserkónig El. 23, MX. 176, 190, 193
(Hormizd II.), Sb. 29 flg. (Hormizd IV.), Thom. 85 etc. !).
gr. Oouloò ag, Ogulosns, syr. Hormizd, Hormazd (manim),
arab. Hurmuz?) BB IV, 67, Hoffmann p. 63 etc., wonach die
pers. Form der Sassanidenzeit Hormizd gewesen sein wird.
Sie geht über (arm.) Ormizd durch phl. Ohrmazd, geschrieben
Auhrmazd (ZDMG. 34, 46 flg., Horn, Sieg. 32, 33 etc.) auf ap.
A(A)uramazda zurück. Vgl. oben Aramazd.
Dazu: Ormzdakan?) hur “das Feuer des Ormuzd' auf dem
Altar (bagin) in Bagavan MX. 158, dasselbe in R$tunik‘ Steph.
Asol. 84, 85; ormzdakan mehean der Tempel des Ormuzd' in
Dvin Thom. 78;
Ormzdat N. pr. MX.295 (Schreiben an Sahak Artsruni) —
syr. Hormizdaó Hoffmann p. 70, ap. A(A)uramazda + data- von
Ormuzd gegeben’;
- Ormizduzt Schwester des Perserkónigs Sapuh (also Tochter
Hormizd's II.), Frau des Mamikoniers Vahan FB. 160, 179;
Ormzduzt dieselbe, als Frau des Artsruniers Meruzan (!)
MX. 223, s. oben unter duzt. Sie heisst Ormzduhi bei
Thom. 62, Schwester des Sapuh, dem Mehu2an als Frau ver-
sprochen ;
Ormzdperoz District von P'aitakaran MGg. 610 — Ormizd +
1) In der dem Sebcos vorgesetzten späteren Liste p. 16: Oramazd.
2) Dazu Hormizdan = arab. al Hormuzan Nöld. syr. Chron. 42.
3) Vgl. den Namen Hormizdagan (eine Ebene) Tab. 14.
4) Bei FB. 160 ist MeruZan der Schwestersohn (E erordi) des Vahan;
bei MX. 216 ist Vahan der Schwestermann (ear) des Meruzan; bei
Thom. 62 Vahan der Schwager (aner = Bruder der Frau) des Meruzan.
1. Abschnitt: Persische Namen. 63
Peroz. Vgl. den Namen Hormizd-ardasir als Name einer Stadt
(Ahväz) in Xüzistän, Nöld. syr. Chron. 44, BBIV, 67.
140. e Pahlav Parthien, Parther davon pahlavik
parthisch':
dies sind die parthischen (pahlavık) Könige: Arsak der
Grosse — Arsakan — Arzanak — Ar$ez — Ar$avir, der drei
Söhne und eine Tochter hatte: ArtaSes, Karn, Suren und Kosm !),
daher die Geschlechter Karen Pahlav, Suren Pahlav und Aspa-
hapet Pahlav?) MX. 148, 149 und 103. Die Nachkommen des
Artasés herrschten über das persische (parthische) Reich bis
auf Artavan, der vom Sassaniden Arta$ir entthront und ge-
tódtet wurde MX. 149—151. Die armenischen Kónige waren
ein Zweig dieser persischen Arsaciden ( Arsakun:), von Valarsak,
dem Bruder des grossen ÁrSak abstammend MX. 148. Beim
Tode des Artavan treten die parthischen (paríeo ev pahlavik)
Geschlechter Aspahapet und Suren Pahlav auf die Seite Arta-
Sirs des Sassaniden, während das Geschlecht Karen Pahlav
. sowie der König Xosrov von Armenien sich ihm widersetzten.
MX. 151. Artasir vertilgte das ganze Geschlecht des Haren
Pahlav bis auf den Knaben Perozamat MX. 153 und 172.
Als Arta$ir von Xosrov bedrängt wird, sagt er zu Anak
vom Geschlecht Suren Pahlav (MX.179): »euer angestammtes
edles erb- und eigenthümliches PaA/av, das werde ich an euch
zurückgeben und dich mit der Krone ehren« (falls er den
Xosrov tódten würde) MX. 147; er versprach ihnen das an-
gestammte Haus (— Land) zurückzugeben, welches Pahlav
genannt wurde, die kónigliche Residenzstadt Bahl und das
ganze Land der K'usank ; er versprach ihm sogar königlichen
Glanz und Pracht, die Hälfte von Iran und die zweite Stelle
nach ihm unter seiner Oberhoheit« MX. 154; nach Ag. 36:
ich werde den Sitz der Parther (parievakan), euer erb- und
eigenthümliches Palhav euch zurückgeben und dich krönen
und verherrlichen?) und auszeichnen in meinem Reiche, und
1) Dafür hat Tabari Karan, Süren und Spandiyär Pahlavi Tab. 437.
2) Die Brüder des Artases hiessen Pahlav ( paAlavK ) »nach dem Namen
ihrer Stadt und des grossen und fruchtbaren Landes« MX. 103, unter dem
MX. irrthümlich Bahl (Balx) versteht, vgl. 148 und 154.
3) rh dg dx nooyoriıxmv Our itovcíav vuiv &vadwco xai coi
nes diadnua unsgdofaow x. x. A. gr. Ag. p. 10.
64 1. Abschnitt: Persische Namen.
du sollst der Zweite nach mir heissen. Vgl. Ag. 39: er trug
Verlangen nach dem angestammten Lande, welches Palhav
genannt wurde!). Darauf bezieht sich Sb. 36: und der König
hatte an ihm das Versprechen erfüllt, das er seinem Vater Anak
gegeben hatte, indem er ihm das angestammte parthische
Palhav (partevakan Palhav) zurückgab 2), ihn krönte und ehrte
und zum Zweiten seines Reiches machte 3).
Die Form Partav bei Zenob p. 20, 21 steht falsch 4) für Pariev
und hat mit der Stadt Partav 5) in Uti MGg. 610 nichts zu thun,
vgl. p. 20: ein Mann mit Namen Anak aus demselben Geschlecht
der Arsaciden (Arsakuni) machte dem König der Perser den
Vorschlag, dass er hingehe und den König Xosrov tödte und
dafür als Lohn das Palhav von Partav erhalte; p. 21: aber der
König der Perser feierte den Todestag des Xosrov festlich und
gab Partav den Hinterbliebenen vom Geschlechte Anak’s.
Sonst findet sich Pahlav noch an folgenden Stellen: FB. 152:
Alanayozan, der Pahlav aus der Familie der Arsaciden ( Arša-
Aunt) = MX. 221: Alanaozan, ein Pahlavik, ein Verwandter
des Arsak, Königs von Armenien. — MX. 177: Trdat be-
schenkte den Arsavir, damit er nur aus seinen Gedanken die
Erinnerung an das angestammte (brik) Land, welches Pahlav
genannt wird, entferne. — Ebenda: Hiermit haben wir auch
die Gründe der Ankunft der beiden Linien der Pariev und
Pahlavik dargelegt. — MX. 179: der hlg. Gregor war, wie allen
bekannt ist, ašzarhav (dem Lande nach) ein Parler, gavarav
(der Provinz nach) ein Pahlav. — MX. 160: der parthische
(pahlavik) Knabe (der hlg. Gregor). — MX. 241: Die Ahnen
des Bischofs Sahak waren die Häupter der Familie Suren
Pahlav. — MX. 264: Der Hazarapet der Aner, der ein Suren
Pallav war. — MX. 267: Sahak spricht zu seinem Verwandten,
dem Suren Pahlav (dem Hazarapet der Arier). — MX. 212:
Sahak wird geehrt vom Perserkónig wegen (seines) edlen Ge-
schlechtes der Pahlavık. — Sb. 36: König Hormizd tódtete
1) mv idí«v narpida ue Enenodeı — ws utAAov trc töv Dog äu
i£ovatag Ennıxgareiv x«i thy nooyovızny rk avaludeir gr. Ag. p. 11.
2) Lies darjuceal statt paruceal.
3) Ueber die Söhne des Anak vgl. Ag. 41, Zenob 21.
4) Vgl. Olshausen, Parthava und Pahlav p. 25.
5) Arab. pers. Barda a Barb. 91.
1. Abschnitt: Persische Namen. 65
den grossen Asparapet, den Pariev und Pahlav'), der von dem
Nachkommen des Mörders Anak abstammte. — Sb. 34: Die
Mutter des Xosrov war die Tochter jenes Asparapet, der ein
Fürst des Hauses der Parther (Paríevag) war, die gestorben
waren?), die Schwester des Vndoy und des Vstam. — Sb. 57:
der Empörer Vetam ging in das feste Land von Gelum (lies
Dehum, s. oben unter Gef) und kam von dort aufbrechend in
das Gebiet der Parther (Parievag), in das angestammte Land
seiner Herrschaft. — Sb. 137: Das Palhav genannte Land,
welches war das Land der Pariev. — Siehe noch unter Karen,
Suren und Aspahapet.
Also Pahlav = Pariev Parthien, Parther — np. Pahlav
(s. Olshausen °), Parthava und Pahlav, Berlin 1876), ap. Par-
Java- Parthien. Davon pahlavık = parlevakan parthisch =
np. pahlavi ), vgl. Tab. 7: Ardavàn der Pahlavi, König des Berg-
landes (Mediens) und der angrenzenden Lünder (der letzte par-
thische Grosskónig) Zur Lautform vgl. P. St. 207 und 213.
Pariev Parther, pl. Pariev “die Parther und Parthien
(siehe oben, ferner Apg. 2, 9 = Ide 90, Ag. 29flg., MX. im
Index, MGg. ed. Soukry 41 u. s. W., parlevaren parthisch von
der Sprache Ag. 594) müsste, wenn aus dem Persischen stam-
mend, in altarsacidischer Zeit entlehnt sein, als $ noch nicht
zu h geworden war. Vgl gr. IIao30ı = ap. Par3ava- neben
IIae$vaioı, das de Lagarde vom aram. pl. No ableitet.
141. May Pap König von Armenien, Sohn des Arsak und
der P'arandzem FB. 122—248, MX.210—231; Sohn des Yusik,
Enkel des Vrt‘anös, Urenkel des hlg. Gregor FB. 11, 35, 43, 47,
MX. 201; Artakunier (»air ostanık«), Sohn des Baboc Laz. 394;
Bagratunier, Sohn des Aspet Aot, i. J. 596 an den Hof Xo%
rov’s II. gerufen Sb. 56
= phl. Pap-i ZDMG. 44, 658, syr. Papa Hoffmann 34,
1) Vgl. Sb. 34: dann kam (nach Armenien als Marzpan) der grosse
Aspet, der Part ev und Palhav (unter König Hormizd um das Jahr 581/2).
2) Bis auf die beiden Söhne des Anak.
3) Vgl. such Haug, Essay on Pahlavi 36.
4) 1. Parthisch 2. Pehlevi-Schrift und Sprache (Olshausen p. 29). Vgl.
El. 112: er hatte sowohl den palhavik wie den parsik-Glauben inne. Das
Wort pahlavik parthisch findet sich auch noch mehrfach bei Steph. Orb.,
2. B. I, 70, 93 (die königliche Linie der Pahlavik und Arsakuni) = II, 42.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 5
u — —
66 1. Abschnitt: Persische Namen.
ZDMG. 43, 40S flig., lat. Papa (wie für Para bei Ammian zu
lesen ist), davon phl. Papa&-i Vater des Artaxsatr (= Arda-
Sir I.), gr. Haraaov (gen.) Haug, Essay on Pahlavi p. 4, 46, 47,
np. Päbak, arabisirt Babak BBIV, 35.
Vgl. arm. pap Grossvater — np. bab “Vater”.
142. nd ur mp quin. Patizahar gavar nur bei MX. 131:
die Bewohner des Gebirges, das in ihrer Sprache genannt wird
P., d. i. das Gebirge der Gelumn!); verderbt aus * Pati$zargar
= phl. kof i Pada$z*argar »der der grösste ist in Xrarihu«
Bdh. p. 22, z. 1; der Padasz'argar kof in Taparastän und Gelän
Bdh. 23, 9, vgl. West, PT. I, 34 und 38; Patasz'argar phl.
vd. p. 6, z. 3—2 v. u., BBIV, 47, paz. Padasr"argar Min. Gl.
151. — Vgl.Justi, Btrg.z. alten Geogr. Pers. IT, p.3, BBIV, 47.
Das Wort zerfällt in patasz"ar (patis$z"ar) und gar, letzteres
—“Berg, phl. gar Yatk.50 — afgh. yar, zd. gairi- ; ersteres stimmt
zwar lautlich so ziemlich zu ap. patisuvaris (— zd. *paiti$z"aris,
aber nicht der Bedeutung nach, da die Patischorier (IIarie)ı-
0xogeis) nach Strabo 727 ein Stamm der Persis waren. Darme-
steter, Etud. iran. IT, S5 führt das Wort auf ein zd. *paitisz"a9ra-
zurück, das im Ap. *pa/isuvaJ"a-, im Phl. *patisz'a9r = *patiz-
z'ahr = pati$z"ar (woraus später *puśz"ār geworden wäre) lau-
ten musste. Vgl. P. St. 206 und 191 und das folgende Parzar.
143. q Parzar das Gebirge Paryadres, MX. 74: Va-
larsak ordnet das Gebiet von Mazak (M«Laxe) und das der Pon-
tier und Egerer und wendet sich, am Fuss des Parzar hinziehend,
ins Innere von Taik; Laz. 219, 220: an dem Gebirge, welches
genannt wird Parrar, nahe bei dem angrenzenden Lande der
Xaltik (nicht weit von Taik); Arist. 62: er machte einen Ein-
fall — bis zum festen (Lande) der Ap'xazen und bis zum Ge-
birge, das genannt wird Parzarund bis zum Fusse des Kaukasus
(Kovkas); Gesch. Georg. p. 33: Parzar d. i. Taik“
= gr. Ilagvaógrc?) (Kiepert, Alte Geogr. p. 74, 94).
1) Siehe unter Ge? p. 35, Anm. 1.
2) Vgl. Strabo, Cap. 521, 522: xa2ovat di tò uiv erop ITapvaderv ro
de Mooxıxa don road &22oig óvóuact. taŭra d dnoAauBver tv HDE“ lia
olny ut£xot L3roov xai Jieror, cir GAK Unavíatatat ngog £o, tà vntQ-
xt iu a trs Kaonias 9«2attne u e Mrdias e rg droonariov xai Ins
uty«Àns. xa)lovcı dë xai rotre te ulon navıa tov ópóv IIageyoaógav
x. t. 1. Vgl. Cap. 527.
1. Abschnitt: Persische Namen. 67
Formell entspricht arm. Parzar dem gr. ITapayoadoas und
dem zd. pouruæbũ ra- (neben pourusz*a9ra-), eine Bezeichnung
der Berge, nach früherer Deutung = mit vielem Glanze', nach
jetziger “siège de pleine félicité — phl. pur-z’ärih (Darmesteter,
Zend-Avesta I, p. 16). In Ilagvadeng sieht de Lagarde, Btrg.
z. bactr. Lex. 59, 60 die kappadocische Form des Namens, in
IIagaxoasgas die medische. — Hierher gehört Farz*arjarsali
bei Albirüni (Uebers. 47) nicht, da es (nach Nöldeke) in Fadas-
z’ärjarsaht (pers. Padasz"argar-$ahi) zu corrigiren ist.
144. e h, Parsonaz-dat Name eines pers. Gene-
rals unter Xosrov II. — par$onaz? + dat — ap. data- ‘gegeben’
(vgl. Ormzdat, Varazdat, SUB Esther 9, 5 etc.), dem der
Titel
, Parsayenpet Sb. 79 beigelegt wird, s. oben p. 59 unter
Sahrayenpet.
145. Mwpugp Pars- “Persien, Perser, gen. Parsig (Land,
Heer, König etc.) von Persien, der Perser’ El. 39, 41, 45, 46,
53 etc., FB. 18, 21 etc., Laz. 33, 108, 216, 255 etc.; Pars-k in
engerem Sinne “Persis Sb. 110, MGg. 613
— ap. Pärsa- "Persis, Perser, persisch’, phl. Pars Bdh., np.
Pars, arab. Färs “Persis.
Davon parsik (gen. sg. parski, gen. pl. pars£c() Perser, per-
sisch Judith 16, 12, Esther 16, 23, El. 7, 8, 12, 19, 52, 59 ete.,
Laz. 361, 364, 587 etc.
= phl. parsi& Gl. and Ind. 91, np. pärs’, arab. farsi Ein-
wohner der Provinz Fars !), der alten Persis.
Davon parskakan “persisch’ Pseud. 112, 2. 1 v. u., parskastan
aszarhın ‘Persien’ Pseud. 101, 102, 105, parskaden?) wörtlich:
"Perser-glaube' (heben pahlavik?) El. 112, parskeren persisch
(von der Sprache) El. 113, 4 v. u.
146. Mbpng Peroz Perserkönig, der jüngere Sohn Jaz-
kert's II. El. 153, 155, Laz. 325—534, Sb. 24, Thom. 77 fig.,
Mos. Kal. I, 101; Peroz aus dem Geschlechte der Gardmanier
1) Im Unterschied davon heisst jetzt der Perser im Allgemeinen) Trani
und das ganze Land Iran Polak, Persien 1, 4 Anm.
2) Darüber s. Darmesteter, Zend-Avesta III, xcv.
5*
68 1. Abschnitt: Persische Namen.
(unter Ardak II. von Armenien) MX.233; vgl. noch Peroz bei
MX. 139—149, Thom. 43, Peroz-Vram (Magier) Thom. 50
= pers. Peroz, gr. eos, llego, syr. Peroz, arab.
Fairuz 'Tab. 117, Hoffmann 39, 42, 78.
Peroz bedeutet nach MX. 143: yatío! d. i. Sieger; piroses
nach Ammian = ‘bellorum victor’ = np. peröz Sieger Fird.
I, 255, 206, vgl. phl. peroZ&ar, pàz. perozgar siegreich ZDMG.
43, 37, ZPGl. 9, Gl. and Ind. 113, Min. 162, Geiger, Aogemad.
112, np. pérozgar “victor, phl. péroZan 'siegreich' Yatk. 79,
vgl. p. 66.
Dazu: Perozamat aus dem Geschlechte Karen Pahlav, Ahne
des Geschlechtes Kamsarakan MX. 153, 172;
Perozapat Stadt, später Partav genannt (s. p. 64) Mos. Kal.
I, 131, 294, vgl. Tab. 123, Anm. 3, dem Namen nach = pers.
Perozabaó, vgl. Barb. 429;
Peroz-Kavat Stadt (in Albanien) Mos. Kal. I, 297, Pero£-
Kavat ebenda 307 = arab. Fuirüz-Qubad (bei Derbend)
Barb. 431.
Vgl. die Namen arm. Varaz-peroz Sohn des Varaz-Grigor
Mos. Kal. I, 192, Hrakotperoz, Spandaranperoz, Ormzdpero:
Districte in P'aitakaran MGg. 601—610, Zum-Peroz District
in Xorasan MGg. 614; pers. Ram-Peröz (im Gebiet von Rai),
Rosan-Peroz, Sahrám-Peróz Tab. 123, Peröz-Sabür (= Piri-
sabora bei Ammian) Tab. 57, syr. Chron. 6, ZDMG. 43, 413,
Barb. 430; syr. Sahrperoz ZDMG. 43, 407; gr. Ee
Theophyl. IV, 14.
147. Dunlimuy Jumasp Perserkönig Steph. Asol. 114 (Sb.
p. 19!), Thom. 83, Kir. 22
= phl. Jomas, syr. Zamasp, arab. Jamasb, Jamasf, gr
Zauaoseng Tab. 112, np. Jamasp, Jamasp, zd. Jämäspa-, a
Dsjamäspa-.
148. H Raps Jamb-Xosrov Sohn des Perserkönigs
Ormizd bei Joh. Mamik.(!) 12 ist falsch, da der Sohn des Or-
mizd weder Jamb-Xosrov noch Tam-Xosrov (s. unten p. 87),
sondern Xosrov (Parvez) hiess.
149. H hin, Rassel Javitean- Xosrov "Ewig- Xosrov,
ein dem Varaztiroc von Xosrov II. verliehener Ehrenname Sb.65
= np. Jácedan ewig + Xusrav.
1. Abschnitt: Persische Namen. 69
150. Y ½ % Jnikan:
der jnikan, welcher königlicher marzpet war und der movan-
handerjapet i) El. 124, 6 v. u.; Densapuh und der mogpet und
der jni an, der maipet El. 139, 7 v. u.; Jnikan, der königliche
maipet und der movan-anderjapet Laz. 262; der ambarapet
Vehdensapuh und Jnikan, der königliche maipet und der movan-
anderjapet Laz. 291; Vehdensapuh und der movan-anderjapet
und Jnikan, der maipet?) Laz. 307; Densapuh und Jnikan
Laz. 310
= pers. —?
151. V E Juansör Thom. 199, Jevanser Sohn des
Varaz-Grigor, I3xan von Alvank Mos. Kal. I, 288 flg., Jevanser
Steph. Orb. I, 245, 252 u. s. w., II, 27 u. s. w.
— pers. Juvänder Tab. 390.
152. gnufwiu 1] F4 und Mos Us Juvan-Veh pers. Ge-
neral in Armenien unter Xosrov II. Sb. 72, 73
= phl. juvān jung und veh “gut.
153. [þwqShnquńn Razmiozan d. i. Xoream Feldherr Xos-
rov's IL, Sb. 81, Xoream, genannt Erazman Sb. 76, .Eramiko-
zan — Korean Sb. 82, Razmayuzan d. i. Xoream, Xorem
Erazmayuzan Thom. 89, Xofem genannt Razman Steph. Asol.
116, Rozmi-Ozan, Eirsnname des Korean Mos. Kal. I, 233
= pers.“ Razmyözan (Ehrenname des Farruhan = Xorahän),
bei Tab. Romiuzän, syr. Romizan, gr. Povowabav Tab. 290.
Zu np. razmyöz kriegerisch'.
Vgl. oben Xoream und Sahrvaraz und ZDMG. 47, 622.
154. fjus4 Rah ein Fluss bei Valarsapat Koriun 11
hat schwerlich mit zd. Ranha-, die nach Justi (Btrg. 2.
alten Geogr. I, 13) “der Oxus’, nach der Pehleviübersetzung
“der Tigris’ (Justi, 1.1. 10, Darmesteter, Zend-Avesta II, 15),
nach Geldner (KZ. 25, 526) der Ocean’ sein soll, etwas zu thun.
155. [puul Raham aus der Familie Mehran, Erzieher
1) Ersterer als weltlicher, letzterer als geistlicher Beirath des Densapulı
bei der Aburtheilung der armenischen Christen.
2) Lies mardpet 'Obereunuch' für maipet und marzpet?
70 1. Abschnitt: Persische Namen.
(dayeak) des Königs Peroz El. 153, dafür bei Mos. Kal. I, 100
falsch Rahat (dieselbe Person!),
— pers. Raham Tab. 114, 139; vgl. Rahham bei Fird.
Ras (var. Erasan) ein vornehmer Perser, von Kaväö II. an
Heraclius geschickt Sb. 96 — pers. —?
156. (fpuusanun4nét Rastsohun der persische Beiname des
Barsumay !) MX. 150
— np. rast recht, wahr’ + sarun “Wort, Rede’, also “der
wahrhafte'. Vgl. phl.rástgovisn true-speaking' Gl. and Ind. 131.
157. (ëss Revan das Dorf der Magier, sechs persische
Parasangen oder mehr von Nivsapuh (s. oben p. 20 unter Aparas-
zarh) entfernt Laz. 290, 305
— pers. Revand, eine Tagereise im Westen von Nisäpür
auf dem Wege nach Sabzavàr, Hoffmann p. 290, Barb. 272.
Vgl. zd. raevant- Name eines Berges in Xoräsän.
158. E Re Landschaft (in Medien) Sb. 57, 66, bei MGg.
613 zwischen Atrpatakan und Gelan genannt, Ray Stadt Thom.
287, Re Stadt Kir. 123 u. s. w.
= pers. Rai Hauptstadt von Medien Barb. 273, syr. Ras
i. J. 430 ZDMG. 43,413, ap Raga District (dahyaus) in Medien,
zd. Raya Medien,
159. pas q Fio Roe-Vehan Sb. 79 (corrigirt aus Croc-
Vehan), Rocik- Vahan und Roc-Vehan Sb. 94 persischer Feld-
herr unter Xosrov II., fällt in der Schlacht bei Ninvé Sb. 80, 94
(= Tab. 294—296); Roc-veh Ehrenname desselben Feldherrn
Mos. Kal. I, 252; Rozidahan Michael (armenisch) 315 derselbe
Mann, der bei Tab. Zldhzar heisst, das Nöldeke in Zlahzad =
“Pa£arng bei Theophyl. corrigirt Tab. 294
= syr. Roꝛbehan (Mich. Syr. und Barh.) Tab. 294, zu np.
rözbih “glücklich (auch N. pr.?)) = phl. röcveh3) Gl. and Ind.
140, West, PT. 4, xxxv, davon roccehih Glück ZDMG.
44, 668.
1) Svr. Barsauma.
2) Ein Mobed unter Bahràm Gor bei Firdusi (Mohl, Ucbers. V, 465 flg.).
3) Vgl. zd. Vohu-raocah-, Sohn des Fränya- yt. 13, 97.
1. Abschnitt: Persische Namen. 71
Der eigentliche Name des Mannes!) war also pers. EaAzaó,
sein Ehrenname Rözbihan (arm. Rocveh, Rocvehan).
160. fþnumnd Rostom sageik MX. 79 — np. Rustam ge-
nannt sagzi ‘Rustem der Sake” bei Firdusi; Rostom (Nostom,
Rostam) pers. Heerführer?) unter dem letzten Yezdegerd, ISxan
in Atrpatakan, Sohn des Xofox-Ormizd Sb. 101, 107, Joh.
Kath. 46, Mos. Kal. I, 290; ein Armenier Rostom Atavenier
(unter König ArBakII. von Armenien) MX. 233, Rstom Varaž-
nunier Thom. 147, 214
= np. Rustam aus Rustahm (Gl. and Ind. 140, West, PT. 4,
xxxv1 = * Rotastahm?) Yatk.51, West, PT. I, 1402), syr. Rustam
Nold. syr. Chron. 33.
161. U,! Sakastan El. 36, Sagastan MX. 249, z. 9,
MGg. 613 — Sakustan MGg. ed. Soukry 40, Sagastan!) Sb. 110,
Sakastan 'Thom. 124,
ap. Saka- sg. und pl. Land der Saken’, gr. Faxaoravı)
Isid. Char., Segestani Ammian, Zeyeovravó v & Y Agathias 4, 24,
phl. Sagastan Bdh., syr. MBAH im Jahre 430 ZDMG. 43, 412,
pers. Sagistan (mit der Hauptstadt Zarang 5) Tab. 17), np. Sistan,
arab. Sajastan und Sijistan. — Vgl. A. v. G. p. 78.
Dazu Sagcik (belegt ist nur der gen. Sagck:) “der Sake: »von
Rostom Sageik sagen die Perser, er habe die Kraft von hundert
und zwanzig Elephanten gehabt« MX. 79
= np. sagzi, also — phl. *sakcik, syr. sagzigaya u. 8. w.
(P. St. 240), von sag = ap. Saka-) durch das Suffix 27 = phl.
1) Xosrov schrieb an ihn: »wenn du nicht siegen kannst, warum nicht
. Sterben?« Mos. Kal. I, 252. Vgl. Tab. 295: »wenn er für jene Römer zu
schwach sei, so werde er doch nicht zu schwach sein, seine Leute kämpfen
und in seinem Dienste ihr Blut vergiessen zu lassen «.
2) InderSchlacht von Qädisiya besiegt und getódtet. Sieheoben Nr. 80.
3) Vgl. P. St. 251 Anm.; Darmesteter, Zend-Avesta III, 254.
4) Ein Fehler ist Sagastan bei Joh. Kath. 40, Steph. Asol. 56, Vardan 60,
Kirakos 29. Die Stellen gehen auf Sb. 60 zurück, wo Delhastan statt
Sagastan erscheint.
5) Ap. Zaranka- 'Drangiana', Sapayyaı Herod., Z«o«yyot Arrian.
6) Dazu phl. Sakan malka Haug, Essay on P. 78 = pers. Sagansah
Tab. 49 König der Saken’, Beiname des Bahräm = Xey«ro«« d. i. Seys-
groot Baoılevs Agathias 4, 24.
79 1. Abschnitt: Persische Namen.
tik abgeleitet. Vgl. Tatik und P. St. 226; de Lagarde, Ges.
Abh. 81, Nr. 210, Symmicta 26, v. Stackelberg ZDMG. 45, 620.
Hierher auch Sakstan anderjapet als Name (d.i. Titel) eines
pers. Generals FB. 156? Sieh unter andar; p. 99.
162. uiunnpn, Sanatruk alter König von Armenien FB.
5, 115, 142, Schwestersohn des Kónigs Abgar MX. 108 flg.;
König in P'aitakaran MX. 189 flg., vgl. Mos. Kal. I, 116,
Thom. 48, Joh. Kath. 26, Kir. 9, Vardan 35
= gr. Sıvargovxng Partherkönig Luc., Zavargounng König
von Armenien D. Cass, Zavargovxıos König von Persien
Arr. bei Malal. (p. 270), vgl. A. v. G. p. 82 und 144; syr.
Sanatrug, Sanafrug Nöld. syr. Chron. 41, Hoffmann p.
185, arab. Sanatruk König von Bahrain (unter Ardasır I.)
Tab. 18.
163. [wuwu Sasan: das Geschlecht des Persers Sasan El. 7,
FB. 50; Artasir, Sohn des Sasan MX. 134 ; Sasanean£ “die Sassa-
niden MX. 250; Sasanakank die Sassaniden’ Eznik 160, sasa-
nakan sassanidisch' FB. 239 etc.
= np. phl. Sasan BB IV, 36, np. Sasanıyan!) aus phl. * Sasa-
nikan = Xacavixàv gr. Ag. 5, z. 37.
164. Juana; Satoi aus der Familie Dimak sean EI. 150,
Laz. 256
Koseform zu Namen wie Saraorıng (= zd. *satäspa- mit
hundert Pferden’)?
165. UE Sebuxt pers. Marzpan in Cor El. 57, iden-
tisch mit dem Nixorakan?) Sebuzt bei Laz. 187 und dem Mihr-
Sebuzt (in Col) bei Mos. Kal. I, 213
= pers. Sebuzt Marzbàn von Bahrain Tab. 263, Zegóxy9ugs `
(Menand.) BBIV,49 (aus se = zd. 9raya- ‘drei’ und bozt, arm.
-buzt — zd. *buzta- errettet, erlöst’ von der Wal. buj, vgl. mp.
boxtan Horn, Grdr. p. 270 und oben Nr. 121).
166. DUE q zumu Sema-VStnas pers. Marzpan von Al-
vank‘ Mos. Kal. I, 265 = pers. —? Steht Vtnas für V$nasp?
l) Nicht Säsänigan, wie de Lagarde schreibt.
2) S. oben unter Nixor Nr. 126.
1. Abschnitt: Persische Namen. 73
167. UL funupas] Senitam Xosrov pers. Heerführer
unter Xosrov II. Sb. 74
aus Sent? und Tam- Xosrov, vgl. Tam- Xosrov pers. General
unter Xosrov I. und Hormizd IV. Sb. 34 = 'Stark-Xusrav'
Tab. 443. S. unten p. $7. |
168. Uu Suren Pahlav!) Stammvater des Hauses Suren
MX. 102, 103, 148, 149, davon surenean Pahlav die Linie Suren
Pahlav MX. 103, 151, 154, 244, 264, Surenank die Surens MX
102, surenakan surenisch MX. 179; Suren Pahlav (hazarapet
Area) unter König Viam (Bahram Gor) MX. 267 (vgl.264) =
Laz. 64—67; Suren Pahlav Verwandter des Königs Ar$ak von
Armenien, pers. General des Sapuh FB. 149, 150; Suren Ge-
neral des Sapuh FB. 151; Suren pers. Marzpan in Armenien
unter der Königin Zarmanduxt FB. 245—248; Suren Pahlav
(unter Peroz) Las 390; Suren der Xotxorunier (Armenier,
unter den Theilkönigen Arsak und Xosrov von Armenien)
MX. 234—236; Suren pers. Marzpan von Armenien (unter
Xosrov I. von Persien?)) Sb. 26, 29; Suren Heerführer, Statt-
halter von Griechisch-Armenien (unter Xosrov II. von Persien)
Sb. 70; Suren Bruder des Vaxtang Joh. Mamik. 37 u. s. w.; davon
Surenapat ein District Levond 165
= pers. Suren, gr. Xovor;voc, lat. Surena, Name eines der
vornehmsten persischen Geschlechter aus der Arsacidenzeit
(daher Pahlav genannt), Inhaber des Krónungsamtes zur Arsa-
cidenzeit, “potestatis secundae post regem" zur Sassanidenzeit
Tab. 438—439.
Spahan s. unter Aspahan.
169. Di h Spandaramet (gen. A = Jıövvoog
2 Maccab. 6, 7; die Erde ist Herberge der Gottheit spandara-
met Thom. 28; spandarametakan dionysisch 2 Maccab. 6, 7
= zd. spenta ärmattis eine der höchsten Genien der zoro-
astrischen Religion, speciell Genie der Erde, phl. Spandaramat
Genie der Erde Gl. and Ind. 157, Bdh. Gl. 173 etc., pärsi bim
sipendärmed "Boden" ZDMG. 36, 61 (bim = np. bum Erde),
np. Sipandãrmad, arab. Isfandarmaó Albirüni Uebers. 205,216,
1) Siehe oben Nr. 140.
2) Dieser Suren wurde im Jahre 572 von den Armeniern umgebracht
Tab. 438—439. Vgl. oben Nr. 102.
74 1. Abschnitt: Persische Namen
aram. (Behräd bar) Ispandärmeö Hoffmann p. 128 (aus ZDMG.
9, 470).
Unklar ist mir das Verháltniss von spandaramet zu sanda-
ramet-, die de Lagarde identificirt, obgleich sie lautlich und
begrifflich verschieden sind, vgl. sandaramet-£ (i-a Stamm) die
Abgründe der Erde, was unter der Erde ist, Unterwelt’, yñ
zarw Ezech. 31, 16, Ag., Hexam. u. s. w., Gduron Pseud. 4, 1,
sandarametakan xavraySóviog “unterirdisch Philipper 2, 10,
sandarametayin xXJ9óviog Pseud. 18, 8-9 v. u., sandarametapet
"Herrin der Unterwelt’ MX. 262, 10.
170. Yumpu Spandarat aus der Familie Kamsara-
kan, der Herren von Širak und Arzarunik FB. 129, MX. 218
(Sohn des Arsavir), 265, Mos. Kal. I, 117
entweder = arsac. *Spandadat (vgl. P. St. 201) für ap.
*Spantadüta- = gr. Spevdadarng (Ktesias) — zd. spentodata-
(also = sassanid. arm. Spandiat, pers. Ispandiyaö) oder = ap.
*Spantarata- von *spanta- = zd. spenta- ‘heilig’ und *rata- =
skr. ráta- ‘gegeben’. Vgl. oben p. 31 Bagrat.
171. [urafghunn Spandiat Sb. 30: Vahram Merhevandak
(d. i. Bahräm-Cöbin) unterwarf Bahl und das ganze Land der
K’usank bis jenseits des Vehtot und bis zu dem Orte, der Kaz-
bion/?) genannt wird!) »Denn er drang vor bis jenseits des
Speeres des tapferen Spandiat, von dem die Barbaren sagen:
er kam im Kampfe bis zu dieser Stelle, indem er seinen Speer
in den Boden heftete e; Mos. Kal. I, 372: die Hunnen brachten
Rossopfer einem wilden ungeheuern Riesen, der bei ihnen
Gott T“angri-zan ((Himmels-kónig) heisst, den die Perser
Aspandeat nennen; 378: einem gewissen Aspandiat, einem wil-
den Riesen, bringt ıhr Pferdeopfer dar; 382—384: Aspandiat,
in heiligen Hainen verehrt; Spandiat Nahapet von Meleteni
(Mekırnvn) N. P. 53
— np. Isfandiyar, urspr. Isfandiyad, Ispandiyad Tab. 2,
Nöld. Stud. II, 7, phl. Spandyat Yatk. 57, 59, West, PT.
II, 137, Bdh. Gl. p. 173, Dinkart V, 19, zd. spentodata-, gr.
Spevdadarng (Ktesias), altp. *Spantadata-. Vgl. oben Span-
darat.
1) Vgl. Tab. 271.
1. Abschnitt: Persische Namen. 75
172. apen" Spram albanische Fürstin Mos. Kal. II, 125
Kir. 99, Steph. Orb. II, 23
= np. siparam ‘Basilienkraut‘, päz. sparham Min. Gl. 190,
phl. sparam Bdh. Gl. 173, West, PT. I, 101.
Vgl. Zatsparam N. pr. West, PT. 1, 155; 4, xxxım.
173. D Stuhr ein District, aus dem Artasir, Sohn des
Sasan stammte Ag. 29, Mos. Kal. I, 90, daher Stahracı!) Bei-
name des Artasir Laz. 1, 5, MX. 149,
pers. Istaxr Tab. 3 (Ardasir, Enkel des Sásaàn aus dem
Dorfe Tirüdih im Gau von Xir, im Kreise von Istaxr), Barb. 48,
syr. NN 1.J.430 ZDMG. 43,407, phl. Starr Gl. and Ind. 158,
BB IV, 36 Hauptstadt der Persis in der Sassanidenzeit, nicht
weit von dem alten Persepolis.
174. UD, anyak Stahrasapuh Vater des Königs Artases
von Ármenien El. 7
wäre pers. *Staxr-Säpür, von *stazr — zd. stazra- stark,
heftig’ vd. 2, 22, ZPGI. 26, 4 (= phl. sturg).
Der Name nur hier, der Kónig heisst sonst Vramsapuh
Laz. 52 u. s. w.
175. puu Srahang ein Eunuch, plündert Vaspurakan
im 11. Jhd.) Thom. 308, Gesch. Georg. 114
— € kd 2
— np. sarahang dux exercitus u. s. w.
176. i] uu, Vahagn (gen. Vuſiagni, abl. Vahagne) ein
altarmenischer Gott:
»Von ihm erzählen die Fabeln:
in Geburtswehen lagen Himmel und Erde,
in Geburtswehen lag auch das purpurne Meer,
Geburtawehen im Meere hielten das rothe Schilflein ergriffen,
durch des Schilfes Röhre stieg Rauch auf,
durch des Schilfes Röhre sticg Flamme auf,
und aus der Flamme sprang ein Knäblein,
das hatte Feuer als Haar, auch hatte es Flamme als Bart,
und seine Aeuglein waren Sonnen.
Dies sang man zur Laute, wie wir mit eigenen Ohren ge-
hórt haben. Auch feierte man im Lied seinen Kampf mit
1) Das echt armenische Suffix aci hat nichts zu thun mit dem pers.
Suffix 21 (= phl. cik) in Rap) Barb. 48.
16 1. Abschnitt: Persische Namen.
Drachen und seinen Sieg über sie und sang von ihm ganz
Aehnliches wie die Heldenthaten des Heracles. Man sagte
auch, er sei ein Gott geworden, und im Lande der Georgier
errichtete man ihm eine Statue und ehrte sie durch Opfer. Von
ihm stammen die Vahnunier ab« MX. 59. — Die Priester aus
dem Geschlecht der Vahunier!) stellten die Statue des Apollon
und der Artemis in Armavir auf. »Aber die männliche Statue
des Heracles, von Skyllis und Dipoinos dem Kreter gemacht,
stellten sie, ihn für ihren Vorfahren VaAagn haltend, in Taraun
in ihrem eigenen Dorfe AStiSat auf« MX.85. — Tigran stellte
die Statue des olympischen Zeus in der Feste Anı?), die der
Athene in Thil’), die zweite Statue der Artemis in Erez!) und
die des Hephästos in Bagayarin] auf). Aber die Statue der
Aphrodite®) als der Buhlin des Heracles liess er neben der
Statue desselben Heracles an den Opferstätten (y astiç tetisn T )
aufstellen« MX. 88. — »Als Grigorios in das armenische Ge-
biet gekommen war, hórte er, dass der Vahevahische Tempel
noch stand im Lande Taraun, ein Tempel reich an Schätzen,
voll Gold und Silber, in dem viele Weihgeschenke grosser
Könige gestiftet waren, das achte*) berühmte Heiligthum, ge-
nannt das des Drachenwürgers VaAagn?), die Opferstátte der
Könige von Gross-Armenien auf dem Gipfel (? i snars am Ab-
hang ?) des Berges K'ark'é über dem Fluss Euphrat gegenüber
dem grossen Gebirge Tauros !?), Yastisat!!) genannt nach der
Häufigkeit der Opfer dieser Stätte. Denn damals standen in
ihm wohlerhalten noch die drei Altäre 12) (Hie). Der erste
1) Dasselbe wie Vahnunier, gewóhnlich Vahevunier.
2) Tempel des Aramazd in Ani (Koérov rop nargos Jıos navrodaiuo-
vog) Ag. 590.
3) Tempel der Nanë in Thil (zc 49rväas) Ag. 591.
4) Tempel der Anahit in Eröz (175 Moréu«doc) Ag. 590.
5) Tempel des Mich (Mithra) in Bagayaric (Z/paíatov) Ag. 593—594.
6) Tempel der Astlik in Yastisat Ag. 607.
7) D. h. in Yastisat Ag.606. — Moses v. Chorene stimmt hier also mit
dem griech. Agathangelos p. 67, 68 nicht mit dem armenischen) überein!
$) Von sieben Heiligthümern spricht Ag. 34.
9) ngoanyopevero dè ò Bwuos óydoov grigguetoe, toU sÙpnuotatrov
docxovtozvíxtov HoaxAÉove gr. Ag. 71.
10) Vgl. dazu FB.38, z.4,5 (wo Tauros durch cul ‘Stier’ übersetzt wird).
11) zoàv9vrog gr. Ag. 71.
12) robro To iegov Eti negi£otrxev, reis Buuovs Ev avr £yovgr. Ag. 71.
1. Abschnitt: Persische Namen. 71
Tempel (mehean) war der Vahevahische!) Der zweite der der
Goldmutter, der goldgeborenen Göttin?), und selbst der Altar
(bagin) hiess danach Goldkorn der Göttin Goldmutter?) Der
dritte Tempel (mehean) hiess der der Göttin Astlik +), nach dem
Griechischen das Zimmer des Vahagn genannt, welche (.AstAZ)
selbst Aphrodite) ist« Ag. 606,607. — »Als er (Grigor) zerstört
hatte die Altäre der Tempel des Herakles d. h. des Vahagn an
dem Aštišat genannten Orte « FB. 37. — Der muthige (ari) Ara-
mazd — die Herrin Anahit — der tapfere Vahagn Ag. 106. —
Vahagn für griech. Hon 2 Maccab. 4, 19. — Vahagn stahl
das Stroh des Balaam (d. i. Barsam) u. s. w., daher die Milch-
strasse, Anan. Shirak. p. 48
= gd. vere9rayna- der Gott des Sieges (yt. 14). Vgl. Ges.
Abh. 293.
Für zd. vere9rayna- wäre im Altpersischen *er9*agna- zu
erwarten; der Dental ist erhalten 9) im syr. Vara9ran (Tab. 46).
Im arsacidischen Pehlevi entstand nach Uebergang von 2 zu
h: *Varhrayn, das von den Armeniern als * Varhagn entlehnt
wurde, woraus spüter mit dem beliebten Uebergang von r^ und
hr in A im Armenischen: Vahagn wurde. Nach Wandel von A
in A und -ayn in -än entstand die von den Sassanideninschriften
und -münzen und Nóld. syr. Chron. (7. Jhd.) p. 5 bezeugte Form
Varahrän, die die Griechen durch Otagagavnc, Bogeoggune,
Togagavng wiedergeben ZDMG. 34, p. 29 fig., Tab. 46, Haug,
Essay on Pahlavi p. 74, Horn, Sieg. 31. Daraus verkürzt Ovaga-
vns (Menand.) und mandäisch Bahran Tab. 46. Im Buchpehlevi
erscheint neben der älteren Form Varahran (BBIV, 63) die
jüngere Vahräm Gl. and Ind. 227, Yatk. 51, Min. Gl. 205. Diese
— sassanidische — Form ist im Armenischen erhalten als
1) Mit der Statue des Vahagn.
2) Anahit.
3) xevans umtoos xgvooyervnıwv Sewu xovooxoxxoc. XQVOŤS UNTOOS
töv deuiovov gr. Ag. 71.
4) Der Morgenstern, die Venus.
5) &crépoc Sewu xai tà» "Hoaxikovs Èléyero xÀg9tíc, xarà di rovg
EAM Zegodiroe gr. Ag. 71.
6) Die indoscyth. Münzen haben OgAayvo, nicht Ogdayvo nach Sallet,
die Nachfolger Alexanders p. 198 und Aurel Stein, Zoroastrian Deities on
indo-scyth. coins p. 5. — Dazu OoS«yvrc Ztschr. f. Numism. VIII, 113?
78 1. Abschnitt: Persische Namen.
U eh Vahram: Vahram (sparapet der Arier) Laz. 473;
Vahram Merhevandak I$xan des Ostens von Persien Sb. 30,
31, 37, 39, 40, Thom. 85 (Mehrerandak), Joh. Kath. 39, Steph.
Asol. 114 pam cobin Mos. Kal. I, 286 — pers. Bahrám,
Sohn des Bahräm-GuSnasp, genannt Cobin Tab. 270 — Varahran
aus Rai Nöld. syr. Chron. p. 5; Vsnasn!) Vahram pers. Marz-
pan in Dvin unter Xosrov I. Joh. Kath. 38. Später auch als
Name von Ármeniern, vgl. Thom. 131, Kir. und Vardan (s. Index)
= np. und arab. Bahram, gr. Bagaung oder Bapau Tab. 46.
Die eigentliche armenische Form der Sassanidenzeit ist das
noch mehr verkürzte
daad Viam:
Vram-Sapuh, Bruder des Xosrov, König von Armenien,
Arsacide Laz. 33—49, MX. 244, Koriun 8, Steph. Asol. 75,
Kir. 15, Vardan 31; Anus-Vram Frau des ASusay Laz. 335;
Vram Herr von Golt'n Sb. 65; auch die Perserkönige des
Namens Bahram heissen in Armenien Num: Viam Sohn des
Sapuh, Arman arkay?) Laz. 49 = pers. Bahram Kerman-sah
Tab. 71, vgl. Koriun 29, MX. 244, Steph. Asol. 75 ; Vřam Sohn des
Yazkert, des Sohnes des Sapuh Laz. 52, V ater Yazkerta lE El.7 =
pers. Bahram Gor Tab.55. Davon vr amakin Árakn'das Behram
Feuer El. 54, Mos. Kal. I, 212 — phl. afars i vahraman, atasi
vahram Gl. and Ind. 6, 227, Yatk. p.51, Anm. 16, Min. Gl. 205.
177. q Vahricvom König VramSapuhan den Priester
Habel gesandt Koriun 8, Laz. 38, ein angesehener Mann aus
Xadunischem Geschlecht MX. 245 (derselbe); es kam VaArió
1 Vahricay?) (als pers. Heerführer) FB. 147, 148; Sahr- Vahric
pers. General unter Xosrov II. Sb. 61 a oben p. 60)
= pers. Vahriz Eroberer von Yemen (zwischen 562 und
572 p. Chr.), nach Hamza eigentl. ein Titel /erblicher Adelsname),
ebenso nach Procop (Pers. I, 12) OVapilng Tab. 223—224.
Davon verschieden:
d ff Varrit Herr der Anjavacik | (der mit dem Rstunier
Tacat den Vndoy und dessen Sohn Seroy ! ) tódtet) Thom. 78
1) Lies Vsnasp.
2: Arm. ark'ay = ‘König’.
3) D. h. Vahrié von Vahrie ?'.
4) S. oben Nr. 137.
1. Abschnitt: Persische Namen. 79
— Obageilng Agathias, syr. Gofriz Mart. (4. Jhd.) Tab. 223,
also aus Vafric?
178. d age Valars König von Armenien, Vater des
Xosrov, Grossvater des Trdat MX. 144, Gründer von Valar!-
avan und Befestiger von Valarsapat!) MX. 144, 145; Valars
Vater des Artavan, des letzten Partherkönigs MX. 144, Ag. 29,
also Volagases V., A. v. G. p. 154; Valars Perserkönig, Bruder
des Kónigs Peroz Laz. p. 480—545, also Balas, der von 484—
488 herrschte Tab. 133; Valars ISxan von Andzit, der grosse
Hazarapet FB. 29
auf Parthermünzen ’OAaydoov, OÀAayaí(cov, OXoyacov gen.)
neben "$351 (um 130 p. Chr.) Gardner, the Parthian coinage
56—58, bei griech. Schriftst. OvoAdyaısog, OvoAóyeooc, BoAö-
yaıcog, BoAöyeoog, bei lateinischen: Vologesus, Vologaesus,
Vologessus, Vologeses, im Syr. (4. Jhd.) Valges oder Volages,
phl. Valazé Gl. and Ind. 238, syr. "E6523 i. J. 430 ZDMG. 43,
409 = gr. Boloyeoipoga Tab. 134, pers. arab. Valas, Balas,
Gulas. Vgl. Noldeke ZDMG. 28, 94—96, Tab. 10.
Dazu arm. Valarsakert Burg oder Stadt in Airarat (jetzt
Alaskerd), erst bei Joh. Kath., Steph. Asol. und Arist. (Injijean
p. 405) erwähnt, dem Namen nach = pers. Gw/asgtrd Barb. 491
= Balasgird Barb. 112 Flecken bei Merv, Valasgird Stadt im
südwestl. Kerman Tab. 10, Barb. 589; Valarsapat (s. oben) dem
Namen nach = Balasabad in Savad Tab. 134.
179. q wqup; wl, Vatarsak König von Armenien?), Bruder
des Partherkónigs Aršak, Gründer der arsacidischen Dynastie
MX. 19 flg.; Valarsak Bruder des Arsak, Sohn des Königs
Pap von Armenien und der Kónigin Zarmanduxt MX. 231—
234, FB. 244, 256, Thom. 68 etc.
= Valars + Suff. a&?).
180. q unngku Vatges oder Vatages zu lesen an den fol-
genden Stellen: die beiden (Samuel und Abraham), welche in
1) Auch bei FB., Ag., Laz., Sb. 118, Thom. und andern. Va/arsapat oder
Nor kalak die neue Stadt’ (xac; nohis) wurde 163 p. Chr. nach der Zer-
störung von Artaxata von den Römern erbaut, Mommsen, Röm. Gesch. V, 407.
2) »Eine rein mythische Persönlichkeit, Vetter, das Buch des Mar Abas
von Nisibis (Festgruss an Roth p. 88).
3) Man könnte auch Vat-arsak theilen, aber was ist vat?
80 1. Abschnitt: Persische Namen.
Vatgetsn!) den Märtyrertod erlitten El. 139; im District ge-
nannt Vardges Laz. 261, 314; Bahl — Har (hes Hrev) —
Vatages — Toxorostaın (lies Tozxarastan?)) — Tatakan?) —
Marg — Margrot Sb. 67; die Ebene Hrev, die östliche Grenze
des Landes Vrkan, wo der District Vandges ist MGg. ed.
Soukry 42
— np. Bäöges (Tab.269, 271 neben Hare “Herat genannt),
Bàóyes (Yaqut*)), phl. Vatges Bdh. 21, 19, zd. Vaitigaesa-
yt. 19, 2 ein Gebirge.
Zu unterscheiden von »dem Flecken des Vardgeés«(Personen-
name) in Armenien am Flusse K’asal MX. 90, 144 = Valar$-
apat MX. 145.
181. d wuwl; Vasak Mamikonier El. 72, Laz. 335 u. s. w.,
FB. 66, 104, MX. 227, N.P. 69; Artsrunier Las 15, Sohn des
Sahak Sb. 78; Siunier El. 32—109, Koriun 15, Laz. 108—323,
MX. 248; Sahatunier Laz. 381
— lat. Vasaces Befehlshaber der parthischen Reiterei Tac.
Ann. 15, 14; Odacaxng Arrian c. Al. 12, Baooaxng Armenier
Procop Pers. 2, 3, 21 (Nöld. Stud. I, 32).
Dazu Vasakasat ein Flecken El. 52; Vasakasen ein Dorf
in Gelark'uni (von Arak el genannt, vgl. Injijean, Alt-Armenien
p. 273); Vasakert (für Vasakakert*,) in Ekeleac Steph. Asol.
bei Injijean 21.
182. q wurymupmluis Vaspurakan MX. 140 grosse Provinz
Armeniens im Osten des Van-Sees, nach MGg. 608 mit 36
Districten, vgl. Injijean 156 flg.
= phl. vaspuhrakan die höchste Adelsclasse im Sassaniden-
reiche, speciell dieMitglieder der sieben vornehmsten Familien,
von vāspuhr Magnat' mittelst des suff. akan abgeleitet. Vgl.
ZDMG. 46, 326, 327.
Dazu arm. vaspurakan hamarakar “der Steuereinnehmer der
Väspuhrakän’, von König Xosrov mit grossen Schätzen nach
1! In der Ausgabe von Johanniseang p. 160: Vardesn.
2, Tuxarastan MGg. ed. Soukry 42.
3) S. unten p. 86.
4) „Canton important, dépendant de Merwer-roud et d’Herat« Barb. 75.
5) So steht übrigens bei Steph. Asol. ed. Shahnazareanc p. 70!
1. Abschnitt: Persische Namen. 81
Armenien geschickt!) Sb. 48, vgl. phl. andarzpat i vaspuhrakan
BB. IV, 62, das ins Armenische entlehnt *vaspurakan ander-
Japet?) lauten würde.
183. Wwpwg Varaz?) = np. guräz, zd. varüza- Eber, als
Name:
Varaz Kaminakan FB. 17, Varaz Sahuni‘), Isxan des Lan-
des Tsopk‘ FB. 29, Varaz I$xan der Familie Dimak'sean
FB. 39, Varaz persischer Heerführer FB. 249, Varaz I$xan der
Palunier Joh. Mam. 39 fig.
= pers. Baraz ein Christ aus Ahväz Tab. 240.
Damit zusammengesetzt):
Varaz-Gnel ein Gnunier Sb. 103;
Varaz-Grigor Nachkomme eines Mihran in Gardman Mos.
Kal. I, 288;
Varazdat König von Armenien FB. 240 flg., N. P. 118,
Thom. 67, Kir. 13, Vardan 49; ein persischer Marzpan in Ar-
menien unter Xosrov II. (vor Surén, vgl. Sb. 29) Vardan 61;
Varazden Atavelean El. 150, Laz. 256;
Varazduxt Schwester des Königs Tiran, Frau des Pap, des
Sohnes Yusik's FB. 43;
Varazman Nachkomme eines Mihran in Gardman Mos.
Kal. I, 288; Ä
Varaznerseh von Urts, Sohn des Kolt'ek (Kolt'eak?), des
Isxans von Urts Las 367, Varaznerseh Vahevunier Sb. 50,
Varaznerseh Dastkarin Sb. 140;
Varaz-sapuh FB. 49, 50 — Sapuh-varaz FB. 49, 51 Mark-
graf (sahmanapah) des Perserkónigs in Atrpatakan FB. 49,
abgekürzt Varaz ebenda 49, 50, 51, 52, 53; Varaz-Sapuh
Amatunier Laz. 366, Levond 58, Palunier El. 71, Laz. 126,
Artsrunier Sb. 65, Varaönunier Thom. 147, Abelier Thom. 235
— Syr. Sabür-barüz Tab. 240, Sawór-barüz Hoffmann p. 49;
1) Vgl. p. 58: »die armenischen Truppen nahmen den königlichen Schatz,
der im Hause des Hamarak ar war, der aus den Steuern dieses Landes (Ispa-
han) gesammelt war.«
2) Vgl. unten p. 99 movan anderjapet.
3) Gr. Beoatns, Ovapadns Armenier Tab. 240.
4) Also bei N. P. 25 Varaz für Varazd zu lesen.
5) Vgl. auch Varazbakur georg. General Gesch. Georg. 113.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 6
82 1. Abschnitt: Persische Namen.
Varaz-valan Siunier Laz. 107 fig., Steph. Orb. I, 12, 99, 101,
Vardan 54, 56; Gabelean N. P. 25;
Varaz-vzur pers. General in Armenien unter Hormizd IV.
Sb. 34;
Varaz-tiroc Sohn des Smbat Bagratuni, Mundschenk Xos-
rov's II. Sb. 63, Marzpan von Ármenien unter Kavat II. von
Persien Sb. 97, Joh. Kath. 44, Vardan 68 aus pers. Varaz und
arm. Tirog, letzteres allein als Name bei El. 71, Laz. 195, Steph.
Orb. I, 103 (Bagratunier) etc.;
Varaz-trdat Sohn des V araz-p ero?, des Bruders des Jevanzeèr,
Isxan von Alvank Mos. Kal. I, 360, Steph. Orb. I, 207, Var-
dan 68 aus Varaz und Trdat (s. unten);
Varaz-peroz aus der Aransahik Familie Mos. Kal. I, 192,
Sohn des Varaz-Grigor, Bruder des Jevansér Mos. Kal. I, 288,
310, 360;
Varazkert ein armenisches Dorf Laz. 372, 373;
Varazablur Varaz-Hügel' Joh. Mam. 42; =
Varaz ein Berg FB. 252.
184. d pi Vard Mamikonier, jüngster Bruder des Vahan,
Vasak und Artasés Laz. 335 flg.; Vard Patrik Bruder des Ma-
mikoniers Vahan Sb. 25; Yard Enkel eines Mihran, Gebieters
von Gardman Mos. Kal. I, 287, dessen Enkel wieder Vard
heisst, ebenda 288; Vard, Sohn des Rstuniers Theodoros bei
Vardan 68; Vard genannt Siklatos Arist. 14 u. s. w.
Kurzform von Namen wie zd. Vareada(-z"arenah-, ap. Arta-
vardıya-?
Dazu: Vardik ISxan von Mokk‘, genannt Ani, (Aeuglein)
Sb. 109; Vardasen ein Dorf Laz. 443.
Dagegen ist Vardeni als Frauenname (vgl. C. = Rose
(Rosenstock), im pl. Vardemi£ ein Dorf Kir. 211 Rosen-
garten’ von vard “Rose pers. Lw. abgeleitet, vgl. phl. vartak-i
"Róschen' als Frauenname Horn, Sieg. 34. — Varduhri ein
persischer Heerführer bei Joh. Mam. 50, 51 ist sehr be-
denklich.
185. d wppuńu Vardan Mamikonier E]. 32, 56 (Heerführer
von Armenien), Las 134 (Sparapet von Armenien); der ältere
Bruder des Vasak, Oberhaupt (fanuter) der Mamikonischen
Familie FB. 66, 104, 127 ; Vardan,genannt'der Rothe’, Nahapet
1. Abschnitt: Persische Namen. 83
des Mamikonischen Hauses Sb. 22; Vardan Vater des Mast'oc
Laz.33; Vardan, auch Vardkan genannt Koriun 13, 14; Var-
dan Artsrunier Sb. 56; Vardan, Sohn des Vard, des Enkels
eines Mihran Mos. Kal. I, 287 u. s. w.
= lat. Vardanes Tac. Ann. 13, 7 (s. A. v. G. p. 130, Anm.),
»Vardanes, anscheinend ein leiblicher Sohn des Artaba-
nus IlL«, Partherkönig etwa 40—45 p. Chr. neben Gotarzes
A. v. G. 123—127; Vardanes Gründer von Ktesiphon bei
Ammian. |
Dazu: Vardan-V$nasp persischer Heerführer Sb. 29;
Vardanduzt Tochter des Mamikoniers Manuel, Frau des
Königs Aršak FB. 256;
Vardanois (für Vardananois?) Frau des Mamikoniers Ma-
nuel FB. 251;
Vardanasat eine Stadt El. 60;
Vardanakert MGg.609 (District von Phaitakaran), Levond
45, Joh. Kath. 54.
186. Us Ui s nu Veh - Anjatok-Xosrov (lies
Veh-AnttoÉ- Xosrov) eine Stadt, genannt sahastan Oknoy
Sb. 28
— syr. Antioz- Xesrón, gr. Avrıöxeıa Koggéou, arab. Rù-
miya'die römische’, Stadt bei Madäin, von Xosrov I. gegründet,
pers. also Veh- Antioz- Xusrav Tab. 16, 165, 166.
187. d. E I. Vehartasir eine Stadt, zwischen Tisbon
(Ktesiphon) und Marand genannt bei Sb. 24; am Tigris gegen-
über von Tizbon (= Tisbon) Mos. Kal. I, 255
= pers. Veh-Artasir, jünger Beh-Ardasir = Seleucia am
Tigris BB IV, 35, Tab. 16, 19, 357. So heisst auch eine Stadt
in Kerman Tab. 10, arab. Bardasir Barb. 90, 519.
188. d bn mum Veh-densapuh = 'Gut-Den$apuh', s.
p. 37 unter Densapuh.
189. d bi Vehik ein Mann Mos. Kal. I, 221, vielleicht
Deminut. von FVeñ i), das eine Abkürzung von Namen wie
Vehéapuh, Vehnam u. s. w. sein könnte.
1) Vgl. Xosrovik u. 8. w. im Festgruss an Roth 104.
6*
LÀ
81 1. Abschnitt: Persische Namen.
190. J. ECC Vehkavat am Tigris Dglaí) bei der Schiffs-
brücke (zom) Sb. 31,95, Mos. Kal. I, 290, Thom. 94, Steph. Asol.
= syr. Behkavaó Bezirk am Euphrat (mit Babel, Küfa und
Hira) Nöld. syr. Chron. 36, also phl. *Veh-Kavat = Gut-
Kavät'.
191. q ˙ja[4 Vehmihrsapuh erster Marzpan von
Armenien (unter Bahram Gor) MX. 265, Kir. 19
d. i. Gut-Mihröapuh', s. p. 53 unter Mihr.
192. J. bSzunyng Vehsapuh königlicher Kammerherr,
später dprapet Areaç Kanzler von Eran’ Laz. 187
d.i. Gut-Sapuh, pers. Vesapur für * Vehiapür, älter * Veh-
sähpuhr Tab. 127; als Ortsname syr. “atman (vor d. J. 544)
ein Bisthum ZDMG. 43, 408.
193. q C Vehrot ein Fluss: Bahl und das Land der
K'uSank bis jenseits des grossen Flusses, der genannt wird
Vehrot Sb. 30, Thom. 85, Steph. Asol. 114; der Vehrot, welcher
kommt aus T'urkíastan (aus dem Lande Evilat u. s. w.) und
sich ergiesst nach Indien!) Sb. 66; der Arang, der der P'ison
zu sein scheint, den die Perser Vehrot nennen MGg. ed.
Soukry 42
= phl. VeA-rot Justi, Bdh. Gl. 267, Btrg. z. alten Geogr.
Pers. I, 10 flg. (der Oxus).
194. q. b$uwêwu Vehsacan ein Karen Pahlav, Verwandter
Xosrov's von Armenien MX. 152
d. i. 'Gut-Sacan' (letzteres sonst unbekannt).
195. vq %%. uunlP Veh-vehnam Hazarapet von Armenien
Laz. 360, nur Vehnam genannt Laz. 502, ein Perser
d. i. 'Gut-Vehnam', von Vehnam, syr. Behnam 'der einen
guten Namen hat Hoffmann p. 17—19.
Persische Namen mit ve = np. bih ‘gut’ s. bei Horn, Sieg.
p. 25, ZDMG. 44, 671.
196. db Vin pers. Heerführer FB. 145, Vin i Xorean
(Vinn Xorean) pers. Heerführer Laz. 390, 396
zu phl. Veh-ven (das aber unsicher ist) Horn, Sieg. p. 25?
Vgl. Binagan Tab. 237.
1. Vgl. Justi, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, p. 11.
1. Abschnitt: Persische Namen. 85
197. d pugunmuhuiu Vondatakan pers. Statthalter in Arme-
nien unter Xosrov II. Sb. 34, 70
mittelst des Suffixes akan — phl. akan von vondat — pers.
*vindat oder *vandat abgeleitet? Vgl. die pers. Namen Vandad-
Hurmuz Barb. 590, Mihrbundaö, Mahbundaó u. s. w., zu pàz.
vandad “erlangt Min. Gl. 206, Hoffmann p. 297.
198. däser Vndoy und d umud Vstam Brüder der Frau
des Kónigs Hormizd (IV.), Sóhne des Asparapet, eines Fürsten
des Hauses der Parther, Oheime Xosrov's II. Sb. 30, 32, 34,
39,57,59,61, Thom. 85,87, Budo) und Vstam Mos. Kal. I, 286;
Vndoy, pers. Mogpet und Marzpan Thom. 77,78; Vstam Apa-
hunier Sb. 65, Vahevunier Sb. 50
— pers. Bodo und arab. Bistam Tab. 96, 273, 485, syr.
Chron. 8, ersteres Koseform zu Namen wie ap. Vindafarnah-!)
(Nöld. Stud. I, 16, 17), letzteres aus pers. Bistahm = Gustahm
(Fird. I, 261, 316), phl. Vtstahm oder Vtstazm ZDMG. 19,482,
ap. Vistazma-.
199. d t V$5nasp Name eines heiligen Feuers, vielfach
entstellt bei den arm. Schriftstellern: Heraclius zerstórte in
Gandzak die Altäre des grossen Feuers (Arat :)), das sie Vsnapn
(Vnaspn) nannten Sb. 92; Thom.92 (Vsnapn), Steph. Asol. 117
(Ynaspn), häufig in Eigennamen, vgl. Atrvsnasp, Mihrvsnasp,
Yazatosnasp, Nizor Vsnaspdat, Vardan- V$nasp. Auch bei Joh.
Kath. 38 ist Vsnasp Vahram (pers. Marzpan in der Stadt Dvin)
für das überlieferte V$nasn Vahram zu lesen, vgl. Bahram-
gusnasp Tab. 270, ZDMG. 44, 673. Dazu noch Gadvsnasp Mos.
Kal. I, 268, vgl. Gad Bischof von Vanand El. 22;
np. Gusasp aus Gusnasp, vgl. Mahgusnasp Tab. 110, Bahram-
gu$nasp Tab. 270, Aspad-Gusnasp Tab. 362, phl. Vi) nas
West, PT. I, 173 Anm. 5, 186 u. s. w., skr. vrs$anagta-. *
200. d gumun Vstasp Satrap des Darius Pseud. 55, 92;
i zavake Darehi vstaspeang aus der Nachkommenschaft des
1) Aus * Pindatfarnah-, vgl. zd. vindatspada- und wegen des Ausfalles
des t: ap. Dàrayava(h:us = zd. *dárayatvanhus, skr. *dharayadcasus; phl.
Arjasp = 2d. Arajataspa-; np. Luhräsp = zd. Aurcataspa-. Daher ist auch
ap. Fräda- Name eines Empörers in Margiana = zd. frādat- als Kurzform
von Namen wie zd. Frädatvira-, das ap. * Frädavira- lauten würde.
2, Arm. hrat und krak = pers. Lw. at as Sb. 27 (s. unten p. 92;.
86 1’ Abschnitt: Persische Namen.
Darius, des Sohnes des Hystaspes MX.99; Dareh V$taspay in
der Ueberschrift des Kapitels Thom. 40, Dareht Vstaspeay
(gen.) ‘Darius, Sohn des Hystaspes’ Vardan 28
= np. Gustäsp und Bistasp Tab. 2, 109 etc., phl. Vistasp
Yatk.51, ap. Vistaspa- Vater des Darius, Satrap von Parthien,
zd. Vistäspa-, gr. Yordorng.
d am ram s. unter Vahagn.
201. q. emu Vstam Bruder des Vndoy Sb. 30, 39, s. unter
Vndoy Nr. 198.
202. J i Vrkan “Hyrcanien El 110, Laz. 256, 257,
278 etc., Sb. 59, 61, 65, MGg. 592, 614, Joh. Kath. 40, Kir. 29,
Vardan 10, Steph. Orb. I, 143
= ap. Vrkana-, zd. Vehrkana-, gr. 'Yoxavía.
Die spätere Form des Wortes ist ẸỌnıpquńu Gurgan Sb. 61,
Vardan 94
— np. Gurgün, syr. Gurgan (im Jahr 430) ZDMG. 43, 414,
phl. Gurgan phl. vd. p. 4, z. 2, 3 v. u.
Bei Sb. 61 stehen beide Formen: Vrkan und Qurgan neben-
einander.
203. q Vrkón Nahapet von Ħabužeank FB. 104,
ältere Form für das spätere Ynıpglü Gurgen, deren mehrere
bei Joh. Kath. (isxan Anjevaceac 98, isxan Vrac 163 etc.),
Thom. vgl. Index, Steph. Asol., Arist. 4 (Vater des Königs der
Ap xazen), Vardan 87 — 92, Steph. Orb. I, 308 u.s. w. erwähnt
werden, gr. l'ovoyévng König der Iberer en Procop
Pers. I, 12
— np. Gurgin Fird. I, 459, 408 u. s. w.
204. Şwqwhuu Talakan (MGg. ed. Soukry 40: Talkan, ed.
Ven.614: Sa?kan, El. 16: (i) Tatakan) Landschaft von Xorasan
— pers. Talakan, arab. Talagan Tab. 116, Barb. 376, Fird.
III, 1198, 1133.
205. 885, Tacik (gen. pl. Tackac) Araber, arabisch’ 2Mac-
cab. 12, 10, FB. 157, Sb. 32 (vom Pferde), Thom. (sehr oft, s.
Index) u. s. w.
= phl. tacık Araber, arabisch’ Bdh. Gl. 107, Mätikän i
čatrang p. 4, 2. 2 v. u., np. tazi arabisch', abgeleitet vom Namen
1. Absehnitt: Persische Namen. 87
des Stammes Tai Lab mit dem Suffix ći% wie arm. Sagi 1) =
np. 84921 von sag = ap. Saka der Sake, wie racik?) West, PT.
IT, 329 — np. razi von Rai BB IV, 52, Justi, Btrg.z. alten Geogr.
Pers. II, p. 3. |
Davon Tackastan “Arabien El. 10, 46, MX. 159, 2 Maccab.
3, 5 (= doten), Sb. 110, MGg. 611 etc.
206. Sul [nupa] Tam Xosrov persischer General in Ar-
menien (im Anfang der Regierung Hormizd's IV.) Sb. 34
= syr. Tam- Xesron Joh. v. Eph., gr. Tauxoogc Theophyl.,
Tayyoodow Menand., Tauxoogónc Euagr. unter Xosrov I. und
Hormizd IV. Tab. 443.
Vgl. syr. Tahm- Yazdegerd, Tahm- Hormazd Hoffmann 50, 64,
Syr. Tam-£abur — lat. Tamsapor bei Ammian, Nóldeke, Tab.
443, Anm. 1, Gótt. Gel. Anz. 1880, Stück 28, p. 877.
Tam = np. tahm = zd. tazma- stark, also Tam- Xosrov =
"Stark-Xosrov', ein von Xosrov I. verliehener Ehrenname, wie
Javitean- Xosrov "Ewig-Xosrov' ein von Xosrov II. verliehener
Ehrenname ist, s. oben p. 68.
Vgl. oben p. 73 Senttam- Xosrov.
207. S ee Taparastan Landschaft in Medien
Sb. 63, MGg. 613, Vardan 95
= np. Tabaristän Barb. 380.
208. Basch Tigran: sie führten aus der Stadt ArtaSat neun
tausend jüdische Familien, die der König Tigran, der Arsacide,
als Gefangene aus dem Lande Palästina gebracht hatte FB.
p. 171, vgl. ebenda p. 173; Tigran Name dreier alten Könige
von Armenien bei MX. 47 flg., 84 flg., 142flg.; Tigranakert FB.
142, von dem ersten Tigran gegründet nach MX. 57; Tigranuhr
Schwester dieses Tigran, Frau des ASdahak MX. 50 (danach
ebenso Thom. 36—56); Tigran, Heerführer des Königs Xosrov
Joh. Mam. 43—46; Tigran Marzpan (unter Asot, König von
Vaspurakan um 983) Steph. Asol 176; Tigran ISxan der
Varaznunier N. P. 25
S gr. Tıyedvns Name von Persern (schon bei Herod. 7, 62
ein Achámenide, Führer der Meder) und armenischen Kónigen
1) S. oben p. 71.
2) Vgl. 'Patixzv7 "Rat bei Theophylact.
83 1. Abschnitt: Persische Namen.
der Partherzeit A. v. G. p. 80, Mommsen, Röm. Gesch. V,
372, 373; Tiyoavóxeora von Tigranes II. gegründet Strabo
532; lat. Tigranes, Tigranocerta. |
Der Name (ap. *Tigräna-) war, wie es scheint, im 5. Jhd.
p. Chr. in Armenien nicht mehr lebendig!) und ist vielleicht
erst durch die Schriftsteller aus fremden Quellen?) wieder be-
kannt geworden. Dafür spráche auch die Form Tigran, statt
deren man bei einem so alten Namen Tran erwarten sollte,
wenn der Name in lebendigem Gebrauche geblieben wäre“).
209. Sne Tiran König von Armenien, Sohn Xosrov's des
Kleinen FB. 11, 29 flg., El. 7, MX. 196 flg. etc.; Sohn des Vahan
Joh. Mam. 49 flg.; |
Tırık Bischof von Basean FB. 270 (gen. Tirkan ebenda in
der Ueberschrift);
Tirair aus Xordzean, Gehülfe des Mast'oc Koriun 14;
Tiranam, Genosse des hlg. Nersésin der Verbannung FB. 91;
Tiruk Priester, Sohn des Mosisik aus Zarisat in Vanand
MX. 266
scheinen zu Tir in Tiotò drugs, Tegırodyung, Tieidalos,
Tigaiog, Tiroi Nöld. Stud. I, 35, Tire Tab. 4, 5, Tirıkan(?)
Z DMG. 46, 287 zu gehören. Indessen sollte man dann Tran,
*Trik u. s. w. erwarten, vgl. Trdat = Tietòdryg. Sie gehen
lautgesetzlich vielmehr auf * eran, *Terik etc. zurück und
gehören zum Theil — wie Tirik, Tiruk — vielleicht zu arm.
ter “Herr. Tiran aber wird wie die andern arm. Kónigsnamen
aus dem Persischen der Arsacidenzeit stammen. Vgl. Festgruss
an Roth p. 101.
210. Sm pas Turan MGg. ed. Soukry p. 40, Sb. 110 per-
sische Provinz
— pers. Turan Tab. 18, ein Theil von Balücistan.
Daher Kuran El. 124, MGg. ed. Ven. 613 in Turan zu cor-
rigiren.
1; Anders urtheilt Vetter, Die nationalen Gesänge der alten Armenier
p. 57, der in dem Tigran des MX. einen Helden des armenischen Volks-
liedes sieht. Auch Procop de aedif. III, 1 kennt einen Tigranes als letzten
König des persischen Armeniens, von dem aber die arm. Historiker ;die
statt seiner Xosrov III. nennen FB. 261 flg., MX. 232 nichts wissen.
2 Vgl. Malalas p. 211.
3. Vgl. arm. Npat = gr. Nigetrs.
1. Abschnitt: Persische Namen. 89
211. Spquan. Trdat König von Armenien, Sohn des Xosrov
FB. 6, 36 u. s. w., Ag., MX. etc.; Trdat Bagratunier MX. 141,
142, 250 (in der Partherzeit); Trdat dritter Sohn des Tiran,
Königs von Armenien (zur Zeit des Kaisers Julianus) MX. 199,
207; zweiter Sohn des Königs Arsak und der P'arandzem,
Bruder des Pap N. P. 50; Trdat Oberdiacon FB. 272 (= Trdac
FB. 218?), Bischof von Basean N. P. 26, Katholikos (Aatrapet)
Levond 167, Joh. Kath. 60
= gr. Tieidarng und (unrichtig) Tnoıdarng Name von Par-
thern und alten armen. Königen, vgl. A. v. G. p. 30: Tiridates I.
248/7—211/10; p. 102: Tiridates II. um 30 a. Chr.; p.121: Tiri-
dates III. um 36 p. Chr.; p. 133: Tiridates, Bruder des Parthers
Volagases I., von Nero 66 p. Chr. als König von Armenien ge-
krönt; lat. Tiridates, phl. Tird(at) ZDMG. 44, 658; 46, 283.
Die ap. Form war Tiridata-"von (Gott) T'ir!) gegeben’ ‚vgl.
Tioga u. s. w. Nöld. Stud. I, 35.
Bei El. kommt Trdat nur einmal (p. 55) vor in der graec. Form
Trdatios, bei Ag. neben Trdat: Trdates und Trdatios p. 42,
43 etc., also aus gr. Quelle. Im gr. Ag. Tnoudarng, Tneıdarıog, '
Tıeidarıos.
212. Pununwgbuüup Paravazeank (zu lesen Parnavazeank,,
die Mitglieder der georgischen Königsfamilie?) FB. 211, Pa-
tronym. von Parnavaz Sb. 6 (Pseudo-Sebeos!)
= gr. Dapvaßatos König von Iberien (unter Antonius,
Mommsen, Róm. Gesch. V, 363) D. Cass., auf den Satrapen-
münzen 13399, ap. also * Farnabazu-.
Der Name ist in Armenien nicht heimisch und stammt
wohl aus gelehrten Quellen.
213. mu, P'arnerseh aus AStiSat in Taraun, Katho-
likos von Armenien MX. 202, N. P. 14, Joh. Kath. 27, Steph.
Asol. 71, Kir. 11, Vardan 46, identisch mit
bn P'aren (gen. P'arenay und P'arinay) FB. 44, 45.
266, 269; ein Bischof von Georgien N. P. 26
1) Vgl. den arm. Gott Tiur Ag. 554 (an unklarer Stelle)? Im gr. Ag.
Teidos (gen.). Eher noch könnte der Monatsname Tré (ein Genitiv) hier-
her gezogen werden.
2) Vgl. P'atnavaz König von Georgien Gesch. Georg. p. 21—36.
90 1. Abschnitt: Persische Namen.
von arm. An- par- Ruhm, Herrlichkeit — np. farr Glanz,
Majestät’, ap. farnah-!) und Nerseh (s. oben p. 57); vgl. phl.
Farr-Ohrmazd ZDMG. 44, 669, Nr. 565 und (da pers. farr und
zurreh wechseln) pers. Xore-Xosrao Tab. 237, Ardasır Xurreh
(Stadt) Tab. 11. Namen mit Nerseh als 2. Glied s. oben p. 57
unter Nerseh?).
214. dunwóhn4, P'aracirh kommt meines Wissens nirgends
vor und scheint nur von de Lagarde, Ges. Abh. 183, A. St.
p. 155 erschlossen zu sein für Strabo's Odebteis 785.
215. Sh P'arsman König der Georgier MX. 122; ein
Mandakunier El. 77, 150, Laz. 256
e gr. Dagaoudvns König von Iberien (um 35 p. Chr.)
D. Cass., Tac., vgl. A. v. G. p. 120; Pharasmanes II. von Iberien
(unter Hadrian) ebenda 146, 147; @Dapeoudvns ein Kolcher
Procop Pers. 1, 8; Vater des Zannas Procop Vand. 2, 19; syr.
verb Jos. Styl. (Nöld. Stud. I, 32, Anm.); Pharesmanes em Ge-
neral des Kaisers Justin (Hallier, Edess. Chronik p. 79).
Der Name ist persischen Ursprungs, braucht aber nicht un-
mittelbar von den Persern zu den Armeniern gekommen zu
sein. MX. bat ihn direct oder indirect aus griechischen Quel-
len, Lazar von Elise p. 150 genommen, sodass also nur ein
Armenier Namens P'arsman (aus der Familie der Manda-
kunier) erwähnt wird 3).
1) Ap. Namen mit farnah- waren häufig, vgl. ap. Vindafarnà (nom.),
gr. Dapvasalos, Tıooapiprrs u. s. w.
2) Poren ist Koseform zu P'arnerseh und gebildet wie pers. Gurtin,
Tahmin (vgl. Tahmäsp), Bapin (Horn, Sieg. 24,36), Y azdin, Sadagin Justi,
ZDMG. 16, 283—286, deren -in aus älterem -ën entstanden ist, vgl. arm. Faz-
den (8. oben p. 55) = pers. Y azdin, syr. Sahren Hoffmann p- 68, arm. Vrken,
später Gurgen = np. Gurgin (s. oben Nr. 203). Von andern Koseformen
dieser Art sind oben Artasen, Arten, Arsen, Databén, Manén genannt. Sonst
finden sich noch folgende Namen von Armeniern auf -en (gen. -enay oder
ina]: Atgen Laz. 467; Arsen El. 77, Laz. 213; Boboen El. 150, Laz. 370
= Babken Laz.255 (vgl. Babik); Zaven FB. 263, 264; Zvarén El. 150; Xutén
N. P. 52; Xoren El. 77, Laz. 185, El. 142, Laz. 125, 282; Kiskén FB. 104;
Sahen (s. oben p. 59); Vazgen (Führer der Georgier) Vardan 56, 111; Vren
El. 77, 150, Laz. 394, 395.
3) Mehrfach findet sich der Name Parsman in der aus dem Georg.
übersetzten Gesch. Georg. p. 31 fig.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 91
216. Bed Re Hart or ein Orbelier (im Jahr 1177) Var-
dan 130
= np. kaftär Hyaene'.
217. pulp [s K rtakarin (nur im instr. Krtakarinov)
persischer General Mos. Kal. I, 239 (neben Sahrearaz und
Sahen genannt)
= syr. Kardārīgān Tab. 387, Anm. 1, gr. Kapdagıydv!)
Theophyl. I, 9, 13; II, 2, vgl. Ges. Abh. 189, Hoffmann 189,
Anm. 1489. Im Arm. also K’artarıkan zu lesen.
2. Abschnitt: Persische Wörter.
1. ayan agur Backstein, Ziegelstein’ (nur einmal Leb. d.
Väter 16, wo es durch atius irceal hrov = gebrannter Ziegel-
stein’ erklärt wird)
== np. agur (unbelegt), georg. agurt, arab. ajurr u. 8. w.
(Fraenkel p. 5), syr. NUN, assyr. agurru. — Das Wort ist assyr.
Ursprungs.
2. mgunn azat 1. "frei ?) Mt.17,25; 2. edel, adlig, vornehm’?
FB. 227,2,3 v. u. (Gegens. $inakan der gemeine Mann, Bauer’
oder caray Diener), alt und häufig
== np. azad ‘frei’, phl. azat?) free, noble Shk. 235, zd.
äzäta- vornehm, edel.
Häufig in Comp. und Ableitungen: azatel "befreien", aza-
tuliun ‘Freiheit (np. azadi), azatak e)yevéavavog (np. azada
"frei, der Freie’ Fird. I, 24, 12), azatakan E eU 969og, azatatohm
‘von edler Herkunft’, azatatohmik dass. u. s. w.
^ ITaodıxov 10910 ktiwua Theophyl. I, 9.
Vgl. 'EAcv9egoc = Azat (Fluss; MX. 97, MGg. ed. Soukry 36, z. 9.
ja Azat als Name eines armenischen Berges vgl. YENER Die nationalen
Gesänge der alten Armenier p. 75. <
3) Die Hajiabad-Ingchrift zählt auf: Satrdlã)rãn eat rin=np.sahr-
yaran) die Unterkönige — barbitän (für mp. väspuhrakän) die Magnaten
— vazrkän die Grossen’ — azatan der kleine Adel.
92 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Auch in azatÄe? zevgooéAwov ‘Petersilie’ Galen (im Unter-
schied von #el-a-karos Sellerie). Vgl. np. azadsare, azäd-
dirazt (= “chinesischer Holunder’ AM. 26, Achund. Nr. 36).
3. wën dad “Nachricht, Kunde’ (nur nom. und acc.): ad
ainel Nachricht geben, melden’ FB.203, azd elec es ward ge-
meldet, berichtet’ Luc. 8, 20, vgl. Kor. I, 11, Gen. 27, 42,
Sb. 44 etc.
— ap. azda: karahya naty azda abava dem Volke war nicht
Kunde geworden, das Volk hatte nicht erfahren, wusste nicht';
phl. azd: Arjasp azd mat A. wurde benachrichtigt, erfuhr’
Yatk. 48. Vgl. aram. NIN Dan. 2, 5.
Davon zu trennen azd Einwirkung, Einfluss’, vgl. azdige
loyveı (ist tauglich zu-) Mt. 5, 13, azdel ausrichten El. 11,2. 21,
azdeçutiun łvéoyera (Wirksamkeit) Ephes. 4, 16.
4. wn alas der persische Name des Feuers Sb. 27 (für
echt-arm. krah, hur, hrat, letzteres bei Sb. 24, 92 vom hlg.
Feuer(V 5nasp)in Gandzak gebraucht, auch Name des Planeten
Mars) |
= np. atas, paz. atas Min. Gl. 34, Shk. 232, phl. (geschrie
ben) afars Bdh. Gl. 53, PPGI. 91, Gl. and Ind. 6, ZDMG. 16,
284, zd. atars (nom. sg.).
Pers. atas ist Lw. aus dem Avesta, echt persisch ist aðar =
phl. a/ur, s. unten p. 110 at7-.
5. edu ažan “billig? (gnel yažan billig kaufen’ Lambr.
12. Jhd.), 48 wiegt auf Car. (bis zum 13. Jhd.), atek “Preis
(Arist. 1 1. Jhd.; Mech. Rechtsbuch, 12.— 13. Jhd.) sind jüngere
Formen für älteres arzan, arze, arte:
1. arzan gebührend, Gebühr, Werth, Verdienst’, arZan e
“ist recht, erlaubt, gültig, werth, verdient, muss’ (Oizatoyv Mt.
20, 4; ESE Mc. 10, 2; Cet Mt. 23, 16; &&iog Mt. 10, 36,37;
FB. 236, El. 6 etc.), anarzan unwürdig' FB. 225, z. 10 v. u.;
268, 2. 9 v. u., Sb. 142 u. s. w., häufig als 1. Glied von Compo-
sitis (für arani würdig), wo wir es als 2. Glied gebrauchen:
arZanaharat glaubwürdig (= ardni havataloy) aSıdruorog,
arzanalur d Sid οοννο, g, ar£anayalé aSıövırog, arzanapativ d Se-
1409, arzanapart áSióxgecg u. 8. w., also nach griechischen
Mustern gebildet! — Davon arzani würdig' Mt. 3, 8 (&£togc),
2. Abschnitt: Persische Wörter. 93
FB. 225, z. 7 v. u., Sb. 142 u. s. w., Würdigkeit'; arZanavor
‘würdig’ Sb. 97, passend, geziemend'
— np. arsan wohlfeil, preiswürdig, würdig, werth’, phl.
arí£ün!) in margar ran todeswürdig Gl. and Ind. 212, davon
np. arzäni "Wohlfeilheit, Würdigkeit — päz. arzanı = phl.
artanih worthiness Shk. 231, dignity, merit Min. Gl. 16; np.
arzani würdig, werth’ = päz. arzäni = phl. arzänik worthy
Shk. 231, Gl. and Ind. 20.
2. aržē wiegt auf, ist werth’ Hebr. 11,38 — FB. 271, 2. 7 v. u.;
‘kostet MGg. ed. Soukry p. 45, z. 2, 4, 5 u. s. w.
— np. arzīdan “werth sein, gelten’, phl. arZitan to be worth,
valued at’ Gl. and Ind. 20, 'aufwiegen' Bdh. Gl. 59. — Vgl.
np. arz und arj Werth, Preis’, arjmand werthvoll', phl. ar
"value, worth, price’ Gl. and Ind. 19, PPGI. 72, Bdh. Gl. 59.
3. aržēķě prezzo, valore noch bei Mast. jahk. 14. Jhd.
Echt armenisch ist arg- in yargem, anargem u. s. w.
A
6. wfunn azor Stall Sb. 68, 95, Leb. d. Väter
= np. azur ‘Stall’, phl. dvar West, PT. IV, 127, az'ar i
storün Rossstall' BBIV,40; Lw. kurd. azór, afgh. azor P. St. 5.
Dazu arm. azorapet?) Stallmeister' (der Stallmeister des
Königs von Persien) FB. 124, z.9 v. u.; azorapan dass. Martin;
phl. az'arsardár Yatk. p. 63 = np. rl arsälar, azursalär Stall-
meister.
7. mbun azt (i-St) Krankheit, Leiden’ Mc. 1, 34; 3, 10,
FB. 256 u. s. w., Gemüthsbewegung, Leidenschaft (zd4%og),
moralischer Fehler’
= zd. azti- "Krankheit.
In Comp.: aztažet krank Mc. 6, 56, Sb. 88 u. s. w.
8. wfumupp axtark und apaztarě Sternbilder und “Plane-
ten Anan. Shirak. 3), Ephrem, Joh. Sark. (s. Wb. unter
gelazan); apaztark MGg. 614, ed. Soukry 27 und 42 = “der
Norden’
1; Vgl. P. St. p. 230, 231.
2; Bei El. 77 steht zorapet s. u.) für azorapet des Wb.
3) Bei Anan. Shirak. ed. Patkan. 1877 findet sich nur einmal artark
p. 66, z. 6 v. u.
94 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= phl. aztar Zodiacalbild ), Sternbild’ Bdh. 56, Min. Gl. 6,
“constellation? Shk. 228, np. aztar Stern? phl. apäztar “der
Norden, nördlich, Planet’ Gl. and Ind. 8, Min. Gl. 25, zd. apaz-
tara-, apázóra- ‘nördlich’, np. baztar "Norden P. St. 120.
Dazu artarmol — axtarmal Anan. Shirak., MX. 150, z. 7 v. u.
des Textes, durch Kavdeay Sterndeuter erklärt = phl. aztar-
mar Astrolog Bdh. Gl. 56, Pahl. Diction. II, 291, 293; vgl.
np. aztaríumár “Astrolog neben np. sitärasumar Fird. I, 807
= phl. star-uémur (lies starusmar) Astrolog Dinkart V Gl.
p.18. Zu zd. mar, redupl. ki-Smar, skr. smar, phl. usmurtan, np.
$umurdan ‘zählen’, sumar "Zahl, arm. hamar und nsmar, vgl.
Horn, Grdr. p. 176; P. St. p. 80.
Ferner wohl vat-aztarak eigentlich'mit bösem Sterne" in vat-
artarak arareal El. 111, 11 “in Noth gebracht, bedrängt habend’.
9. mbuh akah kundig Osk. Mt., Seber., Magistr., Erznk.
Matth. (sonst nicht)
= np. agah kundig“, paz. agah knowing' Min. Gl. 29, phl.
akas Gl. and Ind. 30, Bdh. Gl. 69, P. St. 211. Vgl. np. nigāh
"Anblick, Aufmerksamkeit’, bal. nikah Aufmerksamkeit', phl.
nikäs look, observation, care’ Gl. and Ind. 246, zd. akasaf er-
blickte’, skr. kac.
10. Suffix bus -akan in vatarakan ‘Kaufmann’ von vacas
“Handel, anahtakan “anahitisch’ von Anahit Anähita', ormzd-
akan des Ormizd’ von Ormizd?) u. s. w.
1) Die persischen Namen der Zodiacalbilder (artaran) waren nach
Anan. Shirak. p. 62 folgende: varrak Widder, gar Stier, dopatkar oder
dopaikar) ‘Zwillinge’, garzang (phl. Karéang = päz. garzang Justi, Bdh.
Gl. 203, kalacang West, np. zarcang) ‘Krebs’, ser Löwe, dosica x,?
Jungfrau, tarazük' Wage’, yazdum Scorpion’, nemasp ‘Schütze’, bzasar aus
*buzasar (= 'ziegenküpfig, vgl. aiyoxepws, capricornus) ‘Steinbock’ (phl.
vahik), dol (= Emer) Wassermann’, mahik ‘Fisch’ (vgl. Bdh. 6, 3. 8, 9).
Die Namen der Planeten (apaztaràág) p. 64: zorasct Bonne, mang "Mond,
narz p lies vahrüm?) Mars’, koc (? lies tir?) Mercur’, teron) (? lies Hormizd?)
Jupiter, anaAit Venus, zruán'Saturn' (Bdh. 12, z. 20). Vgl. MGg. ed. Patkan.
Einleitung p. 22,23. Die Namen sind bei Ananias zum Theil stark entatellt;
die Làngezeichen fehlen in der armen. Schrift.
2) Das Suffix (eins der häufigsten der arm. Sprache!) tritt auch an echt
armenische Wörter: bavakan ‘ausreichend’, arautakan ' weidend , patvakan
kostbar, kocnakan eingeladen, ark unakan königlich', korstakan vergüng-
lich’ u. s. w.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 95
= np. -agün und -gān == phl. -aokan Darmesteter, Étud.
iran. I, 271 (vgl. Sãpuragãn = phl. sahpuhrakan Tab. 457; aóar-
badgan = phl. aturpatakan 8. oben p. 23, u. s. w.)
mhula; Gkamay s. unter kami.
11. he ahang einmal bei N. P. 10. Jhd. (»sie erhoben
die Banner gegen die ahang (ahangtc) der Perser ) vom Wb.
zu np.@hang Plan, Absicht, Art und Weise, Harmonie’ u.s. w.
gestellt, von C. weggelassen. Das Wort ist schwerlich richtig
überliefert; die Aenderung in ahagin (gen. pl. ahagnic) furcht-
bar' nicht angüngig.
12. h ahekan ein Monat == 5as3uxog 2 Maccab. 11,
30,33 (y amseann ahekani “im Monat Ahekan’) entspricht dem
9. phl. Monat atur Gl. and Ind. 87 = päz. adar, der im Avesta
#375 (ZDMG. 34, 701) Monat) des Feuers’ lauten müsste.
Vgl. den ap. Monatsnamen a3':yadiya-. Arm. ahekan könnte
aus *ahrekan (P. St. 205) entstanden sein und entspräche daher
formell einem phl. *aAra£an, älter *a9rakan, gebildet wie das
spätere adaragan “das Monatsfest am Tage Adar des Monats
Adar Spiegel, Eran. Alterth. III, 708, Hyde, Histor. rel. vet.
Pers., Oxonii MDCC p. 249. Vgl. mehekan — và Mi99oáxava
(Strabo).
13. wink ahok "Schaden, Tadel’, davon ahok-el Schaden
bringen’ Vrt'anés k‘ert‘. (7. Jhd.), Lambr., Mech. d. Arzt, Geop.
— np. aho “Tadel, Makel’ Fird. I, 136, 136; 452, 318, Vis u
Ramin 48, z.2, Horn, Grdr. p. 264, paz. aho = phl. ahok “fault,
defect, vice Min. Gl. 30, Shk. 227, davon phl. aAokinitan be-
Becken (West: “to disfigure’) Bdh. Gl. 80.
14. h Ambar Speicher, dzoS15x5 1 Chron. 28, 12,
MX. 27, davon ambar-el aufspeichern, sammeln, aufbewah-
ren’ Sb. 92 etc., dazu ambarapet "Magazinverwalter' Laz., s.
oben p. 37 unter Densapuh, ambaranog Aufbewahrungsort,
Speicher
— np. ambar Aufbewahrungsort, Speicher, Magazin’, paz.
phl. anbàr “heap, collection, store’ Gl. and Ind. 43, West, PT.
IV, 348, syr. 8208 maa ‘Magazin’.
Nebenform ambar s. unten.
96 2. Abschnitt: Persische Wörter.
15. wina amboz (i-St.) Menge, Volk, Lärm, Tumult Mt.
9, 23 u. s. w., FB. 8, 46, 233 u. s. w. (alt und häufig), $pol am-
bozi “politische Verwirrung, Revolution’ Sb. 31
= np. anböh "Menge.
16. wfhá amic eine Zukost!) (Früchte und amiò FB. 208,
2, 10; »mit dem amic von Wildpret« El. 156, z. 3 v. u.), davon
amater öworouög Osk. Mt. 3, 17,
= syr. NEUN, arab. (jari odor eech Ges. Abh. 12, 13. Die
Wörter setzen ein phl. “amit "Mischung! voraus, das zu np.
amërtun “mischen’, amez, amey u. s. w. (P. St. 8) gehören wird.
17. I ůu⁰ in uε anpartKas El. 112 (wohl ampartkas zu
lesen, wie in der Moskauer Ausgabe 1892, p. 131 steht), am-
bartkal — arm. jahakraun oder lusamit Dasian, Katalog der
arm. Hdsch. zu Wien, p. 9, part£as als Variante im Wb.
ist ein pers. Compositum, dessen zweiter Theil Äas für Ges
‘Glaube’ = phl. kes — zd. fkaesa- (= arm. kraun Religion,
Glaube, Regel' u. s. w.) steht. Im ersten Theil scheint ein
Wort für Licht (arm. jah Fackel, Lampe, Licht’, Zois Licht) zu
stecken. Das Ganze scheint der Titel eines Religionsbuches
der Parsen zu sein. Vgl. bozpayıt.
18. wirwgungul(-wpuj) anazarm(-a-bur) oder anazarm(-a-pes)
adv. 'unbarmherzig, grausam, barbarisch’ (Steph. Siun., Mech.
Rechtsbuch, Vardan etc.)
== pàz. anazarm-iha ‘mercilessly’, vgl. anazarm disrespected
Min. Gl. 10, äzarm “respect, favour' Min. Gl. 36, Shk. 236,
phl. àzarm “respect, reverence, honor Gl. and Ind. 11, np.
ázarm Achtung, Scham, Scheu’.
19. uh ananuz hdboouov ‘Minze (nur Mt. 23, 23,
Luc. 11, 42 und Med. Schr.)
zu syr. Wänn nānā (für na naa), arab. nana Minze' oder np.
nan-z"üh A. M. 260, Achund. Nr. 551 = nänureh ‘Ammi ?)
(vavoUga “Ammi du Cange, vgl. A. St. Nr. 1418)? Ueber Ammi
und Minze vgl. Löw, Aram. Pflanzennamen p. 259 ff. Phl.
1. Nach C.: spezie di vivanda fatta della carne di cacciagione.
2; Etym. = ‘Brotwürze’ (nan ‘Brot’ und zah = skr. sväda- Wohl-
geschmack’?\, vgl. vulg. arm. Aachamenm ('Brot-würze) = &vr9orv nach Wb.,
dagegen = ‘foenum graecum’ nach Geop. 251 (vgl. Geop. p. 90, 196?
2. Abschnitt: Persische Wörter. 97
nana nänukspram Bdh. p. 66, z. 21 nach Justi = Minze zur
Brotwürze’, nach West, PT. I, 104: the bread-baker's') basil ??
20. = anapak (i-a St.) ungemischt, rein (vom Wein,
äxparog, merus) Jerem. 25, 15, FB. 216, 4 v. u., Eznik 67 u. s. w.
— zd. anapa- wasserlos', np. nāb rein, ungemischt'.
Patkanean's Deutung aus an-a-pak nicht- un-rein' ist ab-
zulehnen, da die Grundbedeutung von arm. anapak offenbar
ohne Wasser, nicht mit Wasser gemischt' ist.
21. e anapat unbewohnt, wüst, Wüste’ Mt. 3, 3 etc.
(alt und häufig), apat bewohnt' (neben anapat) nur bei El. 46,
z. 2 und Joh. Kath.
== phl. anãpãt Spiegel, Huzw. Gram. p. 188, päz. anawa-
dan uninhabited' Min. Gl. 9: Negation von phl. apaátan'cultivat-
ed, inhabited" Gl. and Ind. 8, paz. awadan Min. Gl. 34, np. abad
‘bewohnt, cultivirt', abadan dass. Häufig ist abad — phl. apat
in Städtenamen, vgl. arm. Valarsapat (jetzt noch ein Dorf bei
Etschmiadzin) in der Provinz Airarat MX., Ag. etc., vgl. pers.
Balasabaó Tab. 134; arm. Perozapat (= Partav) Mos. Kal. I, 131
= pers. Perozabaó BB IV, 48, arab. Firuzabaó Name mehrerer
Stüdte Barb. 429.
Ein anderes apat — pat im Sinne von pateal Cumgeben,
von pat-el) liegt vor z. B. in acarapat cartilaginoso' von acar
‘cartilagine’.
22. 1 angam mal' (mi angam einmal, erkrord angam
‘zum zweiten Male’ Eznik 248, bazum angam “oftmals, oft),
auch (hervorhebend) Eznik 262, o¢ angam nichteinmal (alt
und häufig)
— phl. päz. np. hangam “Zeit, Jahreszeit, Zeitpunkt’ Bdh.
Gl. 276, Shk. 249, Min. Gl. 149 (ogam falsch für hangam). Vgl.
P. St. 216, 217.
23. f angarem in Rechnung bringen, anrechnen
Sb. 138, z. 11
= np. angar-am glaube, meine, erachte“, pàz. angardan “to
account, compute, imagine, recount’, angird a summary, con-
clusion’ Shk. 230, angara “computation, account Min. Gl. 12,
phl. angärtan “to enumerate, recount, relate Gl. and Ind. 52,
1) Np. nànu(?), nãnvã, nanba ‘Bäcker’.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 7
98 2. Abschnitt: Persische Wörter.
zd. hankärayemi'), hankero$a- gezählt, hankərəiti- Berechnung?
KZ. 27, 239 u. s. w. Vgl. meine Etym. und Lautl. der osset.
Sprache p. 22; Horn, Grdr. p. 28.
24. uhignidunmuplpn angutat- a- ber (V Ar. angzataber) MGg.
597, 2.23 (fehlt bei Soukry, Text p. 19)—0:Ag:0gógog Silphium
tragend' (Ptol.), von anguzat, angzat “Silphium Mech. d. Arzt
= np. anguZad Harz (žad gummi, resina arboris’ Vullers)
der Pflanze angudan’, vgl. angudan Silphium' Löw, Aram.
Pflanzennamen p. 36, anjudan = (pers.) anguyan A. M. 11 =
"Laserpitium, Silphium’ Achund. Nr. 8, anjedän Ferula asa
dulcis’ (anguze “Ferula asa foetida’) Polak, Persien II, 282.
Np. anguzad aus *angud + žad, älter *angut-- *zat; np. an-
gudan aus *angut +än. Vgl. np. kangarZad, syr. "117522 gummi
cynarae scolymi' (kangar) u. s. w.
25. hii⁰νi j anguman vulg. unvermuthet, unerwartet’ C.,
y-angumani-s 'unvermuthet' Steph. Orb. I, 73
ist armenische Negation von guman — np. guman Meinung,
Zweifel’, paz. guman, gumani ‘doubt’, vgl. paz. aguman “without
doubt' Shk. 246, 247, 227.
26. Hf andac-em, ondaé-em'untersuche, prüfe El.14,
z.9 (Moskauer Ausg. 20), davon andaémun£ pl. Gedanken, Ideen’
Narek. 10. Jhd. (sonst nicht)
— np. andäz Plan, Absicht‘, andaza Maass, Verhältniss’
Fird.1,24, 17; phl. andactén 'conjecture' Gl. and Ind. 52, andacak
‘opinion’ West, PT. I, 328, a measure of length’ Gl. and Ind.52,
manner Dinkart IV Gl. 2, Bdh. Gl. 75, andāztan planen
Bdh. Gl. 73; päz. andäzesni “measurable Shk. 230. Grundbed.
also: erwägen, ermessen. Dazu arab. muhandis “Feldmesser’,
handasat Geometrie“, talm. Gre, Tn er mass’ A. St. Nr. 116.
27. i andam (o-St.) Glied' Mt. 5, 29 u. s. w. (alt und
häufig)
= np. andam, paz. phl. andam Shk. 229, Gl. and Ind. 53,
zd. handama- "Glied. — Aramäisch schon bei Daniel Gan
haddam ‘Stück’, syr. Som ‘Glied’, arab. kadama “zerstörte.
28. winuni andar; (i-St.) "Testament! Levond (8. Jhd.),
Kanon., Vardan, Mt. Urh.
1) Nach Darmesteter allerdings = ‘accomplir.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 99
= np. andarz i) Rath, Vorschrift, Testament, Vermächtniss’
Fird. I, 258, 260, paz. andarz "injunction! Shk. 229, phl. andarz
"Testament, Vorschrift, Unterweisung’ Gl. and Ind. 61.
Dazu ufu Ab anderjapet oder handerjapet in: Movan
handerjapet El. 124, 128 — Movan anderjapet Laz. 262, 291,
307 (Titel derselben Person, als Beistand des Vehdensapuh
zur Aburtheilung und Execution der Leontier — neben dem
Inikan maipet (marzpet) — bestimmt, s. oben p. 69 unter Jnikan),
Mogag anderjapet (als Feldherr der Perser) FB. 157, der ander-
Japet (zwischen Obermopet und Oberfeldherr genannt) El. 47,
Sakstan anderjapet (als pers. Feldherr) FB. 156
= phl. andarzpat $vaspuhrakan (nach Obermopet, Oberfeld-
herr, Befehlshaber der Garde und Kanzler genannt) BBIV,62,
ZDMG. 46, 327, syr. »Muy(an)-andarzbaó, das verdolmetscht
wird: Ordner der Magerschaft« (neben dem Srösavarzdari und
dem Dastbarhamdad als Grossinquisitoren genannt) Hoffmann
p.50. Es gab also in Persien Andarzpets der Mager, des Hofes
(arm. der = pers. dar?), von Sejestan (arm. Sakstan für Saka-
stan?) und des hohen Adels (vaspuhrakan).
Vgl. handerjapet.
29. Inh andohakan beängstigend, schrecklich’ Sar-
gis 12. Jhd., Grig. Mask. 13. Jhd., andohil Angst bekommen’
Axtark', abgeleitet von andoh, das nicht belegt ist
= np. ando Kummer, Betrübniss', andöhgin “bekümmert,
betrübt’, phl. andöh sorrow, grief, mourning’ P. N. p. 68.
30. . anois (i-St., gen. anuši, nom. pl. anusunk MGg.
612 oder anois) wohlriechend, schmackhaft, angenehm, lieb-
lich’ (alt und häufig, z. B. Hohelied 1, 2, vom Oel gesagt)
= np. nos “grati saporis, suavis, dulcis, nosin lieblich,
wohlriechend'. '
In mehreren Compositis, z. B. anusaboir, anusaburak Arist.
35, 5 v. u. wohlriechend' (— zd. *anaofo-baoidi-) , anusahot
wohlriechend' Eznik 114, MGg. 599 etc.
Davon zu trennen: nz anusak?) 'unvergünglich, un-
1) Dazu andarzyar N. pr. = Rathgeber Tab. 462 Anm., das de Lagarde
auch bei Daniel 3, 2, 3 (pl. = batos, 7yovusvos, Kanzler) herstellen will,
vgl. gr. Ag. 157, 158.
2) An den Stellen, an welchen anusak nach C.: gustoso, dolce u. 8. w.
bedeutet, gehört es natürlich zu dem vorangehenden anoi ‘schmackhaft’.
7+
100 2. Abschnitt: Persische Wörter.
sterblich’: anusak kerakur unvergängliche Speise’ = &u-
ßooola Salom. 19, 20; anusak ewig Euseb. Chron. I; 3 Mac-
cab. 6, 10
— phl. anösak unsterblich, unvergänglich’ BB IV, 45, Gl.
and Ind. 59, zd. anaosa- ‘unsterblich’, np. andsa (bizi tu) (lebe)
ewig’ Fird. I, 257, 232. — Vgl. np. nos “aqua vitae’, nös-daru,
noš-giyā "antidotum, päz. ano$ 'antidote' Shk. 230, phl. aas
"Unsterblichkeitstrank' Art. Vir. 10, 5 — Gl. and Ind. 59 und
das N. pr. Anus, vun Xosrov (s. oben p. 20).
31. aimo dian anusadr "Salmiak’ nur bei C., im kleinen Wb.
und bei Norair, frz. arm. Wb. unter Ammoniac
= nösadir A. M. 263 (Vullers: nösädur), syr. anosaóur Ges.
Abh. 9, 10.
Kam arm. anusadr im lebendigen Sprachgebrauche wirk-
lich vor!), so dürfte es für *anusadur (gen. *anusadri) stehen
und auf ein sassanid. *ano$áóur zurückgehen.
32. u anvaver, anvaver-akan unbeständig, veränder-
lich, unglaubwürdig, ungiltig, nichtig, profan’ Snorh., Lambr.,
Osk. Apg., Ephrem, Euseb. Chron., Magistr. ist Negation von
[ubi vaver Ephrem, vaverakan Euseb. Chron., Osk. Mt. u.s. w.
‘glaubwürdig, gültig, passend‘, vaverakan matani das authen-
tische Siegel’ El. 103 (Moskauer Ausg. p. 121), vaverakan
‘Siegelring’ Steph. Orb.
= np. bävar Glaube, Vertrauen, glaubwürdig, wahrhaftig’,
bavar kardan ‘glauben’, afgh. Lw. belief, faith, confidence“,
bavari faithful, trustworthy’, päz. vawar “credibly, belief’ Shk.
272, phl. vawar (geschrieben vapar) “credible West, PT. II, 184,
väwari-aito?) is believed’, ebenda 26. Vgl. P. St. 25.
33. h asakert (i-a St.) Schüler Mt. 10, 25, Mc. 3,7,
Joh. 9, 28 etc. (alt und häufig)
— np. $ägırd, paz. asagard Min. Gl. 17, phl. asagart PPGl.
9, 8, Index p. 73 (für älteres *asäkert).
34. ašzat Mühe, Plage, aszat arnel mit Acc. bemühen,
plagen, belästigen’ (alt und häufig)
1; Modern-arm. wird nur nisadir gesprochen.
2) Pos, vàwarihed, váwarihast, vgl. Gl. and Ind. p. 348, Shk. 222.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 101
klingt persisch und würde ein zd. *zía:$t- voraussetzen,
das nicht vorliegt. Skr. ASatı- passt wegen der Bedeutung
(Verletzung, Einbusse, Schaden, Fehler) nicht.
35. a$raravand (aszarhavand) xarınleiov, davon asrar-
'avandik (a$zarhavandik) x&z Aog Osk. Mt. scheint gleichfalls
persisch zu sein.
Ein anderes as$zaravand FB. 246, 1 (wo von einer Kopfzierde
die Rede ist) enthält -vand — pers. band Band 2 Vgl. P. St. 182.
36. an been? aszark (i-a St.) "Welt, Land’ (alt und überall)
— ap. z5aJ'a- Reich’, zd.xsa9ra-‘Reich, Herrschaft, Macht,
skr. kšatra- "Herrschaft, Macht’, phl. 3atr, chald. phl. zSatr- in
zéaird(a)in Haug, Essay on Pahlavi p. 47 (gesprochen Saur,
zsahr-) “Land, np. Sahr Stadt' (älter "Land". Vgl. Aparaszarh
bei El. = Aprsahr bei Sb. = np. Abarsahr (s. oben p. 20).
Die alt-arsacidische Form lautete z$a9r, dann z$ahr. Letz-
tere ging in das Armenische über mit Umstellung des zé in
Ar (wie immer, vgl. Aázen oben p. 20, aszet, basık u. s. w.),
Vorschlag des a (wie in asret) und Umstellung des Ar in rå.
Vgl. P. St. 234, 235 und 205. In späterer Zeit lautete das
Wort sahr und wurde als šah (aus *śarh für Sahr) und Sahr- neu
entlehnt, s. unten 5ahastan u. s. w.
In mp. np. zahr kann ap. 25a9*a- Reich' und ap. *éai9^a-
= zd. ra- "Landschaft! (vgl. ys. 31, 16, 18: demana- "Haus,
vis- ‘Dorf’, sid ra- District, dahyu- Land") = skr. kbetra- Feld,
Land’ zusammengefallen sein; s. unten $ahap und $ahapet.
Lautgesetzlich hätte sa % zu mp. *sehr, dann zer (P. St.
206) werden müssen.
37. myfukın abet “rothbraun’: aśzēt ji rcvóóóg Yos roth-
braunes Pferd’ Sacharja 1, 8; 6, 2 (daher auch bei Lambr. Er-
klärung des Sach.), sonst noch im Ganjaran: ašzetaji (vgl. Wb.
8. v. Cartuk)
setzt ein ap. *zšaíta-, zd. *zíaeta- rothbraun' voraus, das
vorliegt in np. Sedásp mit rothbraunen Pferden’ N. pr. Fird.
= pl. šztasp Horn, Sieg. 32, np. $edäna 'zizypha rubra, phl.
&et-vars rothhaarig' Bdh. Gl. 192 (wo auch np. seda Fuchs),
kurd. P 'alezan' Justi, Noms d' animaux en kurde p. 8, Si ‘alezan’,
hesp i ši un cheval alezan’ Justi-Jaba Dict., $e Fuchs' (Pferd)
Socin, kurd. Samml. II, 317.
102 2. Abschnitt: Persische Wörter.
38. 4h / askaray adv. offen (Gegensatz: verborgen,
heimlich) El. 18, z. 21, 22
— np. a$kar, a&kara, askärä klar, offen, päz. aékara mani-
fest, obviously’? Min. Gl. 32, Shk. 231, phl. äskarak, askarak
Gl. and Ind. 29, zd. *äviskara- Horn, Grdr. Nr. 33.
Das Wort scheint nur an der angeführten Stelle vorzukom-
men. Es ist wohl erst im 5. Jhd. ins Armenische eingeführt
worden, daher die Päzendform. Vgl. akamay unter kam.
39. un inbruy asteay (gen. astei) Speer, Lanze’ Hohelied 4, 4
(Variante), 1 Chron. 12, 8, Arist. 11, z. 19 u. s. w.
— zd. ap. arsti- Speer, Lanze’.
Sonderbar ist die Endung -eay!) man erwartet nur *ast,
wie ap. arsti- im Phl. lauten musste, vgl. P. St. 261. Das von
Horn, Grdr. p. 266 angeführte phl. ars? wird Umschreibung
der Zendform sein.
40. uuu ap-a-, ap- (vor Vocalen) als 1. Glied von Compo-
sitis — skr. zd. apa- (in skr. apakama- 'Unlust, apakirti-
‘Schande’, zd. apazsa9ra- ohne Herrschaft).
Da idg. p nach Vocalen im Armenischen sonst als v er-
scheint, liegt die Vermuthung nahe, dass apa- aus dem Persi-
schen entlehnt ist. Dagegen spricht nur der Umstand, dass ein
entsprechendes apa- von gleicher (negirender) Bedeutung im
Pehlevi nicht belegt ist.
Im 5. Jhd. finden sich: apazurem dnroxıdagow (mit Acc.
z-glux das Haupt’) entblössen' Lev. 10, 6; 21, 10 (von zoir
xíóaQuc, aus dem Pers. entlehnt); apahark &qogoAóynrog un-
besteuert, abgabenfrei 1 Maccab. 11, 28; 10, 34 (von hark
Steuer, Abgabe); apasnorh dyagıorog 'undankbar'?) Luc. 6, 35
u. s. w. (von snorh Gunst, Gnade, Dank’, xdols, pers. Lw.);
aparasan zügellos FB. 12, Ag., El. u. s. w., auch aperasan
Narek., Osk. Tim., Oskiph. (von erasan, erasan-ak Zügel,
pers. Lw.); aperaxt ohne Dank, ondenkbar, unbedankt' (von
erazt-, eraztik “Wohlthat, Dank’, vgl. skr. rakta- zugethan,
anhängend', rakti- das Zugethan sein'?); apus?) bestürzt
1) Doch vgl. unten p. 114 bazē.
2; Vgl. apazt 1) &yagtoros, 2) 'ungiltig, nichtig’ Num. 30,3, apartık
‘Undank’ FB. 39, apartavor 'undankbar, unwürdig : apa + axt?
3) Vgl. paz. awehös‘senseless’, awehosi*want of understanding’ Shk. 235.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 103
3 Maccab. 6, 15, davon apsim bestürzt, verwirrt sein’, caus.
apseguganem"verstocke, verwirre, bethöre’, zwe0w, £SiornuıJoh.
12,40, Apg. 8, 9, 11 (von us Verstand' pers. Lw.). Nach diesen
Mustern finden sich später, besonders bei Gregor v. Narek
(10. Jhd.) und Nerses v. Lambron (12. Jhd.) neu gebildet: apaban
*der nicht antworten kann, schuldig" Narek., Lambr., apabanel
‘zum Schweigen bringen’ Narek., apagorc unnütz Narek., apa-
zen ohne Waffen, schwach’ Narek., Lambr., apatoin “giftlos
Narek., apaAavat'unglüubig, zweifelnd’ Narek., apajain ‘stumm’
Narek., apajern mit leerer Hand, arm, ohne Helfer Narek.,
apasuk inglorioso, vile (nur bei C.), apajan nachlässig, sich
vergebens mühend' Narek., apastvaculiun Atheismus Narek.,
apatohm “von geringer Herkunft’ (Jac. Nisib., Pit., 5. Jhd.?)
u.s. w. Dagegen sind gelehrteBildungennachgriechischem
Muster: apabanuliun drroAoyla Philo, apabnakuliun dirotxla
Philo, apalarg ànóovoogoc (13.—14. Jhd.), apasuliun &nógaocig
‘Negation’, apasocem Gréng. s. w. David re égunveíag,
Dionysius Thrax, apatruliun dnödocıg Philo, apagoig àzóóeiEug,
apacucakan &zoósuxvixog David u. s. w., aperdmnakan dmo-
worıxog Dionysius Thrax u. s. w.
apaztark s. unter aætar p.93.
41. =, apakı (gen. apakvoy) VaAog “Krystall, Glas’
(auch als Gefäss) Hiob 28, 17, Apc. 21, 18, Eznik, apak-elen
gläsern'
könnte von “ap = zd. ap-, ap. āpi- Wasser abgeleitet sein
und zu np. abgina Krystall, Glas’ gehören, das, wenn es nicht
aus ab Wasser und dem fertigen Suffix gin, gina (vgl. Darme-
steter, Etud. iran. I, 272) gebildet ist, auf ein phl. “apak-en-ak !)
zurückgehen würde.
Vgl. apiki Glas, Perle, Schröpfkopf, Glasur, Mauerkraut'
(Kir. 209, Xosr. ptrg., Ephrem galst., Mech. d. Arzt, Med. Schr.,
Geop.).
42. weuwmi ue dp %r = aparah Ev déem oüca 'men-
struirend' Ezech. 18, 6 etc., apaharit — aparahit dass., apaha-
ruliun = aparahuliun “Menstruation”, y-aparahd zanc arnel
1; Jung-phl. »äwginak« Quecksilber oder ‘Spiegel’, »àáteginakinó«
krystallen West, PT. I, 273, IV, 221.
104 2. Abschnitt: Persische Wörter.
i éemisn eríal FB. 237 auf den Abtritt gehen’, aparahanog
Kloake
scheint pers. Ursprungs zu sein.
43. u apaharzan Scheidung von der Frau’: gir
(oder du apaharzani (oder apaharazani) Scheidebrief Deut.
24, 1, Jes. 50, 1 u. s. w.
— skr. apasarjana- “das Verlassen, Spenden, die letzte Be-
freiung der Seele’, zd. apa + harezana- (vgl. vis-harszana- vd.
1, 8); dazu zd. apanharsti- das Erlassen’ (der Strafe), skr.
apasrs{a- sich zurückgezogen habend von’. Ueber rz im Per-
sischen s. P. St. 222, 223.
Echt arm. ist arjakumn Entlassung, Scheidung’, vgl. z ar-
Jakmann dncogtagıov Mt. 5, 31.
44. [wuymnnuf aparum frech, grausam, heftig, masslos Osk.
Mt., El. 26 u. s. w. passt nicht zu phl. aparün “improper, ir-
regular, unnatural, wrong Gl. and Ind. p. 9 etc. (Gegensatz
zu frarün “gut, vgl. P. St. 121 Anm.).]
45. nb apastan “Vertrauen, Zuflucht‘, xarapvyr
Num. 35, 6, Deut. 19, 3, 2 Kor. 1, 5 u.s. w., ‘Schutz’ Levond 60,
2. 8, apastan linim nehme meine Zuflucht zu’ Sb. 27, apastan
arnel anvertrauen, überlassen’
= phl. apastän Vertrauen ZDMG. 44, 65 1, 657, 667 u.s. w.,
päz. awastam confidence, reliance, trust’ Min. Gl.24, Phl. Min.
11, 2. 5; 37, 2. 12. Vgl. skr. upasthana-"Aufwartung, Verehrung’.
46. 1 u, aparanjan Armband’, 9 Gen. 24, 22,
Num. 31, 50, Jes. 3, 20, Mos. Kal. I, 291 u. s. w.
— np. abranjan Armband', auch afranjan, avranjan, bar-
anjan P. St. 179 Anm.
47. he aparan-k Haus, vornehmes, prächtiges Haus,
Palast’, olzog Amos 3, 15, Jes. 22, 8—10, olxía Apg. 11, 11,
aùh Esther 6, 12, moartwetov Mt. 27, 27, Joh. 18,28, ‘Palast’
Sb. 95 u. s. w.
= ap. apadana-, hebr. mme Daniel 11, 45, talmud. RITON
ZD MG. 39, 49, palmyr. XDN ZDMG. 24, 108, syr. afaóna
‘Palast’, arab. fadan Schloss.
aparasan 'zügellos' s. unter apa p. 102.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 105
48. ND apartaner war hochmüthig’ El. 12, z. 4, 5
(Moskauer Ausg. 17: aparasaner), aparlanakan C., aprianakan
Wb. (apriakan altes Wb.) bei Ag. hochmüthig'
== np. bartan “hochmüthig’, pàz. awartani, phl. apartanih
Hochmuth' Min. Gl. 22, Phl. Min. 66, 12 (vgl. den Gegensatz
frötan (für frottan) humbly' West, PT. I, 156 = np. firötan
*dehmüthig.
49. Ji aparaus "Kopfbund' Ex. 28, 40; 29, 9 u. s. w.
(nur A. T.) i
setzt ein phl. “aparaf$ voraus.
50. wyunwunwh apavandak Seil (des Zeltes, neben çiç
Pflock im A. T.) Ex. 39, 40, Num. 3, 37 u. s. w.
— skr. upabandha- Band, Strick".
51. bf apeniaz (apeniaz) der nichts bedarf, bedürf-
nisslos' Ag., Osk. Joh. 1,9, Narek., auch: woran kein Mangel ist,
reichlich, unerschópflich' Narek., Erznk.
= np. be-niyäz bedürfnisslos, abstr. beniyazi Fird. I, 483,2,
paz. awenyäz Dee from want, needless’ Shk. 235, phl. apeniyaz
Ganj. Gl. p. 3, Salemann, Mittelp. Stud. p. 210.
Vgl. wijung anniaz bedürfnisslos 2 Maccab. 14, 35, auch
^unaufhórlich' Dionys. Areop. 8. Jhd. aus arm. an + pers. niyaz,
und Aug niaz Mangel habend, bedürftig, arm’ Eznik,
Lambr., MX. (233,2.2: ev mez o( ing niaz er i jenj obwohl wir
eurer nicht bedurften, euch nicht nöthig hatten”), niazegucanel
*schwüchen' (den Körper durch Fasten), niazutiun Mangel, Noth
= np. niyāz Bedürftigkeit, Verlangen, Bitte’, paz. nyaz
“want, necessity, nyazidan' to covet Shk. 261, phl. niyaz want
u. 8. w. Gl. and Ind. 251.
52. wuyf api- als 1. Gl. eines Comp. ist nach armen. Ge-
setzen aus ape- entstanden und liegt vielleicht vor in:
mwih up apikar schwach (do9evns) Salom. 13, 18 u. s. w.,
vgl. an-kar, t-kar schwach'; |
mujppunn apirat ungerecht, unrecht’ (&rorvos) Luc. 23, 41,
Eznik 265 u. s. w., aus älterem *apeóat!) = np. bedad?) un-
gerecht (vgl. päz. awedadi = phl. apedätih “injustice Shk. 234) ?
1) Vgl. P. St. 201.
2) Das aber auf phl. apedat, nicht *apédàt, zurückgeht.
106 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Dieses apt- = ape- wäre dann identisch mit ape- in apeniaz
(s. oben Nr. 51) und phl. ape ‘ohne’ (apebar ‘fruitless’, apebun
‘unsettled’, apebim ‘fearless’, apesut ‘useless’ u. s. w. Gl. and Ind.
16 flg.), pàz. awe (awebim “without risk’, awecar “without help’,
awerah 'astray' u. s. w. Shk. 234, 235), np. be (betara ohne
Mittel, hilflos’ u. s. w.) = ap. *apaty — zd. apõi (aus apa +
if, vgl. ap. naiy = zd. noif aus na + i).
53. wyzna apšop Tumult' MX. 129, z. 12 (davon apšopim
"ürme' Osk. salm.) erscheint in zwei Hdschr. als GC das,
wenn richtig, zu
np. 4505 Verwirrung, Aufregung‘ (aSuftan, pr. aiobam ` er-
regt, verwirrt werden), phl. a$op “confusion, tumult’ Gl. and
Ind. 30, skr. Kb e in Aufregung gerathen’, Asöbhayati in
Bewegung versetzen’, ksobha- Erschütterung, Unruhe, Auf-
regung’ gehören würde (P. St. 7). Ist apsop richtig, so könnte
an ein phl. “ap-$op (mit Praep. ap, apa- statt a) gedacht wer-
den, das freilich nirgends vorliegt.
54. ne apuxt = wvyuog Num. 11,32: apztegin iureanc
apuzts apuzts Eıyv5av avtos yvyuovg “sie trockneten, dörr-
ten das Fleisch der Wachteln an der Luft’, sonst nur noch !)
bei Magistr.: Jemand fand einen Frosch und machte apurt,
ihn für einen Fisch haltend. Wb. erklärt apuzt als: Fleisch
mit Salz und Kümmel gewürzt und ungekocht getrocknet,
wonach man apurt als das ungekochte, d. h. gedörrte Fleisch (im
Gegensatz zu dem gekochten) fassen und zu phl. *apuzt un-
gekocht’ (vgl. ^upuzt well cooked" Gl. and Ind. 46) stellen könnte.
Davon abgeleitet wäre apztel 'gedórrtes Fleisch bereiten’.
55. Hf apsparem (apasparem) übergebe, überlasse,
vertraue an' (etwas der Gnade Gottes u.s. w.) Koriun 25, Osk.
2. Kor.
= np. supurdan, suparam “übergeben, anvertrauen’, paz.
awaspüram 'deliver, consign’ — phl. apaspäram Min. Gl. 23,
Shk. 233, Bdh. Gl. 68, P. N. 71, PPGl. 78; vgl.Jan-apaspar
- Phl. Min. 8, 3, P. N. 82.
Für apspvarem Steph. Orb. I, 254 “trete ab (ein Dorf),
schenke ist wohl gleichfalls apsparem zu lesen.
Vgl. unten patsparem.
1) Doch vgl. Wb. unter a?ceal: »gesalzen und apzteal« Euseb. Chron. I.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 107
56. Ufern aprısum Seide MGg. 616, z. 13, ed. Soukry
p. 46, z. 10, Mos. Kal. I, 93 (apresum), Michael, Ganjaran, davon
aprišmi (aprisims) von Seide’ Narek.
= np. abresum, abresam 'Seide', bal. abreSam Lw. etc. Vgl.
Ges. Abh. p. 7, Horn, Grdr. Nr. 65.
Also = phl. *apresum aus *aparesum oder *uparesum oder
*uparesma, vgl. P. St. 12, 125 Anm., 175. — Arm. aprdum FB.
108, z. 4 gehört nicht hierher, es ist ein Schmuck der Pferde-
rüstung.
57. wuypumd‘ aprsam (var. aprasam, aprsad, aprasad) “Bal-
sam’ MX. 90, Steph. Siun. (8. Jhd.) und später
= syr. apursama und pursama (pursoma?), mandäisch pur-
sama; aus dem Persischen?
MX. 90: Pompejus (Pompios) eilt durch Syrien nachJudáa
und lässt durch den Vater des Pontiers Pilatos den Mihrdatdurch
Gift tódten. Dafür zeugt auch Josephus (Josepos) in dem, was
er über den aprsam erzählt, indem er sagt: an Pompejus gelangt
in der Náhe von Jericho die frohe Kunde von dem Tode des
Mihrdat. Vgl. Joseph. Antiq. jud. XIII, Cap. 3, 8 4 (ed. Niese,
p. 248): xal uev?! où oki TMourenip orgarıcv im aùtòy äyovrı
na 600v Apınouevol tives èx movrov vi» Mu99iudávov televthv
Eunvvov vi» èx [dia] Dapvanov [paguáxov] oU mars avvQ
yevouévny. Cap. IV, 1: Zroavoztósvaáuevog dé megl Iegi-
xobvra, oU rv qolvixa avuféfnxe ro&peodaı xal tò èno-
BáAcauov, ubowv &xgovarovy, 0 Tüv Iduvwvy vtuvouévov
65e 1 ο dvanıddaı Wanto bros, Soen ini "IegoooAucv
xh et.
58. wnuuwt atasan ‘Strick, Schnur‘, orragriov Pred. Sal.
4, 12, Ag., Narek., Magistr., Sar.
= np. rasan ‘Strick’, s. unter erasan p. 148.
59. wnwn atat "reichlich EI. 5, ‘freigebig, gütig, vom
Auge: gut, klar’ &zAovc Mt. 6, 22 (alt und häufig)
— np. rād ‘freigebig’, phl. rat liberal, bountiful, generous’
Gl. and Ind. 130, davon paz. radi = phl. rati “liberality Min.
Gl. 176, Gl. and Ind. 130, Shk. 264, West, PT. IV, 244, skr.
räti- "bereitwillig, günstig, zu geben willig; Verleihung, Gunst,
Gabe’.
108 2. Abschnitt: Persische Wörter.
60. f asp- Pferd' in den folgenden Comp. = np. asp,
zd. aspa-. Auch in aspakani ‘Jäger’?
61. S aspazen Pferderüstung, Geschirr’ Ag., MX.
168, z. 19, Thom. 39, z. 13 (zen ev aspazen, var. asparazen)
adj. = “mit Pferderüstung versehen’ Joh. Kath. !), davon aspa-
zinel (das Pferd) rüsten Thom. 38, z. 3 v. u. des Textes,
— np. asp Pferd' + zen “Waffe, Rüstung’ s. unten.
Vgl. sparazen 'schwerbewaffnet', a/nazen “Männerrüstung,
gerüstet. Arm. aspazen könnte auch Pferdesattel' bedeuten
nach np. zin i asp, scheint aber so nicht vorzukommen.
62. If aspacarakakan ‘nomadisch’ (sc. keank
"Nomadenleben, Hirtenleben’) Euseb. Chron. I
= phl. asp ‘Pferd’ + tarak "Weide (s. unten) + suff. akan,
also = auf Pferde-weide bezüglich”.
63. Aab aspastan (i-a St.) Pferdestall' FB. 124,
Sb. 96, Pseud. u. s. w.
= zd. aspostana-, phl. aspastan Pahl. Dictionary III, p. 538.
Nach Wb. auch aspastani, gen. aspastanvoy. Dazu aspasta-
nik (= phl. *aspastamik) im Stalle gepflegt, edel’ (sc. Pferd)
1 Maccab. 3, 39.
64. Sui aspatak (i-a St.) ‘Einfall (eines Heeres in ein
Land?)) El. 8, z. 1 u. s. w. (alt und häufig)
— zd. *aspötaka- “Einfall zu Pferde’, vgl. zd. aspa- ‘Pferd’
und zd. taé laufen, fliessen’, taka- in derezitaka- schnell lau-
fend, np. taztan laufen, laufen lassen, einen Einfall machen,
plündern’, phl. taztan Yatk. 67, np. fag und tak Lauf Fird.
I, 335, 302, phl. tak Lauf Bdh. Gl. 110, np. tēzətag schnell
laufend’ Fird. I, 485, v. 855, tagarar "Benner Fird. I, 461,
v. 439. Davon aspatak-em einen Einfall machen, plündern’,
aspatakavor (El. 98, 14 v. u.) der einen Einfall macht".
65. unnqup aspar (i-a St.) Schild 1 Kg. 17, 45, El., Mos.
Kal. I, 352 u. s. w., in Ableitungen auch spar-
1) An der andern vom Wb. citirten Stelle des Thom. U, 3 ist nicht
aspazén, sondern sparazen 'achwerbewaffnet zu lesen, vgl. Sb. 156, z. 4,
Thom. 87, z. 8. Die Stelle ist aus Sb. 38 entnommen, wo sparazineal
‘schwerbewaffnet’ steht.
2) C. nimmt als urspr. Bedeutung an: ‘truppa armata che fa scorreria'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 109
= np. sipar, ispar ‘Schild’, päz. spar Min. 190, skr. Lw.
sphara-. Dazu asparakir “Schild-tragend’ Osk. Philip. neben
sparakir FB. 200, 232, asparavor == rıeAtaovng 2 Chron. 14, 8;
17, 17 (als Variante zu parsavor Schleuderer), asparapak Laz.
= sparapak Ag., Laz. “coperto di scudo' u. s. w.
asparapet s. unter sparapet.
66. wumuplg asparez FB. 242, Z. 18, MGg. 985, Sb. 47
oder aspares (i-a St., gen. asparisi etc.) Hohelied 7,5, Mt. 12, 24,
1 Kor. 9, 24, Pseud. 168, z. 12, MX. 118 u. s. w. “Stadium
(orddıov, als Mass) Rennbahn (iz760gouog) Kampfplatz,
Schauplatz’ u. s. w. |
= phl. asp(u)ras PPGl. 75, aspres Salemann, Parsenhdschr.
86, aspres, aspras Pahl. Dictionary III, p. 541, np. aspres,
asprez, aspras, aspraz bei Vullers, aspres Schefer, Chrest. pers. 1,
p. 74, z. 1 v. u., syr. RER Hippodrem' neben jüd. hebr. aram.
Om “Stadium Nóldeke, ZDMG. 44, 532.
67. muuhin aspet (i-St. und i-a St.) nach Wb. — “Ritter
oder Graf MX. 75, z. 2 v. u., 194, z. 1 v. u., FB. 256, z. 8,
Sb. 114, 136 u. s. w., Titel der Bagratunier, die das erbliche
Amt hatten, den armenischen König zu krönen FB. 256,
8-10, davon aspetuliun Amt oder Würde eines Aspet’ Ag. 596
= ap. *aspapati- "Pferdeherr, das zu *aspati- verkürzt
wurde (vgl. ap. hamata aus *hamamata).
68. mwuujujuhuu aspnjakan (selten aspanjakan) der einen
Fremden gastlich aufnimmt, Wirth’ Röm. 16, 23 u. s. w., aspn-
Jakanuliun “Gastfreundschaft” El. 72, z. 2 v. u.
— pàz. phl. aspanj 'a resting place, a lodging place Min.
Gl. 18, Gl. and Ind. 23, np. sipanj, syr. NIPUN domus.
Arm. aspnjakan deutet eigentlich auf ein phl. “aspinjakan,
vgl. syr. WEEN “der bewirthet' P. Smith 410 und mand. N
$pinza.
69. [uuu bil astand-em "agitare, storcere, travolgere’
Ephrem, Osk., Philo u. s. w., gehört nicht zu ap. &orávórc,
dandvöng, &cyavóngc (vgl. darüber Jensen bei Horn, Grdr. p. 29
Anm.), sondern ist aus arm. ast hier und and dort gebildet,
vgl. bei C.: astandakan ‘vagabondo’ — or ast ndev a yacı.]
110 2. Abschnitt: Persische Wörter.
70. umun df, Futter (eines Kleides), einmal bei Var-
dan, Psalm. (13. Jhd.)
— np. ästar Futter (eines Kleides). — Modern?
71. me atak, gewöhnlich jwmuh yatak (i-a St.) Boden,
Fussboden, Erdboden’ Num. 5,17, 3 Kg. 6, 15, 16, 30 (an letzter
Stelle acc. z-atak mit var. z-yatak) u. s. w., vgl. de Lagarde, Btrg.
zur bactr. Lex. p. 64, davon yatakel dem Boden gleich machen’
Luc. 19, 44 gehórt nicht zu
np. tak!) = fag ‘fundus, imum putei, piscinae simil., fanda-
mentum’ (Vullers), 1. da im Armenischen yatak die besser be-
glaubigte Form ist, 2. da ein phl. “atak — päz. *adak im Np.
zu “dak werden müsste. Auch die Zerlegung von yatakel in
y-atakel und die Zusammenstellung mit satakel “vernichten,
umbringen’ (— s-atakel aus dem Fundament reissen’, 2xgı-
boca. 2 Maccab. 12, 7, vgl. de Lagarde, Btrg. zur bactr. Lex.
p. 64) ist nicht sicher. ®
Auch u bf atak em ich kann, bin im Stande’ (Euseb.,
Seber., Osk.) kann nicht zu phl. tag (= tak) stark, Held’ Gl.
and Ind. 122, Min. Gl. 198, Horn, Grdr. p. 294 gehören.
72. uunp- atr- Feuer aus atur — zd. atare-, phl. atur- (s.
oben p. 23) in
unnpuignyu atragoin feuerfarbig (vom Scythicon? gesagt)
MGg. ed. Soukry p. 46, feurig, glühend' Cyrill, Joh. Kath.,
Magistr., Leb. d. Váter i
— np. adaryun ãdargũn I. rutilus , 2. species anemones’ etc.
Goldlack, P. St. 248 Anm., in der Medicin adaryin A. M. 28 =
Calendula officinalis, Ringelblume, Todtenblume’ Achund. Nr.
43), phl. adargün (in Zendschrift) Mohn' nach Justi Bdh. Gl. 57,
‘marigold’ nach West, PT. I, 104, zd. *ztaragaona-, phl. *aturgon;
um. atrasek?) nach Wb. = “memugwuévos, ignitus
(einmal bei Philo), aus atur und arm. Sei 'fahl-roth';
unn atrorak feuerartig, feurig’ (Magistr.) aus atur und
arm. orak ‘Beschaffenheit’;
unn ui, atrušan “Feuertempel FB. 188, z. 6, El. 11, z. 5
v.u., 39, 16 u. s. w. aus atur und usan = “osan?
1) Dazu modern arm. tak ‘Boden, was unten ist.
2) Vgl. artasėk glühend' MX. 227, davon artasikagoin sehr glühend’,
artasikanam glühend werden'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 111
Ein phl. atrusan vermuthet Fr. Müller WZKM. 4, 358 für
atur šah WZKM. 2, 123. Ich würde im Phl. *aturasan er-
warten.
73. win, ardu (i-a St.) ein Getreidemass, nur im alten
Testament, für doraßn, oli, yóuog der Sept.; Belege s. im Wb.
= altpersisch dorafr, arab. ardab ? Man sollte arm. *artav
erwarten.
und arzan 8. oben p. 92 unter azan.
74. 1 arčič nach C. = Zinn' oder ‘Blei’, »schwarzes
arcié d. i. Blei« Oskiph. 5
= np. arziz Zinn, Blei’ (weisses arziz = ‘Zinn’, schwarzes
arziz — Blei) P. St. 12.
Arm. arcc ist seiner Lautgestalt nach alt entlehnt (= phl.
*arcic), obwohl es nur Oskiph. (nach d. 12. Jhd.) und bei Fra
Marthin (14. Jhd.) vorkommt.
75. ni , arma (o-St.) = polvi: Dattel, Palme, Phoenix’
(Vogel) Ag., 2 Kg. 16, 1, 2, Joel. 1, 12, Hiob 29, 18, Cyrill.,
Mech. Fabeln u. s. w.
= np. zurmä Dattel', phl. paz. zurma Bdh. p. 59, z. 3, Min.
Gl. 128.
Im Persischen kann z vorgeschlagen (P. St. 265) und aus-
lautendes v abgefallen sein (P. St. 165).
Davon: arm. armavastan = Gowixov Ezech. 47, 18, 19 =
np. zurmästan "Palmengarten’; arm. armaveni Palmenbaum'.
Ueber die persischen Dattelpalmen s. Tab. 245.
76. apajp aroir Messing 1 Chron. 28, 2, aruri (gen. oder
adj.) von Messing’ Ephrem
= np. roi “aes vel stannum fusum’ (P. St. 68), phl. roi oder
rod Gl. and Ind. 141, Shk. 266, bal. rod "Kupfer, skr. löha-
"róthliches Metall, Kupfer’, ksl. ruda “Metall, lat. raudus.
Arm. aroir geht wie np.roi auf ein arsacid. rod — ap. *rauóa-
zurück, P. St. 201.
77. muqu avazan (i-a St.) Wasserbehälter, Teich, Bade-
wanne, Taufbecken' A. T. u. s. w. (Belege s. im Wb. und Ges.
Abh. p. 10, Anm. 3)
= syr. RTN Taufbecken' oder Nu, nach de Lagarde pers.
Lw. = np. abzan "cisterna parva ?
119 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Arm. avazan gehört jedenfalls nicht zu np. @dzan, dem nur
ein altqrm. *apazan entsprechen würde. WZKM. 5, 266.
78. mutu avan (i-a St.) Städtchen, Flecken’, alt und häufig
— ap. üvahana- Flecken oder ‘Dorf’?
Man sollte im Phl. avahan und danach im Arm. avahan
erwarten, dah — urspr. s im Persischen zwischen Vocalen nicht
schwindet. Vgl. P. St. 170, 217.
79. una ava£ oder avaj “Stimme, Melodie, Lied’ David,
Sokrates, Kircheng. (7. Jhd.), Erznk., Bars. Mask., Martin
— np. avaz ‘Stimme’, phl.äväc PPGl. 91, éarp-avac ‘sweetly
speaking Ganj. 9, päz. dusawaäi 'evil-speaking Min. Gl. 67; vgl.
zd. vac- ‘Rede’, phl. vaé ‘inward prayer West, PT. I, Introd.
p. 73, np. baj, vaz 'Gemurmel, leises Recitiren religióser For-
meln' Tab. 353, P. St. 104.
80. ap avar Beute Luc. 11, 22 u. s. w., alt und häufig
= phl. avar ‘Raub’ Yatk. p. 67, bal Lw. avàr 'spoil,
plunder’, afgh. Lw. avār ‘plunder, booty, pillage, mandäisch
avar ‘Plünderung’. Ueber päz. phl. apar, apardan u. s. w. s.
P. St. 9.
81. wıhp aver, averak wüst, Verwüstung’, arerem ver-
wüste Luc. 21, 20 u. s. w., alt und häufig
kann nur dann zu np. verán (beran) wüst', päz. awiran Min.
Gl. 21, phl. aperan Gl. and Ind. p. 17 gestellt werden, wenn
im Phl. aperän für averan geschrieben und dies in aver-an
(vgl. np. abad-an) zu zerlegen ist.
auSak = ošaķ s. im 3. Abschnitt.
82. weuwpg ausard alte Frau’ (einmal bei Philo)
= ap. *awi-sarda- bejahrt', zusammengesetzt aus der Par-
tikel ap. awi- (abiy) = zd. atwi- = mp. np. af und aw (P. St.
183) und ap. *sarda- — zd. sareóa-, np. sal Jahr' (P. St. 260).
Vgl. arm. navasard.
Die Pehleviform des Wortes war *afsard.
83. u autar (i-a St.) andere, verschieden, fremd’ (alt
und sehr háufig)
= zd. aiwitara- nur yt. 17, 14 andere’ (Justi), benachbart'
(Bartholomae, Geldner), fremd' (Darmesteter) —?
2. Abschnitt: Persische Wörter. 113
apsos s. im 3. Abschnitt.
84. puq bag “Antheil, Erbe’ Ephrem (einmal), bag arkanel
"theilhaftig machen’ Oskiph., davon bagord "Theilhaber' FB. 92
u. s. W.
= zd. baya-1), gd. baga-, baga- Theil, Antheil’, päz. bag Theil,
Antheil Min. 27, 70, skr. bhaga- “Antheil, Erbtheil, Loos, Theil”.
85. pug- bag- "Gott = zd. baya-, ap. baga- "Gott, phl.
bag Gott Haug, Essay on Pahlavi p. 4, 46, pàz. bay Shk.236,
skr. bhaga- Zutheiler, Brotherr, ein Gott findet sich arme-
nisch nur in Zusammensetzungen:
Pgwput Bagaran = Götter-ort' (Caran arm. Suffix =
Ort) MX. 118, 125 u.s. w. 1. Stadt im District Erasxadzor oder
ArBarunik der Provinz Airarat, 2, Dorf im District Kogovit
(Injijean p. 394 und 447);
Ruf,, oder Bag ns Bagavan oder Bagvan = Götter-
Becken (-uan = -avan s. oben p. 112 avan Flecken): »der
Flecken (Tatagageut Stadtdorf) Bagvan, der von der parthischen
Sprache genannt wird Diçavana ( Diçnavan ebenda), d. h.
"Gëtter Zecken Ag. 612, gr. Ag. 73: èv oket Bayavav, Kris
xaheitar dıa tis rou IIag9wv yAwoong xwuórohis 8ouáv?); der
Flecken (avan) Bagvan im District Bagravand FB. p. 251 =
Bagavan p. 192; das Dorf genannt Bagavan in der Provinz
(nahang) Bagrevand Las 429; vgl. Injijean p. 406 flg.;
Rusquyanpá Bagayaric: » das Dorf, das sie B. nennen nach
der parthischen Sprache < Ag. 593, 594; Bagayarin; MX. 88 mit
der var. Bagarın) im Index, Bagarić bei Steph. Asol. (Injijean
p. 24, 25); vgl. zum 2. Theil: Jilarič Sb. 77, Mknariné, Kuka-
yarinc, Tiraric Patk. bei Sb. p. 200.
Vgl. ro Bayíovavov doog, np. Bahistun, Besutun Barb. 124,
345 = ap. *bagastüna-"Götterort‘; Stadt Baydad = zd. ba; odüta-
“gott-geschaffen’ und den Personennamen Bagarat s. oben p. 31.
1) In ys. 19 zweifelhaft, Trad. Eintheilung', Haug "Theil", Darmesteter
‘prière divine’.
2) Das wäre arm. *bagnavan oder *bagnac avan ‘Flecken der Altäre'.
Auch bag- in bagaran wird bei MX. 118 durch bagin ‘Altar’ erklärt. Daher
setzt MX. 146, 269 direct bagnac avan im District Bagrevand) für bagavan
p.198. Vgl. den Namen bagnac geut Dorf der Altäre' in der Provinz Uti
Mos. Kal. I, 196.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 8
114 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Zu bag- ‘Gott’ wird auch bagin “Altar Ex. 31,13 Bwuog etc.
gestellt. :
86. puq Dad oder puna bat “Ente (Arist. Kateg., Tonak.)
= np. bat, arab. batt, syr. butta ‘Ente’. Herkunft unbekannt.
87. puqk bazë (i-St.) Falke, de? Lev.11.16, Hiob 39,26,
Mos. Kal. I, 93, MGg. ed. Soukry 46, auch bazay!) Laz. 27, 4,
Lambr.
— np. bäz ‘Falke, phl. bas Bdh. Gl. 85, arab. bāzi, syr. Rp
‘Habicht’ Ges. Abh. 21, 872, “Ta falco" Brockelmann, syr. Wb. 34.
Dazu bazekir (= Falken-tragend) “Falkner MX. 76, vgl.
pers. óazyar, bazdar.
88. Hugh, bazmel (1. pr. bazmim) sich zu Tische setzen‘,
àdvazÀirat Mc. 6, 39, Mt. 8, 11 u. s. w., alt und sehr häufig,
bazmakan (i-a St.) der zu Tisch sitzt, Gast, der Sitz bei Tisch’ etc.
= np. bazm Gastmahl, Gelage' Fird. I, 23, 13, bazmgāh
Ort des Gelages, basma “angulus in loco compotationis'
P. St. 29.
89. Hug bazmak (i-a St.) Avyvos "Lampe (A. T. etc.)
*
= syr. ne masmaza (Brockelmann, syr. Wb. 96, 182),
das schwerlich semitisch ist und persisch klingt?
90. pwgnidh bazuk (i-a St., gen. bazki, "Am FB. 220, 6;
237, z. 15 v. u., hastabazuk mit starkem Arm’ MX. 22, bazk-a-
tarac mit ausgebreiteten Armen’ u. s. w.
= np. basi Oberarm' aus *óazuk (wofür im Pehlevi falsch
bazih Gl. and Ind. 75 u. s. w. geschrieben wird), zd. bazu-, skr.
bāhu-. Vgl. osset. buzug Oberarm' Miller, Osset. Stud. II, 85,
III, 25 Anm., bal. b@:4 ‘Arm’, kurd. bäzk, bask u. S. w. (s. meine
Etym. d. osset. Spr. p. 120, P. St. 23).
Dazu puquju'n Armbinde der Geistlichen’ bei Lambr. und
Mast., aber auch = Fausthandschuh' Thom. 132, 16 (neben zan-
gapan) = zd. *bäzupäna- Arm-schützer'.
91. pud baż (i-St.) Zoll El. 19, z. 6 v. u., teuh 1 Maccab.
10, 29, "Entgelt Eznik 129, "Schicksal Pseud. 17, z. 24, èx-
te., superparticularis Philo
1. Die urspr. Form war wohl bazeay, deren gen. haze lauten musste.
=- a r
2. Abschnitt: Persische Wörter. 115
= np. baj, bas, baz Steuer, Tribut’ Fird. I, 19, 38, phl.
bai "Zoll Mätikän i čatrang p. 1, z. 12, ap. bajt- (acc. bajım)
‘Tribut. Vgl. Bazweoflav, D Zort reAwvıov Isidor von Charax,
also = Zolleinnahme' von ap. baji- und ap. grb (ipf. agrbayam).
Dazu bazapan (nur bei C.) “doganiere’, np. bajbän, bazban
Fird. II, 740, 1053, bazvan (— bajdar, ba:dar!)) “exactor vecti-
galium’, talm. 3373 Zolleinnehmer Ges. Abh. 74.
92. mudwl, batak Go St.) Becher Mt. 10, 42, Me. 7, 4,
Ag. 373 ff, El. 75, z. 1 v. u. etc., davon bazakel “norilem‘,
vgl. jüdisch 73 etwa bazak oder Na etwa bazik, das besser
bezeugt zu sein scheint.
Wohl pers. Ursprungs, vgl. zd. bajina- 'Gefáss' KZ. 25, 567,
skr. bhajana- 'Gefüss'.
93. purd'ufu- batan "Theil nur in Ableitungen: batan-em
*theile, vertheile, theile zu’ FB. 262 u. s. w., bazan-umn "Thei-
lung’ FB. 250, uegiouóg Eznik 207, bazan-a-kig, bazanavor `
FB. 265, batanord “Theilhaber u. s. w., dafür selbständig (und
nicht in Ableitungen. ` uf bažin (gen. bazni) Theil, Antheil,
Theilung, Spaltung’ FB. 262, z. 4, 5, 7 v. u., Ephrem III, 123,
Luc. 15, 12: uégog, Luc. 12, 51: duauegiouog u. s. w.,
zu zd. bazaf yt. 19, 7 'zutheilen', ptc. bazta- zugetheilt',
s. Nr. 94, skr. bhaj ‘theilen, vertheilen, zutheilen’, -bhajana,
-bhajin “theilhaftig.
Das Wort bażan, bazin ist nur wegen seines 2 der Entleh-
nung verdächtig. Skr. bhaj soll echt armenisch “bah lauten.
bal 8. ım 3. Abschnitt.
balut s. im 3. Abschnitt.
94. pufum bazt 'i-St.) Schicksal, Glück’ Gen. 30, 10 (rin),
Eznik 113flg., MA. 133, El. u. s. w., baztavor, barebazt 'glück-
lich’ u. s. w.
— np. bazt Schicksal, Glück’, dazu bartärar = bartvar,
baxtyar = *bartidara-), nekbazt 'glücklich', paz. phl. dart
"fate, destiny, fortune, luck” Min. Gl. 38, Gl. and Ind. 75, bazt
‘bestimmt’ Min. Cap. 8, 6; 24, 6, zd. bayobazta- von Gott ge-
wiesen (Bahn), skr. bhagabhakta- “von den Göttern zugetheilt',
1) Vgl. bulg. bazdarnica Zollstätte' u. s. w. Miklosich, türk. Elem. I, 16.
gé
116 2. Abschnitt: Persische Wörter.
zd. $o19robazta- yt. 8,34 den Landschaften zugetheilt'( Wasser),
baxta- ‘Antheil vd. 21, 1, Schicksal' vd. 5, 8, 9, yt. 8, 23.
Neben bart findet sich die Form bast Joh. Sarkavag (Venedig
1853) 59, z. 3 v. u., auch in Zusammensetzungen wie barebast,
barebastik ‘glücklich’ MX. 239, z. 6 v. u., farabast, Kajabastik,
besonders in den Pit. i), bei Philo, Plato u. s. w. Vgl. drast für
drazt, tastak fürtaztak bei Philo und Pit.
95. n bahvand Ag., bahuband alt. Wb., sonst nicht
vorkommend, ein Frauenschmuck mit Edelsteinen, neben var-
sakal Diadem' genannt,
klingt persisch und scheint im zweiten Theile -vand — np.
band ‘Band’ zu enthalten. Ueber v aus b s. P. St. 182. Viel-
leicht ist bahvand aus *bahuvand = g. sivend. ba:band (aus
*bahuband) ‘Armband’ P. St. 23.
96. pula bamb Bass-saite, Bass’ Erznk. (13.— 14. Jhd.) und
Oskiph. (nach dem 12. Jhd.)
= np. bam ‘Bass’, arab. Lw. bamm Bass-saite, Bass’, np. zir
u bam hoch und niedrig’ Horn, Grdr. p. 258. Vgl. P. St. 257.
97. Ai bambak (nach Wb. auch banbak geschrieben)
‘Baumwolle’ MGg.610 (in Paitakaran), Mos. Kal. I, 93, Magistr.,
Erznk. Mt. und Gramm., davon bambakeni "Baumwollstaude”
Mech. Fabeln p. 20
= np. panba ‘Baumwolle’, päz. panda Min. Gl. 154, phl.
pambak (für pimbak Bdh. p. 65, z. 10), osset. bambag, bümpüg
u. 8. w., vgl. meine osset. Etym. p. 121, Miklosich, türk. Elem.
II, 37.
Arm. bambak entstand aus phl. pambak durch Assimilirung
des anl. p an das inl. 6.
98. uu bambisn (gen. bambsan, ‘Königin’ Sb. 27,
2. 9 v. u. (die Frau des Perserkönigs`, 45, z. 7, 8 v. u. 'Sirin war
bambısn tiknag fikin ?), 99, 2. 8 v. u. CH der Börän gesagt),
1) Nach Mittheilung des Herrn A. Xacaturean findet sich die Form
bast in den Zusätzen der Pit. ed. Zohrabean, Vened. 1796. p. 437, 441, vata-
bast 439, bastahelj 438, p'arabastut iun 441.
2) tiknac tikin eigentlich: der Herrinnen Herrin’.
^ — —— —UNUA—Lp) nd — — e
2. Abschnitt: Persische Wörter. 117
Thom. 97, z. 4, 6 v. u., Euseb. Chron., Osk. Mt. 566, z. 6,
Ephrem u. s. w.
= phl. band(i)sn, banbusn!) PPGI. 96, Salemann, Parsenh.
p. 73.
99. wi ban MGg. 612 = np. bàn “Moringa aptera’ (Myro-
balane) Achund. 213.
100. l,, banuk = np. banü "Herrin, phl. bānūk, bal.
banuk Herrin, Frau’ (Horn, Grdr. Nr. 178) ist nach A. Carrière
(briefl. Mittheilung) für banak zu lesen bei Sb. 27: „sie nahmen
das ganze Lager (z banakn) sammt den königlichen Schätzen
und nahmen die Königin und z banakn (lies z banuksn = “die
(königlichen) Frauen’ P), vgl. FB. 189: »sie nahmen die Königin
(tiknang tikin) sammt den andern Frauen (kanambÄn) gefangen«,
ähnlich FB. 55. Auch für banskan FB. 56: »sie nahmen die
Frauen (z kanais) des Königs und die Königin (bambi$n) und
die banskan mit ihnen« will Carriére banoſan lesen mit Rück-
sicht auf georg. (aus dem Persischen entlehntes) banogani
(Tchoubinof p. 48) “dame, das aber doch banowani (vgl. g.
banewän ‘Königin’, Horn, Grdr. Nr. 178) zu lesen ist.
Ueber die Frauen und Kebsen der pers. Kónige vgl. Tab.
353, Sb. 45, Thom. 94, 95, Mos. Kal. I, 252.
Unsicher. War im Armenischen banuk — phl. banuk vor-
handen, so musste der Plural óbanuA£ oder collectivisch bankani
(vgl. avagant "Magnaten’ von avag u. s. w.) lauten.
101. pitu band?) (i-St.) Gefängniss, Kerker Mt. 5, 25;
11, 2 u. s. w. (alt und háufig)
= np. band Band, Fessel’, paz. band ‘Fessel’ Min. Gl. 38,
afgh. band fastening, imprisonment, arrest, captivity, knot,
bond' etc.
Davon abgeleitet band-em ‘setze ins Gefängniss’ Osk. Joh.,
Snorh., Lambr. etc., bandakan Gefangene Ag., Koriun Bie
bandapah. ban abah = "Gefángniss-hüter, bandapet Ephrem
1) Diese Form mit u ist nach dem Armenischen falsch. Also nur phl.
bänbisn richtig.
2) Sehr häufig (auch in Zusammensetzungen) bant geschrieben, aber
offenbar band gesprochen. Nach » und m wechseln Tenues und Mediae in
den armenischen Texten.
118 2. Abschnitt: Persische Wörter.
III, 118 Kerkermeister, vgl. np. bandican ‘custos carceris =
phl. #bandikpan Gefangenen-hüter (P. St. 243, 244).
Wb. stellt hierher, resp. zu np. bastan binden' auch arm.
best in hastabest "fest", was schwerlich richtig ist.
102. nu, baš Mähne' (von Pferden, Ebern) bei Schrift-
stellern des 13. und 14. Jhd., auch bars Pit.
= np. bus Mähne, Hals des Pferdes’, phl. bus Gl. and
Ind. 84, bal. 5% Mähne des Pferdes’, zd. barasa- Rücken
(des Pferdes), afgh. vraž Mähne'.
Zd. barosa- ist aus byrsa- entstanden, P. St. 143, 144. Arm.
bas ist trotz des abweichenden Vocales entlehnt, da zd. barasa-
echtarmenisch “bar lauten müsste.
103. pwzfup bašzě (gen. baszie) “Antheil, Loos, Tribut,
Schicksal MX., Eus. Chron., Eznik u. s. w., bašz douara
Malachias 1, 3 var. lect., bašzoiě xoonyla 2 Maccab. 4, 14,
bazmabasz mannichfach', zroAvueong Salom. 7, 22, Mos. Kal.,
Joh. Kath., baérakan austheilend', baszumn Austheilung',
baszi$ nur FB. 190, z. 22 ‘Geschenke’, basz-em!) austheilen,
zutheilen, vertheilen, theilen' (alt und häufig, N. T., Sb. $9,
El. 6, Ephrem III, 119 etc.)
= np. baz$ “der Theil, das Zugetheilte', bazsidan geben,
schenken, zutheilen’, dazsi$ Gabe, Geschenk’, paz. barsesn
“gift, present’, barsidan to give Min. Gl. 38, zd. bars aus-
theilen’.
104. he barak “fein, zart Laz., Philo, Ephrem u. s. w.,
barak-a-man “feines-spinnend” Jes. 19, 9,
— np. barik fein, zart, dünn’, bal. bara; fine, thin, lean?
(Dames 46).
Im Phl. existirte wohl “barak neben barik.
105. nn bastein “Maulthiersinfte Osk. Hebr. 28, 552,
El. Moskauer Ausg. 180 (vgl. Norair, haikakan batak nnutiun
Konstantinopel 1880, 110, 111)= lat. basterna“ Maulthiersänfte'.
Aus dem Persischen ?
1) basxem braucht trotz des Aoristes basreci nicht Denom. von basar zu
sein, wie de Lagarde meint, sondern ist direct als Verbum aus dem Persi-
schen np. bazsam) entlehnt, vgl.hramayem = np. farmäyanı, aor. hramayec'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 119
106. ut barapan (i-a St.) "Ihürhüter, Thürhüterin’
2 Kg. 4, 6 ) Yvoweus, Sb. 42 u. s. w., barapet dass. (nur Jac.
Nisib.), baravor “die obere Thürschwelle’ Ex. 12, 7, 22, 23 etc.,
von *bar "Thür | |
= np. bar neben dar, zd. dvaro, ap. duvara-. Zur Form bar
vgl. Horn, Grdr. Nr. 545, P. St. 116,166.
Vgl. unten darapan (= barapan) und darapet (= barapet).
107. , barekendan “die Festtage vor den ver-
schiedenen Fastenzeiten', bun burekendan der Sonntag vor
Fastnacht, der eigentliche Carneval’ Kamrj. (10. Jhd.), Steph.
Asol. (11. Jhd.), Greg. Arsar. (7. Jhd.) u. s. w.
= np. baryandan, bargandan die Festtage am Ende des
Monats Sha bàn vor Beginn des Fastens im Monat Ramazän’,
udisch pürügändä “Butterwoche’ (Schiefner, Versuch 98).
Das persische Wort ist aus dem Armenischen entlehnt, wo
barekendan!) (für urspr. barekendanutiun) etym. = “das gute
Leben' ist.]
108. u- barsmunE?) (gen. barsmang) “die Barsom-
zweige der Parsen Eznik 115, 119flg., vgl. den Index zur
Ausgabe
= np. (parsisch) barsam, päz. barsum Min. Gl. 39, zd. ba-
rosma, gen. barosmano, gen. pl. barassmanam P. St. 174.
109. palru ju bdeasz (gen. bdeszi) hiessen die Fürsten eini-
ger armenischen Grenzprovinzen, an Rang die hóchsten nach
dem armenischen König, in der ältesten Zeit vier an der Zahl,
FB.21, Ag. 650; der Bdeasz von Aldznik , „der grosse Bdeasz«,
Ag. 596, FB. 21, z. 4, 5; 211, z. 2v. u.; der Bdeasæ von Aldznik
und der Bdeasz von Norsirakan und Mahkertun?) und
Nihorakan und Dassentré FB. 159; Bakur, genannt Bdeasz
von Aldznik MX. 190; der Statthalter von Norsirakan, erster
Bdeasz Ag. 650; der Bdeasz von Gugark‘*) FB. 159, 211;
Asusay, der Bdeaiz der Gugarer (var. Gargarer) MX. 258 —
1) barekendan eigentlich: ‘einer, der gut lebt’.
2) Der Nom. sg. wäre *barsmn oder *barsumn.
3) Vgl. Mahk'rtun Ag. 628.
4) Dwy«onryz Straho 528.
190 2. Abschnitt: Persische Wörter.
ASusay, der Bdeasz von Georgien!) Laz. 134; der Bdeasz des
Landes der Gargarer?) Ag. 597; die vier Bdeasæ von NorSira-
kan, Asorestan, Arvastan (? Arvestakan kolmn) und der Mask ut 3)
Ag. 650; poranak. bdeszin Proconsul (= dvYürrarog) Apg. 13,
7, 8, 12
= lat. vitara des Ammian % syr. aptaxsa (— Urrapyog des
Königs), gr. Birdkrg, älter Ilırıdäns (IIntıaöng) de Lagarde, Ges.
Abh. 187, Arm. Stud. p. 29, Nöldeke, ZDMG. 33, 159 Anm.
(hier ein Bdeasx von Arzen), gr. Ag. p. 144 und 161, Injijean,
Alterthumskunde II, 74, 75, georg. pittazst (mit z5?), patiaszi
nach Brosset, Histoire dela Siunie II, p. 6, Description géogr. de
la Géorgie (Petersburg 1842) p. 118, arm. georg. Pafiasz Gesch.
Georg. 86, z. 5. Arm. bdeasz geht nach armenischen Gesetzen
auf älteres *bidiar$ zurück, das, nach syr. aptazsa, gr. Ilırıdöng
und den georgischen Formen zu urtheilen, aus *pitiarsa- ent-
stellt ist. Es liegt nahe, für das Wort persischen Ursprung zu
vermuthen 5) doch kann ich das Wort aus dem Persischen
nicht deuten 5;.
bek 8. im 3. Abschnitt.
110. 2% bzisk (i-a St., gen. bžški) Arzt' Mt. 9, 12 u.s. w.,
alt und häufig, bżśkakan ärztlich, medicinisch’, de? biskakan
"Heilkraut' MGg. 615, bżskapet Oberarzt Sb. 121, z. 8, bisk-em
“heile Mt. 8, 7 u. s. w.
= np. bizisk, AO "Arzt, phl. (HS “Arzt Shk. 237,
(% (c skih Medien West, PT. IV, 53, Gl. and Ind. 77. Vgl.
zd. baesazyeiti er heilt‘, baesaza- “Heilmittel (= phl. bösazak
PPGl. 98, unter Einfluss des Zend ?), baesazya- heilend', skr.
1) Gugark grenzt im Süden an Georgien.
2) Ueber die Gargarer vgl. MX. 78, 168, 248, Mos. Kal. I, 190, Thom.
177, 216 (Stadt Partav). Für die Gargarer sind oben wohl die Gugarer zu
setzen. Vgl. Injijean p. 354.
3) Vgl. FB. 10: das Land der Georgier und Alvanen, d. h. das Gebiet
der Mazk ut; p. 17: Alanen, Mazk'ut und Hunnen. Nach FB. 14 war ihr
König Sanésan ein Arsacide.
4; Sunt autem in omni Perside hae regiones maximae, quas Vitaxae id
est magistri equitum curant, et reges et satrapae — Assyria, Susiana, Media,
Persis, Parthia etc. X XIII, 6, 14.
9, Anders Nóldeke, Tab. 449.
6; An phl. pátazsah = np. padsah ‘König’ ist wegen des Vocales der
ersten Silbe (i nicht zu denken.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 121
bhisajyati helt, bhisáj Heilende, Arzt, Heilmittel’, dhesaja-
cheilend, Heilmittel’, bhesajyd- Heilkraft enthaltend’.
Für skr. isa, hätte man nach skr. bAisákti, bhisaktama-)
ein ap. sd), *bisaz, nach den Zendformen dagegen ein ap.
*bisaz- zu erwarten. Im Pehlevi existirte ursprünglich wohl
ein *bisajk, *bisazk, das nach Assimilation des a-Vocales an
das vorangehende i und Umstellung von $ und 7, 2 (wodurch
das tonlose & zu dem tonlosen & kam) zu phl. 5% 78, bizisk
wurde. Aus letzterem ist arm. )zis direct lautgesetzlich ent-
standen. Zu dem Wechsel von j, 2 und = im Persischen vgl.
P. St. 230.
111. % bi2“Augenbutter, Triefen der Augen’ Eznik u.s. w.
= np. bij “sordes oculorum, lippitudo'. Vgl. P. St. 230.
112. i biur (beur, u-St., z. B. Hohelied 5, 10, FB. 249,
z. 4 instr. biuru) zehntausend' (alt und häufig), biurapatik zehn-
tausendfach’, diuravor zu zehntausend, Myriade', bturakerp
“uvgiouoggpog’ u. s. w.
— zd. baevara zehntausend', phl. bvar Min. Gl. 37, PP Gil.
98, Yatk. 47, np. bevar.
113. m brak Wohnung', selten und nicht alt, Sar. (bis
zum 12. Jhd.), Narek. (10. Jhd.), Magistr. (11.Jhd.), Sah. Kath.
(Ende des 7. Jhd.), bnak-em wohne Röm. 7, 17, 18 u. s. w.,
bnakıt Bewohner, bnakutiun Wohnung (alt und häufig)
= np. buna?) Haus, Heimath' Fird. I, 261, 304.
Ich trenne davon sowohl arm. boin “Nest wie arm. brak
‘avroy$wv’ und stelle letzteres zu arm. bun, s. unten Nr. 120.
114. pen bob nur bei Sb. 64: Smbat »trat hinaus in die
Halle und setzte sich ? bob ev bahlak« (zur Audienz beimPerser-
könig). Beide Ausdrücke dob?) und bahlak (var. pahlak) sind
offenbar persisch, ersteres bedeutet wohl Teppich’ oder Kissen
und ist
= phl. 55 Gl. and Ind.82, West, PT. I, 276, bal. bop Ma-
tratze, Kissen’, np. bob ‘tapetum pretiosum, quo domus ornatur.
1) Vorausgesetzt, dass dies nicht Analogiebildungen sind, was aber
nicht ausgeschlossen ist.
2) Ueber phl. bunak s. ZDMG. 46, 143, Horn, Grdr. Nr. 229.
3) Ein anderes bob in den Car. heisst nach Wb. ‘Korb oder Sack’.
122 2. Abschnitt: Persische Wörter.
115. pugwunfın bozpayit El. 112, bazpayit Dashian, Katalog
der arm. Hdschr. zu Wien p. 9 (wo es durch Sünden-sühnung
erklärt wird), wohl Titel eines Religionsbuches der Parsen,
zu np. baza ‘Sünde’, päz. baza, phl. batak (bajak, bazak?)
und zd. paititi- 'Sühne', also — ap. *bajapatiti- Sünden-
sühnung’?
116. pajp boir Duft' — zd. baoidi-"Wohlgeruch‘, np. bot Ge-
ruch’, osset. dud“Weihrauch’, bal. bod, 500 Balsamstrauch' liegt
vor in:
ane burastan Garten Groegdderooc Num. 24,6, 7700-
aoteıov Num. 35, 7, Thom. 95, Sb. 96 u. s. w.) = np. bostan,
bustan!) Garten, Fruchtgarten’, afgh. Lw. bostan “a flower-gar-
den; bur-el duften A. T. u. s. w. (bre hot sowohl: er strömt Duft
aus Hohelied 5, 13 wie: Duft strömt aus, bure duftet', vgl.
Hohelied 4,16) = np. böy-idan odorari, olfacere, odorem spar-
gere, olere; durvar Juuiarhorov Räucheraltar Hebr. 9, 4,
"Ráucherbecken' 2 Chron. 26, 19, Ezech. 8, 11, Mos. Kal. I, 160
u. s. w. wegen des / nicht = zd. *baotdibara- (vgl. barobaoda-
Geruch bringend' yt. 13, 45), sondern zu arm. vař-el anzün-
den’, also = 'Weihrauchbrenner..
Zur Form s. P. St. 201.
117. papuh, borak (auch baurak geschrieben und bei Jerem.
2, 22 barak, das in baurak zu ändern ist) virgov, "Laugensalz,
Ag., Leb. d. Vüter, Mos. Kal. I, 143
= np. böra ‘nitrum’, arab. bauraq, A. M. 64: bürag, deutsch
Borax. Ueber die collective Bedeutung des pers. Wortes (Sal-
peter aus Armenien, ügypt. Natron, künstlicher PRSE 8.
Achund. p. 180.
118. h buz-em heile, rette, befreie MX. 165, z. 2 v. u.,
Eznik, Mos. Kal. I, 169 u. s. w., be Heilung, Befreiung Mos.
Kal. I, 169, esa n heilend', Anik der heilt
= zd. 5% ablegen, befreien, retten’, baoztar- Befreier“,
buzti- Befreiung, Rettung’, paz. boztan befreien, erlösen, ret-
ten’, bozisn Rettung, Erlösung, óuzt-ruani preservation of
the soul’ Shk. 238, phl. boztan to save etc. Gl. and Ind. 82,
1) Darunter versteht man jetzt Gärten von Wassermelonen und Melo-
nen, deren prächtiger Duft sich weithin verbreitet Mittheilung des Herrn
A. Xacaturean).
2. Abschnitt: Persische Wörter. 123
Buxt-ruvan Haug, Essay on Pahlavi 74, bal. bojag, bozay lösen,
öffnen, losbinden, abladen’ (Geiger, Etym. Nr. 48).
Hierher die Namen mit burt wie arm. Sebuzt (s. oben p. 72)
und bozet wie phl. Mitrbozet, s. oben p. 55 unter Yiztbuzit.
119. i buicenik ein Product Chinas MGg. 616, z.12
wäre np. *óoitim: und phl. “boy i tenik = chinesischer
Parfum".
Zu bu-, bui- = np. boi, bo ‘Geruch’ vgl. die Gewürznamen
(boviéay? MGg. 615, 616) nay-i-buak, hr-buak, gazerbuak, goyi-
buak MGg. 615, Aosiboak 616 (bei Soukry p. 44: nay-t-boyeak
2.9, aziri-boyek, goz-1-boyek, ags-1-boyeak . 1,8), die im 2. Theil
phl. boyak Bdh. Gl. 93 — np. boya 'riechend' (vgl. auch np.
boya und badarranjbuya Melisse A. M. 41) enthalten!); zu
benik “chinesisch‘ vgl. unten daricenik und oben p. 49 Genf
Die Wörter mit bi-, bot- sind in sassanidischer Zeit, die
mit bor (s. oben Nr. 116) in arsacidischer Zeit entlehnt.
gnad f- bucin ‘Docht’ s. unter den syr. Lw.
120. zn, (gen. bni) Stamm, Stiel, Schaft’ (eines Baumes,
einer Pflanze, des Leuchters, der Lanze Num. 8, 4 (xavAóg),
1 Kg. 17, 7 (xovróc), Ex. 25, 31 (xavAóc)), Abstammung, Ur-
sprung, Grund, Wesen, Ende’, adj. natürlich, von Natur, an-
gestammt, eigentlich, eigen, selbst, wirklich’ (alt und häufig),
i bne èx püoewg “physisch Röm. 2, 27, púosı “dem Wesen nach’
Gal. 4,8, &xrcalaı von Alters her 2 Petr.2, 3, 1 bnme von An-
fang an’ FB. 256, z. 10; davon nav adj. und adv. ganz, günz-
lich’, bnak “eingeboren, einheimisch, eingesessen, angestammt’
(aüröy3wv Num. 9, 14, &yxweuog Lev. 24,22, FB. 206, z. 3 v. u.,
256, 2. 2 v. u., Sb. 35, 15, &uuovog Lev. 13, 51, 52), bnik “eigen,
angestammt, ursprünglich, von den Vätern ererbt’ MX. 21, z. 15
v. u.; 131,1, Sb.45, FB.257, bnukun “pus, natura’ El. 6u. s. w.,
bnakan natürlich’ Röm. 1, 26, 27, ‘eigen’, bn-a-gir "Urschrift etc.
— np. bun 1. 'Grundlage, Grund, (das untere) Ende’;
2. ‘Stamm’, paz. phl. Grundlage, Grund, Wurzel, Ursprung,
Anfang Min. Gl. 45, Shk. 238, Aogemad. 114, Gl. and Ind.
1) Also arm. nay i boyak, xir i boyak, gaz i boyak u. s. w. zu lesen. Vgl.
dazu Patkanean, armen. Geogr. p. 81 des russischen Textes. — Np. darja)
boi "lignum aloes'.
194 2. Abschnitt: Persische Wörter.
84, 85, Bdh. Gl. 92, PPGl. 99, West, PT. IV, 252 ('extremity?),
289 (fundamental), 338 (‘origin’), osset. bin “Boden, unter,
bal. buna “unten, unterhalb, am Fusse von’, zd. buna- Grund,
Boden’, skr. budhna- Boden, Grund, das Unterste, Fuss eines
Baumes, Wurzel".
Vgl. nizakabun Lanzenschaft FB. 198 (Gegensatz nizakateg
Lanzenspitze s. u. teg) = np. bun i neza Lanzenschaft' Fird.
I, 449, v. 162.
Np. bun 'Baum' (gulbun, gozbun, sarvbun etc.) — zd. vana-
ist von bun ‘Schaft’ zu trennen, da zd. vana- im Armenischen
als Lw. “van lauten müsste. In np. bun Baum und Schaft’ sind
zd. vana- und buna- zusammengefallen. Sollte arm. bun aus
älterem *óudn entstanden sein, so wäre es nicht als Lw. an-
zusehen, sondern müsste für original ( idg. *dhudhno-) gelten.
bust s. 1m 3. Abschnitt.
121. hf brin) (mitj — dz!) Reis MGg. ed Soukry p. 43,
z. 6 v. u. (nicht in der Venezianer Ausgabe), Galen und Jaism.
= np. birinj und gurinj, osset. bal. brin] u. s. w., vgl. Horn,
Grdr. Nr. 208, P. St. 27. Ueber arm. / für pers. j s. P. St. 232.
122. quq gaz!) Tamariske' (»wenn sie auf Bergen wächst,
heisst sie nazar, wenn in Gärten zs/Au«) Med. Schr. und alt. Wb.
— np. bal. gaz Tamariske'. !
Vgl. gazpen.
quq fi f gaz i boyak ein indisches Gewürz’ s. unter
buicenik p. 123.
123. 2% gaz “Elle nur bei C.
— np. gaz 'Elle, bal. gaz Geiger, Lautlehre p. 53, kurd.
gaz Elle Socin, kurd. Samml. II, 331.
gazar s. im 3. Abschnitt.
124. quqku gazpen, gazapen "Yamariskenhonig MGg.
608, 2, Zenob 49, 24
1) Davon zu trennen % gaz ein halbkugelförmiges am Boden sitzen-
des Dornengewächs, von dessen einer (rother) Sorte das gazi zez Tragant-
gummi Geop. 242 kommt (Mittheilung des Herrn A. Xacaturean). Vgl.
auch FB. 193: arker z gaziv girks ‘du umarmst ein gaz, als sprichwörtliche
Redensart, um etwas Unmógliches zu bezeichnen.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 125
= np. gazangubin Tamariskenhonig' Polak, Persien II, 285.
Vgl. oben gaz "Tamariske' und np. angubin Honig = phl.
angpen, angumen Gl. and Ind. p. 60 und 63 (von ang ‘Biene’
und bin = pen = bal. benag, bénay!) Honig'). Horn, Grdr.
Nr. 124.
125. qu4 gah (u-St.) Thron, Sessel, Sitz, Rang, Würde’
3 Maccab. 5, 8, El., MX., Laz. etc., alt und hüufig
— np. gah Thron’, als 2. Gl. von Comp. = ‘Ort’, paz. gah
place, position, throne’ Shk. 245, Min. Gl. 87, phl. gas (d. i.
g&3?)) place, position, seat, couch, divan, throne’ Gl. and Ind.
181, Bdh. Gl. 216, ap. gã gu- Ort, Thron’, zd. gatu- Ort, Sitz,
Divan, Thron’.
Dazu gah-a-glux der erste Platz’ (beim Mahle) Mc. 12, 39;
gahavorak Sessel, Sänfte, Bett’ Hohelied 3, 9 (pogeiov), Pseud.
13, 23 (oͤl eos), &aydga (Gitterwerk des Altars) Ex. 27, 4; 38, 4,
phl. gäsvärak "bed-place' (for children and for adults) West,
PT.IV,123 (vgl. gavarak I, 322), np. gahvara, gahvara “Wiege’;
gahoik (gen. gahoytc) Thron, Lager, Bett, Sänfte, Trage’ Ex.
8, 3, Hohelied 1, 15; 3, 7 (xAlvn), gahoyani (collect. plur.) die
Sessel’ Pseud. 28, 21; gahavor MX. 76, 13: er machte den Abel
zum spasarar (etym. — “Dienst-thuend’) und gaAavor' (etym.
"Rang-habend, Würdenträger), phl. gatvar (~= ga9var)? of a
high dignity or position’ P. N. Gl. 82 — Text 39, 10; gahnamak
"Randordnungsverzeichniss' Steph. Sun. (Patk. II, 3 = np.
*gahnama).
126. [qus gah (i-St.) Abhang Luc. 8, 33 u.s. w. kann nicht
zu zd. gadah- yt. 14, 21 gestellt werden, da dies, auch nach
der Neuausgabe, mit dem vorangehenden vi- zusammengehört;
es steht also hier 029490?) (var. viya20) scil. der Hügel« neben
den »Höhen der Berge«, den »Tiefen der Thälers, den »Wipfeln
der Bäume«. Geldner übersetzt »die Breiten«, Darmesteter:
»les recoins, die Schlupfwinkel«.]
gac s. im 3. Abschnitt.
1) Bal. 5- passt nicht zu dem p- des Wortes im Armen. und Phl.
2) Vgl. P. St. 203.
3) Accus. pl. eines e1iga9?
126 2. Abschnitt: Persische Wörter.
127. , gam in: gam oder gams gtanel Mittel und Wege
finden’, gamu mioj einmal FB. 192, or gam mi wer immer,
was immer’ FB. 76, 1 Ezra 8, 87 = or mi angam (vgl. angam
"Mall, gam Fan zgam allmählig' (Mal um Mal’) 2 Maccab. 8, 8
— np. gam 'Schritt', paz. phl. gam Min. Gl. $8, Bdh. Gl.
217, zd. gama- “Schritt”.
128. uf gamapet » brigadiere oder capitano?« nur
FB.243: ein gewisser Danun, gamapet der Truppe der Schild-
träger (? sparakrag corrigirt aus sprakuag und sprakaguag)
— pers. gum? + pet Chef,
129. u gan) (u- und i-St.) Schatz El. 7, 10; 8, 8, Mt.
13, 44, Sb. 48 u. s. w., alt und häufig, ganys ganjel Schätze
sammeln' Mt. 6, 19, ganjyanak'Schatzkammer', ganjapahı 'Schatz-
hüter u. s. w.
= ny. gan} Schatz, phl. ganj Gl. and Ind. 274, bal. ganj
‘Schatz’, skr. Lw. ganja- ‘Schatzkammer’, gr. yala, yatoqvAdá-
xi0r, yazoq Aa, hebr. aram. 7:3 ‘Schätze’ Esther 3, 9 u. s. w.,
Esra 7, 20, syr. NT. Dazu ganjator Schatzmeister (Esra, vgl.
Wb.) — np. ganjvar, phl. ganjurar (geschr. ganjubar) ‘treasurer
PPGI. 119, Shk. 215, skr. Lw. gazjavara- ‘Schatzmeister’, syr.
«7375, Masya, hebr. mani gizbür Schatzmeister Esra 1, 8.
Ueber arm. / für pers. j s. P. St. 231.
gavaz s. im 3. Abschnitt.
130. gunmguu gavazan (i-a St.) Stab, Hirtenstab, Gerte,
Ruthe, Zweig’ daßdog Mc. 6, 8, A. T. u. s. w., später auch
"Register' Steph. Orb. I, 53
zu np. gataz “stimulus quo asini et boves impelluntur
(Vullers II, 903), zd. gavaz- 'Ochsenstachel (vd. 14, 10: garaz-
ista gavazo die besten Ochsenstachel' ?), skr. go-djana- (= gav-
ájana-, Rinder antreibend' (sc. danda- Stock).
Vgl. nataz und zarazan.
131. ygunmpu OTI eine Art Hirse' Ag. 482
= np. gärars, paz. gavars PPGI. 120, kurd. garız, garis
Hirse'.
132. Lescht gavit (gen. gar li) Hof, Vorhof’ FB. 8, 15. Mt.
26, 69, Mc. 14, 54, 66, 68, Joh. 10, 1, 16 Viehhof') u. s. w.
— e M — —— — —— —ä — — — ——
2. Abschnitt: Persische Wörter. 127
stimmt weder in der Form noch in der Bedeutung recht
zu skr. gácyuti- “Weideland’, zd. gaoyaoiti- "Trift.]
133. [i, gerezman (i-a St.) Grab' Mt. 23. 27, El. 8,
Eznik 275 etc., alt und háufig, ist sicher nicht
— np. (parsisch) garzman ‘Himmel’, paz. garo9man “the
highest heaven’ Min. Gl. 86, phl. garotmàn Gl. and Ind. 262,
PPGI. 1, zd. garo nmäna-, gd. garo domana-.]
gzir 8. 1m 3. Abschnitt.
134. 1% ges (gen. gisoy', öfter pl. gêsk (gen. gisog) “das
lange Haar des Kopfes’ 1 Kor. 11, 15 (20), Ezech. 24, 17,
3 Maccab. 1, 4 (rAözauos), FB. 253, 2, dazu gisak-k Locken
Richter 16, 13, gisator “mit langen Haaren’ (Gegensatz: ge-
schoren’) 1 Kor. 11, 15, El. 11, as? gisavor "Haarstern' Geo fere
Levond 37
— np. ges, gesü "herabhüngende Haare, Locken’, afgh. Lw.
gësū “a side-lock’, phl. ges Gl. and Ind. 190, zd. gaesa “das Haar
in 2 oder 3 (Locken) geordnet’ (im Unterschied von r!
"das Kopfhaar schlicht’) ZPGl. p. 6.
135. % gil “Wurfstein’ (Je) nur 1 Maccab. 2, 36,
aber auch in glajard arnel “mit Steinen zerschmettern Joh.
Mam. und Arist. (glajard aus *gil-a-jard “Stein-zerschmettert')
passt in der Bedeutung nicht
zu np. gil Schmutz, Lehm’, dessen mp. Form zudem nicht
bekannt ist.
Zu gil wird von den Armeniern gl-em (= *gilem) rolle als
Denom. gestellt. Arm. gil- könnte auf idg. vel- zurückgehen.]
136. elt gmbet (i-a St.) Kuppel Basil.,Joh. Kath. u. s. w.,
davon z. B. ymbeiaror mit Kuppel versehen’ — gmbefeay
Haggai 1, 4
= np. gunbad (aus syr. amana Nöld. Stud. II, 41).
137. [2 /n gskur trockner Kuhmist’ (nur Geop.), klingt
wohl nur zufällig an afgh. yosak “cow-dung’, skr. gocakrt-
Kuhmist' an.)
1, Arm. vars-K. neben gisakk bei Osk. Mt. I, 3, II. 22 nach Wb. unter
gisak.
128 2. Abschnitt: Persische Wörter.
138. [gaguk gozak nach C.: "frutto di cotone, cotone’
= np. goza!) tegumentum, involucrum, ut capsula gossipii,
caput papaveris’ u. s. w. (bei Zenker: Seidencocon'), yoza “cap-
sula gossipii (Zenker: Samenhülse der Baumwolle), arab. jauzag
Baumwollenstaude'.
Das Wort fehlt im grossen und kleinen wie im neuarm.-
altarm. Wörterbuch der Mechitharisten, ebenso bei Bedrossian.
C. bezeichnet es als modern, ebenso Schröder, thesaurus ling.
armen. 340. Aber die jetzt gebräuchliche Form des Wortes ist
yoza Fruchtkapsel der Baumwolle’.]
139. 2% gohar Edelstein' MGg. 613, z. 1 v. u. und später
= np. göhar ‘Edelstein’, phl. gökar Gl. and Ind. 272, Bdh.
Gl. 226. — Die Bedeutung ‘Edelstein’ »noch nicht im Mittel-
persischen ausser an einigen späten Stellen « Horn, Grdr. Nr.948.
Als Frauenname: Gohar zaíun Mt. Urh. p. 427.
140. ona gomez (gumez) "Kuhurin, nur El. 40, 26: die
Hände soll man nicht waschen arang gomizoy ohne Kuhurin’
— zd. gaomaeza (auch gous maesma) Kuhurin', phl. gomez
Bdh. p. 53, 18 (Gl. p. 225), pärsi gumiz ‘Urin’ ZDMG. 36, 67,
sivend. gimiz, jüd.-tat. gimiz-ow P. St. 109. Die Bedeutung
Seifenkraut (im alten Wb.) ist nach Wb. aus dieser Stelle
missverständlich erschlossen worden. Nach dem Busabaru-
tiun, Venedig 1895, p. 130 dagegen soll arm. gomiz auch eine
Pflanze (Bubonium) sein. Vgl. bal. geamis a small plant used
in washing (Dames 108)?
141. gn, gomes “Büffel” Deut. 14, 5, MGg. 594 (unter
Gallia), Mech. Fabeln p. 92
— np. gacmes$ Büffel', parsi gömīś "Büffel? ZDMG. 36, 63,
phl. gavmes Bdh. Gl. 217, syr. Sgr, bal. Lw. geames, games
‘Büffel’, afgh. gaumes, zd. *gao-maesa- Kuh-widder (von gao-
‘Rind’ und maesa- Schaf bock, Widder, phl. mes, np. mes, vgl.
Horn, Grdr. Nr. 1008).
Vgl. zur Bildung np. gavmahi eigentl. Kuh-fisch' Fird. I,
444, v. 190, arm. zarbuz Esel-ziege' u. s. w.
142. 74% goin (gen. gunoy und guni) Farbe‘, in Ableitungen
auch: Art und Weise’ Ex. 4, 7 u. s. w., alt und sehr häufig,
1) Zu goz ‘Nuss.’
2. Abschnitt: Persische Wörter. 129
dazu goin-a-goin bunt, gunah Art, in der Weise von —, gunak
gunak: bunt, mannichfach, verschieden’, gunavor 'colorato',
gun-em fürbe', Ran-goin nach Art von, ähnlich’, dan
“ähnlich, gleich’ u. s. w.
— np. gun F arbe, Art’, gina Art, Weise’, gunagaun “varii
coloris, varii generis’, genagan, gunaguna dass., paz. gun colour
Shk. 247, güna colour, species, sort, kind, manner’, gina guna
‘of various kinds’, /amgund “in the same manner, similarly,
like’ Min. Gl. 93, 94, phl. gönak colour, hue, species’ etc.,
gonak gönak various kinds’ Gl. and Ind. 283, ‘various’ Ganj. 8,
P.N. 83, hamgona£ “of a like kind’ Gl. and Ind. 38, zd. gaona-
‘Farbe’, in Comp. zairigaona- gelbfarbig (= np. zaryun), hama-
gaona- gleichfarbig'.
Hierher wohl auch das Comparativsuffix goin: ich bin
stärker als er heisst sowohl: es em hzaur Kun zna als auch:
es em hzauragoin Kan zna, d. i. ich bin stark im Vergleich zu
ihm’ und ich bin von starker Art im Vergleich zu ihm”.
gos 8. im 3. Abschnitt.
143. gmepgwumg gurgasar wolfsköpfig Beiname des Vax-
tang (Vardan 91) wäre = np. *gurgsar von gurg “Wolf” und sar
"Kopf".
144. quifnqul, govolak nach kasimon "Cassia als indisches
Product bei MGg. 615 genannt, bei Soukry 44: docalak, im
Busabarut'iun govalak — “Safflor’?
= np. (SS 'radix silphii'? Sehr unsicher.
145. u] gorsapahang var. goSapahang, gosa-
parhang) Ohrring' Ezech. 16, 12 /zgogí(oxocg, Judith 10, 4
(Zvwrior\
= np. 908 “Ohr + apahang = iran. *upahanga- 'Gehünge'
— skr. upa + sanga- Haften, Anschluss, Hang’ (vgl. skr. upa-
sakta- hängend an’? und np. pa-Aang Fuss-spange').
Vgl. zd. gaosüvara- Ohrring, Ohrgehäng'.
146. i, 1. gumar Schar, Menge, Versammlung, gu-
mar-em sammeln besonders Truppen), addiren', med. gumarim
“sich versammeln’ Deut. 31, 11, sich sammeln gegen Jd., sich
zusammenrotten’ Num. 16, 11, ‘kämpfen’ Gen. 30, 8, guma-
ruliun Versammlung, Sammlung’, gumaruliun. gumarel eine
Hf$bschmann, Armenische Grammatik, 9
130 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Verschwörung anzetteln’ 4 Kg. 15, 15, gumartak a) Schar,
Haufen, Heer’ FB. 20, z. 6 v. u.; b) ‘Halsschmuck’ El., Mos.
Kal. I, 291, Sb. 65, 4;
2. gumar-em “schicken? MX. 249, Sb. 47, z. 5 v. u., 48,2
(Truppen senden’), ‘übergeben’ („Truppen in JemandesHände«
— Jemandem Truppen anvertrauen zur Führung) Sb. 59, 15,
‘einsetzen’ (Jemand in das Commando des Heeres oder als
Hüter des Landes) Sb. 80, 4, El. 56, z. 7 v. u.,
vgl. phl. paz. gumärtan, gumärdan einsetzen, bestimmen,
betrauen, beauftragen’ Bdh. Gl. 225, Min. Gl. 93, np. gumästan
(pr. gumaram) 'tradere, committere, mandare alicui alqd., prae-
ficere alqm. alicui rei' (Vullers), 'entlassen, schicken, beauf-
tragen, zu einem Amte ernennen, einsetzen' (Zenker), afgh.
Lw. gumaral “to consign', P. St. 95, 161, 196.
In der Bedeutung 'sammeln' kommt gumar- im Pers. nicht
vor. Das zweite gumar ‘schicken’ u. s. w., das sich mit pers.
gumar- nach Form und Bedeutung deckt, kann, wenn letz-
teres aus vi-niir- entstanden ist, erst in sassanidischer Zeit ent-
lehnt sein. Vgl. P. St. 163.
147. 1. %% gund oder gunt (gen. gndi!) etc.) Kugel,
Sphäre, Senkblei u. s. w. (opaig« Pseud. $6, 5, Polis Apg.
27, 28, AeuzrgGdron, Aaustas Sacharja 4, 2, Daniel 5, 5), davon
gndak, gntak Kugel, Ball, Knollen. Banke MX. 250, Daniel
14,26 (unata), Ex.25,31 (og atocori o). Gen.49,11 (£242, ‘Schwarm’?
(Bienen, Ephr., El.), gadakan 'sphürisch', gndajer kugelförmig',
gnd-em abrunden, verdichten’, modern arm. zmor? gund oder
zmorgund Teigklumpen'
— zd. guada- vd. 3,32 etwa: Teigklumpen, Kloss'odcer'Brot-
laib. Fladen’ (Geldner, KZ. 24. 549. Stud. z. Av. 156) = phl. gun-
dak, np. guida lIefenballen’(für ein Brot) Horn, Grdr. Nr. 936.
145. 2. yny gund Sen. gadi, i-a St. und St.) Abtheilung
eines Heeres?) (zavr), Corps, Heerschar, Schar’, alt und häufig
(El. 9, FB. 192. 193 etc., 2 Maccab. 12. 20, Hohelied 7, 1),
gundagund?) “in Scharen’ Ezech. 26. 7, Judith 15,15, gundsalar
1 Zu scheiden von gind. gint. gen. gudi Ohrring' Gen. 24. 22 ctc.
2 Kleinere Abtheilungen hiessen draus und rast FB. 15.
3 qundagund 2 Maccab. 14. 45 ixoovrz dor, = gund qund FB. 215, 1,
vom sich ergiessenden Blut gesagt. gehört wohl zu 1. gund = in Klumpen?
2. Abschnitt: Persische Wörter. 131
*Corpsführer' Thom. 109, 2. 4v.u., 147, gndapet (zwischen spar-
apet Heerführer und Aazarapet Chiliarch' genannt bei Erznk.
Gramm.)
— arab. jund “Heer (aus dem Persischen), syr. gudda Schar,
mand. gunda (Nöldeke, Mand. Gr. 78), phl. gund “army, force’
Dinkart III. Glossar p. 6, np. yund, yunda Horn, Grdr. 805;
P. St. 83.
149. (gniuuíf& gusan Sänger Pred. Sal. 2, 8, 2 Kg. 19, 35
(Eo o "Musikant FB. 233, 2 und 7
stimmt im Anlaut nicht zu np. Atisun oder kosan!) Name
eines Sängers Vis u Rämin p. 218, 219 (Ausan i nacagar).]
qpmyuń grapan und grpan s. p. 132.
150. h grav (i-a St.) ‘Pfand’, ivéyvoor Deut. 24, 12,
gravel inc grav als Pfand nehmen’ Deut. 24, 10, i gravi dnel
“als Pfand geben’ Nehemia 5, 3, Handgeld, Caution, Vertrag,
Wette’, gracakan “Pfand’ Gen. 38, 17—20, “Geisel, Wette’,
gravem 1. als Pfand nehmen’ Ex. 22, 26, Deut. 24, 6; 2. in
Besitz nehmen, sich bemächtigen, an sich reissen’ FB. 261,
z. 8 v.u., Sb. 24, 11, Mos. Kal. II, 52 u. s. w.
= np. girav “pignus, sponsio, foedus, pactum?’ (Vullers),
"Pfand, Unterpfand, Sicherheit, Aufgeld, Spieleinsatz, Wette,
Geisel’ (Zenker), giraugan “Unterpfand’ (= phl. *gravakan),
phl. grav (geschrieben grubu) pledge, loan, mortgage, security,
hostage' Ganj. 9, P.N, 83, West, PT. IV, 46, 69.
Zu trennen von np. giravidan vertrauen, glauben’ = phl.
viroyitan P. St. 162. Arm. gravem — nehme als Pfand’ ist
Denominativ von grat ‘Pfand’; gravem = nehme in Besitz
vielleicht davon zu trennen und als echt armen. zu skr. grab
ergreifen, grábha- Besitzergreifen', np. giriftan u. s. w. zu
stellen.
151. % grit (gen. greci, t-a St.) ein Getreidemass, garov
Mt. 13, 33, Luc. 13, 21, Anan. Shirak. 31 u. s. w.
= np. girib ein Getreidemass, syr. Nan, arab. jarīb Tab.
242, P. St. 181.
Dazu grran (i-a St.) ugoe Mt. 5, 15 etc. aus *grivan =
phl. *gridan (= *griwan).
1. v. Stackelberg will gosan lesen ZDMG. 48. 495.
9*
1392 2. Abschnitt: Persische Wörter.
152. n, groh (auch groz, i-St.) Nation, Volk, Truppe?
Joh. Kath. und Thom.
— np. guröh Trupp, Schar, Menge, Haufen, Herde,
Schwarm’, phl. karvan grohe eine Karavane’ BB IV, 45.
Dazu groh (groh, grot, gioii tal oder grohel‘assalire insieme'
u. 8. w.?
153. hi, grapan 1. $ db, Saum am Ausschnitt des
Kleides, wo der Kopf durchgesteckt wird’ (arm. auji-X) Ex.
28, 32; 39,21 (gr. 36,31 = 39,23), 2. &rrwuig, humerale (sonst
arm. vakas, bei Philo l
= np. gireban “collare sinusve indusii vel vestis’ (Vullers),
"Kragen, Oeffnung an einem Hemd oder Kleide, um den Kopf
durch zu stecken’ (Zenker), arab. Jirban, jurrubün “superior in-
dusii pars ad collum pectusque patens', kurd. grivan Hals des
Hemdes’, afgh. girevan P. St. 93, phl. grivpan Halsberge' phl.
vd. p. 172, z. 3 für zd. kuiris !) vd. 14, 38 Spiegel 14, 9 Westerg.,
zd. *griva-pana = '"Nacken-schützer. Davon ist arm. grapanak
gukaxtigiov Mt. 23,5 — Schrift-bewahrer' (von arm. gir-
Schrift') zu trennen.
Jünger bezeugt ist arm. grpan “Tasche Med. Schr. (13.—15.
Jhd.) oder grapunak: “Tasche (Jaism. 13.—14. Jhd.) = modern
pers. giriban “a pocket’ Shaksp. (Tasche im Busen des Kleides),
parsisch »giriban ou kissat karfa poche de bonnes oeuvres'«
Darmesteter, Zend-Avesta II, 243, Anm. 13.
154. % Lu, grtak Laib Brot’ Leb. d. Väter und Car.
= np. girda rundes Brot, arab. jardaqa ‘placenta’.
Arm. grtak setzt phl. *girtak, ap. *grta- voraus, P. St.
91, 157. — Dazu modernarm. grtnak Wülgerholz'.
155. Jui dalan (darzan) bitter, herb, scharf, rauh,
schrecklich, grausam, wild, schädlich’ Eznik 120, FB. 222,
daZanutiun “Bitterkeit’ (rızei«) Deut. 29, 18
= np. dizan, dužan, diZand, dazand 1. 'acutus gustu, acer,
2. “iracundus, vehemens".
dahadram s. im 3. Abschnitt.
1; Geldner falsch: Helmbusch'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 133
156. [Ah dahamunk (gen. dahamang) Geschenke,
Gaben’ (für Opfer, Tempel) Num. 28, 2 (óuara), Deut. 12, 11,
3 Maccab. 3, 11, Seber. und Ephrem, zu zd. da9ra- Gabe,
Geschenk’, np. dara ‘Gehalt (Horn, Grdr. Nr. 524, P. St. 59)?
Zu unsicher. Ein ap. *da9"a- — phl. dar müsste als *darh
— *dah entlehnt, davon ein Denom. *dahel gebildet und von
diesem ein *dahaun, pl. dahamun£ (nach pastaun, pastamunk zu
pastel) abgeleitet sein!
157. 2 L’jf dahanak "rouge Gen. 2, 12, &r9ga£
Tobias 13, 22
— np. dahana, dahana, arab. dahana) 'gemma similis sma-
ragdo, molochites', syr. 32711 dass.
158. ii) dahekan (i-a St.) dgayın Gen. 24, 22, yov-
0006 Gen. 24, 22; 45, 22, Önvagıov Mt. 18, 28, vóuicuo und
Önvagıov Mt. 22, 19, El. 19, z. 9 v. u., Joh. Mam. 36, z. 1 v. u.,
37, z. 7 v. u., Steph. Asol. 125, Arist. 18, 1 u. s. w.
— np. dahgan je zehn, etwa zehn’, dahgūānī genus monetae
aureae antiquis temporibus usitatae'. Zu np. dah zehn', dahyak
“ein Zehntel’ u. s. w.
Vgl. lat. denarius von deni je zehn”.
159. 2 dahic (i-a St., Scherge, Polizeisoldat, Henker’
Mt. 5, 25, Luc. 12, 58, Mc. 6, 27 (ö r εν , sroaztwe, o:tezov-
A«rc9), FB. 16, El. etc.
= syr. NET darsa (stat. abs. etwa dozes) “satelles, lictor,
das nicht echt syrisch ist und aus dem Pers. stammen könnte.
Ueber syr. 5 für (pers) © s. Fraenkel p. 95. — Dazu arm.
dahcapet doxıuayeıgug Gen. 39, 1, El. etc.
160. 7, há dahlit (gen. duſilei) zaoroqógior “Zelle (im
äussern Vorhof des Tempels) Ezech. 40, 17, 38, Jerem. 35, 4,
“Halle (im Palast) MX. 250, z. 6 v. u., Sb. 32, 9; 67, z. 1 v. u.
= np. arab. die, daAliz Vorhalle, Halle’, afgh. Lw. daA/j,
dahliz ‘portico, threshold", phl. dahliz (d. i. dahlic) West, PT.
I, 249. Zu ap. duvar i-? WZKM. 9, 171.
161. qual dam Netz Oskiph., pl. dami Leb. d. Väter, sonst
nicht vorkommend,
— np. dam ‘Netz’, skr. dama ntr. “Band, Fessel’.
1; Zur Bildung s. P. St. 130.
134 2. Abschnitt: Persische Wörter.
162. 4u/ug dang oder dank (i-a St.) eine kleine Münze (oder
Gewicht): dangi mioj dooaoiov Mt. 10, 29, erkug dangaç àoca-
eiwv doo Luc. 12, 6, Bean dang é erkdrameann 20 ógoAol tò
dideaxuov Ex. 30, 13, Gewicht von 2 Gran’ Vardan
— np. dang ‘quarta pars dirhemi’, phl. dang PPGI. 109,
syr. WO “sexta pars dirhemi’. Np. phl. dang aus danak Körn-
chen’, vgl. np. dana Korn', phl. danak Bdh. Gl. 136 u. s. w.,
Horn, Grdr. Nr. 535.
163. quiu dandan nach dem alten Wb. = ‘Zahnfleisch’
oder ‘Zähne’ findet sich in:
dandanavand (i-a St.) Gebiss’ (am Zaum), ‘Zaum’, gakıyos
4 Kg. 19, 28, Jes. 37, 29, etym. — 'Zahn-band'
= np.dandan, phl. dandan Gl. and Ind. 280 Zahn', zd. dantan-
(in eimito-dantano) + np. phl. band Band'. P. St. 63, 182, 190.
164. [ui dasn (gen. sg. dasin, gen. pl. dasane) "Vertrag,
alt und háufig,
gehört nicht zu zd. dasina- rechts,
165. 2% dasnak Dolch’, nur einmal bei Sokrates,
Kirchengesch. (7. Jhd.)
= np. dasna ‘Dolch’, syr. 22 “culter duarum acierum'.
dasnak bei Osk. Mt. 757,37 (=z. 3 v. u.) heisst nicht ‘Dolch’,
wie de Lagarde meinte, sondern “Art und Weise’, da armen.
pespes dasnakauli dem gr. tn Zodi tavri) entspricht (Joh.
Chrysost. ed. Migne, 7, p. 529 links, z. 42). Wb. hat das Citat
und die richtige Erklärung.
Vgl. dasoin (oder darsoin Ephrem) datvasng Judith 13, 8;
16, 11.
166. quii dast (i-a St.) Feld, Ebene’ alt und häufig, davon
dastak Mos. Kal. I, 95, 7, dastakan u. s. w.
= np. doit Feld, Ebene, Wüste’, päz. dast Min. Gl. 56,
arab. dast.
dasti"campestre’ bei C. ist nicht np. dasti, phl. dastik dh.
Gl. 140, syr. PTN “agrestis? Ges. Abh. 55, wie de Lagarde
meinte, sondern der Genitiv-Dativ von dast: z i dastisn (Philo)
— “die in der Ebene befindlichen’ ist acc. pl. vom declinirten
1 dasti-n “der in der Ebene’. Der nom. pl. dazu würde lauten:
i dastikn “die in der Ebene‘.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 135
167. quip mui dastan (i-St. und i-a St.) ‘Menstruation’ Lev.
12, 2; 15, 19 (&ypedeog), menstruirend' Lev. 20, 18 (droxa$r-
ue, dastanik “die Menstruirende' FB. 76, 8
— np. da$tan “menstrua patiens mulier, päz. phl. dastün
‘menstruation’ Min. Gl. 56, Gl. and Ind. 267, zd. dazsta-'die Re-
geln, Menstruation’, dazstacaiti- menstruirend'. P. St. 233, 235.
168. nunmal, dastak "Handwurzel 1 Kg. 5, 4 (#0005),
Narek.
= np. dasta Handvoll, Griff’, phl. dastak “a handle, hand-
ful PPGl. 106, Gl. and Ind. 266, arab. dastaj, syr. Sp
‘manubrium’, zu ap. dasta- = np. dast ‘Hang’.
169. Tu, dastakert (i-a St.) Ansiedelung, Landsitz,
Landgut, Besitz FB. 106, z. 6 und 14 v. u., yewgyıov Sprüche
Salom. 24, 5, 27, incs eo dastakerts acc. pl.) = xrroeıg Ezech.
38, 12
= ap. *dastakrta- etym. = “mit Händen gemacht’, phl.
dastk'e)rt ‘Flecken’ BB IV, 48, mp. dastagerd, Aaoray£oö Tab.
295, arab. Dastajird Barb. 232, daskara ZDMG. 33,143, Barb.
233. Vgl. P. St. 130, 190, 238.
Im Armenischen wird dastukert vom Dorf sen, giu?) unter-
schieden und rangirt nach demselben: Städte, Flecken, Dörfer,
Dastakerts.
170. qunununquís dastapan “der Griff? (nach Wb.) oder der
Korb’ (am Säbel: xran) FB. 233, z. 4 und 14 und Grigor Nius.
= np. dastvān Handschuh‘, arab. dustaban Ges. Abh. 23,
phl. dastpanak “Feuerzange West, PT. IV, 126, von ap. *dasta-
pana- “Hand-schützer..
171. -e ` dastarak ` "Handtuch, Abwischtuch,
Schweisstuch’ El. 156, 10, Osk. Tim. u. s. w.
= np. dustár Handtuch, Schweisstuch, Kopftuch’, demin.
dastaréa, afgh. Lw. dastür turband'.
172. uu dastiarak Erzieher, Lehrer 1 Kor. 4, 15,
Gal. 3, 24, 25 (‚raıudaywyos), FB. 261 u. s. w.,
zu np. dastyar “Helfer, ap. *dastadara- etym. = 'Hand-
halter’ WZKM. 8, 275.
Zur Form vgl. arm. Spundiat (oben p. 74) = pers. Ispan-
diyaó — zd. spontodata- P. St. 200.
136 2. Abschnitt: Persische Wörter.
173. u dat (i-St.) Gericht, Urtheil, Prozess, St alt
und häufig, davon datel richten, wa streiten FB. 244,
Mt. 5, 40 u. s. w., dat ainel Recht Ee m Schaffen" Lue
18, 3, 5, dat dnel Gericht halten’ Eznik 248
= ap. data- "Gesetz, phl. dat Gl. and Ind. 176, päz. dad
law, rule, decree, justice, retribution’ Min. Gl. 56, np. dad
"Recht, Gerechtigkeit syr. 877 lex”.
Dazu datazaz Ankläger' Apg. 25, 16, datapart ‘schuldig,
straffällig Röm. 3, 19, datapartem Nerürthéile: datastan (i-a
St.) “Gericht, Urtheil, a ne Mt. 7, 2, FB. 225, Eznik
215, xgırigıa Brief d. Jacobus 2, 6, datavċit “Urtheil Ag.,
dataran “Tribunal, datavor (i-a St.) "Richter Luc. 18, 2, Eznik
218 u. s. w. Vgl. zu EU phl. datastán Gl. and Ind. 177,
paz. daóastan Min. Gl. 57, Shk. 240 Judgement, sentence’, np.
dadistan “sententia, i ond iudicis, und zu dutavor: aram.
"Ar" do , Richter Daniel, 3, 2, 3, phl. dätavar oder dātuvar
(geschrieben dãtubar) “Richter Gl. ud Ind. 177, sassanid. orra-
dadovag gr. Ag. 159 = pers. *spah-dädwar Generalauditor
l'IHeer-richter paz. dävar Min. Gl. 60, np. dàrar "Richter,
davon darari Richteramt, Rechtsstreit, Streit".
174. iu daran ‘Behälter in matenadaran Bibliothek?
(von moien Buch", bei Euseb. Chron. ed. Aucher 1, $3 (= PP kıo-
` Drzi, des Diodorus Siculus) und in putkandaran "Köcher (von
patkan = np. paikān Pfeil’) El. 7, nach de Lagarde
= np. daran!), ptc. praes. zu dästan halten’?
Das selbstündige daran kommt nach W b. in der Bedeutung:
"Versteck, Schlupfw inkel, Höhle’ des Löwen, am häufigsten
und gew öhnlichsten aber in der Bedeutung: Hinterhalt vor.
Auch in matenadaran und patkandaran fassten die Armenier
daran als Substantiv = ‘Behälter’ auf, da sie ersteres in matenig
daran Behälter der Bücher? (Euseb. Chron.), letzteres in pat£an
daran = passender Behälter? (bei Thom., s. unter patkandaran)
auflösen.
Vielleicht geht daran "Behälter auf ein phl. subst. *düran
= ap. *darana- Halter, Behälter’ zurück, wie osset. darün in
kuzdarän “Ring? (= 'ringer-halter), eiraydarän “Leuchter
1, Vgl. Vullers, gramm. ling. pers. p. 220.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 137
(= 'Licht-halter, s. meine osset. Etym. p. 35 und 134) auf
iran. darana- (vgl. suff. à», ZDMG. 41, 321) zurückgeht. Vgl.
skr. dhärana- tragend, Halten, Tragen’, dharana- dass., dha-
€ DÉI DÉI H
runa- tragend, Träger, Behältniss.
175. yupunyum darapan "Thürhüter nur 1 Chron. 26, 19
für zvA«oóg
= np. darban ‘janitor’, ap. *durara-pana- "Thür-hüter', vgl.
phl. darpan Gl. and Ind. 260. S. oben p. 119 barapan, ferner dřn-
a-pan " Thürhüter Mc. 13,34 {mit arm. dur» “Thür für pers. Car),
darapet "Pfórtner (der Hölle) bei Cyrill.
Zu der- “Thür gehört wohl auch
qupmapuıu darapas (dare us, darpas, "Palast" Thom. u. s. w.,
modernarm. darbas "Thor,
vgl np. darväza “Thor, darras Thürschwelle', darecas
"Thürpfosten', dargaA limen portae, aula regia’ etc.
176. qupunnnufy darastan (i-a St.) Garten Ezech. 19,11 etc.
wäre np. *daristan Baumort' von dar Baumstamm, Holz,
phl. dar “wood” Gl. and Ind. 180, zd. dauru- *Holz. Vgl. np.
gulistàn d. i. Rosen-ort', dirartistan Baums-ort'.
177. ue, darguc Sünfte, Tragbett, Tragbahre’
= aram. C54 ‘Bett, syr. dargusta Sünfte, Wiege’, die
nicht echt semitisch, also móglicherweise persisch sind.
Das arm. Wort findet sich nur in den Comp. durgc-a-kal
= ‘in der Sünfte getragen’ Cyrill. und dargé-a-jec 'darguc-artig?
Joh. Van., Oskiph. des Mos. Erzuk. (14.Jhd.), von maAic “Bett
und zorg Sack gesagt.
178. ui, daricak Gussform' Sanahneci (11. Jhd.),
Georg, Erkl. d. Jesaias (13. Jhd.)
= np. darica Thürchen, Fenster, Gussform'.
Von dar “Thür mit Deminutivsuff. i“ = np. ica (iza)
P. St. 227 gebildet, vgl. phl. %,, Strohhalm' von kih ‘Stroh’
nach Darmesteter, Étud. iran. I, 258, näricak "Kanal Bdh.
p. 26, z. 1 flg.
179. qupháhl'u daricenik Zimmet' MGg. 616, 12 (unter
den Producten Chinas), modernarm. darcın
= np. dür-cini "Zimmer Polak, Persien I, 125 (darein bei
Rosen, Np. Sprachführer 49), bal. afgh. Lw. dar-cini Zimmet',
138 2. Abschnitt: Persische Wörter.
serb. darcin Miklosich, türk. Elem. I, 45. Aus phl. “dar: cenik
‘chinesisches Holz’.
180. qup[ugquilrg dariplpel (darapipel)'piper longum" Galen
und Med. Schr.
— np. dar (i filfil, arabisirt aus dar (i) pilpil “piper longum’,
von dar Baum, Holz’ (— zd. dauru- Holz) und filfil = pilpil
‘Pfeffer’ = skr. pippali 'piper longum".
181. pupla darman (i- und o-St.) Verpflegung, Pflege,
Nahrungsmittel, Proviant, Futter’ FB. 228, 246, Eznik 66, Mos.
Kal. I, 207 u. s. w., darman tar dma 'sorge für ihn, pflege ihn'
Luc. 10, 35, darman-em 'sorgen für Jd., verpflegen, besorgen'
Luc. 10, 34, FB. 213, z. 3 v. u., Sb. 55, z. 7 v. u., zasn-a-dur-
mank xrnvorgöpo: Gen. 46, 34 Viehzüchter'
— np. darman Heilmittel, Mittel’, phl. darman ‘remedy’
Gl. and Ind. 262, skr. dharman- Stütze, Unterlage, Halt’.
182. [que dav (o-St.) Nachstellung, Hinterlist, Verrath’
Apg. 20, 3 (£rıßovAn), FB. 191 etc., davon dorem ich stelle nach,
hintergehe, verrathe’ MX., dav-acan Nachsteller, Aufpasser
Luc. 20, 20
— skr. dabh ‘schädigen, hintergehen, täuschen’, zd. dub
“täuschen, betrügen’ (ptc. dapta- ys. 10,15) desid. dii (= skr.
dips aus dibzh für urspr. di-döh-s Bartholomae, Stud. z. idg.
Sprachgesch. 2, p. 162).
Arm. dav ist nicht Lw., wenn die idg. Wurzel dhabh war.
Vgl. Brugmann, Grdr. II, 997.]
183. quu dap = np. dap, arabisirt daf Handtrommel'
liegt vor in
dae! 'ertónen! (von der Trommel: /mbuA) Thom. 132,
z. 11 v. u. 10. Jhd.), daptun Osk. Joh. I, 1 (5.Jhd.) und dapumn
Magistr. (11. Jhd.) ‘Lärm’ (= Getrommel').
ddmaé = ttmaj s. im 3. Abschnitt.
154. V% ddum "Kürbis, davon ddmeni Kürbispflanze
x0Ao*vvÀr Jonas 4, 6
— zigeun. dudum Kürbis' Pott, ZKM. 7, 152.
Stammt das Zigeunerwort aus dem Arm. oder beide aus
einer dritten — pers. — Sprache?]
2. Abschnitt: Persische Wörter. 139
185. 4% deh Seite Pseud., Joh. Mam. 26, z. 7 v. u., Geop.
= np. dih, dih Dorf, paz. deh Dorf Min. Gl. 60, bal. Lw.
dih oder den Land, Gegend’, mp. “deh P. St. 129, zd. danhu-,
dahyu-, ap. nom. dahyaus Provinz. Vgl. nêdeh Fremdling' und
die flg. Wórter, in denen deh (wie auch im Modernarm.) —
"Land' ist.
186. 2 Hi dehkan in dehkanutiun FB. 67, z. 4 das
Dehkan-amt'
— np. diſi gan, älter dihkan Tab. 351, arabisirt dihgan Land-
edelmann, Ortsvorsteher, Bauer’, g. dean Dorfbewohner
ZDMG. 36, 75, syr. N2Pr17 “praefectus pagi, davon arab. Lw.
dahgana praefectura pagi et agricolarum’, the office of cultivat-
ing the world, of sowing in it and of distributing it Albirüni
Uebers. 206.
187. 4b4ulrim dehpet oder dehapet, nur El. 26, 8 (Moskauer
Ausg. 34) Landeschef
— päz. dehvad Landesherr' Geiger, Aogem. p. 108, Min. Gl.
54, Shk. 241, phl. dahyupat Gl. and Ind: 192, zd. danhupatti-
"Herr der Provinz, davon arab. daAufaóiya »the office of
guarding and watching over the world and of reigning in it«
Albirüni Uebers. 206.
188. yht den (gen. deni, i-St.) Religion, Glaube, Gesetz
El. 9, z. 13 v. u.5 63, z. 9 v. u., Sb. 46, Mos. Kal. I, 138 etc.
= np. paz. din ‘Religion’, zd. daena- ‘Glaube’, syr. Lw. den
(und awasta) Hoffmann p. 64, 95, 109, 110.
Dazu: den mazdezang “die Religion der Mazdayasnier' El.
63, z. 5, 6 v. u., MX. 249 — den i mazdezn El. 20, 8; 102,24;
126, 21 “die mazdayasnische Religion, phl. den i mazdesnan
Art. Vir. 3, 10 oder den i mazdesn (für mahist, Haug, Essay on
Phl. 151, 2, 3, Gl. and Ind. 209); ersteres wäre im Zend: daena
mazdayasnanam, letzteres ist — zd. duena mäzdayasnıs. Siehe
unter mazdezn. — Dazu den-a-dar) Thom. = den-a-korois Zenob,
Steph. Orb. Apostat'; Parskaden s. p. 67 unter Pars; hamak-
den s. unter hamak.
189. %¹ denpet nur El. 112, 6: denpet Aparaszarhin
Oberhaupt der Religion in Abarsahr
= zd. daena- ‘Glaube + paiti- Herr,
140 2. Abschnitt: Persische Wörter.
190. qlruumly despak (i-a St.) ‘Wagen’ Sb. 27, z. 8 v. u. (der
kónigliche Wagen, »der goldene, viele Talente werthe, der mit
Edelsteinen und Perlen verziert war und bei ihnen (den Per-
sern) Wagen der Herrlichkeit — despak parag — hiess «), Sb. 46,
z. 1 v. u.; 47, 6 (von Mauleseln gezogen), Mos. Kal. I, 153, 5;
154, 10; 160 2 2 354i; 161, 4, 7 u. s. w.
= E) pr Wagen ‚ mehrfach im babyl. Talmud
(Praenkel) das persischen Ursprungs (phl. *despak) sein dürfte.
191. luyu despan Bote, Gesandter FB.55, 203, 204, z. 3,
El. 43, z. 16 v. u. etc.
= arab. dusfán nuntius' und beide aus dem Persischen
(phl. *despan)?
192. „Ln derjak Schneider, Schuster, ó«;rrjg und
ozvroröuog (nur bei Osk. Ephes. und Jaism.), deryan Faden
bei C. und im kleinen Wb. (Vened. 1865), Aander) Kleid' (alt
und häufig),
vgl. np. darzi, phl. darzik Guj. Ab. p. 74, syr. darziqà
Schneider, np. durzan Nadel', darz, darza ‘Naht’, darzmān
‘Faden’, kurd. Lw. dezi ‘Faden’, derzi Nadel, terzi Schneider.
Da darz- in der Bedeutung ‘nähen’ etc. specifisch persisch
ist (skr. drh befestigen’, zd. Aan-darozay- binden' vd. 9, 49),
so liegt die Annahme der Entlehnung für die armenischen
Wörter nahe. Die lautliche Differenz wiegt nicht schwer, da
pers. arz- auch sonst im Arm. zu erj- (vgl. anderjapet p. 99)
wird. Man müsste also für arm. derjuk ein phl. *darzak (neben
darzik,, für Vanden ein phl. *Aandarz voraussetzen. Wie aber
verhält sich arm. Aunder) ‘Kleid’ zu „under 1. Zurüstung',
2. “mit, handenjem ich rüste zu, bereite’ Mc. 1, 2 u. s. W.?
193. ql dev (gen. diri, i-aSt.) Teufel“ böser Geist, Dämon’
Mt. 7, 22, FB. 49 u. s. w., alt und häufig, auch 1. Glied zahl-
reicher Copeia wie divapast "Teufelsy erehrer’ Eznik 140
— zd. daeva-, phl. dee, np. dev Dämon, Teufel’, syr. &
"daemon".
194. vide dem-K (gen. dim-aç, "Gesicht, als 1. Glied von
Comp. dim- entgegen, davon: dim-e-m “wende mich gegen,
ziehe’, and-dem entgegen, dimak Gesicht, Anblick, Er-
scheinung, Form’
2. Abschnitt: Persische Wörter. 141
— zd. daeman- “Gesicht, Augen’, phl. demagan (für dema-
kan, pl. von dema£) “features West, PT. IV, 201, np. dim, dima
‘Gesicht’, bal. kurd. Lw. dem "Gesicht,
ufi bi y-andiman gegenüber (yandiman linel sich vor-
stellen, erscheinen vor (dem König) El. 10,11): päz. andiman
(= phl. *andemani) “entgegen, vor’ (coram), phl. andemän-kar
“der empfängt, führt’ Geiger, Aogem. p.65 (vgl. p. 23, 11), phl.
andemũni West, PT. IV, 24, 32, Shk. 230 household service’
(eigentl. das vor Jemand Erscheinen).
qkın det Spüher, Aufseher, Kundschafter, Wacht, Wäch-
ter, Warte’, davon dit-em “beobachte, spähe, sehe hin’ FB.251,
Hohelied 5, 17 u.s. w., ditak“Anblick, Aussehen, Wache, Warte,
ditanoc "Warte, l
vgl. phl. dit “sight? Gl. and Ind. 285, np. did = bal. Lw.
dió ‘Anblick’, np. dida “der gesehen hat, erfahren, Auge, Beob-
achter, Warte (aus dT.
Die Wurzel di in der Bedeutung ‘sehen’ ist specifisch ira-
nisch, vgl. noch: zd. a-dtóaiti “er beschaut' yt. 10, 13, daiðyanto
(nom. pl. ptc.) bespähend' yt. 10, 45 etc. (im Praes. immer re-
dupl), doi ra- Auge, ap. didi ‘sieh’, np. didär ‘Anblick’,
didan ‘sehen’, bal. didoz Augapfel', afgh. lêma Pupille“, Lid
"sehen, spähen’, während von den entsprechenden Wurzeln des
Skr. di (a-di-de-t) und dhi (a-di-dhe-t) die erstere: scheinen,
glänzen’, die zweite: “scheinen, wahrnehmen, das Augenmerk
richten auf, denken, nachsinnen’bedeutet. Es liegt daher nahe,
die genannten armenischen Wörter als Lehnwörter anzusehen.
Dieser Annahme bereiten (yJandiman und dem keine Schwierig-
keiten, wohl aber det, das sich mit phl. dit, np. did weder laut-
lich noch begrifflich vollkommen deckt. Denn arm. det setzt
ein phl. “det 'Spüher', arm. ditak ein phl. *detuk voraus.
195. % dž- als 1. Glied von Comp. = zd. dis-, dus-,
np. duž- (dis), dus-, päz. dus- Shk. 242, phl. dus- Gl. and Ind.
p. 276 flg., ap. dus (in dusiyara- “Misswachs’), Gegensatz von
h- = zd. päz. u- ‘gut’, liegt vor in:
qdqncim dægunutiun Entfärbung, Erblassen Evagr.
(5. Jhd.) von *d2goin ent-färbt, blass’ — zd. *duzgaona-;
ndhuk if” dzcem schlecht, böse’ Jac. Nisib., Osk. Apg., davon
diremuliun ‘Schlechtigkeit FB. 236, 6
149 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= np. duzzim, dizzim von schlechtem Character Fird. I,
341, 397, paz. duszim Min. Gl. 68, phl. duszem evil-natured'
Gl. and Ind. 278 (zu np. zim Naturanlage, Character’);
qd unfis] dékamak ('un-willig) 1. unfreundlich, unange-
nehm’, 2. ärgerlich, aufgebracht, zornig’, d2kamakutiun‘ Wider-
wille, Unwille’ Osk. Joh., 2 Kg. 19, 42, FB.94, 9, Jac. Nisib. etc.
— np. diz cam, dizkama “abstinens, iracundus’, paz. duskam
“evil-disposed’ Min. Gl. 68 (zu np. kam, kama Wille, Wunsch);
2%%hujneſoen d:kerputiun“Hässlichkeit’ Philo von *dikerp
missgestaltet, hässlich’ = zd. *duskahrp (Gegensatz hukahrp-
‘schön’ ys. 9, 16);
dibald *unglücklich' bei C. ist modern für älteres t,
vgl. bazt.
Nach diesen Mustern wurde de- auch mit echt armenischen
Wörtern componirt:
d:goh ‘unzufrieden’ Osk. Mt. von goh ‘zufrieden’; dimit di
cattivo umore, malvagio, afflitto Laz. von mit, mită Sinn,
Gedanken’; date ungeeignet' Apg. 27, 12 von pateh “ge-
eignet’, vgl. anpateh ‘unpassend’; dZparist “gottlos — ambarist.
Dazu auch dor “schwierig (in vielen Comp.)?
Für de- findet sich einigemal (besonders bei Osk. Mt., Jes.,
Paulusbriefe etc.) auch € fein unpreiswürdig' von gin “Kauf-
preis’, /2goÀ ‘unzufrieden’, tżgoin entfürbt' nebst Ableitungen.
Wie im Zd. und Np. dees und dus vorliegen, so waren beide
Formen auch im Ap. und Phl. vorhanden, wenn auch nur dus-
geschrieben wird. Im Arm. fiel « in nicht-letzter Silbe aus,
daher wurde duż- zu de-, duš- zu ds-, das in fs- überging, s.
unter /onam- und fr Das idg. dus- dagegen wurde echt-
armenisch zu f-. (Von de- zu trennen: du: ‘Barbar 1 Kor. 14,11,
vgl. zu2 ebenda und zuzadu? ‘Barbar, davon džak *barbarisch
(nur bei C.), das ich nicht mit skr. duraka- N. pr. eines barb.
Volkes oder zd. duzaka- zusammenstelle.
196. % d:oz-K (gen. d2oz-oc)' Hölle’ Mt. 11. 23, Eznik
247, 248 u. s. w., davon dorakan höllisch' Eznik 247
= np. dözar, päz. dözax Min. Gl. 63, phl. dösare, mecht,
dosarvi Gl. and Ind. 277, Haug. Essay on Phl. 67, Bdh. Gl.
147, Yatk. 60 (gesprochen dozaz*, dözax P. St. 64). zd. duzah-
“Hölle? yt. 19, 44 (Neuausgabe), duozanuha- höllisch' vd. 19, 47
(Geldner, Drei Yt. p. 27).
2. Abschnitt: Persische Wörter. 143
Für das Ap. setze ich an: dauza(h)uva- = zd. daoza-
nuha-, woraus im Phl. dozaz", dann dozaz (P. St. 218) werden
musste. Die Armenier haben dozaz bei der Uebernahme durch
Umstellung der Vocale in *dazor, dann durch Anlehnung an
die zahlreichen mit d:- anlautenden (meist etwas Unangeneh-
mes, Schwieriges, Lástiges ausdrückenden) Wörter in d2oz ver-
wandelt.
diorapet Höllenfürst' erscheint erst spät (in den Car.).
197. 2%, dzvar schwer, schwierig’ (difficilis, alt und
sehr häufig, erstes Glied vieler Composita, z. B. d2var-a-bzskelt
Övo-$eoarrevrog “schwer zu heilen’, adv. d*carav schwerlich
Övoxö)lwg Mt. 19, 23 etc.
= np. dusear Fird. I, 464, dusz'ar ‘schwierig’, paz. dusvar
"difficult! Min. Gl. 69, phl. dusz'ar schwierig Bdh. Gl. 148,
Gl. and Ind. 277, davon dusz"arih "Bedrückung’ Yatk. 47, 49.
Np. phl. dusz'"ar ‘difficilis’ ist Neubildung aus duš- und
xar ‘facilis’ (zd. z"a9ra- aus *Au-a9ra-); np. phl. ds var, arm.
dæ rar gehen auf ap. *dusura9"a- aus *dus-suvad"a- (eine ap.
Neubildung für *dusaJ'a- = zd. duz-a9ra-, Gegensatz zu zd.
z'ajra- aus i ra-) zurück. Im Arm. ist das häufigere dz-
für ds- (= arm. /s) eingetreten. Vgl. P. St. 206, 218.
Arm. divarin “schwierig’ (alt und häufig) ist zu diva? ge-
bildet nach dem Muster des Gegensatzes: diurin "leicht" Luc.
3,5 etc.: dier ‘leicht (in Comp. dem gr. cù- entsprechend, wie
divar- dem gr. d vo-.
19S. u, ipak Brokat Jes. 3,21, Ezech. 27, 7 (motto),
Mos. Kal. I, 321, Levond 62, Steph. Asol. 129 u. s. w.
— np. debä Fird. I, 23, z.15, deba "Brokat, afgh. Lw. deba
‘brocade’, arab. dibaj und dibag, syr. X329% "vestis auro picta’,
phl. depak West, PT. I, 256.
dirt s. im 3. Abschnitt.
199. „%u divan (i-a St.) Kanzlei, Archiv MX. 33, z. 23,24;
117,2. 4—6 ; 240, z. 5, Koriun, Sb. 26, 65 etc., für oyożń Schule
Apg. 19, 9, raoropögıov (Gemach des handerjapet = rauias)
Jes. 22, 15, Zimmer des Kanzlers (dprapet) Jerem. 36, 12
— np. divan Register der Steuern, Kanzlei, Tribunal,
Rathsversammlung' u.s. w., phl. decas Archiv West, PT. IV,
144 2. Abschnitt: Persische Wörter.
p. xxxi, syr. 14 codex, tabulae. Arm. diran setzt phl.
devan (mit e) voraus, vgl. dazu Ges. Abh. 217.
200. ,’ dmak“Fettschwanz (der Schafe) Ex. 29, 22, Mech.
Fabeln, Geop.
= np. dum, dumm, dunb, dunba, dunbal ‘Schwanz’, bal. Lw.
dunbag, nb. dumb, deb Schwanz, Schweif“, phl. dum, dumb,
dumbak Bdh. Gl. 148, Gl. and Ind. 282, dund, dunbak West,
PT. I, 337, osset. dumiig, zd. duma-.
Auch in garnadmak, gainadmakik Med. Schr. und Geop.
Name einer Pflanze, nach dem Busabarutiun Immergrün'.
Etym. = 'Lamms-schwanz, Lammsschwänzchen'.
201. Aug bt doci rež Med. Schr. und alt. Wb. 'Gummi-
lack” oder “Lackharz (eigentl. Lack-gummi)
= np. déi, doza d. i. lak!) “gomme laque’ (Zenker), gummi
laccae, etiam doża dictum" (Vullers, s. v. lah) + arm. zei, zi2
Gummi, Harz’ MGg. 600, z. 5 und 9 v. u.
Vgl. gazi zez Tragant-gummi' p. 124.
202. oe doil gen, duli oder duloy) Schöpfeimer' Joh. 4, 11,
Jes. 40, 45 und Spätere
= np. dol Emer, syr. daula, phl. dol (geschr. dor) Am-
phora' (im Zodiacus) Bdh. Gl. 147.
Nach Nöld. Stud. II, 39 ist pers. dol semit. Lw. Vgl. arab.
dalv u. s. w. Fraenkel 63.
203. nh dorak (gen. dorak)) ein bestimmtes Flüssig-
keitsmass (für Wasser, Wein, Oel etc.), dem hebr. Hin ent-
sprechend, Ex. 29, 40, Lev. 23, 13 u.s. w., El. Moskauer Ausg.
132 ‘Krug’
= np. dora “poculum vini, scyphus’, arab. Lw. daurag, phl.
dorak, dolak “a cup, goblet, a measure of capacity! Gl. and
Ind. 275.
204. , d,! "Tochter als zweites Glied von Frauen-
namen, s. oben p. 37 die Eigennamen unter durt
— np. duzt Fird. I, 438, 92 neben duztar "Tochter, phl.
duxt Gl. and Ind.272, Yatk. 73, zd. duydar-. Echt arm. dustr.
1, Pali lakha, gr. Auxxos ZDMG. 47, 600.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 145
205. 2. dpir (gen. dpri, i-a St.) Schreiber, im N. T.
‘Schriftgelehrter’ Mt. 2, 4 etc., davon dprapet Chef der Schrei-
ber’ 2 Kg. 20,25, El. 32, z. 10 v. u. etc., dprapet Areac Reichs-
Kanzleidirector’ Laz. 187, dprog "Schule, dprutiun Schrift,
Schriftkunde, Litteratur, Buch’ Jes. 29, 12, Daniel 1, 4 etc.
= np. dabir, dibir Schreiber, paz. diveri (lies diviri) writ-
ing’ Min. Gl. 62, phl. dit writer, secretary Gl. and Ind. 256,
PPGl 105, 106, Ganj. Gl. 13, Horn, Sieg. p. 27, d(opiri
‘Schreiben’ BB IV, 38, d()piran mehist Chef der Schreiber’
BB IV, 62, Tab. 444. Vgl. skr. Lw. divira-, divirapatı-.
Arm. dn setzt ein phl. dipir (nicht dapir) voraus; im
Phl. kann dapir, aber auch dipir gelesen werden. Da das Wort
zu ap. dipi- Schrift, Inschrift gehören wird, so wird dipir die
richtige Lesung sein, vgl. np. dibir und paz. »diveri«. Bedenk-
lich ist phl.dipivar Horn, ZDMG. 44, 670 wegen der arm. Form.
206. n dsrov 'getadelt, geschmäht, verhóhnt Osk.
Ebr., davon dsrovem 'tadele, schmühe, hóhne, verachte’ Hiob
31, 29 (dsroveal xaxovuevoc), Osk. Mt. I, 211, El. 41 etc., dsro-
vuliun Schmach, Schande’ FB. 57, 5, dsrovank “Tadel
— zd. *dussravah- (wovon doaussracá ys. 11 abgeleitet ist) von
schlechtem Rufe’, paz. dusrav (geschrieben dusrüb) ill-famed,
disgraceful, dishonoured' Min. Gl. 69. Vgl. oben p. 44 das N.
pr. Xosrov, pàz. phl. zusrav (geschrieben zusrub) wellfamed,
respected, honoured’ Min. Gl. 128, skr. sugravas- "berühmt.
Arm. dsrov steht lautgesetzlich für *dusrav. Neben dsrov
erscheint drsov mit Umstellung von sr zu rs.
207. qpwfun drazt (gen. drazti) Garten, alt und häufig,
Gen. 2, 8flg., 2 Kor. 12, 4, Eznik 262 etc.
— np. dirazt Baum, pàz. phl. drazt Min. Gl. 54.
Für drazt erscheint drast in den Pit. i) und bei Philo. Vgl.
bazt,
208. 2 dram gen. drami) Drachme', ögaxun Luc. 15, 8,
Ex. 38, 25 u. s. w.
= np. diram Gewicht und Münze ?), phl. dram PPGl. 12,
Salemann, Parsenhdschr. 75, West, PT. II, 242, aus *drahm
1) Ed. Zohrabean p. 385, 429, 430.
2) Ueber den Sassanidendirhem vgl. Tab. 355.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 10
146 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= arab. dirham von *drazm = gr. doayun (vgl. zd. tarma- =
np. tahm arm. fam in Tam Xosrov) Nöld. Stud. II, 36, P. St. 251.
209. pdhl dr2-em oder d£r-em i) betrügen, nachstellen,
verrathen, verrátherisch tódten, den Vertrag brechen, schädi-
gen’ MX., Laz., Joh. Kath., Philo etc., drang oder dirani
“Betrug, Hinterlist, Verrath', von druž inuztadruz'wortbrüchig'
Röm. 1, 31, ttradruz dem Herrn die Treue brechend, untreu’
FB. 23, 10, Eznik 252, baredruž ondankbar Osk. Röm. und
2 Tim.
= zd. druzaiti ‘betrügt’, mid rõdruj- den Mithra betrügend,
die Treue brechend, treubrüchig’, ap. dura (== duruż P. St. 228)
‘lügen’, phl. druztan to lie Gl. and Ind. 262, paz. druzidan
“to lie, mihiran-druz promise-breaking' Min. Gl. 65.
Dazu druian (zweimal in den Car.) ein falscher (Mann)
— päz. drö:an false, drozangar ‘falsifying’, droZani ‘falsehood’
Shk. 242, phl. drozan “false, liar (Art. Vir. 5,9: drozanan Gegen-
satz zu rüstün the true, the just) Gl. and Ind. 263, ap. drau-
jana- ( drauzana-) Lügner.
210. h,, drvat in drvati£ (pl.) Lob, Preis, Lobeserhe-
bung, Lobrede’ MX. 270, Osk. Mt.I, 228, drvatem "lobe, preise’
Pit., Narek., drvatakan u. s. w.
— np. duröd 'Segenswunsch, Gebet’ (Horn, Grdr. Nr. 555),
"Gesundheit, Wohlergehen, Gruss, Gebet, Lob, Dreis (Zenker),
paz. dràó “salutation, blessing’ Min. Gl. 64, peace, welfare
Shk. 242, phl. drut (oder dröt) health, welfare, prosperity,
salutation, blessing’ Gl. and Ind. 262, vgl. phl. padrüt Segen
BB IV, 65 = np. padrud Heil, Lebewohl, Abschied’ Fird. I,
167, 689; 441, 129, zd. drvatat- (= drucatàt, "Gesundheit.
Arm. drval- steht für *druvat-, das im Persischen zu drot.
oder drot contrahirt wurde, P. St. 169. Zur Bedeutung vgl. lat.
salus Gesundheit — salutare'grüssen', ital. salute und saluto etc.
211. % draus (u-St. und 1-St.) Fahne, Banner’, auch
"Fahne, Fühnlein — kleinere Heeresabtheilung' (zwischen gund
‘Corps’ und vast genannt) El. 74, 23; 90, 14, Laz., FB. 15,2. 1 v. u.,
2 Maccab. 15, 21, Sb. 34, 3; 56, 7 u. s. w.
— —
1) Mit Umstellung von r$ aus -ruZ, in Zr, vielleicht mit Anlehnung an
die mit dż- beginnenden Wörter, s. oben p. 141.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 147
— np. diraf$ “Banner, phl. drafs West, PT. IV, 203 (nicht
= 'spear), syr. RD vexillum', zd. drafsa- Fahne, Banner,
Dazu drausakir Fahnenträger'.
Davon zu trennen: draus “Bildsäule, Götterbild’, drausel
schnitzen, meisseln', drauseal àyxexoAauuévog 3 Kg. 6, 35, 10
yhurcröv “das geschnitzte Bild’ Deut. 7, 5, zu denen kaum ge-
hören: dro$m “das (eingegrabene, eingebrannte) Zeichen, Mal,
Gepräge, Stempel’, ydgayua Apc.13,16, xagaxrng Lev. 13, 28,
droámel eingraben (in Tafeln, Steine), einschreiben, einbrennen'
Sb. 127, drosmeal xsxoAauuévog “eingegrabene’ (Schrift in
Tafeln) Ex. 32, 16, 2 Kor. 3, 7, drosumn “Inschrift” MX. 42.
212. gpun;wl, drausak Rand, Saum, Zipfel des Kleides'
xo@osredov Mt. 9, 20, Luc. 8, 44, Sacharja 8, 23, uavdun
1 Chron. 19, 4, àxgov Haggai 2, 13
stellt de Lagarde zu zd. drafsaka-, dessen Bedeutung aber
nicht feststeht. Es findet sich nur in drafsakavaiti yt. 5, 128,
Epith. zu pusaá-!) Krone, Diadem’, nach Darmesteter: avec
des bandelettes ruisselantes von drafsa- "Fahne.
Nach Wb. wird bei spüteren Schriftstellern (z. B. Magistr.
11. Jhd.) drausak auch im Sinne von draus Fahne, Banner
gebraucht. Dies wäre ein anderes, von draus (Nr. 211) mit-
telst Suff. ak abgeleitetes drausak.
213. [kpmg eraz (o-St., auch:-St.) "Traum, Traumbild' Gen.
37, 6 passt in der Bedeutung nicht zu np. raz Geheimniss.
214. kpl; erak (i-a St.) Ader Hiob 17, 11 u. s. w.
= np. rag ‘Ader’, phl. rag Bdh. Gl. 157 (für älteres *rak).
215. if eram Schar, Schwarm, Herde’ (von Menschen
und Thieren) Ag., El. 59,2.19, Euseb. Kircheng., FB. 271, z. 6v.u.
(gen. eramoy), eram eram 'scharenweise', davon eramak Herde
(von Vierfüsslern) Mt.8,30, Hohelied 1, 6, FB. 251, z. 9 v. u. etc.
. = np. ram und rama ‘Schar, Herde’, paz. rama ‘a herd,
flock, troop’ Min. Gl. 173, phl. ramak Gl. and Ind. 137, Bdh.
Gl. 158, hebr. Lw. rammazim Esther 8, 10, syr. ramza “Heerde’.
216. bpwip eran-E (i-a St.) Oberschenkel, Lenden, Wei-
chen, bagus Gen. 35, 11, Hebr. 7, 5, (rode Gen. 24, 2, 9,
1) Nicht ‘Schleier’, wie Geldner will.
10*
148 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Ezech. 7, 17; 47, 4, Richter 15, 8 u. s. w., selten im Singular,
eran barji Oberschenkel’ FB. 253, z. 8 v. u.
— np. ran Oberschenkel’, phl. ran Gl. and Ind. 132, Yatk. 67,
zd. räna- "Schenkel".
Vgl. zd. ranapano (nom. pl.) Beinschienen' vd. 14, 9 = phl.
ranpan phl. vd. 172, z. 5.
217. bpufug erang (o-St. und i-a St.) Farbe Richter 5, 30,
Eznik 206 etc.
€ 3 — .
— np. rang Farbe, päz. rang, skr. ranga-.
218. Zpmjfu erasz etwa: röthlich', nach Wb. — a$zöt roth-
braun’, einmal bei Magistr. in Ji era$z ariunagoin ein Pferd,
erasz, blutfarbig’
— np. raz$ “color ruber et albus inter se mixtus' oder “inter
nigrum et fuscum". i
219. Chun, erasan (i-a St.) Zügel Narek. und Lambr., da-
von erasanak (i-a St.) Zügel FB. 266, z.5v. u., Nahum 2, 3 u. s. w.
= np. rasan ‘Strick’, skr. ragana- ‘Strick, Riemen, Zügel,
Gurt’. Vgl. arab. rasan Zügel, hebr. resen Zügel (Jes. 30, 28)
Fraenkel 100.
Dazu aparasan “zigellos FB. 12. — Vgl. oben p. 107 arasar
‘Strick’.
220. Eni eritasard (i-a St.) 'Jüngling Ex. 10, 9
u. s. w., davon eritasarduhi ‘junges Mädchen’ MX. 27, erita-
sardakan jugendlich' 2 Tim. 2, 22 u. s. w.
wäre — phl. *retaksard in jungen Jahren’ P. St. 244 von phl.
retak a youth’ PPGI. 197, ‘foetus’ Bdh. Gl. 162 — paz. rēdaķ a
child, young one’ Shk. 265, Min. Gl. 178 — np. redak "juvenis
imberbis’ und sard — zd. saroóa- Jahr'.
221. h zambil oder zambiul "Korb! Mt. 15, 37; 16, 10,
Mc. 8, 8, 20 etc.
= np. zanbil, zanbir Korb, Tragkorb’, syr. R I ‘sporta’.
Der zumbiut ist kleiner als der sakart (Korb Mt. 14, 20,
Me 6, 43).
222. Ju, zan Art und Weise in bazm-a-zan mannichfach,
verschieden’ (von dazum viel'), bat-a-zan ovyyerng verwandt,
analog’ (bei. Präfix = gr. ovv-), zan-a-zan mannichfach, ver-
schieden’, Araś-a-zan ‘wunderbar (hras-"wunderbar’), srb-a-zan
2. Abschnitt: Persische Wörter. 149
‘heilig’ (sur heilig), gefazan ‘schön’, astvacazan ER Joh.
Sarkavag 21, 66
— ap. zana- in paruzana-, paruv-zana und vispazana- =
“von vieler Art, von aller Art’, syr. & modus, ratio, vie.
Arm. zan ist von arm. azn “Geschlecht, Volk’ zu trennen,
vgl. lagavor-azn Paoıkınds Joh. 4, 46, ham-azn von demselben
Geschlecht, Volk’ MX. 267,
223. J zangak Glöckchen, Schelle, Glocke’ Ex.
28, 33; 39, 23, 24, 2 Chron. 4, 13 u. s. w., zangik (zankik) "Züpf-
chen’ (am Gaumen) Oskiph., modernarm. zangulak Glöckchen
— np. zang, zangul, zangula, zangula Glocke, Glöckchen,
Schelle’, osset. Lw. Zangarak "Glocke, georg. Lw. zangalaki
*Glóckchen'. -
224. qupun zangapan (zankapan, i-a St.) sregızvnuls
Daniel 3, 21, *Beinschiene' Thom. 39, 1, 2; 132, 16, Mos. Kal.
I, 291, 2. 2 v. u., zangapanak Beinschienen' (o mit Edelsteinen
und Perlen besetzt«) Sb. 63, z. 7 v. u.
= zd. *zangopana- = Bein-schützer von zd. zanga- Knö-
chel', skr. Janghà- Bein vom Knie bis zum Knöchel', phl. zung
Fuss (Horn, Grdr. p. 302), osset. zängä der BCEE Theil des
Beines vom Knie an abwärts’ + päna- 'schützend' (in ränapano,
So: d rapãnõ nom. pl.).
225. Je zandik Manichäer Eznik. 116, z. 5 v. u., El.
46, z. 8 v. u. (» Magier, Zandtk, Jude und Christa)
— np. zandi, zandık, arab. zindiq, vgl. Tab. 40: »Mäni der
Zandik«, davon paz. zandiki Min. Gl. 222 = phl. zandıkih
Phl. Min. p. 37, 14, “heresy West, PT. III, 72.
226. June zarık Auripigment (gelbes Schwefelarsen),
Arsenik’ MGg. 608, 14 (in Korécaik), Vrt'anes k‘ert‘., Oskiph.
= np. arab. zarniz, zarnig, np. auch zarni, zarna “Arsenik”,
wenn gelb = Auripigment', syr. X3" arsenicum'.
Vgl. zd. zaranya- Gold, golden’, zairi- ‘gelb’, np. zar, zarr
“Gold, zarrin golden P. St. 69, 258. — Arm. zarik setzt pers.
zarrik aus zarmk — ap. *zarniya- voraus und bedeutet also:
golde. — Modernarm. zřnez.
227. hau zarnavurt'seiden', rolyarrrov Ezech. 16, 13
(neben cacanfanavuzt, var. éaéan(avuzt, tatanavuzt o]¾ ,,
€ , Hd 7
buntgewirkt)),
150 2. Abschnitt: Persische Wörter.
eigentlich — 'golddurchwebt'? von zařn- — np. zarr (aus
*zarn P. St. 259) Gold und vuzt für *vaft (iran. *ubda-, und
dann nach Analogie pers. *uf?a-, dann *vafta-) = np. baft
‘gewebt’?
Zu arm. zt für pers. ft vgl. unten p.174 hazaravuzt = pers.
hazäraft und zum Ganzen np. zarbaft, zarrbaft, zarbaft, zarbaf
"genus panni auro intertextum’ = modernarm. zarbab.
228. gunge zarkas (oder acc. z + ařķaś) nach C. langes
Kleid (der Kónigin) mit Schleppe', einmal bei Vardan Psalm.
— np. zarkas “pannus filis aureis textus’?
229. qwpunwgnju zartagoın seine gelbe Blume, zum Färben
dienend oder Crocus« Wb., nur Med. Schr;,
zu np. zard ‘gelb’, phl. zart Bdh. Gl. 166, zd. zairita- und
np. gun "Farbe, zd. gaona-, also = phl. *zartgon 'gelb-farbig'.
Vgl. np. zaryūn 1. gelbfarbig', 2. Anemone.
230. gupinm]unjp zartazotr, zartazur oder Acc. von artazoır,
artazur MX. 58, z. 6 v. u. des Textes,
von de Lagarde = np. zardrau (das in zardz"ar zu ver-
bessern sei) nom. herbae’ etc. gesetzt.
Die Bedeutung des Wortes und der Sinn der Stelle sind
noch ganz dunkel. Vgl. WZKM. 7, 28.
231. 22% 29015 vorsichtig, umsichtig, Acht gebend'
Sprüche Salom. 22, 29, zgoiš linim sich hüten vor, Acht geben
auf Mt. 6, 1 u. s. w., davon zgusanam sich hüten vor (Eznik
285) Acht geben auf, sorgen für, hüten, schützen' FB. 234,
z. 8 v. u. etc.
wäre — zd. *uzgaosa- “mit emporgerichteten (gespitzten)
Ohren’ (vgl. skr. ufkarna- mit emporgerichteten Ohren’, zd.
uzbüzu- — skr. udbahu- die Arme erhebend’) ?
232. u zean Schaden, Verlust’ El. 48, z. 23 und Lambr.
= np. ziyan, phl. ziyan Gl. and Ind. 145, zd. zyana-
‘Schaden’.
Auch in zenakar ‘schädlich’ Vardan = np. ziyāngār, ziyan-
gar ‘schädlich’ und in zenarar ‘schädlich’ Geop. Dazu vzean
Entschädigung‘, Mech. Rechtsbuch, vzenak Unkosten', Sokra-
tes Kirchengesch., Osk. Joh., vzenkim Entschädigung leisten’
Mech. Rechtsbuch, also = zd. *vizyana-.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 151
233. gku zen (gen. zinu, u-St.) Waffe, Rüstung" 2 Kor. 6, 7,
FB. 238, 241, 249 etc., alt und häufig, davon zinim “sich waff-
nen, rüsten’ Sb. 22, zinakir "Waffentrüger 1 Kg. 17, 7, zinvor
‘Soldat, Krieger’ Mt. 8, 9, El. 12 u. s. w., zinvorim “als Soldat
dienen, Kriegsdienste thun’ 1 Kor. 9, 7, zinvoruliun “oroareia’
2 Kor. 10, 4
= pàz. zin Waffe Min. Cap. 43,7, phl. zen West, PT. II, 12,
azenävar unarmed' West, PT. II, 87, zd. zaena- "Waffe".
234. neun zmruxt ‘Smaragd’ Ex. 28, 9, Apc. 4, 3 u.s. w.
kann lautgesetzlich aus ülterem *zumuruzt entstanden sein,
das zwischen gr. Luapgaydos und np. zumurrud (phl. uzmuburt ?
vgl. Nöld. Stud. II, 44) steht. Ursprung des Wortes unbekannt.
235. Ju zndan, zandan Gefängniss El. 107, 7, Narek.,
Vardan
— np. zindan, osset. Lw. zindon Gefüngniss', phl. zendan-
pan ‘a gaoler' Ganj. 10, syr. p337 “custodiae praefectus. Zur
Form s. P. St. 70. Davon zndanel (zontanel) einkerkern' Mos.
Kal. I, 219.
zncıl s. im 3. Abschnitt.
236. qa4 zoh (i-St.) Opfer Mt. 9, 13 u. s. w., davon zoA-em
opfere Ex. 3, 18 u. s. w., zoh-anog, zoh-aran 9:vauaati guo" etc.
— zd. zao9rà- Opferspende, Opfertrank, Weihwasser“, phl.
zühr Gl. and Ind. 150, pàz. zör Weihwasser Min. Gl. 225, syr.
Sr 'Opferkuchen', skr. Aotrá- ntr. Opfer, Opfergabe.
Die volksthümliche (nicht specifisch zoroastrische oder par-
sische) Bedeutung von zd. zao3ra-, ap. *zau3'a-, phl. zöhr war
gewiss "Opfer. Vgl. El. 11, z. 4, 5v. u.: der Perserkönig Yezde-
gerd »liess dem Feuer (rak) reichliche Opfer (zo/) an weissen
Stieren und haarigen Böcken bringen«.
237. gmp zur ongerecht (&dıxog Ex. 23, 7), unverdient,
falsch, eitel, unnütz, als adv. umsonst' (six Gal. 3, 4), ver-
gebens, unrecht, ohne Grund’, t zur vergebens, umsonst’ Eznik
113, als 1. Glied von Comp. zr-, z. B. zr-a-ban eitles redend',
zr-a-dat falsch, ungerecht’, zr-a-zaus Schwätzer, Lügner’
= np. zür falsch, Lüge’, zur-goi mendax’, phl. zur a lie,
falsehood, untruth’ Gl. and Ind. 151, zur-gukasih false evidence
Gl. and Ind. 151 (vgl. arm. zradat vkay eigentlich: ein un-
159 2. Abschnitt: Persische Wörter.
gerecht-richtender Zeuge’ — falscher Zeuge), paz. zur (= zur)
‘a lie’ Shk. 275, zd. zuro-jata- vd. 7, 5 (Spiegel) = phl. zür-zat,
pavan adinaih mit Unrecht getödtet’, ap. züra Unrecht', zura-
kara- der Unrecht thut', skr. Avaras ZDMG. 46, 296, 329.
238. gpu&p zrah-K pl. (i-St.) Panzer 1 Kg. 17, 5, Ephes.
6, 14, FB. 242, 8, Sb. 22 u. s. w.
= np. zirih Panzer Fird. I, 450, z. 6 (reimt auf girih), bal.
Lw. zirah, paz. zreh Min. Cap. 43, 7, phl. zreh phl. vd. p. 172,
z. 3, Matikàn i čatrang p. 5, z. 1, Min. Gl. 224 (zrah nach Justi,
Bdh. Text p. 15, z. 1, zrai, zrad nach Horn, Grdr. Nr. 660),
zd. zräda-, syr. MM "lorica , arab. zarad.
Davon zrahavor gepanzert', vgl. np. zirihvar gepanzert',
zrah-em panzern' u.s. w. Spätere Nebenform zreah und zreÀ:
zreahk Panzer Giut, Brief an Vace, zrehakir Leb. d. Väter,
zrehik gepanzert' Joh. Kath.
zrisk a im 3. Abschnitt.
239. quup zaur (u-St. und i-a St.) Heer, auch pl. zawr£
“Truppen, Heerscharen’ Eznik 243, El. 8, 3; 9, 20, Sb. 22,
2. 2 v. u.; 25, 1, 9, 12, 13, 19, 24 u. s. w., alt und sehr häufig,
davon zaurakan “Heer, Soldat’ MX. 276, Laz. 193, Sb. 24,
69 u. s. w., zauragluz, zaurapet ' Aymeechef', zauravar 'Heer-
führer’, zauravor stark, gewaltig’ 1 Kg. 17, 4, óvraróg Mt.
19, 26, zauragoin ‘stärker’, zauranam stark werden, zu Kräften
kommen’ Sb. 24, 25, zaur-em im Stande sein, können’, zaure!
‘stark, mächtig’, zaurufiun Stärke, Macht, Kraft (Eznik 243),
Heerschar, Heer’, hzaur stark, mächtig’
= np. zör Kraft, Macht, zörvar kräftig, mächtig’, paz.
phl. zor "Kraft, Macht, Min. Gl. 225, Shk. 275, Bdh. Gl. 170,
zd. zävara (neben zavarə-ča ys. 71, 8, yt. 1, 22) Kraft, Stärke‘.
Arm. zaur : zd. zavara = arm. biur : zd. baevara; np. zor =
ap. *závar-? P. St. 273.
240. “] ombos$rnem geniessen, sich erfreuen’, Osk.
[4 . . " D 2
Mt. u. s. w., von *boszn abgeleitet (wie am-bin-em ergreife
> € 2
von buin Faust)
= zd. baorsna- "Genuss in pourubaoxsna- ys. 9, 27 “reich
m 29 .
an Genüssen ? Sehr unsicher.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 153
241. [pyuh ampak “Trinkgefiss Joh. Kath., ampanak
dass. Narek., ompik-E pl. nur einmal als Variante zu ampeli-k
Becher Philo
gehören mit amp-em trinke” omp-eli trinkbar, Trinker,
Trank, Becher’, omp-a-kic "Zechgenosse' Plato, loni (= ler-
ump) die Neige Kanones zu ump das Trinken’, vgl. Dionys.
Thrax: z Nestor o¢ zabeag zausiun lepeteo yump er!) für Né-
oropa Ò oùx E laxi) sulvovra zeg Eureng Il. F, 1,
also als echtarmenisch von arab. anbig, syr. RH “cucur-
bita chymica, alembicum' Ges. Abh. 12 zu trennen.)
242. mun puh astaurak von grobem Seidenstoff Mos. Kal.
Moskauer Ausg. 157, z. 3 v. u., Pariser Ausg. I, 321, 3
— arab. Lw. éstabraq grober Atlasstoff von np. sitabr
‘dick’. Vgl. ZDMG. 48, 490.
243. Bug lag (i-a St.) Krone 1 Maccab. 6, 15, FB. 245,
2.6, 8 v. u, alt und häufig, davon /agavor ‘König’, Jaguh
TN Königin’ lagadir, lagakap Königskröner etc.
= np. taj Krone’ Fird. I, 23, v. 2, ‘Kamm’ (des Hahnes
u. s. w.), arabisirt aus “tay = syr. taya, jüd. Rara Fraenkel 62.
Arm. lagavor ist nicht das entlehnte pers. tajvar gekrönt,
König’, sondern von /ag mit dem armenischen Suffix a-vor ab-
geleitet.
taæ-em laufe s. im 3. Abschnitt.
244. [Jubah takoik (i-a St., gen. pl. fakukag) Krug’ Joh. 2, 6,
Hohelied 7, 2, Esther 1, 7 u. s. w.
— np. takok “Weinkrug, phl. takok “vase à viande’ Darme-
steter, Zend-Avesta III, 121.
Nebenform /akoy in íakoya-bulz nach Wb. ist nicht vor-
handen, da die richtige Lesart lakoikabulz El. Werke, Vened.
1858 p. 271, z. 6 v. u. ist.
lang, lanka, lasu s. im 3. Abschnitt.
245. Bodem laput, var. tabut (o-St.) Bahre Pseud. 113,
modern arm. íabut
= arab. coU tabut Kasten, Sarg’, pers. tabüt Sarg Fird.
1, 514, 1352, 1354, afgh. tabut a coffin’ aus aram. ND (hebr.
an) aus ägypt. tbt ZD MG. 46, 123.
1) D. h. “den Nestor täuschte nicht das Geräusch, obwohl er beim
Trinken war.
154 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Das Wort wird durch persische Vermittelung zu den Ar-
meniern gekommen sein.
246. O imbuk (i-a St., gen. pl. imbkag) Pauke, Trom-
mel’ Gen. 31, 27, Apc. 18,22, Thom. 132, /mbkahar "Trommel-
schläger’ FB. 232, z. 5 v. u.
— np. tanbak, tunbak u. s. w. (lies tunbuk?) ‘tympanum’.
Arm. imbuk geht auf #fumbuk zurück.
247. Baba Indiun, Índumn “Lärm, Getöse, Zittern, Be-
wegung, Schlagen’ (des Herzens) Maccab., El. etc. gehört zu /nd-
am “erzittern, erschüttert, erregt werden' u. s. w., Lind oder tund
‘Lärm, Erschütterung, Zittern’ und klingt wohl nur zufällig an
np. tund-idan “sonitum edere, tonare’, tundar, tundur Don-
ner an.
248. Heu, isnami ‘Feind’, alt und häufig, davon /sname-
nam (aus *ísnami-ana-m) und #snamim Feind sein, befehden'
Num. 25, 17, Deut. 2, 9, 19, {$namutiun Feindschaft', mittelst
des Suff. i abgeleitet von *isnam- für */sman-
— np. dušman "Feind, davon dusmani Feinschaft', phl.
dusmen Phl. Min. 7, 8; 34, 4, paz. dušman ‘Feind’ Min. Gl. 68,
zd. dusmainyu- ‘Feind’, dusmanah- schlecht denkend'.
249. [Jyhunfufip {Snam-an-K Schimpf, Schmähung, Ueber-
muth, Beleidigung, Misshandlung, Ungemach’ Sprüche Salom.
11, 2; 13, 10, Apg. 27, 10, 2 Kor. 12, 10, FB. 191, /$namans dnel
'schmühen, schimpfen, beleidigen’ FB. 114,2. 7 v. u., £ánaman-em
'schmühen, beschimpfen, misshandeln' Mt. 22, 6, Luc. 11, 45,
mittelst des Suff. an abgeleitet von /$nam- = np. dusnam
Beschimpfung (Sal. Shuk. Gram. p. $9), ‘maledictio, convitium,
opprobrium' (Vullers), nach de Lagarde urspr. Adjectiv!) =
"übelberufen', vgl. dusnam dadan, kardan etc. = schimpfen‘,
paz. dusnüm ill-famed' Shk. 242, phl. dušnām datan to abuse,
vilify' Gl. and Ind. 280, pärsi dusmin dadmun fluchen ZDMG.
36, 75.
250. ji, s var (i-a St.) unglücklich, eleng’, /$carakan
‘unglücklich’ FB. 111, 6, ésvarufiun Unglück, Elend, Noth
Eznik 119, El. 6, z. 3 v. u., Joel 1, 15, 2 Maccab. 14, 14
1) Vgl. np. badnam ‘von üblem Rufe. Etym. ist dusnam = der einen
schlechten Namen hat, skr. durnäman- Bezeichnung von gewissen Dämo-
nen, gr. duowwvuos verhasst'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 155
= zd. dusz"aronah-!) yt. 10, 105; 19, 95 (vom Mithratrüger
und von Aeshma gesagt) nach Geldner: 'ehrlos, verächtlich’,
nach Darmesteter: sans gloire, eigentl. dessen z"arenaA-
(Glanz, Herrlichkeit, Majestät, Glorie’) schlecht ist".
Arm. {var aus *iusvar für *dusvar würde pers. *dusvarr
lauten und auf ap. *dusuvarna (nom. sg.) zurückgehen. Da-
neben hätte ein pers. *dusz’arr = ap. *dushuvarna = zd.
dusz"aroná (aus duš + x’aranah-) stehen können. Vgl. oben
p. 143 dvar — pers. dusvär — ap. *dusuva9"a- neben pers.
dus dr == zd. *dusz"a9ra-.
Identisch mit isvar ist (var (mit ( — i) A. T., Eznik, Euseb.
etc., das bei Eznik als Gegensatz zu $aracor &£vóo5og und bazta-
vor glücklich steht, wie 2 Maccab. 14,14 isvaruliun Unglück,
Noth’ als Gegensatz zu paravoruliun eünueola Glück. Arm.
par- q o Se Ruhm, Herrlichkeit’ entspricht aber dem np. farr
und zurreh Glanz, Majestät’ und letzteres ist — zd. z"aronaA-.
251. H lonir (gen. lonroy) Backofen xAißavog Ex. 8, 3,
Lev. 2, 4; 11, 35; 26, 26 etc.
= np. tanür “fornax, clibanus', phl. ta»ur Gl. and Ind. 121,
zd. tanura- vd. 8,91, hebr. tannür Ex. 8, 3, Lev. 2, 4 etc., aram.
syr. tannurä, arab. tannur.
Ueber /anur Panzer, tanürik Panzerreiter s. Tab. 164.
252. Bezech tosak (i-a St.), selten #6$ak geschrieben oder
loríak "Mundvorrath, Lebensmittel (für die Reise), Sold, Lohn’
Judith 2, 9, Tobith 5, 22, Luc. 3, 14, 1 Kor. 9, 7, Róm. 6, 23,
FB. 235, 7
= np. tosa Mund-, Reise-vorrath', bal. Lw. tösag, lob
Ration, Speisevorrath'.
253. G tut "Maulbeere Amos 7, 14 (= ov@duıvov), Ag.
479, davon #leni Maulbeerbaum' Luc. 17, 6 (ovxájuvogc)
= np. tud, tūð A. M. 64, phl. tut Bdh. Gl. 111, arab. (Gë
und u aus aram. NH Fraenkel 140.
Da das pers. Wort aus dem Aram. stammt (Nöld. Stud. II, 43),
kann arm. Zul auch direct aus dem Aram. entlehnt sein.
tulak s. im 3. Abschnitt.
1) Im Phl. durch dus-gadeh ZPGl. Introduction XXXII, § 5 = 'evil-
destined (ron Alexander gesagt), West, PT. IV, xxx1 übersetzt.
156 2. Abschnitt: Persische Wörter.
tuti s. im 3. Abschnitt.
Íurinj s. im 3. Abschnitt.
254. denbp Zahr “Gift” Magistr.
= np. zahr ‘Gift’, phl. paz. zahr (d. i. Zahr) Bdh. Gl. 171,
Gl. and Ind. 145, Min. Gl. 222, syr. Sot ‘Gift’, zd. Jad ra-.
Vgl. P. St. 71, 196, 229, 270.
255. dunlufinuh Zamanak (i-a St.) Zeit, Alter, Gelegenheit’,
alt und sehr háufig |
= np. zamüna, zaman “Zeit, pàz. zamäna, zaman, phl. za-
manak, zaman (häufig mit d für z geschrieben) Min. Gl. 222,
Shk. 252, Gl. and Ind. 149, 150, 269, Bdh. Gl. 142, West,
PT. I, 97 etc.
Unklar ist mir das Verhältniss 1. von arm. Zamanak zu arm.
zam "Stunde, amanak "Zeit und Zaman-em ankommen, früher
kommen, zuvorkommen' (neg. (-Zaman-em “ich komme nicht
dazu, kann nicht’ o?x £Üxatoéco Mc. 6,31, vgl. Zamanak = xa-
ode, eüzaıgia); 2. von pers. zaman zu arab. zaman, zaman Zeit;,
hebr. zaman “Zeit, bestimmte Zeit’ Koh. 3, 1, Nehem. 2, 6,
Esther 9, 27,31, aram. zeman, zəman Daniel 2, 16u.s. w. Haben
die semitischen Sprachen das Wort aus dem Pers. entlehnt?
256. duń Zang (Zunk, o-St.) "Rost (am Metall), Brand' (am
Getreide), ‘Krebs’ (am Körper) Ezech. 24, 6, 3 Kg. 8,37 u.s. w.
= np. Sung, zang ‘Rost’, bal. Lw. zang, zangāl ‘Rost.
257. dugun Zangar Grünspan' (essigsaures Kupferoxyd)
bei Galen (x&Axav90c) und Vrt/anes kerti. (neben Auripigment,
Lazurstein etc.)
= np. zangár, tangar Grünspan', syr. XW (rubigo. —
Wohl erst aus dem Neupersischen.
258. Si Zanvar (i-a St.) Sänfte FB.118,22 (für Zanu-
zu lesen), 236, 12, Zanavar 189, z. 3 v. u.
= np. zanbar genus ferculi vel feretri u. s. w., die Trage,
ap. *anı-wara- P. St. 182.
zıpak s. im 3. Abschnitt. .
259. hp Zir (i-a St., gen. pl. Zrac) wacker, tüchtig, fleissig,
schnell’ Sprüche Salom. 6,11; 10,4 u.s. w., in Comp. £r-a-glur
2. Abschnitt: Persische Wörter. 157
(gluz — Kopf) wacker, tüchtig, fleissig’ Sprüche Salom. 12, 4,
Zr-ana-m sich mannhaft, wacker zeigen’ 1 Kor. 16, 13
= zd. jira- ‘lebhaft’ yt. 19, 42 (Jiro-sara- yt. 14, 12), skr.
jira- rasch, munter, lebhaft, thätig’, np. zira& scharfsinnig,
schlau’, afgh. žir “quickly”.
Von np. phl. cer — zd. cairya- P. St. 131 zu trennen.
260. „ni istrmul der (Vogel) Strauss einmal bei Joh.
Van. 13. Jhd. ;
np. u$turmury, Suturmury(d.i."Kameel-vogel’=) ‘Strauss’.
Wohl modern. Echt arm. Jailamn, jaileamn Lev. 11, 15 u.s. w.
lazvart, lazurd, lajvard s. im 3. Abschnitt.
lal s. 1m 3. Abschnitt. |
261. pufa lazt (o-St.) Keule Mt. Urh., Ganj.
= np. lazt “Keule? ('ictus, fustis, clava’ u. s. w.).
262. paljufu lakan (lekan, i-a St.) Becken, Schüssel’ Pseud.,
Arist., Leb. d. Väter
— np. lakan, lagan “Becken, Leuchter, arab. lagan und
lakan, syr. lagna aus gr. Aexavn (Nöld. Stud. IT, 38).
Kann auch aus dem Griech. direct entlehnt sein.
263. fg laika (lakay, nur MX. 128, 24 soll rother Lack
bedeuten und wäre dann = np. lak (= pali land, skr. laksa)
Lack, aber die Bedeutung ist nicht sicher.
264. jus nn laskar (laskar, i-a St.) Heer nur El. 111, 11
= np. laskar Heer.
Das Wort findet sich im 8. Kapitel des Elise, gehört also
dem Fortsetzer desselben an und wird somit erst nach der
1. Hälfte des 5. Jhd. aus dem Pers. entlehnt worden sein.
265. [kh lesk (leask, lask) abgetragen, abgenutzt' (Kleid),
*ohne Haare' (Fell) Osk. Tim., Ephrem etc.
stimmt in der Bedeutung nicht zu np. Jas, laska "frustum,
pars, la$k [ask in Stücke.)
lkam = lgam s. im 3. Abschnitt.
zah Speise s. unter zoh p. 160.
266. [juu zam unerfahren, unkundig, ungewohnt’, da-
von zam-aha-m unerfahren, ungewohnt sein, æamuliun
158 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Unerfahrenheit, Ungewohntheit' Osk. Apg., Hebr., Philip.,
Pit. ed. Zohrabsan 181, 185, 246, Vardan, Tonak., Erznk.
Gram.
— np. zam roh, unreif, ren (skr. amá- "roh.
267. bei zan Station, Herberge’ MX. 123, 9
= np. zän Haus, Herberge, Station’ Fird. I, 262, 322, phl.
zan “a caravanserai Gl. and Ind. 5.
zandak s. im 3. Abschnitt.
zaszas s. ım 3. Abschnitt.
268. (, Tat (i-St.) Kreuz, alt und sehr häufig
= np. zaj Kreuz. |
Das neupers. Wort stammt aus dem Armenischen. Vgl. np.
caliba Kreuz aus syr. Wang saliwa (Nöld. Stud. II, 36).]
zar s. im 3. Abschnitt.
269. i, zarazan (i-a St.) Geissel, Peitsche’ Joh. 2, 15
(pgayéAAtov), bei Joh. Van. und Erznk. richtig durch arm.
iavar — Esel-treibend', d. i. Eselstecken, Eselpeitsche' über-
setzt und als persisch bereichnei
— mp. *zaräzan, zd. *zarazana- Esel-treibend' (np. zar
"Esel).' Vgl. oben p. 126 gavazan.
270. u zarak harter Stein, Fels’ Basil.
= np. zärä, zara harter Stein, Kiesel'.
271. frwppwüywl; zarbandak nach C. = taverniere, ub-
briaco’,
nur einmal in den Oskiph. (nach dem 12. Jhd.) im Satze:
» wenn alles Kreuzförmige ein Kreuz ist, so ist alles Brotbrechen
in Wein Communion; so hat ein zarbandak mehr Theil an
Christus als fünf oder sechs Mönche, denn er kann viel essen
und trinken« |
= np. zurbanda, kurd. karbenda, syr. pann oder Won
"Eseltreiber' (np. rar ‘Esel’ und bandau Knecht).
Erst in sassanid. Zeit entlehnt. Zur Form s. P. St.
124, 182.
zarbaz s. im 3. Abschnitt.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 159
272. frwppgwls) zarbzak Melone’ bei C. und nach dem
Busabatut'iun bei Mech. d. Arzt
— np. zarbuza oder zarbüza (Vullers, Rosen Np. Sprach-
führer p. 36) ‘Melone’, phl. zarbuzak PPGI.4, 1 als Erklärung
von phl. zarbucina ebenda (zu phl. bucina Gurke = syr.
Km).
Also zarbüzak—Esels-gurke' Arm. zarbzak aus *zarbüzak
= phl. zarbüzak.
273. beuppag zarbuz eine Ziegenart, Gouf Deut. 14, 5
= phl. zarbuz Bdh. 57, 8, West, PT. I, 48, auch im syr.
Text des Pseud. ed. Budge 211, 8 (»Eselziegen, die auf pers.
zarbuz heissen e), Nöldeke, Btrg. zur Gesch. d. Alexanderromans
p. 16, im babyl. Talmud, Tractat Chullin 59° (nach Fraenkel's
Mittheilung), von pers. zar “Esel — zd. rara- und buz Ziege,
Bock’ = zd. būza-, also = 'Esel-ziege.
Echt arm. = e$-aiceamn MX. Vgl. is-a-gul óvoxévvavoos.
274. [ zavar (i-a St.) Finsterniss, Dunkel’ Gen. 1,2
u. s. w., alt und sehr häufig, ist schwerlich
— np. zävar ‘Westen’, paz. z’awar = phl. z"apar Dinkatt
VII, Gloss. p. 2. Vgl. phl. z!arvaran Westen Bdh. Gl. 126, 128
— arm. zorvaran, wie bei MGg. ed. Soukry 40, 2 (für zorasan)
zu lesen ist.]
275. uf, zapsik “Abessinier, Neger Leb. d. Väter (wo?)
= arab. np. habası Aethiope' von arab. habas mit Zusatz
des arm. (aus dem Pers. entlehnter) Suffixes i£ %,? de Lagarde
gr. Ag. 152 vergleicht Hesych’s soutien,
276. fuupuń zakan MX. 172, 173, MGg. 605: »der König
des Nordens ist der Kakan, der der Herr der Xazaren ( Xazir-A)
ist«; MGg. ed. Soukry 27: »der XaAan, der König von T'ur-
k'astan, die Xatun, die Königin, die Frau des Xakan«
= pers. Lw. zägan und ratun türk. tatar. Fremdwort —
türk. zagan Kaiser, ratun vornehme Frau’,
zr s. im 3. Abschnitt.
277. fag ub zštavor mit Wurfspiess bewaffnet‘, nur bei
Joh. Van., mittelst Suff. a-vor abgeleitet von *zist
= np. zist "Wurfspiess’ Fird. I, 473, 635.
160 2. Abschnitt: Persische Wörter.
278. [fung zoz ‘Schwein’ Mt. 7, 6 etc. stimmt weder als
Originalwort noch als Lehnwort zu np. rūk. Kurd. (Zaza) zoz
stammt aus dem Arm.]
279. fung zoh ‘Speise’ in zoh-a-ker Roch 1 Kg. 9, 23, 24
u. s. W., zoh-a-ker-em uayeıgevw Klagel. Jerem. 2, 21, zoharar
"Koch u.s. w., daneben zah (i-St.)‘Speise’Pit., Grig. Nius., zaha-
gorcem Speise zubereiten, kochen’ Nonnos, zaharar Roch u.s.w.
= zd. z’ara$a- “Speise oder zd. *zVaraIra-?
Arm. zoh, zah kann für älteres *zorh, rar = *z"arh
stehen und ohne weiteres auf ap. *uvar3'a- — zd. r 0 ra-
zurückgeführt werden, vgl. arm. Vahagn = zd. voro d rayna-.
Für zd. z*aro9a- — ap. *uvarda- sollte man zunächst phl.
*z"arh, später aber phl. *z"a/À erwarten. Letzteres vielleicht
— np. z'àal ‘Speise’ (neben z*a/: “Speise’), vgl. P. St. 8 97 (np.
kamal = skr. samartha-). Dann wäre arm. zohaker ‘Koch’ =
np. z"älgar‘ Kock’.
280. ka zoir (i-St.) Kopfbund, Kopfschmuck’, x/óagic,
iroa, Öıadnua Ex. 28, 4, Ezech. 21, 26, Apc. 12, 3, MX. 111,
2. 1 v. u.; 112,3, Sb. 44, dazu zoir-arar 'Kopfbund-verfertiger
MX. 107, z. 2 v. u., arta-zur-ak rid Daniel 3, 21, Sb. 63
(aber auch — 'Ueberdecke des Zeltes“ Ex. 36, 19, Num. 3, 26
xdAvupao), artarurim gekrönt werden’ (mit der Märtyrerkrone)
Joh. Kath., apa-zur-em drroxıdagdw Lev. 10, 6
= np. zoi (unbelegt), röd “Helm” Fird. I, 23, 9, arab. züóa
“Helm”, osset. zodü, zūd Mütze, Hut’, ap. zauda- in tigra-rauda-
mit spitzen Mützen’, zd. zaoda- “Helm”, syr. N diadema'
P. St. 201.
281. ο,ẽdu zonastan El. 32, 2 Empfangs- oder Raths-
Saal (des Perserkónigs)
. = phl. *z*aaastan.
282. funnanykbın xorapet abldeyrg 2 Kg. 8, 18, Šah, könig-
licher zorapet El. 77
== pers. —?
Wb. corrigirt El. 77 azorapet Stallmeister', die Moskauer
Ausg. p. 92 hat Sahzorapet als ein Wort.
283. funun zost Bekenntniss, Geständniss’ Mos. Kal. I, 143,
z. 7 v. u., Mt. Urh., Vardan, zost-ana-m verspreche, verpflichte
2. Abschnitt: Persische Wörter. 161
mich’ Mt. 14, 7, Brief d. Jacobus 1, 12 u. s. w., zostovan linim
‘bekenne’ Mt. 3, 6, Lev. 5,5, Apg. 19, 18, zostumn Versprechen,
Bekenntniss Mos. Kal. I, 144, 3, Verheissung Apg. 13, 32,
'Gelübde', zostuk linim bekenne Mos. Kal. I, 143, z. 2 v. u.,
np. zustu (zastu, kasti) gestehend, Geständniss’, paz. »zustu-
heó« is confessing’, z’astui (= phl. z’astukik) ‘confident’ Shk.
255, 256, phl. zustuk, z(u)stavan bei Horn, Grdr. Nr. 485.
Die genaue Pehleviform war doch wohl z"astu£ — arm.
zostuk, np. zustu, abgeleitet von z"ast- — arm. zost- durch Sufl.
uk. Arm. zostovan setzt ein phl. *z*"astavan oder *z'"astuvün
(vgl. phl. astuvan firm, faithful? Gl. and Ind. 24, astuvanih
faith, belief’ P. N.75 — zd. astavana- bekennend' vd. 3,40, 41
(Westerg.), 140, 142 (Spiegel)) = zd. *z'astavana- voraus.
284. funu zostak-K (pl.) Besitz, Eigenthum' Mos. Kal.
I, 185, z. 1 v. u.
= np. z’ästa Güter, Besitz’; dazu:
Jonunwlyum zostakdar der Erbe Steph. Orb.
= phl. z’ästakdär der Erbe’ P. N. 80, eigentlich Besitz-
halter’.
285. kene zorg (o-St.) Sack Luc. 10, 13, Jac. Nisib., FB.
= syr. NY" zurgä “pera, arab. zurj Mantelsack (= kurd.
zurj)aus mp.*z"ary? Davon np. afgh. zurjin, bal. hurjin, hörjin,
osset. zurjin (pl. zorjeníá) u. s. w."Mantelsack, Quersack' (s. meine
Etym. und Lautl. der osset. Sprache p.113) wohl zu trennen.
Zu dem auslaut. g vgl. np. arab. sarj ‘Sattel’ — osset. sary,
afgh. sary, aram. N aus einem mp. *sary.
286. n zortak in zortak-em schlage in Stücke’ Mc.
5, 4 u. s. w., alt und häufig
= np. zurda klein, fein, kleines Stück’ (vgl. zurd klein)),
davon türk. zurdelemek in kleine Stücke zertheilen’, paz. zurdak
‘trifle Min. Cap. 59, 7, zurdatum geringste Min. Gl. 128, phl.
zurtak ‘klein? Phl. Min. 12, 5; 66, 9, Gl. and Ind. 48, Bdh.
GL 126, Ganj. 6.
287. funmnphp zortik-E (i-a St, gen. pl. zortkag) Speise
Gen. 27, 4, FB. 207 u. s. w,
= np. z’ardi ‘Speise’, phl. z’artik “broth, sup’ Gl. and
Ind. 49, zd. z’arsti- Speise, Essen und Trinken’.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 11
162 2. Abschnitt: Persische Wörter.
288. keck zunk (zung, o-St., gen. pl. zn&oc) Weihrauch,
das Räuchern mit Weihrauch’ Luc. 1, 10, 11, Hohelied 1, 1;
4, 14; 5, 1, 13 u. s. w., davon znkem uvoiLw Mc. 14, 8 u. s. w.
stellt de Lagarde zu np. zunk, das ich nur im Gazophylacium
p. 156 als z(u)ng unter den Wörtern für “incenso = thus’ finde.
zrasaz s. unter hrasaz p. 183.
289. h zrat (u-St.) Meinung, Rath, Ermahnung, Unter-
weisung, Verweis, Strafe” Pseud. 152, 17, 1 Kor. 7, 25, 40,
2 Kor. 8, 10, Sprüche Salom. 2, 2, FB. 235 u. s. w., davon
zrat-em rathen, ermahnen, unterweisen, belehren’ Röm. 2,18,
1 Kor. 14, 19, El. 11 u. s. w.
= np. zirad Sinn, Verstand, Vernunft, Einsicht’, paz. zrad,
phl. zrat “Verstand, Einsicht, Weisheit’, zd. zratu- “Einsicht,
Weisheit, Verstand’, skr. krdtu- "Ueberlegung, Rath, Einsicht,
Verstand, Rathschluss, Plan, Absicht, Vorsatz’.
kaz s. im 3. Abschnitt.
290. % kal (gen. kali) "Tropfen! Salom. 11, 23 u. s. w.,
kal-em ‘tropfen’, æal-egupan-em tropfen lassen’ Hohelied 4,11,
kalil (gen. kalloy) Tropfen Jes. 40, 15
= np. kat ‘gutta’.
291. t kazard (i-a St.) Zauberer, yónc 2 Tim. 3, 13,
qaguaxeóg Apc. 21, 8, gaguaxóg Ex. 9, 11, FB. 253, 254,
Eznik 85—88, davon Akarard-a-sar (s. unten Nr. 572) Zauber-
künste treibend’ Apg. 19, 19 (zregíegya rodoowv), kazarduliun
Zauberei, pgapuaxeia Gal. 5, 20 u. s. w., kazardan£ Zauberei
Deut. 18,11, FB.252, kazard-em 'treibe Zauberei’ Deut. 18, 11,
MX. 139
= zd. kaz’arada- "Zauberer, f. kaz*aroiói- Hexe.
292. bb kah (i- oder u-St.); Geráth, Gerüthschaft', oxevos
Gen. 45, 20 u. s. w., davon Aahavor-em xaraoxevalw,
nach de Lagarde — zd. *kara9ra-, skr. kártra- Zauber-
mittel‘. Vgl. arab. pers. gahraman “Geschäftsführer’ Tab. 480.
Unsicher.
293. e kalamb "Kohl Galen, Med. Schr., Mech.
Fabeln p. 59, &alambavacar Kohlverkäufer, Gemüsehändler
FB. 55, z. 11 v. u.
= np. kalam, karan, karanb, syr. korabba, korabbe, gr. xoá ui n
2. Abschnitt: Persische Wörter. 163
294. [H 0 katapar (i-a St.) Gussform, Modell, Form,
Muster, Beispiel' Ag., Steph. Asol, Job. Sarkavag, Snorh.,
Vardan |
— np. kalbad, kalbud Modell, Gestalt, Körper’, paz. kalbu
"figure, form, shape, body’, phl. £a/put Min. Gl. 120, Shk. 252,
West, PT. IV, 302, P. N. p. 76, auch £a/p(a)t Phl. Min. p. 32, 5;
51, 7, gr. xaAoztódiov "Schusterleisten' (— türk. galyb Leisten,
Gussform, Modell’ etc.).
Das arm. Wort ist wohl direct aus dem Griech. entlehnt,
vgl. lampar-k = Aaunades. Assimilation der Vocale findet
mehrfach statt. In phl. kalput ist t für d (= d) geschrieben;
das Wort wurde erst ins Pers. entlehnt, nachdem ap. d (= a
zu y, h geworden war!). — Unklar ist das lautliche Verhältniss
von arm. galapar türcos, Form, Bild, Abbild, Vorbild, Muster,
Beispiel’, galaparem darstellen, das Abbild sein von’ Philo,
Girk parapmanc, Job. Phil. etc. zu Aalapar.]
295. [unlp kamk (gen. Kamag) Wille, Wunsch’ El. 6, 8 u. s. w.,
kam elev ev inj auch ich habe mich entschlossen’ Luc. 1, 3,
kamar (instr. sg.) nach (ihrem) Willen’ Röm. 8, 20, "freiwillig"
Lev. 7, 16 u.s. w., əst kami nach Wunsch’ Laz., davon Aam-i-m
‘ich will, wünsche’ El. 6 u. s. w., kamak was nach Wunsch ist,
angenehm’, kamavor ‘freiwillig’
= skr. zd. ap. kama- = phl. paz. np. kam Wille, Wunsch’,
phl. kamak = päz. np. kama Wille, Wunsch’ Gl. and Ind. 195,
Shk. 252 ete., pàz. kamtstan wünschen' Min. Gl. 120, Shk.
253, np. kāmvar voti compos, felix’.
Dazu:
bunhahup kamakar freiwillig, von freiem Willen, unab-
hängig, willkürlich’ (Ex. 36, 2 éxoéatocg, kamakaruleamb frei-
willig El. 6) — phl. kamkar “doing one's will, absolute', kam-
Kari absolute power’ Shk. 253, West, PT. IV, 76, np. kamgar
(der seinen Willen thut, seinen Wunsch erfüllt) ‘glücklich’,
Kamgari felicitas, potentia, principatus, skr. kämakärena frei-
willig’;
Z Au, dikamak widerwillig, unwillig, aufgebracht, un-
angenehm’ FB. 94 u. s. w., np. diZkama ‘terribilis, iracundus;
vgl. phl. du$kam in duskamkartarih Phl. Min. p. 11, 11;
1) Sonst würde die pers. Form *kälbai lauten.
11*
164 2. Abschnitt: Persische Wörter.
hudiu kamay ‘freiwillig’, ae a unfreiwillig, wider Willen’
1 Kor. 9, 7, 1 Petr. 5, 2, Num. 15, 24, 25, El. 11, Aamay-akan-k
rà Exoboıa, freiwillige Gaben’ Lev. 23, 38, skr. akama- un-
gernthuend, unfreiwillig’, paz. akam undesired, without will’
Shk. 228, phl. akamak 'irresolute' West, PT. IV, 390. — akc-
may ist sicher Lehnwort wegen der Negation a für arm. an,
auffüllig ist nur das auslautende -ay. Vgl. P. St. 243.
296. bei kamar (i-a St.) Gurt, Gürtel’ Sb.41, z. 11 v. u.;
42, 21 u. s. w.
— np. kamar Gürtel' !), phl. kamar phl. vd. p. 172, z. 5,
zd. kamarä- Gurt, Gürtel’ vd. 14, 9.
Wb. identificirt das Wort mit hiſ⁴f kamar (i-a St.) Ge-
wölbe, Bogen, Kuppel, Halle’ Pseud. 89, z.1 v. u. (pahis), Jes.
40, 22 (xauága), Ezech. 40, 22, 3 Kg. 7, 6, 7, dazu kamarakap
rà allauuwv (Vorhalle) Ezech. 40, 22, tò aikdu 3Kg. 6,3; 7,8,
kamarajev kuppelförmig' u. s. w.,
das zu gr. saudoa Gewölbe, alles mit einem gewölbten
Dach versehene’ («augen schon Herodot I, 199), lat. camera
Gewölbe, gewölbte Decke’, deutsch ‘Kammer’, franz. chambre
u. s. w. gehört. Nach de Lagarde ist x,” aus dem Iran.
entlehnt, hier aber sonst nicht nachweisbar, da es weder mit
np. kamar altitudo, collis, tumulus, saxum" noch mit phl. kamar
‘head, skull’ Gl. and Ind. 200 (zd. æamorod a-) sicher identificirt
werden kann. Np. kamra Gewölbe, Stall’ ist Lw., Nöld. Stud. II,
p. 40. |
In türk. kemer Gürtel, Zone, Wölbung, Gewölbe, Bogen,
Arcade’ (Zenker) ist pers. kamar ‘Gürtel’ und gr. #audoa
‘Gewölbe’ zusammengefallen. Vgl. alban. kamare Gewölbe
(G. Meyer, Etym. Wb. d. alb. Spr.p. 171), bulg. kemer Gürtel,
Gewölbe' etc., Miklosich, türk. Elem. II, 6.
297. Ui Kamsar N. pr. soll nach MX. 173, 12, 13 “mit
defectem Schädel (pakas golov boloruliun gagalann = da die
Rundung des Schädels mangelhaft war’, weil ein Stück fehlte)
bedeuten, also
— np. kam klein, gering, mangelhaft’ und sar Kopf sein.
—
1) Np. kamra ‘Gürtel’ ist aus dem Aram. ‘syr. CP 'cingulum)) zurück-
entlehnt, Nóld. Stud. II, p. 40.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 165
298. F kanap, besser kanep Hanf Magistr., Geop.,
Med. Schr.,
vgl. np. kanab, kanav, gr. xavvaßıs u. s. w. Woher stammt
das arm. Wort zunächst?
kangar s. im 3. Abschnitt.
299. h kangun 1. aufrecht, 2. “Elle” Luc. 12, 25,
1 Kg. 17, 4 u. s. w.
deckt sich ni cht recht mit np. kang Arm, Flügel, Zweig .]
300. ,v kapar Kapernstrauch' Pred. Sal. 12, 5 (x&z-
zug:
= np. kabar Kapernstrauch, Kapern, gr. xézzagig, 8yr.
"bp. Wohl direct aus dem Griech. entlehnt.
301. hunyktup kapen-E (i-a St., gen. kapinag) Lohn' (der
Hure), uío3«o (ztópvnc) Deut. 23, 18, Ezech. 16, 31, Hosea
2, 12, Micha 1, 7
— np. kabin 'Mitgift.
302. e kapik (i-a St, gen. pl. kapkaç) “Affe” 3 Kg.
10, 22, 2 Chron. 9, 21, Eznik 69, MGg. 615
= phl. kapik Bdh. Gl. 202, np. kab Affe JRAS.1894,480.
In alter Zeit aus dem Indischen (skr. kap:-) entlehnt.
303. Y kapit (i-a St., gen. kapči) ein Mass für Ge-
treide!) u. s. w., für gr. yoivik, yoUg, xáflog 4 Kg. 6, 25, Lev.
19, 36, Ezech. 45, 10, Apc. 6, 6, Euseb. Kircheng. etc., kap-
kaliv El. 40, kapčahamar Thom. 27, z. 12 v. u. mit dem kapit
gemessen
= ap. samin Ges. Abh. 198, phl. kapic (so zu lesen für
kafiz) Gl. and Ind. 197, West, PT. II, 180, PPGl. 139, np. kaviz,
kaviz, arab. gafız, syr. NT"bp, mand. gabigã, mittellat. cafısium.
Dazu vielleicht auch arm. ankapceal FB. 8, z. 9, 10: ein-
geengt (wie die Körner im Scheffel)? von *enkapé-em, vgl. əm-
beran-em tnıoroullw, zum Schweigen bringen’ zu beran Mund’,
on-Jer-em Eyxeıpliw, einhändigen, übergeben’ zu jer-n Hand,
an-krk-em dvanoölLw zu kruk-n ‘Ferse’, vgl. darnam and krukn
&vaxopéo u. s. w., Denominativa von Comp. aus and (= on, am,
1) Nach Wb. = ein Zehntel eines Griv s. p. 131), vgl. arab. gafiz = ein
Zehntel eines Garib Tab. 246.
166 2. Abschnitt: Persische Wörter.
vgl. and-unim nehme auf, aor. on-kalay) und dem betreffenden
Subst.
Wieso heisst Zonë Z ag Augen-höhlen' Sacharja 14, 12?
304. gn kapoit "dunkelblau! (wie der Himmel, das
Meer, die Berge), aschfarbig' Gen. 30, 40 (dıakevxog), Ag.,
Narek. u. s. w., davon Aaputak dunkelblau, bläulich, der
Hyacinth’ Ex. 25, 4 u. s. w., Num., Thom., Sprüche Salom.
23, 39 (reAıdvösg), Jerem., Ezech. u. s. w.
= np. kabūd (mita) 1. blau, blaugrau, bleifarben’, 2. nomen
montis (= der Blaue), phl. Aapöt ‘blau’ Gl. and Ind. 196,
päz. gurg i kapöd “der blaue Wolf’ Min. Cap. 27, 50.
Vgl. skr. kapöta- Taube' (= die blaue), Antimonglanz
(von stahl- oder bleigrauer Farbe), phl. kapötar, np. kabutar
‘Taube’ Horn, Grdr. Nr. 842.
Häufig in Ortsnamen, so der Berg Capotes in Hocharmenien
(Plinius, ed. Detlefsen, Bd. 5, Cap. 24, p. 213), arm. Hapoit
learn der Berg Kapoit’ El. 98, 8, der Flecken Kapo:t El. 52,
z. 11 v. u., der See Kaputan MGg. 613 — der See von Urmia,
bei Strabo Karaðra (Kiepert, Alte Geogr. 71), die Burg Kaport,
das Kloster Kaputakar (= “Blau-stein’) bei Injijean.
3051). [ kask-eni"Kastanien-baum’ (Suff. eni zur Be-
zeichnung der Bäume) nur einmal bei Mech. Fabeln 23 (p.26)
ist nach de Lagarde das Original von gr. xaoravea
‘Kastanie’, xáoravog u. s. w. Das Wort ist in Armenien sonst
unbekannt. Vgl. Busabarutiun 303.]
306. [nup kar 1. Strick (gen. karoy) Richter 15,13, 14 u.s.w.;
2. Kraft, Können, Vermögen’ (gen. kari) 1 Kor. 10, 13 etc.,
dazu kari sehr, karot 'kónnend', tkar, apikar ‘schwach’;
3. Stamm von kar-el nähen', karan ‘Naht’ Joh. 19, 23; 4. Kar- i-
‘Leidenschaft’ Röm. 1, 26; 7, 5 etc.
stimmt in keiner Bedeutung zu ap. kara- Volk, Heer’, skr.
-kara- ‘machend’, kara- thuend, Thun, Machen, Hand’ etc.,
np. kar That, Handlung, Geschäft, Sache, Vortheil', &arzar
"Kampf' etc.
Ebenso wenig stimmt urn karapet ‘Vorläufer Legd.
deouos Hebr. 6, 20 etc.) seiner Bedeutung nach zu dem von
de Lagarde vorausgesetzten *Aarapati- "Geschäftsherr”.]
1; Dieser Paragraph gehört nicht in diesen Abschnitt.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 167
-kar, -ker = thuend' s. unter kert p. 168.
307. [purus karavan (gen. 4) “Karavane, Heerhaufen’
FB. 55, 189 (karevan), El. 16, 4, MX. 242, 6, Les, Joh. Kath.,
Thom.
= np. kärvan ‘Karavane’, phl. Aäravan, davon käravanik
(geschrieben kärupanik, karvanik) belonging to a caravan’ Gl.
and Ind. 195.
308. = karkehan (gen. -i) ein rother Edelstein
Exod. 28, 18, Ezech. 10, 9 u. s. w.
= syr. N272^p garkeöna (Brockelmann p. 339), arab. kar-
kand ‘gemma similis rubino seu carbunculo’, »kerkouhen bei
Plempius 165 amethystus« de Lagarde, karkuhan ‘Amethyst’
Dozy, lat. calchedontus (Plinius), gr. gaAxndwv Apc. 21, 19.
Arm. karkehan und arab. karkuhan weisen auf das Persische
(arsacid. *karkadan), in dem altes d zu A oder y wird P. St. 199.
309. Lesch karmir (o-St.) 1. adj. roth' Hohelied 5, 10
(revg6ös), Mt. 27, 28, Sb. 22 (der Mamikonier Vardan genannt
"der rothe) u. s. w., 2. subst. Scharlach’ (Beere, Farbe, Gewand)
xóxxıvov 2 Chron. 2, 7, 14; 3, 14, Hohelied 6, 6
= hebr. ap karmil Carmoisinfarbe und die damit ge-
färbten Zeuge’, nur 2 Chron. 2, 6, 13; 3, 14 (wo auch die arm.
Uebersetzung Karmir hat); aus dem Pers.?
Harmir auch Name eines Zuflusses des Araxes (Erasx)
Thom. 254, 6.
310. n karos, älter [wpunu karaus oder pupuu Karaus
céAwov, Eppich' oder Silge' (Petersilie, Sellerie etc.) Med.
Schr. und alt. Wb., vairi karaus wilder Eppich’
— np. karafs Apium Petroselinum oder graveolens’
Achund. p. 110 und 257.
Echt arm. Zarur ‘Sellerie’: »der wilde larur heisst auch
karos, der cultivirte: macedonischer karos«!) Wb., jünger auch
nezwr. Vgl. azatkel “Petersilie p. 92.
311. %u kest (i-St.) Religion, Secte’ nur bei El., z. B. 46,
Z. 7 v. u.; 63,2. 8 v. u.
entstellt aus pers. 433 Religion, Secte’? = zd. fkae$a-, das
Eznik als Tes (s. unten) entlehnt hat.
1) gergogiiuer uaxedovıxöv Achund. p. 257.
168 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Dazu kest Religionsbuch, Gesetzbuch’? El. 112, 13: ver
wurde auch AamaEden!) genannt. Er wusste auch den Anpart-
Ka$ (s. oben p. 96), er hatte auch den Bozpay:t (s. oben p. 122)
gelernt, er hatte sowohl den Pa/Aavik als den Parskaden (s. oben
p. 67) inne. Denn diese fünf kest sind es, welche das ganze
Gesetz des Magierthums in sich fassen. Ausserdem aber ist
noch ein sechster, den sie Mogpet nennen«.
312. Akne kerp (i-St.) Form, Gestalt, Aussehen, Gesicht,
Art und Weise’, alt und häufig, kerp-a-jev-em forme, bilde’
MX. etc., kerp-aran-Ä (i-a St.) die äussere Erscheinung, Form,
Gestalt, Aussehen, Gesicht, Bild, Schein’ Eznik 247, kerpara-
nem naraaxevalw Jes. 40, 19 u. s. w.
= zd. kshrp- (nom. karaf$) Leib, Körper, Gestalt, phl.
k(e)rp “body, shape, figure, form’ Gl. and Ind. 198, Bdh. Gl.
204, West, PT. IV, 351, k[e)rpih "bodily form’, ebenda p. 26.
313. bhrpujuru kerpas (u- oder -St.) feines Linnen oder Sei-
denzeug ?) FB. 132, z. 3 v. u., Mos. Kal. I, 153 u. s. w., kerpasi
“von feinem Linnen Esther 1,6, var., Laz., Leb. d. Väter u. s. w.
— np. xirpãs ein feines Gewebe, weisser Musselin' (Zenker),
bal. Lw. karpas, Air pas, kurpás Baumwolle’, arab. kirbas "panni
gossipini tenuis et candidi genus, kurd. keras, gr. xdorcaoog,
syr. Ring carbasus', lat. carbasus, skr. karpāsa- "Baumwolle,
hebr. karpas Esther 1, 6.
314. hipun kert als 2. Glied von Comp. bedeutet ursprüng-
lich gemacht = np. -gird, phl. kert, ap. krta-, zd. korata-, skr.
krta- ‘gemacht’,
wie arm. hlp ker und kar als 2. Glied von Comp. ‘machend’
= np. -gar und -gaàr (Vullers, Wb. II, 957 und 941), phl. -kar
und -kär (Darmesteter, Étud. iran. I, 291), skr.-Aara- und -kara-
"machend' ist.
Beispiele: 1. für kert:
a) in Appellativen:
astvac-a-kert von Gott gemacht’ (die Stadt Jerusalem) Sb.
85, 14, Ag., Thom. etc., jer-a-kert (i-a St.) Werk der Hände
1) Siehe unter hamak.
2) In der modernen Schriftsprache = Seidenzeug (nach A. Xacaturean).
2. Abschnitt: Persische Wörter. 169
Hebr. 2, 7 (tà toya ron xeıgwv), Psalm 8, 7 u. s. w., Ansiede-
lung MX. 29, 3 u. s. w., dast-a-kert Ansiedelung = phl.
dastakert (s. oben p. 135), nkar-a-kert 'Buntwirker Ex. 35, 35,
pait-a-kert aus Holz gemacht, hölzern’, kar-a-kert steinern'
FB. 171, 2. 2, 3 v. u. Dazu aus Wb.: arar(-a-kert vom Schöpfer
gemacht, Bolor-a-kert rund gemacht, ganz’, bolorakertem
schaffe, s2y-a-kert “begehrenswerth’ (von :2y Verlangen),
hnar-a-kert “was sich machen lässt, möglich’, u. s. w.
b) in Eigennamen: Yazkert pers. Königsname = phl.
Yla)zdk(e)rt (s. oben p. 55), Xosrov-a-kert d. h. von Chosrov
gemacht’: eine Pflanzung (Wald) des Königs Chosrov des
Kleinen von Armenien FB. 18, Laz. 440, MX. 194, Sb. 109,
vgl. pers. Xusravjird Stadt der Provinz Nisäbür Barb. 130,208.
Am häufigsten findet sich dieses kert als 2. Glied von Städte-
namen, deren 1.Glied ein Personenname ist, wie z. B. Tigrana-
kert (in Aljnik = Arzanene) = gr. Tıygavöxeore, lat. Tigrano-
certa d.h. ‘von Tigranes (dem Zweiten um 80 v. Chr.) gemacht,
gegründet’, von dem Sprachgefühl der Späteren als Tigranes-
Stadt’ empfunden. Der älteste bekannte Name dieser Art ist
Zoögdxapre (Hauptstadt von Hyrkanien) bei Arrian; aus der
Zeit vor Alexander sind keine derartigen Namen bekannt
(ZDMG. 33,149). Jedenfalls war diese Bildung am beliebtesten
zur Partherzeit und wurde auch noch in nachparthischer !)
Zeit nachgeahmt, besonders in Armenien, wo die Dynastie par-
thisch war und die Sprache des Hofes und der Bildung noch
lange persisch blieb. Ueber die pers. Namen mit kert = phl..
kert, np. gird, arab. kird, jird vgl. ZDMG. 30, 138 flg.; 31,
495 flg.; 32, 724 flg.; 33, 143 flg.
Im Arm. finden sich folgende Namen mit vert als 2. Glied:
Bazkert = Bazunik in Gugark , District Tasirk , Vardan 90,
vgl. Baz, Sohn des Manavaz (in mythischer Zeit) MX. 26;
Bakur-a-kert ein Flecken in Marand MX. 137, in Medien
Thom. 56, vgl. Bakur N. pr. FB. 21, MX. 190, Las 255 etc.;
Gagk-a-kert in Vaspurakan, vom Heerführer Gagik (um
900 p. Chr.?) gegründet Thom. 256;
Draszan-a-kert MX.177, Drshan-a-kert El. 60, ein grosses
Dastakert, aus dem Joh. Kath. stammte, neben Sirak und den
1) Sogar noch in islamischer Zeit ZDMG. 33, 146.
170 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Städten Garni, Eramaunk‘(?), Ausakan (in Aragacotn) u. s. w.
genannt;
Ervand-a-kert ein Dastakert, das von Ervand gegründet
sein soll, nur von MX. 118, 123 als älterer Name von
Marmet genannt, vgl. Ervand, Ervandasat, Ervandavan bei
MX., FB.;
Xorakert von Xor gegründet Vardan 90 (nach MX. 261)? ;
Cznkert Stadt in Taray? Sb. 76?;
Kav-a-kert ein Dastakert in der Nähe von Dvin, Provinz
Airarat Joh. Kath. 63, 64;
Hadam-a-kert, Adam-a-kert Stadt im District Albak, Pro-
vinz Vaspurakan MX. 76, Laz. 16, Thom. 116 flg.;
Haikert, Hairkert Joh. Mam. 53 —? ;
Hnar-a-kert eine Festung in oder bei Albanien MX. 78,
Hunarakert Joh. Kath., Mos. Kal. I, 92;
Jiunkert Stadt in Taraun Joh. Mam. 58;
Jolkert ein Flecken El. 60, neben Ardeank und Armavir
genannt,
Manavazkert, Manazkert im District Hark FB. 263, 226
u. 8. w. — “von Manavaz (Move Ha) gegründet’; s. oben
p. 51 unter Manavaz;
Manakert Thom. 229, Ort in Rstunik' Injijean 169; s. oben
p. 50 unter Manacırh;
Mastakert ein Dorf Steph. Orb. II, 15;
Marakert 1n. Airarat in der Ebene von Sarur MX. 58;
Minkert in Basean Injijean 527;
Njrkert Joh. Kath., Steph. Asol. in Tsop'k , gehört schwer-
lich hierher, vgl. ZDMG. 33, 145;
Samiramakert d. i. die Stadt Van, erst in den Jaism. (In-
Jijean 180), bei MX. dafür Samiramay kalak ‘Stadt der Semi-
ramis ;
Valarsakert Festung in Bagrevand Joh. Kath., Steph.
Asol. 151, Arist. 9, jetzt Alaskerd (arm. Alaskert), dem Namen
nach identisch mit den verschiedenen pers. Valäsgird (in
Kermän und bei Balch), Guläsgird (Tab. 10), Balasgird bei
Merv, Baläsker — Vologesocerta in Irag u. s. w. (ZDMG. 33,
145), vgl. Plinius, ed. Detlefsen, VI, p. 256: nuper Vologesus
rex aliud oppidum Vologesocertam in vicino condidit; s. oben
p. 79 unter Valars;
2. Abschnitt: Persische Wörter. 171
Vasakakert im District Ekeleac, von Vasak, Sohn des
Vace, gegründet, Steph. Asol 70 (dafür bei Injijean p. 21:
Vasakert);
Varazkert ein Dorf Laz. 372,373, s. oben unter Varaz p.82;
Vardanakert ein Flecken Levond 45, Steph. Asol., Kira-
kos 36, Vardan 71, District von P'aitakaran MGg. 609, d. h.
“von Vardan gegründet’;
Tigranakert = Tiygavóxegra in Alynik FB. 142,221, MX.
57, 212, um 80 v. Chr. von Tigranes II. gegründet, »seit dem
3. Jhd. p. Chr. völlig aus der Geschichte verschwunden t,
Kiepert, Alte Geogr. p. 80;
Colakert im Masis-Gebirge, von Colak, Sohn der mythi-
schen Amasia, erbaut (nur MX. 28!);
Paraznakert Dorf im District Nig Joh. Kath. 44, Steph.
Orb. I, 156.
Von diesen Namen gehóren mit Sicherheit nur diejenigen
hierher, deren 1. Glied ein sonst sicher nachweisbarer Per-
sonenname (wie Bakur, Gooik, Ervand, Manavaz, Valars,
Vasak, Varaz, Vardan, Tigran) ist, die andern sind unsicher,
zum Theil anders gebildet oder (wie Nprkert) fremden Ur-
sprungs. Interessant ist Gagkakert, welches zeigt, dass noch
in ganz später Zeit diese Namenbildung in Armenien leben-
dig war.
2. für kar:
augt-a-kar Nutzen-bringend, nützlich’ (von augut Nutzen)
A pg. 20, 20, 1 Tim. 4, 8, Ag. 484, FB. 235, Eznik 66; vnas-a-
kar “Schaden anrichtend, schädlich’ Apg. 8, 3, 1 Tim. 6, 9,
Ag. 484, Eznik 66, El. 6 (von ezas Schaden). hamar-a-kar
"Rechnungsführer — Steuereinnehmer’ Sb. 48, 58 (von kamar
Rechnung); vgl. phl. e(0)naskar, np. gunaAgar “Sünder, np.
parvardgàr Ernährer, Gott’ etc. (dagegen könnte arm. zoran-a-
kar “Zeltmacher (oxgvozotóg) Apg. 18,3 auch zu kar-el ‘nähen’
gehören, ebenso &aus&-a-kar Schuhmacher“, s. unten p. 174).
3. für ker:
zoh-a-ker Roch s. unter zoh 'Speise' p. 160, vgl. np.z"algar
*Koch ; hamoz-a-ker Friedenstifter, Vermittler, Ephrem, Osk.
Mt. (zu hamoz-em zum Frieden überreden’); pah-a-ker "Wüch-
ter’ (?, nur Jes. 33,18 = gr. rgepöuevog, var. Ovorgepöuevog);
adauíaker, alauiker, alauikear' Bittender, Flehender, Gesandter,
172 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Unterhändler’ Euseb. Chron., FB. 57, 2; 113, 19 (an letzter
Stelle passt aber ‘Bitte’ besser als Bittender' u. dgl.), vgl. np.
dadgar ‘gerecht’ u. s. w.
Die von dem entlehnten kert abgeleiteten: kertanal, kert-
acucanel, kertel gründen, bauen, schaffen’, kertuliun ‘Bauen’,
kerto? Schöpfer sind selten und spät (Magistr. und Sar.). In der
modern arm. Schriftsprache nur kertel “machen”.
315. Ahn Air (o-St., gen. kroy) ‘Kalk’ MX. 37, 17, Sb. 89, 2,
Joh. Kath., Thom. etc. |
= osset. Etre D., kiri Ss., georg. kiri, thush kir, türk. Airez,
kirec ‘Kalk’.
Woher? Vgl. aram. gir ‘Kalk’ Daniel 5,5, arab. jir u. s. w.
(Fraenkel p. 9).
316. (%% kku (oder kaku, gen. Akui) Kukuk' Mech. Fabeln
p. 116, Joh. Van.
= np. kūkū der Laut der Holztaube’, jetzt ‘Kukuk’ nach
Rosen, Np. Sprachf. p. 39. Beides onomatopoetisch. Vgl.
deutsch Kukuk, lat. cuculus etc.)
317. [uypnd, kndruk (i-a St., gen. kndrki) “Weihrauch‘,
AiBavog Mt. 2, 11, Lev. 2, 1, 2, Hohelied 3, 6; 4, 6 und sonst
im A. T. (vgl. Wb.)
— np. kundur A. M. 206 — 'Boswellia thurifera, Weih-
rauch’ Achund. p. 114, kundura mastiche', kundurak ‘gummi’
etc. (Vullers); skr. Aunduru-, kunduruka- das Harz der Bos-
wellia thurifera. — Arm. kndruk setzt phl. *Aunduruk, dem
np. kunduru entspricht, voraus.
318. fush knčit (knjit) Sesam Philo, Ephrem, Euseb.
Chron., Anciln (gen. kncatan) Mech. Fabeln p. 44
= np. kunjid, kunjid ‘Sesam’, bal. &unci9 Dames 98, phl.
kuncit (oder kunjit P. St. 8 115) PPGl. 144, Bdh. Gl. 208.
319. Daub kstapanak für gr. sregıdefiov “Band um
den rechten Arm, Armband’ Ex. 35, 22, Num.31, 50, Jes.3,21
ist offenbar persisch und liesse sich lautlich einem phl. *Zust-
panak “Seiten-schützer’ (vgl. unten Aust p. 173) gleichsetzen,
wenn es die — freilich nicht ganz sichere — Bedeutung er-
laubte. Von np. angustvána (= zd. *ungusta-päna) 'Fingerhut
ist es natürlich zu trennen.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 173
320. (mul, kohak (i-a St., auch kozak) 1. Woge Job. Kath.,
Narek. etc., 2. Gipfel, Berg Joh. Kath., Thom., Mos. Kal. etc.
— np. köha 1. *der hóhere Theil des Sattels (Fird. I, 270,
462), Hócker des Kameeles etc., 2. "Welle (Vullers), phl. kofak
‘saddle’? West, PT. IV, 48, np. paz. koh Berg = phl. For (Gl.and
Ind. 201) Berg, ap. kaufa- "Berg, zd. kaofa- Hügel, Höcker.
Arm. kohak wird erst aus dem Pers. entlehnt sein, nach-
dem phl. kofak zu *köhak geworden war. Vgl. P. St. 186.
321. Yayım koit (i-St., gen. kuti) “Haufen, Herde’ Ex. 8, 14,
MX. 76, 12 etc., davon Kut-em häufen El. 16, 16 etc.
— np. köd 1. acervus frumenti, 2. "stercus", 3. "collectus.
322. baus koir (i-a St., gen. kuri) ‘blind’ Mc. 8, 22, 23, Mt.
15, 14 etc.
— np. kor "blind, paz. kor Min. Gl. 129, phl. kor Ganj. Gl.
p. 6, bal. Lw. kor, kor ‘blind’, afgh. Lw. kor etc.
323. Han kotak klein in Xosrov kotak FB. 6 = Xosrov
pokr Thom. 59 “Xosrov der Kleine'
— np. kodak "Kind, Kleines, Embryo’, phl. kotak "lesser,
trifling Shk. 256, child, infant Gl. and Ind. 201, ‘klein’ Bdh.
Gl. 209, vgl. zd. kutaka- klein P. St. 89.
kuz s. im 3. Abschnitt.
324. [m4 kuz Kanne, Krug ! Kg. 26, 11, 16, 3 Kg. 19,6,
4 Kg. 2, 20, Jerem. 19, 1, 10 etc.
— np. küz-a Kanne, Krug, arab. Lw. &uz "kleiner Krug’
(Fraenkel p. 73), afgh. Lw. &uza *an earthen vessel for water
with a spout’, syr. N 'urceus,, also ap. * kuZa-.
325. [mai kust (i-a St.. gen. Erd Bauch, Weichen, Seite
Richter 3, 21 (xoiAa), Jerem. 51, 34, FB. 208 u. s. w., sn-a-
kust "Weichen 2 Kg. 2, 23
— np. kust die Weichen‘.
326. [puyuh krpak (i-a St.) Werkstatt, Laden, Schenke
Apg. 28, 15 (ragégva) etc., krpakapet, krpakavor "Krümer,
Schenkwirth' Leb. d. Väter, Ephrem, Steph. Asol.
— np. kurba, kulba ‘Bude’, arab. Lw. kurba und &urbaq.
327. becht kóšik = kau$ik (i-a St., gen. pl. kauskag) Schuh)
det Go nua Mt. 3, 11; 10, 10, Hohelied 7, 1, FB. 220, 246 u. s. w.,
174 2. Abschnitt: Persische Wörter.
kausk-a-kar Schuhmacher (= Schuh-näher, von kar-el ‘nähen’
oder zu ar ‘machend’ !), s. oben p. 171), Osk. Mt, Mech.
Fabeln 136
= pbl. *kafsik zu np. kaf$ Schuh‘, bal. Lw. kaus ‘Schuh’
Dames 99, np. kaf$doz und kaf$gar Schuster. Modern arm. £65.
328. Cg hazar ‘tausend’, alt und häufig
— np. hazär, zd. hazanra-, skr. sahdsra-.
Dazu Aazarapet eigentlich: Herr über Tausend, Befehls-
haber von tausend Mann’ = xıÄlapxog Mc. 6, 21 u. s. w., Gert
roorcog Luc. 8, 3, Gal. 4, 2, oixovóuogc 1 Kor. 4, 1 u. s. w. =
“Verwalter, Statthalter. Vgl. 4lapanareig ol eiaayysAsig mapi
II£ooaıg (Hesych) Ges. Abh. 186. Aber »der grosse Hazarapet
der Arier und Nicht-Arier« El. 22, z. 1 v. u. oder »der Haza-
rapet der Anere Laz. 187 war der hóchste civile Würdentrüger
in Persien, Gross-Vezir.
Davon zu unterscheiden
Sumywpuuunıfan hazaravuzt ein hoher Würdename FB. 137,
Laz. 359, 438, 439 (Titel des Zarmihr), 440, Thom. 83
= gr.zLagéq Ins, pers. hazäraft, syr. nont Tab. 76 und 96,
Anm. 3 (o Bistàm, Spahbeò von Sawäd, dessen Würde Hazaraft
heisst «).
329. 6g fa. haziv kaum, uóytc Luc. 9, 39, pólis Apg. 14,17,
FB. 13, 4 u. s. w.
ist instr. eines Subst. haz (vgl. haziv haz kaum), das Mühe
bedeutet haben wird (vgl. mecav janiv haziv mit knapper Noth’?
FB. 186 und gr. uöyıg, uödıs, ital. appena etc.) und = zd.
hazah- ‘Gewalt’ sein könnte?
330. C. ham als 1. Glied von Zusammensetzungen der-
selbe, gleich, ähnlich, gemeinschaftlich, zusammen’
— zd. Aama-, hama- derselbe, gleich’, ap. hama- derselbe,
gleich’, phl. paz. ham derselbe, gleich’ Bdh. Gl. 272, Min. Cap.
1, 14; 2, 51; 13, 11; 38, 4, Shk. 248, Gl. and Ind. 35, np. ham-
“derselbe, gleich’, gr. öuc-;
vgl. arm. ham-a-ban óuóloyog “übereinstimmend”, Aam-a-
barbar óuóq 9oyyog Narek., ham-a-goy bu00Y0106 Athan., ham-
1) Vgl. éózodzuarozotós ‘Schuhmacher (Chrys.) und $zodzuaroóóagos
Schuhflicker, Schuster.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 175
a-gorc ovvepyös Mitarbeiter, Helfer, Beistand’ El, ham-azgi
avyyevhg verwandt’ MX., ham-a-hair ö tod roiog El., ap. hama-
pitar- denselben Vater habend’, arm. kam-a-mair Öuountguog
Gen. 43,29 (gr. 28), ap. hamatar- dieselbe Mutter habend’, arm.
ham-a-par óuódoEog etc. l
In Zusammensetzung mit Wörtern, die aus dem Pers. ent-
lehnt sind: kam-a$rarkik aus demselben Lande, Landsmann’
Sb. 65, 12, np. hamsahri “Mitbürger, Landsmann’; ham-a-bun
von gleicher Natur, öuopvng Joh. Phil, paz. hambun of
the same origin’ Shk. 248; Aam-a-gunak gleich, ähnlich’,
phl. Aamgoónak derselben Art’, paz. hamgüna Shk. 249, Bdh.
Gl. 274, West, PT. IV, p. xxxi, zd. hamagaona- 'gleichfarbig ;
ham-a-gund vereint, zusammen’ Ag., El.14,2.1v.u., Eznik, ama-
gund kroer ovvenok£ueı Josua 10, 42; ham-a-zaur Öuoduvauos
Ag., Narek., paz. hamzör of like strength’ Shk.249; Aam-a-kam
öuößovAog gleichen Willens, gleichgesinnt' MX., Ephrem,
Joh. Kath. etc., paz. Aam-kamai, phl. hamkamakıh “similarity
of will Shk. 249; am- a- tohm, hamatohmik “verwandt MX.,
El. etc., paz. hamtuzma of the same family’ Min. Gl. 99, phl.
hamtozmakan of the same race West, PT. IV, 352, etc.
Die Häufigkeit seiner Anwendung verdankt ham- dem Ein-
fluss der griech. Litteratur, da es besonders von kirchlichen
Schriftstellern, die aus dem Griech. übersetzen oder unter .
griech. Einfluss stehen, zur Wiedergabe von griech. óuo- ge-
braucht wird. In Anlehnung an dieses uo- ist später ham-
direct durch Aom- ersetzt worden, vgl. Àomazgi Es. Néeci
14. Jhd. = Aamazgi; homazn Pit. = hamazn; homazoh Sokr.
= hamazoh ; homacin Ööuoyevng Narek., Plato = hamacin; homa-
kamuliun Xosrovik — hamakamuliun ; homahair Plato — hama-
hair; homanun Öuwvvuog MGg. ed. Soukry 33, Joh. Kath.,
Plato etc. — hamanun; homaser Öuoyevhg = hamaset etc.
Das echt arm. Aequivalent von ham- ist Ate ‘Genosse’, vgl.
hamakam von gleichem Willen’: Kam- a- “Willensgenosse, -
einverstanden’ Luc. 11, 48.
Dasselbe kam ohne den Compositionsvocal a liegt vor in:
ham-haur-eay von demselben Vater’ (sc. Schwester) nur
Lev. 18, 11; danach Àam-maur-eay von derselben Mutter (sc.
Schwester) nur Mech. Rechtsbuch; 4am-néan var. zu ham-a-n$an
176 2. Abschnitt: Persische Wörter.
óuovozaOSég nur Cyril; Aamsirak “Milchbruder, Milch-
schwester’, öuoydAaxrog, Jaism. und alt. Wb., als ganzes Wort
aus dem Pers. entlehnt: np. hamsira. Mit Uebergang von m in
n vor Gutturalen: kanget gleich, entsprechend’, oft in Comp. =
iao-, z. B. hangit-a-tiv loágu.9uoc'gleich an Zah)’, Aangit-a-patio
= loörıuog 2 Petr. 1, 1, Aangit-ak “ähnlich, gleich’ MX. (aus
*ham-ket, von ket Punkt, Ziel, Object, Regel, Mass'?); Ran-
goin gleich, ähnlich, wie’, 10 Num. 12, 12 etc. (aus Am-
goin, von goin Farbe, Art und Weise, s. oben p. 128), davon
han-gun-ak gleich, ähnlich’, vgl. oben p. 175 kam-a-gunak,
phl. Aam-gona£.
Daneben erscheint ham- in der Bedeutung all, ganz’:
ham-ain 'ganz, all, gánzlich, gleicherweise, ebenso, gleich-
wohl, doch’ (6406, öAwg, Aude und uws); ham-aszarh-akan
auf die ganze Welt bezüglich = “universal, allgemein’, xa9o-
Auxóc laber ham-a$zark-ik aus demselben Lande, Landsmann)’ s.
oben p. 175); ham-a-lur'all-hórbar', ham-a-lsaran = allgemeiner
Hörsaal, Akademie’, kam-a-korois‘all-vernichtend’, am-a-Aava-
sar ganz gleich’, Aam-a-nman ‘consimilis’, Ram-a-spiur, ham-a-
spir allverbreitet', Aam-a-tarac dass., ham-arjak weit, ge-
räumig, offen, freimüthig' (arjak ungebunden frei, weit),
hamauren “all, ganz, allgemein' etc.,
vgl. zd. Aama- derselbe, der gleiche, jeder, Aamoz$a9ra-
“Allherrscher’, päz. hamdanesni complete knowledge’ Shk. 248,
np. hama ganz, alle’ = phl. Aama& (= arm. hamak ‘ganz’, s.
unten p. 177).
331. 4uul' ham, han = skr. sam, zd. ham, han zusammen'
liegt als Lw. in einigen der spáter folgenden Nummern vor;
fraglich, ob auch in:
ham-bar'nam (aor. hambarjt) ‘erheben’, med. sich erheben’,
— ambarnam ‘erheben’, von ham und arm. barnam aufheben,
tragen’, davon Aambarjumn "Erhebung";
hamberem (aor. hamberi) ertragen, erdulden, aushalten’, von
ham und arm. berem tragen, bringen, ertragen’;
hamboir Kuss, Zuneigung, Anhänglichkeit, Zusammen-
fügen, Zähmung) adj. zahm, friedlich’, Aamburem küssen Mt.
26, 49 = zd. *hgmbaoda-?, vgl. P. St. 31;
2. Abschnitt: Persische Wörter. 177
handart ruhig, sanft, handart-em sich beruhigen, sich
legen (vom Wind), aufhören’ Mt. 14, 32, aushalten, ertragen’,
vgl. skr. sarn-dhar zurückhalten, ertragen’;
handerj Kleid, Zurüstung, mit’ s. oben p. 140 unter deryak;
handep gegenüber, handipim begegnen zu dep was einem
begegnet, was einen trifft‘, dipim begegnen);
handurz-em “aushalten, ertragen".
Vgl. zd. hambar- und Agmbaray- zusammentragen, herbei-
bringen’, Agmpatana- “Zusammenrottung’, Aanjamana- Zu-
sammenkunft', handaraza- Bündel, paz. hanjaman assembly
Min. Gl. 99, phl. kampursakih conversation Gl. and. Ind. 34 etc.,
vgl. P. St. 216 und 254.
332. Ci hamak ganz, massiv (von Metallen), gänzlich,
beständig’ Ex. 28, 31 etc., El. 24, z. 12 v. u., FB. 202, 5; 219,
2. 4 v. u.; 236, 2 und 5; 257, z. 1 v. u., etc.
— np. hama “ganz, all’, pàz. hama, phl. hamak “ganz, all’
Min. Gl. 96, Shk. 248, Gl. and Ind. 32, Bdh. Gl. 273, bal. kama,
hamak, hamuk all, jeder.
Dazu 4unlulh'u hamakden El. 112 und 123, nach Thom.
28, 9 — amenaget i havat kraki d. h. allwissend im Feuer-
glauben’, also — phl. “hamakden die ganze Religion (in sich)
habend, kennend', vgl. phl. kamak den the whole religious
ritual West, PT. I, 383, Phl. Min. 19, z. 11 (= päz. kama din
yastan), Darmesteter, Zend-Avesta III., p. xcv.
333. C , hamaharz oder hamharz "Trabant, Leib-
wüchter, Adjutant’, oft neben pustipan (s. unten p. 255) genannt,
Pseud. 90, 8; 152, 2 (Antigonus, Aama^arz Alexanders), El.
27, 17; 90, z. 15 v. u., Sb. 31, Levond, Steph. Asol.
ist sicher persisch.
334. bunlimuypani” hamaspram wohlriechend, duftend' (von
der Blume) Ag. 480, Zak'aria Kath.
gehórt zu phl. spram oder sparam West, PT.I,101 — Bdh.
Gl. 173, Gl. and Ind. 160, paz. sparham “sweet basil Min. Gl.
190, np. tsparam, siparam, isparyam u. s. w. Basilienkraut'.
Vgl. arm. Spram N. pr., $ahaspram“Basilienkraut’ (s. p. 209),
phl. »anukspram (s. oben unter ananuz p. 97), Zatsparam N. pr.
West, PT. IV, p. xxxn, np. mürdisparam, mürdisfaram Feld-
myrte' A. M. 12, 12, Achund. p. 8.
- Hü bschmann, Armenische Grammatik. 12
178 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Als Name einer Blume findet sich Aamaspran (mit n) bei
Mech. Fabeln p. 30,31 neben Lilie und Axrizan genannt; vgl.
Busabatutiun p. 355.
335. Cui, hamar (o-St) Zahl, Zählung, Rechnung,
Rechenschaft, Schätzung’, alt und häufig, davon Aamarım
zählen, schätzen, meinen, dafür halten’ Eznik 249, 286, an-
hamar “unzählig’ El. 16, 9
— np. kamar Berechnung, Zahl, Mass’ (vgl. nahmär un-
zühlig') aus ap. *hamära- = iran. *hamhmära- P. St. 105.
Dazu Feix hamarakar Rechnungsführer, Steuer-
einnehmer’ (die Aamarakar langer Wege Ag., hamarakar dpirk
ygauuereig 1 Chron. 27,1, Vaspurakan i) hamarakar der Steuer-
einnehmer der Väspuhrakän’, in dessen Hause die Steuern von
Ispahan gesammelt lagen Sb. 48, 10, 13, 16; 58, z. 4 v. u.) =
phl. *Aamarkar, vgl. bawon der Mischna.
336. $uulpup hambar Speicher, Magazin, Vorrath?’ (an
Lebensmitteln) MX. 219, Gen. 14, 11 (Seðua), 2Chron. 11,11
(vad eO) u. s. w., hambarak Austheiler, Spender Deut.
33, 28, hambarakapet Magazin verwalter (des Perserkönigs)
FB. 158, El. und Laz. (s. oben p. 37 unter Densapuh), hambaranog
Speicher, Scheune’ Luc. 12, 24, hambarapan Hüter des Vor-
rathes Ag., hambar-em aufspeichern' Luc. 12, 19 etc., iden-
tisch?) mit den oben (p. 95) angeführten: ambar ‘Speicher’, am-
barem, ambaranog, ambarakapet, ambarapet
= np. anbar ‘Speicher’, phl. paz. anbär, phl. anb(ã)raꝶpat-i
*Magazinverwalter' (s. oben p. 37). Zu np. anbastan, anbaram
“anfüllen, anhäufen (von kam + par), skr. sampüray- an-
füllen. Vgl. P. St. 8 70, 73.
Zu letzterem auch 4ufpmpunul, hambartak Damm, Wall,
Thurm’ Philo, Pit, Narek. — ambartak Thurm' MX. 21,
z. 4 v. u. und arm. ambartavan?) 'hochmüthig'? Vgl. np. an-
barda angefüllt, voll’, auch 'puffed up with pride' JRAS.
1894, 443.
337. % hayhoy-em lästern, schmähen’ Mt. 9, 4,
2 Petr. 2, 2 u. s. w., hayhoyuttun Lästerung
1) Siehe oben unter Vaspurakan p. 80.
2) D. h. ältere Form, s. P. St. $ 107.
3, Aus *am-part-a-van, vgl. hpart' hochmüthig.
—— ii
2. Abschnitt: Persische Wörter. 179
— np. Ady u hoi Lärm, Wehklage’ Fird. I, 273, v.516; 447,
v. 242 —?
Die Bedeutungen sind verschieden.
buru hp& Vander; ‘Kleid’ s. oben unter derjak p. 140 un
ham-, han- p. 177.
338. C handerjapet (i-a St.) Verwalter, Vor-
stand’, oixovóuog 3 Kg. 16, 9, sreoordrng 1 Esra 2, 12 (11),
vauíag Jes. 22, 15, ö iri vv sroayudrwv 2 Maccab. 3, 7,
"Tempelhüter' Vorwort zu Jesaias, Präfect' oder Gouverneur
Euseb.
gehórt wohl trotz der abweichenden Bedeutung zu dem
oben (unter andar] p. 99) genannten anderjapet = handerjapet,
da gerade in der Bibelübersetzung die persischen Titel oft in
eigener, nicht ursprünglicher Weise zur Wiedergabe griechi-
scher Prüdicate verwandt werden. Die armenisch-persischen
Titel deckten sich eben mit den griechischen nur selten.
339. Zeg h,,“ zes (gen. handisi) Erweisung', Evdeufıg
Röm. 3, 25, 26, Bewährung', doxıun Röm. 5, 4, Musterung',
&rtıonorch Ex. 30, 12; 38, 25, Prüfung, Untersuchung El. 14,8,
"Schaustellung', Féa Jes. 2, 16, ‘Revue’ N. P. 69, Schauspiel,
Schauplatz, Kampf' Arist. 114, z. 11
— skr. sarndega- Anweisung, Auftrag’, zd. *Aandaesa-, vgl.
zd. Aan-daesayanuha (ipt. med.) yt. 19, 48, 50.
340. C kantar (o-St.) Einsicht, Verstand Sprüche
Salom. 24, 3 etc.
stimmt in der Bedeutung nicht zu np. kanjar “via, modus,
ratio, norma, regula’.
341. Zu hast versöhnt', hastim sich versöhnen’ 1 Kor.
7, 11 etc., hastuliun “Versöhnung, Friede’ Sb. 25 etc.
= zd. azsti- Friede’, phl. ast i) concord, peace, harmony
Gl. and Ind. 28, np. oë ‘Friede’ Fird. I, 452.
Man sollte im Arm. ast erwarten, da A sonst nur bei echt
armenischen Wörtern vorgeschlagen wird.
3
1) Von *àst (= zd. ärsti-, mit Abstractsuffix -ih gebildet wie arm.
Aastut iun von hast mit Absiactsuffix -ut iun.
12*
180 2. Abschnitt: Persische Wörter.
342. Sh harazat (i-a und t-St.) leiblich (Bruder oder
Schwester), blutsverwandt, echt 2 Maccab. 15, 18, El. 90, z. 6 v. u.,
MX. 30 etc.
— zd. hadözäta- leiblich' (Bruder) yt. 4, 10; 14, 16.
343. Sem havan Mörser Leb. d. Väter, Oskiph.
= zd. hävana-, np. havan Mörser.
344. [CHE hekek-am schluchzen', hekek-ank “das
Schluchzen’, Rekek-em schluchzen' nur Leb. d. Väter
np. hukak, hikak, hukéa, hukka, hikka, hukhuk'Schluchzen'.
Onomatopoetisch.]
345. 4L, hen (i St., gen. hini) feindliche Heerschar, Räu-
ber” Eznik 162, Sb. 89, Hiob 10, 17 (reigarngıov); 25, 3 (rei-
earns), 2 Chron. 22, 1 (4govfjouov) u. s. w.
— ap. haina- feindliche Heerschar’, zd. haena- feindliche
Heerschar.
346. A- aus hu als 1. Glied einiger Composita:
gib hzaur (i-a St.) stark, mächtig’, À-/u gehorsam', A-mut
‘erfahren, kundig (lautgesetzlich für *Auzaur, *Aulu, *humut)
= np. paz. phl. zd. u-, ap. (I) u-, vgl. zd. Au-karata-, hu-
karapta-, huzratu- etc., ap. (k)umartiya- "menschenreich’, (A)uc-
aspa- “pferdereich’, phl. Au-&hr 'mit schönem Gesicht’ Gl.
and Ind. 47 = paz. Aucthar Min. Gl. 105 = np. huzir, hujir
‘schön’ = zd. Auct9ra- ‘schön’; phl. Au-5oi *wohlriechend' Gl.
and Ind. 44 = paz. hubi Min. Gl. 105 = zd. Aubaotdi- u. s. w.
Also hzaur = zd. *huzavar- (s. oben zaur p. 152).
Fraglich ist es, ob hierher auch arm. Apatak “unterthänig,
gehorsam, sich fügend, ausharrend, sorgsam, eifrig’ Hebr. 13, 17,
Apg. 6, 4 etc., das de Lagarde zu zd. kupäta- “wohl-beschützt’
stellt, und arm. Apart ‘hochmüthig’ (vgl. ambartavan hoch-
müthig', s. unter Aambar p. 178) gehören.
Ueber pers. Au- s. P. St. 215. Fraglich bleibt, ob I- entlehnt
oder echt ist. Sein Gegensatz (1dg. dus-) liegt in entlehnter (s. oben
dż- p. 141 und 16 p. 154) und echter Gestalt (-) im Arm. vor.
347. Log hmaik (-St., gen. hmayiç) Wahrsagung Eznik
184, FB. 166, 252, Num. 23, 23 (oiwvıouds), davon Amay-em
olwvileo$aı wahrsagen, voraussehen, ahnen’ Gen. 30, 27,
Deut. 18, 10 etc., Amayeak "Talisman' Kan. und Narek.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 181
passt in der Bedeutung nicht zu zd. Aumaya-, humäya-
‘heilsam, heilkräftig’ Geldner, “docile Darmesteter!), skr. su-
mäya- guter Anschläge voll’ (von su und maya?) 'Wunderkraft,
Kunstgriff, Hinterlist, Trug, Gaukelei).]
348. S hnar, meist pl. Anar-£ (i-St.) Mittel und Wege,
Ränke, Schliche, Hinterlist, Erfindung, Anstrengung, Methode’
Ephes. 6, 11, FB. 236, z. 6 und 7 v. u., El. 70, 2, 18 etc., Anar & es
ist möglich’, Anar-im erfinden, ersinnen, planen, darauf sinnen’
Eznik 121, 245, hnars hnarel Mittel ersinnen, Ränke spinnen’
FB. 247, 3, Ànars zndrel “Mittel suchen’ Eznik 121, hnars gtanel
"Mittel finden’ FB. 247, 6, hnar gtanel c. dat. Jemand beikom-
men Richter 16, 5, anhnar ‘unmöglich’
— np. hunar ‘Fertigkeit, Tüchtigkeit, Geschick, Trefflich-
keit, Verdienst’, bal Lw. Àunar Geschicklichkeit, List, Be-
trügerei', afgh. Lw. Aunr art, skill, excellence in any art’ etc.,
paz. hunar “skill Shk. 251, phl. hunar ‘science’ West, PT. IV,
382, zd. Àunara- Fertigkeit, Weisheit, AÀunaravant-, haóa-
hunara- tüchtig, geschickt.
349. aaf hurbak Name eines Tempels (bagin) der heid-
nischen Armenier, eines Feuertempels, Anan. ekel. (10. Jhd.)
= Tempel des Fröbag Feuers? Vgl. phl. atur i frobag Gl.
and Ind. p. 7, Aturfarnbag Horn, Sieg. 23, 24, ZDMG. 44, 655,
658; 46, 281 (Aturfrobag) Hoffmann p. 283—293. — Un-
sicher.
350. SY hražarem Abschied nehmen, sich verab-
schieden von’ Mc. 6, 46, Luc. 9, 61; 14, 19, Apg. 18, 18, sich
entfernen von, entsagen, sich enthalten’ Eznik 286 und Aražešt
(-St.) Abschied, Entfernung, Entsagung Ag., Laz., Ephrem
gehören offenbar zusammen, ohne sich nach armenischen
Bildungsgesetzen zusammen zu fügen. Die Formen klingen
persisch: hraZarem könnte — zd. frajarami oder frajarayemi
= phl. #frazarêem sein, zu dem sich hraiest = phl. *frazist
oder * fra2ast verhielte wie np. kist Saat zu karam ‘säe oder
np. guöasta vergangen zu guóaram gehe vorbei’? Doch vgl.
wegen dieser Formen P. St. 8 90.
1) S. oben p. 47 unter Hmayeak.
2) Ueber skr. maya — 'geheime Macht s. Oldenberg, Religion des
Veda p. 163.
182 2. Abschnitt: Persische Wörter.
351. gf krahang, meist pl. hrahang-X (i-a St.) Uebung,
Unterricht, Unterweisung, Studium, Schule, Palistra MX.,
FB. 35, 16, El. 125, z. 7 v. u., Eznik, Sb. 78, 16 etc., davon
hrahang-em “einüben, schulen’
— np. farhung Methode, Wissen, Bildung, gute Umgangs-
formen’, farhangi Lehrer, farhanjidan — farhaztan?) unter-
richten, erziehen, bilden’, phl. frahang (auch frahäng geschrie-
ben) Uebung, Bildung, Wissen’ BB IV, 38, West, PT. IV, 125,
P. N. 102, frahangistän Ort ritterlicher Uebung’ BB IV, 40.
352. Chi’ hramay-em "befehle', alt und sehr häufig
= np. farmäyam befehle“, ptc. farmud aus älterem phl.
Framät (Haug, Essay on Pahlavi p. 46, z. 11).
353. Ch hraman (i-a St.) Befehl, Gebot, alt und sehr
háufig, Mt. 2, 12 etc.
= np. farman, phl. framan Gl. and Ind. 100, ap. framana-
"Befehl, Gebot".
354. 4punlunmp hramatar “Gebieter, Aufseher, Vogt’ El.
20, 5: Mihrnerseh vzruk hramatar Eran ev Aneran = 'Mihr-
nerseh, der Gross-hramatar von Erän und Anérän' 2), vgl. Tab.
111: »Mihrnarse's eigener Titel war auf persisch: Buzurg-
framadar, d. h. Grossvezir oder höchster Machthaber’«; FB.
36, 11: hramatar tesu£ "Oberaufseher' (aller Kirchen Gross-Ar-
meniens); Daniel 6, 2—6: Darius setzte über das Reich 120
Satrapen und über diese drei Hramatar (raxtıxóç, var. Arama-
natar); 3 Kg. 4,6: hramatar— hazarapet — Sahap (oixovóuog —
oixovóuog — E fC margıäg), oft in hramanatar verändert,
z. B. Sb.: Xorox-Ormizd, Aramanatar am Hofe der Königin
(Boràn); Jes. 55, 4: iszan ev hramanatar azgag &pyovra xal ron-
oraocovra Eäueogt. Jerem. 20, 1: hramanatar ev t$zan (des Hauses
des Herrn); El. 68,2, 3: isvan ev hramanatar (des ganzen Perser-
reiches); Joh. Kath.: kurapalat und Aramanatar von Armenien;
Osk. Jes.: hramanatar der Kirchen u. s. w.
= np. framadär Tab. 9, Anm., phl. framatar commander
Dinkart III, Glossar p. 12, West, PT. I, 145 (»wie Bahak —
1' Vgl zd. anähazta- sans instruction Darmesteter, Zend-Avesta
III, 82. Dazu np. àhang und hang (hang u xirad Fird. I, 257, v. 232..
2) Derselbe Mann hat bei El. 22, z. 1 v. u. den Titel: Gross-hazarapet
der Árier und Nicht-arier.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 183
Mobadänmobad war, so war Kat — Grossframätär«); II, 152
Othe director ( framatar) of the profession of priests of Pars);
II, 276 (»ManusStihar, pontiff (ratö) of Pars and Kirman and
director ( framatar) of the profession of priests«), ap. framatar-
(acc. öfter framätaram, einmal framataram, einmal framataram)
‘Gebieter’.
Arm. Aramanatar ist, soweit es nicht fehlerhaft für Arama-
tar steht, durch spätere Anlehnung an raman Befehl", Arama-
natu “Gebieter u. s. w. volksetymologisch aus Aramatar ent-
standen, als ob es eine ursprüngliche Bildung aus Araman Be-
fehl’ und -żar führend, tragend' (zu tan-im, aor. tar-ay führen“
wäre. Man sagt aber nicht: Araman tanim sondern Araman tam
(aor. etu) gebe Befehle, befehle' und daher auch Aramanatu
"Befehl-gebend', während ein urspr. *Araman-a-tar — 'Befehl-
tragend’ wohl eher ‘gehorsam’ bedeutet hätte, vgl. np. farmän-
bar “obediens, servus (gegen farmändih iubens, imperator).
355. Laag hras-K (i-St.) Wunder, alt und in vielen Comp.,
z. B. hrasakert wunderbar A. T., El. 12, 22 (Arasakert yaru-
liun die wunderbare Auferstehung’), Arašačartar mit wunder-
barer Kunst’ (einmal bei Steph. Orb.) etc.
gehört nicht zu zd. frasa- vorwärts, neu’ (von der Welt
am jüngsten Tage), fraso&eraiti- 'Neu-machung' (der Welt am
jüngsten Tage = Auferstehung), fra$oturatar- Neu- macher'
(der Welt etc.), da die Bedeutung durchaus verschieden ist.
Vgl. ZDMG. 35, 173.]
356. C hraver ‘Einladung’, Aravirem lade ein' alt und
hüufig,
der Form nach — zd. fravaeóa- “Lehrer” (Geldner), “der
welcher wusste’ (Darmesteter), vgl. fravaedayamna- Schüler
(Geldner), “der wissen machte' (Darmesteter) yt. 13, 88. — Vgl.
P. St. 103.
357. 4nuuw[u hrasaz oder zrasaz (i-a St.) Parasange Euseb.
Chron., El. 124, 11; 141, z. 11 v. u., Laz. 290,4, FB. 239, z. 4 v. u.
= arab. Lw. farsaz, syr. Lw. NH w, also mp. *frasaz.
Bei MGg. 588, 17 steht dafür parsaz, auch bei Patkanean
P. 3, z. 23, aber das Wb. citirt dieselbe Stelle (unter zrasaz)
mit zrasaz, während Soukry p. 7, z. 8 hier Arasaz bietet. In
parsaz könnte nur arab. farsaz wiedergefunden werden.
184 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Im Neupers. erscheint farsang = päz. farsang a league
Min. Gl. 76 = phl. frasang Bdh. Gl. 195, 196, ZPGI. 42, z. 2,
PPGI. 116, Spiegel, Traditionelle Lit. 419 (von West, PT.I, 27:
parasang gelesen) = rragaodyyns (Herodot).
Wie verhält sich das vom Arm., Arab., Syr. vorausgesetzte
mp. frasaz zu dem phl. frasang? Der Vergleich mit np. mah
— mang Mond hilft nicht weiter.
358. %%% mu hrestak (i-a St.) 1. Gesandte, Bote’ Sb. 90,
2. ‘Engel’, alt und sehr häufig, Mt. 1, 20 etc.
— np. fírista, älter firēšta “Bote, Engel’, also = phl. * frestak,
ap. *fraista-. Zu ap. fraisayam ich entsandte', skr. presayatt
‘schicken, entsenden'.
359. Inu hrovartak (1-a St.) Brief, Schreiben, Er-
lass, Besitztitel’ 1 Maccab: 11, 29, 31, 37, FB. 245, 10, El. 9,
z. 6, 8 v. u.; 10, 12, Sb. 37, MX. 293, z. 1 v. u.
= phl. fravartak Brief, Schreiben’ Mätikän i čatrang p. 1,
z.8 = Ganj. Glossar p. 14, Yatk. p.48, anm. 9, aram. "prp
(plur.) ZDMG. 46, 139, 326.
360. Zeeche hrot-ic (oder Arort-ig), gen. pl eines unge-
bráuchlichen!) nom. Aro (oder *Arort-X), der letzte Monat
des altarmenischen Jahres (an den sich die fünf Schalttage —
aveli — anschlossen) Laz. 261, El. 142, 16, Steph. Asol., Var-
dan 54 etc.,
vgl. phl. fravartikan die fünf Schalttage' Phl. Min. 61, 11,
West, PT. I, 315, Anm. 3; IV, 17 etc., paz. fravardyān die fünf
Schalttage'; „jetzt verstehen die Parsen darunter die letzten zehn
Tage ihres Jahres mit Einschluss der Tage der Mukhtäd Cere-
monien zu Ehren der Todten und ihrer Fravashis Min. Gl. 77,
np. farvardagan, farvardiyan die fünf Schalttage, als Festtage
von den Persern gefeiert’ (Vullers), auch fordagan, fordayan,
pordgan und pördyan (Vullers), fordigan, fordiyan, pördigän,
pördiyan (Ges. Abh. 161) “die fünf letzten Tage des Monats Abän
nebst den ihnen folgenden fünf Schalttagen, die zusammen
(zu Ehren der Todten) gefeiert werden’ (Vullers); gr. das Fest
1; Die Monatsnamen kommen nur im Genitiv vor, da sie immer von
dem Worte Monat abhängen, vgl. Laz. 261: y amseann hrotic im
Monat H..
2. Abschnitt: Persische Wörter. 185
®ovoölyav = vexrvia bei Menander (um 600 p. Chr.), syr. »das
Fest, welches sie selber die Frördiyan-Tage nennen« Hoffmann
p. 79.
Vgl. Albirüni, Uebers. 210: the last five days of this month
(Abän) — are called Farvardajan. — Regarding these days
there has been among the Persians a controversy. According
to some they are the last five days of the month Abän, accord-
ng to others they are the Andergäh, i.e. the five Epagomenae `
which are added between Abän und Adhar-Mäh u. s. w. Dazu
Darmesteter, Zend-Avesta II, 502.
de Lagarde, Ges. Abh. 162, anm.2 trennt fordiyan von fra-
vardıyän, das er nicht weiter berücksichtigt. Der Bedeutung
nach gehören aber die Wörter zusammen. Np. fravardıyan
geht ebenso wie np. fordiyan = gr. Qovoólyav = syr. frordi-
yan auf phl. fravartikan, np. farvardagan auf phl. *fravartakan,
beides — ‘die den Fravasis (ap. *fravarti-) geweihten Tage’
zurück.
Arm. Arot- aus hrort- — pers. *frort- aus fravart-, also g.
pl. Arot-iç entsprechend ap. *fravartinam = zd. fravasingm
— (der Monat) der Frava&is' (phl. fravartin Gl. and Ind. 87,
np. farvardin der erste persische Monat). Vgl. Hoffmann p. 79,
P. St. 169, 243.
361. ng hrusak oder zrusak ein Gebäck aus Mehl,
Butter, Honig oder Zucker’, modern arm. für türk. halva
— np. Farũsa, afru$a (afru$a) dulciarii genus e farina,
butyro et melle confectum" u. ühnl.
Als Pehleviform also *frosak anzusetzen?
362. Zeg Jag (u-St.) das Junge eines Vogels’ Luc. 12, 6 etc.,
vgl. Ges. Abh. 41, Anm. 6
= np. zag das Junge eines Thieres', syr. Sur junges Huhn”.
Die neupers. Form ist arabisirt, die mittelpers. müsste zag
oder zäy gelautet haben. So wird es von np. zay Rabe, Krühe'
und zäg ‘Vitriol’ unterschieden.
363. AR jivi "Pech Jes. 34, 9, Daniel 14, 26 u. s. w.
= arab. pers. zift ‘Pech’, hebr. rey ‘Pech’ Jes. 34, 9, syr.
zifta.
Herkunft des Wortes unsicher, vgl. Fraenkel 151.
186 2. Abschnitt: Persische Wörter.
364. Fu ui, caxarak (i-a St.) ‘Rolle’, 260, éóazarakajev
‘gedreht, rund’ Ag., tararakeay für gr. rogevrög in getriebener
Arbeit’ Ex. 25, 31 (gr.30), Hohelied 5, 14; 7, 2, als ob zogvevzóg
‘gedreht, gedrechselt' stünde, 6óazarak-em abrunden, drechseln',
dazu Zb čazr "Drehung! in éazr arnul eine Drehung
machen, sich herumtummeln' MX. 195, 18, Pseud., Joh. Kath.,
caxr-em kreisen, hoch im Kreise fliegen’ El. 6, z. 15 v. u., Mos.
Kal. I, 104, 14, Klagel. Jerem. 4, 19 (E SE,), Baruch 3, 17
(Zurcailovres), carrumn “festeggiamento” Laz.,
letzteres = np. tara was sich im Kreise dreht, Rad, Spinn-
rad, Drehung, Kreis, Himmel’ etc., bal. čark Rad, Maschine,
Mühlstein’, osset. galæ “Rad, Scheibe’ (des Mondes), afgh. carz
“Rad, Scheibe, Drehung etc., zd. éóazra- Rad', skr. čakra- “Rad,
Scheibe, Oelmühle, Kreis, Kreisen (eines Vogels), Kreislauf';
ersteres = np. Carza ‘gyrus, orbis, Spinnrad', vgl. éarzagi zadan
ein orbem agi et saltare, de luctatoribus’ (Vullers), &, 'Spinn-
rad” (Horn, Grdr. Nr. 437), afgh. Lw. carza Spinnrad'.
365. Sh takat (u-St.) Stirn" Apc. 9, 4 ete., dann Front,
Front des Heeres, Schlachtreihe, Schlachtordnung, Schlacht’
1 Kg. 17, 4, 21, FB. 193, 198, MX. 31 u. s. w., cakat-im sich
in Schlachtreihe aufstellen, eine Schlacht liefern’ MX. 122 etc.
— np. cad Scheitel, Gipfel’, phl. takat Gipfel! Bdh. Gl.119.
366. Zebiobka cakndel oevrAlov Jes. 51, 20, Mech. Fabeln
p. 51, Leb. d. Vüter, Med. Schr., Geop. “beta rubra'
= np. éugundar ‘beta’ Polak, Persien I, 122, cuqundur
Futterrübe' Rosen, Np. Sprachführer 36, afgh. Lw. éuqundur
“beet-root’, kurd. bunar, čavandár rothe Rübe = np. éuqundar
ZDMG. 36, 61, 62. Das Arm. geht auf ein phl. *cakuzdar zu-
rück, dessen Endung -dar im Arm. volksetymologisch in -de?
Kraut') umgestaltet wurde. Mit Weglassung von de? erscheint
Cakn in den Med. Schr. nach dem Dusabatut un. Als älteste
np. Form wáre *cagundar anzusetzen.
367. Cu tambar 1. Lager 1 Kg. 13, 23; 14, 4, FB. 14, 6
(cambar banaki), Sb. 49, z. 13 v. u., MX. 122, 9; 2. tambar
(aanaſtap) ein (edelsteinbesetzter) Schmuck für Männer, neben
gumartak Halsschmuck der Männer genannt Sb. 65, 4, modern
arm. tambarak eine Kette mit Halbring am Pflug’ (nach
A. Xačaturean)
2. Abschnitt: Persische Wörter. 187
= np. éanbar Kreis, Ring’, nach Zenker = ‘Reifen, Hals-
band, Stirnband, Kopfband', afgh. Lw. tambar sphere, orb,
circle, disc, wheel, globe", phl. tambar “head-fillet’ (neben Hals-
band und Ohrringen der Frau genannt) West, PT. I, 277, syr.
«737€ ‘ornamentum lunatum'.
Vgl. gumartak 1. Schar, Heer, Haufen’, 2. Halsschmuck“.
368. B Canbak &ào:áAa90g nur Sirach 24, 20 (Weis-
heit Jesu, Sohn des Sirak Vened. 1878, p. 93)
= skr. campaka- “Michelia Champaka', paz. tamba (mit
Zendbuchstaben geschrieben) Bdh. 65, z. 2 — phl. tambak Bdh.
66, 13.
Dazu stellt de Lagarde np. zanba, arab. zanbaq weisser
Jasmin’, deren anl. z nicht zu dem anl. © der angeführten Wörter
stimmt.
369. wugu Candan Sandelholz MGg. 615, 21
— np. tandan (čandān, éandal), skr. éandana- Sandelholz,
arab. sandal, syr. 55x.
370. tank oder tang (i-a St.) Haken, Klaue, Kralle’ MGg.
615, 16 und später
= np. čang Haken, Kralle, Klaue, hakenförmig, krumm’.
371. Zen Cas (o-St.) Frühstück, Mahl’, &giorov !) Mt. 22,4,
Luc. 7, 36; 11, 38; 14, 12 etc., Ca$-em Mahlzeit einnehmen,
essen’ 3 Kg. 13, 7, ca$-a-ker (von ker = “essend’) Esser (Var-
dan, Dan.),
vgl. np. cast, casta, éasti "Frühstück, phl. Zeit “morning
meal West, PT. I, 279 (neben zam evening meal). Arm. Cas
setzt ein phl. * Cas voraus; np. Cds, das Vullers aus cast verkürzt
sein lásst, ist unbelegt.
372. un wl, basak (i-a St.) 1. Kosten, Schmecken, Prüfen,
Geschmack’, yeücıs Salom. 16, 20, Hebr. 6, 5 etc., 2. Becher,
Schale, Mass für Flüssigkeiten’ Ex. 25, 29 (orrovdeiov), Lev.
14, 10 (xoröAn), Num. 4, 7 (xóa2oc)etc., Casak-em kosten Hebr.
6, 4, 5, Mt. 16, 28, FB. 223 etc.,
vgl. np. Cüsna kardan ‘gustare, ta$ni ‘gustus, sapor, Casi
dan "kosten", éasgar “Vorkoster’, skr. Casaka- Trinkgeschirr,
1) Aber deinvov = arm. antrik.
188 2. Absohnitt: Persische Wörter.
Becher (aus dem Persischen). Arm. talak setzt phl. *casak
voraus.
Im Phl. ist &a$- sonst — lehren Min. Gl. 49, Shk. 233, Gl.
and Ind. 124, West, PT. I, 243, vgl. zd. éóasana- Lehrer ys. 13,3.
373. SLI tapuk biegsam, gelenkig’ Narek., ond tapuk
"schnell, gewandt’ El. 57, 13
— np. tabuk schnell, flink, behend, gewandt, geschickt”.
374. S catrak “Schachspiel’ Grig. Tlay, 12. Jhd.,
cartrak Oskiph. (vgl. Wb. unter zart)
= phl. catrang, arab. $afranj, skr. ẽaturanga- BB IV, 39.
Neben catrak steht čatrkuç bei Vardan, Gesch. (in éatrkuc
zalal Schach spielen), gen. pl. von tatrak?
375. Zeep bar (unflect.) Mittel, Hilfsmittel, Ausweg MX. 56,
z. 26, Joh. Kath., Euseb. u. s. w., tarak Mittel, Heilmittel’
Thom., Narek., Vardan
— np. tar ‘Mittel’, afgh. Lw. car ‘remedy’, paz. tar means,
possibility Shk. 238, vgl. np. nacar hilflos, unvermeidlich,
gezwungen’ (arm. ancar unmöglich), np. tara Mittel, Aus-
kunftsmittel, Hilfe, List’, phl. carak 'Mittel' Bdh. Gl. 117, Gl.
and Ind. 124, Shk. 238, skr. éara- ‘Verfahren’.
376. Buh tarak Weide, Futter, Nahrung’, vouh Joh.
10, 9, 2 Tim. 2, 17 u. s. w., tarak linim Nahrung (des Feuers)
werden, verzehrt werden’ Ezech. 15, 5, tarak anem (dem
Schwerte) zur Nahrung geben’ Mos. Kal. I, 215, z. 2 v. u.,
carakem weiden (trans.) Judas Brief 12, ‘verzehren’, éarakim
‘weiden?’ (intrans.) Num. 14, 33, um sich fressen, sich ver-
breiten’ Apg. 4, 17, Carak-a-vor FB. 265, 16 — zot-a-éarak
FB. 271, 19 “von Kräutern lebend’
= np. tara ‘pastio', CaraágaA Weide Fird. I, 250, v. 116, Cara-
gar — éaranda weidendes Vieh’, phl. tarak pasture West,
PT. I, 374, bal. &aray wandern, weiden, grasen' (Geiger, Etym.
Nr. 55).
377. fun Carp (o-St.) das Fett’ (des Körpers) Ex. 29, 13,22,
Lev. 9, 19 (oréao) u. s. w., Carpovin sammt dem Fett’, modern
carpik geschickt
— np. carb fett, glatt, geschmeidig’, éarba, éarbis, éarbi
Fett, Fettigkeit, Milde’, bal. Carp ‘fett’, éarpi ‘Fett’, paz. carw
2. Abschnitt: Persische Wörter. 189
“soft, smooth, mild’ Min. Gl. 48, phl. carp fat, unctuous, soft,
smooth’ Gl. and Ind. 125.
378. (dmpmmp Cartar kundig, geschickt, erfahren, gelehrt,
Künstler’ (Hohelied 7, 1)
gehört nicht zu zd. Carstar- "Macher, vgl ZDMG.
35, 173.]
379. S j, cartuk FB. 49 und 50: das Pferd war von
Farbe cartuk éanéken un cheval gris-pommele’ (Langlois I, 230),
eigentl. 'Fliegen-éartíu£', ebenso im Ganjaran, modern arm.
cartukar (aus éartuk Kar) ein weisser, ins Rothe oder Blaue
spielender harter Stein', der zum Dreschen des Getreides ge-
braucht wird (nach A. Xafaturean)
zu np. éarda (carta) color ad nigrum vergens, equus rufus’,
vgl. carad, lies card color ad rubrum vergens, badius’, jarda,
lies čarda “equus flavi coloris’.
Arm. cartuk entspricht genau einem phl. *cartuk, np.
*čardū.
380. ák J’ cem“Spaziergang’, čem arnul herumgehen, herum-
spazieren’ 3 Maccab. 5, 12, éem-aran neginarog, schola peri-
patetica, temakan negınarntındg, tem-im spazieren gehen,
herumgehen, einherschreiten, einherziehen Jes. 8, 7, 2 Maccab.
3, 28, Sprüche Salom. 30, 29, Daniel 4,26, Hiob 6,10, MX. 27,
Mos. Kal. I, 93, aregakn-a-tem “der Sonne ausgesetzt’ (Berg)
MX. 27
= np. tam 'Einherschreiten', camidan einherschreiten,
einherstolziren'.
381. [sh čemiš Abort', nur FB. 237, 10: i čemiśn eríal,
nach Wb. = np. Cem be, türk. fe$me 1. Quelle', 2. Abort. Vullers
hat nur éamáa ‘fons’ aus fasma, aber im Kurd. verzeichnen
Justi-Jaba p. 129: »cesma lieu d’aisance’, G., p. Gänge, In-
dessen kann arm. Zem? nur für pers. tamts stehen, das
Vullers nur in der Bedeutung: "incessus mollior et fastuosior'
(zu camidan) verzeichnet.)
382. Abdul) cermak weiss: Cermak ji oder erivar weisses
Pferd, Schimmel’ FB. 190, 7, Sb. 38, Narek., N. P., cermakaji
“der (Mann) mit dem Schimmel’ (der General Mušeł) FB. 190, 13,
190 2. Abschnitt: Persische Wörter.
cancacermak !) Fliegenschimmel' Magistr., vgl. poln. arm. jer-
mag weiss WZKM. 1, 282
= np. éarma ‘equus albus’ B., “equus spadiceus’ F., Fird. I,
p. 121, v. 1035; 172, v. 783, 787; 444, z. 1 v. u.; 477, v. 714;
III, p. 1163, z. 1 v. u.; 1525, v. 499 etc., kurd. éerme “weiss’
ZDMG. 38, 61.
Np. Jarma steht falsch für carma.
383. ámnwl, burak (burak) der männliche Falke’ Magistr.
(11. Jhd.) und Erznk. (13.—14. Jhd.)
— np. jurra bäz “der männliche Falke’, afgh. jurra, jurra
baz “a species of hawk or falcon’, arab. zurrag ‘accipiter albus’,
gr. TĊOVEQXLOV.
Man sollte arm. jurak erwarten. So kann auch bei Erznk.
gelesen werden; aber bei Magistr.?
384. ápwg brag (i-a St., pl. éragunZ) Licht, Lampe’ (der
brennende Docht) Mt. 5, 15, Luc. 11, 33; 12, 35, Joh. 5, 33,
Eznik 158 u. s. w. |
= np. &iräy Lampe, Leuchte, Licht’, bal. Lw. ċirāg Lampe“,
osset. eiray "Licht, arab. straj.
cós = jaus s. im 3. Abschnitt.
385. dingykgu mazdezn, gen. pl. maædeaung Mazdayasnier,
Zorvastrier’, auren& mazdezangn das Gesetz der Mazdayasnier
FB. 140, 13; 178, 3, 20, 23; 179, 9; 250, 2. 1 v. u., Kir. 20,
Mazdezang alandn der Irrglaube der M? FB. 177, 2. 8 v. u.,
den Mazdezang die Religion der M.’ MX. 224, z. 3, 4; 249, 18,
El. 63, z. 5, 6 v. u., usumn Mazdezançn die Lehre der M.“ FB.
179, 11, acc. pl. Mazdezuns FB. 188, 7, mazdezn mazdayas-
nisch’ s. oben p. 139 unter den, mazdezukan dass. Thom.
= phl. den i mäzdesnan (oder mazdayasnan) die Religion
der M. oder “die mazdayasnische Religion’ Bdh. Gl. 229, Gl.
and Ind. 208, falsch auch mahestän geschrieben Bdh. Gl. 241,
242, paz. din i veh i mazdayasnün die gute Religion der Maz-
dayasnier Min. 13, 16; 15, 21 etc., phl. inschr. mazdayasn oder
mazdesn = gr. Maoóaovov (gen. Haug, Essay on Pahlavi
p. 4, 49, zd. mazdayasna- Mazdayasnier', müzduyasni- mazda-
yasnisch'.
1; Np. äsp i mägäsi Fliegenschimmel Rosen, Np. Sprachführer p. 3$.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 191
386. Hugh makoik (i-a St., gen. makuki) Boot, Barke,
Nacher’ Apg. 27, 16 (oxáqv), MX. 218, 4
— np. makök 'Weberschiffchen', arab. makkuk en gew.
Mass’, auch “Trinkgefäss’, syr. Npꝰpn genge, auch ein gew.
Mass’. Vgl.Fraenkel207. Modern arm. muž Weberschiffchen'
(nach A. Xacaturean).
387. icht mahik (i-a St., gen. pl. mahkar) “Mondsichel’
und ein ihr ähnlicher Schmuck’ Jes. 3, 20 (unvíoxoc), Georg,
Erkl. d. Jesaias (13. Jhd., ‘Halsschmuck’ und Mondsichel bis
zum 5. oder 6. Tage’), Thom. 132, 11 (»mondfóürmige mahik an
der Stirn der Pferde a), Philo, mahik-eljiur Mond-horn' Basil.
und daraus Anan. Shirak.
= phl. “mahik, von phl. mah "Mond Bdh. Gl. 230 und
Suff. 7. |
388. ind mac(o-St.) Pllugsterz Luc.9,62, modern arm. mané
= np. amaj Pflugsterz (aus phl. *a-mac), pàrsi mat Pflug-
sterz ZDMG. 36, 70. — Vgl. P. St. 8 13.
389. hi mam ‘Grossmutter’ Mech. Rechtsbuch (neben
pap Grossvater)
— np. màm “Mutter”.
390. [Jufuuub]ju mananiz (gen. mananzoy) Senf'Mt.13,21 etc.
stellt de Lagarde zu np. nänztah, das aber Ammi' bedeutet,
vgl. A. M. 260, Achund. p. 142: ‘Sison Ammi, kleiner Eppich',
p. 270: radix et semen Ammi von Sison Amomum L.“ Für
Senf wird arab. zardal = np. sipandàn A. M. 107, Achund.
p. 58 gebraucht.
Vgl. oben ananuz Minze p. 96.)
391. Hi, manusak Veilchen MGg. 612 (in Arabia
Felix), Philo, Ag. 480, Steph. Siun., Thom. u. s. w.
= phl. vanavsak Bdh. 66, z. 17, np. banafsa, maz. venewse,
arab. bana fsaj und manafsaj, türk. menefše u.s. w. Arm. manu-
šak steht unregelmässig für *munausak (vgl. kausik = pers.
kafs etc.), doch vgl. suser aus *safser.
Daneben steht manısak = syr. maniskä, s. unter den syr. Lw.
392. Juuh mank oder mang Arglist, nur einmal (nengav
ev mangav) bei Basil. (5. Jhd.), vielleicht aber auch in dem
alten und häufigen Adjectiv zor-a-mang arglistig
192 2. Abschnitt: Persische Wörter.
== np. mang 5) 'fraus, dolus’, B. F. sine ex. (Vullers), osset.
mane — tag. mün Lüge, Betrug’ (Sjögren), mäng-äwdisäntä
“falsche Zeugen’ (meine osset. Etym. p. 18).
393. Jiu, maš “eine Art Bohne’ Mech. Fabeln p. 48
— np. ma$ ‘Phaseolus Mungo, Mongobohne’ Achund. p. 135.
394. iur) huriy br póu maskapercan oder maskapercen ‘das Zelt
des Perserkónigs FB. 55 (ma$kapaten), 189 (maskavarzan),
Sb. 27 (ma$apercan), 42 (maskapercan)
= phl. mbut Zelt Yatk. p.55,8 25, zu lesen maskäparzen
oder besser maskäparcen. Vgl. ZDMG. 46,328, WZKM. 8, 366.
395. fie. matak (i-a St.) weiblich, Weibchen’ (von Pfer-
den, Eseln etc.), El. 107, 7, Thom., Mos. Kal. I, 117, matak-a-zaz
"brünstig" (Pferd) Jerem. 5,8 (InAvuavng), matakpan Aufseher
der Stuten, des Gestütes' Pseud. 16, 6
— np. mada “Weibchen’, phl. matak Bdh. Gl. 228, PPGl. 8
und 157, bal. Lw. madag, maóay “Weibchen”.
Daneben steht uh matean (sprich madean ? vgl. Nr. 383)
Stute (synon. mit gwipfl; zambik und áujpl, čayik) Magistr.
und Erznk. Gramm.
= np. madiyàn ‘Stute’, bal. Lw. madyan ‘Stute’, phl. mā-
tyan(?) ZPGI. 12, z. 5, urspr. aber *matikan P. St. 242 —?
- 396. gun f] gund-n matean El. 90, 12; 91, 2. 7 v. u.
matenik gund-n FB. die Schar des Unsterblichen’ (im pers. Heer)
= persisch —?
397. [Tu, matutak Süssholz Geop. und Med. Schr.
lässt sich lautlich weder mit np. mahk Süssholz noch mit
den bei Achund. p. 241 angeführten pers. »bich mekkeh« (bich
= np. biz “Wurzel’) und »motki« vereinigen.)
398. up mar (u-St.) Mass für Flüssigkeiten’ Joh. 2, 6
(uerentng) u. s. w.
= pers. uaoıs, pontisch ugens, vgl. Ges. Abh. 196. Zu
Grunde liegen kann ein phl. *mar = *mahr = ap. mã a-
(P. St. 206), vgl. skr. mätra- “Mass.
399. uh maraz (o-St.) Heuschrecke' Mt. 3, 4, Ex. 10, 4,
Sb. 27, 13, Kir. 208, 209 etc.
= zd. madarä-, bal. maóaz,maóay, np. malaz Heuschrecke.
Vgl. P. St. 100, 202.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 193
400. dung marg Wiese, Aue’ 1 Maccab. 9, 42 (£Aoc), MX.
123 (Mara marg Meder-wiese), Vardan 35 u. s. w.
= syr. RIND marga Wiese, arab. marj Wiese, schon von
den Arabern (Fraenkel p. 129) als pers. bezeichnet, np. mary
genus graminis quod bestiae pascentes libenter vorant’(Vullers),
maryzär ‘Ort, wo mary wächst, Wiese’ Fird. I, 435,34, in älterer
Zeit np. mary noch Wiese P. St. 98, kurd. mirk, merya “prairie
Justi-Jaba Dict., merk Rasen, Wiese’ u. s. w. ZDMG. 38, 90,
zd. marəyā- Wiese vd. 2, 26.
401. margasisay oder markasisay, resp. markasitay zu lesen
für mardartéar MGg. 615?
= np. márqasisa Vullers, margasita A. M. 253, z. 2 Pyrit,
Markasit' Achund. 138, 187, syr. Nr. ).
mardasang s. im 3. Abschnitt.
402. ing marz (i-St.) Grenze, Grenzland, Provinz, Ge-
gend’ Ag., El. 47, z. (v. u., Thom., Joh. Kath., Levond, marzpan
Statthalter einer Provinz, Markgraf’ (solche verwalteten das
persische Armenien nach dem Sturz der arm. Dynastie) El. 100,
2. 2 v. u., Sb. 29, 16; 34 u. s. w., Mos. Kal. I, 142,2. 9 v. u., marzpan-
uliun Markgrafen würde El., Laz., Sb. 25, z. 6 v. u. etc.
= np. marz Grenze, Land’, syr. & marchionatus', np.
marzban eigentl. Grenz-hüter — Markgraf Tab. 102, 446,
phl. marzpan BB IV, 36, als Eigenname Gl. and Ind. 212, eer,
marzuwün Hoffmann p. 30, 64. |
Jüngere Formen für marzpan sind marzavan Steph. Orb.
und marzvan Vardan = np. marzban, marævãn.
Ueber marzpet = maipet s. unter Jnikan p. 69; marzpetakan
(gund) bei Mt. Urh. steht falsch für mardpetakan.
403. Hung, marzango$ Galen, Med. Schr., marzgos
(var. marzigos) MGg. 612, 28
= np. marzangoóá (marzanjus A. M. 250) “Origanum Majo-
rana, Majoran?’ Achund. 137 und 267, merezangos Bdh. 66, 11.
Die syr. Formen s. Ges. Abh. 64, Brockelmann Wb. 194. Eine
Abart davon ist Myosotis = arm. min-akanj "Müuse-ohr.
404. uA marjik-k = marzik-k Truppen, Soldaten’
nur El. 11, Moskauer Ausg. 17
= pers. —?
Hübschmann Armenische Grammatik. 13
194 2. Abschnitt: Persische Wörter.
mezak s. ım 3. Abschnitt.
405. Hui, mehekani gen. eines ungebräuchlichen
nom. mehekan — Name des 7. armenischen Monats, vgl.
Koriun 26: am 13. Tage amseann mehekani “des Monats Mehe-
kan, MX. 270: y ereKtasann mehekani am dreizehnten des
Mehekan' (starb Mesrop), Mos. Kal. I, 232: mehekani amsoy
“des Monats Mehekan', daneben meheki gen. eines ungebr.
nom. *meheak, vgl. Joh. Kath. 70, 20: 4 meheki amsean “im
Monat Meheak’,
vgl. pers. mikr, phl. mehr (geschrieben m()tru) Gl. and
Ind. 87 “der 7. persische Monat’ und np. mihrgan Fest des
Mithra im Monat Mihr’ Albirüni Uebers. p. 208 — phl. mihr-
agan (geschrieben m(i)frugan) Bdh. 33, 9 (richtig wäre phl
mihrakan) = ap. Mıdoaxava (für Mı$eaxıva bei Strabo 530:
tois MıY9ganxivoıs) “das Mithrafest' (Darmesteter, Zend-A vesta
II, 443).
Arm. mehekan: Mı9oaxavao, arsacid. *mi9rakan, mihrakan
wie arm. ahekan: arsacid. *ayrakan, *ahrakan (s. oben p. 95
unter ahekan). Vgl. die späteren Neubildungen arm. mrhakan
und mihrakan oben p. 53 unter Mihr und P. St. 205.
406. , mehean (i-a und t-St., gen. meheni) Tempel
(der Götzen), Altar, Götzenbild’ Ag. 606, 11, 13; 607,1,5, 1 Kor.
8, 10 (eidwAeiov), Hosea 10, 8 (Bwuös), 2 Kor. 6,16, Röm. 2,22
(et0wAon) u. s. w.,
nach de Lagarde zu pers. mihr, vgl. pers. dar i mihr Mithra-
pforte' — Tempel” (der Parsen), also mehean (mit dem arm.
suff. ean) — 'auf Mithra bezüglich, mithrisch'? Unsicher.
407. h mehevand Arm- oder Halsband’ (der Frauen)
Num. 31, 50 (yAıdwv), Jes. 3, 20, Richter 8, 26 (orgayyalls)
scheint persisch, mit -vand — np. band “Band” zusammen-
gesetzt.
408. u mist immer, alt und besonders häufig in Comp.
(mst-a-) und in der Ableitung mštnjean, als 1. Glied von Comp.
= mstnjen-a- immer, ewig’ (zur Bildung vgl. fir "Tag', gen.
tunjean aus *liv-njean)
— zd. misti yt.5,120; 7, 4, das nach der Tradition immer
bedeutet (Darmesteter, Etud. iran. II, 303, Zend-Avesta II, 394),
während es Geldner durch Harnen, Thau' übersetzt. Unsicher.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 195
mlham 8. 1m 3. Abschnitt.
409. Zu mstik (i-a St., instr. mátkav) Bündel, Büschel
(Ysop), d&oun Ex. 12, 22, Joh. 19, 29
— np. musti Handvoll' von must Faust, Handvoll’, bal.
Lw. must Faust, phl. must ‘Faust’, musti “Handvol? Gl. and
Ind. 218, Bdh. Gl. 240, aber must Faust Spiegel, Traditionelle
Lit. p. 432, zd. musti- Faust' (in mustimasa-), skr. musti- Faust,
Handvoll, Griff’, mustika-"Handvoll'. Vgl. lat. manipulus Hand-
voll = Bund, Bündel, Manipel, Compagnie’.
Arm. mstik setzt ein phl. *mustik voraus.
410. Jag mog (u-St. und i-a St.) Priester der zoroastrischen
Religion, Magier’ Mt. 2, 1, FB. 140, El. 11, z. 2 v. u.; 39 etc.,
Eznik 9, 13, 64, 116, 222, 235, 252, Laz. 305, Sb. 46 u. s. w.,
davon mog-em zaubern Apg. 8, 9, moguliun Religion der
Zoroastrier (Magier), Magierthum, Magie, Zauberei' El. 14, 10,
Sb. 45, Apg. 8, 11, mogakan (aland = “Irrlehre’) der Magier’
Mos. Kal. I, 211, mogpet (i-a St.) Oberpriester der Zoroastrier
El. 11, z. 1 v. u.; 39 etc., Laz., Sb. 28, Mos. Kal. I, 212
— ap. magu- "Magier (urspr. ein medischer Stamm, vgl.
Nöld. Aufs. p. 12), gr. udyog Magier, Priester und Weiser
der Perser, Zauberer Herod. etc., hebr. 39 Magier Jerem. 39,3,
phl. mag (geschrieben magu, gesprochen may oder moy) ZDMG.
44, 671, Horn, Sieg. p. 23 fig., np. muy (moy) "Magier; phl.
magupat Haug, Essay on Pahlavi p. 72, Horn, Sieg. 27, BBIV,
59, Gl. and Ind. 223 — Chef der Magier, Oberpriester' (= ap.
*magupatt-).
Phl. magupat, gesprochen moypet, ging in sassanidischer
Zeit in movpet über, daher arm. movpetan movpet 'Obermobed'
El. 124, z. 4 v. u., Laz. 262,6, Sb. 27, syr. möwedan möwed Hoff-
mann p. 88, phl. maupetàn maupet BB IV, 59, np. möbedan
mobed Tab. 9, vgl. syr. R&D (um 400 p. Chr.), gr. Mavinräs
lies Mavziáüg BBIV, 59. — Aus dem Neupersischen stammt
die Form mubitan mubit bei Mos. Kal. I, 204. — Entsprechend
wurde der plur. moyan zu movan in arm. movan handerjapet
El. 124, movan anderjapet Laz. 262 — mogag anderjapet FB. 157
(mogag mit arm. Pluralendung) = syr. muy(än)-andarzbaö Hoff-
mann p. 50 Andarzpet der Magier’ (s. oben p.99 unter andar).
Vgl. P. St. 248.
13*
196 2. Abschnitt: Persische Wörter.
411. Jngqnqdujy molozmay Weinglas Mos. Kal. ed. Emin
p. 59, 17, matzmay Pariser Ausg. I, 174, 16
= pers. —? Vgl. np. mul Wein,
412. Jm mom (o-St., gen. momo) ‘Wachs’ Psalm. 67, 2
u. s. w., momakert aus Wachs gemacht Basil., momelen
*wüchsern = Kerze’ FB. 229
— np. mum “Wachs, Kerze, davon mimin “von Wachs.
Die Pehleviform war also mom.
413. 4% moik (moig) Schuh FB. 204, 266, Laz. 191, mia-
moik mit einem Schuh bekleidet’ Laz. 191
= paz. phl. mok Min. Gl. 140, Gl. and Ind. 218, arab. mug,
syr. Np", gr. Bavxíc Fraenkel 55.
414. dmáwl, mučak kleiner Schuh, Frauenschuh' Leb. d.
Väter, Erznk.
= np. möza Ueberschuh', bal. Lw. mözag, möZay Socken,
Stiefel, Beinkleider, afgh. Lw. möza “a stocking, a boot, a
covering for the legs, a long boot’, arab. mauzaj Fraenkel 55,
paz. moza a stocking, a boot’ Min. Gl. 140 = phl. möcak Phl.
Min. p. 51, z. 7.
415. h musk Moschus Gesch. Georg., Bars. Mask,
Ganjaran, mus&-ere (d. i. 'Moschus- Wild) Moschusthier, Mo-
schus moschiferus'!) in Indien MGg. 615, 17 (zwischen Greif
und gehörntem Esel genannt), dasselbe nur musk genannt MGg.
616,13 in China (zwischen Ares? und Pfau), atceamn mskaport
— 'moschus-nablige Gazelle’ Geschichte der hlg. Htip'sim.
MX. 301, 8
= np. mušk und misk Moschus', phl. musk “Moschus’ Bdh.
Gl. 241, mesk (in Zendbuchst.) Moschusthier (in 8 Arten) Bdh.
p. 31, 5 flg., arab. misk.
416. 2% her besk mskoy MGg. 615, 15, bei Soukry
p. 44, 10, 11: »Máuse, welche genannt werden be$-mas£, die,
1) Vgl. die Glosse bei Soukry p. 44: muskere, van Grösse und Gestalt
wie das viermonatliche Junge der Gazelle, abgesehen von den Zähnen
(Eckzähnen!, die, sagt man, wie die des Fuchses sind, denn es frisst Mäuse.
Und vom nap'ak (= np. nafa “Moschusbeutel’) sagen einige, dass es die
Hoden :orjik) seien, andere aber sagen, der Moschus sei vor den Eiern
Ju-K )«.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 197
da sie die tödliche Wurzel A essen, Gegengift sind«, an bei-
den Stellen bas-mu$k Bés-Maus zu lesen
= phl. bes mesk (in Zendbuchst.) »welches bes isst« Bdh.
31, 7 (unter den Moschusthieren genannt), np. be$-mu$ »ein
der Maus áhnliches Thier, das unter den Wurzeln der Pflanze
bes lebt und dessen Fleisch als Gegengift gegen diese Pflanze
dente (Vullers), syr. gërmognn “reptile quoddam, quod radice
eicutae, ut dicunt, vescitur’ etc. de Lagarde, Symmicta p. 91,
zu np. bes, bis A. M. 57 Aconitum' (vgl. Polak, Persien II,
212, 264) und np. màs Maus, bal. musk, musk Ratte, Maus’.
417. dmp$uh murhak (i-a St.) Urkunde’ (Vertragsurkunde,
Schenkungsurkunde, Kaufbrief, gewöhnlich: ein murhak
schreiben und siegeln) Jerem. 32, 10—14, ovyyoapn Tobit
7, 16, Jes. 58, 6, Hiob 31, 35, xe«óyoagov Tobit 9, 6, MX. 256,
FB. 136, z. 6 v. u.; 269, 13, Kir. 33 u. s. w.
— np. muhr 'Siegelring, Siegel’, skr. mudra- Siegelring,
Siegel’, mudrikä- dass.
418. h murt (gen. mrtoy) Myrtenbaum' (auch mrtent,
mrti) und 'Myrtenbeere' Nehemia 8, 15 (gen. mrtog znkeneag =
uvoolvns), Jes. 41, 19 (murt = uvooívn) Ag. 479, MGg. 609
(in Siunik ) u. s. w.
— np. mürd Myrte A. M. 12, 12flg., phl. murt Bdh. Gl. 240,
PPGI. 160, gr. udorog (uvdólvn, uvooívr) “Myrte.
Das armenische Wort kann auch aus dem Griech. stammen.
Vgl. Nöld. Stud. II, 43, Hehn, Kulturpflanzen’ 231—233, 573.
419. % yaz-em (aor. yazeçi) die Opfergebete nnd Cere-
monien verrichten, opfern’ Eznik 119,136, 137,222 (»erstopfern,
dann tödten«!), 1 Maccab. 1,50, Ephrem, Kanon., Thom. 27,16,
yazim (vom Opfer) essen Kanon., anyaz El. 40, 22, yaz-acoy
mis Opfer- fleisch El. 49, 22, yazumn das Opfern’ Kanon., yast
(-St.) Opfer Eznik 113 fig., Ag. 606, El. 20, Kanon.,
= zd. yaze ich opfere, verehre’, skr. yaj opfern, verehren’,
päz. phl. yastan “to worship, consecrate’ Min. Gl. 220, Gl. and
Ind. 267, praes. yazem PPGl. 236, yazesn “worship” Min. Gl.
221, Gl. and Ind. 258; zd. yesti- Verehrung, Anrufung’, phl.
vast Verehrung, Gebet’ Min. Gl. 220, Gl. and Ind. 266, ZDMG.
43, 32, Gebet' Bdh. Gl. 287, syr. den Fast verrichten, her-
sagen Hoffmann p. 79, Nr. 724, p. 94 und 108.
198 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Daher die Deutung des Ortsnamens Yastisat, Astisat (Dorf
in Taraun Ag. 606, FB. 114, Laz. 104 etc.) als = roAüsvrog
(im griech. Agath.), von yast ‘Opfer’ und Sat viel, reichlich’.
Siehe unter sa? p. 212.
420. ub yasmik Jasmin Ag. 480, MGg. 612 (im glück-
lichen Arabien)
= np. yäsamin A. M. 270, yasmin Rosen, Np. Sprach-
führer 37, bal. Lw. yasmin, afgh. Lw. yasmin oder yasamin,
phl. yasmin u. s. w. Spiegel, Traditionelle Lit. p. 439, West,
PT. I, 104 = Bdh.Gl.285. Im Pehlevi existirte wohl *yasmi&
neben yäsmin. Vgl. np. zami neben zamin, angustari neben
angustarin.
421. i yavanak oder n,, yovanak “das Junge
(von Eseln, Pferden etc.), "Füllen" Mt. 21, 2, Eznik 175 etc.
= zd. yuvan-, jung, Jüngling, np. juvān, javān jung,
Jüngling', bal. Lw. javan.
Jünger entlehnt ist Jevan-, juvan-, s. unter den Eigennamen
p. 69. P. St. 153, 154.
422. / ya et adv. "immer, davon yavitean in Ewig-
keit’ Mc. 3, 29; 11, 14, 1 yavitean Joh. 8, 35, mingev yaviteann
‘in Ewigkeit’ Sb. 123, z. 3 v. u., i yavitenig seit Ewigkeit’ Joh.
9, 32, Luc. 1, 70 etc., yaviteans yavitenig von Ewigkeit zu
Ewigkeit (häufig), arkay yavıtean keag!) »König, lebe ewig»
Sb. 40, z. 7 v. u., yavitenakan adj. ‘ewig’
= np. Javed, javedàn ‘ewig’, zd. yavaeca yavaetataeca für
immer und ewig’, phl. yavétan for ever’ PPGl. 134, Yatk. 66.
Die jüngere Form mit / liegt vor in gui [unupnd|
Javitean xosrov *"Ewig-Xosrov Sb. 68 (s. oben p. 68 unter den
Eigennamen). Die Endung -ean ist echt armenisch.
Das neben yavēt vorkommende yavez adv. “immer, adj.
‘ewig’ Ag. Eznik etc. und mit secundürem r: yavērż, yaverz
geht auf eine andere Ableitung von zd. yavae- zurück, vgl. zd.
yataeji- immer lebend”.
423. nu yetkar (i-St.) Brief Sb. 41, 14, "Bericht Sb.
122, 21 = Steph. Asol. 97, z. 5 v. u., handschriftliche Urkunde’
Joh. Kath.
1) Vgl. pers. anösa bizi, hamesa bizi P. St. 269.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 199
= np. yadgar “Andenken, Erinnerungszeichen’ Fird. I, 16,
v. 56, phl. ayatkàr !) a writing, book, treatise, pamphlet’ Ganj.
Gl. p. 1, a memorandum, memorial, record, register’ Gl. and
Ind. 23, pàz. ayadagar memorandum' Shk. 235, vgl. ayadkarat
"Memoiren' Hoffmann p. 294.
Man sollte im Arm. *ayatkar erwarten. Hat volksetymolo-
gische Anlehnung an die Comp. mit yet- ‘nach’ stattgefunden?
424. nyg yoiz 1. Suchen, Untersuchung’, 2. ‘Erregung’,
yuzem 1. ich suche, untersuche, durchsuche' A. T., 2. setze in
Bewegung, errege' (das Wasser Joh. 5, 4), rege auf (die Men-
schen) Mc. 15, 13
= zd. yaozaiti bewegt sich, wogt, wallt, bal. juzay to
move, juzoz moving, the pulse’ Dames 65; np. razmyoz?)
"kampfsuchend, kampfbegierig’, vgl. arm. paterazm yuzel nach
Kampf begehren' Zenob 25, z. 1, 2 v. u.
425. mjang yovaz (var. juna yavaz) Panther Hosea 5, 14;
13, 7, Pseud. 150, z. 9 v. u., Eznik 149, Mos. Kal. I, 93, Leb.
d. Väter
= np. % Jagdleopard's), syr. Nr “panthera’ (venatica).
Georg. avaza Panther Tchoubinof p. 6 stammt wohl aus dem
Armenischen. — Zur Form s. P. St. 151, 153, 169.
426. molsupuphl yuskaparik (i-a St.) ein fabelhaftes
Wesen, Centaur Pseud. 28,19 — MX. 142, 9 (Kampf der
Lapithen und Centauren), óvoxévzavoog Jes. 13, 22; 34, 11, 14;
»sie sagen, dass die yuskuparik, welche die griechische Sprache
Goen! (~ Esel-stier) nennt, in den Ruinen wohnen« Eznik 98,
ebenda neben andern Fabelwesen: parik, hambaru, covugul
(Meer-stier), pay und a/ (= uralez p. 100) als nicht existi-
rend genannt,
scheint ein persisches Comp., aus % K (vgl. np. vušk “Esel”,
von Vullers s. v. verworfen, aber im Gazophyl. 33 unter den
Wörtern für ‘Esel’ angeführt) und parik (= np. pari, s. unter
parik)? Unsicher. de Lagarde vermuthet :3sA-a-parık von (Gi
1) Ueber den Anlaut s. P. St. 106, 151, 153.
2) Vgl. Razmiozan p. 69.
3) Von Polak, Persien I, 187 als yus pelenk ‘Gepard’ (= yos palang)
unter den jetzt in Persien gejagten wilden Thieren genannt.
900 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= fiuk Eselchen (von arm. e£ Esel’), aber die Ueberlieferung
yuskaparik scheint sicher.
427. Sea nazim stolz thun, sich brüsten, liebkosen'
Num. 23, 24, 1 Maccab. 10, 70 etc., nazan£ 'Koketterie', naz-
a-ban-em “mit feierlicher Rede preisen’, nazeli “herrlich, prüch-
tig, würdig’, modern arm. naz cazel sich zieren’, nazelacem
"kokett einhergehend’
= np. az Zierlichkeit, Schönthun, Liebkosen, Kokettiren,
Ziererei', nazuk zart, zierlich, fein’, naznin zierlich, hold, lieb-
lich’, nazidan stolzthun, sich brüsten, prahlen', afgh. Lw. naz
1. ‘fondling, blandishment, coquetry, playfulness’ etc., 2. pride,
consequential airs, nāzuķ thin, delicate, naznin delicate,
lovely”.
428. eju nax zuerst, alt und häufig, als 1. Glied von
Comp. für griech. ro- und rrewro-, z. B. naz-a-gah srodedpos
‘den Vorsitz habend’, nar-a-durn z9ó9wgov Ezech. 8, 3, naz-
anlag nroödgouos, naz-cin “erstgeboren’, zrewroyerns Ex. 31, 1
u. s. w., davon nazni Vorfahr, Stammvater A. T., MX. etc.,
nazust, i naxust von Anfang, vor Alters’, dann auch adjectivisch
“alt” Magistr. und Plato,
letzteres scheinbar — np. nazust Anfang, erster, zuerst,
päz. phl. nazust first Shk. 259, Gl. and Ind. 230.
Aber arm. nazust ist gebildet von naz mit der arm. Ablativ-
endung -ust (vgl y-erkn-ust vom Himmel’, ail-ust “anders-
woher etc.), die mit dem -ust von np. nazust nichts zu thun
hat. Andrerseits ist die Bildung von np. »azust vollkommen
dunkel. Zu vergleichen ist also nur arm. naz mit np. nazust.
Ob und wie sie zusammenhängen, ist mir unklar.
Für arm. naz scheint nah eingetreten zu sein in nahatak
“Vorkämpfer', rewreywvıorng 1Maccab. 9,11 etc. und in naAapet
"Stammvater des Geschlechtes, Patriarch' A. T., Ag., MX etc.
429. twfröhnp nazcir-EK Erlegung von Wild auf der Jagd
oder von Menschen im Kampfe, Gemetzel, — arean Blutbad
FB. 51, El. 92, Joh. Kath., Arist, davon Naxcrajor (Jor =
"T hal) ein Dorf in Airarat, Joh. Kath. (vgl. Injijean 402)
= np. nazcir (mit?) Jagd, Jagdbeute, Wild’ Fird. I, 434,
syr. NR Do, vgl. ZDMG. 46, 141 (narserdäna mit e).
nacak 8. im 3. Abschnitt.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 201
430. Seck namak (i-a St.) Brief, Schreiben’ 2 Maccab.
11, 15, Josua 15, 15; 21, 29, El. 20,3; 22, 10; 23, 11, Laz. 187,
Sb.120, collect. plur. namakanı Laz., namak-a-gir — (Anklage-)
brief-schreiber - Ankläger, Verrüther' 2 Maccab. 3, 11; 4,1;
6, 10
— np. nama ‘Brief, Schreiben, Buch’, phl. namak (vgl.
karnamak).
431. eecht nam-il inf.) feucht werden’ einmal im Ganjaran
zu np. nam feucht'. Wohl modern.
Dazu namet u. s. w.?
432. tungku narges (nerges) Narcisse Ag. 480 (nergis), Var-
dan, narkıs, narkes Med. Schr.
= np. nargis Narcisse A. M. 262, 8, syr. DE, gr. vdo-
*g.
Np. nargis setzt ein phl. *narkıs voraus, daher arm. nanges
erst in sassanidischer Zeit entlehnt. Vgl. P. St. 239.
narinj s. im 3. Abschnitt.
nart = nard s. im 3. Abschnitt.
433. vi) nav "Schiff, Boot (i-a und u-St.) Mt. 4, 21; 8,24;
14, 13, Mc. 1, 19, 20; 6, 32; 4, 36, Luc. 5, 3, 7, Joh. 21,8
u. s. w., alt und häufig, mavak zrAoıdgıov Mc, 3, 9, navabek
'schiffbrüchig', navem schiffen Apg. 27, 1, Apc. 18, 17, navord
"Schiffer Sb. 79, navavar (= Schiffs-führer) vavxAngos Apg.
27, 11, navapet (= Schiffs-herr) xußeovnrng Apg. 27, 11 etc.
= np. nào Röhre, Rinne’, auch "navicula", navdan ‘canalis’,
naruda (aus “navzuda) “Schiffscapitän’, phl. navtak 'schiffbar,
navicak ‘Canal’ Bdh. Gl. 246, ap. naviya in uta abis navıya aha,
skr. nāu- Schiff, Boot, Nacher.
Arm. nav kann echt, aber auch entlehnt sein (s. p. 17).
Sicher entlehnt ist tuwuwg navaz (i-a St.) Schiffer, vaúrns
Pit., Philo, Apc. 18, 17
— zd. navaza- KZ. 27, 252, ZDMG. 46, 294, Anm. 3, skr.
nāvājá- ‘Schiffer’, lat. *nāvigus BB IV, 131 in navigare, navi-
gium. — Vgl. gavazan p. 126.
1) Modern arm. ist nav die Rinne, durch die das Wasser auf das Mühl-
rad geleitet wird’ (nach A. Xaçaturean) = np. nāv ‘canalis, per quem aqua
molam agens fluit’.
202 2. Abschnitt: Persische Wörter.
434. th, navakati-E (gen. navakateag) Einweihung,
Fest der Einweihung, Tempelweihfest, Fest’, &yxawıcuds Num.
7, 10, Deut. 20, 5, ré &yzaivıa Joh. 10, 22 (= np. naugan bei
Vullers), Tonak., Euseb., Thom., Steph. Orb. II, 206 (cragaloıen
navakatik Fest der Lichtanzündung)),
von den Armeniern durch »oroguíiun oder norogumn Er-
neuerung' übersetzt, vom Wb. — norakerti£ !) gesetzt mit Hin-
weis auf np. nau kardan neu machen,
ist offenbar persisch, wahrscheinlich mit dem arm. Suffix
-i von einem phl. *aava£at- abgeleitet, dem im Zd. *navakata-
“das neue Haus’ entsprechen könnte (zd. nava-, np. nau neu
und zd. kata-, phl. katak, np. kad, kada ‘Haus’, vgl. Horn,
Grdr. Nr. 844), wonach navakatik “das auf den Neubau bezüg-
liche' (Fest) bedeuten würde.
Gegen die Gleichung -Aat-iÄ = zd. karaiti- spricht arm.
kert = zd. Korota- gemacht.
435. ii navasard (i-a St.) der erste Monat des ar-
menischen Jahres, Neujahr’ El. 40, 1, i navasard avur “am Neu-
jahrstage Ag. 623, amseann navasardi des Monats Navasard'
Koriun 25, navasardi amsoy des Monats Navasard' Mos. Kal.
I, 219, z navasardag Zamanukaukn um die Neujahrszeit’ FB.
117,6, z tauns navasardag das Neujahrsfest’ FB. 117,25
— zd. nava- neu' + sarada- Jahr' (osset. sürd "Sommer,
skr. garad- Herbst, Jahr), np. nau neu und sal Jahr', vgl.
np. nausäl jung an Jahren’, als Bahuvrihi-Comp. (bei Zenker),
nestorianisch nausard-el der 7. Sonntag nach Pfingsten, Som-
meranfang Tab. 408, Hoffmann p. 60, talm. "770% nach WZKM.
8, 366, sogdisch nausaró der erste Monat’, chorasmisch nausarji
Albiruni Uebers. 56, 57, 221, 223.
Vgl. np. nauröz = Neu-tag für “Neujahrs-tag’, das volks-
thümliche Frühlingsfest Tab. 407 und 3,u4a»«4. Nauruz (Name
eines Heerführers der Mongolen), »das übersetzt wird navasard«
Steph. Orb. II, 219.
436. 1% navi (i-St.) Erdharz, Erdpech, Erdöl’, &ogoAroc
Gen. 6, 14, MGg. 607 (in Aljnik ), 608 (in Turuberan), MGg.
ed. Soukry p. 31 (schwarzes und weisses Navt' in Taruberan),
Mos. Kal. I, 93, Thom. 131, z. 4 v. u.
1) Dies liegt sonst nicht vor, wohl aber norakert 'neu-gemacht, neu’.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 203
— np. naft Naphtha, rohes Petroleum’, gr. vág 3o, lat.
naphtha ein dickes Oel (vom bitumen Erdharz unterschieden)
Ammian 23, 15, 37, syr. R&D? ‘naphtha’.
Ursprung des Wortes unbekannt.
437. tumpuk napak Moschusbeutel' (des Moschusthieres)
MGg. ed. Soukry p. 44, z. 7 v. u.
= np. nafa Moschusbeutel' (vgl. naf ‘Nabel’, zd. nafo),
phl. nāfak “Nabe! ZPGI. p. 10, nafa (in Zendbuchstaben) Bdh.
p. 31, z. 6. Im Syr. vgl. Brockelmann p. 209.
438. v nemtoz? in Aust i nemi’oz-k MGg. 613, Aust i
nmroj MGg. ed. Soukry p. 46 die Gegend des Mittags’ (Süd-
persien)
= phl. Aust i némroé Bdh. Gl. 210, nemroé Mittag, Süden’
Bdh. Gl. 252, pàz. nimroz Min. Gl. 146, np. nimroz, bal. nemroé
“Mittag” etc. vgl. Geiger, Etym. Nr. 269.
439. [ neng List, Arglist, Hinterlist’, d 40g Mc.14,1 etc.,
nengem betrüge' Eznik 245, nengavor Betrüger Eznik 247
passt in der Bedeutung nicht zu np. nang Scham, Schande’.]
440. %qwp nzar nach Wb. nur bei Joh. Mandakuni an
einer Stelle! an welcher die Ausgabe, Venedig 1860, p. 57,
2.7 v. u. dafür nihar bietet, das mager, abgezehrt' Anan. Shirak.,
Grig. Nius., Oskiph. bedeutet, vgl niharumn Entkräftung'
Sokr.
1. = np. nizär zart, mager’, phl. nizar thin, lean, meagre’
Gl. andInd.235, nizarih meagreness 241, weakness' Shk. 259;
. = np. nihär Abnahme, Abzehrung des Körpers‘.
441. vf, nde 'Fremdling (neben panduzt genannt)
FB. 230, 20, zagezíónuog Gen. 23,4, rgoonAvrog Deut. 10, 18,
nzdeh-a-kic 'Reisebegleiter', avv&xönuog 2 Kor. 8, 19
= ap. *niZdahyu-, zd. *niZdanhu- “der ausserhalb seines
Landes ist (gr. &xönuog).
Vgl. zd. antare-dahyu-, adahyu- der im Lande ist’ etc.
yt. 10, 144.
"uana niaz = np. niyaz s. unter apeniaz p. 105.
1) Aus dem Propheten Maleachi 1. Cap. genommen.
904 2. Abschnitt: Persische Wörter.
442. uhquh nizak (i-a St.) Speer 2 Kg. 2, 23, FB. 195, 242
u. s. w., alt und häufig, nizakavor 'speerbewaffnet', nizak-a-kig
Speergenosse, Kampfgenosse'
— np. neza Wurfspiess, Lanze’, neza-var !) den Wurfspiess
tragend’, bal. Lw. néza, nb. nezay Spiess, Speer, arab. Lw.
naizak hasta brevis, päz. neZa a short spear’ Min. Gl. 144,
phl. nēzak phl. vd. p. 171, z. 3 v. u. (für zd. arstı-), Gl. and
Ind. 249, Bdh. Gl. 251, syr. X373 “hasta”.
1% up nihar s. unter nzar p. 203.
443. ½ nis (ohne obliq. Casus) Zeichen, Mal, Punkt’
MX. 130, 15, Ephrem, Joh. Mam. u. s. w.
= syr. NY“) “signum, vexillum, significatio, finis, scopus,
occasio, materia, exemplum’, das aus dem Pers. stammen soll.
Vgl. Ges. Abh. 66 und unten Nr. 450.
444. "uhp4 nirh Schlummer, Schlaf’ Jerem. 23, 31 (vvora-
yuös), Sirach (Vened. 1878) 34, 2, Mos. Kal. I, 164, z 4 v. u.,
nirhem einnicken, einschlafen’ Apg. 20, 9, Mt. 25,5, 2 Kg. 4, 6,
Jerem. 23, 31 (vvorábu), nirhumn Hiob 33, 15 (vvovayua)
= iran. *nidra- — skr. nidra- “Schlaf”.
Vgl. arm. mur-ak (oben p. 197) zu np. muhr — skr. mudrä-
P. St. 199.
445. "ipai nkan (i-a St.) = nkanak Brot (unter der Asche
gebacken) Gen. 18, 6, Mt. 14, 17 u. s. w. (vgl. Wb.)
= bal. nagan, nb. nayan Brot, np. nan, min]. nayan —?
Die Wórter lassen sich lautlich schwer vereinigen. Arm.
nkan setzt älteres nikan- voraus, bal. nayan älteres nayan, zur
Noth auch zakan- (vgl. sayan “dang of cattle Dames 87 = skr.
gákrt-, gen. caknás ; jagar Leber = skr. yá&rt-), np. nan könnte
zur Noth aus *nayna- erklärt werden, s. P. St. 101, 133, 249.
446. %% nkar (u- und i-a St.) "Malerei, Gemälde, bunte
Stickerei, buntes Gewebe’ Eznik 206, Ezech. 23, 14, Richter
5, 30 etc., nkarem male, zeichne' Ezech. 23, 14, nkaren roi
Aog bunt, gesprenkelt, bunt gestickt, gewebt' Gen. 31, 8;
30, 37, Josua 7, 21 etc., nr“ Maler, nkaradrosm xagaxrı)e,
nkarakerp co , nkarakert “gemalt Joh. Kath. 27 etc.
1) Vgl. ap. arsti-bara- Lanzenträger'.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 205
= np. nigar Gemälde, Bild’, nigastan (pr. nigaram) ‘malen’,
nigarin ‘gemalt’.
447. bech nkun niedrig, gering, gedemüthigt', razeınvdg,
nkun arnem 'demüthigen', rarrsıvda 2 Kor. 12, 21, Ruth 1, 21,
nkun linim gedemüthigt werden’ 2 Chron. 13, 18
— np. nigun “umgekehrt, verkehrt, umgestürzt’, phl. nıkun
‘inverted, upside down’, nıkunsär kopfüber = np. nigunsar
Gl. and Ind. 246.
448. eg nhang (i-a St.) ein fabelhaftes Wasserthier
Euseb. Chron. (»in Gestalt eines Pferdes), Osk. Mt. II, p. 690, 13
(die Herodias, »welche wilder war als die nhang des Meeres q),
Eznik 102 (»in verschiedenen Gestalten erscheinend«), 106 (»in
Frauengestalt oder als Seehund erscheinende), 103 und 107
(nicht wirklich existirend sondern Teufelsspuk), vgl. MGg. ed.
Soukry 31, 32: »man sagt, dass das nhang im Aracani (4o0a-
víac, Nebenfluss des Euphrat) vorkommt, wie im Euphrat, was
wir sicher wissen, ein Wesen Äarkasam!) zugeal(?), das das
Blut saugt und (die Beute) lásst, von dem einige sagen, dass
es ein Thier und kein Dev ist, sondern ein Thier, bezüglich
dessen Johannes (sc. Chrysostomus) von der Tochter der Hero-
dias sagt, dass sie blutdürstiger war als die nhang des Meeres«
= np. nihang ‘Krokodil’, syr. X33 “crocodilus —? Wb.
und C. verstehen unter nhang ursprünglich das Nilpferd, £z;ro-
srörauog, de Lagarde dagegen das Krokodil.
449. v nman ähnlich’, alt und sehr häufig, Gen. 2, 20 etc.,
davon nmanuliun Aehnlichkeit Eznik 247
stellt de Lagarde zu einem np. *nimān, mit dem sich arm.
nman vollkommen decken würde, das sich aber nirgends findet.
Doch lässt sich für das Pehlevi ein *niman = ap. *nimana-
ansetzen, vgl. skr. ntmana- “Mass, upa-mäna- 'Aehnlichkeit,
np. män-istan ähnlich sein’, mana wie es scheint’ — päz. mana
like’ Shk. 258. Vgl. numüdan (von ni + Wurzel ma) zeigen,
sich zeigen, scheinen’, numüna ‘similis, instar.
450. tuu n$an (i-a St.) Zeichen, Wunder, Feldzeichen,
Punkt' Mc. 13, 22, Joh. 2, 11; 4, 45; 7, 31; 9, 16, Mt. 24, 30,
1) Lies K'argadan ? = modern arm. x ergedan, np. kargadan, im Gazophyl.
kargadan‘Rhinoceros’, arab. karkaddan.
906 2. Abschnitt: Persische Wörter.
FB. 246 etc., alt und häufig, dazu nsan-a-gir Buchstabe, Ele-
ment, nsan-a-gorc "Wunderthüter' n$anavor bezeichnet, aus-
gezeichnet, berühmt, hervorragend’, nsanakır ‘signifer’, n$anem
durch ein Zeichen kenntlich machen’ Psalm 4, 7 etc.
— np. msan Zeichen, Merkmal, Spur, Feldzeichen, Ban-
ner, Mal, Ziel’, phl. nisan sign Gl. and Ind. 250, syr. Wong
‘signum’.
Dazu iu nšanak (i-a St.) Zeichen, Kennzeichen, Wahr-
zeichen, Merkmal, Symbol, Wunder’ El. 6, 1, Richter 20, 40,
Ezech. 12, 6, 11, 1 Kor. 14, 22 etc., nsanakem “andeuten, be-
zeichnen’ etc.
— np. nisäna Zeichen, Kennzeichen, Spur, Ziel, phl.
nısanak Spiegel, Traditionelle Lit. p. 437.
451. Ci nsavak (i-a St.) Ziel, Zielscheibe, Gegenstand
des Abscheus etc., abschreckendes Beispiel’ Psalm 70, 7 ; 87,9,
Num. 26, 11, Jerem. 8, 2; 9, 22, 1 Kor. 4, 13, nsavak-em trium-
phiren über Jmd.” Kolosser 2, 15
stellt de Lagarde zu skr. éyu- fortgehen, herabfallen, sich
entfernen’, das im Iran. durch zd. $u-, ap. Siyu- etc. gehen“,
im Arm. durch ¢u 'Aufbruch' vertreten ist. Man müsste ein
ap. *nisiyäva- (= skr. *niöyava-) = phl. *nisavak ansetzen,
das vom Arm. entlehnt worden wäre. Zu unsicher, so lange
sich nicht ein solches Wort mit entsprechender Bedeutung im
Pers. findet.)
452. 17 , nsmar und nsmar-an-k Spur (eigentl. Kenn-
zeichen, Merkzeichen) Salom. 5, 11 u. s. w., némar-em bemer-
ken, beobachten Luc. 6, 41, astet-a-nsmar-k '"Sternbeobachter',
Epith. von #avdeaiğ Astrologen Eznik 154,
vgl. np. éumar “Zahl, Zählung, Berechnung’, $umurdan
‘zählen, rechnen, halten für, artar$umar Astrolog (s. unter
axtar p. 94), zd. mar (aus smar) bemerken, beobachten (yt.
10, 45: hi-Smar-antö pl. ptc. pr.), skr. smar sich erinnern, ge-
denken’, also arm. n$mar = ap. *ni$mara-.
Zu hamar Zahl, Rechnung)’, s. oben p.178. Vgl. P. St. 105.
453. 7 nétir (instr. nstrov) Ephrem = nstrak David
"Lanzette' (zum Sondiren der Wunde und zum Aderlass)
= np. nestar Lanzette Fird. I, 46, 214, afgh. nastar und
nestar a lancet’, syr. R&G W:. WZKM. 8, 364.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 207
Das Armenische setzt ein mp. nistir (nicht nestir oder nestar)
voraus.
454. bn nozaz (i-a St.) Ziegenbock, xíuagog, vgáyoc
Lev. 4, 23, 24; 9, 13, 15, 23, Deut. 14, 4, El. 11, z.4 v.u., Ag.
— np. nuhaz Leithammel', a large castrated he-goat, with
spreading horns and long legs, that preceeds the flock" (Spiegel,
Traditionelle Lit. p. 433), phl. n(u)hàzi& Bdh. 6, 9 Zeichen des
Steinbocks’, vgl. West, PT. I, 11, Anm. 1.
455. tab noc oder noći Cypresse' Hiob 40, 12, Jes. 37, 24,
Hohelied I, 13 (für gr. xv;rgoc, als ob #umdot0006 stünde),
1, 17 (= xvrragı0oos) u. s. w.
— n0j, noZ, noz “pinus oder “arbor pino similis’ (Vullers).
456. Zeg nvag 1. Melodie, Lied Amos 5, 23 etc., 2. "Mal,
3. "Becher, nvag-em singe, spiele’ A. T.
passt lautlich nicht recht zu np. nava Melodie, Gesang,
noch auch zu np. navärtan (nuväztan), pr. navázam ein In-
strument spielen, schlagen, singen, schmeicheln, streicheln,
liebkosen’.
Arm. nvag setzt ein phl. *nivag, np. navā ein phl. *navak
(oder *nivak) voraus.
457. vn nver Darbringung, Weihgeschenk, Opfergabe
Ex. 36, 3 u. s. w.
= phl. *nived zu zd. nivaedayemi ich kündige an'? Vgl.
P. St. 103.
458. [tmnt nurn (gen. nran) Granatapfel“ Hohelied 4, 3
klingt an np. nar, anār, phl. anär Granatapfel' an, aber
nur zufällig, da Urverwandtschaft hier ausgeschlossen, Ent-
lehnung lautlich unmöglich ist.)
459. [U npatak Ziel, Zielscheibe A. T.
stimmt in der Bedeutung nicht zu skr. nipata- Fallen,
Niederfallen, Losstürzen auf' etc.]
460. 2 ue? Sahansah, auch getrennt: Sahan-n kogegeal
sah der Sahan-$ah genannte (Titel Asot's II.) Joh. Kath. 172,
173, 191, 192, sahan$ah d. h. lagavorag lagavor der Könige
König (Titel Asot's) Steph. Asol. 156, $ahnsah (vom Perser-
kónig Xosrov) Steph. Orb. I, 93
208 2. Abschnitt: Persische Wörter.
— np. sahansah, zusammengezogen und gekürzt aus sahan
ah der Könige König’, paz. $ahansah Min. Gl. 185, Aogemad.
125, bei Ammian XIX, 2, 11: Persis Saporem saansaan appel-
lantibus et pirosen, quod rex regibus imperans et bellorum victor
interpretatur, ap. z3äyasıyanam + z$aya9iya- (phl. malkan
malka, zu sprechen sahan šāh, arm.arkayic arkay Eznik 252 etc).
Vgl. sah unter den Eigennamen p. 58.
461. ui Sahap (i-a St.) Statthalter, Stadtpfleger: Sahap
kalaki “der Stadtpfleger', oixovóuog Röm.16, 23 (var. Sahapet);
6 irl rijg marotês (neben hramatar und hazarapet) 3 Kg. 4, 6;
sahap-n nazararapet, der über Aegyptenland gesetzt war Euseb.
Chron.; der SaAap von Sahapivan Ag. 650; der tzan Sahap
vom District Zarevand und Her Ag. 597 (£9wvágxnc); der Sahap,
der Herr von Tsop Kk N. P. 133; Baze, Atrpayakan saAap der
Sahap von Atropatene’ (s. p. 24) Laz. 502; $ahap bei Ephrem
2 Kor. entspricht dem azgapet = é9wágxnc (des Königs Aretas,
in Damascus) 2 Kor. 11, 13, wofür bei Osk. 2 Kor. $ahapet er-
scheint; als Name: »der Bischof von Taik‘, Kirakos, der Sahap
mit Namen genannt wurde« FB. 269, Sahap, Sohn des Sevaday
Steph. Asol. 112, 113 |
— ap. *zsa9'apa- (vgl. skr. kšatrapa Satrap' auf Münzen, gr.
£Sargdreng!), oargdrıng)nebendemzsas’apava(nom.)‘'Satrap der
Keilinschriften und dem aus aram. ürasdarpanayya Daniel 3,2, 3,
hebr. 4za$darponim Esther 3,12 etc. = oargarraızu erschliessen-
den ap. * apāna-, alle Reichsschützer' bedeutend.
Auffällig ist, wie sahap zu der beschränkten Bedeutung
"Stadtpfleger kommt. de Lagarde vermuthet, dass zwei ur-
sprünglich verschiedene Wörter in Sahap zusammengeflossen
sind.
Die Form satrap (satrap nazararE FB. 67, 73, 79, 90) ist
aus dem Griechischen genommen. Die vom Wb. angeführte
hybride Nebenform satrapet findet sich in der Vened. Ausgabe
des FB. von 1832 nicht.
462. 2 u Sahapet bei Osk. 2 Kor. für Ephrem's sahap
(s. unter diesem), vielleicht auch bei Georg, Erkl. d. Jesaias
(13. Jhd.) ist schwerlich = ap. *z$a9"apati- (skr. ksatrdpatt-
"Meister der Herrschaft");
1) Vgl. KZ. 33, 215.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 209
sonst Sahapet ‘Schutzgeist (der Gräber) Ag. 56, 57, (der
Felder, bald als Mensch erscheinend, bald als Schlange) Eznik
106, (der Weinstöcke und Oelbäume) Osk. Es.
= skr. k$etrapati- “Herr, Besitzer eines Feldes’, vgl. skr.
ksetrapa- eine die Felder hütende Gottheit’, Asötrapala- dass.,
zd. $öi$rapaiti- Herr des Landes’, Aë Aropëng (nom. pl.) auf
den Fluren wohnen bleibend’ yt. 10, 75 (eigentl. “Flur-hüter’).
463. 2] $ahaspram, sahspram Basilienkraut' Med.
Schr.
= np. Sahisparam, $ahisfaram u. s. w. A. M. 162 kleines
Basilicum?’ Achund. p. 90, phl. $ähspram Bdh. Gl. 187. Vgl.
hamaspram p. 177. |
464. mb sahastan oder Sahstan Hauptstadt (einer
Provinz, eines Districtes), z. B. von Ganjak, NivSapuh (Laz.),
Bales, Dvin (Thom.) gesagt
= np. $ahristan, $aristan Stadt' (in älterer Zeit!)), phl.
Sahrastän Stadt' (geschrieben Satrustan) Gl. and Ind. 179, syr.
sahrestan Hoffmann p. 50.
Arm. sah- in sahastan, sahap u. s. w. für *šarh = pers. Sahr
ist jünger als arm. aszarA (s. p. 101) = arsacid. pers. *zšahr =
ap. z$a9'a- und älter als arm. Sar (s. die Eigennamen p. 59 Ag.)
= sassanid. pers. Sar.
465. 2 e sahdanak eine Frucht, MGg. ed. Soukry
p. 32 (unter Kortaik‘), erklärt als: Gangar-Distel-Same =
zahnda der Vened. Ausgabe p. 608 (mit den Varianten Saganak,
saldanak, asahdanak) :
= arab. pers. $Sahdänaj Hanf A. M. 157, Achund. p. 87,
Polak, Persien II, 244, np. 4aAdand Hanfsamen', phl. S(d)A-
danak “Hanfsamen’ Bdh. 65, 12, syr. 3347 “semen cannabis’,
ety molog.: Königs-korn'.
Fraglich, da Lesung und Bedeutung des armenischen Wor-
tes unsicher.
466. [4E Sahekan oder Sayekan nützlich, fruchtbar‘,
ei äeroc Hebr. 6, 7, FB. 12, z. 11 v. u. etc. ist nicht
1) Jetzt ist sahr = Stadt', das in älterer Zeit Land, Kreis’ bedeutet,
Tab. 446, Anm. 3, Yatk.48, West, PT. IV, 18. Vgl. Eransahr ‘das Land Iran
Bdh. 57, 2, 3, sahr i Erën Fird. I, 443, v. 169, pàz. sahar ‘district, country’
Shk. 266, Min. Gl. 184.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 14
910 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= np. sahagan — Säyagan “decens, conveniens, aptus,
dignus; optimum quidvis; copiosus, de thesauro; amplus, late
patens', da die eigentliche oder ursprüngliche Bedeutung des
persischen Wortes nur 'kóniglich' ist.
Der Wechsel von A und y ist auffallend. Das armenische
Wort gehört — wie sahavet, Sahavor “nützlich” — zu šah Ge-
winn’, sollte aber nur $ahakan oder Sahekan (P.St.130) lauten.
Das np. Wort gehört zu Sah König', sollte aber nur Sähagän
lauten. Doch vgl. phl. sayakan (vom Schatz gesagt) Ganj. p. 1
Ueberschrift.
467. 2% L*] Sahen (gen. Saheni) ‘Falke’ Mech. Fabeln p. 100,
Erznk.
— np. šāhīn der weisse Edelfalke'.
Vgl. oben p. 59 den Namen Sahen.
sahokram s. im 3. Abschnitt.
Sahbalut s. im 3. Abschnitt.
468. 2 f Sahrik (für Sahrık-A) bei Thom. 28, 7: »auch
ich habe dies erfahren von vielen, von denen, die sich die
Sahrik nennen. Ich traf zufällig einige von ihnen; die aus.dem
Lande Aplastan kamen, die sich Aamakden, d. h. 'allwissend
im Feuerglauben' nannten « u. s. w.
= phl. Sari, syr. ymmo Tab. 446, 447 Hoffmann p. 236 fig.
Ueber ihre Lehre vgl. Thom. 28, Brosset's (ungenaue)
Uebersetzung p. 22. Sie halten Adam nicht für den ersten
Menschen etc.
469. % $algam die weisse Rübe Mech. Fabeln 51,55,
Galen, Med. Schr.
= np. Salyam Rübe, arabisirt $a/jam A. M. 156.
470. zumdan Sambus "thóricht, verrückt, albern, rasend,
liebestoll, wollüstig Pit. ed. Zohrabean p. 43, 91, 205, 211,
davon $ambstm oder samsim thöricht, verrückt sein oder han-
deln’, am bòan-AH oder Samsank — $ambsuliun oder zamꝭuliun
ere hei Thorheit, Wollust' Euseb. Chron., MX,, Philo,
Osk. Mt., Pit., Plato etc.,
von D = sam = np. *sanb, Sam in sam-idan E
bestürzt, verrückt werden’ und us "Verstand", siehe unten p.216.
Vgl. P. St. 257.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 211
471. puhh Sap Hemd, Chorhemd’, xwv Mt. 5, 40,
Luc. 6, 29, Ephrem
= np. $abi nächtlich, Nachtkleid’, semnan. 5evi Hemd'
ZDMG. 32, 537, bal. $apig nächtlich' (Geiger, Lautl. p. 26),
phl. Zonk sacred shirt’ West, PT. I, Introd. p. 73, Gl. and
Ind. 176, šapīkīh ‘shirting’ PT. I, 286, von np. $ad Nacht' =
ap. z$apa[-va) “des Nachts’.
472. guyumu n uny krin sapstan takarapet Titel eines
persischen Heerführers FB. 157 l
zu phl. $apastan “a council or place of secret consultation’
Ganj. 21, np. Sabistan “Gemach, Harem Fird. I, 258, 265; 261,
317, 318?
Aber ein Munschenk des geheimen Raths’ ist nicht wahr-
scheinlich.
473. 2 šat zweites Glied von Städtenamen wie Arta-sat
(um 180 v. Chr. gegründet, s. oben p.28), Ervanda-śat MX. 118,
FB. 172 (vgl. Ervandakert p. 39), Zari-sat MX. 210, FB. 172,
Samsat MX. 95 = Sauöoara, syr. vy, arab. Sumatsat Haupt-
stadt der syr. Provinz Commagene am Euphrat, zuerst zwischen
40—30 v. Chr. nachweisbar ZDMG. 33, 144; Aooauöoara,
Arsamosata (Tacitus, Plinius), syr. d, arab. Simsät
ZDMG. 33, 145, Mordtmann, Hermes XV, 291 (müsste arm.
Arsamasat lauten, ist aber nicht überliefert, zu ap. Arsama-,
Aeodſins)
— np. $ad froh' (Sadi Freude'), phl. šat glad, pleased,
happy (Satih “gladness, pleasure, joy) Gl. and Ind. 173, ap.
Siyati- 2d. Säiti- ( idg. kiyeti Ruhe' ZDMG. 38, 431) Ruhe,
Behagen, Freude, Glück’.
Also ist Artasat —'Ardasir's-Freude', Ervandasat Ervand's-
Freude’, Arsamosata = 'ArSam's-Freude', Namen wie unser
Friedrichsruhe, Ludwigslust etc. Vgl. die pers. Stadt Saó-sapür
— ‘F roh-Sapur’ Tab. 40, Saó-Aurmuz Barb. 340, Ram-hormizd
*Froh-Hormizd' Tab. 46, Räm-ardasir Froh-Ardasir' Tab. 12
= phl. ramisn i Artazsır Ardasir's-Freude' BB IV, 46, Ar-
dasir-zurra Ardasir's Majestät’ BB IV, 47, Tab. 11, 138.
Letztere Namen sind sassanidisch, die auf Sat arsacidisch,
wie die Gründungen, die sie benennen.
14*
919 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Ebenso gebildet sind die nur von El. 52 und 60 erwähnten
Ortsnamen Vasakasat = “Vasak’s-Freude’ und Vardanasat =
Vardan's-Freude', die wohl auch der Partherzeit angehören.
Unklar ist mir der Name Astisat FB., Laz., MX., Yastisat
Ag., dessen (volksetymologische) Deutung als 'Opferstütte'
(‘opferreich’, zroÀóSvrog) zwar alt (s. p. 198), aber schwerlich
richtig ist. Als ältere Form ist wohl * Astesat anzusetzen und
in ASte- ein verkürzter Name zu sehen wie Arta- in Artasat,
Zari- in Zarisat.
474. zunn Sat (i-St.) viel, reichlich, genug, hinreichend’
(adj. und adv.) Mt. 6, 34, Sprüche Salom. 30, 16 etc., oft auch
als 1.Glied von Comp. wie $at-a-zaus Mt. 6,7 = Satzaus viel-
redend, wortreich, schwatzhaft'
= np. sad ‘viel’ in &adab ‘frisch’ Fird. I, 441,138 als wasser-
reich’ im Wb. erklärt? Vgl. arm. $at-a-jur wasserreich, be-
wässert MX. 256, 21. Aber np. sad in der Bedeutung ‘viel’ ist
nicht hinreichend gesichert.
415. H satrvan (i-a St.) 1. ‘Teppich’ MX. 52, 24,
Basil., Arist. ; 2. Springbrunnen' Oskiph.
= np. Sädurban, Sadurvãn, $üdravan, sadirvan 'aulaeum
vel tapetum, quod ante palatium regium sternunt; fons saliens
(Vullers), sadurvan 'Polster Vis u Ràmin 219, z. 1 v. u.
(Nöldeke), bulg. sedravan, serb. $edervan‘Springbrunnen’ Miklo-
sich, türk. Elemente II, 60, phl. saturvan!) West, PT. I, 276
(bed-chamber' ?).
Arm. satrvan Springbrunnen' ist vielleicht ein jüngeres
Lehnwort und dann sadrvan zu umschreiben. Als mittelpers.
Form ist Säturvan [für Teppich") anzusetzen, das sich nicht als
"viel-begangen' (de Lagarde) deuten lässt.
476. 2 Sar (a-St.) seidnes Tuch (auch mit Stickerei etc.)
in jüngeren Schriften: Narek. 10. Jhd., Ganjaran 10. Jhd. und
spáter, Mast. 5.—12. Jhd., Tonak. 8. Jhd. und spáter
= np. sar “tela subtilissima et coloribus distincta.
Wohl erst in jüngerer Zeit entlehnt. Aelter ist arm. sar
"Reihe, Schnur, Faden, Kette' etc.
1) Dasselbe Wort bei West, PT. IV, p. 3 = the compass’ (of the
book)?
2. Abschnitt: Persische Wörter. 913
477. pumsujyuphin Savasartun Name einer Pflanze und einer
Krankheit, dga@xövrıov Galen (nach Steph. Lehaci 17. Jhd. eine
Gartenpflanze mitzwei Ellen langem Stengel, purpurgefleckt wie
eine Schlangenhaut) bedeutet Savas-blut' und entspricht dem
np. zün i siyavasan (arab. dam ul-aravaini) A. M. 128,
Drachenblut' Achund. p. 71 und 236, bei Vullers zu i siya-
vaš oder run i siyavasan d. h. Blut des Siyävas”.
Vgl. Fird. II, 664, z. 8, 9: »eine Pflanze entspross sogleich
aus dem Blute an der Stelle, wo das Gefáss (mit dem Blute
des Siyava$) ausgegossen worden war. Diese Pflanze will ich
dir nun bezeichnen, es ist die, welche man nennt zun i Isya-
vasan (Blut des Siyävas’)«.
Vgl. den Namen parr i siyavasan “Adiantum capillus Vene-
ris, Frauenhaar A. M. 46, Achund. p. 27, 212, eigentl. Feder
des Siyävas’,
478. ;uuup savar etwa "Perle" Mos. Kal. Moskauer Ausg.
p. 83, 2 (für avar in der Pariser Ausg. p. 206, z. 3, 4 v. u.)
= np. sahvar Bezeichnung von Perlen und Edelsteinen =
vom reinsten Wasser”.
479. zwpwp Sakar Zucker MGg. 613, ed. Soukry p. 41 (aus
Gundisapuh) und bei Späteren
= np. sakar, Sakkar, indisches Lw. = pali sakkhara, skr.
carkara, syr. , arab. sukkar A.M. 145, lat. saccharum, deutsch
Zucker etc.
480. „Eu sen (gen. šini, i- und i-a St.) ‘Dorf’ ') Mc. 8,23, 26,
FB. 220, 230, MX. 219 u. s. w.; als adj. 'bewohnbar, bebaut,
fruchtbar, blühend' (vom Lande) Ex. 16, 35 (oixovu&vn), FB.
234, 2. 4 v. u. u. S. w., davon sinakan ‘Bauer’, $in-em bauen,
erbauen, gründen’ (Haus, Thurm, Stadt, Kirche ete.), alt und
häufig, Sinac, sinvag “Bau” Sb. 151, &inuitun Bauen, Gründen,
Gedeihen, Blühen’
1) Auch in Haik-a-sen Haik's Dorf’ (nur MX. 23:, Vasak-a-sen“Vasak’s-
Dorf’ (bei Atak'el, vgl. Injijean 273), Hamam-a-sen Hamam's-Dorf' (bei
Joh. Mam. p. 57. Dazu wird Sakasen ein District von Uti MGg. 606, 610
(wo Sikasen steht), FB. 210, Mos. Kal. I, 296 Strabo's Fexaonvr) nicht ge-
hören. (Bei Strabo will übrigens de Lagarde Ges. Abh. 154, 155 Segaran
lesen und dies mit Sisakan, dem persischen Namen der Provinz Siunik
(nach MX. p. 28) identificiren. Die »Saken« Strabo's kann ich aber weder
im Namen Sakasén noch in Sisakan wiederfinden).
914 2. Abschnitt: Persische Wörter.
— zd. -sayana- Wohnung, Sitz’ (von si wohnen', wozu
šiti- "Wohnung, anasita- unbewohnt', Saeite ‘wohnt’, $0?9ra-
‘Land’, skr. Asaya-, ksiti- "Wohnsitz etc.), syr. N 1. terra
culta, 2. res secundae, 3. pax, 4. mansuetus’.
Arm. sen: zd. Saz ana- — arm. mazdezn : zd. mazdayasna-,
P. St. 167.
simsir s. im 3. Abschnitt.
481. % sis (gen. $51) kleines Gefäss, Fläschchen, Fläsche
von Glas für Oel etc., aAdßaoroog 4 Kg. 21, 13, &A&aovQov
Mt. 26, 7, Eznik 105, 3 etc.
= np. $is-a Glas, Flasche’ Rosen, Np. Sprachführer 46, 47
(= phl. #si$a-k), syr. Së Alabaster, weisses Glas’ Ges. Abh. 83.
$isak s. im 3. Abschnitt.
serak s. im 3. Abschnitt.
482. eng Sivan-K das Klagen’, nur im alten Wb., aber
auch modern arm., besonders sug u 5ivran'Jammern und Klagen’
= np. sevan “das Wehklagen, zd. *zsaevan-. Vgl. ZDMG.
38, 429 Anm., Darmesteter, Etud. iran. II, 170.
483. 2 Snorh (i-a St.) Gnade, Gunst, Gnadengabe,
Wohlgefülligkeit, Dank’, gr. xágig, lat. gratia, alt und sehr
häufig, z. B. Luc. 1, 30; 2, 51; 4, 22; 6, 32, 33; 7, 4, Joh. 1, 16,
$norh-s anem Imd. eine Gunst erweisen, sich gefällig zeigen’
Apg. 24, 27; 25, 9, $norhs gtanem Gnade finden’ (vor Jemand)
Gen. 6,8, snorh unim' danken, Dank wissen’ Luc. 17, 9, $norhem
‘schenken’ etc.
= zd. z$nao9ra- "Zufriedenstellung, Erfreuung'.
484. 2 snum in Xosrov $num (neben sum) Ehrenname
des Smbat Bagratuni, vom Kónig Xosrov II. verliehen Sb. 65,
114, Xosrovay $num Sb. 121, 136, d. h. Xosrov's Freude’
= phl. $nüm oder $nom "Freude ZDMG. 44, 651, vgl. 45, 431,
Dinkart V, 19, ZPGl.44, z. 1, PPGl. 19, 215, Salemann, Parsen-
handschrift 83, zd. z$naoma- Freude, zsnuman- Erfreuung',
phl. syr. ng Festgruss an Roth p. 37 Anm. 4.
Vgl. Hrev-snom-sapuh oben p. 49 unter Hrev.
$omin s. im 3. Abschnitt.
soniz s. im 3. Abschnitt.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 215
485. 2 imnwh sustak ‘Tuch’ Jaism.
= np. $usta ‘Handtuch’, arab. Lw. $ustaga "Tuch' im arab.
Tabari 1, 1048, 15 (Nöldeke).
486. 2% Spet Hirte Ephrem und Ganjaran
= zd. *fsupaiti-, vgl. f$u- als 2. Glied von Comp. für pasu-
"Kleinvieh', bal. pas ‘Schaf oder Ziege’.
Aehnlich np. $uban “Hirte, phl. Span Gl. and Ind. 175,
supan PPGl. 214, bal. sipank Schaf- oder Ziegenhirt' etc. —
zd. *fSupana-.
487. z, Štap Eile, drängende Eile, drängende Noth,
Drangsal, Bedrängniss, Trübsal 2 Maccab. 6, 9 etc., davon
$tap-em dränge, bedränge? etc.
= np. Sitab ‘Eile’, Sitaftun eilen. Vgl. P. St. 79.
488. Znανjẽůſu e MGg. ed. Soukry p. 43, z. 1 v. u., lies
Z uh iν,r Sirpalangk (nom. pl. für echt arm. an
anjutik (Pardel-Kamele') Giraffen
= np. $utur “Kamel” + palang “Leopard, vgl. xaugAozágó-
alıç, phl. np. usturgävpalang Bdh. Gl. 66 “Giraffe (= Kamel-
Rind-Leopard).
489. nyd 012 (o- und -St., gen. užoy und uži) Kraft MX. 79,
Ag., El., Laz. etc., yoiž adv. ‘sehr’ El. 11 etc., užgin stark,
heftig, ue? stark, sämmtlich alt und häufig
= phl. paz. 5j, ö2 Kraft, Macht’ Bdh. Gl. 76, Shk. 230 etc.,
zd. aojah- ‘Kraft’, skr. 9jas- ‘Kraft’.
490. „ ostan nach Patk. II, 6 urspr. der Krone ge-
höriges Land oder Stadt, ostanik “die daher stammenden
Adligen oder Truppen' FB. 212, El. 10, 71 (die ostanischen
Mannen aus kóniglichem Hause), Laz. 176, MX. 57, 76, 218,
MGg. 606 (lies ostan i marzpan), 609, 610,
zu pers. ostandar Provinzialstatthalter Hoffmann p. 93?
Vgl. syr. yrs jhon ZDMG. 43, 407, 408.
491. [ ostat MX.137,24 nach de Lagarde = np. ustad
"Meister. Die Bedeutung passt nicht, im Text steht ziugostat:
» dem Artases befahl er nach Persien zu gehen mit seinen Ziug-
ostat«(var. ziugastat, zoigostat). Norair denkt an gr. Luyoorarng.)
492. „ ostikan Aufseher, Verwalter, Präfect’, später
‘Statthalter der Chalifen' Num. 4, 16 (izíoxozoc), FB. 205;
216 2. Abschnitt: Persische Wörter.
211, 2, Sb. 81, 121, Joh. Kath. 61, z. 12 v. u. etc. stimmt in
der Bedeutung nicht zu
phl. ostikàn (östigan) — pāz. östiyan the faithful, steadfast,
treu, zuverlässig’ Ganj. 1, Dinkart I, Gloss. p. 13; V, p. 20,
Shk. 261. Vgl. P. St. 20, Nr. 135.
1 Maccab. 14, 3 ist ostikan Epitheton von kapan£ ‘Fesseln’,
also hier = sicher, fest’?
493. num uzt (i-St., gen. uzti) Bund, Bündniss, Vertrag,
Gelübde’, dro Anen, alt und häufig, Mt. 26, 28, Mc. 14,24, Gen.
9, 11, FB. 231, 2. 6 v. u., Num. 30, 3, Eznik 115, 288, FB.256,
2. 2 v. u.; 257 etc., uzt hastulean Friedensvertrag Sb. 138, uzt
Kristoneic christliche Gemeinde, Kirche’, uzt ekelegvoy christ-
liche Gemeinde, Clerus’ El. 5, z. 6; 8, z.20, FB. 256, z. 2 v. u.;
257 etc., uzt dnem übereinkommen' Joh. 9, 22, uztem geloben,
versprechen, vermachen' Luc. 22, 29, Deut. 12, 11, Eznik 115,
uzt urtem Gelübde thun Gen. 28, 20 u. s. w.
= zd. uzti- das Reden’ in anuzti- das Reden gemäss’ (dem
Gesetz) yt. 5, 18, antara-uzti- Absage ys. 19, 15, urvars-uxti-
"Ausdruck der Befriedigung’ ys. 32, 12, skr. ukti- Ausspruch,
Verkündigung, Rede’.
494. m, u$ (-St., gen. ust, auch o-St.) Gedächtniss, Er-
innerung, Verstand, Sinn’, alt und häufig, uš dnem, us arnem
u. s. w. = den Sinn richten auf, achtgeben auf, bedacht sein
auf’ Philipper 3, 14, FB. 253, 22, y-us arnem mit Dat.
Jemand erinnern’ Titus 3, 1, y-u$ é inj “er ist mir im Gedächt-
niss — ‘ich gedenke seiner’ Hebr. 13, 3, usadrem (denom. von
*usadir “achtgebend’) achten auf, aufmerksam sein' Laz.,
Levond u. s. w. |
— np. hos (hus) Einsicht, Klugheit, Verstand, Geist’, ba
hös amadan wieder zum Bewusstsein kommen, be-Ao$ unver-
ständig, dumm, von Sinnen’, Aosbar der Sinne beraubend, den:
Verstand benehmend' (von berauschenden Getränken), Aosyàr,
husyàr klug, vorsichtig, bei Sinnen, nüchtern’, hösmand ein-
sichtig, klug’, husivar verständig' Fird. I, 464, z. 7 v. u., paz.
hos “understanding, hosyar “intelligent” Shk. 250, phl. kos
“understanding, intellect, sense’ Gl. and Ind. 51, zd. 4 Ver-
stand, Einsicht, Geist, Sinn’.
Zur Form vgl. P. St. 261. 265.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 217
Dazu apus bestürzt, thöricht', s. oben p. 102 unter apa-,
Anus berd Schloss der Vergessenheit’ p. 19, Sambus thöricht,
verrückt' p. 210.
(caf s. oben p. 155 unter {$var.
éuzay 8. im 3. Abschnitt.
495. % 1. pah (u-St.) Nachtwache gulani Mt. 14, 25;
24, 43, Mc. 6, 48, Wache, Bewachung, Gewahrsam, Gefangen-
nahme, Belagerung’ Ezech. 23, 24; 26, 8, Hiob 7, 12 etc.,
2. pah-k (o-St.) Fasten' Mt. 17, 20, Me. 2, 18; 9, 28, Luc. 2, 37 etc.;
davon pahem 1. bewachen Hohelied 1, 5, bewahren, beob-
achten, halten’ (die Gebote) Mt. 19, 20, FB. 217, z. l v. u., Eznik
286,287, behüten, hüten (vor), zurückhalten’ (die Hand von —)
FB. 217, 9, “sich enthalten’ Eznik 285, z anjn sich enthalten’
(des Weines) FB. 237, 13, med. pahtm: sich halten, erhalten
bleiben’ (Schläuche) Mt. 9, 17; 2. fasten Mt. 9,14; 6,16; pah-
est Aufbewahrung Ex. 16, 32
= zd. pāra- “Schutz, np. pas Wache, Schutz, Nacht-
wache, phl. pas ‘Wache’ Bdh. Gl. 96, Gl. and Ind. 91.
Die ältere Form von pah- ist parh- Ephrem III, 17, z. 24;
117, z. 3. Vgl. Wb. II, p. 637, C. 1189, de Lagarde, Btrg. zur
bactr. Lexic. 58, A. St. Nr. 1792.
Arm. pah = parh geht auf phl. dr, die Nebenform von
phl. pas zurück. Vgl. P. St. 204.
Arm. pas ‘Fasten’ Mech. Fabeln p. 120 und Oskiph. steht
vulgär für altarm. pahs (acc. pl.).
496. muungu pahapan “Wächter, Hüter’ Hohelied 1, 5,
Gen. 4, 9, pahapan kayin sie hielten Wache’ FB. 238, 13, da-
neben auch pahpan (häufig), davon pahpanak “was den Körper
schützt’, wie “der Panzer, die Arm- und Beinschienen’ etc. MX.
24, z. 6 V. u.
— np. päsban, phl. paspan Wächter P. N. 99, davon pas-
pänih Schutz Bdh. Gl. 96.
Arm. pahapan aus *parhapan = phl. *pahrapan als Neben-
form von päspan. Vgl. P. St. 204.
497. h pahak (i-a St.) Wächter, Hüter, Wärter, Auf-
seher, Vogt, Wache’ 2 Kg. 8, 6 (pl. = goovod) u. s. w.
— np. pahra Wache, Nachtwache , pahra-dar Wächter,
Schildwache’, afgh. Lw. pahra 1. ‘a watch, a sentinel’, 2. tour
218 2. Abschnitt: Persische Wörter. .
of watch’, pahra-där “a watchmann, a sentinel’, bal. Lw. pahra
‘Wache. Vgl. das folgende pahakapan.
Dazu pahak unim oder pahak varem ayyapevw, (Jemand zu
einem Dienste) ‘zwingen’ Mt. 27, 32, Mc. 15, 21 etc., ebenso
taraparhak varem àyyagceów Mt. 5, 41 —? Ich kann die Be-
deutungen nicht vermitteln.
Arm. pahak aus parhak (vgl. taraparhak), np. pahra (vgl.
P. St. 204) aus phl. pahrak = zd. padra-.
498. vum uhunyuru-p pahakapan-k (pl.) Wache, Besatzung’,
qoovoá 2 Kg. 8, 14, Euseb. Kircheng., Osk. 1 Thess. 1
= syr. pahragban "Wache, talm. X323 Polizeidirector'
Hoffmann p. 97, Anm. 866.
Arm. pahakapan aus *parhakapan = phl. *pahrakpan.
499. yugu Rapu pahak Coray, eigentl. “Wache von Cor,
die durch gewaltige lange Mauern und Thürme gesperrte Enge
des heutigen Derbend am kaspischen Meere, El. 11, 154, Sb.28
(pahak von Cor und Albanien), auch pahak Honag “Wache der
Hunnen' El.33,59 (von den Persern besetzt, von den Albaniern
zerstört) — Mos. Kal. I, 216 = Laz. 193 (wo pahak ormoy
(»pahak der Mauer«) verschrieben ist, »zwischen dem Reich
der Albanier und der Hunnen), El. 110 oder “Thor der Hun-
nen” Sb. 148, “Thor von Cor’ (Cor) MX. 145, Vardan 36, “Pass
von Cor’ (kapan Coray) Sb. 148, MX. 145,197 genannt, älteste
Form parhak oder pahrak Coray Sb. 69 (lies pahrak für paho-
rak), 143, gr. TLovo, Zovagov mvoyog ZDMG. 31, 8, syr.
np" — Bigisrapay, Bıigarcagax Joh. Lydus, ITovgosıraay
Priscus (Nóldeke, Alexanderroman p. 13), deren letzter Theil
"inb für AD = ;ragay deutlich das arm. parhak = phl.
*pahrak wiedergiebt.
Cor ist der alte, wohl einheimische Name der Stadt Der-
bend, auch Cor MX. 197 geschrieben, bei Mos. Kal. zu Col
geworden, vgl. El. 56 (der Marzpan von Cor, Namens Sebuxt)
. = Mos. Kal. I, 213, 214 (der Marzpan von Co!, Namens Mihr-
Sebuxt), daher paak Colay bei Mos. Kal. I, 101, auch dura oder
pl. drunk Colay = Thor, Pforte von Co? genannt Mos. Kal. I,
190, 248, 249. Die Stadt war früher der Sitz des albanischen
Patriarchen, ehe er nach Partav verlegt wurde Mos. Kal. I,
219, 220 und wird von Mos. Kal. I, 241 als eine grosse, mit
2. Abschnitt: Persische Wörter. 219
gewaltigen, von den Perserkónigen erbauten, Mauern!) ver-
sehene, zwischen dem Caucasus und dem Meere des Ostens
gelegene Stadt bezeichnet. Vgl. MGg. 605: die Mauer von
Darband, ein gewaltiger Thurm im Meere stehend — MGg.
ed. Soukry 27: die Mauer von Darband, d. h. Band und Thür,
die Stadt des pahak Coray, ein gewaltiger Thurm im Meere
stehend, nórdlich davon das Reich der Hunnen etc. ; Levond 64:
Mslim kämpft mit den Dunnen, die in der Stadt Darband
waren, besiegt sie, zerstórt die Burgmauer der Festung, geht
durch den pahak Coray und füllt ins Land der Hunnen ein;
Kir. 213: Thor von Darband = pahak Coray. Der einheimische
Name von Darband soll noch heute Culli 2) sein, MGg. ed. Pat-
kanean p. 38, Anm.
Verschieden vom Thore von Darband = pahak Coray ist
nach Kir. 232 das Thor der Alanen (drunk Alanag). Schon
El. 154 nennt es neben dem pahuk Coray, ebenso Ag. 30 (wo
iuroy in Coray zu verbessern ist) ohne nühere Angabe. Bei Ag.
628 folgen sich: Klarjk (nordwestl. Provinz von Armenien) —
Land der Mask ut" — Thor der Alanen — Land der Kasp (Kas-
pier), daher MX.171: Klarjk — Thor der Alanen und Kasbier
— Land der Mask'ut. Dazu Joh. Kath. 163: der Theil von
Gugark (nördl. Provinz von Armenien) nahe beim Thor der
Alanen. Gemeint ist also der Engpass in der Mitte des Cau-
casus, jetzt Pass von Dariel genannt, bei Tacitus, hist. I, 6:
claustra Caspiarum (vgl.Mommsen, Röm. Geschichte V, p. 394
Anm.) Dagegen ist die wung yanu pa^ due (?), die ins Land
der K'usank führt (El. 9) wohl das »kaspische Thor «bei Rhagae,
zwischen Medien und Parthien.
pahrez s. im 3. Abschnitt.
500. e payazat (i-a St.) Nachfolger, Erbe’ (auf dem
Throne, in der Herrschaft, Rang und Würde) Euseb. Chron.,
Osk. Mt., FB. 21, z. 9 v. u., davon payazat-em (c. acc.) nach-
folgen' (Jemand oder in der Herrschaft etc.) Euseb. Chron.,
MX., Arist. 7 u. s. w.
= pers. —?
1) Vgl. Barb. 68.
2) Ueber arab. Sui ville dans les environs de Derbends? Barb. 372
vgl. Tab. 123.
990 2. Abschnitt: Persische Wörter.
501. uhh payik (i-a St., gen. pl. paykag) Häscher, Fuss-
soldat MX. 224, z. 4 v. u., Lás. Levond 60, Steph. Asol. 128,
Steph. Orb. I, 75
— np. paig ‘Bote’, älter Fussgänger, Häscher, Scharfrichter
Tab. 448, arab. faij Eilbote', syr. Nb Infanterist Nöldeke,
Alexanderroman p. 14, paigānsālār Gendarmerie-Oberst' Hoff-
mann p. 47, Tab. 448, phl. paik “courier West, PT. II, 280,
paikän‘Fussvolk’ Yatk. p. 50, Anm. 14, skr. padtka- Fussgänger,
präkr. pärkka.
502. i paiman (i-a St.) Bestimmung, Bedingung,
Satzung, Grenze, Mass, Art, Vertrag, oüyxgıoıs Num. 9, 3,
oüUvrasıs Num. 9, 14, rafıg 3 Kg. 7, 37, Sb. 63, paiman vers
"das Document’ (des Vermächtnisses) Steph. Orb. I, 263, an-
paiman "unbegrenzt! FB. 23, paimanem mit Jemand überein-
kommen, sich verpflichten’ (etwas zu thun) MX. 123, 2
= np. paiman “Uebereinkommen, Bedingung, Vertrag,
Bund’, paimäna Mass, Becher’, pàz. paiman measure, limit,
promise, treaty? Min. Gl. 152, ‘agreement’ Shk. 262, phl. pat-
màn, patmanak Vertrag, Mass’ Bdh. Gl. 97, Yatk. 55, Gl. and
Ind.93, P. N. 100, West, PT.IV,267 Covenant) 382 (peace),
401 (degree), apatmān 'excessive' P. N. 69. Vgl. P. St.
192, 193.
Dazu paiman namak “Voriginale del trattato Abrah. Kath.
an Kyrion (6.—7. Jhd.), eigentl. “Vertragsbrief’, von paiman
und namak ‘Brief’ = np. nama, phl. namak, s. oben p. 201.
503. 4/1 payusak (t-a St.) ‘Beutel’ Micha 6, 11, Joh.
Kath., Erznk., wuymmupl patvasik Sb. 147, z. 5 v. u. für pat-
rasık der Ausgabe von Konstantinopel p. 231, z. 1, paivasık
Anan. Shirak. p. 29, 2, apavasik neben payusak Osk. Mt.
= syr. MOND lies payusag oder patvasag, pers. payuza,
paivaža? Ges. Abh. 74,-georg. pavasaki (aus dem Armenischen).
504. aur pup. paikar (i-a St.) ‘Streit (mit Worten oder mit
der Feder) Eznik 111, FB., El. 25, davon paiķarim (paikarım)
‘streiten’ EL 123, 20, Sb. 58, z. 15 v. u.
— np. paikar oder paigar ‘Kampf, Streit’, päz. phl. patkär
"dispute, controversy, quarrel' Min. Gl. 157, Shk. 263, Geiger,
Aogemad. 111, Gl. and Ind. 93, P. N. 100.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 221
505. wi pan 2. Glied vieler Composita (wie pahapan,
pahakapan, patgosapan, partapan, partizpan) = “hiitend, schir-
mend’ — np. Aën, phl. -pan, skr. päna- in tanüpäna-, vgl. zd.
rünapáno, söi$rapano nom. pl.
Auch um das Suffix ak vermehrt: grapanak, pahpanak
u. s. w., vgl. np. angustväna “Fingerhut.
506. f panir (gen. panroy, vulg. pantri = pandri bei
Mast. jahk. 14. Jhd.) Käse' Hiob 10, 10, Pseud., Steph. Orb.
I, 204 u. s. w., davon panranam 'gerinnen wie Käse’, panruti
u. s. w. “Käse-essen’ — Fasten, bei dem man nichts als Käse
und Milchspeisen essen darf’
= np. panir ‘Käse’, bal. aner u. s. w., vgl. Horn, Grdr.
p. 289.
Das Armenische setzt phl. panir, nicht paner voraus.
507. u pastpan Beschützer Hosea 11, 8, past-
panak- pl. 'Leibwache' (des Königs) Thom., pastpanem Be-
schützer sein, Jemandem beistehen, sich Jemandes annehmen'
Luc. 1, 54, pastpanutiun Schutz 2 Kg. 22, 36 stimmt bis auf
den Vocal der ersten Silbe zu
np. pustbän, pustván ((Rücken-schützer) = Stütze, Be-
schützer’, das sonst als pustipan (s. unten p.255) vorliegt, und passt
nicht zu dem arm. past in paštem (c. acc.) Jemandem dienen’,
püstim dienen zu etwas, sich bedienen’, pastumn “Dienst,
pastaun "Gottesdienst! Joh. 16, 2. In der Bedeutung "Diener"
findet sich pas/pan erst spät, bei Lambr. u. s. w.
Gab es im Altpers. neben *pr$ti- = np. pust 'Rücken' =
zd. parsti- (P. St. 143) eine Nebenform *parsti-? Arm. pastpan
= ap. *parstipäna- wäre arsacidisches Lehnwort, während
PpuStipan = phl. pustikpan erst sassanidisch ist.
508. % pap Grossvater Philo, Mech. Rechtsbuch,
Kir. 79, z. 24 etc.
= np. bab "Vater, baba Vater, Grossvater, babak “Väter-
chen’ = phl. papak. |
Vgl. Pap unter den N. pr. p. 65. Zur Form s. P. St. 175.
509. , parav alte Frau (pl. paracun£, acc. -vuns, gen.
-vang und -rag) 1 Tim. 4, 7, Titus2,3, MX.139,9, Eznik 99 etc.,
davon paravakan 'altweiberlich' Osk. Mt., paravım alt werden
999 2. Abschnitt: Persische Wörter.
(von der Frau) Gen. 18, 13, paravordi Sohn einer alten Frau’,
paravutiun Alter
— np. päräv alte Frau”.
510. mann pastat (i-a St.) orewurn “Decke, Teppich’
Esther 1, 6, Ezech. 27, 7, (dazu pustaralir eigentl. Teppich-
voll’ für gr. @upirarcog Sprüche Salom. 7,16, pastarakal oıwdwv
“Leintuch’ Luc. 23, 53, Richter 14, 12?) ist nicht
— zd. upastarena- Decke, Teppich’, das im Phl. zu *ap-
starr — arm. *apastar geworden wäre. Vgl. P. St. 125, 138,
139. Ueber np. bistar “Bett — zd. *vistara- s. Horn, Grdr.
Nr. 218.
Ich setze arm. pasta — mp. *pastarr aus phl. *pat-starr =
zd. *paitistarana-, vgl. P. St. 191.
511. ub pataszani 1. “Antwort, dzóxguoic, alt
und überaus häufig, z. B. Apg. 25, 16, 2. Vertheidigung', dro-
oyla Apg. 25, 16, 1 Kor. 9, 3, Araman pataszanvoy Orakel-
spruch' Pseud.
— np. paásuz Antwort, phl. pasarv oder pasaze Gl. and
Ind. 103, P. N. 99, Bdh. Gl. 96 aus älterem *patsaze oder
pätsaxv = ap. *pätisa(lh)uvan-. Vgl. P. St. 36, 133, 191. Aus
dem ap. nom. *pätisa(h)uva!) entstand np. paásuz, aus dem ap.
acc. *patisa(h)uvanam?) entstand phl. *püt-saz"an, das vom
Armenischen als *pafsaxan entlehnt, durch Umstellung zu
patasran und durch Zusatz des arm. Suff. i zu pataszani wurde.
Vgl. oben p. 142 džozě.
512. uunnqual patgam (i-a St.) Wort, Ausspruch (Gottes,
der Propheten etc.), Orakel, Botschaft’ (des Evangeliums, des
Königs etc.) Luc. 3, 4, El. 38, 23, FB. 245, Sb. 29, 67 etc.,
patgamavor “Gesandter” Luc. 7, 10, patgamavorim oed
Ephes. 6, 20, 2 Kor. 5, 20
— np. payam — paiyam Nachricht, Botschaft’, phl. paitam
oder pagtam? für *patgam “message Gl. and Ind. 111, aram.
pi$gam, emph. pt9gama Befehl, Edict, Wort, Sache’ (Daniel,
Esra), syr. NOSME "verbum, sententia, mand. pugdamä Bot-
1) Vgl. P. St. 117 Anm.
2) Vgl. np. surun "Wort aus san = ap. ga uvanam.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 993
schaft’; davon np. payambar, payambar, paiyambar, patyambar
“Bote, Prophet, phl. paitambar (für patgambar) “messenger
Gl. and Ind. 111.
513. mg neues: patgosapan Titel des Sahen Sb. 71,
z. 11 v. u.; 92, z. 15
— np. padospan Tab. 151, 152, 415 aus *paódgospan von pàz.
paókos Min. 1, 35 — phl. patkos Phl. Min. p. 2, z. 11, West,
PT. II, 297 Provinz und pan = schützend'.
Es gab vier Päööspäne (neben den vier Spahbeó?'s, den
Hóchstcommandirenden), deren jeder eine Gegend Persiens!)
verwaltete. Genannt wird ein P. von Aöarbäigän, Armenien
und dessen Gebiet (Medien und der Norden) und ein P. von
Choräsän Tab. 152, 153.
Bei Thom. 286, z. 5 v. u. ist patgos-A schwerlich richtig
(vom Hofe wurden gesandt hervorragende pafgos mit vielen
Truppen).
2
514. f paterazm (i-a St., plur. nom. -mun£, acc.
-muns) Krieg, Kampf, Schlacht’ Mt. 24, 6, Mc. 13, 7 u. s. w.,
alt und sehr háufig, bei allen Historikern, z. B. Sb. 77, z. 10,
12, 15 etc., davon paterazmakan auf den Krieg bezüglich’,
paterazmik dass., paterazmakig 'Mitkümpfer, paterazmim
‘kämpfe’ u. s. w.
= phl. patrazm Yatk. 66, Anm. 61. Vgl. *azm.
515. 1% I sa pait patkandaran bei El. 7, Z. 12 v. u.:
» diesen (den König Yazkert) erkor sich Satan als Mitarbeiter
und alles angesammelte Gift goss er aus und füllte ihn an wie
ein patkandaran mit Giften — oder (nach anderer Lesart) mit
vergifteten Pfeilen«, also entweder »ein passendes (patkan)
Gefäss« oder »einen Köcher«, im ersteren Sinne von Thom.
(patéaé passend + daran) und Grig. Skevtaci gebraucht, im
letzteren bei Evagrios, Lambr., Vardan u. s. w. vorkommend.
Durch diese steht patkandaran “Köcher fest und ist auch bei
El. anzunehmen
1) Noch bei MGg. wird Persien in vier Gegenden ust) eingetheilt:
der Norden (Medien), der Westen (Xuzistan), der Süden (Persien — Indien),
der Osten (Chorasan). Siehe unter Aust p. 258. Min. 1, 35 werden nebeneinan-
der sahr und padkos, bei West, PT.II,297 verschiedene $ahr — verschiedene
kustak — und die vier patkos derselben sahr genannt. Dazu vgl. Tab. 445.
994 2. Abschnitt: Persische Wörter.
— np. paikän “Pfeil’ aus phl. *patkan + *dàran Behälter,
8. oben p. 136 unter daran.
Da patkan im Armenischen "passend bedeutet, so lag es
nahe, das Fremdwort patkandaran in patkan und daran zu zer-
legen und als “passendes Gefäss’ zu deuten.
516. H patker (i-a St.) Bild' Gen. 1, 26, 27, Eznik
206 u. s. w., alt und háufig, auch in vielen Comp.
— np. paikar ‘Bild’, phl. patkar Bdh. Gl. 97, inschr. pat-
kal(i) Haug, Essay on Pahlavi p. 4, ap. patikara- Bild', syr.
N rd, arab. fitkar Fraenkel 273, 274.
Vgl. skr. pratikrti- "Bild.
517. l patcen (i-St., gen. patceni) Abschrift, Copie,
Exemplar, Wortlaut (eines Erlasses, Briefes etc.) Esther 4, 8;
8, 13, 1 Maccab. 11, 31, 37, El. 54, Ag. 123, Sb. 120, Mos. Kal.
I, 250 etc.
== phl. paten a complete copy’ Gl. and Ind. 95, Aampaécen
‘wholly-copied’ Shk. 249, hebr. OENB padseyen Esther 3, 14;
4, 8 = aram. (ÉIER parseyen Esra 4, 11 etc. Abschrift, Prom
plar, syr. paršaynā “Abschrift.
Phl. pacen steht also für patcen = ap. *paticayana-, das
urspr. etwa Gegen-lesung' (vgl. avriyoayov Esther 4, 8) be-
deutet hätte. Vgl. Fr. Müller, WZKM. 6, 264.
Die Nebenform patcean (Pseud., Joh. Mam.) ist erst aus
dem obliquen Stamme patcen- erschlossen. Die vom Wb. aus
zwei Stellen von Euseb. Chron. belegten Formen pafcık und
pacik sind mir unklar.
518. [ji patmem ich erzähle’ ist nicht = np. pai-
mäyam “ich messe’ — phl. patmäyem, sondern von patum ab-
geleitet, vgl. dZvarapatum.]
519. u patmucan (i-a St.) Gewand (bes. langes
Gewand zum Gürten), Kleid, Rock’, xırwv Joh. 19, 23, tpa-
110/98 Joh. 19, 24, gro, Esc. 15, 22, FB. 245 etc.
` e phl. patmocan clothing, clothes; dress’ Gl. and Ind. 94.
Vgl. patmörtan “to put on, wear, patiiotei "clothing" Gl. and
Ind. 93, 94, West, PT. IV, 259, paz. pr. padmozend 3. pl. “they
put on, wear etc., padmöiesn, var. padmoZan clothing, dress
2. Abschnitt: Persische Wörter. 225
Min. cap. 16, 64, zd. paitismuxta- ‘bekleidet’, skr. prati-mué
“anziehen, anlegen”.
Dazu patmucak iuorıopülaE 4 Kg. 22, 14; also tun oder
vaně patmucakag FB. 204, z. 1 v. u.; 205, z. 1, 8 = das Haus
der Kleiderbewahrer, auch tun fagag FB. 205, 6 Haus der
Kronen' genannt, weil hier die kónigliche Krone aufbewahrt
wurde FB. 205, 2, 3.
520. unn; urá patsac (i-St.) passend Apg. 26, 9 u. s. w.,
alt und häufig, davon patsacem anpassen, fügen, einrichten,
anordnen' etc.
aus pat — zd. paiti + sac zu phl. sacitan “to be worthy’,
sacak worthy Gl. and Ind. 160, 161, np. sazidan sich ziemen,
passen’, sazä, sazavar ‘geziemend, würdig, passend’ —?
Unsicher, da man bei dieser Zusammenstellung *patsac
oder *pasaé (P. St. 191) erwarten sollte, vgl. paz. pasaza, phl.
pasacak provided, adapted' Shk. 263 und Horn, Grdr. Nr. 27 4bis,
Wegen Stellen wie Ephes. 2, 21: »in welchem der ganze
Bau zusammengefügt (yaudeal ev patsaceal — verbunden und
gefügt) ist und wüchst (ace) zu einem heiligen Tempel« will
de Lagarde patsac-im (med.) zu acem stellen, demnach patsactmin
pat = ap. patiá ‘gegen’, das sonst weder im Mp. (vgl. P. St. 45)
noch im Arm. nachweisbar ist, und ač- = arm. ač- ‘wachsen’
zerlegen und im Sinne von 'zuwachsend' — 'zukommend' —
‘geziemend’ (vgl. gr. rgoon«wv) nehmen. Sehr unwahrschein-
lich. Man beachte übrigens, dass phl. *pat$aé, wenn es aus
dem Pers. entlehnt ist, auch auf ap. *pati-Sac, dem ein skr.
prati-sač entsprechen würde, zurückgehen kann.
521. ,] patskam (Varianten pat$gam, patsgamb,
pat$kamb) “Gemach, Halle, Zelle’, nach Wb. “cella porticibus
addita, laterale cubiculum, vestibulum, porticus, area ante
domum’, sreoorag Richter 3, 23, êkédoa Ezech. 40, 44—46,
El. 97, 15, Sb. 130, z. 4 v. u. (die goldgeschmückte Halle),
neuarm. — 'Balkon'
— np. paskam (piskam, baskam, biskam) domus aestiva,
aula, atrium, coenaculum, porticus = ap. *pati-$kamba-, vgl.
zd. f*a-skomba- vd. 2, 26, letzteres nach Geldner Stützmauer“,
nach Darmesteter un bätiment avec balcon’. Vgl. P.St.41,191.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 15
996 2. Abschnitt: Persische Wörter.
522. n patvast (i-St.) éy«évrgusig Narek., “Adop-
tion’ Cyrill, patvastem &ynevroiiw einpfropfen, aufpfropfen,
verbinden’ Róm. 11, 17, Salom. 16, 11 u. s. w.
= np. paivastan ‘verbinden, sich verbinden, zusammen-
hängen, erreichen’, paivasta verbunden, zusammenhängend,
ununterbrochen’, pàz. paivastan to join, connect, unite Min.
Gl. 153, phl. patvastan verbinden, verknüpfen’ Gl. and Ind. 94,
patvastak ‘connected’ West, PT. IV, p. KAI.
Das Abstractum patvast als -St. setzt ein ap. *patibastt-
(= *patiwasti- P. St. 182) voraus.
523. ] patvar (i-a St.) 1. Vormauer, Aussenwerk’
(von der parisp "Mauer unterschieden) 2 Kg. 20, 15, 3Kg. 6,5,
Hohelied 2, 14, Sb. 66 u. s. w.
= zd. *paitivara- (nicht paitivara-, das "Brust bedeutet),
skr. prativara- “Abwehr.
Vgl. np. bara Mauer, Wall’ — zd. *vara-; np. barvar Som-
merlusthaus', varvara open gallery, balcony’ — zd. *upatri-
vāra-; np. farvar Sommerhaus, Veranda’ = phl. fareür =
zd. fravara- ; aram. parvara ‘Vorstadt’ = zd. pairivara- Schutz-
wehr’ yt. 1,19; 13, 71, vd.2,26. WZKM. 8, 97, P.St.28, 39,85.
524, 1 patver ‘Befehl’ El. 16, 4, alt und häufig
= zd. *paitivaeda-, vgl. paitivaedayemi ich kündige an’?
Vgl. WZKM. 7, 371, P. St. 103, Anm.
525. mwunnm$bwu paluhas (i-St.) Strafe Apg. 25, 15 etc.
= np. badafrah “Vergeltung, Strafe’ (lies padafrah Horn,
Grdr. Nr. 154), paz. pädafrah punishment' Shk. 261, phl.
patfras Strafe Gl. and Ind. 90, ap. *patifra9a-, vgl. zd.
pattifrasa-.
Die Zusammenstellung ist naheliegend, aber wegen laut-
licher Differenzen bedenklich. Vgl. P. St. 211, 212.
526. uununuupuplil. patsparem 1. brregaorilw beschützen,
behüten, aufrecht halten’ Lev. 25, 35, Sprüche Salom. 4, 6,
patsparan linim ‘Schutz sein’ (den Schwachen) 1 Thessal.
5, 14, patsparim “Zuflucht nehmen’ Sprüche Salom. 3, 18, an-
patsparan zu dem man seine Zuflucht nicht nehmen kann’
FB. 13, 1
aus pat = zd. paiti- und spar = np. sipar, paz. spar "Schild"
(s. oben p. 108 aspar), vgl. gr. Vrregaonicw;
2. Abschnitt: Persische Wörter. 227
2. patsparem drroxa$iornui wiedereinsetzen, wiederher-
stellen’ Jerem. 16, 15, pass. wiederhergestellt, wiedergegeben
werden’ Hebr. 13, 19
aus pat = zd. paiti- und spar in np. supurdan, sıparam
"übergeben".
Vgl. oben p. 106 apsparem “übergeben.
527. n patrast “bereit Mt. 3, 3 u. s. w., alt und
sehr häufig, davon patrastem “bereiten, zurüsten, ordnen’, pass.
“sich bereiten, sich hüten'
— np. pairãstun in Ordnung bringen, zurichten, schmücken,
beschneiden’ (die Bäume). Vgl. np. arastan schmücken', ap.
rästa- "recht, skr. raddAÀa- fertig geworden, zu Stande ge-
kommen,
Also patrast — phl. *patrast, ap. *patirasta-.
patrin) badrin s. im 3. Abschnitt.
928. uunnpnjl, patroik oder patroig (gen. patruki oder pa-
trugi) Docht Mt. 12, 20, Jes. 42, 3; 43, 17 etc.
= zd. *paitiraoka-, vgl. skr. röka- Licht, Helle’, zd. paiti-
raocaya lass brennen, zünde an’ vd. 18, 19.
patruc = badruj s. im 3. Abschnitt.
529. A ug paravand (i-a St.) “Fessel (der Füsse, der
Sünden etc.) Euseb. Chron., Osk. Mt. etc., davon paravandem
“fesseln MX. 242, 7 u. s. w.
= ap. *padabanda- = *padawandu- (vgl. P. St. 182) =
skr. padabandha- Fussfessel' (nach brieflicher Mittheilung von
Dr. Th. Bloch).
530. NH paregautk (i-St.) gızwv langes Gewand’
(für Männer und Frauen) Mc. 6, 9, Ex. 29, 5, 2 Kg. 13, 18, 19,
FB. 178, z. 3 v. u.
von Wb. und de Lagarde zu arm. gauti “Gürtel” gestellt,
von letzterem als umgürteltes' erklärt. Vgl. magaywyàç (lies
magaywrags?) xırwv ragà IIag3oız Hesych, lat. paragaudu,
paragaudis Borte, bortirtes Kleid’, talm. “maap 'Oberkleid,
Vorhang’, auch syr. und mand., zapayavdıov, arab. burjud
Ges. Abh. 209, 210, Fraenkel 45, 46, Brockelmann Wb. p.284.
Gehört paregaut-É zu den hier genannten Wörtern, so ist
15*
998 2. Abschnitt: Persische Wörter.
es arsacidisches Lehnwort, also aus dem Persischen zu erklären
und dann von arm. gauti Gürtel' zu trennen.
531. i parken (i-aSt., instr. parkenav) mit folgendem
post (gen. von pos = lat. fossa) Wallgraben Ag. 161, 12, Le-
vond 60, 7; 133, 16
— np. pargin 'Kloake' Fird. IIT, 1397, v.6 unten, arab. Lw.
färigin ‘Cisterne’, syr. & 'Abzugsgraben' (Nóldeke).
532. , parik (gen. pl. parkag) als Fabelwesen neben
yuskaparik und hambaru genannt Eznik 97, 98, bei Philo, lin.
als ‘Sirene’ gefasst
— phl. parik “böse Fee’ Bdh. Gl. 100, West, PT. II, 126,
Gl. and Ind. 103, np. par? Fee, Engel’, zd. pairikā- Dämonin'.
533. upupiluyli. parmayem erprobe, erfahre’ (den Schaden
an mir) nur El. 21, 19
wäre np. *parmayam, ap. *pari-ma.
Vgl. Àramayem befehle' — np. farmayam, ap. fra-mà
( framana- "Befehl; np. paimayam messe, ap. *pati-mà ; zd. ap.
a-màta- “erprobt”.
534. upupanp. part-E (u-St., gen. partuc) ‘Schuld’ (was ver-
schuldet wird) Mt. 18, 32, 34, Darlehen' Deut. 24, 11, das
wozu man verpflichtet ist 1 Kor. 7, 3, ‘schuldig, Schuld an
etwas, part é inj ich muss’, £e part inj ich darf nicht’, part-
akan e er ist schuldig, verpflichtet! (es zu thun) Gal. 5, 3,
‘schuldig (des Todes, des Gerichtes), verfallen’ Gen. 26, 11,
Mt. 5, 21, partapan ('Schuld-hüter) Schuldner, schuldig’ (eine
Summe, eines Vergehens) Mt. 18, 24, Luc. 13, 4, partater
(Schuld-herr) ‘Gläubiger Jes. 24, 2, partavor (Schuld-habend)
‘schuldig’ (des Gerichtes etc.) Mt. 5, 22, partim ich schulde
Deut. 24, 10, Mt. 18, 28, “bin schuldig, verpflichtet, muss,
parti-k (gen. parteag) ‘Schuld’ Mt. 6, 12
= ap. *partu- ‘Schuld’.
Vgl. zd. para- ‘Schuld’, tanum pairyeite “er verwirkt durch
Schuld sein Leben’, porototanu-, pasotanu, tanuparasa- “der
sein Leben verwirkt hat’, posa- (aus *prta-)‘schuldig, verwirkt,
posõsãra- der den Kopf verwirkt hat’ ZDMG. 26, 457; 42, 94,
KZ. 30, 516, afgh. por “Darlehen, Schuld”.
Davon zu trennen partem “besiegen, niederwerfen, in die
Flucht schlagen' A. T. u. 8. w.,
2. Abschnitt: Persische Wörter. 229
vgl. np. nabard ‘Kampf’, phl. ni) part Kampf' Gl. and Ind.
233, np. award ‘Kampf’, zd. peretonte sie kämpfen’, posana-
‘Schlacht’, skr. prt- Kampf, Streit’, prtana- Kampf, Treffen’?
535. Mun fuh partbaszi tam oder anem das Seine für
Andere als partdasri geben oder zum p. machen’, also etwa:
“als Ersatz, zum Lösegeld’ Osk. Paulusbriefe II, 454, Seber.,
Sargis, alt. Wb.,
zu partě “Schuld, Darlehen’ und baszě “Antheil, Loos,
Tribut, Schicksal’, s. oben p. 118.
partbasri wird auch getrennt geschrieben als part baszt.
Es liegt wohl eine persische Redensart zu Grunde.
536. Ah partak Hülle, Schleier’, Leb. d. Väter, Zelt-
wand' Levond 158
= np. parda Schleier, Vorhang’, syr. Ry tentorium'.
Jünger entlehnt ist uh parday s. im 3. Abschnitt.
537. Mh partez (i-a St., gen. partizi) Garten Luc.
13, 29, Joh. 18, 1, 26; 19, 41, Hohelied 4, 12, 16; 6, 10 u.s. w.,
dazu partizpan 'Gartenhüter Joh. 20, 15, auch partizapan
Ephrem, Leb. d. Väter etc., partizik Gürtchen' (-ik hier echt
armenisch) "
= np. püléez Garten, palezban Gärtner, zd. pairidaeza-
Umzäunung', hebr. pardes Garten, Park’ (schon Hohelied
4, 13, Koh. 2, 5, Neh. 2, 8), syr. Nd Garten, 0
‘Gärtner’, gr. sragadeıcog (Xenoph. etc.).
Np. palez setzt arsacidisches pardez voraus. Im Armeni-
schen erscheint hier ausnahmsweise / für urspr. d.
Dazu Partizag por etwa Gartenthal' (por "Bauch, Höhlung')
ein District der Provinz Taik‘ MGg. 619, PartizaKala£ Garten-
stadt’ — Riša in Georgien Gesch. Georg. 11.
538. ub pet (i-a St.) Oberhaupt, Chef” Gen. 49, 10,
1 Chron. 7, 40, Daniel 3, 2 u. s. w., oft neben iszan Herr, Ge-
bieter FB. 42, Mos. Kal. I, 237, II, 62, davon petuliun (er
iSzanutiun) Obrigkeit' (und Behörde) Luc. 12, 11; 20, 20, Titus
3, 1 etc., Macht und Herrschaft' Ephes. 1,21; 3, 10 etc., sehr
häufig als 2. Glied von Comp. wie hazarapet, mogpet, Aspa-
hapet u. 8. w. in der Bedeutung “Chef”
= np. -bad, -bud “Herr (in stpahbad u. s. w.), bei Procop
-Baöns, -Beöng (z. B. 4a;edéóng) Ges. Abh. 185, phl. pat (pl.
930 2. Abschnitt: Persische Wörter.
patän officers West, PT. IV, 87), in Comp. wie magupat, spähpat
u. s. w., zd. paiti- Herr, häufig als 2. Glied von Comp. wie
ae rapuili-, zantupaiti-, danhupatti-, nmanopatti- u. s. w.
539. jb pesaspik “Vorreiter, Eilbote, Kurier FB.
56, 7, Sb. 56, 6 (lies pesaspi&£ als plur.)
— syr. pesaspig Vorläufer Hoffmann p. 14, Nr. 95, 97 (die
hier wie bei Sb. 56 Briefe vom König bringen), aus pers. pes
‘vor, asp ‘Pferd’ und Suff. 24, also phl. *pesaspi£.
540. ../ pēšopay in zaur pesopay “die vorangehende
Truppe’ = “der Vortrab’ Sb. 93, 21
= phl. pesupäi a leader, chief, head’ PPGl. 186, Gl. and
Ind. 114 = Art. Vir. 11, 3, 16, ZPGl XXXIII, z. 10, West,
PT. II, 3, pesupak "chief of a community etc. P. N. 101, paz.
pesawäi ‘leader Shk. 263, np. pesva “der vorangeht".
541. Eu pēs Art und Weise, alt und sehr häufig als
2. Glied von adverbiellen Compositis, wie orpes “in welcher
Weise, wie’, ainpes auf diese Weise, so’ u. s. w., pespes (von
mehreren Arten’) “mancherlei’ Hebr. 9, 10; 13, 9, vielfarbig,
bunt, kostbar A. T.
— zd. f'aesa-, paesah- als 2. Glied von Comp. = Gestalt,
Form, Art (vispöpaesah- von jeder Form, aller Art), Schmuck,
Zier skr. pecas- nach Roth: Gestalt, Form, Zierrath, Schmuck’
u. 8. w., nach Pischel-Geldner, Ved. Stud. II, 119 nur = ‘Ge-
stalt, Form, Farbe’.
Arm. pes kann nur unter der Voraussetzung, dass es aus
dem Persischen entlehnt ist, mit zd. paesah-, skr. pegas- zu-
sammengestellt werden. Dabei ist nur auffällig, dass sich im
Pehlevi und Persischen keine Spur dieses Wortes, das seiner
Bedeutung nach doch sehr háufig vorkommen musste, finden
lásst.
542. basch pisak gefleckt, gesprenkelt, gescheckt Sacharja
1, 8; 6, 3, 6, Gen. 30, 35 (s, óavróc), aussätzig Leb. d.
Väter, Oskiph., als Subst. “Mal, Narbe, weisser Hautflecken’
Vardan, Galen, pisakutiun Aussatz Philo, Kanon.
— zd. paesa- Aussätziger vd. 2, 29, yt. 5, 92, phl. pesak
“aussätzig (= zd. paesa-) ZPGI. 24, vgl. ap. z:odáyag!) =
1; Für das Altpersische genauer *paisaka- anzusetzen.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 231
6 Aerroög Ges. Abh. 75, 217, np. pes, pesi lepra', pesa “nigro
alboque colore variegatus’, pesagi leprositas', syr. No ma-
culatus, varius’, afgh. pes ‘leprosy’, auch “a leper’, pesi “leprous’
u. 8. w. ZDMG. 38, 426.
Arm. pisak geht nach arm. Gesetzen auf ein älteres pesak
— phl. pesak zurück.
543. [%% ping oder pin) Nasenloch' Damascius, davon
pngat ohne Nase, stumpfnasig’ David (Porphyr.), Osk. Gal.,
Kanon., pnfatem die Nase abschneiden’ Gesch. der Hfip's.
MX. 300, 22
= georg. pinfwi Nasenloch' Tchoubinof p. 399, osset. fing
‘Nase’, abchasisch pyng Nase Schiefner, Bericht 56. Armeni-
schen oder kaukasischen Ursprungs?
Davon np. kurd. poz, bal. pong Dames 58, afgh. poza, paza
Nase zu trennen.]
544. %% A plinj (o-St., gen. pinjoy) Kupfer, Kupfergeld,
Münze, Erz, Messing’, xu Mt.10,9, 1 Kg.17,5,xégua Joh. 2, 5,
Mos. Kal. I, 93 u. s. w., pi 'kupfern, ehern’, alt und häufig
= np. birinj Messing, Kupfer’ neben piring “aes cyprium,
orichalcum’ (Vullers), kurd. pirinjok Justi-Jaba Wb. Vgl.
P. St. 27, 28, 175, 232.
545. %%% pipit, ptpet Pfeffer MGg. 615, 19 (Indien),
David 169, Car.
= np. pilpil A. M. 68, 6, arabisirt filfil, fulful A M. 186, skr.
pippali.
546. [urb p$num (aor. p$eay, ptc. p$ugeul) das Auge auf
etwas heften, starr auf etwas sehen' Apg. 1, 10, Jacobus 1, 23
u. s. w., seltener pšnem, daneben einmal piš unim (z-akn das
Auge’) Grigor Arsar. 7. Jhd.
kann nicht zu dem von Geldner, KZ. 30,520 erschlossenen,
von Darmesteter nicht acceptirten zd. pi$ 'sehen' gestellt wer-
den, da psnum (aus *pis-nu-m) kein Lehnwort ist und Urver-
wandtschaft der Wurzeln (wegen des anlautenden p im Arm.)
ausgeschlossen ist.]
547. en polovat!) ‘Stahl’, davon potovatik ö stählern'
Sacharja 9, 13, FB. 69, Sb. 38, Mos. Kal. I, 321
1) Dies die bestbezeugte Lesart; pofopat nur bei N. P. Allerdings
modern arm. po?pat.
939 2. Abschnitt: Persische Wörter.
— np. polad ‘Stahl’, arabisirt fulaó, phl. pölapaten oder
polafaten ‘stählern’ Gl. and Ind. 107, Yatk. 54.
Nach arm. po?ovat würde ich eher ein phl. *polavat erwar-
ten, nach np. polad ein phl. polavat oder auch polarät. In den
überlieferten Pehleviformen steht wohl fálschlich p — f für v.
548. usech psak (i-a St) Kranz, Diadem, Krone’ (der
Könige, Sieger, Märtyrer etc.), or&pavog Joh. 19, 2, Jacobus
1, 12, Apg. 14, 13, El. 11, Mos. Kal. I, 291 u. s. w., psakem
"bekrünzen' 2 Tim. 2, 5
= zd. pusa- Diadem, Krone'!) yt. 5, 128 (= phl. aparsar,
np. afsar ZPGl. 24).
549. pn jatagov “Vertheidiger, Fürsprecher, Anwalt,
Beschützer, Gönner FB.69,10 u. s. w., jatagovem Fürsprecher
sein, vertheidigen’, jatagovuíiun “Vertheidigung, Fürsprache
= phl. jatukgöb, gesprochen jatagow?) Art. Vir. cap. 15,18,
West, PT. IV, 47, jatakgöbih, sprich jatagowih 'Fürbitte' Haug,
Ahuna-vairya-Formel p. 10, 11, paz. /adago Vermittler, Für-
sprecher, Anwalt, Beschützer’ (für jadango zu lesen) Aogemad.
8 9, 10, Min. cap. 33, 11, /adagoi Schutz Min. cap. 15, 20,
ap. *yatagauba- "Antheil-zusprecher ZDMG. 46, 324, 325.
550. p jatuk (i-a St., gen. pl. jatkag) Zauberer, jatuk
kin ‘Hexe’ Osk. Mt. IT, 455, 1, Kanon., Narek., Arist.
= np. jadu "Zauberer, paz. jadu, phl. jatuk, älter yatuk
"Zauberer" Min. Gl. 113, Shk. 252, ZPGl. p. 15, PPGl. 113,
Bdh. Gl. 115, Yatk. p. 67, zd. yatu- "Zauberer".
jaritean “ewig s. p. 198 unter ya.
Jihangir s. im 3. Abschnitt.
551. Hu jnarak Galen, Suwpul) Cnarak sprich jnarak
Wb. des Steph. Lehaci
= gr. oavdaodzn?) “Resina Juniperi, Wachholderharz', aus
dem Persischen ?
552. Geh jok Herde, Chor, Schar, Schwarm, Abtheilung,
Genossenschaft Laz. 26, Osk. Mt., Mos. Kal. I, 19, 2. 8 v. u. etc.
1) Geldner falsch: ‘Schleier’. 2) Vgl. P. St. 243.
3) Vgl. ZDMG. 43, 356.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 233
— np. Jöx‘coetus, agmen hominum et animalium’ (unbelegt),
arab. jaug, jauqa “caterva hominum’ (Fremdwort nach Javaliqi).
553. , Julhak Weber einmal Jaism. und modern
(älter ostainak Weber)
— np. jolah, jolaha "Weber. P. St. 263.
554. p, juxtak “ein Paar’ (Turteltauben) einmal
bei Cyrill.
zu np. juft Genosse, Gatte, Paar’, phl. juzt (nicht dvat
zu lesen) ‘Paar’ Gl. and Ind. 272, Bdh. Gl. 116, % f Plural
(nicht daväti zu lesen) ZPGI. 2, z. 2, zd. yuzta- Gespann, be-
spannt’.
Vgl. np. juftak Inseparabel' (eigentl. Pärchen).
555. mwg razm, arazm (i-St.) Kampf, Schlacht, Schlacht-
reihe El. 74, 26, Laz. 440, 3, FB. 201, Mos. Kal. I, 214, Joh.
Mam. 46, z. 7 und 11 v. u., Zenob 26 etc., razmık, arazmık
‘kriegerisch’ FB. 67, 7, N. P., razmahat die Schlachtreihe zer-
brechend’ u. s. w.
= np. razm "Kampf, phl. razm Kampf, Treffen’ PPGl. 195,
Matikän i čatrang p. 2, 2. 5 v. u., Yatk. 66, Shk. 265, zd. rasman-
"Schlachtreihe'. — Vgl. P. St. 66, 67, 223.
Davon zazm Kampf, Aufstand’ wegen des z zu trennen.
556. meh tah (i-St.) Weg Zak aria Kathol., Narek. u.s. w.,
aber auch schon bei FB. 52, 11 in rahviray “den Weg
bahnend’
= np. rah ‘Weg’, pàz. rah Min. Gl. 176, phl, ras (= rãd
P. St. 203) Gl. and Ind. 130, Bdh. Gl. 153, Yatk. 52.
Zu rahvira vgl. unten p. 247 viram.
557. nf ram (i-St.) gemeines Volk’, tamik (i-a St.) ge-
meines Volk, gemein, weltlich, Laie' Salom. 6, 7, Judith 7, 2,
Levond 50, Sb. 81, El. 48, 27 u.s. w., ramikspas gemein (Soldat)
FB. 52, ramkakan vulgär, ramkapet Volkstribun', ramkutiun
Demokratie Oskiph.
— np. ram, rama “Schar, Herde. Vgl. oben p. 147 arm.
eram, eramak. Arm. ramik setzt ein phl. *ramik voraus.
558. nam Vat in movpetan movpet rat El. 141
= phl. rat ein Magiertitel Horn, Sieg. p. 27, ZDMG, 46,
285, Hoffmann p. 61 und 109.
934 2. Abschnitt: Persische Wörter.
559. 49,0 Focık (i-a St., gen. rockt) täglicher Unterhalt,
Nahrung, Lebensmittel’ Gen. 47, 12, Lev. 26, 26, FB. 75, 246,
288 u. s. w., Laz. 326, Sb. 45 und 75 (rocikE ev handerjagin£
"Lebensmittel und Geld für die Kleidung)
= np. rözi tägliches Brod, Lebensunterhalt’, syr. Npn
"commeatus quotidianus’, daher arab. rizq Lebensbedarf und
das Verbum razaqa. lm Phl. also *roci£ das tägliche’ zu np.
röz, ap. rauca "Tag.
Vgl. paz. roZi — phl. rociA daily food’ Shk. 266 mit an-
derem Suffix.
560. ab rosnakan rein, redlich’, einmal im Zama-
girk (Horarium) der griech. orthod. Arm. (10. Jhd.), rosnuliun
Redlichkeit, einmal in den Yataxapatum girk‘, abgeleitet von
fo$n-
= np. rösan klar, hell, leuchtend’, rösani Helle, Licht’,
päz. phl. rösan “light, bright, clear’ Min. Gl. 179, Gl. and Ind.
141, paz. rösani “the light’ Shk. 265, rosni “Licht” Aogemad.
p. 119, zd. raozsna- hell, leuchtend”.
561. nmn Tot Fluss = np. rod, phl. rot, ap. rauta Fluss
in Margrot Sb. 67, Marvirot Laz. 233 — np. Marv i rod
"Fluss-Merv', s. oben p. 51 unter Marg; Crasrot Thom. 253,
MGg. 609, Ałvandiot MGg. 609, Districte von Vaspurakan ;
Rotibala, Balanrot MGg. 609, Districte von P'aitakaran; Aran-
rot, Rotpagean oder Rotapayak? MGg. 610, Districte von Uti.
r6sna 8. im 3. Abschnitt.
562. v, sazteal angeschirrt' (mit dem Panzer), an-
sazt nicht angeschirrt' (Pferd), einmal bei Lambr.
— np. sazt Pferdegeschirr, Rüstung’ (Vullers). Zu np.
sürtan, süzam herrichten, zurichten, machen’ etc., asprà zin
sāztan das Pferd satteln', vgl. Yatk. 60.
563. muh sak (i-St.) Tribut El. 35, 6, Sb. 138, 8, 10, Euseb.
Kircheng., Osk. Mt. u. s. w.
= phl. sak Tribut' (u baz und Zoll’) Matikan i čatrang,
phl. Text p. 1, 12; 2, 3, Umschreibung p. 1, z. 3 v. u.; 2, 10,
Salemann, Mittelp. Stud. 223, np. sa = sac ‘Tribut’, vgl. baz
u sav Fird. I, 247, 60 oder sav u baz Nöld. Stud. II, 20. Vgl.
P. St. 73, 245.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 235
564. unf suhman (i-a St.) Grenze', eog, pl. die Gren-
zen, das Gebiet, và bera, alt und häufig, Mt. 19, 1; 8, 34;
15, 22, Mc. 7, 24; 10, 1 u.s.w., ‘Bestimmungen’ (des Glaubens)
Sb. 127, davon sahmanem begrenzen, bestimmen’ u. s. w.
= np. saman Geräth, Anordnung, Plan, Ziel, Grenze u. s. w.,
phl. saman “a boundary-mark’ Gl. and Ind. 155, argument,
quality West, PT. IV, 36, 94, pàz. saman "limit, argument,
samana = phl. samänak “limit, extent, samanmand “limited
Shk. 266.
Ist die Zusammenstellung richtig, so steht phl. saman für
älteres *sahman aus ap. acc. *Jazman-am. Vgl. P. St. 72,251.
565. bu satar Anführer (der Truppen) El. 74, 25, MX.
203, 1; vgl. gundsalar oben p. 130 unter gund, spasalar s. unten
p. 239, pustipanac salar oder pustipan salar Oberst der Leib-
garde’ Laz. 390,395, El. 49, 104, ein Mann genannt Granik(n)
satar Mos. Kal. I, 238
= np. salar Oberhaupt, Anführer’ t), paz. salar a chieftain,
leader, general’ Min. Gl. 183, Shk. 266, im Phl. immer sardar
(woraus salar entstanden ist P. St. 260) geschrieben, aber zur
Sassanidenzeit salar gesprochen Gl. and Ind. 167, PPGI. 9,
BB IV, 62, in Comp. pers. z’an-salar ‘Obertruchsess’, vgl. Tab.
386, pàz. spah-salar commander of the army’ Shk. 267, rama-
salar (in Zendschrift) 'der Anführer der Herde' Bdh. p. 32, 11,
phl. artestäran-sardar Matikan 1 Catrang p. 2, 13, BB IV, 67
Oberbefehlshaber des Heeres’, bei Procop entstellt Aga-
oradagavaaAévng Tab. 111, vastryosan-sardar Generaldirector
der Grundsteuern' BB IV, 67, Tab. 110, pustpan-sardar (von
Nöldeke für pustaspan-sardär gesetzt, das aber richtiger pustik-
pan-sardar gelesen wird) "Befehlshaber der Garde’ BB IV, 62,
pesinikan-sardar der Oberste der Hofbeamten'|?) Yatk. 48.
566. bn salavart (i-St.) “Helm” Ephes. 6, 17, 1 Kg.
17, 5, FB. 253, Mos. Kal. I, 208, Thom. 132 etc., satavart-
avor behelmt' Ezech. 23, 24, salavarteal dass. Ezech. 38, 5,
El. 44, 8
= syr. sanvartā “Helm”, vgl. zd. säravara- “Helm”, phl.
sarvär (oder salvar) phl. vd. 172, z. 4. Neben phl. sarvar darf
1) Daneben das neugebildete np. sardär dux exercitus’ P. St. 72.
236 2. Abschnitt: Persische Wörter.
wohl ein *särvart (oder *salvart) — ap. *säravarti- "Kopf-be-
deckung’ angenommen werden, das ins Arm. und Syr. über-
ging. Zur Form *varti- vgl. zd. varati- in ham-varaiti- Wehr,
Tapferkeit’.
567. Lescht samit “Dil, &vn$ov Mt. 23,23, Mech. Fabeln
p. 49 etc.,
vgl. np. zibit A. M. 157, dial. $ivid, arab. šibi99 "Dill, syr.
RAID do, assyr. Ztschr. 6, 293. Die Wörter gehören bei
ähnlichen Lauten und gleicher Bedeutung wohl zusammen,
aber das arm. Wort kann nicht direct aus dem Pers. oder Syr.
entlehnt sein.]
568. uunfayp samotr Zobel — Zobelpelz FB. 118, 245, El.
106, 12, Thom., samureni Zobelpelz FB. 263
= np. samur, parthisch oiuwg Ges. Abh. 71 und 226, phl.
samur oder samor Bdh. p. 31, z. 3, syr. XO, arab. sammür
Zobel'.
Zum Vocalismus vgl. P. St. 142.
569. i Sapat und sapatak Kasten, Korb’ Jesaias 3, 26,
Laz., Mos. Kal. I, 144, 174
— syr. XUDO seffa oder saffa, arab. safaf Korb' aus phl.
*sapat — np. sabad, arab. sabaóa Fraenkel 79, kurd. sabad
"Kiste' Socin, Samml. II, 312.
570. , satak einfach, blos’ Pseud. 116, Sokr., Osk.
Joh.
— np. sada “einfach, schlicht, blos'.
satakem 8. p. 110 unter atak.
571. ump -sard Jahr — zd. saroda-, np. sal Jahr
in ausard, navasard, eritasard, s. oben p. 112, 202, 148.
572. mup sar Haupt, Kopf’ = np. phl. sar “Kop?”
in atandasar Haupt einer Secte, Sectirer' Erznk. Mt., kazar-
dasar "Zauberkünste treibend' s. oben p. 162 unter kazard.
573. umpbul sareak, sarik ‘Staar’ Basil., Philo, Med. Schr.,
Mech. Fabeln 112
— np. sar, auch sarak, saraj, sara Staar, phl. sar Bdh.
Gl. 172. Vgl. skr. sarika, cürika Predigerkrähe nach PW.,
eine Drosselart nach Dr. Th. Bloch.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 937
574. aun, saroy ein Baum, vgl. Ezech. 31, 8: sard ev
saroy ev noc, gr. nur Xvrrd&g10001 für alle drei, ähnlich Jes. 41, 8,
zrvg Sacharja 11, 2
= np. sarv Cypresse'?
saruparíay s. im 3. Abschnitt.
sarkulay s. im 3. Abschnitt.
seav schwarz s. unter den Originalwórtern.
sin s. im 3. Abschnitt.
575. hg sing oder sig ein Gewicht von vier ved
Anan. Shirak. p. 27 fig.
= syr. pod wahrscheinlich ‘semidrachma’ (Brockelmann),
np. si-yak “ein Drittel’ Ges. Abh. 71 —?
576. fue siramarg (i-a St.) Pfau' 3 Kg. 10, 22, Eznik
139, MGg. 610 u. s. w.
will de Lagarde zu zd. saeno + mereyo, phl. senlo) muruk
West, PT. I, 50, sen i muruk Yatk. 64, paz. sinmuru Min. Gl. 189,
np. simury 'der Vogel Greif'!) stellen. Die Bedeutung passt
aber durchaus nicht. Ueber die Vorstellung vom Greif vgl.
Justi, Bdh. Gl. 184, Btrg. z. alten Geogr. Pers. I, 7. Die Er-
klärung der Armenier: wiesenliebend' passt auch nicht, es
müsste dann margaser heissen. Im zweiten Theil gehört das
Wort vielleicht zu loramarg, loramargi 'Wachtelmutter' deorv-
yountoa Ex. 16, 13 etc., von lor “Wachtel” beruk.
577. % skavarak (i-a St.) “Schüssel Mt. 26, 23,
Mc. 14, 20 u. s. w., 'Hirnschale ?) MX. 173, 12
= np. sukora (? neben sukurra, sukra etc.) “patina testacea
s. fictilis' (Vullers), arab. su&urja, nach Andern sukurraja = np.
sukura paropsis' (Freitag Wb.), syr. pp (ep Ypꝰ ) “Schüssel”
Ges. Abh. 73, modern arm. uskura 'kupferne Schale’.
Vgl. P. St. 169.
578. milk smbak (i-a St.) Huf (des Pferdes) Jes. 5, 28 u. s. w.
— np. sunb, sum, summ Huf', arab. sunbak (de Lagarde
1) Für yovy Lev. 11, 13 setzen die Armenier paskuc eine Adlerart',
die nach MGg. 615 in Indien vorkommt.
2) Vgl. ital. testa, franz. téte.
238 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Symmicta p. 60), sunbuk (Freitag Wb.) Huf', phl. sumb Bdh.
Gl. 182, Spiegel, Traditionelle Lit. p. 463, sunb Yatk. 67,
Anm. 68.
smbul s. ım 3. Abschnitt.
579. , smpatak (gen. -i) Prüfstein', nur bei
Basil.
= np. sunbada, arabisirt sunbäda), hajar ul-sunbaóaj
A. M. 99 'Schmirgel', zum Putzen und als Medicament ge-
braucht Achund. 54, Polak, Persien II, 169. Als Pehleviform
ergiebt sich *sunbatak. P. St. 8 70, 73.
580. vegan sngoir (i-a St., gen. snguri) rothe Farbe zum
Schminken und Färben’, beg Ezech. 23, 40 u. s. w. deckt sich
lautlich nicht recht mit
np. Sangar A. M. 161 = arab. $injar (Freitag Wb.) An-
chusa tinctoria, Alkanna, färbende Ochsenzunge' Achund. p. 90.
581. in, sngrvel ein indisches Gewürz, neben dem
Pfeffer genannt MGg. 615, ed. Soukry 45: snkrvil
aus #sugvet — *singivet = arab. pers. zanjabil A. M. 137
(nach Vullers = pers. sankalil, phl. Sangavir u. s. w.?), syr.
9237, pali szigivera-, skr. erngavera-, gr. Cıyyißegıs = deutsch
Ingwer.
582. gas Sndus roiyanrov Ezech. 16, 10, Mos. Kal. I,
292, 2 (s2doy), ed. Emin p. 138, z. 8 v. u. (sndus)
— arab. pers. sundus 'species panni serici tenuis' (Freitag
Wb.).
583. 4% soz (o-St.) Zwiebel Num. 11, 5, Osk. Mt.
= np. sör “Zwiebel”.
Mit skr. gué brennen, Schmerz empfinden, trauern’ lässt
sich weder np. soz Zwiebel' noch arm. sorak (für gr. rogpvgiwv
ein Wasservogel Lev. 11, 18, sonst aber = ‘Nachtigall’, das
de Lagarde zu zd. suzra- roth' stellt, vereinigen, wenn es auch
persisch klingt und aus dem Persischen stammen mag. Auch
arm. soči (soci) Tanne, Fichte’ wird durch ein zd. *saocya-
‘brennbar’ (de Lagarde) nicht erklärt.
sonic s. im 3. Abschnitt.
sonopri = sonobri s. im 3. Abschnitt.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 239
584. uml sulem, sulem, sullem pfeifen, zischen' Philo,
Joh. Phil, Lambr. u. s. w. gehört schwerlich zu np. siflidan
‘pfeifen, zwitschern'.
585. uuu Spa (r- St.) El. 23, 2 = spay (i-St.) Heer, Truppen’
1 Maccab. 8,20, MX. 228, z. 2 v. u., Sb. 138, Arist. 12 u. s. w.
— np. sipah, phl. spah Gl. and Ind. 156, zd. spaóa-.
Dazu spayazaur, spayakoit Joh. Kath. 193, spayapet Koriun
16, spayasalar — spasalar Lambr. — Die Form spa? ist älter
als spay.
Vgl. p. 240 sparapet. — Spah hat mit arm. spas “Dienst
nichts zu thun, daher ist de Lagarde’s Gleichung arm. spastk
= np. sipahi gr. Ag. p. 83, Anm. falsch. Arm. spasik — Diener,
is æan spaskapetutean Ag. 651, 1 etwa königlicher Haus-
minister ?
epanaz s. im 3. Abschnitt.
spand s. im 3. Abschnitt.
586. vuan Spar in i spa? bis ans Ende’ Joh. 13, 1 u. s. w.,
anspar endlos El. 10, sparazen vollständig gerüstet, schwer
bewaffnet, sparem 'zu Ende bringen' — 'aufbrauchen, auf-
reiben, vernichten’, sparspur gänzlich, vollkommen, gründlich’
Richter 5, 26, Ag., Laz. etc.
— np. sipari, ispari “perfectio, finis, finitus, completus’, pàz.
spur “perfect, puri = phl. spurik ‘complete? Shk. 268, phl.
spur "perfect! Gl. and Ind. 161, an-aspurik ‘imperfect West,
PT. IV, 40, spurikih “completeness IV, 328, an-avispurik un-
vollendet’ BB. 17, 261, zd. asperena- vollständig (= phl.
uspurik) Darmesteter, Zend-A vesta III, 137, aram. ye eifrig,
sorgfältig’ (eigentl. ‘gründlich, vollständig’) Esra 5, 8 u.s. w.
Vgl. P. St. p. 73.
587. ve: spasalar Feldherr YiSatakarank‘ und Joh.
Kath., auch aspasalar Mt. Urh., spayasalar s. unter spah
= np. sipahsälär, sipahsalar Feldherr', päz. spahsälar Shk.
267, eigentl. Anführer des Heeres’.
Jüngeres Lw.
spar ‘Schild’ s. p. 108 unter aspar.
sparak s. im 3. Abschnitt.
940 2. Abschnitt: Persische Wörter.
588. wuywpuuybın sparapet und asparapet (i-a St.) Oberfeld-
herr, deyiorodrnyos Gen. 21, 22 u. s. w., vgl. Wb., EI. 8, 8
(Anatol, Sparapet des Ostens), FB. 186, 2 (MuSel, Sparapet von
Armenien), Ag. 650, Sb. 34 und 36
= np. sipahbaó, sipähbad, phl. spahpat Yatk.73, Gan). Gl. 21,
Bdh. Gl. 173, West, PT. IV, 87 u. s. w., ap. *spaádapatt- !).
Es gab in Persien vier Spahbeds, wie im Bundehesh die
Sterne vier Spahbeds haben, nämlich für den Osten, Westen,
Süden und Norden, Tab. 155. Vgl. patgosapan und ust. —
Die Würde eines armenischen Sparapet = sparapetutiun,
asparapetutiun FB. 71, Ag., MX. etc. war erblich in der Familie
der Mamikonier FB. 256.
In der Sassanidenzeit 1st das Wort in der Form Aspahapet
(s. oben p. 22) von neuem entlehnt worden.
589. u, spetapar (var. spitapar) einmal bei Thom.
303, z. 14 v. u. von der Stirn des Gagik gesagt
wohl — spitakapar “weissglanzend MX. 27, Ag. 589.
DeLagarde's Deutung als =aspetapar (das = zd. *aspopaitt-
paranah- sein soll!) ist abzulehnen.
590. 1 ν,jHi/ spitak (t-a St.) weiss El. 11, Z. 5 v. u., Mt.
5, 36 u. s. w., alt und häufig, 1. Glied vieler Comp.
= np. siped, phl. spet Bdh. Gl. 174, zd. spaeta- “weiss”.
Formell ist arm. spitak = päz. speda, phl. spetak Shk. 267 =
np. sipeda “das Weisse’ (des Eies u. s. w.).
591. wunedhil” spuzem aufschieben, verschieben’, spuZumn
Aufschub', Sokr., Thom., Mos. Kal. I, 158
— np. sipoztan, pr. sipözam ‘aufschieben’, phl. spoztan “to
thrust, remove’ Gl. and Ind. 156, spö2 Aufschub' Salemann,
Mittelp. Stud. 244, paz. spoza “puting aside, spuztan (lies
spoztan) “to set aside, remove, neglect’ Shk. 267, 268.
592. uhu stambak (i-a St.) streng, tyrannisch', adorn-
góc Luc. 19, 21, “widerspenstig, aufrührerisch' El. 143, 16, stam-
bakem “aufsässig, widerspenstig sein' El. 55, 8, Mos. Kal. I, 212,
stambakutiun Gewaltthätigkeit, Frechheit’ Laz. 362
= np. sitanba 'streitsüchtig, gewaltthätig'.
1) Altp. späda- Heer in dem N. pr. Tarmaspäda (ein Meder).
2. Abschnitt: Persische Wörter. 241
Davon verschieden np. sitam “Unrecht, Bedrückung’ =
paz. stahm 'violence', phl. stahm oder staxm Phl. Min. 13, z. 2.
Vgl. Horn, Grdr. 717, 718.
593. -umuńų -stan als 2. Glied von persischen Comp. wie
aspastan ‘Pferdestall’, Asorestan, XuZastan u. s. w.
= pers. -stan, ap. zd. stäna- Ort, skr. sthäna- "Ort,
594. aum» jui. stasın (gen. staszin, instr. staszamb) übersetzt
gr. oraxrn “das aus frischer Myrrhe und Zimmt auströpfelnde
Oel’ Gen. 37, 25, Hohelied 1, 12 u. s. w. und wird von de Lagarde
mit diesem etymologisch zusammengestellt, aber in unhalt-
barer Weise.
Urverwandtschaft ist bei derartigen Wörtern ausgeschlossen,
Entlehnung bei der lautlichen Differenz schwer zu begründen.
Arm. sta$zn müsste auf ein persisches *stazsa- zurückgehen,
das zu den Griechen als *ora&n gekommen und an 07ra4T706,
OTAKTI tropfenweise hervorquellend’ volksetymologisch an-
gelehnt wire?
Aus dem Griechischen stammt umuipinhll staktıke bei Pseud.
126,6: »die Bäume hatten Thränen wie die persische sf tie.
— Die Stakte von Storax zu unterscheiden: Achund. p. 268.
595. h srah (i-St.) Hof, Vorhof’, atin Mt. 26, 3, Halle?
orod Joh. 5, 2; 10, 23, El. 17, 2. 3 v. u., auch im Sinne von sruhak
Vorhang Ex. 38, 16 — atiaia; davon (wie oëioio von aA)
up url, srahak (i-u St.) Vorhang, êmiamaorooy Ex. 26, 36, sra-
hakk dran srahin röxataneraoue tijg ztÜÀng rig db, die Vor-
hänge der Thür des Vorhofes Ex. 38, 18, FB. 135, 6; 246, 4 u. s. w.,
srahak — aùàń “Vorhof (aber mit der Var. srah!) Ex. 38, 18,
arm. srah = jüd. pers. Nd “Vorhof’ de Lagarde, Pers.
Stud. 72, arm. srahak — arab. Lw. surädig Vorhang ebenda,
mand. Nye Zeltdach“, ap. *sräda- P. St. 199.
596. uh srsk-em besprengen' Hebr. 9, 19, Num. 19, 13
u. s. w., srskumn Besprengung' Num. 19, 9
= iran. “srsk- in zd. vi-srascayon sie sollen besprengen' vd.
7,29, sraska-(Justi: Hagel’, Darmesteter: Thränen'), np. stris&
"Tropfen, Thräne’ Fird. I, 254, 179, paz. sris$k "Tropfen" Min.
Gl. 192.
Ist srsk-em entlehnt, so wird es aus ülterem *srisk-em von
Habschmann, Armenische Grammatik. 16
249 2. Abschnitt: Persische Wórter.
mp. *srisk — zd. *soroska-, ap. *sysku- (= np. strišķ) entstanden
sein. Vgl. P. St. 145.
597. fup vagr (r-St.) "Tiger Basil, Grig. Nius. (8. Jhd.),
MGg. p. 615 (Indien), Mech. Fabeln p. 84 — skr. vyaghra-.
In Armenien gab es Löwen (areuc) und Leoparden (in)),
vgl. MGg. p. 607 und 608, aber keine Tiger (vgl. Verf., Arm.
Stud. I, p. 14 Anm.), weshalb der Name Fremdwort sein wird.
Die Armenier werden das Wort von den Persern entlehnt,
diese aber es von den Indern erhalten haben. Das so voraus-
zusetzende phl. *vagr (vayr) aus skr. vyayhra- musste im Np.
zu *bayr werden, aus dem durch Assimilation des Inlauts an
den Anlaut das vorhandene np. babr “Tiger entstanden sein
könnte? Vgl. P. St. 25.
595. [Jum p vaz-k (i-St.) Sprung, Springen’, &Aua, vazs
arnum ‘springen’ Hohelied 2, 8, vazem ‘springen’ 1 Kg. 25, 23,
Apg. 3, 8, FB. 128, 2. 3 v. u., redupl. vazvazem ‘springen’ Apg.
3,8; 14,9 ist offenbar echtarmenisch und gehört also nicht als
Lw. zu
np. bärtan, bazam 'spielen' (Wurzel iran. vaz P. St. 22), das
auch 'springen, tanzen' bedeuten soll.]
599. (/ vahan (i-a St.) ‘Schild’, oris, 9vosóc Kg.
17, 6, Ephes. 6,16, Sb. 22, vahunak aonıdloan Ex. 28, 13, vaha-
nakir schild-tragend' 1 Kg. 17, 41, vahanavor schildtragend'
FB. 201, 232, 243 u. s. w. kann nicht mit Sicherheit als Le -
oder Originalwort zu
zd. varadra- ‘Panzer’, osset. varé Schild', skr. vartra- *weh-
rend, Deich, Schutzdamm' gestellt werden.]
600. Y vacar (i-a St.) Handel, Verkauf, Markt’ Gen.
42, 1, Lev. 25, 14, Jes. 23, 17, 18, Mt. 22, 5, Ezech. 27, 12;
13, 18 u. s. w., alt und häufig, vacarem verkaufe Mt. 13, 44,
vacarakan Kaufmann Mt. 13, 45, Sb. 140, vacarik “verkäuf-
lich, feil’, Aatavacar "Geldwechsler Mt. 21, 12, Mc. 11, 15,
alavnevacar "Taubenverkäufer’ Mt. 21, 12 u. s. w.
= np. bazar Markt, Handel, bazargan, bazargan Kauf-
mann, bazari'ad forum pertinens, mercator, päz. väzar market,
usage, vazargan ‘trader’ Shk. 272, phl. vacar "Markt, vacar-
akünih “Handel PPGI. p. 2 und 232.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 243
601. wird‘ vanem schlage in die Flucht’ A. T. etc.
= zd. van schlagen, besiegen’, phl. vänitan!) (Horn, Grdr.
p. 298).
Original oder entlehnt?
602. ebe vang, vank (i-St.) Laut, Ton, Silbe‘ 7. Jhd. und
später
= np. bang Stimme, Ruf’, paz. vang voice, outery' Shk.
270, phl. vang voice, ere Gl. and Ind. 231, ZPGI. 8 (= zd. vāzś),
PPGI. 231, Bdh. Gl. 255, bal. gcan£ Ruf, Schall, Echo’.
603. dek vušz (d-St.) Wucher Joh. Mandakuni (5. Jhd.)
p. 63 fig., Arist. 111 u. s. w.
= phl. vars interest (of money), increase, sunrise, growing"
Ganj. Gl. p. 19, West, PT. IV, 138, zd. vazsa- “Wachsen, Zu-
nehmen. Vgl. phl. varsitan “to grow, vazst$n 'growth' Gl. and
Ind. 229.
604. sen var (i-St.) eines der königlichen Insignien, nach
C.: “manto reale, velo’ etc. FB. 245, Mos. Kal. Moskauer Ausg.
p. 59, 16, 19 u. s. w., jetzt in Armenien z. D das weissseidene,
goldgestickte Tuch, das dem Katholikos vorangetragen wird,
damit er nicht auf die Erde sieht, auch Kirchenfahne, Bahr-
tuch nach A. Xacaturean)
= np. bär “velum, aulaeum’?
605. uum vat (i-a St.) schlecht, müssig, faul, feig Gen.
37, 18, Sprüche Salom. 6, 6, 9, Mt. 25, 26 (óxvroóc), 1. Glied
vieler Composita wie vatabaz’, vatabaztik = vatabastik un-
glücklich’, vataztarak (s. p. 94 unter aztar) El. 111, 11, vata-
sirt ‘feig’, vatazrut der schlechten Rath giebt’, vatakerp häss-
lich’, vutansan 'schündlich' FB. 154, vattohmak, vattohmik
“unedel, gemein’; davon vutanam zögern' Richter 18, 8, ratem
“stumpf, schwach werden’ (von den Augen) Deut. 24,7 u.s. w.,
vatíar schlechter, geringer, #rrwy 1 Kor. 11, 17, 1 Kg. 17,43,
vatuliun ‘Feigheit El. 17, 11, Laz. 542, ‘schlecht, gering, ge-
mein’ Salom. 11,16, vatiaragoin ye(gwv Salom. 15,19, vatiarem
“unterliegen machen’ El. 17, 5, FB. 206, vatíarutiun Hrrnua
Herunterkommen, Unterliegen’ 1 Kor. 6,7, El. 5, z. 8 v. u.
1) Vgl. vanıtär der schlägt, siegt, vanisnih das Schlagen, Siegen’
ys. 56, 13, 4 für zd. van.
16*
244 2. Abschnitt: Persische Wörter.
= np. bad böse, schlimm, schlecht’, comp. badtar, batar,
battar schlechter, schlimmer’, pàz. vad evil, bad’, comp. vadtar
worse, viler' Shk. 269, Min. Gl. 203, im Phl. vat, gewöhnlich
aber dafür semit. sarya geschrieben, comp. vatar PPGl. 229, in
Compos. np. badbazt, badaztar ‘unglücklich’, baddil feig', paz.
vaddil Min. Gl. 203, phl. sarya-bart, lies vatbazt “unglücklich”
GL and Ind. 162. Als Lw. im Bal., Afgh., Kurd., der Compa-
rativ im Bulg. und Serb., Miklosich, türk. Elem. I, 23.
606. /h varaz (i-a St.) Eber Eznik 66, 148, MX. 29,
7, 8 (u-St.), FB., Philo, Thom. etc., varazagir matani “Ring mit
Ebersiegel' Mos. Kal. I, 209, Steph. Orb. I, 54, ähnlich FB. 164,
varazukerp “die Gestalt eines Ebers habend’ u. s. w.
— np. gurüz, zd. varaza- “Eber.
607. Tun 11, u: varapanak-k (1-a St.) ‘Waffenrock’, uay-
q b 1 Kg. 17, 38, 39; 18, 4, 2 Kg. 20, 8
aus var = np. bar ‘Brust’, zd. varah- ZPGl. und panak
‘schützend’, s. oben p. 221 unter pan, also = Brustschützer'.
Dasselbe, ohne die Endung ak: varapan ‘Panzer’ Thom. 37,
2. 2 v. u.
Davon zu trennen varapan qiuóg (der über die Nase
herübergehende und sie einklemmende Zügel, im Hebr.
Nasenring' Jes. 37, 29, Ephrem, Narek.
608. jumput taravand ein Theil des Pferdegeschirres,
etwa "Zaum'?, nach de Lagarde
— np. barband Brust-band',
nur bei FB.: 1. p. 108, 3: er schenkte ihm viele Renner mit
königlicher Ausstattung (aucar), mit einem oskivaravand (“ein
goldenes raravund habenden') aprdum(?); 2. p. 254, 15: den
Feldherrn Manuel hoben seine varavandaspas (= 'varavand-
Diener, etwa Reitknechte' auf das Pferd.
609. / % vard (i-St.) “Rose Ag. 450, Salom. 2, 8 u. s. w.
= np. gul ‘Rose’, arab. vard, syr. X01 ‘rosa’, zd. varoóa-
‘Pflanze’ vd. 16, 2.
Vgl. Vardeni oben p. 82 unter Vard.
610. ung varz Stock oder Keule', einmal bei Levond 24,
2. 2 v. u.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 245
— np. gurz, gurza ‘Keule’, arab. jurz, mand. guzrà, pàz.
vazra, phl. vazr ZDMG. 43, 38 Anm., Min. Gl. 212, zd. eazra-
‘Keule’.
Man sollte arm. vazr erwarten, P. St. 266.
611. mpd varz (i-St.) Uebung, Studium’, ne Er Pred. Sal.
12, 12, gelehrt, kundig? MX. 5, varZem üben, unterrichten,
lehren’ Apg. 7, 22, Sb. 78 u. s. w.
— np. varzidan schaffen, thätig sein’ Fird. I, 25, 46, assi-
duum esse in agendo, factitare, exercere’, ptc. varzida “exer-
citatus in re, assuetus rei, varz opificium, ars quam quis exer-
cet’, varzi$ “exercitatio, studium’, phl. varz labour, work, prac-
tise Gl. and Ind. 239, var? “observing (of ceremonies) West,
PT. IV, 151, “knowledge, wisdom’ Ganj. Gl. 19.
Liegt ein phl. varż ausüben, üben’, das von np. varz Feld-
arbeit’, varzīdan “serere, seminare’ (Fird. I, 24, 25) zu trennen
wäre, zu Grunde?
612. mpå varj (u-St.) Lohn, Sold’ Mt. 20, 2 u.s. w., varj-
kan Tagelöhner, Söldner, Dirne, feil’, varyim dingen' Richter
9, 4 u. s. w.
= np. varzidan erwerben, verdienen’, varza “Gewinn”.
Echt oder entlehnt? — Dazu varjak “Sängerin, Tänzerin’
MX. 141, z. 2 v. u., 2 Kg. 19,35, Michael 314 etc.? Vgl. Bdoba
des Suidas = walrgıa, de Lagarde Symm. 91.
613. dup, uufiul, varsamak: (i-a St.) Schweisstuch' (fürs Ge-
sicht und als Kopfhülleder Leichen), covóco:ov Luc.19, 20, Joh.
20, 7, varsamakapat “mit Schweisstuch umwickelt’ Joh. 11, 14
= np. bafama, vasama ‘velum quo feminae caput tegunt
(belegt ZDMG. 48, 497).
614. deutsche varung Gurke FB. 208, Mech. Fabeln p.57,
Galen, Pseud., varngeni die Pflanze, der Baum dazu (neben
Jileni 'Oelbaum' genannt) MGg. 610, Vardan,
zu np. badrang 1. species cucumeris, 2. malum citreum' !),
auch balang Vullers I, 182 und varang Vullers II, 1405, phl.
vatrang Bdh. Gl. 254, phl. vd. p. 14, z. 1 v. u., PPGl. 230 u.s. w.
Lautlich schwer zu vereinigen.
1) Unter malum citreum ist in alter Zeit die Citronat-Citrone zu ver-
stehen im Unterschied von unserer Citrone = Limone, Hehn p. 434.
916 2. Abschnitt: Persische Wórter.
615. Jupe vars (i-St.) Haar, meist pl. vars die langen
Haare des Kopfes’ FB. 70 u. s. w., auch ‘Strahlen der Sterne’
und Laub der Bäume’, 46% Hiob 38, 32, Narek., Pit., varsakal
Haarhalter = Stirnband, Diadem’ MX. 31, FB., Joh. Kath.,
varsam ast! “Haarstern’, zougre, varsaviray 'Haarscheerer
(s. p. 247 unter viram), varsavor die Haare lang (ungeschnitten)
tragend, behaart, dicht belaubt’, ast? varsavor — asti gisavor
‘Komet’ Levond 37 |
— phl. ears Haar des Kopfes’ Yatk. 64, PPGl. 7, 226,
phl. vd. 192, 6, 7, Bdh. Gl. 260, Shk. 270, zd. varasa- “Haar
des Kopfes’ ZPGI. 6, 48.
Dazu nach Wb. varsak “Hafer” Ag., Basil, wegen der
Grannen? Schwerlich richtig.
vaver s. oben p. 100 unter anvaver.
616. / veh (i-St.)xgeirrwv, Gegensatz zu var ſur fivc ge-
ringer (s. oben p. 243 unter vat), vgl. El. 23, z. 11 v. u., überlegen,
besser, grösser, mächtiger, höchste’ MX. 86, 11, El., Pseud. u. s. w.,
auch vehagoin MX. 4, 8, vehakan'!) höher, erhaben’? u. s. w.
= np. bih (az —) besser’ (als —), paz. veh Min. Gl. 213, phl. reh
Gl. and Ind. 243, PPGl. 232, ap. vahyah- im Namen Vahyaz-
data-, zd. vanus, ntr. vohu, comp. vahyä, vanhä, sup. vahtsta-.
Vgl. P. St. 129 und s. oben p. 83flg. die Namen mit Feh-.
vzean s. p. 150 unter zeun.
617. /in vzruk, vzurk gross El. 20, 5, Moskauer Ausg.
27, 13, Sam. erec (12. Jhd.), alt. Wb.
— np. buzurg ‘gross’, pàz. guzurg Min. Gl. 95, phl. c(u)zurg
aus r(a)z(u)rg Gl. and Ind. 236, Bdh. Gl. 257, phl. inschr.
v(a)z(u)rk (s. P. St. 148, 157, 163) Haug, Essay on Pahlavi
p. 47, l, ap. tazrka- “gross”.
Davon zu trennen Haart, der Xak'an MX. 172, 173, Vzru£,
Isxan der Georgier N. P. 25,
618. Lid vez coperta C., davon visa “Ueberdecke’ Ex.
26,14; 36,19; 39, 34, zu np. árez/an hängen’? An sich unsicher
und sogar falsch, wenn aveztan von der Wurzel cic (P. St. 16)
kommt
1. Dazu nach de Lagarde arab. bahkanatun ‘pulchritudo formae exte-
rioris. Sehr unsicher.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 247
619. JE. cem (i-a St., gen. eimi) Stein, Fels’ Mt. 16, 18;
27, 51, 597 28, 2 u. s. w.
— zd. vaema- “précipice” (Darmesteter) ?
620. eu višap Drache El. 102 flg., MX. 62 u. s. w., alt
und häufig
= zd. vid pa-, Beiwort des aži- ZPGI. 76?
Ich würde arm. vsap erwarten.
621. [Vu vicak (i-a St.) "Loos, xAjooc Mt. 27, 35, Mc.
15, 24, Joh. 19, 24 u. s. w. schwerlich zu
np. bēża, veia “proprius, peculiaris. — Ueber beda rein,
lauter’ s. Horn, Grdr. Nr. 253, P. St. 33]
622. dë vin (i-a St., gen. vni) “Laute FB. 229, Ephrem
zu skr. vina ‘Laute’ (Cat. Br. etc.)? Unsicher, weil im
Iranischen nicht vorliegend. — Als Nebenform führt Wb.
gavin und gavık an, die nicht verwandt sein konnen,
623. daan vist (i-aSt.) Schmerz, Pein, Leid, Noth, Trübsal,
Gefahr’, Zéoun Ex.3,8, xivövvog Röm. 8,35, FB. 186, z. 6 v. u.,
Steph. Asol. 134; davon es/anam leide 1 Kor. 12, 26, ptc.
vStageal sra$oVo« Me 5, 26
zu gd. dvaesah- Feindschaft, Bosheit! = zd. FeS =
phl. bes Led?
Man müsste vist — gd. *dvisti- setzen. Aber anl. de- ist im
Persischen sonst nur zu d oder 5 geworden (P. St. 166). Geht
vit auf ein ap. *visti- (vgl. skr. vis(i- Zwungsarbeit' zurück?
621. [puni viram nur einmal bei FB. 70, z. 13 v. u. in der
3. pl. impf. virayin "sie schnitten’ (die Haare), dazu varsavıray
"Haarscheerer' Ezech. 5, 1, Richter 16, 19 u. s. w., Fahviray
"den Weg bahnend' FB. 52, 11
= phl. paz. viráyam, inf. virästan ‘zurichten, bereiten, ord-
nen' Bdh. Gl. 265, Guj. Ab. p. 73, Spiegel, Traditionelle Lit.
p. 453, Ganj. 20, Min. Gl. 216, Shk. 273, virayisn, virayisnih
"Zubereitung, Herstellung’, v?rästak arranged’ Gl. und Ind. 249,
-virai als 2. Glied von Comp. = bereitend, ordnend’ (für zd.
-rüza !) ZPGI. 18, 7.
Zur Bedeutung vgl. np. pairästan 'zurichten' Fird. I, 260,
284, ‘schmücken, beschneiden’ (naxrun-paträi “a nail-clipper
1) Zd. karsö-räza- ys. 62, 5 = phl. Kisvar-virài Spiegel, ys. 61, 13).
248 2. Abschnitt: Persische Wörter.
JRAS. 1894, 489), frei machen’ Fird. I, 262, 319 ung skr. klpta-
“zugerüstet, beschnitten‘
625. fhu vkay (i-St.) Zeuge Mt. 26, 60, Mc. 14, 63 u.s. w.
= zd. vikaya- Zeuge ZPGI. 22, 5; 43, 13, Idg. F. 4, 119.
626. dës vcar Bezahlung, Vergeltung, Entschädigung’
Osk. Joh., Mech. Rechtsbuch, Evagr., Ende, Beendigung Philo,
Leb. d. Väter etc., davon vcarem 1. beenden, vollenden, aus-
führen’ MX. 31, FB. 251, El. 103, z. 4 v. u., Laz. etc.; 2. bezahlen,
die Verpflichtung einlösen, vergelten, befriedigen, versöhnen,
frei machen, los machen von’, ĝiaiúeiw Sprüche Salom. 6, 35
— np. guzardan 'auseinandersetzen, darlegen, vollziehen,
bezahlen’, paz. guzaresn acquittance' (of sin) Min. Gl. 95,
vazürdan “to explain, separate', vazaresn 'distinction, release,
vazār 'explanation' Shk. 272, phl. e(r)éartan “to separate, solve,
interpret, perform, accomplish’ Gl. and Ind. 235, vicarlı)sn
‘Erklärung’ Bdh. Gl. 256, Salemann, Mittelp. Stud. 229, satis-
fying’ West, PT. IV, 283. — Arm. véar also aus phl. vicar.
Zur Bedeutung vgl. lat. solvo “löse, befreie, bezahle, mache
ein Ende’.
627. ıföhn Gëtt li-a St., gen. vċři) Entscheidung, Urtheil,
Richterspruch’ 2 Kor. 1, 9 u. s. w., Gët mahu “Todesurtheil’
El. 12, vr hatanem ein Urtheil fällen’ El. 107, 1 etc.
== phl. v(ðčīr “a decree, decision, judgement” Gl. and Ind.
237, West, PT. IV, 385, vlijêirkar making decrees’ Gl. and
Ind. 237, zd. vicira- der die Entscheidung hat’. P. St. p. 94.
Man sollte im Arm. ecir (mit r, nicht 7) erwarten. Doch
vgl. p. 242 vacar, dessen ap. Form freilich unbekannt ist.
628. ähm vċit rein, klar’ Philo, Plato, Joh. Kath. u.s. w. zu
np. guzida anserwählt, phl. vzeitak auserlesen Yatk. 47,
Anm. 6?
629. fumu vnas (u-St.) Schade, Verlust’ Lev. 6, 5, 2 Kg.
18, 13, FB. 254, z. 1 v. u., Unrecht, Schuld, Vergehen’, & uA
tua Deut. 22, 26, airia Mt. 27, 37, Luc. 15, 26, Anklage,
Beschuldigung’, aizíaua Apg. 25, 7, vnasem Schaden zufügen’
Luc. 4, 35, 'schaden' Eznik 66, vnasakar ‘Schaden anrichtend’
Apg. 8, 3, Unrecht thuend, sich vergehend' Apg. 25,8, 'schüd-
lich’ 1 Tim. 6, 9, Eznik 66
2. Abschnitt: Persische Wörter. 249
= np. gunã Schuld, Sünde, Vergehen’, gunaAgar ‘Sünder’,
paz. gunah an, gunāhkār “sinful, enner Shk. 247, Min. Gl. 94,
phl. v(t)näs sin, offence, fault, crime’ Gl. and Ind. 247, v(i)nãs-
kar ‘sinner PPGI. 225, v[i)nasitan to hurt’ Gl. and Ind. 248,
bal. Lw. gunas!) Schuld, Sünde, Verbrechen’ (neben jüngerem
gunah), arab. Junah Sünde, Schuld’ (Koran). Zur Form vgl.
P. St. 159, 162, 212.
630. Jeu? vstah vertrauend, sich verlassend auf” FB.
20, 20 u. s. w., cstahanam vertrauen, sich verlassen auf’ Sb. 49,99
e np. gustüz kühn, keck, frech’, paz. vastar “confident,
reliant, presuming, bold, impudent’ Min. Gl. 210, phl. v(i)stāzv
‘confident’ Phl. Min. 8, 8, “disrespectful, proud’ P. N. 116, ap.
* vista(h)uva-.
Vgl. arm. stahak unordentlich, frech, aufrührerisch'?
631. u vtak (i-a St.) Bach, Giessbach, Canal’ Deut.
9, 21, Lev. 11, 9, Jes. 41, 18, Hohelied 6, 10, MGg. 597, 612,
vtakE jurc oder jroc “Wasserbäche’ Deut. 8, 7; 10,7, Joel 1,20,
vtakk areang Blutströme' Mos. Kal. I, 253 (immer unterschieden
von get ‘Fluss’, wovon getak FB. 19, z. 8 v. u.),
nach de Lagarde = zd. “vitaka (zu tak, tac laufen)? Un-
sicher, vgl. zd. ei/azti- ‘Schmelzen’, phl. v(i)aætan Gl. and Ind.
234, np. gudaztan schmelzen'.
632. due vtang (i-St.) Gefahr, Zwang, Bedrängniss’
El. 43, 4, 1 Kor. 7, 37, vtangem “bedrängen’ Richter 16, 16,
nach de Lagarde zu skr. ätanka- Leiden des Körpers, der
Seele, Unruhe, Angst, Furcht’ (Wurzel fac zusammenziehen),
also — ap. *vitanka-?
Vgl. np. tang enge, bedrängt' u. s. w. P. St. 48.
633. /m vlar (mit der Variante vtar!) Durchgang, Oeff-
nung des Körpers, durch die eine Ausscheidung erfolgt’ (wie
die Poren der Haut, Harnröhre, Darmmündung etc.), Grig.
Nius. (8. Jhd.), Joh. Sarkavag (12. Jhd.), Oskiph.
— np. guóar, gudär, gudargäh Durchgang, Furt, Pass,
gudastan vorbeigehen', phl. citar Weg, Passage’ West, PT.
IV, 210, zd. vitara- 'allée'(?), ap. vi-tar ‘überschreiten’. Also
zu Nr. 634?
1) Vgl. Geiger, Lautlehre p. 23.
950 2. Abschnitt: Persische Wörter.
Unsicher. Streitig ist vłař in v/arapah Jerem. 35, 4 für gr.
6 pvldoowv viv abknv oder rv 6061 (42,4), hebr. Schwellen-
hüter. Mechithar im Commentar zum Jeremias erklürt es als
Hüter der Herden’ (der Pferde), da vtar auch Schwarm,
Herde' bedeutet.
nu vtar "vago, lontano’ existirt nicht.
. Y. H
634. une vtarak'esiliato' (einmal bei Snorh., Einnahme
von Edessa), vtarakan 'austreibend, abstossend' Grig. Nius.,
Magistr., vtarandem abführen' (in die Sclaverei) Hebr. 2, 15,
rtarandi vertrieben, gefangen, Sclave' 2 Petr. 2, 3 u. s. w.,
€ . D D > D c *
ttarem treiben, vertreiben, ausscheiden, y tur vtarem an sich
reissen’ FB. 235,
m c . 2. €
zu np. gudara finem et modum transiens ; a passage, a
ferry Shaksp., guóastan vorbeigehen, passiren’, pr. gudaram,
guöästan"vorbeilassen, hinüberbringen' pr. gudaram, guóaranda
vorübergehend, vergünglich', ap. vi-/ar "überschreiten! u.s. w.?
Unsicher wegen der Verschiedenheit der Bedeutung.
635. due vrep!) “torto, perverso; fallo, errore Osk. Es.,
Psalm 72,4, davon vripa&?) und vripakan “irrig, verkehrt, falsch’
El. 32, 20, vripim auf Abwege gerathen, irren, fehlen’, anvrep
*unfehlbar, sicher’ El. 10, 6
= np. tireb “curvus’ (reimt auf fireb‘.
636. u tuzt (-St.) Bettgestell, Sitz, Sessel, Thron’ FB.,
Leb. d. Väter, Steph. Orb. etc.
— np. fazt Sitz, Thron’, nach Zenker auch Gestell, Bett-
stelle’, paz. art — phl. fart, tart Thron' Shk. 268, tärtgah
‘couch’ Gl. and Ind. 115 = np. taztgāh.
637. muja muh tartak (i-u St.) “Tafel 2 Kor. 3, 3, Hohelied
5,14, Brett Apg. 27,44, "Táfelchen'Luc. 1,63, tirAog Joh. 19, 19
= np. tuzta "Tafel, Brett, phl. tartak ‘Brett Matikan i
čatrang p. 3, z. 12.
Daneben tastak bei Philo.
638. mul, tak’) (gen. taki) “was unterhalb ist, Wurzel, Stiel,
Stamm’ Evagr., Ephrem, FB. 114, z. 6 v. u. ete.
—
1) Daneben trép = &r«rtvaig Psalm 72, 4. 2: ‘Zufall’ I Kg. 6, 9.
3. Ein anderes Wort ist tak = ‘Schnur (von Perlen, Laz., ein drittes
neuarm. (ak ‘-fach’ z. B. mi tak einfach, erku tak ‘zweifach’ u. s. w.
— V
—— —
2. Abschnitt: Persische Wörter. 251
— np. tak, tag 'fundus, imum putei, piscinae etc., funda-
mentum, imum cuiusvis rei.
639. aufm takai Tonne Arist. = np. tayar“ Krug, davon
tukarapet Mundschenk, Obermundschenk Gen. 40, 1,2, MX.
93, 5etc., als persischer Titel FB. 157 — np. *tayarbad. Modern
arm. layar Blumenvase.
640. M tacar (i-a St.) "Tempel Mt. 4,5; 11, 16; 12, 5;
21, 12; 23, 35; 24, 1, Mc. 13,1; 14, 58 u. s. w., Sb. 110, “Palast
FB.204,217, 233,246, “Haus, Zimmer, wo das Gastmahl statt-
findet, Gastmahl, Tafel’ El. 48, z. 11 v. u., dazu tacarapet"Tempel-
würter Plato, Leb. d. Väter, vuupaywyög Gen. 21, 22; 26, 26,
doxırolxkuvog Tafelmeister Joh. 2, 8
— np. tajar heizbares Haus für den Winter’, auch 'Spei-
cher’, arab. (azur — pers. fazar Sommerhaus Barb. 393, ap.
tacara-, wahrscheinlich ‘Palast’.
641. mehr tanjem martern, quälen, peinigen, geisseln,
züchtigen, schlagen’, Bao«arileıw Mt. 8, 6, 29; 10, 17; 21, 35;
23, 34, Mc. 5, 7; 13, 9 u. s. w., davon tunjank Plage, Qual,
Pen Mc. 15, 7 ete.,
zu np. fanjidan zusammenziehen, zusammenschnüren, sich
beengt, bedrückt fühlen’, tanjida°bedrückt, betrübt’, tang enge,
bedrängt', skr. fai“ zusammenziehen'?
Unsicher, da die Bedeutung verschieden ist.
642. nug bd tasem aushauen, behauen' Num. 21, 18, 3 Kg.
5, 18, Jes. 9, 10, Zasacoy behauen' Koriun 27, antaš unbe-
bauen 3 Kg. 5, 17
= zd. las schneiden, zerschneiden, behauen, zimmern,
bilden, schaffen’, ta$a- Axt' vd. 14, 7, np. tas Axt', paz. tasidan
= phl. täsitan to cut out, to form, to construct’ Min. Gl. 197,
skr. zaks behauen, schnitzen, schneiden’ etc.
643. munyin tast (-St.) Schale, peaàn Hohelied 5, 13; 6, 1,
Becher, Pocal’ FB. 233, z. 3, 16
= np. fast Becken, phl. zas? “a basin, a cup’ Gl. and
Ind. 118, Becken, Schüssel’ Bdh. Gl. 110, zd. tašta- "Schale
ys. 10, 17. Vgl. dos im 3. Abschnitt.
Ein anderes fast bedeutet Ranke, Schoss des Weinstockes'
FB. 17, vgl. tastavor eunAnuarovoa (sc. &urreilog) Hosea 10, 1.
959 2. Abschnitt: Persische Wörter.
644. amus imul, tastak ‘Schale’, einmal im Tonak.
— np. (asta kleines Becken, Wasseruhr”.
645. many tap (o-St.) Wärme, Hitze’ Eznik 67, Joh. Man-
dakuni u. s. w., tapagin sehr heiss, hitzig Euseb. Kircheng.,
tapanam fiebern' Mt. 8, 14, versengt werden' Mt. 13, 6, zvooó-
uar es brennt mich, ich empfinde Schmerz’ 2 Kor. 1 1, 29, tapim
"krünkeln, krankhaften Eifer haben für' 1 Tim. 6, 4
— np. tab Glanz, Wärme, Hitze, Eifer, Zorn, Schmerz,
Qual’, tab Fieber“, tabis ' Hitze, bal. tap, lap, taf Hitze, Gluth,
Fieber, Schmerz’, phl. tap, tap(i)$n “Fieber etc., vgl. Horn,
Grdr. p. 83, skr. fd pas Wärme, Hitze, Gluth'.
646. u tapak (i-a St.) Bratpfanne“, rhyavov Lev. 2, 5
u. s. w., davon tapakem ‘braten’ Jerem. 29, 22
= np. faba, tava ‘Pfanne’, arab. tabag, syr. Xpan ‘patina,
lanx’, phl. tapak a frying pan” Gl. and Ind. 116, bal. za fu
“oven. Vgl. skr. taptuka- Bratpfanne.
Ueber tapak = aomıdioxn 1 Maccab. 4, 57 s. Ges. Abh.
p. 49, Anm. 1. Doch vgl. auch tapakeal FB. 263, z. 6 v. u.
647. anunquiuin. tapast Streue, Matte’ (von Binsen und dgl.,
12. Jhd. und später), davon fapastak “Matte (zum Sitzen) Osk. Mt.
= np. tabasta ‘tapetum fimbriatum'.
Vgl. syr. NhCEO und NRADEYU rás, np. tanbasa, tanfasa
‘Teppich’, arab. fanfasa, gr. tarıng Fraenkel 103, 290, Nöld.
Stud. II, 40.
648. auujwip tapar (i-a St.) Axt, Beil’ Mt. 3, 10 (àëivn),
Ezech. 9, 2 (;réAexvgc) u. s. w.
— np. tabar “Beil’, bal. tapar Axt, Beil’, ksl. russ. foporá
“Axt, Beil.
649. mumpung taraz (u-, o-, i-a St.) Form, Art und Weise’,
auch feine Art, feine Arbeit’ MX. 25, Ex. 36, 1,3, 4, 5 u.s. w.,
‘Façon, Mode’ davon /arazagorc Jes. 19, 10
— np. taraz, arabisirt firdz, faraz "limbus vestis picturis
aliove ornamento ab aliis partibus distinctus, fimbriae, vestis
pretiosa, ornatus, adornatio, forma, modus’, firazidan “ornare,
adornare', firäzgar qui acu pingit suitque ornamenta vestis’,
arab. farz forma, firaz “mos etc., afgh. tarz form, manner".
650. aun pa tavil li-a St., gen. tartay) ein Saiteninstrument’
3 Kg. 10, 12 u. s. w.
2. Abschnitt: Persische Wörter. 253
— rad, tapja: brò IIlàg39«wv oŬtrw xaAcirat 0gyavov
xoufavo iuqeoéc, © xo vrac èv Tois ztoÀéuoug dvr oalrıyyog
Hesych, Ges. Abh. 201, syr. x530 ‘tympanum’, arab. fab!
"tympanum".
651. my. (eg (i-a St., gen. tigi) Lanze, Speer Joh. 19, 34,
eigentlich aber die Spitze der Lanze (nizak) im Unterschied vom
Schaft (bun) 1 Kg. 17, 7, daher häufig teg nizaki und nizakateg
Lanzenspitze FB. 242,11,16, MX. 30, nizuk bolorateg MX. 82
= np. 4e Spitze, Schwert, Klinge’, zd. bitaeya- zwei-
schneidig’, bal. ës scharf, schnell’, poet. = ‘Schwert’ (Geiger,
Etym. Nr. 389), afgh. Lw. (ën “a sword’. Vgl. skr. tejas Schärfe,
Schneide’, tigmá scharf, spitzig'.
652. n tohm (i- und i-a St.) Familie, Geschlecht’ FB.
234, 242 u. s. w., Tomi edel, vornehm’ El. 126, 17, Laz., toh-
makank “Ertrag, Frucht’ (des Feldes) Luc. 12,16, tohmatic& Ge-
schlechtsregister 1 Tim. 1,4, tolmakıg avyyevng verwandt! Ag.,
Laz. etc., azgatohm die Verwandten’ Mc. 6, 4
— np. tuzm Same, Ei, Geschlecht, Ursprung’, tuzma Ur-
sprung, Geschlecht‘, tuzmagan ‘testiculi hominis, semen plan-
tarum’, paz. tuzm!) 'seed', tuzma source, pedigree’ Shk. 269,
Min. Gl. 200, phl. zum oder tozm seed, semen’, tuzmak oder
tóxmak seed, origin, race, lineage’ Gl. and Ind. 119, Bdh. Gl.
112, West, PT. IV, 107, zd. taoxman- Same, Stamm’, syr. &
‘stirps, familia, gens’.
653. mmdhil tužem “Busse auflegen, strafen’ (»100 Siki von
ihm als Busse nehmen«) Deut. 22, 19, tužim “Busse zahlen’
1 Kor. 3, 15 (sein Leben Mt. 16, 26, Mc. 8, 36, Luc. 9, 25),
"Schadenersatz leisten’, Toi Busse, Strafe, Schaden’ Sprüche
Salom. 27, 12 = tugan “Busse, Strafe’ Mos. Kal. I, 140, tuganim
"Strafe zahlen’
— np. fóztan, pr. tozam “praestare, solvere, pendere’, cam
toxtan die Schuld bezahlen’ JRAS. 1894, 453, phl. 25275 “Busse,
Strafe’, to2et er büsse, werde bestraft’ ZPG!. 3, z. 4, tözisn 'retri-
bution’ West, PT. I, introduction p. 73, päz. foztan, Stamm toż-
“to repay, retaliate’ Shk. 269, syr. X33 cruciatus WZKM. 8, 365.
1) Neben paz. Jim seed Min. Gl. 199, Shk. 269, bal. tom oder tim
‘Same’, ap. faumã- Familie,
254 2. Abschnitt: Persische Wörter.
654. mid faut (o-St.) Hitze Eznik 70, 81, Mt. 20, 12,
FB. 271 u. s. w., ‘heiss’ Eznik 66, tauíagin heiss etc.
= np. fat ‘calor, aestus’, skr. tapti- Hitze, Gluth’, tapta-
“erwärmt, erhitzt, glühend heiss’.
655. punyu pandam Mundtuch' El. 40, z. 16 v. u., pandam,
var. padum Osk. Es., Georg., Erkl. d. Jesaias (13. Jhd.)
= pärsi panam, panom, phl. padam Mundtuch' West, PT.
IV, 162, phl. vd. p. 195, z. 6 v. u., arab. faddam Tab. 243, zd.
paitidana- Mundtuch' vd. 14, 8. Vgl. P. St. 192.
656. eech puh paterak arnum oder palerakim behext wer-
den’ (durch den bösen Blick) Axtark', nach Park,
= np. patyara ‘Unglück’ (Parsenwort), paz. patyara oppo-
sition, adversity, affliction, misfortune Min. Gl. 158, phl.
patiyarak opposition, adversity, misery’ Gl. and Ind. 92?
657. duuqufigunfiily palangumusk MGg. 615, palangamusk
und arabisirt) faranjamusk Med. Schr. — ‘Ocimum pilosum’?
Busabarut iun
— np. palangmisk, fulanjmusk, faranjmusk bei Vullers,
faranjamusk bei A. M. 185, nach Achund. p. 103 und 251 =
"Ocimum, Basilienkraut', phl. palungamusk Bdh. p. 66, z. 13, syr.
1725375 "Caryophyllus aromaticus (Brockelmann p. 288).
658. puudu pasamanin pasaman krem Reue empfinden’
Osk. Mt., Seber., Thom. 119
= np. pasiman 'reuig, paz. pasemän 'reuig, pusemäni
‘Reue etc.
Aber pasaman krem bei Eznik 64 'getadelt werden'?
659. Y pai-K (i-a St.) = ðóğa Ruhm, Herrlichkeit, alt
und sehr háufig
= np. farr Glanz, Majestät’, ap. farnah- in Vindafarná
(nom.) = '"Ivraqégrug, Dapvapalog u. s. w. (neben np. zurra
"Licht, Glanz’ = zd. ztaronah- Glanz, Herrlichkeit, Glorie,
Majestät"). S. oben p. 89 flg. und p. 12flg. die Namen mit Par-
und Xor-, Horn, Grdr. Nr. 808, P. St. 83, 187, 259.
660. F, pargast Gott behüte! Osk. Jes. und Seber.
= np. pargast (bargast, bargas) “absit, prohibeat Deus’.
661. duup[dunl purtam "reich! Narek., Lambr., Snorh.
u. s. w., parlamanam reich werden’ Arist. 111, parlamaguganem
2. Abschnitt: Persische Wörter. 255
“reich machen’ Steph. Orb. I, 223, paríamacugié reich machend’
MX. 275, 2 stimmt in Laut und Bedeutung nicht zu
päz. fradum ‘der erste’ Min. Gl. 77, phl. fratum Gl. and
Ind. 97, ap. fratama-, zd. fratoma- der erste’, hebr. partemim
“die Vornehmen, Edlen’ Esther 1, 3; 6, 9, Dan. 1,3. Vgl.
P. St. 208.
662. bwpmumg parvaz (o-St.) nach v. Stackelberg Saum,
Besatz’ Mos. Kal. I, 292, 3
— np. parvaz fimbriae, limbus vestis; laciniae diversi co-
loris togae vel vesti assutae; pannus sive tela bicolor’ (Vullers),
Besatz (Zenker). Vgl. parvaz, parvaza.
parsaz s. p. 183 unter /rasaz.
partay s. im 3. Abschnitt.
663. % pil!) (i-a St., gen. pli; ‘Elephant Eznik 148, 149,
Sb. 29 fig., MGg.615, Mos. Kal. I, 320, davon plapan Elephanten-
führer‘, j/apet &eqavragyng Maccab., ploskr “Elfenbein’,
ploskreay elfenbeinern' Hohelied 5, 14; 7, 3
= np. pil, arab. fil, phl. pil Gl. and Ind. 112, syr. No, skr.
Lw. pilu- Elephant”.
664. % hin psit (gen. pšti) eine kleine Münze (1 psit =
3 garehat 'granum', 32 psit — 1 dalle han etc.) Anan. Shirak. p. 27
— np. pisiz 'obolus minimus et tenuissimus', pisiza Fisch-
schuppe' (Belege s. ZDMG. 48, 191, phl. pli)$izak oder p(i)sicak
PPGI. 21, syr. NT^CE nummulus'.
Das Armenische setzt ein phl. sit voraus.
665. ,.; ui pustipan oder pstipan (i-a St.) Leibwäch-
ter FB. 164, 207, El. 49, 104, Laz. 390, Sb. 31, 2, Levond 61,
Steph. Asol.
= np. pustban, pustiban Beschützer, Stütze, Rückenlehne,
Riegel’, phl. % Ti an-) salar (s. p. 235 unter salar) Befehls-
haber der Garde’ BB IV, 62, pustikpanakih q Schutz Phl. Min.
p. 46, z. 14.
Zu np. phl. pušt Rücken' = ap. *prstt- und ban = phl. pan
'schützend', eigentl. *Rückenschützer. Vgl. pastpan p. 221.
1) Var. p'et, p'iud und vd ohne Belang.
2; Bo für pustaspan zu lesen.
256 2. Abschnitt: Persische Wörter.
666. nun put Fäulniss, Eiter, faul, verdorben, morsch,
unecht’ Osk. Mt., Seber., Basil., Hiob 41, 18 (os), Salom.
4, 3 (vó9og), davon ptem faul machen, verderben’, onzw, ptim
‘faulen’, o,, Hiob 40, 7; 19, 20 etc.
= np. puda 'verfault', paz. pud “rotten, putrid, rottenness,
putridity’ Min. Gl. 163, phl. puta ‘rotten, decayed, putrid Gl.
and Ind. 107, zd. puiti- Fäulniss' (des Körpers) vd. 20, 3, skr.
pūti- faul, stinkend, putidus; Jauche, Eiter, putika- faul,
stinkend'.
667. ah? pursi$ Verhör, Prozess El. 124, 1, besser
pursisn Moskauer Ausg. p. 144
= np. pursi$ Frage, Erkundigung’, phl. pursisn (für zd.
Fraò na-).
Vgl. posi$ “processo’, anjosi$ che procede ingiustamente'
bei Joh. Kath.
668. hmp puk (o-St., gen. poy) Hauch, Wind (Hiob 7, 7),
Furz, plur. Blasebalg Hiob 32, 19, 'Sackpfeife' Seber., pam
‘sich aufblasen’
= np. pik Hauch zum Anblasen des Feuers’. Vgl.
P. St. 43.
Original oder entlehnt? Vgl. „H pé-e-m hauchen, blasen’
A. T. zu gr. puasa ‘Blase’, qvo Blasen, Blasebalg' u. s. w.
przund s. im 3. Abschnitt.
prprem s. im 3. Abschnitt.
669. , andak "Gravure, Gravirung', y1⁰iν,ẽP, xó-
Jauua Ex. 28, 11; 39, 6, Aundakagore yAvpn, Kandakagorci
yoaplis *Meissel Ex. 32, 4, Äandakem “graviren’ Ex. 28, 11;
35, 33; 39, 6 u. s. w.
= np. kanda gegraben' = phl. *£anda£, kanda-gar Bild-
hauer’, kanda-gari ‘sculptura’.
Später entlehnt ist zandag “Festungsgraben = np. kanda,
pers. arab. randag, s. im 3. Abschnitt.
670. Kd y Kanduk "grosser irdener Krug zur Aufbewah-
rung von Getreide’ MGg. 600 (unter Bithynien)
= np. kandu, kandik vas figlinum frumento recondendo,
arab. kandüuj, syr. WIES
^a pb — — ——— € _ u
EH
2. Abschnitt: Persische Wörter. 257
671. pu p Kas-k die Weichen’ einmal bei Basil.
— np. kas Achselhöhle, Weichen, Gurtgegend', phl. kas
‘armpit, side, flank, loin, breast’ Gl. and Ind. 199, zd. kaša-
Achselhöhle“, skr. kak$a- Achselgrube, Gurt”.
672. geht Kasken “Gerstenbrot’ einmal bei El. 112, 24,
Moskauer Ausg. 132, 6
= np. kaskin, kaskina 'Gerstenbrot".
673. gu, KaStik (ndie Phönizier waren die ersten Schiff-
bauer und die Semiramis war Äastik«) Nonnos
zu np. kasti "Schiff, Aastigar “Schiffbauer”.
Dagegen Äasti-X — Ruder Magistr.
karmargank, karmreank Bleiglätte' s. im 3. Abschnitt unter
mardasang p. 270. |
674. pup; Kars Schleppen Eznik, El. 125, 23etc., Äarsem
ziehen, schleppen, schleifen’ Luc. 12, 58, El. 125, 24, FB. 252, 10,
MX. 219, auch Äasem ‘schleifen’ Ephrem III, 123
= np. kasidan ziehen, schleppen’, phl. kasitan “to draw,
pull, drag Gl. and Ind. 200, zd. Xr schleppen’, skr. kars
ziehen, schleppen, zerren’. — Vgl. P. St. 261.
675. R Kapur 'Kampher MGg. 615
— np. kafur, bal. kafur, phl. kafur Bdh. Gl. 201, syr. "PND,
skr. karpüra-.
676. Kb Kemuzt feines Leder Erznk. Gramm., davon
kemztapat lederumhüllt' MX. 168, 20
= np. kömuzt Korduanleder'.
677. plu Ken (u-St., gen. Ainu) Groll, Hass, Feindschaft,
Rache’ Jerem. 48, 39, MX. 31 u. s. w., Ain-a-zndir “eifernd’
Num. 25, 13, rachesuchend' MX. = Ain-a-yoiz Ephrem, Žin-
avor grollend', Zinam und inanam feindselig sein, hassen’
Num. 35, 21
— np. kin, kina Groll, Hass, Feindschaft, Rache’, kina-
ra “rachsüchtig, feindselig’, Kinvar, kinavar Groll hegend',
kinävar “pugnator, bal. Aenay Feindschaft, Hass, Rache’, paz.
tin (d. i. kin) “hatred, malice’, zinvar (d. i. Ainvar) malicious,
hostile' Min. Gl. 126, phl. ken “Hass, Feindschaft, Rache’ Gl.
and Ind. 205, Bdh. Gl. 216, Yatk. 73, Gan]. 5, zd. £aena-.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 17
258 2. Abschnitt: Persische Wörter.
678. pk; Les (i-St.) Religion, Glaube (der Perser und
Manichäer) Eznik 110, 111, 116 etc., Ke$-a-karkat Religions-
gründer (in verächtlichem Sinn) Eznik 122
= np. kes Religion, Secte’, phl. £o$ religion, creed, sect
Gl. and Ind. 204, hamkes eines Glaubens Yatk. p. 49, zd.
tkaeía- Gesetz.
klan s. im 3. Abschnitt.
Fit s. im 3. Abschnitt.
679. pnenwi, Kurak ‘Füllen’ (vom Pferd, Esel) Leb. d. Väter
— np. kurra Füllen, Fohlen’ (vom Pferd, Maulesel, Esel)
Fird. I, 444, arab. kurraj.
680. Gaam Aust bei MGg. 612—014: Aust i Kapkoh (für
Kustik KapkohA) “die Gegend des Kaukasus’ (Norden), Aust i
zuzastan die Gegend von X üzistan' (für Aus zuzastan), kust
i nomroꝛ die Gegend des Südens’, Fust i zorasan die Gegend
des Ostens’; bei Soukry p. 40: Aust i kapkoh (z. 19), Aust i
zorasan (z. 2), lies Aust i zorraran Gegend des Westens’, Aust €
n(e)mroj (z. 6) die Gegend des Südens, Aust i zorasan (z. 13),
vgl. Bdh. Gl. 210: kust i apaxtar der Norden’, kust i zorvaran
"der Westen’, Aust i nemrot der Süden’, kust i zoräsan “der
Osten’ !)
= phl. kust Seite, Gegend’ = Austak (päz. kusta) Bdh. Gl.
210, Spiegel, Traditionelle Lit. 388, Shk. 257, Min. Gl. 131,
Gl. and Ind. 202, PPGl. 143.
Dazu noch Aust i parnes Gegend von P‘arnes’, ein District
von Arcax MGg. 609.
2
681. pmpå Řurj (gen. -i) Sack = grobes Kleid und Beutel
FB. 25, z. 22, A. T., Ephrem u. s. w.
= syr. NI, Xren, arab. kurz Fraenkel 82.
Da die semitischen Wärter nicht original sind, stammen
sie vielleicht mit dem arm. Worte aus dem Persischen. Syr.
T^*5 und 0953 sind nicht nachweisbar.
682. gesch Asak "Beutel Luc. 10, 4 u. s. w.
= np. kisa, bal. Aisay Beutel, Tasche Dames 102.
1) Ueber die Eintheilung Persiens in vier Gegenden s. Tab. 155.
-——— `
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 259
Semitischen Ursprungs: hebr. arab. kis Beutel', syr. Rn?
‘sacculus’, assyr. kisu? Fraenkel 197.
683. ppþpļwp Ärtikar von unsicherer Bedeutung El. 35, 22,
106, 2. 4 v. u.
zu np. kirdigar 1. ‘omnipotens’, 2. data opera, consulto’?
684. opwpuh, Gra d. i. ausarak ausgepresster Saft, Most’,
vãua (von Granaten) Hohelied 8, 2
= np. afsara ausgepresster Saft’, arab. afšaraj.
685. % ÓSindr d. i. ausindr ein bitteres Kraut Absinth'
Narek., Grig. Nius. (8. Jhd.), Galen, Geop.
scheint auf ein mp. *af$ind- zurückzugehen. Vgl. np.
arab. afstntin, afsantin A. M. 15, Achund. p. 10 und 202, gr.
Ge äton,
686. n Ösnan “Seifenkraut El. 156, 11
= np. usnän “herba alcali Achund. 17, Polak, Persien II,
180. Vgl. P. St. 15, 253. Zd. *us-snana- oder *avasnana-?
3. Abschnitt: Neupersische und arabische!) Wörter.
Nach dem Untergang des Sassanidenreiches (Mitte des 7.Jhd.)
kamen die Armenier unter die Herrschaft der Araber und sind
seitdem mit kurzen Unterbrechungen Unterthanen muhamme-
danischer Fürsten (der Araber, Seldschuken, Mongolen oder Ta-
taren, Perser und Osmanen) geblieben, wie sie es grossentheils
noch heute sind. Daher kónnte man wohl erwarten, dass ihre
Sprache ebenso von arabischen Wörtern durchsetzt wäre, wie
etwa die Sprache der Perser und der Türken, ihrer Nachbarn
und Herren. Dies ist aber nicht der Fall und zwar deshalb,
weil die Armenier den Islam nicht annahmen, sondern trotz
aller Verfolgungen treu und zäh am Christenthum und christ-
licher Bildung, für die sie schon unter den Sassaniden gelitten
1) Vgl. meine Abhandlung: Die semitischen Lehnwórter im Altar-
menischen ZDMG. 46, p. 255 fig.
17*
260 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
und gestritten hatten, festhielten und sich dadurch einen
geistigen Damm schufen, der den Einfluss muhammedanischer
Cultur und Sprache abwehrte und ihre nationale Eigenart und
Sprache schützte und erhielt. So kam es, dass das Armenische
noch zu einer Zeit von arabischen Wörtern frei war, als die
Sprache der zum Islam bekehrten Perser schon zahllose Lehn-
wörter aus dem Arabischen aufgenommen hatte. Bei Sebéos
(7. Jhd.) findet sich, wie zu erwarten, kein arabisches Wort, bei
Levond (8. Jhd.) nur einige termini techn. für specifisch ara-
bische Dinge (s. unten Zara und purkan), bei den Schrift-
stellern des 9. bis 11. Jhd. nur ganz wenige arabische Wörter, von
den arabischen Eigennamen bei den Historikern immer abge-
sehen; erst mit dem 12. Jhd. fangen sie an, etwas häufiger zu
werden, besonders in den aus dem Arabischen übersetzten, in
vulgärer mittelarmenischer Sprache verfassten, gelehrten
Werken (Mech. d. Arzt 12. Jhd., Gcop. 13. Jhd., Med. Schr.
13.—15. Jhd.). Freilich sind nicht alle diese Wörter in den
lebendigen Sprachgebrauch übergegangen, viele gehören viel-
mehr nur der gelehrten Sprache an und sind heute auch dem
gebildeten Armenier unbekannt.
Von den neupersischen Lehnwörtern ist schon oben (p. 15)
die Rede gewesen. Es lässt sich oft nicht entscheiden, ob ein
Wort, es sei ursprünglich persisch oder arabisch, zunächst aus
dem Persischen oder Arabischen stammt, da die arabische
Sprache persische Lehnwörter besitzt und die persische Sprache
noch viel mehr arabische Lehnwörter aufgenommen und auch
arabisirte Wörter persischen Ursprungs zurück entlehnt hat.
Für die Zeit der Aufnahme dieser Lehnwörter ist das
Gesetz der zweiten Lautverschiebung, die mit dem 11. Jhd.
beginnt, von Wichtigkeit. Siche oben p. 15 und ZDMG. 46, 268.
Bei diesem Gesetz ist zu beachten, dass das arm. % (A), das
regelmässig für arab. eintritt (ZDMG. 46, 257), auch noch
nach dem 12. Jhd. den Werth einer gutturalen Tenuis (A)
hatte und also noch nicht zu g geworden war, daher denn das
neuarmenische Lautverschiebungsgesetz genauer so zu fassen
ist: altarm. b, d, 7, J wird seit dem 11. Jhd. im Westarmeni-
schen zu p, t, €, c und altarm. p, t, &, c wird seit dem 11. Jhd.
im Westarmenischen zu b, d, A J, während g und & zunächst
unverschoben bleiben. Also müsste np. arab. badinjan,
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 261
wenn es vor dem 11. Jhd. ins Armenische gekommen wäre,
pumfiufu geschrieben worden sein; da es aber aunfrnáuru =
patincan geschrieben und dudinjan (= np. arab. budtnjan) ge-
sprochen wird, so ergiebt sich, dass das Wort erst entlehnt
wurde, als arm. a, n, 4 nicht mehr für altarm. p, t, é, sondern
(da die Aussprache sich geändert hatte, die Schrift aber geblieben
war) für neuarm. b, d, j stand, d. h. frühestens im 11. Jhd. Natür-
lich kommt die Lautverschiebung zu schriftlichem Ausdruck
nur bei Wörtern, die nach vollzogener Verschiebung entlehnt
wurden, während die älteren originalen und entlehnten Wör-
ter auch bei der (in Westarmenien) veránderten Aussprache
die historische Orthographie bewahrten ). Vgl. ZDMG. 46, 268.
Den im Folgenden verzeichneten arabischen und neu-
persischen Lehnwórtern füge ich die wenigen türkischen
(tatarischen) Wörter bei, die die Wörterbücher (Wb. und C.)
auffülıren, da es nicht lohnt, eine eigene Rubrik für sie zu
schaffen. Vgl. auch die tatarischen Fremdwörter bei Malak ia
d. Mönch (13. Jhd.), die Patkanean in seiner Ausgabe (Peters-
burg 1870) p. 63—64 zusammengestellt hat.
l. wqung azap, sprich azab noch nicht verheirathet', aza-
butiun Ehelosigkeit' modern armenisch Wb. und C.
— arab. 'azab.
2. w[dupwl, alabak, alabek padre principe! Oskiph., Mal. 5,
Steph. Orb. II, 138
= türk. tatar. atabek etym. — Later-fürst'.
3. 1 ſuu atzar bei C., adzar Geop. 239, dei: Busabaru-
tiun 14 ist der arab. Name für arm. valameruk ‘giunco odorato’
= arab. ici “Andropogon Schoenanthus' A. M. 21, Achund.
13, 204.
4. mah aloc, sprich aloj, aluj 'azzeruola' modern arm. C.,
Busabatut'iun 15
= türk. a/ij, halųj Azerole, Mispel' ?
1) So ist z. B. pulp (= np. bam Bass' als altes Lw. bamb, nach dem
11. Jhd. aber in Westarmenien pamp, in Ostarmenien bamb zu sprechen.
Als das Wort (np. dam) zum 2. Male und zwar nach dem 11. Jhd. entlehnt
wurde, musste es allgemein bam gesprochen, von den Westarmeniern aber
ug / Erznk. geschrieben werden.
262 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
5. wyun.d alpuc, sprich albuj — arab. albujj, np. vaj Aco-
rus Calamus? nach Busabarutiun 16. Unsicher.
6. mp al-k (plur.) Nymphen, Hexen’ modern arm.
pärsi al fabelhaftes Thier mit grüsslichem Frauengesicht’
ZDMG. 36, 85? nach Patk. II, 4.
7. wp pb alkimia “Alchymie Arak’el 243 (nach Wb.)
17. Jhd.
— arab. alkimiya ‘Alchymie’.
8. 1700 H/ akrkarhay 7LÜot J'Qov Mech. d. Arzt
= arab. = Ale 'aqir garha Pyrethrum’ aus syr. Bnp ^p»
Löw, Aramäische Pflanzennamen p.298. Vgl. Achund. p. 195.
9. 1 acparar, sprich ajbarar "Taschenspieler'
Oskiph.
= arab. “ajab Wunder, wunderbar’ + arm. arar machend'.
10. widhp my dä dën amir al mumni Levond 19, amir mum-
nik Kir. 34, 47 = arab. amir ul mu minina Befehlshaber der
Gläubigen”.
Arm. amiray 8. unter den syrischen Lw.
11. , antuz, sprich anduz C., Busabatutiun 42 ist
der türkische Name (ande) einer Pflanze = np. rasan (Achund.
p. 73), arm. mur.
12. j,, apuznay, sprich db,] “Affe” Michael, Os-
kiph.
— arab. abüzinnata simia mas’ Freitag Wb. II, 256 aus np.
buzina "Affe", pl. buzinagan JRAS. 1894, 449.
13. i] dró arayıs mec “ein grosses arayis d. h. handes
Fest Thomas Metsop'eci 11 (15. Jhd.)
— np. arayis “das Schmücken, Verzieren'.
14. n apsos schade! Ganjaran, apsosan ‘Bedauern’,
apsosel “bedauern Oskiph., Georg, Erkl. d. Jesaias 13. Jhd.,
Vardan, Erkl. d. Hohenliedes 13. Jhd.
= np. afsös ‘iocus, ludibrium, iniuria, moeror, suspiratio',
als Interj. = Wehe, ach! paz. awasos “mockery? Min. Gl. 23.
15. uil; oder opah sprich osa& "Gummi ammoniacum'
Galen und alt. Wb.
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 263
— arab. pers. usag, np. usa "Gummi ammoniacum' A. M.28,
Achund. p. 18 und 206, Polak, Persien II, 280, syr. pt.
16. pup bab “Thür Magistr.
— arab. bab “Thür.
17. pupnáhó babunič “Kamille Mech. d. Arzt 69, 2 etc.,
ebenda 27, 6 v. u., 29, 13: n, sprich babunaj
— arab. pers. bäbüna) “Matricaria Chamomilla, Kamille’
A. M: 47, Achund. p. 27, np. babuna A. M. 121, 6.
18. % bal “Weichselkirsche’ Med. Schr.
= np. bahi, alubalu “Kirsche”.
19. pupnun balut “Eichel” Med. Schr.
= arab. pers. balüt A. M. 35, ballut Freitag Wb., ballüt
‘Eiche’ Rosen, Np. Sprachführer 35, aram. 953.
20. H , balasan Balsam MGg. 612, Mast.
= arab. balasan A. M. 51, got. balsan. Vgl. ZD MG. 46, 258.
— Jünger ist u palasan, sprich balasan Mech. d. Arzt,
Anhang p. 144.
21. pufug bang (bank) Bilsenkraut' Galen
— np. bang Bilsenkraut' A. M. 54.
22. u baklay Saubohne' Mech. Fabeln p. 44, 45,
Tonak.
— arab. bagila Saubohne' A. M. 32, Achund. 50, modern
pers. bagiila Bohne' Rosen, Np. Sprachführer 36.
23. Ant buztak eine Blume ist nicht = arab. buxia),
s. ZDMG. 46, 258, 259.
24. pmnan Dust oder i pist, sprich bist“Koralle’Med.Schr.
= np. bussad ‘Koralle’ A. M. 53, Achund. p. 30.
25. guru gazar Mohrrübe' Med. Schr., Busabafut'iun
104, 105
= np. gazar, arab. jazar “Daucus Carota, Mohrrübe’ A. M. 87,
Achund. p. 42, 223.
26. gahripar A. St. p. 32 falsch für punSpfuyup Aahripar Mech.
d. Arzt 43, 9; 44, z. 6 v. u., sprich Äahribar Bernstein“ = np.
kahruba A. M. 207, kahruba.
27. quá gaé Gips nur bei C. = np. gat u. s. w. P. St. 90.
264 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
28. gunwug gavaz eine Art Falke, neben bazë und sahen
genannt!) Erznk. Gramm. und vom Wb. = np. *guvaz gesetzt,
vgl. np. guväs “accipiter minoris generis’ Vullers Wb.
29. ga hp gett der Untergebene des Dorfvorstehers 2) C.
= np. gizir, neuaram. gezir Büttel' ZDMG. 35, 233, syr.
pl geziraye 'Gensdarmen' Hoffmann p. 62, Nr. 542. Vgl.
P. St. 272.
30. gnu gos ‘grosse Trommel, Pauke’ Snorh.
— np. kos ‘grosse Trommel’ Fird. I, 382, 55 etc.
31. qauSungpunl dahadram in einem späten Zusatz zu MGg.
613 (s. Anm. 8, ed. Soukry p. 41, Uebersetzung p. 54) neben
havladram, hastadram u. s. w.
aus pers. duh ‘zehn’, haft ‘sieben’, hast acht und diram
“Dirhem’.
32. ius ddmac, sprich ttmaj ‘Nudel’ nur C.
= np. tutmäj.
83. gra dirt *Hefe nur C.
— np. durd.
34. qmquup dudak, sprich tuta£ Papagei' Joh. Damaskaci,
auch kulak Wb.
= np. totak, toti, arabisirt (ufak, futi "Papagei.
35. n, duray 'sorta di veste Lambr., Erznk. Gramm.
(neben % ritdü = arab. DÉI “Mantel, Oberkleid’ genannt)
= arab. Jurrü‘a ‘vestimentum quod nonnisi e lana confi-
citur.
36. hi zambur “Wespe Geop.
= np. zanbūr Wespe, Hornisse’ Rosen, Np. Sprachführer
p. 40, arab. zunbur, zanbür.
37. getun, zanap, sprich zanab Schwanz des Drachen
(Gestirn' nur Vardan
= arab. ðanab "Schwanz (des Drachen arab. tinnin).
1, Das Männchen des gavaz und sahen soll kupic heissen.
2) Dies ist jetzt die Bedeutung des Wortes nach Mittheilung von
A. Xacaturcan, nicht ‘capo del villaggio, wie C. angiebt. Der Dorfvor-
steher heisst jetzt tanuter.
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 265
zarkus s. oben p. 150.
38. % zil die hellste (gespannteste) Saite eines Iustru-
mentes, der Sopran’ (Gegensatz bamb Bass') Erznk., Oskiph.
= np. zr (mit i) hoch, hohe Stimme, hellste Saite’ (Gegen-
satz bam), arab. zir Diskant', afgh. zir (jir) the fine or highest
note of a lute, the treble in music’ Horn, Grdr. p. 258, P. St. 71,
ZDMG. 48, 493.
Vgl. arm. bamb oben p. 116. Dafür quu pam, sprich bam
bei Erznk.
39. %% zik Rand, Saum’ nur Vardan
— arab. zig oberste Halsrand des Hemdes'.
40. gubh, zncil, sprich znjil “Kette Leb. d. Väter, modern
arm. zzi
= np. zanjır, zinjir Kette, bal. Lw. zun ir, zamzil.
41. %, zohal = arab. zuhal ‘Saturn’; diu, [dwph mustari
= arab. mustari “Jupiter; zun $ams = arab. zums ‘Sonne’;
diupkjo marexz = arab. mirrix Marg ` hf, zohra = arab.
zuhra ‘Venus’, owmuppın Gerit — arab. *ufarid "Merkur ; quuliup
yamar = arab. gamar Mond sind die fremden (arabischen)
Namen der Planeten in Vardans Geogr. (13.Jhd.), vgl. St. Martin,
Mémoires II, p. 410, 455. Die armenischen Namen sind: erevak
‘Saturn’, lusnlag Jupiter, aregakn ‘Sonne’, hrat Marg, lusaber
Venus, pailacu ‘Mercur’, lusin "Moud Anan. Shirak. 64.
42. J zunar “Gürtel Osk. Apg. (vor dem 12. Jhd.)
— arab. pers. zunnār, syr. NT aus gr. S.
43. qmpunbl zurape, zurapay Giraffe Michael
= arab. zurafa, syr. s. Brockelmann p. 99, 100.
44. 2% lj zrisk ist nach Busabarutiun p. 176 der fremde
(persische) Name für arm. cor Berberitze
= np. zirisk Berberitze A. M. 9, 3.
45. Hei lazem laufe (nur einmal im Inf. fazelor) Car.
= np. tazum ‘laufe’, inf. taztan.
46. Beie tank “Sattelgurt’ nur bei Steph. Lehaci 17. Jhd.
= np. tang Sattelgurt' (P. St. p. 48), arab. fanj.
266 3. Abschnitt. Neupersische und arabische Wörter.
47. Baba tanka eine kleine Münze Thomas Metsop'eci
15. Jhd.
= tatar. (ana eine Silbermünze (circa 76 Centimes) nach
Pavet de Courteille, np. tanga numus aureus vel cuprinus' etc.
(Vullers, Wb.), das nach St. Martin aus dem Mongolischen
kommen soll.
48. fuu las (i-St.) Trinkschale, Becher Mos. Kal. I, 185,
Leb. d. Váter, Vardan
— arab. fas Trinkschale' (kurd. fas, bal. tas), auch fass
und /assa, daher ital. franz. deutsch tazza, fasse, Tasse, alle
aus pers. fast (oben p. 251).
49. Bags, tasu eine Münze (»kleiner als ein dang (s. p. 134)
und grósser als ein gari (ein Gran';« Wb., »der vierte Theil
eines dang« C.) nur Mech. Rechtsbuch
= np. fasti (A. M. 166, 2) ‘pondus quatuor granorum hordei,
auch 'der vierundzwanzigste Theil' (des Tages u. s. w.), arab.
(assu) “der vierte Theil eines dang, vgl. Tab. 16, syr. N
"ponderis genus (Brockelmann p. 137). Als mp. Form also tasih,
später /asug anzusetzen. Vgl.phl. tasum der vierte PPGl. 218.
50. [Jwpfuuíu farran steuerfrei Steph. Orb. = np. farzan,
arab. farran is qui immunitate gaudet" (Vullers, Wb.), tatar.
tarzan 'celui qui est exempt de toute espöce de charges’ u.s. w.
(Pavet de Courteille) = mong. darzàn “abgabenfrei nach R. v.
Stackelberg, Fünf ossetische Erzühlungen p. 67.
51. Back uy ug tuti adag d. h. iuli der Augen ‘tutia, colly-
rium, stibium' Med. Schr., bei Mech. d. Arzt auch #uftay
= np. arab. tufiya ein Augenmittel A. M. 68, Achund.
p. 38, 180, syr. d 'antimon' Brockelmann p. 131.
52. [dns luraya ist der arabische Name eines Gestirnes
Geop. p. 11, 4; 25, 7 = arab. Jurayyä Plejaden'.
53. Haag lurinj eine Orangenart Leb. d. Väter, vgl. Busa-
batut'iun p. 196 (Citrus vulgaris), turin) zot Melisse ( Citro-
nen-kraut) Med. Schr., irai, irnjeni der betr. Baum Geop.
— np. arab. turunj Fird. I, 433, 3; 466, 509, utruj, turin)
"Citrus medica?’ A. M. 9, 6, Achund. p. 6, 199, turungan, arab.
turun;an "Melisse', syr. RIND, Wim Citrus medica cedra’
(Brockelmann 139).
— en ——
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 267
54. Blies irmus oder írmuz Lupine Geop. p. 22, 1, 2, 5,
Med. Schr.
= arab. (urmus, bei A M. 68,2: larmus, turmis, gr. 9éguoc
Feigbohne, Lupine’.
55. dech Zipak, sprich Zibak "Quecksilber Oskiph.,
Vardan
= arab. zibaq A. M. 141, 11, np. Ziva, jiva "Quecksilber.
56. ni lazvarl Oskiph., la£urd Vrt'anes K ert“, laj-
vard Vardan Geogr. Lasurstein, Lasurfarbe’
— arab. lazeard A. M. 269, Achund. p. 147, np. /azeard,
lajvard Lasurstein'.
57. ve lal ein Edelstein Martin, Ganjaran
= np. lal ‘Rubin’, arab. la'l.
58. hn lakot junger Hund’ Martin
= azerbaij. türk. Al junger Hund’ nach Patk. I, p. 9, 10.
9. „% lka n, sprich yum "Zügel' einmal Oskiph.
= np. ligam “Zügel”.
60. „e lovias ‘Bohne Mech. Fabeln p. 46, 47, lubia
Med. Schr.
= arab. Lal (aus aram. NDI) Fraenkel p. 145), np. /ubiya,
lüviya (aus dem Arab.), gr. Aoßös.
61. [hup zab "Betrug, zabem betrügen alt und häufig,
stimmt nur zufällig zu altarab. zabda “deceptor fut.
62. Auto zalat sbaglio" C., zaltil oder yaltil irren, fehlen
Lambr.
— arab. Ale yalat Irren, Fehlen’.
63. ruf zalifay Kir. 222
— arab. zalifa “der Chalif”.
64. ue zandak Graben Steph. Asol. und Spätere
— arab. pers. zandaq ‘Graben’, Vgl. Aundak p. 256.
65. kee juu; zašzaš ‘Mohn’ Mech. Fabeln p. 50, Med. Schr.
= np. arab. zaézas "Mohn' A. M. 109.
66. [ump zar oder zar ‘Dornen’ Galen
— np. zar Dornen, Dornbusch’ Rosen, Np. Sprachführer 37.
268 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
67. [jumujug zapaz, sprich zabaz Bäcker Vardan (Fabeln
— arab. zubbaz “Bäcker”.
68. opus zarac, sprich zaraj “Steuer Thomas Metsop'eci
15. Jhd.
= arab. rara) “Grundsteuer Tab. 241.
69. „e zarbaz Niesswurz Geop. p. 222, 223
— arab. np. zarbag Niesswurz A. M. 111.
70. M ziar, ziaruk "Gurke' Geop. p. 167, 168
= np. idr ‘Gurke.
71. u zikar Name eines weisen Mannes Snorh., Os-
kiph. = arab. haigar, vgl. WZKM. 8, 281.
72. fn xir Àevxóiov (= Levkoye) C., ziri Mech. d. Arzt
10, z. 5 v. u., ztrt-Oel ebenda 10, 16
= np. arab. ziri Cheiranthus cheiri, Goldlack’ A. M. 110,
Achund. p. 59 (dreiSorten: gelbes, rothes, weisses), Vis u Ramin
28, 15, royan i zeri (Lacköl) A. M. 120, 14, zr Fird. I, 450,275,
phl. zer? (in Zendbuchstaben) Bdh. 66, 17, West, PT. I, 104,
syr. Aarm Brockelmann p. 165.
73. n,i0⁶ zumar katzenjämmerlich', zumarutiun Katzen-
jammer Oskiph.
— E M A
= arab. zumar Katzenjammer.
74. [ug kaz nach C. 'drappo, nach Wb. = frz. gaze Os-
kiph., Auz-a-gorcutiun Verfertigung von kaz’ Vardan
— arab. qazz 'die vom durchbrochenen Cocon gesponnene
Seide' (de Lagarde), 'sericum vilius' ( Vullers), vgl. Fird.I, 23,13,
aus pers. kaj, kaž “genus panni serici vilioris pretii".
75. [whuu kamas "Kleid Leb. d. Väter = arab. gamis
"Kamisol'?
76. /in kankar, kangar ‘Artischocke Galen, Med.
Schr., Car.
— np. kangar Artischocke' A. M. 89, 5, Achund. p. 48.
Dazu arm. kankari ze d. i. Artischocken-gummi' Med. Schr.,
np. Aangarzad Artischockengummi' A. M. 210, z. 3 v. u.,
Achund. 117, Aangarzad, kangari dass. Vullers, syr. nn.
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 269
71. lupis pen] karuray (i-St.) "Uringlas Mech. d. Arzt
= arab. % garura Glas, Uringlas'.
78. [ununn kavat ‘Kuppler’ Snorh. und Lamb.
— arab. gavvad “Kuppler.
Ueber Aavatutiun bei Osk. Mt. II, p. 569, 12 vgl. ZDMG.
46, 261.
79. hyuy klay Burg, Festung’ Snorh., Mt. Urh., Gesch.
Georg.
— arab. gala “Festung”.
Daher der Name Hromklay, Horomklay Kir. 61 fig. = klay
hromeakan Römerburg — arab. galat arrūm, türk. Rum gal est.
80. %%% klayek, klayeak Zinn Mech. v. Airivank 13.Jhd.,
Oskiph., modern arm. ylayek
— arab. gali, türk. galat, bal. kalai, osset. kala u. s. w.
81. [mq kuz'gekrümmt, bucklig’ in Azu/iun das Gekrümmt-
sein' (des Rückens) Georg, Erkl. d. Jesaias 13. Jhd.
= np. küz, eus, kuza gekrümmt, bucklig’, afgh. kog 'crook-
ed, bent’, skr. &ulja- krumm, bucklig'.
52. [mnwjp kurai-E (gen. pl. Aurayig) Koranleser' Levond
146, 9, 15, Steph. Asol. 133, x. 1 v. u.
= arab. /s qurra, pl. von P "Leser des Korans'.
83. Sulardi hamamay ein Baum Geop. p. 100, z. 11 v. u.
und 250
= arab. amama A. M. 90, Achund. p. 49, syr. Nan Brockel-
mann p. 114, gr. &uwuov, lat. amomum.
Vgl. Busabatut'iun p. 21 und 354.
84. C hejup oder SHA hecup, sprich Acgub'Kammer-
herr' Vardan, L. Alishan, Shirak, Vened. 1881, p. 17, 20, 22
— arab. hajib (hejib) Kammerherr.
85. 4huwp hisar Belagerung Mal. 25 oder zsar Vardan 114,
2.4 v. u., hisarel oder zsarel ‘belagern’ Oskiph., Thomas Metso-
peçi 14, 72
= ard. hisar ‘Belagerung’.
86. mtm n tEͥ hunalhunar, var. dhunalhunar, alzuna,
270 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
alkuna MGg. ed. Soukry p. 39, Vened. Ausgabe p. 612, 25 ein
arabisches Oel
— arab. duhn ulhinna Hennaöl' A. M. 121, 2, Achund. p. 66.
87. 8% CÓS (var. jaus, Caus) Snorh., čóšan, causan Grigor
Eröc (12. Jhd.), Martin
= arab. np. Jausan Panzer (aus Ringen und Schuppen),
aus Panzerring.
88. Sain mahr Hochzeitsgabe des Mannes’ (an die Braut)
Mech. Rechtsbuch (für echtarm. ivarr)
— arab. mahr 'Hochzeitsgabe', syr. mara ‘dos’ (a sponso
data).
Die Mitgift der Frau heisst pro:g£ (gen. prugag) = gr. zooí&.
89. Tigang malap, var. malad MGg. 612, 25, ed. Soukry 39,
2. 5 v. u. ein arabisches Oel oder Gewächs
= arab. malab odoramenti species’ oder crocus Freitag Wb.
(wo das Wort als pers. bezeichnet wird), gr. uaAóga9Qov etc. ?
— Sehr unsicher.
90. dunlpup mambar Kanzel' Grigor Tlay 12. Jhd.
= arab. minbar “Kanzel”.
91. u maitan, sprich maidan Rennplatz, Ringplatz,
öffentlicher Platz’ Leb. d. Väter, Osk. Apg. (vor dem 12. Jhd.)
— arab. maidan “Rennbahn”.
92. uin mansur "Diplom" Steph. Orb. IT, 138
— arab. maasür "offenes Diplom’.
93. din mpu maSaray Gartenbeet' Geop.
— arab. masara. Vgl. Fraenkel p. 129.
94. diupqumiu'ul, mardasank, var. martasank, murtasang,
miurlesenk, sprich mardasang, murdasang Bleiglätte', Ad-
yuons Galen, Geop. 224, Med. Schr.
— np. murdasanj, mardäsanj, arab. murtuk A.M. 253, 8, 9,
echt np. murdasang etc. Vullers.
Dafür auch arm. pwpdiwpgaful, karmargank d. i. der Stein
marcank (aus mardasank) Med. Schr.
95. 1 mezak ‘Nelke (Blume und Gewürz) Med. Schr.
— np. mezak 'Nüglein' und ‘Nelke’ (von mez Nagel,
4 m — — — — — — Oo
— — ré — — — -
adi” ad
aa nn
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 2711
96. Me mzkil, mzgil, besonders mskil Moschee Snorh.,
Mt. Urh., Michael p. 405, 475
— np. mazgit, aram. Id, mand. NITRO neben NTIOND,
arab. masjid Nöld. Stud. II, 37.
97. Y mizal ein Gewicht Leb. d. Väter, Geop., Anan.
Shirak. 29, Anm. 2, Mech. d. Arzt 43, z. 4 v. u.
— arab. miYgal ein Gewicht.
98. V mlham Pflaster ist modern armenisch für älteres
merhem Geop. 201
= arab. pers. marham Pflaster, bei Vullers auch malham,
malam, malyam, kurd. malhám Salbe ZDMG. 38, 89, gr. Ad-
Àayua.
99. Hu mkrat Scheere Jaism., Ganjaran
= arab. miqraó Scheere.
100. %%% yunap, sprich Aunab ‘Jujube’ (als Frucht, der
Baum: /, = hunabi) Mech. Fabeln p. 19
= arab. 'unnab “Zizyphus sativus, Brustbeere, Jujube’
A. M. 175, Achund. p. 97.
101. 1 jun nazlay Schnupfen, Catarrh’ Med. Schr., nuzlay
Mech. d. Arzt 29 und 30
— arab. nazla ‘Catarrh’.
102. 1 nal Hufeisen’ Vardan
— arab. na'l “Sandale, Hufeisen’.
103. id nalal Fluch' Steph. Orb. I, 263, 3
— arab. la'nat ‘Fluch’, umgestellt na lat (vulg.), kurd. nalet
‘Fluch’, osset. nalat verflucht' u. s. w. Justi-Jaba, Dictionnaire
421, von Stackelberg, Fünf osset. Erzáhlungen p. 61.
104. 5 nacak (o-St.), sprich najak (wie auch jetzt ge-
sprochen wird) “Streitast Mt. Urh.
— np. nāćar, natak, najak Streitaxt = türk. najak
Streitaxt'.
105. 1% naš Bahre Mast., Jaism., Ganjaran, Oskiph.
= arab. na‘$ “Bahre.
106. fung narinj eine Orangenart, nur Mech. Fabeln p. 21
— np. narang Pomeranze', arabisirt naranj bittere Apfel-
sine’ Rosen, Np. Sprachführer p. 36, bal. narinj, nārunj Orange
272 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
Geiger, Lautl. d. Bal. p. 60, kurd. nārinj, afgh. närun), skr.
naranga-. Vgl. Hehn, Kulturpflanzen ® p. 436.
107. vnn nart, sprich nard “Brettspiel Oskiph.
— np. nard “Brettspiel. Vgl. Nöld. Stud. II, 21.
108. "nuu nopay, sprich noba "Periode, regelmässige Wie-
derkehr (des Fiebers) Mech. d. Arzt p. 4 fig., modern arm. nobat
— arab. 2auba, modern noba “Periode”.
109. vn nusray “Muster, Vorbild, Recept Narek.,
Snorh., Mech. d. Arzt, Anhang p. 144
— arab. nusra "Copie, Exemplar.
110. 2%, Salak (i-a St) Rücken, was man auf dem
Rücken trügt oder tragen kann, Rucksack' Geop., Erznk. Mt.,
Martin, $alakan Lastpferd' Geop. p. 204, $alakem auf dem
Rücken tragen’ Leb. d. Väter, Vardan, Tonak., modern arm.
salkel mettre sur son dos’, $ulakel mettre sa signature au dos
d'un billet
zu arab. sallag Futtersack, Bettelsack'? Aber salak findet
sich schon im A. T. in der Bedeutung Sack, Trage’ 4 Kg. 4,39,
2 Maccab. 9, 8 (für gr. iuarıov und Yogeiov), und da es doch
wohl dasselbe Wort ist, kann es nicht aus dem Arabischen
stammen (höchstens bei den späteren Schriftstellern). Zudem
ist arab. Sullay wahrscheinlich selbst fremden Ursprungs, vgl.
Fraenkel p. 82. Möglich also, dass das armenische und ara-
bische Wort aus dem Persischen oder Aramäischen genom-
men ist.
111. pupp Sahokram, Sahogram “Nelke (als Blume)
Med. Schr., Busabarut'iun p. 476
= np. sah König' ? Vgl. die mit šah zusammengesetzten
Pflanzennamen im Busabarut'iun 475—478.
Dazu auch ja£upujni|d. Sahpalut, sprich sahbalut Mech. d.
Arzt 44 = np. arab. Sahbaluf “Kastanie (= Königs-eichel).
112. ie‘ samam Mech. Fabeln p. 58 eine sehr wohl-
riechende, wenig schmackhafte, mit gelblich-rothen oder pur-
purfarbigen Streifen und grünen Tupfen versehene, kugelrunde
Frucht, die mit der Melone zusammen im Garten gezogen wird,
in der Poesie als Bild der weibl. Brust gebraucht (nach
A. Xacaturean)
eege . — ^. : :
= 44 P unn —ü w —— E à — (QU. d eg — — ——.— — lv rr — — aana
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 273
— arab. sammäm, $ammama melonis genus parvum, colo-
cynthidis instar, odoratum, striis viridibus flavis rubrisque con-
spicuum, apud Persas dastanboya appellatum’. Vgl. Achund.
p. 209.
113. uu, zwpwu Sprich Sarab Fruchtsaft, Syrup Mech.
d. Arzt 30, Snorh., Vardan
= arab. np. u. s. w. Surab Getränk, Wein’.
114. %% % Simsir Säbel nur Steph. Orb.
= np. samer, modern Siimsir Sübel.
115. eu Sisak ist modern armenisch und bedeutet nach
C. ein einjáhriges Lamm’, nach A. Xataturean aber ein weibl.
Lamm im 3. Jahre
= np. sisak, sisak “ovis unius anni. Vgl. semnan. bazte
dreijähriges Schaf’ = np. sisak ZDMG. 32, 537.
116. / % Sirik Sesamöl' C.
= np. sira, arab. $iraj Sesamöl'.
117. 20 Somin Spinat Med. Schr., Busabatut'iun p. 491
= np. $ömin Spinat'.
118. 20 $ontiz vom Wb. als Variante von some = echt
arm. arjnded (= ueA&y94ov Jes. 28, 25, 27) Schwarzkümmel'
angeführt, vgl. Busabatut'iun Nr. 227
= np. arab. śūnīz Nigella sativa, Schwarzkümmel A. M.157,
Achund. p. 87, 244.
Daneben steht wwupá sonic Georg, Erkl. d. Jesaias, Med.
Schr., bei Vullers np. soxiz, suniz — mp. *sonic?
119. »nufpuy Sumray “wilder Fenchel’ nach C.
— arab. Sumra, syr. $umra, $amrä “Foeniculum capillaceum’
(Brockelmann p. 380).
120. 2% ½ Splet, sprich sbley, var. Sabley Alaun' Oskiph.,
Geop. p. 224, Mech. d. Arzt 6, 9
= arab. śabb Alaun'.
121. [nglnjyq olkoiz "Traube" Hohelied 1, 13; 7, 7 u. s. w.
ist nicht = arab. 'anqud Traube).
122. şmfuwy (uzay wollenes oder baumwollenes Zeug Leb.
d. Väter
= np. čūrā wollenes Kleid, Tuch’.
Hübsehmann, Armenische Grammatik. 18
274 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
123. w pallam, sprich balyam ‘Schleim’ eines der
vier medicinischen Elemente: Blut, Schleim, schwarze und
gelbe Galle) Mech. d. Arzt 4, z. 3 v. u. etc.
— arab. balyam ‘Schleim’ A. M. 19, 6, 9 u.s. w., gr. pAéyua
“der kalte und flüssige Schleim im Körper".
124. %% pahrez ‘Fasten’ nur bei Zakaria Corcoreci
14. Jhd.
— np. parhöz Enthaltsamkeit, Fasten‘, paz. pahrez Min.
Gl. 154, phl. paAreé Gl. and Ind. 88 etc. P. St. p. 40.
wmd" pam, sprich bam s. oben p. 265 unter zil.
125. yunnfiuóuń patintan, sprich badinjan Mech. d. Arzt,
Med. Schr., Vardan
— np. arab. bādinjān Solanum Melongena, Melanzane,
Aubergine, Eierpflaume' A. M. 38, Achund. p. 23 und 210,
Rosen, Np. Sprachführer p. 36.
126. ug patrinj, patriné, sprich badrinj cedronella,
melissa' nur C.
— np. badrang ‘species cucumeris; malum citreum', davon
büdrangboya = bädranjbüya, bei A. M. 41 badarranjbuya Me-
lisse Achund. p. 24, 211, phl. vatrangbot Bdh. Gl. 254, d. h.
nach Citrone riechend'.
127. , patrué, sprich badruj als arab. Wort erwähnt
Geop. p. 169, 3; 256
— np. arab. badrij, bei A. M. 41 badurruj “Ocimum Basili-
cum, Basilienkraut' Achund. p. 24.
128. h. parkuk, sprich barkuk eine Art Aprikose
Med. Schr., Busabarut'iun p. 527
— arab. birgüg, burgug (Freitag Wb. ), bei Vullers bargig,
ital. albercocco u.s. w. von lat. praecoqua. Vgl. Hehn, Kultur-
pflanzen? p. 417.
129. wpwpuyg pakaraik, sprich bakaraik (plur.) Zug-
thiere, Rinder Lambr.
— arab. baqara Rind, Kuh’, bagar “Rinder, syr. bugrä
‘Herde’, hebr. bagar “Rindvieh‘.
130. wppk pre, sprich br Bassin Geop.
— arab. birka Wasserbehälter, Teich’.
4
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 275
131. UHT, Jihangır Kır. 222, 22
— np. Jihängir "Herrscher.
132. 9o4wp Jóhar "Edelstein' (nach dem 12. Jhd.)
— arab. jauhar ‘Edelstein’.
133. Pneu juap, sprich juab "Antwort" Erznk.
— arab. javāb “Antwort.
134. nu tahan, Tehan ‘Basilicum Tonacoic
— arab. raihan kleines Basilicum’ A M.162,8, Achund. p.90.
135. nwy ray Fahne, Zeichen’ Grigor Tlay 12. Jhd., aber
auch bei Osk. Es. und Paulusbriefe p. 66, 24
— arab. raya ‘Fahne’?
Ein arab. Wort ist bei Osk. Es. und Paulusbriefe (5. Jhd.)
nicht zu erwarten. Sind die Stellen echt oder ist zou kein arab.
Lw.? Vgl. ZDMG. 46, 265.
136. nuun['uLá Tatinec nd. i. Fichtenharz« Geop. p. 224
(sprich ratindj)
— arab. rátinaj Fichtenharz A. M. 135, Achund. p. 75 aus
gr. öntivn = arm. retin A. T.
137. ab, Femon, fimon Pfand, Angeld’ Mech. Rechtsbuch
= np. amin, rabün 'Handgeld, Angeld, Aufgeld’, gr. & q-
Bwv “Angeld, Kaufschilling, Unterpfand' aus dem Semitischen.
Vgl. #abunay ‘Pfand’ unter den syr. Lw.
138. [nau/p rumb “Lanze’ Mt. Urh. stimmt lautlich nicht
recht zu arab. rumh “Lanze’, syr. &. "hasta.
Vgl. #mb-a-vor “Lanzenträger’ Osk. Joh., #mb-a-kar (Kar =
"Stein) “Wurfmaschine, Wurfstein’ Ezech. 13, 11, 13 u. s. w.
5. Jhd.!.]
139. nm Tup, Sprich rub Viertel, vierte Theil’ Basil. mask.
(14. Jhd.), Med. Schr.
= arab. es, rub “Viertel”.
140. nac, nany Pup, tup dick eingekochter süsser Saft’
Mech. d. Arzt 26, 4, Geop., Med. Schr., jetzt besonders —
"Traubensaft"
= np. arab. rubb eingekochter Fruchtsaft.
111. % Fösna oder rusina Pyrit, Markasit' Med. Schr.
= np. rösuna “Markasit’ (Vullers Wb. II, 75, 76).
18*
276 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
142. 1 salay ein Geflecht aus Zweigen mit hand-
breitem Rand, um Fleisch, Brot u. s. w. darauf zu setzen’ Os-
kiph. und modern arm.
= arah. salla canistrum'.
143. umbn saki ein Vogel Mech. Fabeln p. 102
— arab. saqr Jagdfalke ?
Für na ap xögaxeg Zephanja 2, 14 wird g Raben’
zu lesen sein.
144. munya sapf, sprich sab? der bittere Saft der Aloe’
Geop., Med. Schr., Oskiph.
— arab. sabr Aloesaft' Löw, Aram. Pflanz. p. 426, A. M. 164,
Achund. p. 91.
145. www satap, sprich sudab "Haute Geop.
= arab. pers. sad ab, sudab Baute A. M. 115, Achund. p. 81.
146. he! saratan Sternbild des Krebses’ Erznk.
— arab. surufän "Krebs,
147. ved / saruparlay neben vran "Zelt genannt
Thomas Metsop'eci 15. Jhd.
= np. saraparda »une enceinte de toile — servant à en-
tourer les tentes du roi et des grands« Vullers Wb., Königs-
zelt Rosen, Np. Sprachführer p. 46.
145. in, sarkulay (var. sakulay) "Kopfbedeckung der
armenischen (unverheiratheten) Geistlichkeit', gewöhnlich
kukul oder velar genannt, nur bei Lambr.
= np. sar kulah ‘Kopf’ + ‘Mütze’?
149. H saparay “Querpfeife’ C.
= arab. suffara WZKM, 8, 284.
150. 1 sapray “Galle Med. Schr., Oskiph.
— arab. sufra die gelbe Galle’ A. M. 19, 8 u. s. w.
151. %u sin Med. Schr., nach Wb. ‘sorba’, die nach dem Bu-
sabatut'iun p. 564 arm. ufu siny (lat. sorbus, frz. sorbe) heisst
= arm. psat eine rothe, innen weisse, mehlige und süsse Beere
mit länglichem Kern’
1) Arm. sinj nach Galen auch = gr. weiiundov 'Honigapfel, vgl.
Busab. p. 565.
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 277
= np. sinjid “eine der Brustbeere (arab. “unnāb) ähnliche
Frucht’?
152. udany smbul, snbul, sumbul die Narde' (Valeriana,
Baldrian, aus deren Blüthe — vagdov orayvs das Nardenöl
bereitet wird) Galen, Med. Schr.
= np. sunbul A. M. 147, sunbul i hindi “Valeriana Jata-
mansi, indischer Nardenbaldrian’ Achund. p. 82 und 241.
153. n snduk “Kiste Mos. Kal., Michael, Geop., Leb.
d. Väter
— arab. gandüg (eleganter sunduq), np. Lw. sünduq ‘Kiste
Rosen, Np. Sprachführer p. 47, russ. sunduk u. s. w. Vgl.
ZDMG. 46, 267.
154. j, sonopar, sonopri, sprich sonobar, sonobri
‘Fichte’ Geop. p. 224, Busabafut'iun p. 573
— arab. sanaubar “Fichte A. M. 163, Achund. p. 90, modern
pers. sinoubür “Pinie’ Rosen, Np. Sprachführer p. 35.
155. vn surincan Mech. d. Arzt, Anhang 144, 145,
sprich surinjan “ermodattilo’ C.
= arab. surinjan ‘Colchicum autumnale, Herbstzeitlose’
A. M. 154, Achund. p. 86 und 242 (Hermodactylus im Alter-
thum und Mittelalter).
156. u spanaz “Spinat Mech. Fabeln p. 53
= np. tspanaz, isfānāz A. M. 8, z. 1 v. u., Achund. p. 6.
157. uu uit. spand Raute Galen, Med. Schr.
== np. sipand A. M. 93, aspand, isfand Steppenraute
Achund. p. 50 und 226, phl. spand Bdh. p. 28, 12, afgh. spanda
“the wild rue’, zd. spanta- “heilig”.
158. mumuh sparak “Gelbwurz’ Med. Schr.
= np. asparak 'Gelbwurz.
159. ania pu tuyra Vardan Gesch. 104, Steph. Orb. IT, 138
— türk. tatar. tuyra urspr. der königliche Namenszug, das
Monogramm des Sultans, jetzt auch auf die Münzen geprägt
und über den Thoren der kaiserlichen Gebáude etc. in Gold
gemalt' (Zenker).
278 3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter.
160. h part, sprich pard ‘ungerade’ alt. Gramm.
— arab. fard ungerade
161. en partay, sprich parda Vorhang Ganjaran
— np. parda ‘Schleier, Vorhang’.
Vgl. partak oben p. 229.
162. Aue purkan “der Koran Levond 83, 10
= arab. furqun.
Vgl. Vardan p. 66: 2H, yuran = arab. gur dn der Koran,
unıpul[d wt fu, uu — arab. surat ul bagara (die zweite Sure
des Korans).
163. U przund Spross (Sohn oder Tochter) Erznk.
Gramm.
— np. farzand “Spross.
164. if prprem, perperan Portulak Mech. d. Arzt
p. 24, 16; 30, 9 |
— np. parpahan, far f in, farfaz *Portulak' A. M. 39, z. 3 v. u.,
Achund. p. 23, bei Vullers auch parparam.
165. % % póz, sprich 602 eine Pferdefarbe Glosse zu Ape.
6, 8 (gr. zdugéch Geop. 199
— np. boz “equus coloris caerulei in albedinem vergentis',
türk. boz “stahlgrau, blaugrau'.
166. pupaul Kakum “Hermelin C.
— arab. pers. türk. qaqum, phl. kakum Bdh. 58, 3.
Vgl. altarm. Angm-eni Hermelinpelz FB. 263 von *kngum
‘Hermelin’.
167. d uit, kian Lein' ist modern armenisch
— arab. katan A. M. 205 (bazr ul kattan Leinsamen“, np.
katan “Lein, Leinen, Altarm. ktav Lein, Leinen’, ktavat
Leinsamen'.
168. ph, Kig wenig Lambr., jetzt sehr gebräuchlich
— np. Lie wenig, klein‘.
169. pu Amin ‘Hinterhalt? Mt. Urh.
— arab. kamin “Hinterhalt.
170. pmuj[d Kumat *rothhraun' (Pferd) Geop. p. 199
emp A
TT — E -
E mir Nambah .. ee? — d E
— — 00 — — — — —— — — -
3. Abschnitt: Neupersische und arabische Wörter. 279
— arab. kumait, np. kumait ( dsp i kühär)‘Brauner’ Rosen,
Np. Sprachführer p. 38.
171. pnanw[d rural Lauch, Porree Geop., Med. Schr.
— arab. kurrá9' Allium porrum, Porree’ A. M. 203, Achund.
p. 113.
Die Zahl dieser Wörter lässt sich beliebig vermehren !),
wenn man die mittelarmenischen Werke, insbesondere die
1) So finde ich beim Durchblättern der ersten Seiten von Mechithar's
Werk über die Fieber folgende Fremdwórter:
un savtay p. 3, 2. 3 v. u.; 4, 2. ö v. u.; 14, 10; 19, z. 1 v. u., sprich
savda = arab. sauda die schwarze Galle A. M. 19, 6 u. s. w.; Ant jung
Cullap p. 7, 2. 8 v. u. etc., sprich Ju//ab = np. arab. julab, jullab A. M. 20, 5;
53, 3, arabisirt aus pers. gulab Rosenwasser; upphänuyfiu srk'ncupin
p. 7, 2. 2 v. u. ete., sprich srk'njubin, daneben siryänjiubin Geop. 98 = np.
sirkangubin /oxymel, auch sikangabin A. M. 18, 10, arabisirt sikanjabin;
Sunfıyk hndips p.8,6, sprich Andibü = arab. hinduba Cichorie A.M.266;
Tatınbup nonofar p. 8, 8, lilufar p. 9, 9 u. 8. w. = np. arab. nilüfar A. M.
201, liüfar etc. Nymphaea alba’; Luriſiuif namam p. 10, 11 = arab. nam-
mäm ‘Quende? A. M. 262; pnwg huis orazian p. 14, 15 = np. razyana
‘Fenchel’, arab. razryanaj A. M. 133; /nıqunwpmj muzavaray p. 17, 2. 5, 6
v.u. = np. arab. muzavvara ‘cibus sine carne’ u.s.w. (Vullers, Wb. II, 1173);
upgpiluu[d ni pzrzat'un p. 24, 16 etc., sprich bzrzat'un ihzrkatun ete.) =
arab. bazr(a'galüna “Flohsamen A. M. 42; fð: 7 -u. tmrhnd-ov (instr.)
p. 25, z. 5 v. u. = arab. tamr ul- hindi "Tamarinde A. M. 67; h msms-i
(gen.) p. 27, 7 = arab. mismis Aprikose A. M. 246.
Besonders gehäuft finden sich solche Fremdwörter in Recepten, von
denen ich eines (aus dem Anhang zu Mechithar's Werk über die Fieber
p. 144) als Probe dieser unarmenischen Kunstsprache hierher setze:
Nimm 5 Arten halle (Myrobalane', halila A. M. 13, 13), sab? (Aloe’, oben
p.276), arevand (Rhabarber, revand, rivand A. M. 134), rothe Rose, yarikon
Agaricum', ayariqun A. M. 17), #rbut‘ (Turpethum', turbid, turbud A. M. 69)
je ½% Dram, sahm i ranzal Fleisch der Koloquinthe', hanzal A. M. 91, 8),
sakamoni (Scammoniumwurzel, sagmüniya A. M. 151), aft imon ('Epithy-
mum, aftimun A. M. 16), indisches Salz, kê rẽ, murlazraz (Bdellium, mugi
azraq Vullers II, 1204), anison (Anis', anisun A. M. 12) je 1 Dang, balasan
(Balsam', oben p. 203; Holz und Frucht, asaron (Hasel wurz', asārūn
A. M. 18), saliray (Zimmteassie', salira A. M. 148), mazdak'é (Mastix’,
mastaki A. M. 250), dariseni Zimmt', dar sini A. M. 125), sumbul Baldrian',
oben p. 277), zafran (Safran, za faran, zu. furan A. M. 138), osindr (Ab-
sinth', oben p. 259), armenischen Stein, Juden- (het) Stein, Lasur- (lazvard)
Stein, sur in) an (Colehieum', oben p. 277), buzidan K nabenkraut', büzaidün
280 3. Abschnitt Neupersische und arabische Wörter.
medicinischen Schriften und Geop. auf ihr arab. und np.
Sprachgut untersucht. Ich nehme davon Abstand, nicht nur,
weil mir der Gegenstand dieser Werke fremd ist, sondern auch
weil diese Wörter kein sonderliches Interesse bieten und weil
das Object dieser Untersuchungen nicht das Mittel- und Neu-
armenische, sondern das Altarmenische sein soll.
A. M. 55), habnil ‘Convolvulus’, habb ul-nil A. M. 94) je ½ Dang, 2zcrreibe
dies alles fein, das sakamoni grob, mische es mit sat'arij- Wasser (Erd-
rauch‘, Sähtarra) A. M. 158; und mache eine Pille (hab = arab. hab).
Bt E — agni
Berichtigungen und Zusätze.
—————
p. 32, z. 13 lies * Brzifarnah- (nom. * Brzifarnä) statt Brzifarnäh-.
» 32, » 3 v. u. „ Yraetaona- statt 9raetaona-.
» 44,» Tv.u. » haosravanhom » haosravanhem.
„ 91,» 9v.u. » maórom spantom » matrem spentem.
» 57, » 19 » nairyosanha- » maisyosanha-. l
» T3,» Sv.u. » spenta » spenta. |
» 74 mehrfach » sponía „ spenta.
» 77, z. 13, 16 » vorodrayna- » veredrayna-.
» 86, » 13 » Vohrkàna- » Vehrkana-.
» 95,» 4v.u. „ anbar » ambar.
» 108, » 14 v.u. » dorozitaka- „ derezitaka-.
p. 37, Nr. 58—59. Aoieäien etc. gehört nicht hierher, vgl. Tab. 289 Anm.
p. 17. Zu Hmayeak vgl. arm. kmayeak Talisman, Amulet’ (oben p. 180).
p. 56, Nr. 124. Dazu Ners-sapuh Bruder des Mihran, ein Perser Laz. 502.
p. 77. Zu veradrayna- u. s. w. war kommagen. Zor«&yrzc = Heracles, Ares
auf den kommagenischen Denkmälern des Antiochos Dikaios (Hu-
mann und Puchstein, Reisen in Kleinasien 1890, p.273, 252) zu nennen.
p. 97, Nr. 23. Dazu angar in y angari linel gerechnet werden für (= i
hamari linel) Eznik 287.
p. 111, Nr. 74 (arcic . Vgl. Achund. p. 183, Nr. 30 (rasäs).
p. 167, Nr. 308. Bei Plinius ed. Detlefsen findet sich Calchedontus (35,5,18)
als Epitheton von smaragdus. Dagegen ist unser Edelstein (karkehan
u. s. w. = lat. Carchedonius (scil. carbunculus) Plinius 37, 7, 25, Petro-
nius Satiren ed. Bücheler p. 36, 34, vgl. Theophrast de lapidibus III
(&yetet dè ovrog Ze Kaogndórvoc xci Maooehies), geht also auf gr. zag-
xndovıos zurück.
p. 197, Nr. 416. Ueber die Bés-Maus siehe auch A. M. 58, 11.
Ein vollständigeres Verzeichniss der Druckfehler u. s. w. nebst Index
wird der zweiten Hälfte dieses Bandes beigegeben werden. — Ich bemerke
noch, dass ich Justi's Iranisches Namenbuch leider nicht mehr benutzen
konnte, da es erst beim Abschluss dieser Arbeit in meine Hände ge-
langt ist. Hier sei nur wegen Yeztayar (oben p. 55, Nr. 119) und Vonda-
takan (oben p. 55, Nr. 197) auf das Namenbuch p. 147 und 369 verwiesen.
| P. N ie. JA
^ VARA . Keen ef dé
Y Së x
ke? TS pica d E
II. Theil.
Die syrischen Lehnwörter im Armenischen).
Wie sich die Armenier noch heute zu den treuesten An-
hängern des Christenthumes zählen dürfen, so können sie
sich auch rühmen, die erste Nation gewesen zu sein, die das
Christenthum als Staatsreligion annahm ). Ihr Apostel war
Gregor der Erleuchter, der den christenfeindlichen König
Trdat (t 317, nach Marquart 330) bekehrte und durch diesen
das Christenthum in Armenien einführte, das Anfangs zwar
nur äusserlich Aufnahme fand, später aber (im 5. Jhd.) um 80
tiefere, unausrottbare Wurzeln im Volke schlug. Naturgemäss
wurde die neue Religion bald zu einem Bande, welches Arme-
nien, insbesondere die einflussreiche armenische Geistlichkeit
mit Byzanz verknüpfte und unter griechischen Einfluss brachte.
Mit diesem trat aber früh schon der Einfluss der benach-
barten syrischen Länder in Concurrenz Die armenische
Kirche, die bis zum Tode des Katholikos Nersés (vor 374)
dem Stuhle von Caesarea untergeordnet wars), sagte sich
zwar noch unter König Pap (367—374) von Caesarea los‘)
und erlangte ihre Unabhängigkeit; als aber bald darauf
(eirca 387) das Land zwischen Persien und Byzanz getheilt
1) Vgl. meine Abhandlung: Die semitischen Lehnwörter im Altarme-
nischen ZD MG. 46, p. 226 fig.
2) Ungefähr im Jahr 280 nach Gelzer, Anfänge der armenischen Kirche
p. 166, im Jahre 295 nach Marquart, Zur Kritik des Faustus von Byzanz.
Ein armenischer Bischof Mehruzan (Afegovgavns) wird schon von Dionysius
von Alexandria (248 — 265) erwähnt (Euseb. Kirchengesch. VI. 46, 2, arme-
nisch p. 517), ein Zeichen, dass schon vor Gregor das Christenthum in Ar-
menien einzudringen begonnen hatte (Gelzer a. a. O. p. 171).
3) v. Gutechmid, Agathangelos p. 56, Gelzer a. a. O. p. 131, 157—161.
4) Vgl. WZ EKM. 5, 172 Anm.
18%
282 II. Theil. Die syrischen Lehnwörter im Armenischen.
wurde, mussten die Bewohner des kleinen griechischen Theiles
»dem Stuhle von Caesarea unterstehend, als Entschädigung
für die Ordination (yeıgorovia) sich des Griechischen bedienen
und nicht des Syrischen« (MX. III, 54, p. 248), während in
dem grossen an Persien gefallenen östlichen Theile »die persi-
schen Gouverneure Niemandem das Griechische zu lernen er-
laubten, sondern nur das Syrische« (MX. ebenda). »Die Sasa-
niden sind in ihrer Politik, das Syrische auf Kosten des Grie-
chischen zu begünstigen und so eine Annäherung ihrer christ-
lichen Unterthanen an die Oströmer zu verhüten, consequent
geblieben und haben sie von der Zeit des Moses an durch Be-
günstigung der Nestorianer auf Kosten der Katholiken mit
glänzendem Erfolge durchgeführt: überall wo Nestorianer die
Oberhand hatten, ist das Syrische die herrschende Sprache
geworden, sind die letzten Reste des Hellenismus ausgerottet.
Die den armenischen Christen immer mehr drohende Gefahr,
von der griechischen Mutterkirche gänzlich abgeschnitten zu
werden, war es, die den Anstoss zur Entstehung einer armeni-
schen Nationalliteratur gab: einige hervorragende Geister in
der armenischen Geistlichkeit entschlossen sich, ihr Volk durch
Bildung eines eigenen Alphabetes und Schaffung einer armeni-
schen Schriftsprache vom Einfluss des Syrischen zu emancipiren
und durch massenhafte Uebersetzungen aller der Schriften, die
unterihrem Gesichtspunkte besonders wichtig schienen, vonden
Schätzen der griechischen Literatur so viel als möglich für das
armenische Volk zu retten«!). » Diese Männer haben Armenien
durch ein festes geistiges Band mit Griechenland wieder ver-
knüpft. Die persische Regierung zeigte diesen Männern darum
auch den übelsten Willen. Sahak und Mesröb sahen sich schliess-
lich gezwungen, um ihre Uebersetzungsthütigkeit erfolgreich
fortsetzen zu kónnen, auf rómischen Boden überzusiedeln. Die
griechische Regierung dagegen, welche sofort erkannte, dass
eine Fórderung des armenischen Nationalunternehmens in
ihrem eignen wohlverstandenen Interesse liege, wies den in
rómisch Armenien kommandirenden Gouverneur Anatolios
sogleich an, aus Staatsmitteln für die Bedürfnisse der armeni-
1; v. Gutschmid, Ueber die Glaubwürdigkeit der armenischen Geschichte
des Moses von Khoren p. 8—9.
II. Theil. Die syrischen Lehnwörter im Armenischen. 283
schen Schulen zu sorgen. So nahm das Unternehmen seinen
ungestörten Fortgang. Die Erbitterung der Perser ist begreif-
lich. Die spätere Amtsentsetzung Sahaks wird mehrfach als
Folge seiner griechischen Sympathien hingestellt. Die Ein-
setzung zweier nationalfremder Syrer!) als Katholici durch die
persische Regierung ist jedenfalls der beste Beweis, dass diese
nach Kräften, wenn auch ganz vergeblich bemüht war, Sahaks
und seiner Freunde Unternehmen lahm zu legen«?).
Die Beziehungen zu Syrien waren sonach am engsten, der
syrische Einfluss am stürksten vor und zu der Zeit, als diese
Uebersetzer ihre Thätigkeit begannen. Es habe, sagt Lazar
von Pharp p. 35, 36, den seligen Maät oc geschmerzt, zu
sehen, wie die armenische Jugend »mit vielen Unkosten
und weiten Reisen und langdauerndem Aufenthalte ihre
Tage in den Schulen syrischen Wissens verzehrt habe.
Denn beim Gottesdienst und der Vorlesung der Schrift be-
diente man sich des Syrischen in den Klóstern und den
Kirchen der armenischen Gemeinden“). Wovon die Gemein-
den dieses so grossen Landes weder etwas verstehen noch
sich zu Nutze machen konnten wegen der Unbekanntschaft
mit der syrischen Sprache). Als aber die armenische
Schrift erfunden war, »da trachtete«, wie Lazar p. 42 sagt,
„Jedermann voll Eifer nach dem Studium armenischen Wissens,
und man freute sich, von den syrischen Qualen wie aus der
Finsterniss zum Licht entronnen zu sein . Zwar haben auch
die Uebersetzer es keineswegs verschmäht, Werke aus dem
Syrischen zu übersetzen, aber mit dem Abschluss ihrer Thätig-
keit (5. Jhd.) hörte auch jede Veranlassung auf, sich an syrische
Quellen zu wenden. Wie weit andrerseits die syrischen Be-
ziehungen zurück zu datiren sind, lässt sich nicht genauer fest-
1) Brk i$oy und Smuel, s. unten p. 292 und 297.
2) Gelzer a. a. O. p. 164.
37 Derselbe Mann heisst im älteren Koriun und bei Lazar nur Mast oc,
im jüngern Koriun und bei MX. (ausser p. 83) nur Mesrob (resp. Mesrop).
4) Vgl. ebenda p. 44: »man plagte sich mit den syrischen mühseligen
und unnützen Studien «.
9) Vgl. MX. III, 47, p. 238: »Beim Unterricht hatte der selige Mesrop
nicht geringe Nóthe, da er selbst Leser und Dolmetacher war. Und wenn
ein anderer las, wo er nicht zugegen war, blieb er von der Menge unver-
standen, da kein Dolmetscher vorhanden war.«
284 II. Theil. Die syrischen Lehnwórter im Armenischen.
stellen, wohl aber vermuthen, dass sie ziemlich altgewesen sind.
Als der Renegat MeruJan in ganz Armenien die griechischen
Bücher hatte verbrennen lassen !) (MX. III, 54, p. 248), traten
syrische Werke dafür ein und hoben den syrischen Einfluss.
Griechische und syrische Schulen hatte der heilige Nerses ( vor
374) in allen Cantonen Armeniens errichten lassen (FB. p. 77).
Syrer waren bei der Ausbreitung des Christenthums in Arme-
nien schon früh thátig, wie z. B. der grosse K orepiskopos Daniel ),
Schüler des heiligen Gregor, erster Geistlicher an der armeni-
schen Mutterkirche in Aštišat in Taraun (FB. p. 36), und von
Syrien aus hat schon vor Gregor das Christenthum in den süd-
lichen Provinzen Armeniens (Sophene-Vaspurakan) Eingang ge-
funden (Gelzer a. a. O. p. 172). Vor Allem aber war es die Nachbar-
schaft der Länder syrischer (aramäischer) Zunge mit alter über-
legener Kultur und die Zugehörigkeit der beiden Provinzen
Tsop k' (Sophene; und Arzanene mit aramäischer Bevölkerung)
zum ülteren armenischen Reiche, durch die sich syrischer Einfluss
in Kultur und Sprache schon auf das vorchristliche Armenien
geltend machen konnte und gewiss auch geltend gemacht hat.
Diese Ausführungen mögen hinreichen, das Vorhandensein
syrischen Sprachmateriales im Armenischen zu erklüren und
es wahrscheinlich zu machen, dass die Entlehnung vielleicht
schon mit dem Anfang oder vor dem Anfang unserer Zeit-
rechnung begonnen hat und im 5. Jhd. p. Chr. wesentlich zum
Abschluss gekommen ist. Ich stelle dieses Material im Folgen-
den zusammen, füge aber auch einen Theil der im Armeni-
schen fremd gebliebenen Namen hinzu, die in armenischen
Werken, welche aus dem Syrischen übersetzt sind oder auf
syrischen Quellen beruhen, in syrischer Form vorkommen und
den syrischen Einfluss, wenn auch nur den litterarischen be-
zeugen. Solche Werke sind: 1) die armenische Bibel, in der
vorliegenden Gestalt (Venedig 1805) zwar aus dem Griechi-
schen übersetzt (nach dem Jahr 432), aber mit Benutzung einer
1) Im Jahr 367 nach v. Gutschmid, Glaubwürdigkeit u. s. w. p. 8.
2) Er wurde auf Befehl des armenischen Königs Tiran (326—337) er-
drosselt, ist also vor 337 gestorben. Nach Marquart freilich herrscht Tiran
von 340—350.
3) Vgl. Kiepert, Lehrbuch der alten Geogr. p. 79, Tomaschek, Sasun
p.6. Ueber die Syrer in Taraun s. Kiepert a.a. O., Gelzer, Zur arm. Gótter-
lehre 111, 119, vgl. Strabo 528.
IL Theil. Die syrischen Lehnwörter im Armenischen. 285
ülteren aus dem Syrischen stammenden Uebérsetzung 1); 2) die
Werkedeshlg. Ephrem (armenisch herausg. Venedig 1836); 3) die
Briefe des hlg. Ignatius (armenisch, Constantinopel 1783);
4) Eusebius Kirchengeschichte?) (armenisch, Venedig 1877);
5) Labubna, Brief des Abgar’) (armenisch, Venedig 1868);
6) die Homilien des Afraates!) (fäschlich dem Jacob von Nisibis
zugeschrieben, armenisch, Rom 1756); 7) einige Heiligenleben,
wie das Leben des seligen Marut'a (Vark srboc, Venedig 1874,
Bd. II, p.17); 8) die Lehre der Apostel (armenisch, Wien 1596)
u. s. w. Aus ihnen sind syrische Namen dann auch in solche
Werkegekommen, denenjeneUebersetzungen alsQuellegedient
haben, wie z. B. die Geschichte des Moses von Chorene, der unter
anderem die armenische Uebersetzung der Bibel, der Kirchen-
geschichte des Eusebius und des Abgarbriefes benutzt hat“).
Ueber die Lautverhältnisse der syrischen Lehnwörter habe
ich ZDMG. 46, 227 flg. gehandelt und bemerkt, dass in der
Regel in diesen Wörtern sich folgende Buchstaben resp. Laute
entsprechen:
1) Als Mesrop sus Georgien und Albanien heimkehrte, »findet er den
grossen Sahak damit beschäftigt, aus dem Syrischen zu übersetzen, da
nichts Griechisches vorhanden war« (nachdem Meruzan die griechischen
Bücher hatte verbrennen lassen u. 8. w. MX. III, 54, p. 248. Als aber der
authentische Text der griechischen Bibel aus Byzanz gekommen war, ȟber-
setzten der grosse Sahak und Mesrop das schon einmal übersetzte von
neuem wieder« etc. MX. III, 61, p. 260.
2) Vgl. A Merx, de Eusebianae historiae ecclesiasticae versionibus
u. 8. w., Atti del IV congresso internazionale degli orientalisti, Firenze 1880,
Bd. I p. 199 fg.
3) Vgl. Dashian, Zur Abgar-Sage WZKM. IV; Carriére, La légende
d'Abgar p. 367 flg. Nach Letzterem wäre die armenische Uebersetzung später
als das 5. Jhd. (a. a. O. p. 373).
4) Vgl. Sasse, Prolegomena in Aphraatis sapientis Persae sermones
homileticos Leipzig 1878; Dashian, Zur Abgar-Sage p. 36 des Sep.-Abdr.
5) Direkt aus syrischer Quelle stammt auch diearmenische Uebersetzung
der Chronik Michaels des Syrers i. J. 1248 und nach Sachau's unsicherer Ver-
muthung die des syrisch-römischen Rechtsbuches (herausgegeben u. 8. w.
von Bruns und Sachau, Leipzig 1880, p. 171, 172) in mittelarmenischer
Sprache, etwa dem 13. Jhd. angehórig (nach dem Catalogue des anciennes
traductions arméniennes, Venedig 1889, p. 755 von Nerses von Lambron
(12. Jhd.) übersetzt, dann aber wohl später vulgarisirt Vgl. Dashian,
Catalog der armen. Hdschr. der Mechith. zu Wien p. 126, z. 2 links, p. 74,
2. 20 rechts, Karamianz, Armen. Hdechr. der kgl. Biblioth. zu Berlin p. 45.
Solche Werke bezeugen wohl die Gelehrsamkeit einzelner Autoren, nicht
aber das Aufleben jenes alten Einflusses Syriens auf Armenien,
286 II. Theil. Die syrischen Lehnwörter im Armenischen.
syr. = |3 =w 29, | "=d | 3=0]| nA
arm p E b, 1 U 49 1 d 4d, pr Ch
syr. 7 2 N of "y * X 51
arm 2 2 fr © in E JY TR qt
Syr. om 2n De IDS —f| xs
arm Pm un u 8 h % m iv Ae
syr. Do Ar ws |n49 d i
arm 4 * pr a d pi sm d pi
Syr. é lai) ü ö (au) 2 ausl. N
Arm hr, 4 C le U (o1) n 0, ar OY, n. WV |Q, —,€ my aY, —
Dabei ist im Allgemeinen zu beachten 1) dass das Arme-
nische die Spiranten w, y, d f, 9 nicht hat und sie daher durch
die entsprechenden Verschlusslaute b, g, d, p, É ersetzen muss,
doch auch w und f durch den verwandten Halbvokal v (für w
vgl. unten kaka, hasiv, savil, Huus, für f: Zeie, terev, suser,
jivi, à durch das hier!) naheliegende r („rea ‘Jude’, $ampur
"Bratspiess) ersetzen kann?); 2) dass das Armenische keine
Doppelconsonanten hat und demgemiss syr. bb durch b (gub,
Saba), syr. zz durch z (gzal, maz), syr. ff durch ? (mazat) oder t
(katu?), syr. A durch 7, syr. nn durch n (Änar, Suan), Syr. pp
durch p (šapiłay, $uspay, saprem), syr. ss durch ç (kaçin, cic),
syr. qq durch Ä (kakav) wiedergiebt. In einigen Fällen ist
. freilich der syrische Doppelconsonant durch Nasal + einfachen
Consonant wiedergegeben worden, nämlich) in fangar Kauf-
mann” — syr. taggara (aus *tangara), mangat "Bichel — syr.
maggala (aus *mangola), Kankar “Talent = syr. kakkara (hebr.
kikkar), cnclay Cymbel' = syr. sessala (hebr. Gage die
Becken’), sampur Bratspiess' — syr. Sappuóa, und es fragt sich,
wie diese Lautvertretung zu erklären ist. Dass der Nasal nicht
aus den vorauszusetzenden syrischen Urformen stammen kann,
wie es nach fangar und manga! scheinen könnte, ist ZDMG.
46, 230 ausgeführt werden. Ob er aber nicht doch aus dem
1: Vgl. P. St. p. 201.
2) Für d erscheint d in adin und gadis, also in zwei nicht volksthüm-
lichen Wörtern.
3) Ueber angan und znjor s. die Bemerkungen unten p. 301 und 305.
II. Theil. Die syrischen Lehnwörter im Armenischen. 287
Aramäischen stammt, wie ich a. a. O. angenommen habe, oder
ob er, wie Fr. Müller will, ein un organisches Einschiebsel
des Armenischen ist, muss vorläufig dahingestellt bleiben, bis
weiteres Material gesammelt und die Frage in dem grösseren
Zusammenhang, in den sie G. Meyer Idg. F. 4, 332—333 rückt,
behandelt worden ist !).
Was den Auslaut betrifft, so erscheint eine kleinere Anzahl
syrischer Lehnwórter?) mit demjenigen -ay (aus urspr. a?),
das dem syr. à des status emphaticus (ursprünglich der Artikel)
entspricht, während die Mehrzahl das -ay nicht hat. Es kann
nach den Ausführungen Nóldeke's ZDMG. 46, 228 keinem
Zweifel unterliegen, dass wenn nicht sümmtlichen so doch
fast allen diesen Lehnwórtern die syrische Form im stat. emph.
(nicht im stat. absol. oder constr.) zu Grunde liegt?), und dass
die Armenier bei der Aufnahme der Wörter dieses a entweder
beibehielten oder einfach abwarfen. Damit ist aber auch zu-
gegeben, dass einzelne etwa in sehr alter Zeit entlehnte Wór-
ter (wie vielleicht terer “Blatt — syr. fore im stat. absol. gegen-
über syr. farpa im stat. emph.) auf den syr. stat. absol. zurück-
geführt werden kónnen.
Im Besonderen ist Folgendes zu bemerken. Für 1 —arm.z
erscheint / in Zei, vgl. jivi und jag p. 155; für 7 — arm. z er-
scheint A in hanut (Nebenform zu zanut), hasiv, hatb-A und dem
N. pr. Suphalisoy: für 5 — arm. E erscheint & in Aaskarai£,
kupr, manisak, mask*), für > = arm. 4 erscheint in lumar y,
zarbalem, WA tarmal, doil, pilisopay und in Smuel (wie in
allen N auf -e), aber die Drucke setzen oft / für ? der
Handschriften; für b = arm. p oder v erscheint p in zopay,
kupr, Spar (?) ; für ^ = arm. r erscheint / nur in Urhay und im
Anlaut. Die Lautgruppen mr und wi sind in rm, ?b umgestellt
1) Vgl. übrigens unten den Nasaleinschub bei den griech. Lw.
2) abelay, agugai-k‘, of ut ak, amiray, gurba, zopay, lumay, enclay,
kat'say, kaskarai-K , karkuray, hegenay, maéaray, Jap ilay, šip oray, sit ay,
Sukay, susmay, 8usp'ay, Sup a/ (?), papkay i?,, polotay (?), rabunay, sutanay,
tlay, p'egenay, p'ilisop ay, k'ahanay, k'usnay, K'usitay, kuray.
3) Vgl. arm. gatut = syr. glu dd stat. emph. (nicht = gālù stat. absol.);
arm. gzat = syr. gezza$ä (nicht = gezza stat. absol.) u. s. w., ZDMG. 46, 228
Anm. 4.
4) Von diesen ist kaskarai-k und manisak nicht echt semitisch, kupr
auch sonst lautlich auffällig, mask auch im Persischen vorhanden.
288 II. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
worden (Turm, hałb-Æ), wie auch in echt arm. Wörtern br in
rb, bl in ib umgestellt wird (s. meine Arm. Stud. p. 77); das
syrische Suffix -aya ist durch das echt arm. Suffix açi (nacragı,
fistagt) oder ea (hreay, Katdeay) ersetzt worden. Andere Ab-
weichungen s. unter den einzelnen Nummern.
1. Abschnitt: Syrische Ramen",
1. (pus Aba ein Gnunier, nur FB. 29 = syr. Man Awa
N. pr., Payne Smith, Thesaurus Syriac. p.5. Zu syr. X2x Vater.
2. Abas in U wp LL TT Un / Mar Abas 2) Katınay ein
Syrer MX. 19, 21, 33, 82, Joh. Kath. 10, Mar Abay Katinay
(gen.abl.) MX. 20, 40, Marabay?) (gen.) Philosoph von Mcurn *)
Sb. (Pseudo-Sebeos) 1
= syr. XOP NIN ma Mar (Herr) Awa Qaffinã (o Àezvóg
“schmal, schmächtig’), vgl. Mär Awa Hoffmann 115,270, ZDMG.
43, 389, Nóld. syr. Chron. 19 ete.
Die Ausgabe der Brüder Whiston p.21 hat Marebas, das =
syr. Mar Hiwa wäre, vgl. Ibas = Ram Payne Smith 1002,
Hallier, Edessenische Chronik p. 151, LXIV, gr. Ag. 141.
3. Drgwp pzu Abgar Arsamay König von Edessa
Brief des Abgar (Venedig 1568) 4 — Abgar Arjamay Euseb.
Kirchengesch. 61, MX. 97
entstellt aus syr. NOIR "33M Abgar Ukkamā “Abgar der
schwarze’ Phillips, The doctrine of Addai p. 1 flg., Cureton,
Ancient syriac documents p. 2 flg., Dashian, Zur Abgar-Sage
p. 27, Carriére, Légende d'Abgar 379.
Aus der gleichen syrischen Quelle stammen folgende Namen
im armenischen Abgar-Brief, bei Euseb. Kirchengeschichte,
MX. u.s. w.:
UL Abdasarag Brief 51 = Ap'sadar MX.114 ent-
stellt = syr. "Ws (Phillips 53, 1) oder “tmas (Cureton 23,
2.8 v. u.) Dashian Abgar-Sage 41, Carriére Légende d'Abgar 413.
1; D. h. aus syrischer Quelle stammende Namen.
2) Abas ist die griechische Form für Aba.
3) Marabbay in der Sebeos-Ausgabe von Konstantinopel p. 3.
4) Lies Mcvin für Mcbin Nisibie ZDMG. 40,495 Anm. 1, s. unten p.295.
Anders 'Mzur-k' (?, Meur-k = x4íua Movfovgwr) Gelzer, Zur armenischen
Götterlehre p. 125. Aber xAiu« Moviovoor = arm. Mzur Gelzer, Georg.
Cypr. 184.
II. 1. Abschnitt: Syrische Namen. 289
Uf Abdiu Sohn des Abdu (oder Aöde) Brief 7, 9, Abdu
Sohn des Abdia Euseb. 65, Abdiu MX. 107 = syr. War 93 1739
Cureton 5, 26, Phillips 5, 14, Dashian Abgar-Sage 39.
UZ, Ade (Apostel) Brief 6 flig. = Adde in der Handschrift
von Jerusalem (dafür 7'adeos = @addatos Euseb. 62 fig., MX.
107 fig.) = syr. AN Addas Phillips 1, ZDMG. 43, 396, 13.
UT Ade (Seidenwirker; Brief 32 fig. = Adde MX.107 entstellt
aus syr. "AN Aggai Phillips 51, 5, 7 v. u., Dashian Abgar-Sage 37.
Rſd pnippli Bet'k'ubrin (Stadt) Brief 2 = Bet & ubin MX. 104
= syr. mana mas Phillips 1, Payne Smith 482.
an obubned Sohn des Anak (entstellt aus Snak)
des Sohnes des Abdasarag, des Schreibers des Königs Brief 51 =
Zerubnay (entstellt aus Zedbubna) Sohn des Ap'sadar des Schrei-
bers MX.114 = syr. 22325 Sohn des pd Sohn des mawas Phil-
lips 52, z. 1 v.u., 53, z. 1, Dashian Abgar-Sage 40, 41.
U wun] Manov König, Vater des Abgar Brief1 = Manoray
MX. 97 = syr. 399 Phillips 1.
WU wphtwp Marihab Brief 2, 3 = MX. 104 = syr. 307-2
Phillips 1, Hallier, Edess. Chron. p. 147, z. 6.
Gah mig push Samkagram Brief 2, 3 u. s. w. = MX. 104,
Vardan 34, Mech. Aneci 23 = syr. an Phillips 1, gr. Sau-
yiyéioauos, Zauyixégauog Strabo. Vgl. Cureton, Spicil. p. 77.
San Tubia Sohn des Tubeay Tubia) Brief 7 = Tubia
Sohn des Tubiat Euseb.62, Tubia MX. 107 = syr. 87319 93 07310
Phillips 5, z. 10—11 (Twßias o rov Tauäie Payne Smith 1440).
Andere syr. Namen wie Stamat‘ (Frau des Abgar = syr. obo
Phillips 9, 5), Absłama = brav Phillips 52, 1, Payne Smith
2791) u. s. w. siehe im Index zur Ausgabe des arm. Abgarbriefes.
4. Wpybzu; Abdisoy ein Syrer, Jakobit, vom persischen
Kónig Vtam als Katholikos von Armenien eingesetzt nach
Steph. Asol. 77 (bei Laz. BrÁ:$oy genannt, 8. unten p. 292);
Abdišoy aus Sasun, Bischof (unter Xosrov I; Vardan 58, Addisoy
Bischof der Syrer Mos. Kal. 225 (Moskauer Ausg. 95)
= syr. 907739“ AEN Hoffmann 117,210, ZDMG. 43,388
U. 8. W.
5. U Abe$atom ‘Absalom’ Ephrem I, 212 = syr.
DD Awisalom oder Awsalom, hebr. DISS,
daneben arm. Abisalom, Abesalom, Abisotõm, Abtsolom
Ephrem 398 flg. — gr. Aßeooakwu 2 Kg. 3,3. Arm. Abesaläm
hat sein e von gr. AßeooaAwu bezogen, ist also eine Mischung
der syrischen und griechischen Form.
Bei Ephrem finden sich ausser den auch sonst verbreiteten
Namen Smavon, Smuél, Savul, Elisay u. &. w. noch folgende
Namen in einer syrischen Einfluss verratbenden Form:
Hübschmann, Armenische Grammatik. 19
290
II. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
Rirpzwplruy Bersabeay Bathseba I, 418 (neben Bersabeay,
Bersabe, vgl. 3 Kg. 1, 15 Bersabee == Bnooaßet LXX.): ver,
yywmas BaS4wa 2 Sam. XI, 3, Payne Smith 598, hebr. 529
3 Kg. 1, 15. Hier liegt im Arm. die seltsame gr. Form der LXX.
ayrisirt (Wandel von s in 4) vor.
bahzwpt[ Elisabet II, 9 fig.: syr. Sawab Eliswa Payne
Smith p. 207, hebr. v. & Ex. 6,23 neben arm. Eisabet II, 19,
Elisabet! Ex. 6, 23, Luc. 1, 5 fig. = gr. ’EAto«ßer. Auch hier nur
Syrisirung der griech. Form durch Wandel von s in s! Vgl.
wav im Evangel. Hierosolym. bei Payne Smith 207.
Ur llus: Cedekia Y, 493: syr. st Sedagya Payne Smith
3366, hebr. mupus 2 Kg. 24, 17 neben arm. Sedekia 4 Kg. 24, 18,
gr. Zedexias. Hier Graecisirung der syrischen Form durch Ein-
setzung der griechischen Vocale!
Of |. Yiso I, 169, 189, Yeso II, 53, El. 84: syr. 55 Feb
oder Iso, hebr. Yohösua‘, Yesüa‘ neben arm. Yesu Ex. 17,9 fig.,
gr. Incoès, d. Josua (aber im N. T. arm. Yésus — gr. ’Inooüs Jesus).
d Sem I, 464 = syr. e" Sem Gen. 5, 23 neben arm. Sem
Gen. 5, 32 = gr. Dou Gen. 6, 1.
GER Set I, 170 = syr. nnd $49. Gen. 4, 25 neben arm. Set
Gen. 4, 25 = gr. ££9. |
dla Smson II, 6 = syr. yat, hebr. Simsön neben arm.
Samp'son = gr. Zauyw» Richter 13, 21 fig.
Chr Zu Siluha II, 134, 136 (die Siloaquelle) = syr. urb":
Silorà Jes. 8, 6, hebr. mbw Jes. 8, 6 neben arm. Silöam Joh. 9, 7,
Selöa Jes. 8,6 = gr. Zuiw&u LXX. (Aquila Z«o«) Jes. 8, 6, Joh. 9, 6
u. s. w. Daneben finden sich auch die gewöhnlichen Formen
nach den LXX.: Samuel 1,.351, 380, Solomon I, 362, Savut
I, 376, 380 flg. (mit Savuč wechselnd) u. s. w.
6. Vapuzunl Abraham ein Priester El. 101, 142 u. s. w.
stimmt besser zur syrischen Form run Awraham!) Hoffmann
s. Index, ZDMG. 43, 394, 3; 399, 1 u.s. w. als zu gr. Aßgaau.
Doch kónnte — und dies ist mir wahrscheinlicher — auch gr.
ZBoadu im armenischen Munde zu Abraham geworden sein,
da die armenische Sprache den Hiatus nicht vertrágt und aa
in aha verwandelt haben kónnte wie sie ae, a? zu aye, ayt, a-u
zu avu macht. Vgl. arm. gehen — gr. yéevva (syr. gehanna).
"'" 1) Bis Gen. 17, 5 heisst aber der Stammvater der Israeliten hebr. 053X,
kri Han, gr. Y3ocu (Aßoau) = arm. Abram, von da ab hebr. BAIMAN, "Syr.
BASAN, gr. Mägeou (Hdocau) = arm. Abraam, im N. T. aber immer arm.
dne, Letzteres ist die gesprochene Form, ersteres nur die genaue
schriftliche Wiedergabe des griechischen Originals. MX. 11 und 14 hat-
Abraam, sonat LAbraham.
Ui
IL 1. Abschmitt: Syrische Namen. 291
Dasselbe gilt von
Un Aharon Bischof in Armenien FB. 270, Bruder des
Moses Ex. 4, 14 fig. = syr. ^w ZDMG. 43, 399, 2, hebr. vos,
gr. Aa.
Bach eg Bahat 3 Kg. 16, 31 u. s. w. = gr. Bac, aber hebr.
bya, syr. bya.
huw% eh Isahak (Patriarch) Gen. 22, 2 u.s. w., Mt. 1, 2; 22,32,
Mc. 12, 26 u. s. w., Isahak Katholikos von Armenien Laz. 42
u. 8. w. = Sahak (Patriarch; Mt. 8, 11, Luc. 20, 37 u. s. w., Sahak
Katholikos von Armenien Laz. 36 fig., auch sonst Name von
armenischen Adligen und Geistlichen bei El., Laz., MX. u. s. w.
= gr. Iocdx, aber syr. pH N Israg Gen. 22, 2, ZDMG. 43,
394, 6, Hoffmann 52 fig., hebr. pran.
8e Yohannes!) der Täufer und Evangelist) Mt. 3, 1
u.s.w., El. 30 u. s. w. = gr. Iwavvng, syr. O ZDMG. 43, 398,
z. 4 v. u.
Uy Adin der Garten Eden, das Paradies’ s. unten p.300.
7. esp? p; [nl Avaursohm Jerusalem nur Thom. 19 =
syr. Doo Urislem 1 Kg. 10, 2, arab. (einmal!) Urisalam, hebr.
Yarusalayım.
Im Arm. ist für Avaursalim zunächst Aursolim zu lesen und
dies in Ursolim u. dgl. zu verbessern.
8. Rupgböwi Bardecan der Gnostiker Bardesanes Ephrem
III, 117, Euseb. Kirchengesch. 312, Bardacan MX. 146, davon
Decan-agi-k die Daisäniten Ephrem III, 117, vgl. Hoffmann 123
= syr. 727792 Bardaisan Hallier, Edessen. Chronik p.147,
VIII, Wright, Syriac Literature 28 flg., gr. Bagónocvnc, davon
Santi 'asseclae Bardesanis’ Brun Wb. p. 740.
9. Doepän dier Barcumay Nestorianer unter König Peroz
(457 —488) Thom. 80, 81, 82
= syr. & Barsauma Bischof von Nisibis (im Jahr 485)
ZD MG. 43, 397, 13; Bischof von Gardu (im Jahr 553) ebenda
403, 8, Wright, Syriac Literature 57.
Vgl. Barsumay (unter Julianus) MX. 150; über diesen v. Gut-
schmid, Glaubwürdigkeit u. s. w. p. 18.
10. Rwpzud Barsam MX. 31, 32, Barsaminay (gen.) MX. 89
syrischer Gott — Barsimnia Ag. 589, gr. Ag. Bagoaunvn
1) Vgl. Johanna Luc.8,3 (Venedig 1877), aber Joanna ebenda (Venedig
1805) = gr. Jwarva.
19*
292 11. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
= syr. mubya BS min Payne Smith 562. Vgl. jetzt
Gelzer, Zur arm. Gótterlehre p. 121.
11. 6% / BrEisoy Syrer, Katholikos von Armenien, vom
persischen Kónig Vtam (420—438) eingesetzt Laz. 72, MX.
265, Joh. Kath. 34, Thom. 73, Vardan 52
= syr. Puma Briyilo ZDMG. 43, 399, 3.
12. Qua, n; Gadisoy Isxan der Xorxotunier El. 32, 71,
Laz. 134, 195 ;
— Gad (syr. X3 gadda fortuna, sors’) + syr. 150° “Jesus.
Vgl. zum zweiten Theil syr. Bozt4so, Qam-i$o, Briz-i$o",
Klil-ı50° u. s. w. ZDMG. 408 fig., und zum ersten Theil arm.
Gad Bischof von Vanand El. 22, Laz. 620, als biblischer Name
Gad, Sohn Jacobs = hebr. 73 ‘Glück’, gr. Tad Gen. 30, 11;
ein Prophet zur Zeit Davids 1 Sam. 22, 5 (arm. 1 Kg. 22, 5);
Gad- $nasp ein Albaner Mos. Kal. I, 268.
13. kescht Dklai'der Tigris Philo Paralip. (Venedig 1826)
9,10, MGg. 611—613, Mos. Kal. I, 88, 90, 252, Dek?a? Thom. 94,
Dklat Pseud. 90, 91, 123, Ephrem I, 10, Steph. Asol. 115,
Dglai Sb. 31, 32, 95
= syr. Top Degla9 Hoffmann p. 44, bei Plinius Diglito,
phl. pa Bdh. p. 51, 12, 17, arab. io, ap. Tigra, hebr. Xiddegel.
14. bes Ezr Katholikos Sb. 98 = Ezr (Ezra, Ezras) A. T.
= syr. NT? “Azra, hebr. Ezra, gr. "Eodgac.
15. zz Elisa Bischof der Amatunier El. 22, Elise der-
selbe Laz. 125, Elise Verfasser der Geschichte Vardans Thom.
27, 81, Elisa der Prophet Laz. 437, El. 233, z. 1 v. u., Eëäu
gen. Efisayi; Schüler des Apostels T'adéos Mos. Kal. (Mosk.
Ausg.) p. 8, 9 = .Efise (gen. Elisei) Mos. Kal. I, 94, 96
= syr. YÖN Elisa ZDMG. 43, 401, z. 1 v. u., 402, 13,
403, 7, 2 Kg. 2 flg., hebr. Y 2 Kg. 2 flg.
Daneben arm. E?tsee 4 Kg. 2, 1 flg., Elise Luc. 4,27, MX.188 —
gr. Eluvoaue( Et Kg. 2, EA (000106 Luc.4,27. Die arm. Form
Elise ist im auslautenden Vocal von der griech. Form beeinflusst.
16. D Eprem auf dem Titelblatt der arm. Ueber-
setzung der Werke Ephrems, MX. 206, Gen. 41, 52
= syr. DDN Afrem ZDMG. 43, 399, 1, hebr. DDN. Aber
gr. Egpgatu — arm. Eprayim Joh. 11, 54.
II. 1. Abschnitt: Syrische Namen. 293
17. nd, / T‘arhalay eine syrische Göttin Ephrem I,
225, 11, T’arahata (gen. T'arahatay) Narek. 152, 23, T“ara-
hatay Vardan (Leviticus), Turala MX. 101, z. 5 v. u. Faria
Abgar-Brief 24
^ = 8yr. Nn?" Tar'a93aà Phillips, Doctrine of Addai 24, 18,
gr. Ardoycrig Strabo 785, Ges. Abh. 183.
Die im Abgar-Brief 24 und bei MX. 101 gleichfalls ge-
nannten Nabog (Naboy\, Bel, Bainikal = syr. 123, 5^2, 5575 Pro
Phillips a. a. O. 24, 15—17, ZDMG. 29, 131.
18. fh Tela Stadt in Mesopotamien Sb. 77
= syr. Non Tella Hallier, Edess. Chron. 148, XX, Wright,
Catalogue of the Syriac Manuscripts III, 1328.
19. ue Xatab Aleppo Sb. 32
= syr. an Hallier, Edess. Chron. 157, z. 2, Wright, Cata-
logue of the Syriac Manuscripts III, 1341, arab. Halab.
20. aale Cuaudek (Tsaudek) neben Alynik, Korduķ,
Arznarziv!) und Dasan genannt El. 10 und 39
= syr. "ar n"3 Be9 Zawda: Hoffmann 23, Wright, Catalo-
gue of Syriac Manuscripts III, 1338, lat. Zabdicena (Amm. Marc.
20, 7, 1: Bezabde; 25, 7, 9: Arzanena, Mozoena, Zabdicena,
Rehtimena, Corduena) d
Man sollte im Armenischen Zaude£ erwarten. Zu Codeacik
in Arrän MX. 78, vgl. Ag. 597?
21. Tass Cbavut Zebaoth' nur Aphraates (Jac. Nisib.)
Konstantinopel p. 280, 20, Rom p. 364, 35 1st nur Umschrei-
bung von syr. MIRIS Sd, hebr. N gx Dashian, Zur Abgar-
Sage S. A. 40 = WZKM. 4, 183.
22. Yaq Cur (Tour) die Stadt Ties Euseb. Kircheng.
101, 723, Pseud. 48, 49, Curaçi Tvgiog Pseud. 49?)
= syr. WM Sur Hallier, Edess. Chron. 151, LXIII, 2 Sam.
24, 7, hebr. "ix. — Aber im A. T.: arm. Tiuros 2 Kg. 24, 7 u. 8. w.,
Tiuraci 3 Kg. 7, 14.
23. (Umhp Cop (Tsopk) die armenische Provinz Sophene °)
FB. 6 flg. u. s. w.
1) Dies wird Thom. 81 neben Mokk (Moxoene) genannt.
2) Ebenda Curastan, vgl. R. Raabe Iorogia MAs£avdoov p.27.
3) Zerfällt in Cop mec oder mec Cop Gross-Tsopk' und Cop *
Saheay oder $ahuniv)oc FB. 21, 29, 141.
294 II. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
= syr. WIDL * NNN “Sophene Wright, Catalogue of the
Syriac Manuscripts III, 1346, bei Payne Smith p. 3381, Brun
Wb. 762 auch , gr. Zogpnvn Strabo. — Das syr. Wort wird
aus dem Arm. entlehnt sein. Aber welchem Volke gehört das
Wort ursprünglich an?] l
24. Ywılyfızuı] Kamyiso syrischer Metropolit Sb. 123
= syr. 3"Ü"np Qämiso Bischof von Beh Dësen ZDMG.
43, 404, 2.
Katinay = syr. gajfina s. oben p. 288.
25. Zenit Hubal 1) Sohn Adams Gen.4, 2flg., Hebr. 11, 4;
2) Verwandter des Syrers Daniel Koriun 8, Laz. 38, MX. 245
= syr. wan Hawel Gen. 4, 2 flg., Wright, Catalogue of
the Syriac Manuscripts III, 1240, hebr. 537.
Aber arm. Abel (Abel) Mt. 23, 35, MX. 9, 183 — gr. Aged.
26. [Zwiäpjd Hanji armenische Landschaft im vierten
Armenien MGg. 607, Anjit Laz. 469, FB. 29, 141 u. s. w.
= syr. WN, arab. baji? Wright, Catalogue of the Syriac
Manuscripts III, 1340, Assem. biblioth. orient. I, 249, n
Payne Smith p.261, gr. 4vlrrnwr Ptol., später Xa Konstant.
Porphyrog. de admin. imp. 226, 227. — Aus dem Armenischen.
Woher aber stammt das armenische Wort d
Labubnea s. oben p. 289.
27. Wwp Mar Isxan von Gross-Tsop k' FB. 21, MX. 190,
Mari Priester in Tispon (Ktesiphon) FB. 125, 126
= syr. Mar “Herr (geschrieben np, eigentl. mein Herr’)
Titel hlg. oder kirchlicher Personen, vgl. Mar Awa u. s. w.,
Mari Wright, Catalogue of the Syriac Manuscripts III, 1305.
28. Yupnfðu Marula Vark‘ srboc II, 19flg. = syr. Kr
Marü3a Hoffmann p. 41.
29. [UL hit Mecrayim als der hebräische Name von
Aegypten angeführt bei Euseb. Chron. I, 20 1, MX. 13, Thom. 24
= hebr. Gogo Micrayim, aber syr. Mesrim (nestor. und
Mesren, arab. Misr. Aus dem Hebräischen durch gelehrte
Vermittelung.
Daneben arm. Mestrayim MX. 13 — gr. Meorgaiu Jos.;
arm. Mestrem Gen. 10, 6 (LX X. Meooaiv) = gr. Meocvoéyu].
II. 1. Abschnitt: Syrische Namen. 295
30. Udaj Mcbin ‘Nisibis’ El. 7, 8, Ag. 628, MX. 19 u. s. w.,
Mevin Thom. 86, 88, 98 (s. oben p. 288, Anm. 4), einmal Ncbin (?)
in Arvestan FB. 136, aber Mebnaci Nisibener FB. 22, 26, 130
= syr. pa^» Neiwin (Nastwin) Hoffmann p. 22 flg., ZDMG.
43, 412, arab. , gr. Nioußıg Strabo etc.
31. Ua; £4 Muse Einsiedler, Begleiter deshlg. Gind FB. 272;
Muse Bischof der Artsrunier El. 22, Laz. 124; Muse aus Taraun,
Mitarbeiter Mesrop's Koriun 14, Laz. 31
= syr. RÉI Muse Bischof von vs ZDMG. 43, 397, 8,
hebr. Nu.
Sonst im Arm. allgemein die gr. Form Moses = Moog im
Gebrauch.
Yišo s. oben p. 290.
32. Bnpgwiut Yordanan (u-St.) der Fluss Jordan Gen.
13, 10 u.s. w., Mt. 3, 5, 13 u.s. w., Euseb. Kircheng. 47, El. 30,
MX. 286 u. s. w.
= syr. IN Yordanän, aber hebr. Yarden, gr. Iooò dns.
33. g. Yönan (u-St, var. Yunan) der Prophet Mt.
12, 39; 16,4,17, Jonas 1, 1flg., Ag. 141, Yunan Bischof Kir. 100
= syr. 3^ Yaunan Jonas 1, 1 flg., gr. Ig, hebr. mon
Die Schreibung Yonan mit mf = ö, wenn sie überhaupt alt
ist, weist auf den Einfluss der griech. Form 'Ivväs mit w. Ur-
sprünglich wird Yonan mit „ = o geschrieben sein!), vgl.
unten com ‘Fasten’ = syr. sauma.
34. Qnis Yuznan aus dem Hause Rap'sonean El. 150
(= Johan aus der Familie Rop'sean Laz. 256)
= syr. rm Yörannan ZDMG. 43, 394, 4 fig., hebr. J
Yoranan. . |
35. (punuk Ninve “Ninive Gen. 10, 11, MX. 19 u. s. w.
= syr. XD) Ninve Gen. 10, 11, ZDMG. 43, 403, Hoffmann
p. 17, hebr. r5, gr. Neu,
36. Copa Sabal ein I$xan, Vater des Giut (Git) Koriun
(Venedig 1833) 14 — Sambil Koriun (Venedig 1854) 7, Sabil
(derselbe MX. 237, 258, vgl. Sambal ein Jude MX. 47, 48
1) Ich nehme an, dass mf = ö ursprünglich nur in Umschreibungen
griech. Wörter für w gebraucht wurde. Pers. und syr. au, 0 wurde urspr.
durch sy, n (oi, o) wiedergegeben, in echt arm. Wörtern war mf = ov.
296 II. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
= syr. NN20 Sabbada “Sabbat !), vgl. Bar Sabbo3a ZDMG.
43, 403, z. 1 v. u., hebr. 5abba9. Siehe unten p. 312 Sabat.
37. Cub Salem (Stadt) Gen. 14, 18 = syr. bÜ Gen.
14, 18, hebr. Salem, aber gr. Sanu; arm. Save (Stadt) Gen.
14, 5 = Syr. Sp hebr. Save, aber gr. Zaun Gen. 14, 5; arm.
Sava ein Kananiter Gen. 38,2 = syr. y AG, hebr. 950, aber
gr. Xava Gen. 38, 2, u. s. w. mit Beeinflussung der syr. Form
durch die griech. oder umgekehrt.
38. Tang f/ Satitay ein Syrer, Schüler des hlg. Daniel
FB. 218, MX. 206 — syr. Sallita Wright, Catalogue III, 1324.
39. gn Salom (Ort, bei dem Johannes taufte) Euseb.
Kircheng. 197 (für Salim)
= syr. D Salim Joh. 3,23, aber gr. Tae“ — arm. Salim
Joh. 3, 23.
40. (Gugni[ifh Salomn Schwester des Herodes Euseb. Kir-
cheng. 48
— syr. DIEB Salom Mo. 16, 1, aber gr. Selwun = arm.
Salome Me. 16, 1.
41. Tu Samiram Semiramis! Euseb. Chron. (Venedig
1818) I, 40, 70, 84 u. s. w., Pseud. 87, 149, MX. 34 flg., (Van-
tosp) die Stadt dei Samiram Thom. 63, MX. 80, 94, Samiramakert
s. oben p. 170, berd-n Samiramay die Burg der Semiramis (in
P'atisos) Vardan 100
= syr. Samiram Hoffmann p. 137 Anm., Nöld. syr. Chron. 42.
Sam$agram s. oben p. 259.
Samáat s. oben p. 211. :
Samuel s. unter Smuel p. 297.
42. Tuff Samrin (gen. Samrni) "Samaria! Judith 1, 9;
4, 3; 1 Maccab. 11, 28, 34 u.s. w., Ephrem I, 430—432, Euseb.
Kircheng. 76
= syr. Tn? Samren, hebr. pnost Kg. 16, 24, aram.
00 Esra 4, 10, gr. 7 Sauageirisg 1 Maccab. 11, 28.
1) Vgl. flepawf# Urbat als Name eines albanischen Geistlichen Mos.
Kal. I, 184 = arm. urbat Freitag aus syr. ərūwə9ā (s. unten p. 315).
II. 1. Abschnitt: Syrische Namen. 297
Dazu arm. Samrit Samariter Aphraates (Jac. Nisib.), davon
abgeleitet (durch das Suffix açi) Samrtagi dass. 1 Maccab. 3, 10;
10, 38; 2 Maccab. 15, 1, Euseb. Kircheng. 76,100, 101, Chronik
(Venedig 1818) I, 114 flg., II, 174, Anan. Shirak. 13, $amrtuliun
Samariterthum (Sauagetrtiouóg, Syr. Ssamrayu da, neben Är Suiten
Judenthum' genannt) Cyrill. Dieses armenische $amrit ist
eine Mischform aus syr. $amraya und griech. Zauogsírnc!
Daneben arm. samar-agı aus gr. Iauagelrng Mt. 10, 5,
Luc. 10, 33.
43. Tan Savu? ‘Saul’ 1 Chron. 26, 28, 1 Maccab. 4, 30,
Ephrem I, 186, 377 flg. (neben Savu?), II, 31 fig., Euseb. Kir-
cheng. 33
— syr. DH Saul 1 Sam., 9, 21, hebr. bang.
In der Bibel sonst immer Savu? = = gr. 2 Xaoh, aber in der
von Chalathiantz neugefundenen Handschrift der Chronik I
und II (Zeitschrift Ararat 1896, p. 313 flg.), die nicht den uns
vorliegenden syrischen Text 5 steht durchweg die
syrisch- armenische Form Savul.
44. F Sila (gen. Silayi) Apg. 15, 22—18, 4 = syr. Sila,
gr. Silas.
45. Giling ‚Smavon (Smarön), gen. Smavoni Simon Gen.
35, 23; 42,24 etc. (oft im A. T.), Apg. 13,1; 15, 14; 2 Petr. 1, 1,
Ape. 7, 15 Ephrem I, 27, Euseb. Kircheng. 53, 177, 243, MX. 89,
Smavon aus der Familie Andzevaci El. 33, Las 126
= syr. 1900 Sem'ón ZDMG. 13,396, 7 u.s. w., hebr. rop,
gr. Svuewv und Xíucy (= arm. Simón Mt. 17, 24 u. 8. w.).
Daneben findet sich selten arm. Simon (2 Maccab. 10, 19;
13, 3, 4, 7, Simoneank oi re TOV Ziuwva 2 Maccab. 10, 20,
vgl. EEN 1 Maccab. 2, |), aus syr. Sem'ón und gr. Siuwy
gemischt.
46. Gum, Smuel Syrer, Katholikosvon Armenien MX. 266,
Thom. 314, Kir. 19, Vardan 52 = Samuel Laz. 74; Smuel der
Prophet Ephrem I, 168, II, 32 u. s. w.
= syr. N 8 280 1 Sam. 1, 20 flg., ZDMG. 43, 394, 2
u. s. w.
Daneben Samuel Priester El. 101, Laz. 222 u. s. w., ebenso
der Prophet 1 Kg. 20 fig. = gr. Sauouni.
298 II. 1. Abschnitt: Syrische Namen.
47. Caen Susan Susanna Luc. 8, 3, Daniel, Vorwort 2
u. s. w., Ag. 142, eine Fürstin, Gemahlin des Bagratuniers Smbat
(zur Zeit des Chalifen Abdl-Melik ) Levond 46, 47, Steph. Orb. I,
230, 235 flg., davon Susanik Fürstin von Albanien Mos. Kal. I, 152
— syr. Sóéan, gr. Sovodyya Luc. 8, 3, Zoaévva Daniel,
Vorwort, phl. yt ZDMG. 31, 585, identisch mit arm. Susan —
syr. $ösanna$a ‘Lilie’, s. unten p. 314.
48. Gung Saus d. i. Sos Susa Daniel 8, 2, Nehemia 1, 1,
Sb. 46, Pseud. 100, 107, 109, Sóšan MGg. ed. Soukry 41,
Susanastan 'Susiana' Pseud. 180
= SyT. Su$ und Sudan Nöld. syr. Chron. 42, talm. Sus, arab.
Sus, gr. To doc, hebr. Susan.
49. Gnupbunhng Suphalisoy Erzbischof von Partav (in
Albanien) Mos. Kal. I, 184, Kir. 98
= syr. — Suwzalió ZDMG. 43, 404, 5, Hoff-
mann p. 54.
50. flenfuy Urhay (Uiha) Edessa MX. 83, MGg. 611
(unter Mesopotamien), FB. 231, Euseb. Kircheng. 60, Abgar-
Brief (Venedig 1868) p. 3 flg., Sb. 76 u. s. w.
= syr. N Orhai (später Urho:) ZDMG. 36,689, Hallier,
Edess. Chron. 147, II fig., Nóld. syr. Chron. 40.
Urbaí s. oben p. 296 Anm.
51. fur ubi, Ra$ayenay Stadt in Syrisch-Mesopotamien
Sb. 77
= syr. NYON Re ainã, arab. Nas ain Wright, Catalogue
III, 1347, Hallier, Edess. Chron. 149, xxxv.
Sahak s. oben unter Isahak p. 291.
52. Uni Sargis ein Märtyrer FB. 101, 102, Sargis von
Taik‘, Sargis Dimak'sean, Sargis Trpatuni Sb. 65, Sargis
Vahevuni Sb. 50, Sargis Katholikos Vardan 90 u. 8. w.
= syr. 0390 Sargis (Sergis) ZDMG. 43,403, 10, Hoffmann
p. 107, 113, 216, gr. Te, lat. Sergius.
Die hier angeführten Namen sind zum Theil nur Umschrei-
bungen fremder Namen in syrischen Vorlagen, zum Theil
Namen von Syrern und nur zum kleinsten Theil Namen von
Armeniern. Lassen wir die Namen, bei denen es zweifelhaft
IL. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 299
ist, ob ihnen die syrische oder grieehische Form zu Grunde
liegt (wie Abraham, Aharon, Isahak, Sahak etc.) beiseite, so
kommen in der älteren Zeit nur folgende syrische oder in
syrischer Form entlehnte Namen als Eigennamen von Arme-
niern vor, und zwar
a) von Adligen: Aba Gnunier, nur FB. 29; Gadisoy Xor-
xotunier El. (von diesem Laz.), Mar I$xan von Gross-Tsop’k‘
FB. (MX.), Yuznan aus dem Hause Rap'sonean El. (dafür
Johan Laz.), Sabai (Sambil) Išxan von Golt‘n, Koriun, Smavon
Andzevaci El. (Laz.), Sargis Dimak'sean u. s. w. Sb.;
b) von Geistlichen: Ezr Katholikos Sb., Ełisay Bischof der
Amatunier El. (Laz.), Muse Bischof der Artsrunier El. (Laz.)
und andere desselben Namens FB., Koriun.
Da diese Namen nicht einmal háufig vorkommen, so er-
giebt sich, dass der Einfluss des Syrischen auf die armenische
Namengebung gering gewesen ist, weit geringer als der grie-
chische, wie sich im III. Theile zeigen wird.
Was die Umschreibungen biblischer Namen betrifft, so
haben die armenischen Bibelübersetzer dieselben meistens
nach der griechischen Form, selten nach der syrischen genau
wiedergegeben, in einigen Fällen aber auch ein gemischtes
Verfahren angewandt, indem sie sich theils (im Consonantis-
mus) nach der syrischen, theils (im Vocalismus) nach der grie-
chischen Form richteten. Das Verfahren war, wenn der Name
in der griechischen Form ein s enthielt, manchmal sehr ein-
fach: s wurde in 3 verwandelt, sonst blieb der Name in der
griechischen Form!
2. Abschnitt: Syrische Wörter.
1. u abelay (i-St.) der unverheirathete Geistliche’
FB. 271, Mos. Kal. 129, Arist. 27 u. s. w.
== syr. ZO awıla "monachus", arab. abi (aus dem Berl
Zum Uebergang von i in e vgl. Nelos “Nil MX. 261 = gr.
Neilog und ZDMG. 46, 231.
2. [wpn abon (var. arbon) als Gruss der Geistlichen ge-
braucht Leb. d. Väter
300 11. .2. Abschnitt: Syrische Wörter.
= syr. AN awün unser Vater’ nach Wb. Der Bedeutung
wegen falsch.]
3. ugniguyp agugai-k Röhren, Canäle der Wasserleitung
Steph. Siun., Kanon., Vahram
= syr. NYUN ayoya "Wasserleitung' = gr. àyoyóg.
4. 1h adin der Garten Eden, das Paradies Philo Paralip.
(Venedig 1826) p. 5, Ephrem I, p. 9, z. 1 v. u., p. 10, z. 3, Narek.
115, z. 12 v. u., adenabulæ im Paradies entspringend’, adenayin,
adenakan “paradiesisch’ (Wb. I, 4, II, 1041)
= syr. 799 “aden Gen. 2, 8, hebr. eden "Eden".
Daneben arm. edem Gen. 2, 8 u. s. w. = gr. Ed eu, davon
edemabulz, edemakan u. 8. w.
5. (udn alot (o-St.) Sessel, Stuhl, Thron’ Koriun 17, 6
u. s. w. gehört nicht zu syr. Sr arā (a ar) locus, terra,
occasio, tempus’, aram. N “Ort. Anders Fr. Müller WZKM.
8, 280.]
6. seet p alulai-K (i-St.) die Buchstaben’ Laz. 41, 42,
MX. 247 ;
= syr. NONN GO “Buchstabe”.
7. [ amaru Lamm' (nur im alt. Wb.!): syr. R
emrū ‘agnus’. Unsicheres Wort, |
8. wg amiray "Emir (arabischer Titel) Sb. 138, Thom.
274, 275, Arist. 24, Vardan 126, davon amirayakan Magistr.,
amirayapetel Thom., amtrapet (aus amirayapet?) Chalif. Joh.
Kath. 61, z. 12 v. u., amirayufiun Michael 408
— syr. NOR amira ‘praefectus’ (schon um das Jahr 700)
aus arab. amir “Befehlshaber”.
Direkt aus dem Arabischen stammt arm. amir in amir al
mumnik s. oben p. 262.
9. uufgu/u amban "Mantel nur Josua 7,21 (und von da auch
bei El. 174, z. 7 v. u.)
= syr. NN ümella (wahrscheinlich Fremdwort) ‘pallium’?
Josua 7, 21 (gr. %%%, hebr. MIR addere92).
Arm. amlan steht also wohl falsch für am/ay.
10. i anag (i-a St.) ‘Zinn’ Num. 31, 22, Ezech. 22, 18,
MGg. 615 u. s. w., anageay zinnern' Sacharja 4, 10
11. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 301
= syr. Nom anya (aus “anaya, stat. abs. änay) plumbum,
et nigrum et album, stannum', hebr. X Gär 'Blei, arab.
anuk ‘Blei’, assyr. anaku ‘Zinn’, skr. naga- Blei, Zinn’.
Von welchem Volke das Wort zu den Armeniern gekom-
men ist, bleibt unklar.
11. [wugu angan gen. angani) Mörser nur Num. 11, 8
(gr. 9vta) stimmt in der Bedeutung nicht zu
Syr. NYAN aggana “urceus”, hebr. aggan“Becken’, arab. $//ana,
njana (Fraenkel 68), assyr. agannu.
Arm. h [3 aganõ Jes. 22, 24 ist nur Umschrift eines
griech. *ayavu 9 = hebr. MISAN aggano9 Jes. 22, 24 (pl. von
uggàn Becken).
12. apunpp aEsor-& und a£sor-an-£ (gen.aksorig und a£sor-
anaç) Verbannung FB. 101, z. 13 v. u., a£sor-em verbanne
MX. 217,2. 4 v. u., 218, 1 u. s. w.
= syr. Ramp eksoria oder aksoria aus gr. ¿ogia Ver-
bannung'.
13. K basir tadelnswerth', davon: basrem ‘tadeln,
schmähen, beschuldigen’ MX. 41, 16; 96, 14, basr-an-k Tadel,
Beschuldigung, Verleumdung’, dasreli imíAnmrog Philo ed.
Conybeare 1895, p. 158, 2, basr-akan verleumderisch'
= syr. mba basir (aus *basir) verächtlich'.
a behez Byssus s. im IV. Theil.
14. [aH berd (i-a und :-St.) Burg, Kastell’ Maccab. (1,35
u. s. w., sonst nicht in der Bibel), FB. 205, 206, MX. u. s. w.
ist nicht = syr. NING merda 'castellum".]
15. [php bib (i-a St.) Pupille Deut. 32, 10 u. s. w. klingt
nur zufällig an hebr. 733 bawa, syr. SO bawa u. s. w. an.)
16. pscäfi bucin (belegt nur gen. bucnoy) nur Basil. 57,
z. 12 v. u. eine als Docht gebrauchte Pflanze
— syr. N bügina 'qÀóuoc, verbascum’ (aus dem Persi-
schen), phl. bucin(a) oder bocin(a) ‘Gurke’, vgl. ZDMG. 29, 650.
17. . gadis (gen. gadsi) "Bauten (von Garben) nur
Ruth 3, 7 und Tonak.
= syr. gadisa Haufen Garben’, hebr. gadis.
18. gumm[a gatut (gen. galli, i-St.) Auswanderung, Aus-
wanderer Philo und Ephrem, gatiakan “der sich geflüchtet
302 11. 2. Abschnitt: Syrische Wörter..
hat, Flüchtling’ Ephrem, 1 Maccab. 6, 53, MX. 37, 21, FB. 170,
z. 2 v. u., Vardan 146, galiem auswandern, fliehen’ 2 Kg. 4, 4,
MX. 157, 4, gallim ebenso MX. 158, z. 9 v. u., galiem “weg-
führen' Levond 133, 12
= syr. Ria galuga 'exilium', hebr. aram. ga/u3 Weg-
führung ins Exil, die ins Exil Geführten'.
Nach den obliquen Casus (galli, gaiíe, gatiig) und den
Derivaten von gałtui (wie galiakan) ist später ein neuer Nomi-
nativ gali Car., Tonak., Joh. Kath. gebildet worden.
19. gqwjd gzal (u-St.) die abgeschorene Wolle, Vliess’ Rich-
ter 6, 37—40 (daher El. 180), Pseud. 7, z. 1 v. u., Mos. Kal.
(Moskauer Ausg.) p. 66
= syr. NATA gezza9a ‘vellus’, hebr. gizzā, constr. gtzza9
'abgeschorene Wolle’.
20. gnp gub (o und 1-St., gen. gboy undgbi) Grube, Cisterne’
Gen. 37, 24 u. s. w., Mos. Kal. I, 95, Apc. 9, 1—3
= syr. Nama gubbä "fossa, fovea’.
21. ue; gurpay, sprich gurba Strumpf Mast. und
Jakob von der Krim (15. Jhd.), daneben gulpa Oskiph.
= syr. Kn (gorba?), np. gorab ‘Strumpf’, arabisirt jurab
(Rosen, Np. Sprachführer p. 49), arab. = jaurab, türk.
corab, kurd. görevi ZDMG. 38, 85 ‘Strumpf’. Pers. Ur-
sprungs.
Die Endung -ay (von gurpay — gurba) deutet auf syrischen
Ursprung, die Schreibung mit p für 5 auf Entlehnung in
jüngerer Zeit (seit dem 11. Jhd.)? ;
22. qup dar (u-St.) Zeitalter, Generation, Geschlecht,
Jahrhundert MX. 11, Ephrem III, 119, Eznik 246 (= azg
"Generation! p. 259) u. s. w.
= syr. & N dara aetas, saeculum’, hebr. dor Geschlecht,
Menschenalter, Generation'.
2% doil Schöpfeimer' s. oben p 144, aus dem Persischen
(dol) oder Sy rischen (daula)?
23. q"ygp zoig- E (gen. zugig) “das Paar’ (Cevyog Luc. 2, 24,
Lev. 5, 11 u. s. w.), zo:g ‘gleich’ (adj.), ‘zugleich’ (adv.), häufig
als erstes Glied von Compos. (gelehrter Bildung) z. B. zugaliv =
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 303
ioagı3uog, davon zugem verbinden, zusammenfügen Mt. 19, 6,
*gleichstellen', zugim sich verbinden’ Sb. 131, z. 4 v. u., gleich-
kommen’ Hiob 28, 17, zuguliun Gleichheit, Eintracht’ El. 6, 3
= syr. zaugã jugum, par, similis’, arab. zau Paar (Fraenkel
106) aus gr. CebVOg. — Vgl. zom unter den gr. Lehnwörtern.
24. gayung zopay li-St.) “Ysop Joh. 19, 29, Hebr. 9, 19 u. s. w.
= syr. NH z0pa, gr. VOGWTOS.
25. [Yu zvarak (i-a St.) junger Stier nur im A. T.
(hier aber oft, z. B. Ex. 29, 1, 3, 10, 11, 11, 12, 14, 36 = d-
grou, Hëogrocl, Pseud. und Ag. 46 (und bei den von diesen ab-
hängigen Schriftstellern)
= syr. N2*3TK ezwaryā taurus magnus’, arab. (Transcription
eines aram.) 8 Fihrist 322, 10; 325, 8 (nach Nöldeke).
Das syrische Wort ist nicht original, stammt also wohl aus
dem Armenischen. Oder beide aus dem Persischen?, wo es
bisher freilich noch nicht nachgewiesen ist.)
26. Bags langar Kaufmann Sb. 104, z. 5 v. u. (für
lankangar zu lesen), Thom. 99, 22, Vardan 63, Sirach 26, 28
(für x&rnAog neben vacarakan = Eurtogog), davon lungarakan
Ag. 26 (Vorrede)
= syr. Nun taggara ‘Kaufmann’, mand. tangara, arab.
tajir (aram. Lw. Fraenkel 181), assyr. tamkaru, tamgaru.
27. Bag, largman (i-a St.) Dolmetscher Gen. 42, 23
u. s. w., davon largmanem übersetze MX. 260, 15, largmanid
"Uebersetzer MX. 260, 8, largmanuliun Uebersetzung MX.
248, 23
= syr. Rip targmana "interpres", assyr. lurgumannu, tar-
gumannu.
28. up; bh; larsi$ (gen. larssi) Ezech. 1, 15 ein Edelstein,
nur Umschreibung von
syr. Gap Ezech. 1, 16 aus hebr. tarSis.
Daneben arm. /arsis (gen. larssay mit der var. Zarssay)
Hohelied 5, 14 = gr. Japolg der LXX.
29. n l pn^ loh ev boh wüst und leer Ephrem I, p. 2,
Thom., Vardan
= Byr. ma mm toh va woh = hebr. gin rin Gen. 1, 2.
304 II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
30. [@pfnp iriur (o-St., gen. íríroy) steht Deut. 28, 42,
Amos 4, 9, Joel 1, 4; 2, 25 für gr. &gvoißn und x&uznņ, syr.
N und Now und könnte danach durch 'Mehlthau,
Raupe, Heuschrecke’ übersetzt werden. Die Armenier ver-
stehen aber darunter die Raupe' Mech. Fabeln p.128, Geop. 161,
wie auch im Modernarmenischen íríur “die Raupe’ ist. Das
Wort gehört also nicht zu
syr. sarsurá eine Heuschreckenart'.
31. %% ilul hebräischer Monatsname Nehemia 6, 15 und
Anan. Shirak.
= syr. ON elul oder gr. ’EAoiA Nehemia 6, 15, hebr.
elul.
32. mulu lumay (i-St.) dero, etwa Pfennig Mc. 12, 42,
Luc. 21, 2 u. s. w., lumayapoz xeguariorng Joh. 2, 14
= syr. NOO luma ‘nummus. Vgl. Fraenkel 197.
33. j, zanul (auch hanul, i-St., gen. zantı) Werk-
statt, Laden’ Ag. 26 (Vorrede), Euseb. Kircheng. 275, z. 12 v. u.,
Oskeb. u. s. w.
= syr. RIP zanuda 'taberna', arab. Aanüt (aus dem
Aram.).
34. Hun, zaragul arraxng eine Art Heuschrecke’ nur
Lev. 11, 22
= syr. Wäin zargala ‘gryllus’ Lev. 11, 22, arab. harjal
"locusta", karjala “agmen locustarum'.
Np. zarjal *ungeflügelte Heuschrecke' ist arab. Lw. und
harjal zu lesen.
35. fu zarb (i-St.) Schwert' Philo Gen., Dionysius Thrax
und spätere gramm. und lexic. Werke
= syr. Nm zarba ‘gladius’.
36. [umppunjk i zarbal-em durchsieben, sichten’ Luc. 22, 31
(uvae ey) = Eznik 181, versuchen, verwirren’ Magistr., Erznk.,
Leb. d. Väter von “zarbal
— syr. und aram. X53259 'arbala, arab. yirbāl ‘Sieb’.
Wb. und Fr. Miller WZKM. 7, 381 vergleichen lat. cribel-
lum, von dem letzterer nach Levy, Neuhebr. und chald. Wb.
I, 282 die genannten Wórter — mit Unrecht nach Fraenkel 91
— herleitet.
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 305
kaamt xavar "Finsterniss, Dunkel’ s. oben p.159 unter den
persischen Lw., vielleicht — syr. «^n zabbarä caligo (nach
Nöldeke)?
Man sollte dann arm. *zabar erwarten.
37. [kmp zlurd (i-St.) “Maulwurf” Lev. 11, 30 u. s. w.
stimmt lautlich nicht recht zu
syr. «om zuldä ‘Maulwurf’, zu dem es Fr. Müller, WZKM.
3, 281 stellt.] |
38. [fugméufu zlunjn Schnecke, Purpurschnecke' (belegt
nom. pl. ætenjoin Basil. (Rede gegen die Reichen), gen. pl.
zlunjnag Basil. Hexaem. 152, 24, acc. sg. zoznjiun (für *zinyiun)
Mech. Fabeln p. 67, modern zlunj)
zu jüd. aram. n, syr. No n und N n etwa zlezona
‘Schnecke’, arab. Balazun? Letztere Wörter schwerlich echt
semitisch ).]
39. kän mor (o-St.) Sauerteig Mt. 13, 33, Mo. 8, 15 u.s. w.
= syr. & D g mirã fermentum', arab. (Lw. aus dem Aram.,
Fraenkel 33) xamir? Man sollte im Arm. mir oder *zamir
erwarten.
40. An znjor (auch zncor geschrieben) ‘Apfel’ Hohe-
lied 2, 5 u. s. w., zncori ‘Apfelbaum’ Hohelied 2, 3
= syr. & zazzura (aus #zanzura) ‘malus’.
Das syrische Wort ist nicht echt syrisch, also aus dem Ar-
menischen entlehnt.]
41. [V/ zoy (i- und o-St.) Widder, Schafbock Gen. 15, 9;
31, 10; 32, 14 u. s. w., davon zoyak “Kapitil (urspr. Widder-
kopf") und zoyanal losschiessen auf etwas’ (vom Adler gesagt,
eigentl. losgehen wie ein Widder) Deut. 28, 49, Levond 29,
MX. 122 »wohlals "13 Aöy in das talmudische« (als Fremdwort)
»übergegangen« de Lagarde.]
42. [bnnm caray (i- St.) "Knecht, Diener’ Gen. 9, 25 u.s. w.
(alt und häufig) setzt Fr. Müller, WZKM. 7, 381 = hebr. "x
car, car Dränger, Verfolger, Feind’, das ins Pehlevi und von
da ins Armenische eingedrungen sein soll. — Unmöglich.
1) Nach Fr. Müller, WZKM. 8, 285 wäre an gr. @Ailwo» im Meere
lebend' zu denken. Unwahrscheinlich.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 20
306 U. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
43. 30 / cnclay (i-St.) Cymbel 1 Kg. 18, 6, 1 Kor. 13, 1
u. s. w. (nur in der Bibel und von ihr beeinflussten Werken)
— syr. Nott sessala cymbalum'.
44. dnfðnp color (coforin, colrin) Thymian oder ‘Quende?’
(Thymus Serpyllum) Joh. Van., Vardan (Exodus), Med. Schr.
— syr. R sayra satureja', arab. sa far.
45. Ae: com Fasten 1 Maccab. 3, 47 (sonst nicht in der
Bibel), Jac. Nisib., Ephrem u. s. w. i
= syr. XOS sauma (soma, constr. som) ieiunium’, hebr. Gg
com ‘Fasten’.
46. ópwp crar (gen. crari) Bündel, Büschel Gen. 42, 27,
1 Kg. 25, 29, Hohelied 1, 12 u. s. w., crarem einwiekeln, ein-
schlagen’
— syr. R gorära marsupium', hebr. “^g carör "Bündel.
47. fd unf / kalsay oder katsay (gen. kalsayi) Kessel, Koch-
topf Ex. 16, 3, Ezech. 11, 3, 7, 11; 24, 3, 5, 6, Hiob 41, 22,
Sirach 13, 3 etc. i
— syr. XOP gadsa 'ahenum' von gr. #adog = hebr. "12 kad
‘Eimer.
Arm. kalsay, katsay für *kadsay durch Einfluss des auf d
unmittelbar folgenden tonlosen s.
48. [fup kapar (o-St. und i-a St.) Blei' Ex. 15, 10 u. s. w.,
kapareay bleiern' Steph. Asol. 135 stimmt im Anlaut nicht zu
syr. WOR awara ‘Blei’, hebr. n?» ‘öfere9, arab. np. abar
(aram. Lw., Fraenkel 152).
Man hat arm. “abar für syr. awara zu erwarten. Der Hin-
weis auf andere ähnliche Fälle (ZDMG. 46, p. 239, 240) hilft
nicht weiter.]
49. [uu kaparc-k Köcher Gen. 27, 3, Hiob 30, 11
u.8.w. (im A.T. und bei kirchlichen Schriftstellern) ist nicht
= syr. y Dp gaferga Köcher‘, das zu phl. kantır Nöldeke,
ZDMG. 46, 141, Horn, Grdr. p.-282 gehört.]
50. Ywuhmpuyp kaskarai-k (i-St.) Rost (= Heerd’) Lev.
2, 7; 7, 9; 11, 35 u. s. w. (im A. T. und bei Osk.)
= Syr. N) Kaskora ‘Korb’ (zum Tragen), das selbst wohl
nicht echt syrisch oder semitisch ist.
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 307
‘Rost’ und ‘Korb’ sind urspr. = “Flechtwerk’, vgl. lat. cra-
ticula ‘Rost’ von cratis Flechtwerk', arm. vandak = iayága
Ex. 30, 3 und orugie Apg. 9, 25.
Vgl. gr. éoxaga?
51. H , katu (o-St.) ‘Katze’ Philo Opera (Venedig 1822)
p. 134, 4, Mech. Fabeln p. 81, Vardan (Genesis) u. s. w.
= syr. “ap gaffu, arab. giff, gr. xatta, lat. cattus u. s. w.
Weit verbreitet. Vgl. meine Etym. d. osset. Sprache p. 122,
Hehn, Kulturpflanzen“ p. 452 fig., 589.
Das syr. Wort ist selbst entlehnt und es ist daher nur des-
halb wahrscheinlich, dass die Armenier das Wort von den
Syrern erhalten haben, weil sie überhaupt mehr empfangen
als gegeben haben.
52. Gln. / karkureay nur bei Ephrem (Exodus), kar-
kuray (i-St.) nur bei Hesych. v. Jerus. übers. von Steph. Siun.
"Schiff, Boot’
=syr. & Hp qarqura ‘navicula’ | arab. qurqur (Fraenkel217),
gr. xégxovgog (Herodot 7, 97) “eine den Kypriern eigene Art
leichter Schiffe‘.
53. 6. kagin (o-St. und i-a St.) Axt, Beil’ 1 Kg. 13, 20,
El, Thom. u. s. w., kaçni FB. 22, 3. 1 v. u., poln. arm. gaęin
Axt WZ RM. I, 290
= syr. N zassina dolabra, securis, arab. „ymas Axt
(Fraenkel 86).
Arm. * nur hier für syr. z.
54. [mpun kakav (u- St.) 1) Rebhuhn Jerem. 17, 11, MX. 122,
MGg. 608 u. s. w., 2) kakav-k "Tanz Osk. I, 66, 20 u. s. w.,
kakavem tanze 2 Kg. 6, 16, Mt. 11, 17; 146
| — syr. Napp gaggawa, gaggawana Rebhuhn“, gr. xaxxafı,
np. kabk.
55. al. kelev‘Schale, Rinde’ Hohelied 4,3, davon ketevem
‘schäle’ Gen. 30, 37, ketev-an-k ‘Schuppen’ Apg. 9, 18 (in der
Bibel und theol. Schriften) |
— syr. WEG galafa ‘folium libri, x Dp golafo3à cortex,
squama, putamen mali granati Gen. 30, 37, Hohelied 4, 3,
galaf decorticavit Gen. 30, 37.
56. % knik (gen. knkoy, o-St.) Siegel Ex. 28, 11, 36
alt, u. s. w. und häufig, davon knfem siegele' u. s. w.
20*
308 II. 2, Abschnitt: Syrische Wörter.
= assyr. kunukku ‘Siegel’ oder kaniku etwas gesiegeltes’
ZDMG. 48, 462?
Es Gg sich, wenn die Zusammenstellung überhaupt richtig
ist, wie das Wort zu den Armeniern gekommen ist, da es im
Syr. nicht vorkommt.
57. [mg kuz (i- und o-St.) "Marder'!) Joh. Mam., Vardan
(Exodus), für aiAoveog (urspr. Marder', später ‘Katze’ Hehn,
Kulturpflanzen 452, 453) Cyrill., Osk. Mt.
= syr. NT quzà 'etAovooc, mustela’, kurd. Auzä oder Kuztk
Marder Socin, Kurd. Samml. II, 330.
Syr. quzà wahrscheinlich selbst entlehnt.
58. [nuwa kupr (o-St.) Erdpech, Pech’ Gen. 11, 3 (oga2-
TOG) u. 8. w.
= syr. XD% kufra pix, bitumen’, arab. kufr (aus dem
Aramäischen, Fraenkel 150), hebr. kofer Harz, Pech’, assyr.
kupru.
Man sollte arm. *Zupr oder “kur (aus ur) erwarten.
59. [ ktav (o-St.) Lein, Leinwand, Linnen' Ex. 9, 31,
Mt. 27, 58, Apg. 10, 11 u.s. w., ktavi ‘leinen’ Lev. 6, 10 u. s. w.,
ktavat Leinsamen Mech. Fabeln p. 44 stellt Fr. Müller,
WZKM. 9, 83, Brockelmann, Wb. 508 zu
syr. (jünger!) "OP geffau erioxylon' Baumwolle") Brockel-
mann p.317, zu dem (nach Nóldeke) neusyr. geto Holz (Pflanze)
desLein’gehört. Die syrischen Wörter stammen wohl aus dem
Armenischen.
Vgl. Alan oben p. 278, dazu syr. &3r5 kettana "linum, assyr.
kitinnu.]
60. Swnpp hatb-K (i-St.) Schlingen, Fallstricke’ SES
Salom. 6, 5; 29, 5, Joh. Kath., Narek.
= Syr. gban rale Strick‘, arab. kabl ‘funis, chorda, vin-
culum’. Fr. Müller, WZKM. 7, 381.
61. Suha hasiv (gen. hasvi) Rechnung, Abrechnung’ Luc.
12, 58 u. s. w., Bruns und Sachau, Syrisch-römisches Rechts-
buch p. 103, 19 (gen. hascoy), “Beisteuer’ 1 Kor. 16, 1 (Lo,
davon hasvim rechne, zähle, halte für’ Lev.27,23, MX. 9, 4; 16, 21
|| “Wiesel = arm. ak‘is, Katze = arm. katu.
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 309
= syr. DÖN ip gerechnet, geachtet für zu a5 zosaw
‘zählte, rechnete“, zas$ew meinte, dachte’.
62. Sly heg li-St.) ‘Silbe’, hegenay (i-St.) Silben, Alphabet’,
hegem “buchstabire, syllabire’ Osk. Es., Laz. 37, 1; 39, 12; 41,
15, 21, MX. 246, 4, Mambré u. s. w.
= syr. kaya las, Won heyyana “meditatio, pronuntiatio,
syllaba, lectio, literarum elementa’, arab. Lag Aja Buch-
stabiren, Silbe’.
Arm. hegenay aus *hegeanay für *hegianay deckt sich laut-
lich vollkommen mit syr. heyyana.
63. Spbuy hreay (i-St., gen. hrei aus *hreayı) Jude’ Joh. 4, 9
u. 8. w. (alt und sehr häufig)
= syr. NY] W ihudaya oder yuóaya Jude, hebr. pl.
yahudim, aram. yahudaye ‘Juden’, arab. yahüd, np. juhud, jahüd,
gr. Jovóaiog. :
Arm. reay ist entstanden aus *Aureay = *hudeay (vgl.
P. St. p. 201) für *ihudeay = syr. ihuóaya, vgl. WZKM. 6, 266,
Marr, Recension von Tomson's histor. Gram. des Tifliser Dia-
lectes S. A. p. 11. Die Endung -eay ist echtarmenisch (vgl.
kriston-eay ‘Christ, pastaun-eay Diener u. s. w.) und dem
semitischen -ayaà substituirt worden, vgl. unten Äaldeay. Das
Wort ist aus dem Armenischen auch in die kaukasischen
Sprachen (georg. Auria i), osset. wirag, thusch. urti-w, s. meine
Etym. und Laut]. der osset. Sprache p. 125 Anm.) eingedrungen
und zwar — nach Marr a. a. O. — schon zu einer Zeit?), als
es im Armenischen noch *Aureay lautete?
64. 44% Jei (dee) Oel Mt, 25, 3, “Olive (als Frucht)
Micha 6, 15 u. s. w., jileni Oelbaum' Ag. 479, MGg. 610 (in
Uti), Thom. 231, 5, Mos. Kal. I, 93
= syr. N zatta (abs. und constr. 269) ‘oliva’, hebr. zayt9,
arab. zait (aus dem Aram., Fraenkel 147), osset. georg. zeit
1) Vgl. auch georg. huriastani = arm. hreastan (aus *hreay-a-stan, 8.
oben p. 241) Judaea". :
2) Es fragt sich nur, um wie viel Jahrhunderte die Zeit, als tu in
nicht-letzter Silbe noch erhalten war, vor den Anfang der arm. Litteratur
zurückdatirt werden muss. Die zahlreichen arm. Lw. im Georg. zeigen
sonst keine Spur von grösserer Alterthümlichkeit als ihre arm. Originale.
310 11. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
Der Oelbaum gedeiht jetzt nicht im eigentlichen Armenien. |
Nach Wagner, Reise nach dem Ararat p. 319, 325 gehört der
Oelbaum (nebst Lorbeer, Buchs u. s. w.) »nicht zur eigentlichen ar-
menischen Waldvegetation «, ist aber »in den kolchischen Busch-
gegenden der Küstenländer vorherrschend u. MGg. 610 erwähnt
ihn nur als Specialität der Provinz Uti, Strabo 528 in Sakasene !)
und Gogarene (— Gugark', westlich von Uti), beide also nur
in den nórdlichen an Albanien?) und Georgien anstossenden
Grenzprovinzen, die zwar politisch zum armenischen Reiche
gehörten, deren einheimische Bevölkerung aber schwerlich
echt armenisch war. Es ist mir daher nicht wahrscheinlich,
dass el ein echt armenisches Wort ist. Woher es aber stammt
und wie es gewandert ist, bleibt streitig. Vgl. Hehn, Kultur-
pflanzen? p. 120. — Zum Anlaut vgl. jivi und jag oben p. 185.
4%½% jivi Pech' s. oben p. 185. Fr. Müller sieht es als
semit. Lw. an, WZKM. 8, 253.
65. 2% tek (i-a St.) Steuerruder' Ezech. 27, 6 u. s. w.
= syr. Np*5 lega gubernaculum' Ezech. 27,6. Brockelmann
Wb. 175.
66. dingugwui[d magalaí (gen. -i) Pergament’ Jes. 34, 4 u. s. w.,
magalaleay pergamenten Jes. 18, 2, Apc. 6, 14
= syr. mba moyallo3a 'volumen', hebr. mayilla Buch-
rolle’, arab. majalla (aus dem Aram., Fraenkel 247).
67. dhing maz (o- und $-St.) das (einzelne) Haar’ Luc.21, 18
u. 8. W.,
vgl. syr. N mezzé “crines parvi, phl. Sa Haar PPGI.
p. 156 — p. 6, z. 1 v. u.
6S. Huſuuſd mazai (o- und i-St.) Packnadel' Leb. d. Väter,
Oskiph., Martin
= syr. Nona moza((a ‘Nade!’ (maxat sayga “Packnadel’).
69. Suuta mananay (t-St.) “Manna Ex. 16, 32 u. s. w.
(mehrfach in der Bibel) |
falsch transscribirt ? aus syr. XY mannä ‘manna’, gr. l U,
hebr. man. |
Dafür steht Ex. 16, 31 Jatu man = gr. pav.
1) Vgl. dazu W. Fabricius, Theophanes v. Mytilene p. 137.
2) Hier gab es »unzühlige« Oelbáume nach Mos. Kal. I, 93.
— — ——— ———̃ ——— —— .— ͤ —ʒ——
11. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 311
Aber arm: mannay 4 Kg. 8, 8 u.s. w. = gr. uavaa = hebr.
minzā Gabe, unblutige Opfergabe.
70. gang mangat (i-a St.) ‘Sichel’ Mc. 4, 29, Deut. 16, 9
u. s. w. |
= syr. No maggala (aus *mangola) “Sichel”, hebr. maggal,
arab. minjal (aus aram. maggela, Pragakel 133), pärsi mangal
ZDMG. 36, 71.
71. ue maniSak “Veilchen’ Ag. 480, Mech. d. Arzt
69, 1, Lambr. u. s. w.
= syr. N28"? maniska Veilchen (aus dem Pers. ?).
Vgl. manusak oben p. 191.
72. irg ua masaray (i-St.) eine Krankheit, vóo0c pIıvw-
due Philo Opera (1822) p. 66, &gvalsreiag Mech. d. Arzt p. 72,
davon masarakan axt oder masarayakan azt (vosos pIıvwöng)
Philo ebenda p. 68 — MX. p. 237, 7
= syr. NOD masrà égvolzteAag.
73. diu, mask Fell (von Schafen oder Ziegen, entfettet
und enthaart), Haut, weiches Leder’ (als Kleid, Schlauch, Sack
gebraucht) Lev. 11,32 u.s. w., davon ma$keak “ledernes Kleid’
3 Kg. 19, 13, maskeay, masketen ledern' Me. 1, 6 u. s. w.
= syr. Ny meska Haut, arab. mask, assyr. masku ZDMG.
4S, 463, np. ma "Schlauch, phl. mask West, PT. 4, 142.
74. dupu mahks "Zoll Röm. 13, 7, davon maZsavor Zöllner
Mt. 5, 46 u. s. w., makisapet "Oberzóllner Luc. 19, 2
= syr. NYM maysá Zoll, hebr. meyes, arab. maks (aus dem
Aram., Fraenkel p. 283), assyr. maksu.
75. [un mgl-a-hot nach Schimmel, Kahm riechend,
muffig (-A = 'Geruch' Geop. 100, z. 10 v. u., Atak'el
(17. Jhd.), mglim 'schimmelig werden’ (vulg.) stimmt in der
Bedeutung nicht zu
syr. ND muyla Eiter, Wundsaft, Saft aus den Oliven-
kernen'].
76. Têgukmyp mcineai-E die Mesallianer Eznik 287
= syr. Noz mogal loans Wright, Syriac Literature
p. 167, Hoffmann p. 104, Payne Smith 3403, Brockelmann,
Wb. 303.
312 D 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
11. usiſug EI Ae m1avase|-tc gen. pl.) WZKM. 4, 191, 192
ist nur Umschreibung von syr. gët malvase Zodiacalbilder'.
78. esch mtrak (i-a St.) Peitsche (uaorı&) Philo Opera
(1822) 135, Sprüche Salom. 26, 3, FB. 253, 3 u. s. w., mtrakem
peitsche MX. 168, z. 4 v. u.
— syr. Apht'amafroqa' lorum, flagellum’ Fr. Müller, WZ RM.
8, 283, arab. mifrag ‘virga’.
79. /e yai d. i. tarr Element, Substanz, im Syrischen
beim Accus. gebraucht, z. B. im Anfang schuf Gott z yain erkins
ep z yain erkir Eznik. 260, 261
= syr. N yaga “essentia, natura’, 2) im stat. constr. Accu-
sativzeichen, vgl. Gen. 1, 1: im Anfang schuf Gott N pr
RINN MM.
80. Ju yamotr (i-a St.) roayéAaqoc Hiob 39, 1, Deut.
14, 5, M X. 163, 8, yamoir-a-nman dem Yamoir ähnlich’
MGg. 615
= syr. Naam yazmurà Deut. 14,5, hebr. yazmur ein Thier
aus dem Antilopengeschlecht, von róthlicher Farbe, arab.yahmür.
81. 'uupuiglril nabat-e-m d. i. anargem ich schmähe,
schimpfe’, nur einmal Ephrem Kg. (vgl. 1 Kg. 25, 25)
= syr. ?22nabbel (bei Ephrem) ‘schimpfen’, Denom. von 535,
vgl. hebr. nawal "Thor und N. pr. 1 Kg. 25, 3 flg.
82. "ub pugh nacragi (nacaragi) “Nazarener El. 21, 123, 140
= syr. N nasraya, mand. nagoraya, arab. nasrani, pl.
nasara Christen.
Sonst vn ph gh nazöregi Nalagnvos, NaSwgaiog Me. 1,24,
Mt. 2, 23 u.s. w. Die Endung -agi, -eci ist echt armenisch.
ba nis Zeichen = syr. N75 s. oben p. 204.
83. Zh] Sabal (u-St.) Sabbat Mt. 12, 8 u. s. w., alt und
häufig, im Sinne von "Woche Jes. 66, 23, davon $abal-ana-m
‘ruhe Ex. 16, 30
= syr. ND2D sabbada Sabbat, Woche’, hebr. $a55a9, gr.
oaßßarov, pàz. sanbad Shk. 267, np. šanbað und šanba 1) Nöld.
Stud. II, 37.
1) Nasalirung auch in ahd. sambaztac = d. Samstag, gr. Zaußarıos,
lat. Sambatius N. pr. (neben Za88«tcoc und Sabbatius), ksl. sabota u. s. w.
KZ. 33, 383 flg., Idg. F. 4, 326 fig.
IL. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 313
Die arm. Wochentage (vgl. Anan. Shirak. p. 64) heissen:
kabal Samstag (modern sabat Woche, $abal or Samstag),
miasabal El. 44, 19, miasabali oder kiurake, kirake Sonntag
(mod. kiraki), erksabat, erkšabaíi Montag (mod. erku$abii),
erekšabai, erek$abati Dienstag (mod. erek$abii), £oreksabal,
coreksabali “Mittwoch” (mod. forek$abii), hingsabat, hingsabali
"Donnerstag" (mod. hingsabli), urbal Freitag. In diesen Namen
ist faba und urba syrischen, kiurake griechischen Ursprungs.
Die ersten Glieder der Zusammensetzungen miasabal u. s. w.
sind die armenischen Zahlwörter 1—5.
$amrtaci Samariter s. oben p. 297.
84. zunlihnıp Sampur, var. Sapur (o-St.) Bratspiess MX.
227, 14, Thom. 66, 13 u. s. w. (auch georg. Lw. Sampuri "Brat-
spiess Tchoubinof p. 540)
= syr. N. $appuda 'rutabulum', arab. m ‘Spiess’
(Fraenkel 90).
85. z Sar ein babyl. Cyclus von 3600 Jahren Euseb.
Chron. (Venedig 1818) p. 11, daher auch MX. 8, z. 7 v. u.
= babyl. zar (ZDMG. 48, 463), gr. gogo,
Arm. zar wohl nur künstlich aus gr. oapos in das Semitische
umgesetzt, vgl. Brockelmann, ZDMG. 47, 24; oben p. 299.
86. 2e Savit᷑ (i-a St., gen. pl. savlag) Pfad, Weg (ro(Boc)
Mt. 3, 3 u. s. w. (oft im A. T.), Fusstapfe, Spur (/yvoc) 2 Kor.
12, 18, FB. 23, z. 6 v. u.
= syr. NÙ Sawila Weg, Spur, arab. sabil.
87. 2 Sapıla und Sapilay, $aptulay (gen. Sapilay und
$apilayt) Sapphir' (oarıpeıpos) Ex. 24, 10; 28, 18; 39, 11, Hiob
28, 16, Hohelied 5, 14, Ezech. 28, 13 u. s. w., Japiuleay oarn-
qeíguvoc Pseud. 5, 20
= syr. Nx sappila Sapphir', hebr. W sappir.
Nur hier steht arm. $ für syr. s. Nom. sap: und Gen.
sapithi sind jüngere Neubildungen. Zu it — -iut vgl. Sit = $tu£
Splitter.
88. hn / Siporay, $eporay (i-St.), Sidor, Jepor, gen.
$eporay / Trompete Ag., Jac. Nisib., Ephrem, Tonak.
= syr. N sifora tuba aus jüd. geg Brockelmann,
Wb. p. 384, hebr. söfar "Trompete".
314 II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
89. aber šłłay (i-St.) Kette 2 Kg. 3, 34, Me. 5, 3, MX.
139 u. 8. w.
— syr. Nr Sesalta Kette, talmud. novae.
Arm. Sien lässt sich nach arm. Gesetzen höchstens auf ein
älteres zi l/ zurückführen. |
90. gaku Sukay "Markt Oskiph., Mt. Urh., Bas. Mask.
(also erst seit dem 12. Jhd. bezeugt)
— syr. Np" fuga Markt (phl. suka PPGI. 214), arab. sg
(aus dem Aram., Fraenkel 187).
91. 222 Susan (i-a St.) ‘Lilie Hohelied 2, I; 16; 6, 1 a 7, 2,
Hosea 14, 6, Mt. 6, 28, Ag. 450 u. s. w.
= syr. N) fofannoS9a Lilie (pl. $osanne), hebr. $osanna,
pl. SõSannim, arab. sausan, süsan, np. susan, ebenso Bdh. p. 66,13,
aber phl. Gemme mëng ZDMG. 31, 585, gr. 000007.
92. 27 dan) susmay ‘Sesam’ Snorh., Sanahneci (11. Jhd.),
Med. Schr. (also erst seit dem 11. Jhd. bezeugt)
= syr. Nath $usma 'sesamum orientale.
93. 20 ug Suspay (-St.) Tuch zum Bedecken oder Halten
von Reliquien und Abendmahlsgeräthen, Weihtuch' (corporale)
Mast. jahk. (14. Jhd.)
= syr. ND) jüseppá ‘tegumentum capitis, velum".
94. 2 Supay Augensalbe'nur von Jakob jahk. (14.Jhd.)
als Variante für de? xoAAovgtov Ape. 3, 18 angeführt (also wohl
die Lesart der älteren Uebersetzung ?)
zu Syr. ND Soyafa collyrium' Apc. 3, 18, arab. siyaf
(Fraenkel p. 262).
Die lautliche Differenz zwischen den Wörtern ist unerklärt.
Gab es auch ein syr. d ‘collyrium’?
95. 2½ Spar Schminke', $par-a-nkar “sich schminkend’
Steph. Lehaci (aus alten Schriftstellern), sparim “sich schmin-
ken’ Ezech. 23, 40, Osk. Mt.
zu syr. MED Sappir ‘schön’, Spe Sufra “Schönheit, Safar
“war schön’?
Wb. führt auch Spirim sich schminken’ an. Aber Osk. Mt.
I, 66, 22 steht paripis mit der Var. sprieis, die offenbar in
sparigis (2 sg. conj.) zu vereinigen sind.
U. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 315
96. K I urbat (u-St.) Freitag" Mt. 27, 62 u. s. w., dazu
Urbatairk ' Freitagshóhlen' MX. 302 (die hlg. Rhipsim.).
= syr. NND aruwadä Freitag’, arab. Sys (aus dem Aram.,
Fraenkel 277).
Urbai als Name eines albanischen Geistlichen s. oben p. 296
unter Sabai. — Arm. urbal wird zunächst für *urubai stehen.
97. 4h papkay (i-St.) Papagei Pseud. 150, 16, Philo
Opera (1822) p. 128, 4, 5, Mos. Kal. 1, 320 (Moskauer Ausg.
p. 157, z. 8 v. u.), MGg. ed. Soukry p. 44, 3
zu Syr. ND (für Rapp?) im syr. Pseud. 211, 9, arab. babaya,
babya Papagei = syr. Masa Kalilag und Damnag, pers.
bapya, afrz. papegat, ital. pappagallo u. 8. w.
Woher stammt das Wort und durch welche Vermittelung
ist es zu den Armeniern gekommen?
98. [n pitai-em verkündigen (von Propheten,
Aposteln), “prophezeien’, pitaruíiun Verkündigung, Prophe-
zeiung’ Nanay (9. Jhd.), Lambr., Erznk. u. s. w.
zu talm. p pidra Erklärung, Deutung’, hebr. W aus-
legen, deuten’? Fr. Müller, WZKM. 8, 253. Unsicher wegen
der Bedeutungsverschiedenheit.]
99. agna polotay (i-St.) Strasse FB. 16, 6, 7, Sb. 23, 4;
122, 17, Ag. u. 8. w.
= syr. Mobp p/a/ià ‘platea’ aus gr. rare i, ebendaher lat.
platea, d. Platz u. s. w.
Aus dem Syr. oder Griech.? Der Endung -ay nach aus dem
Syrischen: WZKM.8,281. Doch vgl. Aupeluy = gr. xazrcía
im III. Theil.
100. Leg prak- Kapitel, Abschnitt David (als Ueber-
schrift der Kapitel: prakA 2, prak£ 3 u. s. w.)
zu jüd. pap, Rp püreq, perqa “Abschnitt (eines Buches),
Syr. pergü “pannus, dimidium vestimenti duplicis, fragmen-
tum’? Aber im Griechischen steht hier immer zrgá£ig, so dass
prak-k gr. Lw. sein wird. Vgl. prakě Osk. Joh., Joh. Phil. =
moaker6 (ray &zt0010Àc») unter den gr. Lw.]
101. En #abunay ‘Pfand’ El. 118, 11 (Moskauer Ausg.
138, 9)
316 II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
= syr. Rm rahböna “artha, depositum" WZ RKM. 8, 284.
hebr. 71249 “erawon “Unterpfand’, gr. dg, lat. arrhabo,
arrha, arra Unterpfand, Angeld’. Vgl. Fraenkel 190.
Vgl. oben p. 275, Nr. 137 remon, timon.
102. uwpu saba alt, Greis nur Euseb. Kircheng. 499,
z. 16 v. u. (für à zgeoßvrng)
= syr. Nd sawa ‘senex’.
103. muk np sakur (1-a St.) ‘Streitaxt’ FB. 232, 23; 233, 12,
MX. 214, z. 1 v. u., o-St. MX. 229, 20, auch sakr (r-St.) MX.
173, 10—11, davon sakravor “mit der Axt bewaffnet’ FB. 118,
204, 232
= syr. pd següra “securis, aram. pd, arab.
sägür Spitzhammer (aram. Lw., Fraenkel 84) aus lat. securis ?
104. / satanay (i-St.) Satan, Teufel’ (Saraväs, ó
ó.aBoAog) Mt. A, 1, 5, 8, 10, 11 u. s. w., Eznik 46 u. s. w., da-
von safanayakan 'satanisch' El. 17, 25 u. s. w.
= syr. Vd säfana Satan, diabolus", hebr. jb satan.
105. uunhpkrl sapr-em rasire Philo u. s. w.
= syr. Wd sappar rasirte.
106. [GH setan (o-St.) "Tisch, Altar’ (alt und häufig) ge-
hört nicht zu hebr. $ulran "Dach
107. „ Sen Achse (des Wagens, atuwa) Sirach 36, 5,
Philo u. s. w., davon sřnak Achse
= syr. Vid sarna axis.
108. % SIK (o-St.) Lüftchen, Luftzug, Wind’ Ag. 204,
Eznik 92
yr. p aid ‘procella’, arab. zig Wind (aus dem Aram.,
Fraenkel 285), assyr. ziqv.
Man sollte im Arm. *zi& erwarten.
unii svin 8. im IV. Theil.
109. unmeukp suser (i-a St.) Schwert Jes. 2, 4 u. s. w., alt
und háufig
= syr. & safsera ‘Schwert’ aus gr. cauwUroa aus phl.
$Safser, Samser Schwert, Säbel' PPGl. 10 und 213, ZDMG.
U. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 317
43, 38 Anm., Yatk. p. 54, Mätikän i Catrang p. 5, z. 1, Phl.
Vend. p. 171, z. 2 v. u., np. Samser.
Zu suser aus safser vgl. manusak oben p. 191.
110. 1e soper (i-a St.) Buch' Narek., Mast.
— syr. d sefra liber, scriptura’, arab: sifr "Duch
(Fraenkel 247). Vgl. WZKM. 8, 284.
111. miling tarmal (tarmalak, tarmalak) Beutel, Sack
alt. Wb., Tonak., Oskiph., Erznk. Mt.
= syr. N tarmala ‘pera’.
112. h terev (o-St.) “Blatt Me. 11, 13 u. s. w., alt und
sehr häufig
= syr. x tarpa (stat. abs. toref) Blatt'.
Fr. Müller stellt terev neuerdings (Armeniaca VI, Nr. 64)
als echt armenisch zu skr. darbhá- “Grasbüschel’, ahd. zurda
"Rasenstück', nhd. Torf, wogegen die Bedeutung spricht.
113. angun tay (o und i-St.) junges Kind, Knäblein, Jüng-
ling, jung, kindlich' Röm. 2, 20 u. s. w., alt und häufig
= syr. Nod falyã (stat. abs. fole) “adolescens, puer".
114. [gig cec (o-St.) Motte Mt. 6, 19 u. s. w. stimmt laut-
lich weder zu
syr. XOD sasa ‘tinea’, hebr. sas Motte, arab. sus, sūsa Motte
noch zu gr. ong "Motte, denen Fr. Müller, WZKM. 9,293 noch
np. sas "Wanze' hinzufügt.
Vgl. ZDMG. 46, 251.]
115. % cic (o-St., gen. oy) Pflock Deut. 23, 13 u. s. w.,
davon gem einheften (die Lanze in den Boden) Seb. 30, 12u.s.w.
— syr. N2t sessa ‘clavus’.
Damit ist ggniup ccun-k 01001 Lev. 19, 27; 3 Maccab. 4, 6;
FB. 253, 1 (Haarbüschel, auf der Mitte des Kopfes stehen ge-
blieben, nachdem die Haare ringsum abrasirt sind) nicht zu-
sammenzubringen.
116. %%% e pegenay (peganay) Baute, ınyavov Luc.
11, 42, Mech. Fabeln p. 49, Galen
= syr. Wa, N2X"D peyana aus gr. Tryayov peganum har-
mala’,
117. %% hands, pilisopay (i-St.) “Philosoph Apg. 17, 18
u. s. w., davon pilisopayakan “philosophisch’ FB. 94, z. 3 v. u.,
318 II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
Taz. 42, pilisopayuliun Philosophie MX., pilisopayel philo-
sophiren' Leb. d. Heiligen (Venedig 1874) I, 139
— syr. NOD filosofa aus gr. qiAógogos.
Arm. pilisopay vom 12. Jhd. an = Kirchensänger'.
118. Ja uugh plst-aci Philister Gen. 10, 14, 1 Kg. 27, 1
u. s. w., Ag. 134, Vardan 21, 22, ptist dass. Philo Paralip.
(Venedig 1826) p. 350
— syr. ND plıstaya, hebr. palisti, pl. palistim‘Philister‘,
LXX. Ovliorelu (neben aAAopviAoı = arm. ailazgi-X).
119. hf prk-em befreie, errette, erlöse, heile Mt.
9, 21, 22; 14, 36; Me. 5, 28; 6, 56 u. s. w., alt und häufig
= syr. pap parag “salvavit, liberavit, redemit’, davon paröga
. ‘Erlöser’, purgana “Erlösung”. i
Arm. prk-an-k Lösegeld' Mt. 20, 28, Ex. 21, 30, FB. 197,
z. 10 v. u. etc. ist eine ebenso echt armenische Bildung wie
prkif “Erlöser u. s. w. von prkem.
120. pus / Kahanay (-St.) P riester Mt. 12, 4—5, Me.
2, 26, Luc. 10, 31 u. s. w., alt und häufig
= syr. Nr kahna 'sacerdos', hebr. Aöhen, arab. æã iin.
Arm. Äahanay ist später der verheirathete Priester”.
121. [ purquip Kalak (t-a St.) Stadt' Mt. 2, 23; 10, 14, 15, 23;
21,17; 23, 24 u. s. w., alt und sehr häufig, stimmt nicht recht zu
syr. NY karya Stadt' (stat. abs. wohl karan).
Andreas in Pauly-Wissowa's Realencyclopädie s. v. Akola
stellt arm. Kalak zu mäzandar. -&üla Stadt, Dorf’ und vergleicht
np. æalat Burg, Marktflecken’. Mir nicht wahrscheinlich. — Aus
dem Armen. entlehnt ist osset. Kalah, georg. Aalakı u. s. w.)
122. / Katdeay (i-St.) Chaldäer, Sterndeuter, Wahr-
sager Daniel 2, 2, 4, 5, Euseb. Chron. u. s. w., davon Äalde-
akan chaldäisch' (Schrift, Sprache, Weisheit), Aaldearen auf
chaldäisch’, Äa?deagi Chaldäer, chaldäisch’, ardeutiun “Astro-
logie’ FB. 252, 10—11 u. s. w.
= syr. Naba Xaldaya Chaldaeus, magus, yaldayusa
‘magia’, gr. XaAdaiog “Chaldäer, Astrolog, Sterndeuter'.
Wie verhält sich dazu pwegbus; Kacdeay (1-St.) Wahrsager
FB. 165, 5; 166,3, 6, 29; Eznik 154,156, El. 16,24 (neben mogk
Magier“) MX. 150, z.6 v.u., Sb. 22,5; 45, 2.2 v. u. (= Magier),
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 319
kavdeutiun‘Wahrsagung, Magie’ Eznik 184, El. 14, 10 (» Magier-
thum, Aavdeuliun und alle Lehren seines Reiches)?
123. puńpup KanKar (o-St.) Talent" (als Summe) 1 Maccab.
11, 28, Mt. 18, 24, MX. 70, z. 2 v. u., 98, 2 u. s. w.
= syr. N D kukkora ‘talentum’, hebr. kikkār.
124. pwpng Karoz (i-a St.) Herold, Verkündiger' 1 Tim. 2, 7,
FB. 15, 1 u.s. w., alt und häufig, davon Äaroz-em verkündigen,
predigen’ Mt. 3, 1; 4, 17; 11, 1; Me. 1, 14; 5, 20 u. s. w.
= syr. NT karasa Gg akan praeco’, aram. karoza Herold
Daniel 3, 4, karaz öffentlich ausrufen' (gr. xov5, anovoosır?).
125. pwpwp Kakar (i-a St.) Fladen, Aa@yavov, nur im A. T.:
Ex. 29, 2, Lev. 2, 4, Num. 6, 15, 19, 2 Kg. 6,19, 1 Chron. : 23, 29
stimmt lautlich nicht rechi zu
syr. Mmm zazurta (pl. zàzra94) (placenta! Ex. 29, 2
u. s. w. — Vgl. hebr. kikkār ‘placenta’?
126. Sie Knar (i-a St.) Zither Gen. 4, 21 u. s. w., davon
Anarahar Zitherspieler' Apc. 14, 2
= syr. N22 kennaräa, hebr. E ‘Zither’, gr. x.
127. pni Ru$nay (i-St.] eine Hülsenfrucht, nur Geop.
(neben Saubohne, Kichererbse und Linse genannt)
= syr. Mon kusna Linsenwicke, Erve, arab. prt kusna
vicia".
Da arm. Zušnay nur in den aus dem Arab. übersetzten Geop.
vorkommt, kann es auch arab. Lw. sein.
Aeltere Formen dieser Wörter liegen vor in
ppuwilh krsamn (instr. Ärsamamb, var. Äisamn) nur im alt.
Wb. und bei Euseb. Kircheng. 158, z. 17 v. u. für gr. 6000
— np. karsana A. M. 76, 5; 198, 5 Ervum Ervilia, Erve’
Achund. p. 110 und 257, arab. karsanna, heute in Syrien kur-
senna, jüd. mischna-hebr. ng. Pers. Ursprungs?
Vgl. Ges. Abh. p. 59; Löw, Aram. Pflanzennamen p. 228.
128. K οον / Kusilay Mönchskapuze Evagrius (5. Jhd.),
Steph. Orb., Oskiph. u. s. w.
= syr. Ring kosida cucullus'.
129. gh / Tura (i-St.), auch Ara Schmelzofen Cyrill.,
Osk. Es., Thom. u. s. w.
= ES kura ‘Ofen’, np. „„ "fornax.
320 II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter.
130. pna Kurm (i-a St., gen. Ärmi) Götzenpriester Gen.
41, 45, Ag., Zenob 25, 9, 20, Michael u. s. w.
= syr. XY kumrä ‘sacerdos’.
131. Ig krobe-k (1-St., gen. Ar ob eig) ‘Cherubim’? Ex.
25, 18, 19, 20, 22 u. s. w. (oft in der Bibel und theologischen
Werken)
= syr. XIND krowa (kerowa), pl. krowe (mit o nach ost-
syrischer Tradition).
Auch nn E Krobek geschrieben, daneben erobēğ, Řero-
beğ und Ferobſ (3 Kg. 7, 29), sing. erob (Ex. 36, 8). Bei
Ephrem u. s.w. auch robim, Kerobim, Kerobim = gr. yeoovßelu,
xeoovßlu, sing. xegovg Ex. 25, 18 aus hebr. kərūwīm, sing.
koruw.
Davon beeinflusst ist ng srobek (sröbek, gen. sröbe:e)
‘die Seraphim’ Jes. 6, 2, 6, auch in vielen Compos. = syr. &
srafe, gr. oeoaqíu, hebr. sarafım.
132. pppmul Ärkum "Crocus Hohelied 4, 14, MX. 163
(ÉrÉm-avet), MGg. 616, 13 u. s. w.
= syr. Rn kurkama “crocus sativus’, hebr. karkom Hohe-
lied 4, 14, arab. Aurkum, phl. kulkem (für kurkum?) Bdh. 65,2,
skr. kun kuma- “crocus sativus’.
133. g — pun; Řauš (i-St.) Ziegenbock Gen. 15,9, Num.
29, 22 u. 8. w.
= syr. NU235 kew$a 'vervex', arab. kabs “aries, hebr. $25
kebes Schaf lamm'.
Vgl. Fraenkel 109.
Unter den vorangehenden Wörtern sind hundert und einige,
die mit Sicherheit als Lehnwörter aus dem Syrischen anzu-
sehen sind. Von diesen besteht die kleinere Hälfte aus selte-
nen oder gelehrten Wörtern, die grössere Hälfte aus mehr oder
weniger gebräuchlichen Wörtern. Die meisten lassen sich schon
in Werken, die dem 5. Jhd. zugeschrieben werden, nachweisen,
später nur die folgenden: amira Emir (aus dem Arab.) 7. Jhd.,
gurpay Strumpf (), color Thymian 13. Jhd., mazai Pack-
nadel (D), šukay "Markt 12. Jhd., $u$may “Sesam 11. Jhd.,
suspay Weihtuch 14. Jhd., soper Buch' 10. Jhd. (oder früher 91.
tarmal "Beutel (?), Ausnay “Erve 13. Jhd. (aus dem Arab. 7).
II. 2. Abschnitt: Syrische Wörter. 321
Möglich, dass einige nur zufällig sich nicht schon früher nach-
weisen lassen, wahrscheinlich aber sind sie erst spät auf litte-
rarischem Wege — durch gelehrte Vermittelung — zu den
Armeniern gekommen. Denn, wie oben p. 285 Anm. 5 bemerkt,
haben die Armenier noch bis ins 13. Jhd. einzelne syrische
Werke übersetzt, zu einer Zeit als die alte Landessprache
Syriens längst vom Arabischen verdrängt war und nur noch als
Schrift- und Gelehrtensprache fortlebte. Ob aus der in zer-
streuten Resten noch jetzt erhaltenen Volkssprache einige
Wörter (wie z. B. das verbreitete Sukay) ins Armenische einge-
drungen sind, kann ich nicht beurtheilen.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 21
III. Theil.
Die griechischen Lehnwörter im Armenischen).
Während in den Nachbarländern Armeniens, in Syrien,
Kommagene und Kappadocien, Griechisch die Sprache der
Litteratur und Bildung, dort in der älteren römischen Zeit,
hier in der späteren Kaiserzeit war?), ist Armenien, um Momm-
sen's Ausdruck zu wiederholen (s. oben p.11), »auch unter der
langjährigen römischen Herrschaft immer ein ungriechisches
Land geblieben , in dessen Sprache wir in der ältern Kaiser-
zeit noch keine oder doch erst wenige durch Vermittelung der
hellenisirten Nachbarn eingeführte griechische Lehnwörter zu
finden erwarten dürfen?) Erst nach seiner Bekehrung zum
Christenthum (Ende des 3. Jhd.) trat, wie oben p. 281 dar-
gelegt ist, Armenien in engere Beziehungen zum griechischen
Reiche, die nur bald wieder gelockert wurden dadurch, dass
sich Armenien unter dem Kónig Pap (367—374) kirchlich un-
abhüngig von Byzanz machte und seit dem 5. Jhd. dauernd
in dogmatische Streitigkeiten mit der griechischen Kirche ver-
wickelt blieb, abgesehen davon, dass die persischen Kónige
1) Vgl. Brockelmann, die griechischen Fremdwórter im Armenischen
ZDMG. 47, 1—42.
2) Mommsen, Rómische Geschichte V, p. 453 und 306; Th. Reinach,
Mithridate Eupator p. 239.
3) Ich spreche unten p. 329 die Vermuthung aus, dass das älteste griech.
Lw. das Wort katsr = gr.xaicag ist. Gerade dieses aber könnte am ehesten
direkt von den Römern in den Partherkriegen des ersten Jahrhunderts nach
Armenien gebracht worden sein. — Der unter Tigranes von Armenien
(1. Jhd. vor Chr., s. oben p.10) gepflegte Hellenismus (Th. Reinach, Mithri-
date Eupator p. 344—315) hat auf die Sprache keinen Einfluss geübt.
Ueber seinen Einfluss auf die Religion s. Gelzer, Zur armenischen Gótter-
lehre p. 137.
— — — — — wa
III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen. 323
als Oberherren Armeniens stetig darauf bedacht waren, der
Annäherung dieses Landes an Griechenland nach Kräften ent-
gegenzuwirken. Als nun im 5. Jhd. die nationale Schrift!)
erfunden und eine nationale Litteratur durch Uebersetzung
weniger syrischer (s. oben p. 284, 285) und massenhafter grie-
chischer Werke?) begründet war, wurde dieselbe im Verein mit
der Religon zwar zu einem Band, das Armenien geistig mit
Griechenland verknüpfte — wie sie andrerseits zur geistigen
Scheidewandzwischen Armenien und Persien werden musste —,
war aber, da sie zu dem Volk in seiner eigenen Sprache redete
und gleich in ihren ersten selbständigen Werken nationalen
Geist und Patriotismus athmete, nicht eben geeignet das arme-
nische Volk und seine Sprache zu hellenisiren und hat im
Gegentheil vorzüglich dazu beigetragen, die nationale Eigen-
art dieses Volkes zu schützen und zu erhalten. Unter diesen
Umständen erklärt es sich einerseits, dass wir zwar in den ar-
menischen Werken griechisch gebildeter Autoren, besonders
in den zahlreichen Uebersetzungen aus dem Griechischen viele
griechische Wörter vorfinden, andrerseits aber auch, dass die
Zahl der im Armenischen wirklich eingebürgerten griechischen
Wörter eine beschränkte geblieben ist. Wenn einer der an-
gesehensten Schriftsteller der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts,
Ehsö, ein christlicher Geistlicher, Griechenfreund und Perser-
feind, in seiner Geschichte Vardans und des Krieges der Ar-
menier auf 153 Seiten armenischen Textes (der Ausgabe
Venedig 1859) nur circa 20 griechische Lehnwórter?) (ohne die
1) Sie ist nach meinen und Gardthausen's Ausführungen ZDMG. 30,
62 flg. und 74 flg. griechischen, nach Fr. Müller, WZKM. 5, 172; 8, 155 flg.,
syrisch-persischen Ursprungs. Ich kann Fr. Müller nicht beistimmen.
2) Sie sind zu zahlreich, als dass sie hier aufgezählt werden könnten.
Vgl. den Katalog der alten arm. Uebersetzungen, Venedig 1889 (neuarme-
nisch) p. 1—764 und oben die Einleitung.
3) Nämlich: 1) barbaros ‘Barbar’, 2) garagi! ‘Käfig, 3) gehen Hölle’,
4) ekeleci Kirche’, 5) episkopos ‘Bischof, 6) kat'o/ikos 'Katholikos' (Kat'o-
tike katholisch), 7) kaisr "Kaiser, 8) kantet ‘Lampe’, 9) Aet'anos Heide
(het'anosakan ‘heidnisch’, het'anosut' tun Heidenthum), 10) martiros '"Már-
tyrer, 11) mek enai-k Bänke, 12) pornkut' iun 'Hurerei', 13) salmos "Psalm,
14) sinktitos Senat, 15) skutt ‘Schüssel’, 16) p'os ‘Graben’, 17) K'ristos
Christus (& ristonea "Christ, K'ristonéut iun Christenthum), 18) For-
episkopos Chorbischof’, 19) Asori Syrer (Asorestan Assyrien, Asorestaneay
21*
324 III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
Ableitungen) gebraucht, während er die längst einheimisch
gewordenen persischen Lehnwörter in grosser Menge verwen-
det, so glaube ich nicht weit von der Wahrheit abzuirren,
wenn ich annehme, dass von den unten verzeichneten nahezu
500 Lehn- und Fremdwörtern am Ende des 5. Jhd. nicht viel
mehr als 50 griechische Wörter (die Ableitungen nicht ein-
gerechnet) in der Sprache des armenischen Volkes und der
Gebildeten (nicht der Gelehrten) zu Hause waren. Und später
ist das nicht viel anders geworden). Freilich ist es nicht mög-
lich eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen Wörtern, die dem
ganzen Volke vertraut geworden waren, und solchen, die auf
die Sprache der Litteratur und Bildung beschränkt blieben,
wie sich diese Grenze auch nicht ziehen lässt zwischen litte-
rarısch häufigen, litterarisch selteneren, litterarisch vereinzelten
und den blos ausder griechischen Vorlage umschriebenen Wör-
tern. Ich theile daher auch das Material nicht mit Broekel-
mann ın drei Theile: Lehnwörter, Fremdwörter und nur ın
Uebersetzungen vorkommende Wörter, da es, wie bemerkt,
nicht möglich und naturgemäss auch Brockelmann nicht ge-
lungen ist, diese Theile sachlich befriedigend von einander zu
scheiden. Ich verzeichne vielmehr unten das Material in alpha-
betischer Folge und gebe zuvor nur eine Uebersicht der Wörter,
die nach meinem subjectiven Ermessen in der älteren Volks-
und Gebildetensprache einigermassen einheimisch gewesen
sind, unbekümmert darum, ob ich bei meiner Scheidung ein
Dutzend oder mehr Wörter irrthümlich auf die eine statt auf
die andere Seite gestellt habe.
Die Frage, ob die in Uebersetzungen vereinzelt vorkom-
menden Wörter überhaupt aufzunehmen seien, habe ich bejabt,
allerdings nur ın der Erwägung, dass ıhre Mittheilung jeden-
falls nicht schaden, vielleicht aber geringen Nutzen bringen
kann. Nur nach Vollständigkeit, auch wenn sie zu erreichen
wäre, glaubte ich bei dieser Art Wörtern von vornherein nicht
streben zu sollen, habe mich vielmehr damit begnügt, das
Assyrer), 20) Horom-k Römer. Das (unvollständige) Glossar von Johan-
niseanc zur Moskauer Ausgabe 1892 führt ausserdem noch batani-k Bad
an, das ich nicht finden kann. Die näheren Angaben siehe unten.
1) Doch vgl. WZKM. 5, 172.
III. Theil. Die griechischen Lehnwórter im Armenischen. 325
Material Brockelmann’s um einige zufällig gefundene Wörter
zu vermehren und es im Uebrigen möglichst zu berichtigen
und zu verbessern.
Was das Armenische an lateinischen Lehnwörtern besitzt,
ist fast immer durch das Griechische hindurch gegangen. Doch
werden einige Wörter auch direkt aus dem Lateinischen ge-
nommen sein, da in später Zeit!) die katholisirenden Armenier
(die Unitoren im 14. und 15. Jhd.) auch lateinische Schriften
in das Armenische übersetzt haben?). Nur dürfte deren Zahl
sehr gering sein. Die ursprünglich hebräischen Elemente,
die Wb. verzeichnet), stammen alle aus der Septuaginta, sind
also auch durch das Griechische hindurch gegangen und im
Uebrigen, von den Namen abgesehen, der Sprache gang fremd
geblieben. Sie bieten kaum ein Interesse und sind bis auf
sehr wenige hier beiseite gelassen worden. Gering ist auch
die Zahl der französischen Wörter, die ın der Zeit der Kreuz-
züge, als ein armenisches Königreich in Cilicien (1198—1375)
bestand, ins Armenische gekommen sind. Ich habe sie hinter
den griech. lat. Lw. für sich aufgeführt.
Was die lautliche Seite dieser Lehnwörter betrifft, so ist
vor Allem zu beachten, dass in der älteren Zeit die folgenden
griechischen Buchstaben regelmässig durch die unter ihnen
stehenden armenischen wiedergegeben werden:
— —-—¼ ] —ę—- —
1) Uebrigens hat schon Nerses von Lambron (12. Jhd.) einige Send-
schreiben der Päpste Lucius III und Clemens III aus dem Lateinischen ins
Armenische übersetzt.
2) So Fra Martin's Lebensbeschreibungen der römischen Kaiser und
der Päpste sowie Mastoc Jahk. (14. Ihd.), Werke des Steph. Lehagi (17.Jhd.)
etc. Vgl Neumann, Versuch einer Gesch. d. arm. Lit. p. 212—219 und
247 fig.
3) Vgl. z. B. app‘ 4 Kg. 2, 14 = agpw = hebr. Num- ig denn nun;
ap'p'usot' 4 Kg.15,5 = &ggovau = hebr. nyon rafahi9 (zàfosu9) 'Siech-
thum oder Absonderung ? u. s. w. Im N. T. finden sich die Umschriften
einiger aramäischer Wörter, die auch in die armenische Uebersetzung über-
gegangen sind, vgl. arm. talit ay "Mädchen Mc. 5,41 = gr. «a3«9a (fem. su
M^b2 = arm. tay, s. oben p. 317); arm. maran ata 1 Kor. 16, 22 = uagàr
«3a u. s. w. Auch von diesen sind unten nur ein Paar angeführt worden.
326 III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
gr. a ß y d € C
arm w A 72 b 4 g a d k e qz
gr. n 39 l m
arm. ke pt AE A f q : Fm
gr, y E o | st 0 0
arm un | pu AS no | wp pr u 8
gr. t U 7 * 60
arm nt %. die, „ hp ihu Ds n 0
gr. cL EL av Ou
arm ke A 7 we AU b. eu na U
Dazu ist aber Folgendes zu bemerken.
Für 8 = arm. b (nach Vocalen und Consonanten) erscheint
arm. v (nach Vocalen) in einigen späteren Fällen: Airos = xvfos,
manklav = uayakaßıov, paravatos (= parabatos) = nupaßarr,s,
savan = 0agavov (10. Jhd. und später). Dazu Vasil (Kaiser) =
BaaíAstog Arist. 3flg. (11.Jhd.) und vign = Bıziov. — Für d =
arm. d erscheint arm. nur in lampar (lambar, Tampar) = kau.tad-
und katapar !) = xaAoz otov, die vermuthlich zu den ältesten
griech. Lehnwörtern gehören (vgl. P. St. p. 201), da in den
Wörtern, welche in historischer Zeit (seit dem 5. Jhd. n. Chr.)
entlehnt sind, fremdes d nur noch durch arm. d wiedergegeben
wird. — Für e = gr. ¿ und i wird in Endsilben häufig Ca
geschrieben?) Griech. „ ist im zweiten Jahrhundert n. Chr.
in Griechenland zu ? geworden, hat aber in der Sprache der
Gebildeten »noch bis ins J. Jahrhundert n. Chr. den E Laut
bewahrt«?. Auch das Gotische des 4. Jhd. giebt griech. 7
regelmässig durch e wieder. Entsprechend wird auch, wie oben
bemerkt, im Armenischen gr. n in der Regel durch 4 e fin End-
silben dafür £ geschrieben) wiedergegeben, aber nicht nur in
Lehnwörtern des 4. Jhd., sondern auch in solchen der folgen-
den Jahrhunderte, als ob die gelehrte Tradition die alte Aus-
sprache in Armenien länger als anderswo festgehalten hätte.
Daneben finden sıch freilich auch die Spuren des volksthüm-
lichen ņ — in folgenden Wörtern: Yisus Jesus N. T. —'"[roovg
1, Siehe oben p. 163.
2) Ueber das gesprochene Z e s. oben p. 14 Anm. 1.
Ji Blass, Aussprache des Griechischen? p. 35.
III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen. 327
5.Jhd., Grigor s. unten p. 334 = T'enyoguog 5. Jhd., akumit =
do,. tog 5. Jhd., andilips = avriAnyug 12.Jhd., andliterion =
avrintngiov 7. Jhd., argites-É — doyhres S.—9. Jhd.?, api-
merinos = iquueguóg 12. Jhd., diatik = dro äisen 12. Jhd.,
dimos = diE, 5. Jhd., liyat = Anyüarov 12. Jhd., Eiunikn =
xvvrytov 7. Jhd., komit = xountng 8.—9. Jhd.?, magnit =
burg 8. Jhd., meliaris — uulıaonoıv 7. Jhd., milon =
unAov (Nonnos) podiri = noöneng (Damask.) siunklitos =
góyxÀntog 5. Jhd., skiptos = oxnrvog 8.—9. Jhd.?, teleti =
treher S. Jhd. Für gr. ng erscheint tur in biuret — novAkos
5. Jhd., éiuraké (neben leriuke) = Ingıaxn 5. Jhd., Biuros =
Browooos MX. 8. In zwei Fällen ist y durch echtes (wirklich
gesprochenes, nicht blos geschriebenes) £ 6!) wiedergegeben
worden: in ket (gen. kiti) — A tog, neben dem als gelehrte
Form ketos und kitos (5. Jhd.) steht und in Äartes (gen. Fartisi)
— xaerrs (neben Fart), beide in der 1. Hälfte des 5. Jhd. mehr-
fach belegt. Dazu Moses (gen. Mosisi) = Mors; auch Nerses,
s. oben p. 57. — Arm. 4 ? ist der regelmässige Vertreter von
persischem, syrischem und griechischem / der älteren Zeit.
Nur in biblischen Namen auf -ël erscheint im Armenischen
wenigstens in den Texten) immer -e, nicht-: Daniel, Samuel,
Manuel, Israyel?). Als aber später, etwa im 8. Jhd. % arm. 2
in 7 überging, konnte in neu entlehnten Wörtern nicht mehr
4 = y für fremdes / zur Anwendung kommen, sondern das
helle , = ! musste dafür eintreten. Spätere Schreiber haben
dann beide Laute durcheinander geworfen, so dass nun háufig
q und , nebeneinander stehen und, da kritische Texte über-
haupt noch nicht existiren, die Entscheidung, wo 4 oder , zu
setzen ist, oft schwierig oder unmöglich ist. Mit dem jüngeren
Lautwerth y erscheint 4 in: wqwppflnu ayarikon = &yaguxóv
12. Jhd., , dialoyos = dıakoyog 13.—14. Jhd., Hs
liyat = Anyètov 12. Jhd. Dazu Rmyqup Bulyar Steph. Asol.
252 (Ende 10. Jhd.) u.s. w. = Bovàyagoc. — Für gr. o und w
tritt in der gesprochenen Sprache 6 (arm. n) ein, da das Arme-
1) S. p. 326.
2) Auch wenn sie aus dem Syrischen kommen, vgl. Habel, Smuel.
Freilich schreiben die ältesten Handschriften auch hier “: Israye? u. s. w.,
allerdings auch ai/ “aber, das doch wohl ail gesprochen worden ist.
3) Siehe ZDMG. 46, 257.
328 IIL Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
nische nur kurze (einfache) Vocale hat!). Doch schreibt man in
gelehrter Weise „% (d.i. ov) für gr. w und scheidet es so von gr.
0 = arm. a, obwohl die Aussprache in beiden Fällen dieselbe blieb
= ð Daher denn auch manchmal =/ für gr. o missbräuchlich
geschrieben wird. Im 12.Jhd. wurde das Zeichen o für den aus
altem au entstandenen einfachen Vocal?) eingeführt, das nun
seinerseits in den Handschriften und Drucken mit „ zu wech-
seln anfängt, so dass seitdem (gesprochenes) arm. ö = gr. o
und w als n, ed und o geschrieben werden kann. — Für gr. o
erscheint in älterer Zeit arm. p = r, in späterer Zeit wird aber
auch häufig a — 7 geschrieben. Anlautendes d wird durch Ze =
hr3), inl. ọv durch at = in wiedergegeben. — Tönendes ou er-
scheint der Aussprache gemäss als od = zm. — Griech. er wird
arm. zu nd (bisweilen nt geschrieben). — Für gr. v = arm. te, i
erscheint e vor ? in biurel= BrovAAoc, gongel — yoyyt àn, konket
= xoyyvAn (vgl. il = arm. et ZDMG. 46, 231 und Kture! Laz. 583
= KvgiAAoc). — Spätgriech. y als ich-Laut, der im Armenischen
fehlt, wird durch ; = 8 vertreten): arsimantrit und arsiepiskopos
Leb. d. Väter = doyiuavdolrng, doyuenbowonos (neben älterem
arkimantrit und arKepiskopos), molos = uoAcyn Leb. d. Väter,
Soros = yAwoog 12. Jhd. — Für anlautendes y ist arm. s ein-
getreten in dem eingebürgerten Lw. sa?mos = waAuog 5. Jhd.
(neben gelehrtem psalmos 12.Jhd.). — Geminirte Consonanten
sind im Armenischen nicht vorhanden, daher wird, von gelehr-
ten Transscriptionen (hellen ="EAAnv) abgesehen, gr. xx, AA, bb,
ou. s. w. im Arm. als 4 = k (ekelegt = £xxAnaía), q = 1 (biuret
= Bnovilog), u = n, u = 8 u. 8. w. geschrieben und gesprochen.
— Für gr. ot, das nach dem 2. Jhd. p. Chr. in Griechenland
zu ö, im 9. und 10. Jhd. zu ¿č wird, erscheint entsprechend
arm. u) und i: akumit = axoiunzog 5. Jhd., puetes =
1) S. oben p. 14. Uebrigens fielen auch in der griech. Volkssprache
v und w zusammen, vgl. KZ. 30, 594 fig.
2) Dass we = altarm. au schon vor dem Jahre 1000 die Geltung von
o hatte, beweist der Umstand, dass ma (= au) bereits in sehr alten Hand-
schriften (um das Jahr 1000) manchmal für m (= o) eintritt (2. B. sin-au?
neben Kar- ot u. 8. w.).
3) Vgl. Hrop'anos Koriun 10 = Hrup’anos Laz. 40 für gr. "Povgpivos.
4) Entsprechend der tónende :ch-Laut durch 2: mazistros Steph. Asol.
253 = uayıoroos, Droen (Kaiser) Arist. 112 = AJtoylvns. Vgl. Thumb,
Handbuch der neugr. Volkssprache § 21.
9) Dafür iu in p'tunik asori Mc. 7, 26 = Zvoogoírioca.
III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen. 329
rrowntng 5. Jhd., parekimanos = maparotuwutwog 11. Jhd. —
Für ev finde ich arm. o in zom 7. Jhd. = gebyua, das früh zu
ge uν,j᷑ geworden sein muss '), ebenso in ologomear == &VÀoyq-
nern (7. Jhd.), falls hier nicht direkte Vocalassimilation vorliegt.
War arm. eu für gr. ev nur gelehrte Transscription?) (vgl. Zeus
David 167,627 = Zevs) ? — Gr. ot, das im 2.—4. Jhd. p. Chr. zu
e geworden war und im Arm. sonst stets als e erscheint?), liegt
nur in kaêsr = xaigag*) 5. Jhd. (neben gelehrtem kesar 5. Jhd.)
noch als ai vor. So scheint kaisr das älteste griech. Lw. im Arme-
nischen zu sein, wie Auiser das älteste lat. Lw. im Germanischen
ist (nach Kluge, Etym. Wb. der deutschen Sprache s. v. Kaiser).
Von den sonstigen Veränderungen, die die griechischen
Wörter beim Uebergang ins Armenische erfahren haben, hebe
ich hier nur die wichtigeren hervor’). Es findet statt:
1) Beseitigung des Hiatus zwischen Vocalen durch Aus-
stossung des ersten Vocales: tatr (neben gelehrtem leatron) =
SéarQov, prast=ngoaoreıor, Kirakos = Kvgiaxoc, oder durch
Einschub von y, v: aer = ayer = gr. ano, stoyikean = ori-
xos, Israyel = Jodi, Savut = cob, Zevond = tóvttog,
oder A: Abraham, Isahak, gehen®) etc. s. oben p. 290;
2) Einschub von e oder a zwischen Consonant und folgen-
dem 7, n: garage! = yakeayoa, ekelegi — Euxinola, taped =
taha, spelani = rie, hetanos = EÉ9vog?);
3) Assimilation von Vocalen: apabulsumon = óxoflalcauov
(mit Anlehnung an die Zusammensetzungen mit apa-, 8. oben
p. 102—103), aparpi = eupooßıov, boboton = Bovßakos, bo-
nosos = (lovacogc, dalapr — dolabra, lingiron — Avyyovguov,
korotion — xogaAAtoy, metedi — ucAqidía, mesedi — *usawóuw,
vgl. te , meKenay = ungayn, momos Possenreisser =uiuog
(vgl. uwuog?) monozon =uovalwv, yopop = £xow (vgl. KZ. 32
1: Vgl. Blass, Aussprache des Griechischen? p. 87.
2) Vgl. noch Fustat = Evoradıos Sb. 96.
3! Vgl. auch Kesaria FB. 30 flg. = Acıoageıa.
4) Vgl. Blass, Aussprache des Griechischen 3 p. 66.
5) Vgl. im Uebrigen die Ausführungen Brockelmann's ZDMG. 47,
37—42, mit denen ich aber nicht in allen Punkten einverstanden bin.
6) Also: zwischen denselben Vocalen wird A eingeschoben; bei ver-
schiedenen Vocalen wird 1) wenn der zweite a ist, der erste clidirt, 2) wenn
der zweite e, e, i resp. o, u ist, y resp. v eingeschoben.
7) Vgl. polotay = syr. platia, gr. niaıeie.
330 IIII. Theil Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
p. 357), oZogomean = evAoynu£vn (s. p.329 oben), odompiad!) =
ökvuscıas, patagros = srodaygos, sengelos = avyxeAAoc. Ueber
lakan = gr. Aenavn und Aaxavn s. oben p. 157 und KZ. 32,355;
4) Vocalschwund?): apsndin = &yivdðıov Leb. d. Väter,
zminitean (Kar) = gumgiere (Ao) 13. Jhd., Almidr (klmindr,
kolomintr) = xegauíg 10. Jhd., knkut = xovxovAMov? 7.Ihd.,
mlon = Him 5. Jhd., ndrun (nadrun, nalrun) = virguv
13.—15. Jhd., prak = riyak 5. Jhd., sndon = owócwv Leb. d.
Väter, steplin = araqváivog 12. Jhd., sring = vvgıy$ 5. Jhd.,
sprid Leb. d. Väter neben spiurid und piurid = ostveis 5. Jhd.,
tpazion = tostalıov 5.Jhd., trmes = roıuiocıov 7. Jhd. Dazu
der Name Pt/omeos — IlvoAsuaioc, vulg. IIroAouaio; KZ.
32, 326. Die Zahl dieser Wörter ist gegenüber der Menge von
Wörtern, in denen kein Vocal, auch nicht ? oder «geschwunden
ist, so gering, dass nicht daran zu denken ist, dass hier die Wir-
kungen der armenischen Vocalgesetze?) vorliegen, wie Brockel-
mann ZDMG. 47, 40 vermuthet hat. Es verhält sich mit den
griechischen Lehnwörtern wie mit den neupersischen und ara-
bischen: auch diese haben zum Theil die Vocale a, ?, u ausge-
worfen, zum gróssten Theil aber bewahrt, ein Zeichen dafür,
dass bei der Entlehnung Unregelmássigkeiten wie 1m Conso-
nantismus so auch im Vocalismus vorkommen, nicht aber dafür,
dass hier Sprachgesetze gewaltet haben. Die armenischen
Vocalgesetze haben eben nicht mehr auf die in histo-
rischer Zeit neu entlehnten Wörter gewirkt! Ihr
Wirken könnte also nur vermuthet werden bei denjenigen Wör-
tern, die im 5. Jhd. bereits im Armenischen eingebürgert, also vor
diesem Jahrhundert entlehnt worden sind, wie z. B. bei prak.
Aber man bedenke, dass eines der ältesten (3. Jhd.) griechischen
Lehnwörter: RH, I vis tos = NQuoróc die Wirkung jener Ge-
setze nicht mehr erfahren hat, da essonst ers lauten müsste !,;
1) Vgl. auch Olompi = Uivunias Frau des Königs Arsak, Tochter
des griech. Kaisers FB. 122, Olompias Frau Philipps von Macedonien
Pseud. 4 fig. und Z'orgom = ®opyaua.
2, Schwund des anlautenden Vocales nur in späten Formen wie Aonomos
= oixovouos Leb. d. Väter, potromn = innodvouns 12. Jhd., skeptor = é£xén-
two 13.—14. Jhd., s. ZDMG. 47, 40. Vielleicht liegt in den oben genannten
Fällen nur Vocalreduction vor n, r, l vor (nach Thumb, briefl. Mitth., vgl.
Idg. F. 1I, 111). 3) Siehe oben p. 14.
4) Fülle wie /itr, gen. iter u. s. w. sprechen nicht dagegen, da es Ana-
logiebildungen {nach dustr, gen. deier u. 8. w.) sind.
III. Theil. Die griechischen Lehnwörter im Armenischen. 331
5) Umstellung von Vocalen: stamoAs = 0r0tayos, alekat =
nAaxarn (doch vgl. «Aexarn Hatzidakis Einleitung p.30, Thumb
Idg. F. II, 86‘, stoman (aus *stamon für *stamn?) = rde).
Ueber biuret = firovAAog s. ZDMG. 47, z. 4 und 17;
6) Vertauschung von 7 und /: garage? = yalsaypa; taratan
— tüÀagog, raAagiov;
7) Vereinfachung von Doppelconsonanz: dikator = d turd-
we, teleay = pteleay = ntella ?, lapter = karere, maturn =
uagrvgLov?, salmos = waàAuoc, sater = OTarno, piurid =
spiurid = onvois;
8) Einschub!) von n: menkenuy = meKenay = unyarı),
lambiurinfos = Aagvguw9oc, klmindr = klmidr: xegauis,
simindr: oeulöakıg, arab. samið; kindar (einmal Yaism.) =
kedar, kidar = xíÓagig; kukul — xovaovAkuor;
9) Einschub von r: gramartikos = yoauuarınog, market =
uarehn, uazeAla, Barset = Bascileıos?). Der Einschub von
n und r ist durch lautliche Verhältnisse nicht bedingt, wird
also durch volksetymologische Anlehnung veranlasst sein. Die
älteste und häufigste dieser Formen ist menkenay, das offenbar
durch Anlehnung an manganay, manglion = gr. uayyaror
(s. unten das Verzeichniss der Lw.) aus dem noch häufigeren
mekenay = unyarn entstanden ist.
Im Auslaut bleiben die Lehnwörter entweder so wie sie im
Griechischen waren (auf -os, -a (ay), -e, -on, -es, on, er u. 8. w.
endigend) oder es treten folgende Veränderungen ein:
gr. -og wird zu -s (selten)?) oder schwindet ganz
D) -0V D »
» A0 » AS, =, -08 » » »
» -LOV pn » -in,-0-0n,-n*) a » »
» -ELOV » » -2 » » »
» 4p » »
» ns n » s (in koms) ` D »
1) Dieser Einschub von n ist zu unterscheiden von dem oben p. 256
besprochenen Ersatz von syr. gg, kk, ss. pp durch arm. ng, nk, nc, mp‘. Vgl.
noch p'andam oben p.254. Anders Fr. Müller, WZKM. 5, 269; 7,382; 8, 285.
2) Dazu vgl das im Auslaut zugesetzte r von klmind-r, simind-r,
ptakunt-r (neben plakund. und (oben p. 259: au&ind-r.
3) Vgl. unten toms, stamok s, stik's.
4) Vgl. unten palatn, maturn, kiunikn und vign. — Ueber gr. -ıs, -ır
neben -g, -tov s. Hatzidakis Einleitung p. 314 fig.
332 III. Theil Die griechischen Lehnwörter im Armenischen.
gr. -a schwindet ganz
» -QG » »
» -G » »
» -QAS wird zu -i
» -Q „ » 2.
Die massgebende Form ist der Nominativ singularis, nur
bei gelehrten Umschreibungen kann auch der Nominativ plur.
(agonistaik, utlestaik, argitesk, heresiotaiE u. s. w.) oder eine
andere Casusform herübergenommen werden. Eine Ausnahme
machen die Stämme auf Verschlusslaute: sie werden in der
Regel in der Stammform entlehnt, vgl. adamand = adayes
(gen. döauavrog), andriand (neben andri) = avdgıag (gen. av-
doLavrog), lampar = hauras (gen. Aaurrados), monad = uovag,
yopop = Erro; olompiad = 0lvu7mias, piuramid = nvpoayuíg,
pnak = sıivas, plakund = sıharovs, protg = ngois, sring =
gUQuyE, spiurtd = 0tupis, palang = palay, pilak = pukak,
Karak — yagaš.
Austaprvg = , vo, gen. uagTvoog,in Comp. uogrvgo- (hom.
u&grvgog) wird im Arm. martiuros. Für ausl. n erscheintarm. ay
in mekenay = uņyavý und siulobay—=ovAAaßn, nach den griech.
Plur. auf ar ? Gelegentlich haben sich die Armenier auch in der
Endung vergriffen und os für gr. 5, on für gr. og u.s. w. gesetzt).
Was die Flexion betrifft, so 1st zu beachten, dass die — nach
Abfall der Endsilbe (-oc, -O, -tov, -a, -n) oder des Vocales der
Endsilbe — auf r, 4 n ausgehenden stimme consonantisch
flectirt werden können: arír, gen. arter = čo gov; bekt, instr.
Lekelb — Baxkov; litr, gen.lter = Airoa; kaisr, gen. kaiser, gr.
xaicag; kistein, gen. pl. Aisterung = xioréova; maturn, gen.
matran = uagrvgıov; Felin, instr. retamb = Öntivn; palatn, gen.
patlatan = nakarıov, sakr, nom. pl. sakerk = Gangga; sikt, gen.
skel = Giring; skutt, gen. Set = oxovréAa.
Der Aufzählung der einzelnen Wörter schicke ich einen
kurzen Abschnitt über die aus dem Griechischen entlehnten
Namen voran.
1) Bei den Eigennamen ist zu beachten, dass arm. immer U u-
1 Kostandianos als Name Konstantins des Grossen (t 337) für
Awvarertirog gesetzt wird, s. FB. 25, 55; Ag. 645 (ordi Kostandeay Sohn
des Kwrararrttog); Laz. 11; MX. 165. Dazu vgl. 328 Anm. 3; 334, z. 3—4
und Likianes Ag. 42—47 = Aızıyınvos gr. Ag. für Atxirıos (Kaiser).
IIL 1. Abschnitt: Griechische Namen. 333
1. Abschnitt: Griechische Namen.
Wie das Christenthum allen Nationen, die es annahmen,
griechische, besonders biblische Namen in griechischer Form
(nach der Septuaginta) zugeführt hat, so hat es auch den Ar-
meniern eine mit der Zeit wachsende Zahl solcher Namen
gebracht. Zwar die Könige haben bis zum Untergang de
armenischen Königshauses (im Anfang des 5. Jhd.) an ihren
heidnischen, arsacidisch- persischen Namen festgehalten, aber
der Klerus hat bereitwilliger die christlichen Namen angenom-
men, ohne jedoch die heidnischen ganz aufzugeben, während
der Adel züher an den ererbten Namen festhielt und die
christlichen nur in beschränktem Umfange zuliess. Von den
Namen des Volkes erfahren wir nichts!).
Soviel ich sehe, ist es nun nicht von Interesse, alle christ-
lichen Namen der Armenier zu sammeln, ich beschränke mich
lieber auf eine Zusammenstellung derjenigen Namen, die, dem
4. und 5. Jhd. angehörig, bei den Historikern des 5. Jhd.
Agathangelus, Faustus, Elise, Lazar von Pharp und Koriun
vorkommen, sofern ihre Träger Armenier, nicht Griechen,
Syrer u.s. w. sind. Es ist nicht immer möglich zu entscheiden,
ob diese Namen in letzter Instanz aus dem Griechischen (der
Septuaginta) oder dem Syrischen (der Peschittho) stammen, da
die ursprünglichen Unterschiede der beiden Formen desselben
Namens, wenn überhaupt solche vorhanden waren, bei der
Umsetzung ins Armenische sich verwischen konnten. Was
sicher oder wahrscheinlich syrischen Ursprungs 1st, habe ich
oben p. 288 flg. ausgeschieden; das zweifelhafte sehe ich vor-
láufig als griechischer Quelle entstammend an.
Ur Agatangetos Historiker Ag. 19, Laz. 1, 4, 7, 11
nur Pseudonym eines Armeniers, dessen Name unbekannt ge-
blieben ist = 24ya9&yycAoc; VJqwuLu Agapes ein Bischof, nur
Ag. 6302) — Hydros; Q,ewirugfuku Atanagines (Atanagenes)
1) Vgl. Festgruss an Roth p. 100.
2) Diese Stelle nennt mehrere Männer als Söhne von Götzenpriestern,
die Gregor der Erleuchter zu Bischöfen geweiht haben soll: Albianos, im
gr. Ag. = Agro, Eutalios, gr. Ag. E SG, Basos, gr. Ag. Baaao;,
334 III. 1. Abschnitt: Griechische Namen.
Sohn des Yusik, Urenkel des hig. Grigor FB. 11, 35, 43, 48,
genannt nach dem hlg. Alanagines Ag. 607, 623, Thom. 60, 74 =
49nvoyévns Bischof von Sebaste; UZH e Albianos Bischof
FB. 9, 10 flg., Ag. 630 — gr. 24ABivoc; [uwuh Anania Bischof
von Siunik‘ El. 22 — Laz. 124, vgl. Apg.5, 1—6; 9, 10—18 =
Zi vavíag(syr. N DN ZDMG. 43, 406, 10); Antioğčs Ag.630 s. unten
die Anm.; Rwufhy Basil Bischof von Mokk El. 22 = Laz. 125 =
Da«oíAevog !); Basos = Báoocog nur Ag. 630 s. unten die Anm.;
Q.nhanphau Grigorios Ag. bis zu p. 555 und 604—607,621, 645, 656
neben Grigor 585, 591, 595, 598, 600—603, 608, 609, 611, 650
(gen. Grigori, abl. i Grigore) der hlg. Gregor der Erleuchter, auch
bei FB., Laz., MX. u.s. w. (bei El. und Koriun nicht erwähnt),
nach ihm benannt sein Enkel q i Grigoris Sohn des
Vrt'anés FB. 10, MX. 159 (gen. Grigori FB. 13, 17 und Grigorisi
FB. 15), Grigor?) ein Mamikonier Laz. 526 — I['enyöouog (syr.
Griyör); uwuk, Daniel Isxan von Tsop'k' FB. 72, sonst nur
als Name von Syrern?): FB. 36—42 (derselbe MX. 199),
Koriun 8 (derselbe Laz. 38, MX. 245) = Javın) oder syr. N“
ZDMG. 43,394, 1; &. Davi Priester El. 5, Laz. 125, auch
Name !) eines armenischen Philosophen ( Davit Anyatt;— Jaßid
(Aauiò, Aaveid), syr. ^ n ZDMG. 43,396; beo p Eno£ Schü-
ler Mesrops Koriun 18 = [ywy Luc. 3, 37; Gphdfa Eremia
Bischof von Mardastan El. 22, Laz. 125, ein anderer Eremias
El. 22 = Eremia El., Moskauer Ausg. 30 und Las 125 Bischof
von Apahunik = '"fegeuíag5); DE Euta Bischof von Mar-
dali El. 22, Moskauer Ausg. 30: Eulali ) =EvAaAuog; Eutalios =
Moses, gr. Ag. Mwvons, Eusebios, gr. Ag. Evasßıos, Johannes, gr. Ag.
"Iuavrne, Agapes, gr. Ag. Ayanıos, Artit és, gr. Ag. "ortos, arm. Artit
FB. 205, Arsukes, gr. Ag. Aocbxns, Antiok es, gr. Ag. Avrioyos, Tirikes,
Kiurakos, gr. Ag. fehlt. Ob alle diese Namen historisch sind, steht dahin.
1; Basilios von Caesarea heisst arm. Barsitios FB. 72 oder Barset FB.
96, 99, 100, 103 gen. Barseli 98, Bars/i 103) oder Barsilios FB. 94—100 ;
Basilios (?) nur 101.
2) Der Name ist in späterer Zeit häufig.
3: Tsop'k hatte aramüische Bevölkerung, s. oben p. 284.
4) Der Name ist später häufig.
5) Bei Benseler Wb. auch "//ocuí«c. Sonst vgl. wegen des Anlautes
arm. Erusalem = ItgovacArgu, aber syr. Urislem.
6) Für Ep lalins (ein Syrer) El. 56 hat die Moskauer Ausg.68: P'/oren-
tios = P)wpevuos. — Für Eulal u. s. w. kann auch Ev/a? u. s. w. ge-
sprochen werden, da eu und ev in der arm. Schrift zusammenfallen.
`~
III. 1. Abschnitt: Griechische Namen. 335
Ev$aAuos Ag.630, s. oben p.333 Anm. 2 (und vgl. Eufafu. Eutalios
MX. 160, 176); Eusebios — Evoéfltoc Ag. 630, s. oben p. 334 Anm.;
Ropa. T'orgom in tun T'orgomay das Haus Torgom's d. i. Ar-
menien FB. 227 = Oopyauc (Oeoyaua, O0pyoud)Gen.10, 3, hebr.
MON; Yfhepuhnu Kiurakos, Kirakos Bischof von Taik‘, »der
Sahap ! mt Namen genannt wurde FB.269, Ag.630 = Avgiaxóg ;
€) wgup Zazar Historiker Laz. 15, 564flg. = Aalagos; f] Hin
Levond Priester El. 77, Laz. 125 fig., Zevondes Schüler des
Mesrop Koriun 16, 21 = _Aeövruog; Uu’ Mambre Schrift-
steller des 5. Jhd. Maußon Gen. 14, 13,24; Yatun, Manuel
Mamikonier FB.239 ge, Sb. 56 u.s. w. aus Emmanuel Mt. 1, 23,
Ag.219 —'EupavovíjA, später auch MavovnA, syr. ©8009 ZDMG.
43, 399 ; U Melet Bischof von Manazkert El. 22, Moskauer
Ausg. 30: Melite = Melertos; Waıfuku Moses Bischof von Basean
FB. 270, Katholikos Laz. 333, Bischof Ag. 630 = Mos; 8
Yohan oder 8mıfSu Yohan Bischof, Sohn des P'aren FB. 266,
Katholikos Las 372 (gen. Yohannu 382, 383, 390), Adlige:
Anjevaci Laz. 387, Mokaci Laz. 353 (gen. Yohanay 388),
Rop'sean?) Laz. 256, Schüler Mesrops und Sahaks (aus Ekeleac)
Koriun 10 = 'Iwodvvng, daneben arm. Yohannes Bischof nur
Ag. 630, s. oben p.334 Anm., Yöhannesimmer als Name des Täufers
und Evangelisten s. oben p. 29 1 und später sehr häufig; Boyut
Yosep Bischof von Airarat El. 22 flg., Katholikos Laz. 222 flg.,
Schüler Mesrops und Sahaks (aus Palin) Koriun 10 flg., Las 41
= [waho (syr. Yausef); Uu Nerses Katholikos FB. 43 flg.
ist grücisirtes?) pers. Nerseh, s. oben p. 57, gr. Nagoiis (syr.
Narsai Hoffmann p. 36 flg.); Yay Noy Išxan von Tsop K FB. 72
= gr. Nwe oder syr. n ZDMG. 43, 394, 7? ; Hh Petros
Priester El. 71, Petros Erkaii Petrus der Eiserne, Geistlicher
aus Siunik' Laz. 198; [Juwik] Samuel Sohn des Vahan, Mami-
konier FB. 179, 255, Priester El. 101, Laz. 222, Vahevuni
Sb. 48 = Zauovíjà; dunumnnu P'austos (P'ostos) von Byzanz‘),
der Historiker Laz. 2, 11; (Bischof FB. 70, 218, Bruder des
1) Siehe oben p. 208.
2: Siehe aber oben p. 295 (Yuznan).
3) Vgl. Trdatios El. 55, Trdatios, Trdates Ag. = arm. Trdat.
4) Arm. Buzandagı. Der Mann war aber Armenier, vgl. Gelzer, An-
fänge der armen. Kirche p. 113—117.
336 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
Atostom, von Nation Römer! (Horom) FB. 265) = ®aüvgrog,
lat. Faustus.
Dazu kommen später noch andere Namen: PLnynpnu T'2o-
doros der RStunier Sb. 103 fig. = Oeddwgos; Pphumunkap
K‘ristapor Katholikos Sb. 98, Bischof von RStunik Mos. Kal.
225 = Xpioroqógoc; DEU Sekundos Bischof von Mokk
Mos. Kal. 225 = Sexoüvdog, lat. Secundus; DB hf Sene-
kerim Artsrunier, König von Vaspurakan(11.Jhd.) Thom. (Fort-
setzer) 306, König von Siunik Steph. Orb. II, 62 fig. = Sevyu-
xnoíu 4 Kg. 18, 13. Ferner: Burset Katholikos = Baoikeıos
(s. oben unter Basil); Georg Katholikos (9. Jhd.) = Teweyt06;
Zakaria Katholikos (9. Jhd.) = Zayagiag; Zenob Historiker —
Znvófioc; oma Historiker = Owuäs; Komitas Katholikos
Sb. 97 = Kounräs, Kou&g; Kostandin Katholikos (13. Jhd.)
= Kwvoravrivog, Mariam Frau Grigors des Erleuchters (?)
MX. 161 = Magıcu, syr. Maryam; Solomon Katholikos
(8. Jhd.) = ZoAoucv ; Stepanos (öfter) = Irépavos Apg. 6, 5
u. s. w. Vgl. die Liste armenischer Autoren bei Karekin, Arm.
Litteraturgeschichte (armenisch), Venedig 1886, p. 789—795;
das Verzeichniss der Katholici im Anhang zum 3. Bande
von Th3amthsean’s Armenischer Geschichte, die Indices zu
Vardan u. s. w.
Von diesen Namen können mit dem arm. Suffix -ik Demi-
nutiva gebildet werden, so M osts:£ MX. 266 von Moses, Zazarık
von Lazar, Yakobik von Yakob (s. Karekin a. a. O.). Durch
Anfügung des Suffixes -ean werden Familiennamen gebildet,
so von Petros: Petrosean, neuarm. nach westlicher Aussprache
Bedrosean u. 8. w.
2. Abschnitt: Griechische Wörter.
Aus der Menge der griechischen Lehn- und Fremdwörter
hebe ich eine Anzahl der in älterer Zeit gebräuchhcheren
Wörter nach dem p. 324 angedeuteten Gesichtspunkte heraus.
Die nicht im 5. Jhd. belegbaren sınd mit einem kleinen Kreuz
versehen.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 337
Staatswesen: kaisr Kaiser = xaicag!), palatn ‘Palast = .
ralcriov; Heer: legeon Legion = Aeyecr; Religion und
Kirche: Kristos "Christus — Not10766 (Eristoneay Christ, Aris to-
ngulun Christenthum'), eketeei "Kirche? — xxAgoíc, kalotikos
"Katholikos (der höchste Geistliche Armeniens) = x«JoA:-
40g, episkopos Bischof = &ríoxorog (episkoposapet ober-
ster Bischof), ter- Klerus, Geistlichkeit = xÀijgoc, kturake
Sonntag = xveraxý, kanon “Regel — xavov, salmos Psalm'
= waAuóg, helanos Heide #9wog, maturn Märtyrerkapelle'
ud rb, martiuros Märtyrer — udorus, uágrvo; Völker-
namen: Hrom, Horom Rom, Römer’ — Pwun, Asori Syrer =
Aobo, barbaros Barbar = fágfagoc; Sociales: pornik
Hure, Hurer = zogvırn, z0Qvixóc, pandoki Herberge
zravdoxeiov; öffentliche Anstalten: dalanık ‘Bad = flaAaveiov,
latr Theater - 9éargov; Geräthschaften, Erzeugnisse des
Handwerks u.s. w.: andri “Bildsiule — avögıds, bem Redner-
tribüne — fue, garagil Käfig = yaledyoa, lampar “Fackel
— Aaurcag, kantet Lampe = xavóijÀe, *klmidr “Ziegel =
xepgauíc, mekenay ‘Maschine’ = unyavn, pnak Teller = riyak,
skutt ‘Schüssel’ = oxovréAo, sring ‘Flöte? = Obs, Kartēs,
kart Papier = xagıns; Körpertheile: stamoZs ‘Magen’ =
oröuaxog; Edelsteine: biuret Beryll' — Gëeuiiog, margarit
‘Perle — uooyagirng; Pflanzen: manragor “Alraun = uav-
ögayöeas; Thiere: ket Ungeheuer = ire; Anderes: fos
‘Graben? = goda; kamar Gewölbe = xauuga, kalapar
Gussform, Modell’ = xuAorr6ödıo» (oben p. 163), tip Abdruck
= TUWOSG.
Einige dieser Wörter (wie skutt, manragor) sind heute nur
noch den Gelehrten bekannt, während andere, die oben nicht
genannt sind, volksthümlich geworden sind, so z. B. (nach dem
Urtheil von A. Xataturean): */af?in (für älteres *step?i») Möhre“
= graqvuàAivog; tanison “Anis = Gronn, np. anisun (s. oben
p. 279); *meron das heilige Salból' = uogov; pilon "Mantel —
qtÀóvmc; 'savan Leintuch = oaßavov; *velar Kapuze =
lat. velarium; titr (für litr Pfund') — Aírga; *kondak Brief
des Katholikos = xovraxıov, *simindr Maisbrot = oeutdakıs,
tpaäsimat Zwieback — rafauäg (nafıuddır u. s. w.), in
1) Siehe oben p. 329.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 22
338 111. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
Konstantinopel und dem westlichen Kleinasien auch tkałamar
Schreibzeug — xaAauagıov ; *melan "Tinte' = Hëlen,
In dem nun folgenden Verzeichniss des dem Griechischen
entnommenen Sprachstoffes citire ich die mittelgriechischen
Wörter im Allgemeinen nach E. A. Sophocles, Greek Lexicon
of the Roman and Byzantine Periods (from B. C. 146 to A. D.
1100, New York — Leipzig 1893. — Die Hapaxlegomena !;
im Armenischen erkennt man daran, dass nur ein Citat bei-
gefügt ist ohne den Zusatz nu. s. w.« Wegen der Zeit der
eitirten Schriftsteller ist hier wie überall die Liste der Ab-
kürzungen oben p. 3—8 zu vergleichen.
1. wpuu abas, abbas (gen. abasu) "Vater (in geistlichem
Sinne), Pater, Abt’, abbasuhi “Aebtissin Car. = gr. aßfäs;
abbay ‘Vater’ (von Gott gesagt) Me. 14, 36, Röm. 8, 15,
Klostervater Leb. d. Väter — gr. apga Mc. 14, 36.
2. wpupph abarbi, aparpi "Euphorbium' W b. (ohne Beleg)
= gr. evpogßıov.
3. mgultni[ [d aganöt ein Gefäss Jes. 22, 24 geht durch ein
griech. *&yavw? auf hebr. aggano9 plur. die Becken’ Jes. 22, 24
zurück. S. oben p. 301.
4. wquu agap (i-a St.) Liebesmahl für die Armen’ Kanon.,
Joh. Phil. = gr. ayan Liebesmahl'.
5. mynt agon (gen. agoni; "Wettkampf MX. 159,8, Euseb.
Chron., Sisian (11. oder 12. Jhd.), agonarar Wettkämpfer
Euseb. Chron., agonistat-K pl. "Wetikämpfer’ Euseb. Chron.
= gr. &yov (gen. d7óvoc) Kampfspiel, Wettkampf’, ayw-
marng, pl. ayuvural Wettkämpfer!
6. u adamand (var. andamand) "Diamant Amos 7,
7, 8, adamandeay 'diamanten, sehr hart, fest’ Amos 7, 7
Jerem. 17, 1 u. s. w.
= gr. adauay "Diamant, lat. adamas, np. almas.
7. ul aer, ayer Luft, Luftraum’ Jac. Nisib. (Afraates)
= gr. ang gen. dee) “Luft”.
1) Diese nurausder griechischen Vorlage umschriebenen Wörter finden
sich besondes bei Basil, Anan. Shirak. und Aristot. de mundo (ya?ags
aszarhi, s. David p. 603 flg., Uebersetzung der pseudo-aristotelischen Schrift
noi xoguov, R.—9. Jhd.?;.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 339
8. hn aleray (acc., aferag gen. pl.) ein Brei von
Weizenmehl Pseud. 41, 15 und 21 — MX. 262, 4, sonst nur
noch Leb. d. Väter
— gr. (ägypt.) 0% Spelt oder Weizengraupen, ein Milch-
brei davon’, gruel, porridge. Vgl. Fraenkel 35.
9. wBnbunuyp atlestaik nom. pl. Wettkämpfer Euseb.
Chron. = gr. a$Anral nom. pl. Kämpfer, Wettkämpfer“.
Arm. allestaik (für alletaik) hat sein s von dem ihm bei
Euseb. unmittelbar vorangehenden agon:stai& erhalten.
l mben aleur, "Mehl = gr. dle s. unten im V. Theile
s. v. atam.
10. whut akarn (— akar + Artikel n?) die Burg, Citadelle’
nur 1 Maccab. 9,52, 53; 10,6, davon akarank (nur gen. akaranç)
“Garnison der Burg’ 1 Maccab. 14, 7, 2 Maccab. 15, 31
— gr. xoa ‘Burg’, syr. SC Hoffmann p. 85, Nr. 767, arab.
gr Fraenkel 233.
11. adju akat Nachen nur Narek. = gr. &xariov, àxarog,
lat. acutium, acatus leichtes Schiff".
12. mbunn akat' Achatstein' Ex. 28,19, Ezech. 28, 13, Oskiph.,
agales Tomar. = gr. ayarns Achat', lat. achates.
13. [whup akar Milbe' (im Käse u. s. w.) Wb. (scheint im
Arm. gar nicht vorzukommen) = gr. ddt Milbe
14. 1h. akumit Ehrenname des Mesrop Koriun 16
— gr. àxoíumrog schlaf los'.
15. 1 n nd alahoton iatabaton, t-a St) ein Theil der geist-
lichen Gewandung, » l'amict ou huméral, qui couvre les épaules
et se lie aux reins« (Brosset, histoire de la Siounie p. 70), man-
teau de philosophe" (Nar Bey, Dict. arm.-francais) El. aH
mianjang) 159, z. 9 v. u., FB. 267, 22, Osk. Es., Pit. u. s. w.
— gr. avalafog deux bandes de drap, descendant depuis
les épaules jusqu'en bas, l'une devant et l'autre par deniere’
(Clugnet, Dict. grec-français), var. lect. avaßnin, avagoAauv
(nach A. Thumb).
16. U alarıkon, sprich ayarikon, nur bei Mech. d.
Arzt = gr. &yagixov Lw.; lat. agaricum, np. ayáriqun A M. 17,
Achund. p. 11 Lärchenschwamm'.
22*
340 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
17. ti atekat, atekat Spinnrocken Aristot. de mundo
628, 14 — gr. NAuxarn Spinnrocken, Spindel’ neben diendi
Hatzidakis, Einleitung p. 30.
18. u atkion ein Meervogel Basil.
— gr. GAxvov “Meereisvogel”.
19. / ung alpabet-£, alpabet-k, alpapei-x, alpapet-k
(gen. a?pabetac) Alphabet' Koriun 8, z. 10 v. u., Mambre, Joh.
Mandakuni (5. Jhd.) u.s. w. = gr. aAgpaßnrog, lat. alphabetum.
20. if amarintine Pseud. 5, 18, falsch für *ada-
manttiné — gr. adauavrivn.
21. ian ambon Kanzel Leb. d. Osk., Car., Jaism., Mech.
Rechtsbuch = gr. &ußwv “Kanzel”.
22. uulpmi]w amböt das Zurückweichen des Meeres, Ebbe’
Nonnos, Aristot. de mundo 616 = gr. Gute dass.
23. wudbfhınnnu ametiustos Tonak., ametös(?) Apc. 21, 20
(sonst nicht) — gr. au&$vorog Amethyst, lat. amethystus.
24. ulli amen Amen Mt. 6, 13 u. s. w., amen asem wahr-
lich ich sage' (euch) Mt. 5, 18 (oft in den Evangelien)
= gr. &uńv aus hebr. amen wahrlich, gewiss".
25. win uu andilips (neben mijnord "Mittler) nur Lambr.
= gr. &vríAnyig “Anhalt.
26. 1% [nnbpheu andliterion ein Mass Anan. Shirak. 31
= gr. avrAnthgıov “Schöpfgefäss, Eimer.
27. wunph andri “Bildsäule’ Osk. Es., MX. 113/114 u. s. w.,
daneben andriand (i-a St.) Euseb. Chron., Nonnos u. s. w., an-
driantagorc “Bildhauer Osk. Mt.
— gr. G, gen. avögıavrog “Bildsäule’, àvógiavzorzcotóg
“Bildhauer”.
28. mudk antem Name einer Pflanze Cyrill. (daher auch
Car. und Tonak.) = gr. d eg, lat. anthemis “Kamille”.
29. uńhħunt anison Anis Med. Schr. — gr. ävıoov, lat.
anisum Anis. Vgl. p. 279.
30. wuni anon (i-a St) Gehalt, Verpflegung’ Pit., Car.,
Mast. jahk. (14. Jhd.)
= gr. awyiova aus lat. annona Lebensmittel, Proviant’.
31. fu antikristos Antichrist“ Osk. Mt. u. s. w.
= gr. avriygıorog Antichrist'.
111. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 341
32. unyu pan [usa de apabalsamon nur Ag. 479
= gr. önoßaloauov Saft des Balsambaumes’.
33. unyu apatas oder aptas leichtes (nicht strenges)
Fasten’ Joh. Mandakuni, Ephrem, nach Wb. = gr. d mu ‘zart’?
Oder zu arrkoüg (aec. pl. fem. drag) 'einfach' (nach A. Thumb)?
33*. unquppin|nun aparktias ein Nordwind, apeliod ein Ost-
wind Aristot. de mundo 612, 611 = gr. &zragxríag, ärrnkuwrng.
34. aua got uang GDODap und und] apomam Mech. Rechts-
buch = gr. m, “third grandfather’, arrouduun third
grandmother.
Vgl. arm. pap und mam oben p. 221und 191 (die aber auch
aus dem Griechischen: raos “Grossvater, uauun Gross-
mutter' stammen werden).
35. unqnplialuy aporiumay ein Mass Anan. Shirak. 31
= gr. ünogovua the name of a measure, vgl. de Lagarde
Symmicta 212, 1; 223.
36. unqowhpu apötiks Schuldverschreibung Mech. Rechts-
buch = gr. &;roóei&ig Nachweis.
37. umwphwui asarıon ein Gewicht, eine Münze Anan.
Shirak. 27 :
= gr. «00agı0v, lat. assarius “Ass-stück’, got. Lw. assarjus.
38. Un,‘ Asori Syrer, Asorti-A die Syrer, Syrien’ MGg.
611, davon Asorestan (— Arvastan mit der Stadt Ninve) 'Assy-
rien’ MGg. 613, El. 139, 22, Asorestaneay Assyrer MX. 30, 12,
El. 142 u. s. w., alt did häufig = = gr. Joovgıos.
Vgl. Brockelmann, ZDMG. 47, 12. Asorestan aus E
-a-stan von arm. Bes und pers. stan — ap. stana-, vgl. phl.
Surastan und oben p. 22.
39. wumnngmpnu astrolabon MGg. 587, 12 = gr. Gorgola-
Sou, älter &orgoAaBov ogyavov Astrolabium'.
40. wumnnumbh astionomi astronomische Tafel’ Magistr. —
gr. doteovouıxög astronomisch'.
41. wpgbunku argestes Name eines Windes Aristot. de
mundo 611—612 = gr. apy&orng Nord westwind'.
42. gu ,. argites-k nom. pl. eine Art Blitze Aristot. de
mundo 613 = gr. do yhreg nom. pl. von dee blinkend, fun-
kelnd' u. s. w., nach Aristot. — oi rayéws dıarrovres (xegavvol).
342 IH. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
43. ei, argiuron eine Silbermünze Anan. Shirak.
33, 17, Tonak. — gr. vero» Silber, Silbergeld'.
44. wpjdp artr (r-St., gen. arier) der (grammatische) Artikel’
Eznik 26 1, z. 6 v. u., Sargis (12. hd.) = gr. &09g0v “der Artikel.
45. u artabos ein Mass Anan. Shirak. 31
— gr. der«ßn ein persisches Mass.
46. wppbuyfulnuyau arkepiskopos (i-a St.) ‘Erzbischof’ Ag.
600, 645, 650, 651, MX. 228, z. 6 v. u., Joh. Kath. u. s. w.
— gr. Gpxıerrloxoros.
Danach gebildet auch das halbgriechische wnpbpkg arkerec
für gr. deyıegeug (einmal im Leb. des Osk. 11. Jhd.) aus ar£
— gr. G und arm. ereę “Priester für gr. le“ "Priester.
47. ffn arKidiakon * Archidiakon' nur FB. 118, 1
= gr. dpxıdıanovog.
48. alu arkimantrit Archimandrit' nur Leb. d.
Väter = gr. aoxıuavögirng.
Im Leb. d. Väter auch die jüngeren Formen arstmantrit
und arst-episkopos:
49. wppinmhuń arktakan Nordwind' nach Wb.
— gr. ügxrindg nördlich”.
An der vom Wb. citirten Stelle Aristot. de mundo (Venedig
1833) p. 612 steht im Druck apar£tiakan für gr. ano rte
ĞQATOU qegouevog.
50. unhjullrm fh apimerinos "tàglich' (vom Fieber gesagt)
Mech. d. Arzt — gr. éqqueguróc “täglich” ( zevgerög ‘quotidian
fever Soph. Wb.). |
51. mupuk apse (apseay) ‘Schüssel’ Num. 4, 7 u. s. w. (nur
A. T.) = gr. die, lat. absis (hapsis, apsis) Bogen, Kreisbahn,
| Schüssel.
52. web, apsndin Wermuth Leb. d. Väter
— gr. dyív3uoy Wermuth
53. pup badron, badronak Stufe, Bank, Bettgestell'
Joh. Kath., Ephrem, Car., batron Osk. Mt.
— gr. 2a9g0v "Tritt, Stufe, Leiter, Schwelle, Bank’.
54. puy funf balıstr ‘Wurfmaschine 1 Maccab. 6, 51
— gr. Beiiorea, lat. ballista ‘Wurfmaschine’.
Jerem. 9, 8 steht balistr für gr. Bo ‘Pfeil.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 343
55. b bakelal, bakelel nur 4 Kg. 4, 42: er brachte
( padatits) bakelalav (Feigenkuchen) mit (in) dem bakelat, Um-
schreibung von gr. (;reÀa2ec) Baxelle9 für hebr. (karmel)
baciglöno, wofür de Lagarde ry5p23 “im Quersack' vermuthet
A. St. 8 333.
56. Ai balant-E pl. Bad, Badeanstalt' Ezech. 23, 40,
Euseb. Kircheng., Sb. 55, Anan. Shirak. 7, z. 9 v. u. etc.
— gr. Bakaveiov, lat. balineum, balneum “Bag.
57. [pupuh barak ‘Hung’: barak orsukan Jagdhund' El.
(bei Wb. auch als parak oder jarag verzeichnet) soll nach Wb.
ein persisches (»barak« — “Hund’?), nach Bugge ldg. F. 1, 455
ein ital. Lw. (= baracco, bracco Jagdhund', sein. Beides falsch.]
58. mupparpnu barbaros (i-a St.) ‘Barbar’ El. 11,14; 60; 149,
Koriun, Pit., MX. u.s. w., barbarosakan barbarisch' Ag. u. s. w.,
barbarik, barbarikon, barbarosik barbarisch' Osk. Es., Thom.,
Euseb. Chron. |
= gr. Paoßaogos, B«oflagiaog, ntr. Baggagixov.
59. pwppnun barbut ein musikalisches Instrument’ nur Mt.
Urh. — gr. HH, Baopırov ein musikalisches Instrument,
Leier. |
60. i bekar, bikar Stellvertreter Jaism., Car. = gr.
Bıxapıos, ovıxagıog aus lat. vicarius "Stellvertreter.
61. 4% bekt (nach Wb. auch b, belegt nur instr. Bee
“Stock” Oskiph. = gr. Gd, B«xvAov aus lat. baculum, bacu-
lus "Stock".
62. K bem (i-a St.) = bemb (gen. bembi) "Richterstuhl,
Rednerbühne, der hóhere Theil der Kirche mit dem Altar, wo
der Priester steht’ Joh. 19, 13, Laz., MX. u. s. w.
= gr. Hua Stufe, auf die man tritt, um zu reden, Redner-
bühne, Richterstuhl, the altar part of a church".
63. Hul] besek(i)ston Schalttag Anan. Shirak. 20
= gr. Bioekros aus lat. bisertus, biseztum Schalttag'.
64. pbupu besin ein Mass, Flasche’ Anan. Shirak. 30 = gr.
Bıoolov, Bıooiv = piooa Flasche (zu Bıziov, pizog irdenes
Gefáss, Flasche). Vgl. de Lagarde, Symmicta p. 212, 2;
220, 19.
344 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
65. fn biblos (i-a St.) eine ägyptische Pflanze und
deren Bast’ Pseud. 10, 5 (biblosav instr.) = gr. Bußkos, Bißhos
‘die ägyptische Papierstaude und deren Bast.
66. hh biuret "Beryll Ex. 28, 20, Ezech. 28, 13, MX.
59, S u. s. w., Krystall Anan. Shirak., 5iuri-a-ber krystall-
haltig Pseud., biurleay von Beryll oder Krystall’ Pseud. 5, 15
= gr. Bijgv2Aoc "Beryll, lat. beryllus, arab. np. „ bulur,
syr. XDI, pali velüriya-, skr. vatdurya-.
67. panpaqa bobolon Büffelkuh' Leb. d. Väter
= gr. Boißakog Büffel, lat. bubalus.
68. nn, a bombiulos Puppe des Seidenwurmes' Basil.
= gr. Boußvkuos, BouflvAig (= PoußvS) Seidenraupe', Bou-
BéAiov nach Sophocles Wb. der Schmetterling des Seiden-
wurmes, fouflvzioy “die Puppe der Seidenraupe, Cocor’, lat.
Lw. bombylis Puppe des Seidenwurmes’.
69. mniinunu bonosos “Auerochs’ MGg. 594, z. 4 v. u., Var-
dan = gr. H“, Auerochs', lat. bonasus.
70. prpprpha borborit (var. borboriton?) “unzüchtig’ MX.
34, 5 (von der Semiramis gesagt), Magistr.
zu gr. Boejo00s Schmutz, Koth’? Oder zum folgenden?
71. Pappappwünup Borborianos-k Koriun (Venedig 1854)
p. 15, 2, so zu lesen für barbarianos Koriun (Venedig 1833)
p. 18, 2, borboritonk MX. 255, 8; 256, 2, Name einer Secte
= gr. Boopogıavoi die Borborianer, eine Secte, vgl. Hoff-
mann, Auszüge p. 124, nach Sophocles, Greek Lexicon 312
auch BOBO, (für Bappßnkuwraı).
72. f , brabion Kampfpreis Sar., Joh. Kath., Snorh.,
Magistr., Car. = gr. f'oageiov Kampfpreis'.
73. get nu. gallos Pseud. 14, 4 — bagaktur verstümmelt
= gr. ya4Aog Eunuch'.
74. qunwghq garagtl, garagel (gen. garaglı, i- und i-a St.)
Käfig Ezech. 19, 9, El. 17, 1, Osk. Mt. 445, 29, El. 17, 1 u. & w.
= gr. yalsayga “Käfig”.
Da die Zusammenstellung richtig zu sein scheint, wird die
Variante gairagil Ezech. 19, 9 falsch sein.
111. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. . 345
75. 66) gehen (i- oder o-St.) Hölle’ Mt. 5, 22, 29; 10, 28,
El. 29, z. 3 v. u.; 42, 11; 134, z. 6 v. u. u.8. w., auch in einigen
Ableitungen und Comp. = gr. yéevya, syr. d gehanna, arab.
jahannamu Hölle', got. gaiainnan (acc.). |
76. gang gong eine essbare Wurzel Euseb. Chron. (1818)
I, 19, 3 — gr. yoyyn eine Wurzel.
71. (at Ae ele gongiarion Euseb. Chron.
— gr. yoyyıagıoy, xoyyıagıov aus lat. congtarium "ein Mass
Oel, Wein u. s. w. in Natura oder spáter in Gelde den Aerme-
ren oder Soldaten u. s. w. vom Magistrat oder den Kaisern als
Geschenk gegeben".
78. gaugkn gongel Rübe Vardan Gen. = yoyyvAlg, yoy-
yvàÀn Rübe’.
79. gpunliup gramar ein Gewicht Anan. Shirak. 27 = gr.
yoauuagıoy ein Gewicht.
80. Inu gramartikos Grammatiker Euseb. Chron.,
Cyrill, Seber., Magistr., Erznk., gramartkutiun Grammatik
Magistr. = gr. yo«uuarınog, e
51. ywphp dabir (gen. dabiray) das Allerheiligste im jüdi- -
schen Tempel' 3 Kg. 6, 5, 19 flg. u. s. w. (nur A. T. und einmal
Narek.) — gr. dafio, ðaßeig 3 Kg. 6 u. s. w. aus hebr. Wan
dawir das Allerheiligste im Tempel.
52. apuh dabni Lorbeerbaum, Lorbeer Nonnos, dapni
Ag. 479, Magistr., dapne Philo, dapnid Jaism.
= gr. dapur Lorbeer, Lorbeerbaum'.
83. Au dalapr eine Waffe Dionys. Thrax = lat. dolabra
Brechaxt, Picke.
84. I dantakes Name von Hunden Pseud. 125, 4
— gr. davdareg (R. Raabe, Iarooía AAetavdgov p. 70, z. 1 v. u.).
85. 1 delpin "Delphin" Eznik. 103, z. 5 v. u. (gen. pl.
delpinag), Philo Opera (1822) 159 (din, gen. delpisi), Magistr.
u. s. w. — gr. egis (gen. deApivog), de "Delphin.
86. ghlufuhnf dekanion'alabardiere, mazziere’ Mech. Rechts-
buch = gr. óexavóg "Büttel' aus lat. ne ‘der Vorgesetzte
von zehn Mann”.
346 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
87. qhifuippnu demarKos Volkstribun' Jaism. kilik. = gr.
Önuaexos Volkstribun'.
88. I denar (i-a St.) Denar' Joh. 12, 5, Ape. 6,6, Narek.
(sonst nicht) = gr. Önvagıov aus lat. denarius Denar. Arab.
Lw. dinar u. s. w. Fraenkel 191.
59. pundhi diatik (gen. diatki, instr. diatkov) "Testament
Mech. Rechtsbuch = fhw[Jhl, dali. sprich dh,, Syr. röm.
Rechtsbuch ed. Bruns und Sachau p. 99, 18; 102, 14; 104, 14
— gr. duuran "Testament, georg. ialiha "Testament
Tchoubinof 187.
90. gfwjonynu. dialótos, sprich dialoyos als griech. Wort an-
geführt Jaism. = gr. dıaAnyog “Gespräch”.
91. 2 uh diakon als Fremdwort bei Lambr. = gr. dıa-
40% "Diener.
92. hunn diaton Sternschnuppe Aristot. de mundo 613
= gr. dierrwv (torno) schiessender Stern, Sternschnuppe".
93. %u lu, / didrakmay (gen. didrakmayı) . Doppel-
drachme' Euseb. Chron., 2 Ezra 2, 69, Nehem. 5, 15; 10, 32,
` Anan. Shirak. 33, 15, 16 = gr. CO Óíógayuov "Doppeldrachme).
Die arm. Form entstammt wohl dem gr. pl. rà di0oayua.
94. Hu dikator »das sind Redner“ Euseb. Chron. I,
p. 395, II, p. 204
= gr. dizrarwg aus lat. dictator “der Dictator".
95. 7½½ feilln diklikon, nach Wb. besser diklidon die Netz-
haut, welche die Eingeweide umhüllt' Pit., Dionys. Thrax, nach
Wb. = gr. dirkis, gen. àizAídog zweiflügelig' (z. B. Thür)?
96. un, dimos ‘Fiscus Mech. Rechtsbuch, Assises d'An-
tioche p. 19; dimot, zu lesen dimos "Volk Sokr., dimosakan
‘öffentlich, staatlich, städtisch Koriun 17, 2, Syr. röm. Rechts-
buch 111, 1
= gr. Öruog Volk, Gemeinde’, óruóctog ‘öffentlich’, ntr.
Óruogtoy Staatskasse, Fiscus’, arab. dimas 'Gefüngniss.
Arm. demesosin Anan. Shirak. 7, z. $ v. u. entstellt aus gr.
Óruógiov (sc. Bakaveinv) “das öffentliche Bad.
97. mpu duks "Anführer, Fürst’ Leb. d. Väter
= gr. dov Anführer, Feldherr' aus lat. dur.
III. 2. EE Griechische Wörter. 347
98. we diakon und drakonar Drache Magistr.
— gr. dpaxwv, Óógaxovagtoy.
Dazu gpwlotumınku drakonates d. i. drakontes “die Drachen’
Basil. — gr. doaxovreg (nom. pl.)
99. zpulatunplnt drakontikon MX. 130, 15 nach ZDMG.
40, 493 'Sardonyx', nach. C. “smalto’, nach Wb. auch = Savas-
ariun eine Pflanze, 8. oben p. 213,
vgl. gr. dgexóvretog "drachenartig seine ein Edel-
stein, doaxovrıov eine Pflanze, lat. Lw. draconitis (Plin.)
"Drachenstein”
100. i drofng Gewicht und Münze’ Anan. Shirak. 27
= gr. dgayıun Gewicht und Münze’.
101. gpniugup drungar Sb. 116, 18 eine hohe militärische
Würde = gr. Ögovyyagıos Chef eines dontyyos (1000—3000
Mann Infanterie).
102. %u ebenos Ebenholz David, ebenneay aus Eben-
holz’ Pseud. 2, 6 (für gr. 2B&vvıvos) = gr. Eßevog Ebenholz.
103. % bn éter (i- a St.) der Aether Aristot. de mundo 605flg.,
Plato, Anan. Shirak., Narek. u. s. w., davon eterakan, eterayin
Aristot. de mundo 606 (ai9£guog) u. s. w.
= gr. aing (gen. ai9épos) “Aether”.
104. Ek elia, etiua (gen. pl. eliaig, efiuag) ein gefrässiger
Vogel Philo = gr. avia ein Wasservogel, Taucher.
105. bunk elate Pseud. 65, 21 = gr. ¿harn Fichte”.
106. % nin elektron, elektrion, sliktrion, tektoron u. s. w.
Bernstein Basil., Plato, Aristot. de mundo 620, Narek.
— gr. Aexroov "Bernstein". |
107. / elik Aristot. de mundo 613 = gr. Ekıxiag beson-
dere Art von Bhtzen.
108. bhhabgh eketeçi Kirche El. 5flg. u. s. w., alt und
sehr häufig — gr. &xxAnola, lat. Lw. ecclesia "Kirche. Vgl. got.
Lw. aikklesjo “Kirche”.
109. % Huf eklesiastes, eklesiastes im Vorwort und
Titel des Pred. Sal., Eznik 189 (arm. 2020002 “Versammler’
= gr. j ON Redner in der Versammlung’.
348 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
110. bljgbuhuughiua ektesiasdikos griechischer Ehrenname
des Mesrop MX. 255, 11 — gr. &xxAnoıaorıxöog a member of
the true church". |
111. &ghrpnpnu eleboros eine Pflanze Basil., Vardan Gen.,
Med. Schr. = gr. 2AA&ßogog “Niesswurz. |
112. bold etepandakan (elephantisch') mit boro-
tutiun (‘Aussatz’) “Flephantiasis MX. 165, z. 4 v. u., Leb. d.
Silvester und Konst.
zu gr. &A&ypas (gen. êképawros) "Elephant, wovon êlegay-
Gëf
113. kilumnpinku ematites Pseud. 5, 19 = gr. eiuarirns
“Blutstein’.
114. 4% enketees (enkeles, enkelis) die Aale pl. Basil.
= gr. &yy&)cıg nom. pl. |
. 115. kupkp enker ‘Handtuch’ Leb. d. Väter
= gr. éyyelguov “Handtuch”.
116. Cu eparkos Praefect, Vezir Osk. Joh., Leb. d.
Väter, eparkosutiun Amt, Würde eines Praefecten’ Lambr.,
Leb. d. Väter — gr. Err “Praefect’, Erragxia "Würde eines
Praefecten, Praefectur.
117. Hu epiklint Aristot. de mundo 615
— gr. Errirkiveng (veıauog) Erderschütterung in spitzen
Winkeln nach der Seite hin’.
118. Lu¹⁴Uꝗνn¹u epimanikos d. i. bazpan (s. oben p. 114)
Lambr. — gr. êmtuavintov, Errıuavırov (von gr. Zi und lat.
manica) eine Art Aermelhandschuhe, welche vom Handgelenke
an bis gegen den Ellenbogen gehen, aber die Hand selbst völlig
frei lassen' (Hefele, Btrg. z. Kirchengeschichte u.s. w. II, 222).
119. krujpulhnujnu episkopos (i-a St., pl. auch eptskoposun£
FB. 96) Bischof' El. 22 u. s. w., alt und sehr häufig, episkopo-
sakan'bischóflich' Laz., episkoposaki; Mitbischof' El. 54,2. 5 v. u.,
episkoposanog bischöf licher Palast’, episkoposapet Oherbischof'
FB. 79, 8; 117, z. 1 v. u., episkoposaran “bischöfliche Residenz,
Bischofssitz Car., Jaism., Mech. Rechtsbuch, episkoposultun
Bischofsamt' 1 Tim. 3, 1
= gr. éxíaxo;rog ‘Bischof’, lat. episcopus, got. aipiskanpus
u. 8. w.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 349
120. buyfnpaunu epitropos Vormund' Mech. Rechtsbuch
= gr. önirgoncog Vormund'.
121. Land ermos (gen. pl. ermosig und ermosag) Lied' Leb.
d. Väter — gr. elouos (etouos) the first troparion of an original
«07 u. 8. w. (Sophocles).
122. Feen eurakiklon ein Sturmwind Apg. 27, 14 =
gr. €UgoxAUÓcv, eUgaxvAcv u. s. w.? nur Apg. 27, 14.
123. ih euronotos Aristot. de mundo 612
— gr. eveövorog “der Windstrich zwischen dem sb ss und
vótoç, Süd-Süd-Ost'. .
Von kıpau euros ‘Ostwind’ Aristot. de mundo 611 = gr.
evoos Südostwind'.
124. % epene eine Adlerart Basil.
= gr. n tin eine Adlerart: Seeadler, Beinbrecher.
125. kajang epud (eput) ein Theil der priesterlichen Klei-
dung (ènrwuis) 1 Kg. 2, 18 u. s. w. (nur im Buch der Richter und
1 Kg.), davon eputavor mit dem Ephod versehen’ Snorh. und Car.
= gr. êpovd, & ο o aus hebr. "EN efod “das Ephod, ein
Stück der hohenpriesterlichen Kleidung, Schulterkleid'.
126. (Za) kpfbpa (dun) eKleraneKiieran Nehem. 12,39
= gr. (;tvÀn) ix9vnoa das Fischthor’ Nehem. 12, 39.
Ebenda 3, 3 durn nektiurban (var. ektiurban) = gr. TU
x Sv, zu lesen durn e&tturan.
127. bpfiukfu ekineis, eKenes griech. Name eines kleinen
Fisches Basil. 153, Joh. Van. |
— gr. &yevnig 1) "Schiffhalter’, 2) ein gew. Meerfisch.
128. KH ekinos '"Seeigel Basil. 150
— gr. éxivog Igel, Seeigel.
129. 1 zepiur, zepiuros Westwind Aristot. de mundo
611, 612 = gr. Légvoog “Westwind.
130. % , zmelin, instr. zmelinav, var. zmilnav Feder-
messer Jerem. 36, 23, nach Mech. zmi?nav (instr.)
= gr. ouıkiov Federmesser'.
131. quntfınbu pap zminitean Kar Schmirgel-stein' Joh.
Van. = gr. ouvolrng Al$og Schmirgelstein'.
350 III. . 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
132. ganfulnu zodiakos Thierkreis' Anan. Shirak.
= gr. [wdıaxög Thierkreis'.
133. 4% zom (o-St.) Schiffbrücke (über den Tigris oder
Euphrat) Sb. 31, z. 5 v. u.; 32, 18; 95, 2. 3 v. u., Levond 32,
z. 4 und 7 v. u., Tom. 95, 8 = gr. Leüyua Schiff brücke'.
134. DT TT eksploratores “Kundschafter (pl.) als
lat. Wort angeführt (für arm. /rtesi) bei Pseud. 2, 15
= gr. 2önAwparogeg aus lat. exploratores die Kundschafter.
135. Bunnp tatr (r-St.) öffentliche Aufführung, Schauspiel,
Theater’ Osk. Mt., Euseb. Chron. u. s. w.,
daneben gelehrt #eatron (teatron) “Theater? (als Ort der
Schauspiele) Apg. 19, 29, Euseb. Chron., Joh. Kath., Tonak.,
Syr. röm. Rechtsbuch 130, 21, auch = 'Ringplatz (yvuvaoiov)
2 Maccab. 4, 9, 12
= gr. Jéavgov "Theater, lat. theatrum.
136. G lem (gen. temi) "Diócese Mt. Urh. (12. Jhd.),
Steph. Orb. (14. Jhd.), Zak'aria Corcoreci (14. Jhd.), Vardan
Geographie (14. Jhd.)
= gr. Jéua Bezirk, District’.
137. Bksdiä termon ‘Glühwein’ Car.
= gr. Jeguóv ntr. warm, heiss’.
138. h hu levelia “Sturmwind’ Aristot. de mundo 612
— gr. eka Sturmwind, Wirbelwind'.
139. ef iu. Fiurakc-E “Theriak’ (als Gegengift) FB.
217, 23, Narek., Vardan Gen., Car., Kanon., /eriake Eznik 63
= gr. D Jugiazr ein Gegengift. |
140. Hun traskias Nord westwind' Aristot. de mundo
612 = gr. Jo«ozíag Nord-Nordwestwind'.
141. bus idos Fank 204, 224 (erklärt, als ob im Griech.
10106 stünde) — gr. eidoc. Vgl. Hantess 1892, November p. 321.
142. %% idos “die Iden?’ Tomar.
— gr. idol aus lat. idus (iduum) “die Iden’ (des März etc.).
143. [lnuwb in f ikosaedron Grig. Nius.
= gr. ei«oo«tÓgoy Körper von 20 Flächen”.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 351
144. m^ ison ‘Concept’ Gesetze der Könige
— gr. Toon ‘copy of a document.
145. fipfw iris, gen. irisi, nom. pl. rides ‘Regenbogen’ Aristot.
de mundo 613
— gr. Igig (gen. igudos) Regenbogen, farbiger Kreis um
andere Körper”. ]
Arm. / hirik nur Ex. 30, 24 für gr. leuc “Pflanze mit
wohlriechender Wurzel’ wohl zu arm. zir oben p. 2687
146. -, tupodtakon "Subdiaconus Lambr.
— gr. Umodıaxovog.
pulpa. lakan Schüssel s. oben p. 157 kann direkt aus dem
Griech. stammen, vgl. Tekan Pseud. 1, z. 1 v. u., lekanadiutu-
tiun 2, i (Aexavouavreía) neben lakan Pseud. 2, 2, 5, 9; 3, 17;
lekan 3, 15. e
147. dë bebe lambiurintos, abl. lambrinte Labyrinth
Greg. v. Nazianz, Nonnos = gr. A ‘Labyrinth’.
148. 1) puriPiquup lampar oder lambar (t-a St.) ‘Fackel’ Hiob
41, 10, Ape. 4, 5; 8, 10 (Aauzrag) u. s. w., häufiger Zambar
(tampar) var. lect. Hiob. 41, 10, Ezech. 1, 13 (auras) u. 8. w.,
2) fun lapter (i-a St.) Lampe (mit Oel gespeist) Mt.
25, 1 flg., Apg. 20, 8 (auras) u. s. w. |
— 1) gr. Aaurcas, gen. kaumadog ‘Fackel’ (aber Mt. 25, 1 fig.
— “Lampe?), lat. lampas ‘Fackel, 2) gr. aurrie Leuchter,
Fackel, Laterne’, lat. lampter "Leuchter.
Vereinzelt und jünger ist lambat-k pl. feurige Luft-
erscheinungen = Aaurraöes Aristot. de mundo 614.
149. nu latan, sprich ladan ein wohlriechendes Harz
Maät. Jahk. (14. Jhd., aus dem Lat., s. oben p. 325). |
— lat. ladanum ein Harz aus gr. Addavov (Andavor) "Harz
oder Gummi vom Strauch Andog”. .
149*. pann[fu latin, latinapi lateinisch, Lateiner Lambr.
Brief an Levon (Venedig 1865) 220, 236, 239
— gr. Aarivos aus lat. Latinus.
150. punnpunnh il" latratem bellen, belfern' Lesart des Steph.
Lehaci (17. Jhd., Uebersetzer lat. Werke, s. oben p. 325) bei
Jac. Nisib. (Afraates)
zu lat. latro ‘belle’, latratus Bellen, Belfern'?
352 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
151. magus laura Kloster nur Leb. d. Väter
— gr. Aavoa Kloster.
152. b legeon oder ea legeon Legion Mc. 5, 9, 15,
Luc. 8, 30, FB. 201, 202, Joh. Kath., Thom. u. s. w.
— gr. eye aus lat. legio, got. Lw. Iaigaiõn.
152°. płjunhpu lelaps ein Sturmwind Aristot. de mundo 612
= gr. AaiAawy.
153. % libanon "Weihrauch' Nehem. 13, 5, 9 (an
beiden Stellen im Accus. sg. z libanon)
— gr. (róv) Aißavov (accus.) Nehem. 13, 5, 9 (nom. ô Aíflavos).
Dazu ‚ppwinu libanos Weihrauchbaum' Hosea 14, 6 = gr.
Aißavos Weihrauchbaum'.
154. %u / DEE var. libeřrnay (Schiffe) Pseud. 34,
z. 1 v. u.
= gr. Aißeova pl. von Alßeovov = AíBvgvov (sc. srAoior)
‘eine Art leichtgebauter, schnellsegelnder Schiffe’, lat. liburna,
liburntca (navis) schnelles Fahrzeug, Brigantine’.
155. %% likdinos von weissem Marmor’ Pseud. 5
— gr. Auydıvog von weissem Marmor.
156. „uu liyat, liyaton Vermächtniss Mech. EEN
Gesetze der Kaiser
— gr. Anyärov aus lat. legatum 'Vermüchtniss".
157. „in limon “Citrone’ Med. Schr. (nach Wb. auch in
den Geop., wo es aber nicht vorzukommen scheint, s. Index
zur Ausgabe Venedig 1877)
= gr. Aıuovı (du Cange I, 815), np. limun, arab. lamun,
ital. limone.
158. „/in limpos, sprich limbos Vorhölle' Mech. Apa-
ranci (15. Jhd.) = mlat. limbus, ital. limbo “Limbus, Vorhölle‘.
159. "nn lingiron, Tiungiren, ligrion ein Edelstein
Tonak., Zenob 33, 11 (/igron), Vardan, Nceci (13. Jhd.)
— gr. ÀvyxovQuiov, Avyyovgıov, Auyyovgıov, Auyvgıov ein
Edelstein (Art Bernstein oder Hyacinth ?), lat. Zyncurıum.
160. „np litr (r-St., gen. Iter) “ein Pfund’ Joh. 12, 3; 19,39,
“ein Gewicht von 12 Unzen’ Anan. Shirak. 28
= gr. Mroa, lat. libra.
*
III. 2. Abschnitt: Griechische Wórter. 353
161. %% lips ein Westwind Aristot. de mundo 612
= gr. My Südwestwind'. — Ebenda /icanótos, libopiunik
= Aıßovorog, Augogolsis.
162. bebe Ikti-K pl. Sänfte nur Osk. (Hebr.) — lkti-Ķ
nsti-K (letzteres zu nst-im sitze) nur Osk. (Ephes.)
— gr. Aexzíxiov, Aexvíg aus lat. lectica “Sänfte”.
163. n kabos ein Mass Anan. Shirak. 31
— gr. xaßog ein Getreidemass.
164. hn kataros nannten sich die Novatianer Euseb.
Kircheng. 505, z. 7 v. u., Seber. u. 8. w.
= gr. x9 g ren, |
165. Yuufdnnplbruy kalolikeay, kalulikeay (i-St.) katholisch
— allgemein, universal’ (von den Briefen der Apostel Jacobus,
Petrus, Johannes, Judas) Ag., Tonak., Snorh., Ganjaran,
fa katolike, katulike katholisch — allgemein, uni-
versal’, 1) von der christlichen Kirche, z. B. eine katholische
apostolische Kirche’ El. 10,23; 2) die Hauptkirche, Kathedrale’
z. B. in Valarbapat MX. 269, 2; 3) = Kaéolikeay (sc. Brief)
Euseb. Kircheng., Tonak.
— gr. xa Oe (sc. ErrıoroAn “Brief” oder 2xxAgo(a *Kirche)
“allgemein, universal, Kathedrale".
166. hwfðnghhau katolikos oder kalulikos (i-a St.) "Katholi-
kus, Oberhaupt der armenischen Geistlichkeit FB. 94, 12,
Koriun 8, 13; 17, 7, Ag., Laz. u.s. w., davon adj. kalotikosakan
MX., Laz., kalofikosaran Residenz des Katholikus’ Joh. Kath.,
Mos. Kal. u. s. w., kalolikosuliun Amt, Würde des Katholikos'
FB. 226, z. 13 v. u. (bei Euseb. Kircheng. auch = gr. x OA
40716 the office of xaSoA óc — “intendant of finance‘)
— gr. 0 xaSoAm og “der Katholikus’ (der Armenier).
167. Iuqualiug kalamar Schreibzeug, Tintenfass’ Magistr.,
Erznk. Gram., Car., Joh. Van., Leb. d. Väter
— gr. nalaudgıov "Federbüchse, Schreibzeug, jüd. Lw.
Wp (Fraenkel 246).
Im eigentlichen Armenien jetzt dafür /ana£aman Tinten-
fass gebraucht.
168. Gwgumfd kalal vulg. kleiner Korb’ — gr. xáAa3oc
‘Korb’ KZ. 32, 50, xaAáSuov ‘Körbchen’, ngr. sakadi.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 23
354 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
169. C kaland-A (pl., gen. katandan) "der erste Tag
des Monats’ (mit Rückwärtszählung, z. B. die Calenden des
Januar — 1. Januar; der 2. der Calenden des Januar —
31. December u. s. w.) Car., Tomar.
— gr. zalavdaı aus lat. calendae der erste Tag des Monats".
huquuup kalapar Gussform, Modell’ = gr. xaAozroótov
s. oben p. 163.
bus kamar (i-a St.) Gewölbe u. s. w. = gr. xauaga s.
oben p. 164.
170. Hf kampsak (gen. -i) "Krug (für Oel) 3 Kg.
17, 12, 16 = kapsak Anan. Shirak. 31,3; 34, 8, Joh. Vardapet
genannt Sarkavag 12. Jhd. (sonst nicht) = gr. xauwUaxng, zaua-
uns Krug (für Oel), Mass für Flüssigkeiten‘, lat. capsaces.
171. Yuyup kaisr gen. kaiser, r-St.) Kaiser Mt. 22, 17, 21;
Me. 12, 14, 16, El. 8,5, FB. 54, z. 3 v. u. etc., kaiserakan kaiserlich
FB. 54, z. 7 v. u., kaiseragir vom Kaiser geschrieben’ Koriun,
Yulios Kaisr Julius Caesar’ Euseb. Chron. (1818) I, 9
= gr. xaigag, gen. xaíoagog aus lat. Caesar, gen. Caesar's.
Vgl. got. kaisar, d. Kaiser, arab. gaisar, aram. 0 (Fraenkel 278).
Daneben als gelehrte Form uw kesar (gen. kesaru) Cyrill.
(z-kesaray = xaíaaga), Ephrem 2 Tim. (kesareay = xaloagos),
MX. 101 (als Name auch 91, 92, 94), Joh. Kath. Dazu Kesaria
Caesarea FB. 30 flg., MX. 32 flg., Ag. 42 u. s. w.
Zur Form kaisr = xaicag vgl. arm. zaur — zd. zavar>, arm.
biur = zd. baevars.
172. 4% be kantet (i-a St.) "Lampe! FB. 28, z. 3 v. u.;
229, 20, Koriun 27, 21, El. 113, 19; 122, 6; 149, 3 u. s. w.
— gr. zavön)a candle, torch; a suspended lamp” aus lat.
candela Kerze. Lw. syr. gn, arab. qindil Leuchter, Kerze’
Fraenkel 95.
173. F kankel, kankelan Gitter, Balustrade’ Cyrill.
Erkl. der Bücher der Kg.!)
— gr. xayx&AALog, «&yxeAÀov Gitter, Balustrade’, “the balu-
strade separating the altar-part from the main body of a church’
(Sophocles Wb.) aus lat. cancelli.
1) Ebenda steht nach Wb. KinkHis kankelon € (ist), vgl. gr. xy
"Gitter = x&yxeAAo: (einer Kirche) nach Sophocles Wb.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 355
174. hui, kanon (i-a St.) Regel, Richtschnur, Vorschrift,
Norm, Muster, (chronologische) Tafel’ 2 Kor. 10, 13, Gal. 6, 16,
Micha 7, 4 u. s. w., alt und sehr háufig, auch in Ableitungen
(kanon-em “vorschreiben, festsetzen, bestimmen’ "Thom. 229
u. 8. w.) und Comp. Ä
— gr. xavov (xavóvog) Richtholz, Richtschnur, Vorschrift,
Gesetz, Regel’ u. s. w.
binnen kantitat s. unter spatar.
[pup kapar Kapernstrauch = gr. xarııragıgs. oben p. 165.
175. / kapelay, kapelay Kneipe, Bordell’ Sarg is
(12. Jhd.), Grigor imast. mask. (12. Jhd.), Mech. Rechtsbuch,
Kanon., kapelion dass. Leb. d. Väter, kapelanog dass. Osk.
Paulusbr.
= gr. xarınkela, xarınleiov, aarınlıov Schenke, Kneipe,
Bordell’ (aber syr. No"pp gapela “caupo, xàztnAog ). |
176. bi kapeton als lateinisches Wort für Kopf-
steuer angeführt bei Anan. Shirak. 28
— lat. capitum ezactio, gr. xarııra Steuern.
177. kunmuwuiu katapan Präfect' Vardan 99, 11, Sam. Eréc
= gr.xarei avo “prefect, chief, head’ Konstant. Porphyr. de
admin. imp. p. 231, mittellat. catapanus, idem quod capitaneus
(du Cange), ital. capitano, altruss. kotopanáü “Vorsteher”.
In Airarat ist (nach A. Xacaturean) katepan noch heute die
volksthümliche Bezeichnung des Aufsehers -der Weinberge
(für aigepan “Weinberghüter’).
177*. Iul oho kategis ein Sturmwind Aristot. de mundo 612
= gr. xaraıylc.
178. hwphfiunu karkinos Krebs Basil. 143, Grig. Nius.,
‘Krebs’ als Krankheit Lambr., Jaism. — gr. zagxivog Krebs.
179. fun karitos Seekrebs, Krabbe (auch pinaspas =
zıvvornong genannt nach Wb.) Basil. 152
= gr. xaols, gen. xagidog Seekrebs, Krabbe’.
180. he karakn, gen. karakni nach C. = "Zirkel, Blei-
wage, Bogen, Wölbung, Scheere, Zange’ Philo, Steph. Lehaci
(17. Jhd.), Aristot. de mundo 624, Georg. Erkl. d. Jesaias
(13. Jhd.), Tomar., karakn-a-jet “kreisf6rmig MX. 119, 6
23*
356 II. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
= lun karkin (gen, karkni, i-a St.) dasselbe Osk. Es.,
Georg. Erkl. d. Jesaias, Tomar., karknajev Zagarıa Kath. (9. Jhd.)
= gr. zagxívog "Zange, Zirkel’?
181. T kedar, kidar, kindar Kopf binde' Joh. Damask.,
Jaism. = gr. xldagıs, lat. cidaris eine Art Turban, wie ihn die
persischen Könige trugen".
182. 4% kelar, kilat Zither Jaism. kilik.
= gr. sutapa Zither.
183. plu kekias ein Ostwind Aristot. de mundo 611
— gr. xouxíag “Nordostwind..
184. ] fh kendinar “Centner Anan. Shirak. 28, Var-
dan, Leb. d. Väter
= gr. xevrnvaguov aus lat. centenarium Centner'.
185. in kendonar "Lumpenrock' Leb. d. Väter = gr.
x£vtovaguov an old cloak = xevrov, lat. centonarium, cento.
186. pn kendrön, kentrön Centrum, Mittelpunkt des
Kreises’ Euklid — gr. «évzgov, lat. centrum “Mittelpunkt”.
187. kkrnwu keras Kirsche Martin = lat. cerasus, gr. xégaoos,
"Kirschbaum, Kirsche’.
188. % kest oder kestos ‘Schmuckkasten’ (der Aphrodite)
Nonnos, Tonak. = gr. xeorog (»gestickt«) — Gürtel der
Aphrodite’, lat. cestus. j
189. u kerat (i-a St.) ein Gewicht Anan. Shirak. 27
= gr. xegarıov (‘Hörnchen’) ein Gewicht. Vgl. Fraenkel 200.
190. n kermos kleines Geldstück’ Leb. d. Väter
— gr. xégua kleines Geld, Scheidemünze.
191. hkm ket (i-a St., gen. kiti) grosses Seethier, Unthier,
Ungeheuer Gen. 1, 21, Mt. 12, 40, Eznik 103 u. s. w.
= gr. xijrog grosses Seethier".
Daneben Atos Pseud. 139, 8 und ketos, gen. ketosi Philo
u. 8. w., gelehrte Form.
192. Mu un u kinabaris »d. i. rothe Farbe« MGg. 597, 8
= gr. xivvagagtc, xıvvaßagı Zinnober'.
193. bhumi du kinamomon “Zimmet Ex. 30, 23, Hohelied
4, 14, Jerem. 6, 20 u. s. w., auch kinamon Vardan
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 357
= gr. xıvvauwuov ‘Zimmet’, später xlvvauov, lat. cinnamum
"Zimmet'".
194. Aan koro eine Pflanze, nur Hohelied 4, 13
— gr. xuztgoc eine Staude mit wohlriechender Blüthe, die
Alkannastaude'.
195. n kironos(nach Wb. auch keraunos) Blitz Aristot.
de mundo 613 = gr. xegavvog “Blitz und Donner.
196. Mun kistern (nur gen. pl kisteřanç) “Cisterne?
Anan. Shirak. 7, z. 9 y. u.
= gr. xıordova aus lat. cisterna ‘Cisterne’.
197. %% kivos “eubisch’ Apc. 21, 16 = gr. xúßos “Würfel”.
198. pad kitron eine Frucht oder ein Baum Ag. 479
= xireov, xirgıov “Citrone’.
199. hhuufðnu kiuatos ein: Schöpfgefäss und Mass Anan.
Shirak. 31
. == gr. xuadog “das Schöpfgefäss, mit dem man den Wein
aus dem Mischkessel in die Becher goss; ein Mass für flüssige
und trockne Dinge’.
200. n kiubikon, kibikon' cubisch' Grig. Nius. (S. Jhd.),
Ceci (13. Jhd.), Tonak., Vardan Geogr.
— gr. xvfixosc, ntr. 9 7 ‘kubisch’, lat. cubicus.
201. kpeuhhu kiunikn “die Thierhetze im Amphitheater’
Sb. 54, z. 10 v. u.; 55, 2 — gr. xvyýyiov “Thierhetze’.
202. ffi pn kiunikos “cynisch, SE Euseb. Chron.
= gr. xvvınög ‘cynisch’.
203. Mu kiuparis, kiparis, kipari Cy presse MX. (Brief
an Sah. Arter.), Sargis (12. Jhd.) u. s. w. — gr. xvrragı0oog.
204. Man kiu’ oder kır "Herr, Herrin’ (vor Eigennamen,
2. B. ktur Zan, ki Anna) Snorh., Mt. Urh., Vardan, Car.
— gr. xvgıog “Herr, xvoía Herrin , mgr. und ngr. xóo und
xvg (nach A. Thumb).
205. ul kiurake oder kirake (gen. kiurakei) "Sonntag"
FB. 117, z. 7 v. u., Apc. 1, 10, Syt. röm. Rechtsbuch 111, 10,
Kanon. u. s. w.
— gr. xvgiaxi) ‘Sonntag’. — Vgl. oben p. 313 $abal.
358 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
206. % un kiurapalat, korapalat der Inhaber einer
hohen griech. Würde Sb. 116, 8, 13, kurapatat Inschrift bei
L. Alisan, Airarat p. 114, Joh. Kath., Thom. u. s. w., kurapa-
latuliun diese Würde selbst Joh. Kath. u. 8. w.
— gr.xovgorraldtng the majordomo of the imperial palace’.
207. e kipas "Becher" Jaism. ( eris kipas arcal«)
— gr. oxvqos “Becher”.
208. %% klim, klimay, klimay“Landstrich, Gegend MX. 32,
z. 11 v. u. (klimay), Oskiph., Michael, Vardan. `
= gr. «Alua Land- oder Erdstrich, Gegend’ u. s. w.
209. [gbpp kler-k pl. (iSt) der Klerus, die Geistlich-
keit’ FB. 96, 18 (er in der Ausgabe von 1832), Thom., Joh.
Kath., Alerakan Kleriker, Geistlicher’ Koriun 9, s. 12 v. u.,
D Ag. 603, Joh. Kath.
= gr. xAnoos Geistlichkeit e “Geistlicher”.
210. hqdkap kimidr, kimindr, kolomitr, kotomintr Ziegel
Leb. d. Väter, Joh. Kath., Lambr., Basil. Mask. (14. Jhd.), Geop.,
Oskiph., poln. arm. goyamindr Ziegel WZKM. I, 289
— gr. xegaulg (gen. xegouídog) “Dachziegel, demin. xega-
uidıov, syt. Lw. garmida, arab. Lw. girmid ‘tegula’ (Fraenkel 6).
Die arm. Formen gehen über *Almid aus *krmid auf griech.
yeoautO- zurück. Vgl. oben p. 330, 4; 331, 8 und Anm. 2. Zu
kolomitr aus kimidr vgl. oben p. 329, 2 und Anm. 7.
211. u knkud oder Ángul (gen. Anti, i-a und o-St.)
"Kapuze der Geistlichen', »grand couvre-chef des religieux,
tantôt descend jusqu'aux pieds « (Brosset, Histoire de la Siounie
p.79) Joh. Mam. 50,18, Lambr. Brief an Levon (Venedig 1865)
218, Mast., Leb. d. Väter, Leben der Heiligen II, 128, z. 15 v. u.,
davon knklavor “mit der Kapuze versehen’ Joh. Mam. 50, 20
= gr. xovxovAAcov Mönchskapuze aus lat. cucullus, cucullio,
cuculla ‘Kapuze’.
212. (mljnpafhgqne kokordilos, kokordilos, kokordetos Kroko-
dil MGg. 598, 11 (Krokoditos ?), 615, 15 (kokordil), Philo!) Opera
(1822) p.150, Euseb. Chron., Lambr., Jaism., Leb. d. Väter = gr.
4004001406 (ngr. xoxógOetAog u.s.w. s. G. Meyer Neugr. Stud.
1) Vgl. Conybeare, Philo about the contemplative life p. 158, 19:
kokordilos iv. I. krokodilos).
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 359
II, 96), lat. crocodilus u. s. w. (s. Georges Lex. d. lat. Wortformen),
mhd. Aokodrille.
213. [nqng kolob kurzes Kleid ohne Aermel’ El. (yalags
mianjanc) 159, z. 11 v. u., Leb. d. Väter
— gr. «oAoßıov Unterkleid ohne Aermel'.
214. bebes komit Rome Aristot. de mundo 613
= gr. xouneng "Haarstern, Komet‘.
215. Ae koms (gen. komsi, i-St., pl. auch n-St. acc. koms-
un-s) ein griechischer Würdename Ag. 42, MX. 225, FB. 155,
187,232, Levond u. s. w. = gr.xöung (aus lat. comes Begleiter)
Vorsteher eines grossen Verwaltungszweiges oder Hofamtes',
ital. conte, ftz. comte Graf,
Daneben komes “Markgraf von Gusdiudh-Anenien! MX.
237, 13.
216. batu kon od. i. Bild« Oskiph. = gr. eixov “Bild.
217. 4% kon, konos "Regel (als mathem. Körper) Grig.
Nius. = gr. xüvog Regel.
218. (e uh kondak “Pergamentrolle, Bulle, Brief des
Katholikos’ Jaism., Snorh., Tonak.
= gr. xovrax.ıov moll, scroll, official writing of a any kind’,
im Ritual: a short hymn' etc.
219. % konton Schierling Euseb. Chron., Osk. Es.,
Basil. == gr. xwveıov Schierlingskraut, Schierlingstrank'.
220. Yalınıdnu konomos, konom “Verwalter Leb. d. Väter
— gr. olxovouog “Verwalter”.
221. h konk (i-St.) Schale, Schüssel, Waschkrug Richter
6, 38, Num. 7, 19, Joh. 13, 5, 'Lehne' (des Sessels) Hohelied
3, 10, Nische Ezech. 40, 9 flg., Gemach' 1 Maccab. 4, 38, 57,
Muschel Basil.
= gr. . Muschel, Schale (zum Messen oder Schöpfen),
Kapsel, muschelförmig gewölbte Decke über dem Altar christ-
licher Kirchen’.
222. 4% konket, konkel, bon cu? “Purpurschnecke' Non-
nos, Vardan Ex. = gr. xoyyvAr, xoyyúłior “Purpurschnecke‘.
223. Ymınfıy kotiul ein Mass Anan. Shirak. 30
= gr. xorÜàr ein Mass.
360 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
224. [npunnap korator Name einer griech. Würde Sb. 50, 4;
102, z.2 v. u. — gr. xovoarwe a public officer aus lat. curator.
225. ani korotion "Rolle Basil. 152— gr. xog&tAAtov
Koralle.
226. / fu, kulibay (kolivay u. s. w.) gekochte Weizen-
körner’ Jaism., Ganjaran, Erznk. = gr. xóAvfa, xóA(la boiled
wheat. Vgl. Clugnet, Dict. grec-français p. 85.
227. Imeynen pusy kuluriay Collyrium' Jaism. kilak.
= gr. nolkögıov, xohloúgiov, xovAAodguov, ngr. KovAAovgı.
228. gif Kofi eine Art Schnecke Basil.
= gr. xoyklag Schnecke mit gewundener Schale’.
229. fg ktin-k nom. pl. gewisse Muscheln Basil.
— gr. xréveg (nom. pl. von xreis) Kammmuscheln'.
230. Imlunhe kritis “Richter Leb. d. Väter = gr. #@0t716
“Richter”.
231. hu krkes (gen. krkisi) Cirous 2 Maccab. 4, 9, MX.,
Osk. Joh. — gr. rò xıgxnoıov “der Circus’ aus lat. (ludi) circenses
Wettrennen im Circus’.
232. Su halue (v-St.) Aloe Hohelied 4, 14, Joh. 19, 39,
MGg. 615, 20, Narek., Oskiph.
= gr. alön, lat. aloe, hebr. áhalim, áhalo9 “Aloeholz.
233. S halıka enthülste Getreidekórner' Ephrem
— gr. akik (&Atxog) Speltgraupen', lat. alica, halica Spelt-
graupen'. — Wb. vergleicht arab. kalj ‘purgatum a semine gos-
sipium’?
234. 4b[duiunu hetanos (i-a St.) Heide, Grieche’ Mt. 18, 17
(è9vixós), Me. 7, 26 (EAAnvis), pl. Mt, 4, 15; 6, 31; 10, 5 (E950),
El. 55, z.4 v. u., u. s. w., alt und häufig, auch in mehreren
Ableitungen und Comp., z. B. helanosakan “heidnisch‘ El. 14,
z. 13 v. u.
= gr. EO vo Volk, pl. za & die Heiden’, davon i9vixóg
‘heidnisch, Heide’.
235. 4% * hellen “griechisch MX. 240, 5, hellenakan “grie-
chisch’ Koriun 6, Aellenaci ‘griechisch’ MX. 145, z.2 v.u., helle-
ni “die Griechen, Hellenen’ MX. 5, z. 6 v. u., u. 8. w.
= gr. Ein (gen. ENA) Grieche, Hellene’.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 361
Philo, de vita contemplativa (ed. Conybeare 1895) p. 160:
Guwo Ellas —'EAAag, / / Elladay 16 1,2. 3 v. u. EAA) q,
b//buwghp Ellenagik 159, 2.7 v. u. —"Elhnves. (Aber ebenda
p. 156: Hesseaiç — gr. ’Eooalwv (gen. pl.).
236. Shpbufnfunung heresistai-k (var. heresiotavk oder here-
siötk), pl. gen. heresiötag (auch heresiotig) "Sektirer, Ketzer’
Euseb. Kircheng., Osk. Joh., Evagr. u. s. w., Aeresiotultun,
heresiuliun, heresuliun Ketzerei (afgeoıs)
— gr. alpsowrng, pl. aigeoıwraı “Sektirer, Ketzer’, syr.
NH aigeouwrng;
Sbrpbınplnu heretikos (i-a St.) Ketzer’ Cyrill, Joh. Manda-
kuni (5. Mad.), Lambr., heretikosutiun Ketzerei FB. 81, 7
— gr. aigerixog "ketzerisch'.
237. Spin hiul, gen. hiuleay Materie Eznik 9, 21, 22, 23,25
u. s. w., auch Ahiulö, gen. hiulei Basil., Ag. = gr. Vin “Materie”.
Arm. hiułē einmal falsch für gr. 4405 Sonne's. Wb. II, p. 101.
238. 4fugnu hiulos ein Thier, das ig das schlafende Kroko-
= eindringt und dessen Eingeweide verzehrt; der Vogel trožos
— ros) nährt sich von dem Fleische, das in den Zähnen
T Hiulos geblieben ist Vardan Gen.
— gr. Aeg ‘Ichneumon’? Georgios Pisides Herosner 965
und 976 (s. Claud. Aeliani var. hist. ed. R. Hercher II, p. 633).
Zur Sache vgl. Lauchert, Geschichte des Physiologus p. 25.
239. CU ν Arupatos (i-St.), auch kupat (var. Aipatos,
hipat) Consuk (als römischer Titel) 1 Maccab. 15, 16, Thom.
Euseb. Chron. u. s. w., i Atupatooj “unter dem Consulat Sokr.,
hiupatean die Consuln’ MX. 128, z. 5 v. u., hiupatosakan con-
sularisch' Sokr., hiupatosutiun oder hiupatutiun “Consulat’ MX.,
Thom., hiupati-A vnrarela Shir. Chron.
— gr. Urrarog der römische Consul, vrrarıxog consula-
risch’, vrrareia "Consulat.
Dazu anlihiupatos Euseb., antiupatutiun Leb. d. Heiligen
II, 46, Car. — gr. av$Urarog ‘Proconsul’, &v9wzareío Pro-
consulat.
240. %% bn hiuperet (superet, heperet) Diener MX. 199,
2. | v. u. = gr. bangétns "Diener.
241. Zei hormay Schnur, Kette’ Pseud. 150, 19
362 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
für gr. ö % Reihe, Kette’ (Raabe, Iavogío AieE. p. 86),
vgl. do Schnur, Kette, Halsband’.
242. 4nlrinnp hretor (i-a St.) "Rhetor, Redner’ Laz. 39, MX.
u. s. w., Aretoraban ‘beredt? Koriun 12, 7, Aretoruliun Rhetorik,
Beredtsamkeit Euseb. Kircheng. u. s. w.
— gr. oro Redner, 6nrooiur Redekunst“, syr. Sr
"rhetor.
243. bang jos: (gen. hrogi) "Sold Sb. 89, z. 9 v. u., 138,
z. 14 v. u., Levond, Joh. Kath., Steph. Asol. u. s. w.
— gr. óóya “donativum, honorarium, stipendium militum’,
"Jahresgehalt' Konstant. Porphyr. de admin. imp. p. 185, 187.
244. Za Hfom oder Z nu^ Hrom (gen. Hromay) Rom"
Röm. 1, 7, 15, El. 55, 16, MX. 85 flg. u. s. w., Hrom-£ oder
Horom-K El. 8, 1, Horöm-X(o-St.) die Römer, das römische oder
byzantinische Reich’ Koriun 16, El. 8 fig., Laz. 24 fig. u. s. w.,
Hiöomayegi, Hromayegi ‘Römer’ Apg. 22, 25 fig., Laz. 6, MX.
70 fig. u. 8. w., Aromayakan römisch Euseb. Chron., 55
ein 1 Sprache Ephrem
== gr. ‘Poun, lat. Roma, davon 'Pouaiog ‘Römer, np. Rum
“das byzantinische Reich’ = phl. DN Bdh. Gl. 62.
Gelehrte Form Hröme MX. 94.
245. u tepton eine Münze Anan. Shirak. 27
= gr. Aentov eine kleine Münze Mc. 12, 42.
246. gf magistros Name einer (griech.) Würde
.Snorh. , Leb.d. Väter, magistruliun das Amt eines Magistros Euseb.
Kixehieng: magistrianos Name einer (griech.) Würde FB. 101,
3, 10; 102, 8, 14, spüter mazistros Steph. Asol. 253, Arist.,
muzistrosutiun Steph. Asol., Arist.
= gr. uäyıorgos “the master of the imperial household",
uuyiotooTths the office of uayıoreoog', REES
Aus lat. magister “Vorsteher”.
247. uge magnit Magnetstein Grig. Nius. (S. Jhd.) und
Jaism., magnestisnur Narek., mangnestisnur Anan. ekel., modern
magnis = gr. nayung, uayvnrıg "Magnetstein', lat. magnes.
248. j maztake ein Harz von Bäumen MGg. 600
fed. Soukry p. 22: muzdi&), Mech. Rechtsbuch, Geop. 89 (als
Baum), Michael
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 363
= gr. uaoriyn “Mastix’, lat. mastiche, arab. mastakı
A. M. 250. |
249. e makelon Fleischmarkt' als Fremdwort bei
Eznik 284 — gr. uaxeAlov Schlachthaus, Fleischerladen aus
lat. macellum Fleischmarkt'.
250. bn manganay (i-St.) “Kriegsmaschine Grig.
Tlay (12. Jhd.),
h manglion (manglon) ‘Kriegsmaschine’ 1 Maccab.
5, 30; 6, 31, 51 (manglion-s ev menEenat-s Tür gr. ungavag acc.
pl.), Sb. 145, 22 (wie 1 Maccab. 6, 51)
= gr. uayyavov, uayyavıxóv Kriegsmaschine', lat. manga-
num "Maschine, syr. 71339, Som machina, arab. manjunig,
manjalig “machina bellica’, manjanun 'machina. Vgl. nhd.
Mangel.
3251. h mandia "Kleid! als Fremdw. bei Cyrill. Erkl.
der Bücher der Kg. = gr. uavóvac, uavðúnņ Oberkleid'.
252. u maneat Halsband, Halskette’ Gen. 41, 42,
Daniel 5, 7, 16, Hohelied 1, 9, Jerem. 52, 21 u. s. w.
= gr. Avi GANG ‘Halsband’ Daniel 5 7,16, 29 u. s. w., demin.
Havıazıov.
253. ue manklav “Stock, Prügel' Gesetze der Könige,
manklavik, manglavit königlicher Kammerdiener’ Vardan,
Narek. |
— gr. ayxAaßıov strap for chastising offenders, uayxAa-
Birng "strap-bearer”.
254. H manragor (i-a St.) Alraun' Gen. 30,14, Hohe-
lied 7, 13, Ag. 480, MGg. 608, 8, Eznik 66 u. s. e
— gr. T EN syr. nn, lat. mandragoras Alraun'.
Warum nicht arm. *mandragor?
255. Duni maturn (n-St., gen. matran) Mürtyrerkapelle
FB. 7, Ag. u. s. w. neben marturn nur beiSokr., mit Anlehnung
an martiros) = gr. uagrugıov Märtyrerthum, Mürtyrerkapelle'?
Vgl. unten martiuros etc. = gr. u&otug etc.
256. Tun margarit (o-St.) "Perle" Mt. 13,45, 46 u. s. w.,
alt und häufig = gr. uagyapirng, lat. margarita, np. marvarid,
syr. e marganiJà, got. marikreitus "Perle".
364 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
257. une market Hacke Leb. d. Väter
= gr. uaxéAn, uaxeAAo “Spaten, Hacke’.
258. uhu marmarion ‘Marmor’ MGg. 596, marmorn'
Steph. Asol., marmareay von Marmor’ Hohelied 5, 15 u. s. w.
— gr u&guagog und naguagov Marmor, uapuagivos mar-
morn', lat. marmor. Gab es ein gr. “uapgudetov?
239. nie martiuros, meist martiros (i-a St.) Märtyrer
Las 47, El. 88, z. 3, Ag. u. s. w., martirosanam den Märtyrer-
tod erleiden’ Euseb. Chron. u. s. w., martirosaran “Märtyrer-
kapelle Koriun 27, 2.16 v. u., martirosuliun "Martyrium FB. 5,
Cyrill. u.s. w., martirolek, lies martirolog Martyrologium' Mal.
— gr. uágrvg, gen. u&grvgog “Märtyrer, hom. und ngr. u-
Tvoog, uagrvgéo Märtyrertod erleiden’, uagrvgiov Martyrium,
Märtyrerkapelle’, uagzvoía ‘Martyrium’, uagrvgoAoytov.
260. e melan (oder melan, i-a St.) Tinte Gesch. Georg.,
Leb. d. Váter, Xosrov Anjevaci, Lambr., Snorh.
= gt. uéAav “schwarze Tinte‘.
Im eigentlichen Armenien jetzt dafür ana Tinte gebraucht.
261. dhakah metedi Messelied' Ganjaran
— gr. ueAqó(a “Gesang, Melodie’.
262. Mirahuphu meliarislateinischer Name einer Münze Anan.
Shirak. 28 = gr. wılıagnoıov eine Münze aus lat. milliarensis.
263. ,n menidos ein Meerfisch Basil. 152
= gr. tawis, gen. naıwvlöng = uaivn ein kleiner Meerfisch.
264. nn meron, miron, miuron das heilige Salböl’ Dion.
Areop., Joh. Phil., Narek. u. s. w., meronem, miuronem mit dem
Alg. Salból salben Lambr.
— gr. uúgov *wohlriechende Salbe’, später das Me Salböl'.
Im N. T. ist gr. uvoov immer durch zu? Oel' übersetzt.
265. dMkulrah mesedi ein Psalmenstück aus 2 Zeilen, die von
je einem Chorknaben in der Kirche gelesen werden’ Joh. Phil.
u. 8. W.
— gr. Uëgmdoc Mittel- oder Zwischengesang, wenn Strophe
und Gegenstrophe einen metrisch für sich bestehenden Gesang
einschliessen’; a short verse between two longer verses’.
mesedi aus *ueowdıov.
266. dhuhur mesia, mesiay‘der Messias Sar. — gr. (6) Meooiay.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 365
267. M ,ẽ metal-£ Grube, Bergwerk als Ort der Ver-
bannung oder Gefangenschaft, Verbannung, Gefängniss’ MX.
174, 23; 220, z. 9 v. u., Thom. 263, Sargis, Narek., Anan.
— gr. uéraAAoy Grube, Bergwerk, Steinbruch’, vgl. lat.
damnare in metallum oder condemnare ad metalla ‘zur Arbeit
in den Bergwerken oder Steinbrüchen verurtheilen'.
268. nh pn metrapolit Metropolit (fremder Titel)
Ag. 614 (Metrop. von Caesarea), Joh. Kath., Oskiph. u. s. w.
= gr. untoosokltng.
269. N mekenay (i-St.) Maschine, besonders Kriegs-
maschine’ Pseud. 1, z. 4 v. u., Sb. 31, 16 (meÄanay); 145, 22,
"Machinationen, Bänke FB. 123, 1, El. 14, 20 u. s. w.,
daneben menſtena in beiden Bedeutungen 2 Chron. 26, 15,
Ag. u. s. w., menkenavor gore (für ungavnua) Euseb. Chron. I,52 -
= gr. ungavn Maschine, List, Anschlag, Bänke, syr. me-
yane, lat. machina.
Im Armenischen fast nur der Plural gebraucht: meZenai-£
= unxavaí. |
270. %% milon Schaf, milobut zur Schafweide dienender
Ort’, milote Schafpelz als Fremdw. bei Nonnos
= gr. unkov ‘Schaf’, unAóflorog “von Schafen beweidet,
unAwrn ‘Schafpelz’.
271. dhudhu mimos Possenreisser Leb. d. Väter neben e
momos Osk. Mt. = gr. uiuog Mimiker, Possenreisser und uwuog,
jüd. oo “der Momus, die lustige Person im spätgriech. Possen-
spiele, Hanswurst’ Fürst, Glossarium graeco-hebraeum p. 136
(nach A. Thumb).
272. dhusknhnu misterion, miusterion ‘Mysterium’ Nonnos
= gr. vorngıov Geheimniss, Mysterium".
273. dMhpupuiqu/inu mirabalanos Pseud. 145, 20 = gr. uvoo-
Bahavo. ,
274. zu mlon Meile' Mt. 5, 41, MGg. 603, 15, Erznk. Mt.,
Leb. d. Väter, später mil Michael, milon Leb. d. Väter
= gr. ııllıov “Meile (aus dem Lat.: mille ‘tausend’, milliu-
rium Meilenstein).
275. Tn mnas Gewicht und Münze: Bibel (Ezech. 45, 12,
Luc. 19, 13 flg. u. s. w.), Plato, Anan. Shirak. 28
gr. uva Gewicht und Münze (von 100 Drachmen ete.).
366 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
276. Jan mod ein Mass Anan. Shirak. 31, Geop., Mt. Urh.
u. s. w. — gr. uödıog ein Mass aus lat. modius ‘Scheffer.
277. äre: molos eine Pflanze Leb. d. Väter, moloz, molozta
Med. Schr. — gr. uoAöyn, nakay “Malve’.
278. h monad Name für das Talent (als Gewicht und
Münze) Anan. Shirak. 29 = gr. uovag (gen. uovadog) “Einheit”.
279. datung monozon (oder monazn) i-a St. Mönch Levond,
Thom., Kanon., Lambr. Brief an Levon (Venedig 1865) 228,
Vardan, Leb. d. Väter u. s. w. = gr. uovabwv “Mönch”.
280. dapnu moros (i-a St.) thöricht, Thor’ Mt. 5, 22; 23, 17,
Osk. Mt. u. s. w., davon morosakan thöricht, albern', morosanam
“thöricht sein’ Osk., morosuliun “Thorheit Osk., Eznik 123
= gr. 40066 “dumm, albern, thöricht, abgeschmackt'.
281. ui, yakini “Hyacinth? Ex. 28, 20, Ape. 21, 20,
yakind MGg. 597, 17 = yakuni MGg. ed. Soukry 18, z. 6 v. u.,
45, 12 (wo Wb. yakund liest), auch als (blaue) Blume yakini
Cyrill, Osk. 1 Kor., yakintos Tonak.
— gr. vaxıvdog “der Hyacinth (Sapphir), die Schwertlilie’,
lat. Ayacinthus ‘Schwertlilie’, syr. RD", RMSD u. s. w., np.
yakand, arab. np. yaqut ‘Hyacinth’, gewöhnlich “Rubin? Nöld.
Stud.II, 44, BB IV, 63 Anm. — Ueber die halb syrischen, halb
griechischen Formen vgl. Brockelmann, ZDMG. 47, 7.
282. ui yaspis, yaspi Jaspis Ezech. 28, 13, Apc. 4, 3;
21, 19 u. s. w. (nur biblisch) — gr. Lo- Jaspis, lat. taspis.
283. ann Hu yobelean, yobelean (scil. am Jahr'] “das
Jubeljahr' (Erlassjahr bei den Juden) Tonak., Ephrem, Vor-
wort zu Lev. u.s. w., — fo! Jobelhorn' (Lärmhorn) Josua 6, 6
— gr. Ioßnlatog, loflnAog (Josephus, Origines etc.) jubi-
laeus von iwßnA (Origenes, Syncellus) = hebr. bain Schall,
Lärm’, mit geren (‘Horn’) = Jobelhorn' (Lürmhorn), mit $2na9
(Jahr) = Jubeljahr, das mit Trompetenhall angekündigt wer-
den sollte. »Es war das je funfzigste Jahr und ein Erlassjahr,
daher LXX #ros This Aypeoews, Apeoıg« = arm. azatuttun
Tonak., lat. jubilaeus annus Jubeljahr, Jubilaeum Jubelzeit'.
284. /n hl, yobelik Obelisk Pseud. 42, z. 4 und 9 v. u.
— gr. óffeAloxog “Obelisk”.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 367
285. lu yobelean Vardan, yobeli-E Shir. Chron. ein
kritisches Zeichen in der Hexapla des Origenes
— gr. öße)ög Spiess, auch kritisches Zeichen in Büchern’,
lat. obeliscus und obelus ‘die Figur eines Spiesses an den ver-
dächtigen Stellen der Bücher.
286. jmumu yopop (o-St. Wiedehopf nur Lev. 11, 19,
Deut. 14, 17, Sacharja 5, 9, Mech. Fabeln p. 125
= gr. Errow, lat. upupa Wiedehopf'.
Das Vorkommen des Wortes spricht für Entlehnung, die
Form dagegen. Vielleicht onomatopoetisch, da der Paarungs-
ruf des Vogels: huphup ist.
287. n yunvar Januar. Die Monatsnamen des rómi-
mischen Kalenders, die in den Calendarien, Heiligenleben
u. 8. w. vorkommen, sind folgende: |
Inahiſu yunvar, yanvar (yunvartos Euseb. Chron.) = levová-
ELOS; YH petrvar ( pebrvarios Euseb. Chron.) = gpeßgova-
QL0g ; dmpn Mart = HOÉTIOE ` mph april (Anan. Shirak. 19,
2. 20) — gr. anolAıog; diujhu mayis = gr. atog, yavuhu yunis
und yuni (Bibel, Venedig 1805, p. 766, Col. I, z. 29) = gr. lovvıog ;
nf e yulis (Bibel, Venedig 1805, p. 766, Col. I, z. 22) = gr.
lovAuog, loUAtG; usgnuimnu augostos Lambr. — gr. avyovorog ;
ulrupinkrdnlrp september = gr. oerzvéuguog; Sn hoktem-
ber (Euseb. Chron., Erznk. Mt.) = gr. óxrofigiog; v /h
noyember = gr. voéuBQgtog; ngkhinbilakp dektember Anan.
Shirak. 6, z. 2 v. u. — gr. Óexéuplgtog. — Arm. hoktember ist
nach september, arm. dektember nach hoktember gebildet.
288. vun, natik für *nastik Kuchen Leb. d. Väter
— gr. vaorioxog, vaorog "Kuchen.
289. tuppanu nardos (i-St.) “Narde', Hohelied 1, 11; 4, 13, 14
u. s. w., tuloy nardean (gen.) Nardenöles' Mc. 14, 3, Joh. 12, 3
= gr. vágóog ' Narde".
290. e narka ein Fisch Philo Opera (1822) p. 139,
nerkes(?) Basil.
= gr. vagun ein Fisch, torpedo, bei dessen Berührung man
einen lähmenden electrischen Schlag bekommt".
291. tya ndrun (nadrun, nalrun) Natron Geop., Med.
Schr. = gr. virgov, lat. nitrum “Natron”.
368 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
292. 1 ner eine Periode von 600 Jahren’ Euseb. Chron.
(Venedig 1818) I, 11, 47 = gr. vijo06 a period of 600 years.
293. tndhudiny nomtsmay die Münze’ Anan. Shirak. 28
— gr. vouıoue “das currente Geld, die Münze des Staats’,
lat. nomisma Münze, Geldstück“.
294. "'bmdfnu nomos (i-St.) Gesetz Mech. Rechtsbuch, Syr.
röm. Rechtsbuch 104, 22; 107, 21, Car., Jaism.
= gr. vóuog Brauch, Sitte, Gesetz.
295. o nótar ‘Schreiber’ Jaism., Tönacoic, Martin, da-
vonnotaragi FB. 87, 9, vgl. Gelzer, Anfänge der arm. Kirche 111,
notaruliun Amt, Thätigkeit des Schreibers’ Kir., vulg. aótr
“cursiv? < ;
— gr. voragıog aus lat. notarius "Geschwindschreiber,
Schreiber, Secretär'.
295*. omnu NÓtos, notos Südwind’ Aristot. de mundo 611
= gr. ros ‘Südwind’.
296. granu Sloros gelblich’ Apc. 6, 8 = gr. yAwgög grün-
lich, gelblich”.
297. npnqnu obolos eine Münze Anan. Shirak. 27, Ephrem
— gr. ößoAög eine Münze.
298. nqngnillru/u ologomean (i-St.) "Palmsonntag’ Sb. 46, 9,
Kanon., Lambr. Brief an Levon 237, Car. u. s. w. = gr. &vào-
ynuévr gesegnet.
Jetzt dafür ca?kazard ( 'blumengeschmückt") gebraucht. —
Der nom. o/ogomean scheint aus dem gen. otogomeni nach
zahlreichen Mustern (nom. -ean, gen. -eni) gebildet zu sein und
für ologomen zu stehen.
299. ngandhu olompiad (olompiad, olompiaí u. s. w., gen.
pl. olompiadag) Olympiade, olympische Spiele’ Euseb. Chron.
I, p. 2, Cyrill, y-ulimpiand-s bei den olympischen Spielen’
Ag. 157, olompiakan olympisch' (von Olympia und vom Olymp)
Euseb. Chron.
= gr. OÀvuziag (-ados) olympische Spiele, Olympiade’,
OA, N, Oνu½unο von Olympia’, Ołúurios vom Olymp’.
— Daneben olımbias ein Westwind Aristot. de mundo 612 =
gr. Okuuztias.
111. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 369
300. nuanpEnu ostreos Basil. 143, 152, pl. nom.ostri-£ Basil.,
gen. ostrig Plato Tim., modern ostre Auster, Muschel’
— ge öorgeov Auster, Muschel”.
. mfmpfunku oaristes Genosse Plato = gr. daa
8 Gesellschafter”.
302. mfhpwtnua okianos Aristot. de mundo 608, 609, davon
ökianean ‘oceanisch’ Pit. = gr. «xeavóc "Ocean".
303. „ui / Osannay (i-St.) Hosianna Mc. 11, 9, Joh.
12, 13, Ephrem, Tonak., Car.
= gr. woavva (aus dem Hebr.), got. Lw. osanna.
303*. apap orar, urar, urarn Stola u. s. w. Mast., Kanon.,
Car., Mech. Rechtsbuch u. s. w. = gr. cagtov, lat. orartum
(Hefele, Btrg. z. Kirchengeschjohte II, 186 flg.).
304. np[dngnpu ortodoks (i-a St.) “rechtgläubig’ FB. $1,
z. 14 v. u., Seber. — gr. 009040006 “rechtgläubig”.
305. i oriz Reis nur Ag. 482 = gr. Gëufe, ögvLıov
Reis’, lat. oryza, arab. aruz A. M. 6, z. 2 v. u.
306. puh ormisk "Halsband" Cyrill. von Alexandrien
= gr. óguíoxog kleines Halsband".
Vgl. oben Nr. 241 hormay.
307. a unki Unze Anan. Shirak. 27, z. 2 v. u., daneben
nuki ebenda z. 1 v. u., uncay Leb. d. Väter
— gr. oùyxla aus lat. uncia,got.unkja. Zuuncay vgl. frz. once.
308. Eee opites Pseud. 5, 20 = gr. 0girng Open:
stein’.
309. . oktaedron Grig. Nius. übers. von Steph.
Siun. (8. Jhd.) = gr. öxrasdoo» Körper von 8 Flächen’.
310. af. lb, oksımeli men == Er o&Vuelı Trank aus
Essig und Honig’.
311. aur hot paliun *das Pallium" Lambr. (in der Ueber-
setzung des Schreibens des Papstes Lucius III. an den Katho-
likos Grigor Tlay vom Jahre 1184) — lat. pallium lange schmale
mit Kreuzen verzierte Binde aus weisser Wolle' (Hefele, Btrg.
z. Kirchengeschichte II, 215 flg.), gr. 7à4410», zaAAíov.
312, u palatit (i-a St.) zusammengepresste Masse
trockener Feigen. 1 Kg. 25, 18; 30, 12, 4 Kg. 4, 42; 20, 7, Jes.
38, 21, palatak (für palatiak?) Judith 10, 5
Hübschmann, Armenische Grammatik. 94
370 UI. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
— gr. vrald dy eine Masse von getrockneten Früchten, die
in eine längliche Form zusammengedrückt wurde’, demin.
zraladıov, makadis (-Idog).
313. h palatn oder palatn (gen. palatan) Palast
FB. 54, z. 7 v. u.; 79, z. 1 v. u.; 90, 12, Euseb. Chron., Laz.,
MX. 191, 9 u. s. w., später palat oder palat Car., Leb. d. Väter,
Oskiph. — gr. sralarıov, zraAátu aus lat. palatium Palast.
Am. palat bei Vardan 141 (vgl. Anm. 5) = königlicher
Hausschatz.
314. u palmakan eine Art Erdbeben Aristot. de
mundo 615
armenisirt aus gr. taluarias eine Art Erdbeben’.
315. Ahn pandoki und pandok Herberge Luc. 10, 34
(rravdoxetov), Syr. röm. Rechtsbuch 140, 19; 141, 4 u. 8. w.,
pandokapet und pandokapan Wirth' Luc. 10, 35 (rravdoyevs),
Syr. röm. Rechtsbuch 140, 20; 141, 5 u. s. w.
= gr. mavdoneiov Gasthaus.
316. udn panier Panther Epiphanius = gr. waving
“Panther.
317. Ann — pankrat '"Gesammtkampf'
Euseb. Chron., Plato = gr. mTayupariov '"Gesammtkampf'
(Ringen und Faustkampf zugleich).
318. %% pap der Papst’ Leb. d. Väter u. s. w., auch der
Patriarch (von Alexandrien) Leb. d. Váter
= gr. mamas, rdimmag, lat. papa, got. papa Vater, Bischof”.
Dazu protopap “Papst im Vertragsbrief (nach dem 12. Jhd.)
= gr. 7tQurozazag.
319. yun mun LT TT I paravatos, parabatos Beiname des Julia-
nus (Apostata) MX. 150, Car. = gr. waoafarrng Vebertreter,
Apostat'.
320. ee le parekimanos als griech. Titel des Heer-
führers Simon, eines Eunuchen Arist. 22, 11, 12
= gr. maparotuwuewos the officer who sleeps near the
emperor in the same chamber".
321. u pasek ‘Passa, Passamahl’ 2 Chron. 30, 1, 2, 5,
15—18; 35, 1—18, Ezech. 45, 21, Luc. 22, 7, 8, 11, 13, 15,
Koriun 17 und wenige andere theolog. Werke
UL 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 371
= gr. pacéx 2 Chron. 30, 1 fig., auch gaoéx aus hebr. pesar
Vorübergehen, Verschonung, Verschonungsopfer, Passalamm'.
Daneben pasha, paska = gr.z:a0xa, talm. targ. pisza, pasza.
322. A, patagros am Podagra leidend’ Labubna
Abgarbrief, Venedig 1868, p. 9 = MX. 107, z. 12 v. u., Ag.,
potagros Euseb. Kircheng. 65 ;
gr. scodayeös, lat. podager, podagricus am Podagra lei-
dend’. Vgl. syr. Lw. Nο pfayra ‘Podagra’ (Phillips, the
Doctrine of Addai 7, 11) neben N = zrodayoe.
Die armenische Form (mit d ist von der syrischen beein-
flusst. Vgl. dazu Fraenkel 73.
323. unf patriark (i-a St.) ‘Patriarch’ (von IEN
Alexandria u. s. el Joh. Kath., Anan. Sanahneci (11. Jhd.),
Mech. Rechtsbuch u. s. w., sa TEE Palast des Patriarchen’
Leb. d. Väter, patriarkaran Patriarchensitz Steph. Asol., patri-
arŘuiiun ‘Patriarchat’ Joh. Kath.
— gr. MATELAQXNS.
Wb. schreibt immer patriarg, bezeichnet aber iria
die neueren Wórterbücher schreiben) als richtiger.
324. nn patrik (i-a St.) Patricius (griechischer Titel)
Euseb. Chron., Mos. Kal, Levond, Steph. Asol., Inschrift bei
L. Alisan Airarat p. 114 u. s. w., patrkuliun ‘Würde eines
Patrik’ Levond u. s. e
— gr. narelxıog aus lat. patricius "Patricier, seit Kaiser
Konstantin eine hohe persónliche Würde.
325. unwpnujufuuu paropsidss (lies paropsidos) "Schüssel
Anan. Shirak. 30 = gr. sragoıbig (gen. zagowyíóoc) “Schüssel”.
326. gf, paksimat (pakcamat) Zwieback Leb. d.
Väter
— gr. matanuês (pl. masauadeg oder radauareg), rd],
rrasauiıns, abauadıov, rabauadır, sraEınadır Zwieback.
Vgl. G. Meyer, Türk. Stud. I, p. 58.
327. ulrqugnu pelagos (i- und i-a St.) Meer MGg. 595, 3;
596, 19 = gr. zréAayog Meer,
328. ul'inw|3 qne pentallos der Fünfkampf Euseb. Chron.
= gr. mêvradhov der Fünfkampf (zévra94og = “Sieger
im Fünfkampf’). |
24*
372 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
329. n pentakoste, pentekoste (i-St.) die 50 Tage
zwischen Ostern und Pfingsten, Pfingsten’ Apg. 2, 1; 20, 16;
1 Kor. 16, 8, Anan. Shirak. 7, z. 6 v. u. = gr. nevenxoorn
Pfingsten‘, eigentl. der fünisigsie (Tag nach Ostern).
Jetzt dafür Aogegalust “Ankunft des Geistes’ gebraucht.
330. nn peretut geistlicher Inspector Kanon., Mech.
Rechtsbuch — gr. zegiodevrng geistlicher Inspector. Vgl.
Clugnet Dict. grec-francais 120.
331. wakreg peroz oder perozot Halstuch' (der hlg. Rhip-
sime) Jaism., Vardan aus gr. zegibco roga Gurt, Binde entstellt ?
332. Ai peuke Kienfackel' Pseud. 102, 5, 8
= gr. even Fichte, Fóhre; Kienfackel, Pechfackel'.
Die vom Wb. angeführte Form pekturis aus Levond p. 118
ist falsch. Die Stelle stammt aus Jes, 60, 13, also steht masrio
ev pekio ev pekiurisao für griech. àv xurraglooy xal zeen xal
red o, also pekiuris für Aiuparis = gr. xurragıooog (und pek
— srevan). Unser Bibeltext hat dafür sardiv ev sausiv ev nocov
ev mawat.
333. ldi pimeniay ein Mass Anan. Shirak. 30 zu lesen
. hemina? = gr. nulva (= xovvàAn), lat. hemina.
334. % pin, pinay, pinnay, pinnos, pinneak eine Muschel
Grig. Nius. übers. von Steph. Siun. (8. Jhd.), Vardan Gen., Philo,
Basil, pinna-spaseak Philo Opera (1822) 155, 156, 169 eine
Krebsart (arm. spaseak = “Diener, Wächter‘)
= gr. rılvva (xiva) “die Steckmuschel, die sich im Meeres-
grunde mit einer Art seidener Fäden befestigt; zuıwvorneong,
zeıvyopvAas der Wächter in der Steckmuschel', eine Krebsart,
lat. pinoteres, pinophylaz.
335. , pitus ein Baum Basil. = gr. zízvg “Fichte”.
336. ujfununfnhg Eu piuramoides, piuramid“pyramidenförmig’
Grig. Nius. übers. von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. rvgauoeuörng
pyramidenförmig',;
ei piuramid, piramid "Pyramide Euseb. Chron.,
Nonnos = gr. srugaulg (Loos) "Pyramide.
337. hinh piurion Feuertempel' Car., Jaism.
— gr. rue Feuertempel der Perser’.
338. nu, plakund (plakunt, plakuntr) "Kuchen! Osk.
Mt., Leb. d. Väter, plakuntragore *Kuchenbücker' Osk. Mt.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 373
= gr. ztÀaxoUg (gen. zAaxovvrog) "Kueben, zAaxovvrıov
"kleiner Kueben, ztA4axovvrozcotóc" Kuchenbücker lat. placenta.
339. guud: platan Platane Jaism. = gr. zAáravog.
340. obs plembat Geisselung mit Bleikugelu' Car.
— lat. plumbatae nom. pl. Bleikugeln, Geisseln mit Blei-
kugeln'.
341. u pnak (i-a St.) Teller Luc. 11, 39 (gr. zíva£),
Osk. 2 Tim., Kanon. u. s. w., pnakit (i- und t-a St.) Schreib-
tafel“ Osk. Mt., Philo u. s. w.
= gr. miyak (gen. nivaxos) Tafel, Teller’, ztwáxiov "Tüfel-
chen, Teller oder Schüssel’, zvoxíc (gen. zıvaxidog), mivani-
dov "Schreibtüfelchen', syr. & 1"p55 ‘tabula’, osset. fing Tisch',
georg. pinaki, udisch pinak (meine osset. Etym. p. 133).
342. nf, podiri bis zu den Füssen reichendes Kleid
Damask.
— gr. rod jens “bis zu den Füssen reichend' (scil. Kleid)
ksl. podiri “vestis talaris'.
343. gin potipod, polipodes Meerpolyp' Basil. 144
= gr. mokumowvs, gen. svoAvrcodog “der Meerpolyp'.
Arm. potipodes ist eigentlich der griech. pl. z0Avzroóec.
344. wmlufynu pompilos ein Fisch Philo Opera (1822) 155
= gr. roumilos ein die Schiffe begleitender Meerfisch.
345. pop in hi; meir-a-pop (metr = Honig') eine
Frucht Num. 11, 5; Pseud. 154, 18 (an beiden Stellen für gr.
7téjt0) = gr. ztézov Art Melone? Vgl. gr. unkonerzwv Apfel-
pfebe.
Unsicher, da pop sonst nicht vorkommt.
346. untl) potnik (i-a St.) Hurer, Hure’ 1 Kor. 5, 10,
Ephes. 5, 5 u. s. w. (Dog), Mt. 21,31 u.s. w. (xógvn), aadi in
vielen Ableitungen (pornkuliun‘ Hurerei El. 29, 11) und SE
= gr. nogvıxög, fem. mogvixý hurerisch'.
347. wnıbunku puetes, puetikos (pvetes, pvetikos) Dichter
Euseb. Chron., Ephrem, Magistr., puetakan ‘poetisch’ Mag.
. = gr. momrns Dichter, zroınrıxög poetisch, Dichter‘.
348. um, pul, sprich bul = fn vul die päpstliche Bulle,
Siegel’ Martin (14. Jhd.), Vahram (Ende des 13. Jhd.)
374 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
— lat. bulla Siegel, mit Siegel versehenes Diplom, Bulle
der Püpste' etc., gr. BovAAa “signet, seal-ring, seal’, ital. bolla
päpstliche Bulle’. |
349. n prester, prester eine Art Wind und Blitzstrahl
Aristot. de mundo 612,613 — gr. zenorng 1) 'feuriger Wetter-
strahl’, 2) heftiger Sturmwinck, lat. prester feuriger Wirbelwind’,
350. ynfdhhlen primiker ( primikur, primiltiur os) Car., Jaism.
= gr. mou otos the first officer aus lat. primicerius der
erste unter denen, die ein gleiches Amt bekleiden’. Vgl. Clugnet
Diet. grec-francais 125.
351. wynnfdhu proles und prolesmios Gesetze der Könige
— gr. MQÓ FECL, 1909 £0qu06, fem. rgoFeoula vorherbestimm-
ter (Tag) Termin’.
352. ang proig und prug, meist pl, acc. proigs, gen.
přugaç, instr. prugöA die Mitgift der Frau’ Mech. Rechtsbuch,
Syr. röm. Rechtsbuch 111, 20; 112, 4, Assises d’Antioche 45
(13. Jhd.), Mt. Urh. — gr. oo, gen. srgoixög Heirathsgut der
Frau’, ngr. ztgovxív neben srooixa u. s. w. Idg. F. II, 107.
353. nu protin (handschr. proton) scil. Armenian
(acc.) “das erste Armenien MX. 32, z. 11 v. u.
= gr. aec. mewrnv Agueviav.
354. yanınnumnpaınap protostrator (griech. Titel, erklärt als
“an Rang der erste der Cavallerie) Acten des Concils von
Hromklay 12. Jhd. l
— gr. rowrooTgdTwe ‘qui stratoribus praeerat (gr. oergéroug
aus lat. strator kaiserlicher Stallbeamter’).
355. wnanmnbpoti,ku protofróndes Steph. Orb. = gr. TOwWTO-
poovtiotýs = erster yeovrıorng Fürsorger, Kurator”.
356. wnaoujunuku prószumén Aufmerken!' Xosrov, Erklä-
rung der Messe (10. Jhd.), Lambr. Brief an Levon (Venedig 1865)
236, Kirakos Arev. (13.—14. Jhd.) — gr. zrgógoxcpuev 'atten-
damus'.
357. n ptela- (car) oder pteleay oder fteleay (car) in
den Jaism. nach dem Busabatut'iun p. 540 = gr. srrei£a Ulme.
Das in den Geop. sich findende pt? (z. B. p. 19, z. 22) ist
gen. von píu? ‘Frucht’, s. den Index der Geop. — Für urver-
wandt mit ;ztrcAéa hält Bugge, KZ. 32, 39 das erst spät belegte
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 375
arm. Ay deli oder leleay car Ulme Galen, Med. Schr., Jaism.
und modernarmenisch. |
358. hn praktor d. i. ‘Erheber von Abgaben Vardan
Psalm. = gr. sreaxrwg Geldeintreiber'.
359. peche prak-£ (gen. prakar) die Acten’ (der Apostel =
Apostelgeschichte) Osk. Joh., Joh. Phil. u. 8. w.
— gr. r % (tüv dnoorölwv = ' Apostelgeschichte ).
Dazu eg praksavloik, pralsavalai die apo-
kryphen Apostelgeschichten Ephrem III, 117, 118, Euseb.
Kircheng. durch syrische Vermittelung aus griech. woa$et6
abr. — Auch prak-K Kapitel, Abschnitt’ oft bei David
p. 124flg. — gr. modis, s. oben p. 315, Nr. 100.
360. sn pras Lauch Num.11,5, Ephrem = gr. nrg«00v
‘Lauch’.
361. en prasi eine Pflanze Galen = gr. wodorwoy die
Pflanze Andorn'. | |
362. wpunnn prast ‘sobborgo’ Sokr., Car. = gr. rgoG0TeLov
“Vorstadt, Gut vor der Stadt, Villa’.
363. Ana pretor Praetorium' Leb. d. Väter
— gr. moattwotoy aus lat. praetorium Amtswohnung des
Statthalters, Palast’ u. s. w.
364. phn prion ein Fisch Basil. 153 = gr. sugiwv (neben
priste Joh. Van. = melorng) 'Ságefisch'. |
365. wpnuynufnnunJdhih propositosutiun “Rang eines Prae-
positus’ Car.
zu gr. sroaımooırog aus lat. praepositus "Vorgesetzter'.
365*. popunu pröksimos ein fremder Würdename Lambr.
Brief an Levon 240 — gr. zgó£tuog deputy, the second officer
aus lat. prozimus. | |
366. A, pótromn Pferderennen Mt. Urh. 350, 8
(s. WZKM. 5, 68), poturum “Hippodrom’ Martin
— gr. innodgouta "Pferderennen', íz/ó0gopog, irrzroögo-
uov ‘Rennbahn’, ksl. podrumü Hippodrom'.
367. numpak rabbi Mt. 23, 7, Me. 11, 21 u. s. W. »d. h. var-
dapet« (= “Lehrer') Joh. 1,38 — gr. afli d.i. dudauzale Joh.
1, 39 (aus jüd. rabbi), got. Lw. rabbet.
376 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
Dazu: ni tabbuni, rabbuni, rabuni »d. h. vardapet«
(Lehrer Joh. 20, 16, Mc. 10, 51 |
= gr. QaBBovví d.i. dıdaonade Joh. 1, 16 (aus jüd. rabbõni,
ribboni), got. Lw. rabbaunei.
Zu diesem gehört: puni, rabun Meister, Lehrer’, rabuna-
bar nach Art des Meisters’, rabunakan meisterlich', rabunapet
“chef des docteurs, pontife, rabunem 'unterweisen, Vorschrift
geben’ (Breviarium, Sar., Ganjaran, Talaran).
368. nulpa taka thöricht, Narr Osk. Mt., Evagr., alt. Wb.
= gr. Gaya Mt. 5,22 (wo die vorliegende arm. Uebersetzung
yimar "Narr liest), got. Lw. raka.
369. nwpfw Fakia ‘Fluth’ (des Meeres) Nonnos
= gr. Cale Brandung, Fluth des Meeres’.
370. a Hanf tetin (i-St. oder n-St., instr. řetniv oder fetamb
Ezech. 27, 17) Harz Gen. 37, 25; 43, 11; Jer. 46, 11 u. s. w.
= gr. Grin Harz, lat. resina.
Vgl. ratináj oben p. 275, Nr. 136.
371. ei sabilay ein Mass Anan. Shirak. 31
— gr. saga (de Lagarde, Symmicta 216, z. 4).
372. umyat salon thöricht' Leb. d. Väter = gr. o
*thóricht",
373. uu. sakamont, sakamuni ein Heilkraut und sein
Saft Basil., Vardan Gen., Mech. Rechtsbuch, Geop.
= gr. arauuwvla, oxauuwvıov, lat. scammonia Purgirwinde',
scammonium der Saft derselben, arab. np. sagmüniya Convol-
vulus scammonia’ A. M. 151, Achund: p. 84, oben p. 279.
Wenn sakamont, wie Wb. angiebt, schon bei Basil vor-
kommt, muss es aus dem Griech. entlehnt sein, sonst kónnte
es auch arab. np. Lw. sein.
374. ng saker-£ pl. kaiserliches Schreiben' Koriun p. 17,
2. 15, 31 und 32 = gr. odr imperial epistle’ (aus lat. sacra).
375. e satamandr (i-a St.) der Salamander’ Non-
nos, MGg. u. s. w. = gr. galauavdga.
376. wmm salmos (i-St.) Psalm' Luc. 20, 42, Ephes. 5, 19,
El. 14,21, Koriun 27, 20 u.s. w., alt. und háufig, auch in vielen
Ableitungen und Comp. = gr. Waluos.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 377
Gelehrte Formen: psalmos einmal bei Lambr., psatt Sänger
1 Ezra 8, 5, Lambr., Joh. Phil. = gr. wairng Sänger, davon
vpᷣsattuliun Psalmensingen Joh. Kath. Vgl. ahd. psalmo, meist
aber salm und salmo.
377. l sater (i-a St.) Stater Mt. 17, 26, Gen. 20, 14,
“Anan. Shirak. 33 (= didoayuon), Magistr. (WZ KM. 10, 220)
u. s. w. = gr. oratýę eine Münze.
378. vi satir-akan 'satyrisch Plato = gr. varvg-
1x06.
379. vb saton ein Mass Anan. Shirak. 31 = gr. odtov
ein Mass für Getreide.
380. mumpung Satrap (i-a St.) Satrap FB. 67, z. 2 v. u.;
73, 8; 79, z. 5 v. u., 90, 15
— gr. oareareng Statthalter (aus dem Persischen).
Ueber satrapet 8. oben p. 208, Nr. 461.
381. supa]m'u sardion ein fleischfarbener Edelstein (Carneol)
Ex. 28, 17, Ezech. 28, 13, Apo. 21, 20 u. s. w. (fast nur biblisch)
= gr. oagdıov, lat. sardtus Karneol.
382. wuni savan "Leintuch' Bars. Mask. (14. Jhd.), Leb.
d. Väter, Mech. d. Arzt (12. Jhd.) .
— gr. oaßavov 'Leintuch', Lw. mlat. sabanum, got. saban,
ahd. saban leinenes Tuch’, ksl. savanü.
383. sapa in wmhurunun sapasut ganz falsch’ oder sicher-
lich falsch’ (sut = 'falsch") nur Eznik 156
= gr. 0aga, ca qüg adv. gewiss, sicher ?
384. awpniquiy sakulay = sarkulay oben p. 276 (nur Lambr.
Brief an Levon 218, 240)
von dem Wb. und Brockelmann zu lat. sacculus Säckchen
gestellt? Bei Lambr. a. a. O. 218 wird es vragi georgisch' ge-
nannt: also zu georg. sagelo ‘Kragen’ (Tchoubinof p. 445)?
2
385. „n sebastos und sebaste erhaben (lat. Augustus,
Augusta) von römischen Kaisern und Kaiserinnen gesagt
Euseb. Chron., Shir. Chron.
= gr. oe HO, fem. veßaorn erhaben.
386. nkabuh sebeni aus Palmblättern geflochten (Kleid)
Leb. d. Váter |
318 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
= gr. geBéviov ‘die Hülle der Palmblüthe und Frucht’,
oeߣvıvos aus der Hülle der Palmblüthe oder der Palmfrucht
verfertigt'.
387. uh, sel, selas, sela (gen. pl. selayie) feurige Lufter-
scheinung' Aristot. de mundo 613, 614 — gr. cg feurige
Lufterscheinung”. |
388. % % selin ‘Stuhl’ (der goldne des Patriarchen) Mt.
Urh., Leb. d. Dionys., Jaism.
— gr. oe von aéAàa "Stuhl — lat. sella.
389. n sekundikur Jaism. = gr. 0exovvdınnguog
‘the second officer — lat. secundicerius ein Beamter zweiten
Ranges’ oder qui post primicerium est’ u. s. w.
390. zu selak Knorpelfisch' Basil. — gr. o&layog
Knorpelfisch“.
391. „Habu semiar (notaraçi) "Schnellschreiber' FB. 87, 9
— gr. *onueıcgıog (vgl. Gelzer, Anfänge der armen. Kirche
p. 111, Anm.).
392. ubrilinghp semagir Schnellschreiber Euseb. —
= gr. onueıoygapog Schnellschreiber' (mit Uebersetzung
von gr. -/g«qog durch arm. -gir schreibend').
393. „bee senator Senator Car. = gr. geyarwe aus
lat. senator. |
394. en sengelos nur Mt. Urh. — gr. avyxeAàog 'syn-
cellus, bishop's or abbot's cell-mate, a sort of ecclesiastical spy".
395. „hub sepean "Tintenfisch' Arist. 107, stpé dasselbe
Grig. Nius. übers. von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. orzía
Tintenfisch'.
396. %%, sigel und sig? ‘Siegel’ Visat., Martin = lat.
sigillum, gr. o17íAÀtov "Siegel.
397. uh signon (siugnoin) "Zeichen! MX. 165, z. S v. u.,
Narek. = gr. oí7vov Zeichen aus lat. signum.
398. ufslpnpk ufu sikarean 'Sikarier APE 21, 38 = gr. Org:
oog aus lat. sicarıus “Bandit”.
399. ufılq si (gen. sket) ein Gewicht A. T. (z.B. Ex. 30, 23;
38, 24, Lev. 27, 3, Num. 3, 40), Anan. Shirak. 28. und Bars.
mask. (14. Jhd.) l
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 379
= gr. olx)os LXX. und Josephus, sonst GíyÀog (hebr. segel,
got. sikls.
400. %% e silign feines Brot’ Leb. d. Väter
= gr. oıAlyvıov "Weizenbrod' aus lat. siligo Winterweizen,
feines Weizenmehl’, siligineus aus Weizenmehl.
401. Hu simes ein Gewicht Anan. Shirak. 27 — lat.
semis Münze und Mass, gr. onuíootov.
402. % simindr feines Mehl’ Zaqar. Corcor. (14. Jhd.),
Damask., vulg. Mehl oder Brot aus Mais’
— gr. cenie das feinste Weizenmehl’, syr. Wb ‘simila’,
arab. samió simila, panis albus’, türk. simid, semid rundes
Weissbrot' (G. Meyer, türk. Stud. I, 58), skr. samitā Weizen-
mehl (Fraenkel 32). Vgl. georg. semidali fleur de farine de
froment’, aber simindi mais Tchoubinof 454, 458.
Vgl. oben kłmidr p. 358, Nr. 210.
403. % sinteknos (nach C. Gevatter, Pathe, =
ordiakiç (nach C. der denselben Pathen hat’) Gesetze der Könige
— gr. ouvrexvog 'foster-brother, foster-sister; godfather,
godmother.
404. % sitt Eimer, Krug’ Bars. Mask. (14. Jhd.)
= gr. githa ‘Eimer aus lat.situla Eimer, Krug, Urne. Vgl.
Fraenkel 67.
405. % / siray (i-St., gen. sirayı) Matte, Geflecht, Seil
aus Palmblättern, Binsen’ u. s. w. Oskiph., Leb. d. Väter
= gr. oega Seil, Strang, Kette, plait of palm-leaves’, arab.
Lw. sair ‘Riemer’, syr. Lw. N Wo Fraenkel 94.
406. nne, siulobay, silobay, siulabay, siultoba u. s. w.
(-St., gen. stulodayı) ‘Silbe’ Koriun 9, 14, Euseb. Chron. (1818)
I, 37, MX. 247, 10, Laz. 41, 7 u. s. w. — gr. ovAlaßn ‘Silbe’.
407. uhipan Siunbolon 'Glaubensbekenntniss' Schol.
Cyrilli — = gr. ovußoAov Bekenntniss'.
408. faut siunikos-akan adj. zusammenhängend,
ununterbrochen Magistr. — gr. ovveyng zusammenhängend,
adv. ovveyóg + arm. Suff. akan.
409. lfm Stunklitos, häufiger sinktitos (i-a St.) der
römische oder griechische Senat’ Euseb. Chron. und Kircheng.,
380 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
Osk. Mt., El. 55, z. 7 v. u., MX. 94, Sb. 33, 113, Thom., Leb.
d. Heiligen I, 138, ‘Senator’ Arist. 27, sinklitikos Senator Euseb.
Chron.
= gr. oüyxintog “Senat, Rath’, ovyxAntızöog Senator,
Rathsherr. _
410. g ngen siunhodos (i- und i-a St.) Synode' FB. 226, 18,
Narek., siunhodosakan synodal' Ag., Koriun
= gr. ouvodog ‘Synode’, avvodınög synodal'.
411. „unn skeptor "Protocollist' Jaism. — gr. i£xéztvop
"Kopist' aus lat. ezceptor Protocollist, Gerichtsschreiber'.
412. ubbinbun sketeay (sketeay, skiteay) Peitsche Pseud.
86, 4 — gr. axürog ‘Peitsche’.
413. ulhupnnu skiptos eine Art Blitz Aristot. de mundo 613
gr. oxnscrög ein Blitz, der in die Erde geht u. s. w.
414. „un skiutal Pseud. 150, 11 = gr. oxvraAn Stock,
Stecken’.
415. *ulnung "skuti “Schüssel (nom. unbelegt) gen. skte?
Mt. 14, 8, Me. 6, 25, instr. sktelb Mt. 14, 11, Me. 6, 28, nom.
pl. stet El. 156, 13, dann auch nom. skute? oder stet, gen.
skutet und skuteli Laz., Tonak., Anan. Shirak. u. s. w.
— gr. oxovrellıov plate, platter, dish’, selten oxovrei«
(du Cange 2, 1399) aus lat. scutella “Schale, Platte’.
416. „ sndon (gen.sndoni) Leinwand, Leintuch’Lambr.,
Leb. d. Väter
= gr. oıwdwv Gewebe aus Baumwolle, Tuch’ u. s. w., lat.
sindon feines baumwollenes Zeug, Musselin’.
416*. unu sos Periode von 60 Jahren Euseb. Chron. 11 =
gr. 0W0008.
417. u. sopestês Sophist FB. 101, 2, 9, 12; 102, 4,
Euseb. Chron., sopestos Ephrem 1 Kor., gen. sopesti Leb. d.
Väter = gr. oogıorng Sophist'.
418. supw[d wp spalar (i-a St.) militärisches Amt am byzan-
tinischen Hofe’ Sb. 114, z. 13 v. u., Car. = gr. orraJagıog, lat.
spatharius Schwertträger, Pallaschbewahrer.
Sb. 114 a. a. O. spalar ev kantitat = gr. ora$apoxardı-
Ó&rog.
111. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 381
419. 1 spelani Pflaster Jes. 1, 6 (u&Aayua LXX.),
Salom. 16, 12, Pit., Narek., Snorh.
= gr. oxrhnvlov "Verband, Compresse’, syr. Lw. N D
esplenyä Pflaster.
420. wengs spud- nom. pl. (belegt nur der gen. spudeig)
“eifrig, streng (in der Askese) MX. 240, z. 7 v. u., 270, z. 11 v. u.,
Mech. Rechtsbuch = gr. orrovdaioı nom. pl. emsig, eifrig”.
421. v spung ‘Schwamm’ Mt. 27, 48, Me. 15, 36, Joh.
19, 29, Ga und o-St. Philo Opera (1822) 160, Cyrill. u. s. w.,
instr. spangov Pseud. 126, 7 = gr. oztóyyog ‘Schwamm.
422. une stadion (auch stadi, stadn?) Rennbahn, Wett-
rennen, Stadium’ Euseb. Chron., Aristot. de mundo 609, Magistr.,
Car. u. s. w. = gr. oradıov Rennbahn, Wettrennen, Stadium’,
423. umwilnpu 5tamo£s (gen. -i) Magen 1 Tim. 5,23, Eznik
180, Grig. Nius. übers. von Steph. Siun. (8. Jhd.), Snorh., Leb.
d. Väter u. s. w., daneben stamo%
— gr. orouayog "Magenmund, Magen’, lat. stomachus.
424. m] staktıke Pseud. 126,6 für *stakte = gr. otax-
1x1) (Raabe, 'Iavogío Akeh. 11), sonst gr. oraxın, s. oben p. 241.
425. n- steplin Möhre' Geop. 74, Mech. Fabeln p.51,
Med. Schr. = gr. oragvAivog “der Pastinak’, lat. staphylinus.
426. n, stiurak Storax MGg. 602, 2, stiurakeay von
Storax’ (scil. gavazan Stock, Gerte’) Car.
— gr. ora en Strauch, der das wohlriechende Gummi-
harz gleichen Namens giebt’, orveaxıvog von Storax”,
427. ung stik, stiks, stiu£s (nom. und accus.) Element,
Punkt, Zeichen, Fleck, Zeile, Vers’ Osk. Mt., Lambr. u. s. w.,
stiksem in Verse theilen, Verse machen’ Joh. Van., Vardan
Psalm., stiKeron, stikiron, stiuhiron in Versen geschrieben’
Cyrill., Sokr: u. s. w.
= gr. oroıyeiov Element, Punkt, Linie’, oriyos Reihe,
Vers, Zeile’, orıy!iw “in Zeilen oder Verse bringen’, or,
ntr. orıynoov in Zeilen oder Versen geschrieben‘.
428. umngnghp stologi-R, stologiakan salmos alcuni salmi
che si cantano alternativamente nel coro della chiesa Armena’
Kalender, Mos. Rea
382 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
= gr. orıyoloyla “récitation des versets d'un psaume ou,
par extension, des tropaires d’un canon’ Clugnet Dict. grec-
francais 142.
429. vnn stom ‘Schneide’ (des Schwertes) Seber. = gr.
oröue “Schärfe, Schneide’.
430. nn stoman (i-a St.) Krug Me. 7, 4 (gr. $eorng),
3 Kg. 14, 3 (orauvog), Seber., Arist., Leb. d. Väter, Lambr.
= gr. 0rauvos, orauvlov “Krug.
Arm. stoman aus *stamon für *stamn.
431. umaj stoya Stoa Philo, stoyikean Stoiker, stoisch'
Ange, 17, 18, Lambr. = gr. oroa‘Stoa’, orwixog Stoiker, stoisch'.
432. unn storov-eni ein Baum (nur einmal Car.) =
strobolon (nur einmal Ephrem)? — gr. oreoßıklog eine Art
Kiefer oder Fichte’, lat. strobilus Zirbelnuss —?
433. umnopfynu ströbilos, strobiut Wirbelwind' Aristot. de
mundo 612, Basil. — gr. orgößılog Kreisel, Wirbel, Wirbel-
wind; Tannenzapfen, Zirbelnuss’.
434. unn | wan stratelat Heerführer FB. 185, z. 3 v. u.,
201, z. 7 v. u. (auch für sêrat FB. 200, z. 20 v. u. zu lesen),
MX. 254, 255, 256, Car., Leb. d. Väter (überall als griechi-
scher Titel) = gr. orgarnAarng Heerführer.
435. „h strom eine Art Schnecke Basil. — gr. oroóufloc,
lat. strombus eine Art gewundener Schnecken.
436. e sring (i-a St., gen. srongi) Flöte oder Pfeife
Daniel 3,5,7,10, Amos 5, 23; 6, 5, Plato, Jac. Nisib. (Afraates)
— gr. ae “Pfeife oder Flöte’.
437. uplna spet "Kugel, sperajevuliun'Kugelform' Damask.
= gr. opaiga "Kugel.
438. h spiurid Osk. Mt., acc. zpiuridn (bei El. 238,
z. 2 v. u. in der yailakerp. Krist.) lies spiurids?, gen. pl. spiuridic
Leb. d. Väter = sprid Leb. d. Väter ‘Korb’
— gr. onvols (gen. orrveldos) Korb', demin. orveldıov, syr.
Nd ‘sporta’.
Dazu *piurit (abl. piurtanè, pl. piurtunk)“Korb’ Leb. d. Väter.
439. Logan valar ein (goldenes) Schmuckstück (des Königs),
dessen Hüter yhp diar (diur?) heissen Mech. Rechtsbuch
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 383
nicht = gr. palapa ntr. pl. 'Helmschmuck der Krieger,
Backenstücke'.] |
440. denger varkay Barke Jaism. = gr. Saxo, lat. ital.
barca “Barke. i
441. doen velar Kapuze Lambr. (Brief an Levon 240,
neben sağulay genannt) = lat. velarium Plane, Vorhang’?
4412. V% vign “Wicke Osk. Gal. in Car. = gr. fixíov aus
lat. vicia ‘Wicke’. Vgl. Hehn, Kulturpflanzen é 216.
442. Jan vore, vor ẽas Nordwind Aristot. de mundo 611,
612 = gr. gogéag Nordwind'.
443. , taland (talant, i-a und o-St.) "Talent (als
Gewicht) Ex. 25, 39 u. s. w., Apc. 16, 21, Anan. Shirak. 29,
modern nur noch in übertragener Bedeutung gebräuchlich
= gr. z&Àavro», lat. talentum.
444. i tapet “Brett (Spielbrett) Anan. Shirak., tapet-
ulunk “Würfel (ulun “Wirbel’) Osk. Mt., Basil.
— gr. raßka “Brett, Spielbrett’ aus lat. tabula.
445. ne taralan Korb, Körbchen’ Schol. Cyrill.
= gr. tahapos ‘Korb’, raAagıov Körbchen.
446. n tale ein Fisch im Van-See, der wie der Häring
bereitet und gegessen wird!) Mt. Urh. (12. Jhd.), Med. Schr.
(13.—15. Jhd.) und modern
= gr. ragiyog (schon bei Herodot) eingesalzener Fisch,
Pökelfisch', syr. N Zariya, arab. pub (bei Freitag firriæ
“pisciculi sale conditi").
Beachte arm. f = & nur hier für gr. y. Nach de Lagarde
soll übrigens das griechische Wort aus dem Armenischen stam-
men. Aber arm. fare ist nach Wb. in der Litteratur nur zwei-
mal und erst seit dem 12. Jhd. bezeugt, erscheint sonst auch
weder in Ableitungen noch Compositis, während schon Herodot
von Tagıyog: rapıyevw "einsalzen, einpókeln, einbalsamiren’,
TapLyevrng u. 8. w. bildet.
447. i enen tartaros (i-a St.) der Tartarus, die Hölle’
Hiob 40, 15, 2 Petr. 2, 4, Philo, Nonnos u. s. w., tartarosakan
“höllisch’ Car. = gr. rapragog “der Tartarus. `
1) »aliment précieux, objet d'un commerce trés-important: salé et
séché, il est expédié dans les provinces, en Kourdistan et en Perse«
-L. Alishan, Physiographie de l'Arménie (Venise 1870) p. 48.
384 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
448. mpun taRsat Schar Soldaten’ Ephrem = gr. Tce
dron kleine Abtheilung von Soldaten”.
449. „in teleti Theilnahme am Mysterium’ Maximus.
Comment. zu Dionys. Areop. (8. Jhd.) — gr. relern Einweihung
in religiöse Geheimnisse, Feier, Mysterium’. |
450. „b tetr Heft JiSatakarank‘, Vardan Marat'aci,
davon tetra kleines Heft Map. jahk., tetreai-£ “Hefte’ Steph.
Asol. — gr. rerodg ‘four-leaved pamphlet’, ngr. rergadılov)‘Heft).
451. nun tetrasket ein Altargefäss der Griechen
Laz., Car. — gr. rergaoxeing "vierbeinig".
452. eu tevtile des- nom. pl. Tintenfische Grig.
Nius. übers. von Steph. Siun. (8. Jhd.) = gr. re Old eg nom. pl.
von reuäic Tintenfisch'.
453. mpu, tip (i-a St., gen. pl. tpaç) Abdruck, Gepräge,
Bild, Vorbild, Zeichen, Form, Art, Stil’ Philo, Ephrem, Osk.
Joh., Euseb. Kircheng. u. s. w., davon fpavor-em einprägen,
formen, bilden, symbolisch darstellen’ A. T., Philo, El. u. s. w.,
modern /paran (westarm. dharan) ‘Druckerei’ u. s. w.
= gr. rbtog Gepräge, Abdruck, Siegel, Bildwerk, Abbild,
Bild, Gestalt, Form, Vorbild, Muster, Symbol'.
454. mpingnu titlos Aufschrift, Buch’ (als Theil einer
Schrift) Mech. Rechtsbuch oder Gesetze der Kg.
— gr. Ir ‘title, superscription, inscription, division of
a book’ aus lat. titulus. .
455. anf tiupon eine Art Wetterstrahl Aristot. de mundo
613 — gr. rvqov (tò Ò koroayayv — av Ö’ärrvpov n xavreAds,
tupwv Aristot. re xóouov cap. IV.), "Wirbelwind', lat. typhon
‘Wirbelwind.
456. %% nf n tiptikon Tafel, Verzeichniss Lambr.
= gr. d ſirruxov Clugnet Dict. grec-français 36, lat. diptychum
(dypticum) Tafel, Verzeichniss
457. maknuhp tokosi-K (gen. tokoseaç) Zins Mt. 25, 27, Luc.
19, 23 u. s. w., später auch tokos — gr. róxog "Zins.
tokosik steht einmal (Hosea 9, 11) auch für gr. vóxo; im
Sinne von ‘Geburt’ (= arm. enund).
458. n, tomar und tumar (i-a St.) Abschnitt eines
Buches, Buch, Brief (des Papstes, der Synode), Ostertafel’ Anan.
III. 2. Abschnitt: Griechische, Wörter. 385
Shirak. 20, 10, Chron., Jaism., Car. u. s. w. — gr. rouagıov =
töuog volume, document, book — part of a larger work.
459. annu toms (gen. tomsi) Blatt Papier oder Pergament’
Jes. 8, 1 (für gr. rouoc)
= gr. 2608 Stück Pergament’, syr. ND liber, libellus,
epistula", lat. tomus Abschnitt, Theil eines Werkes’.
Davon tomsak (modern) 'Karte, Billet".
460. m tubi ein Monat Pseud. 41, 4, 17 = MX. 262, 2, 5
= gr. tufi ein ägyptischer Monat.
461. mngpuwbuit (E) toksakan (det) ‘Gift Pseud. = gr. roki-
xov eine Art Gift (mit Ersatz des gr. Suff. ıxo durch arm. akan).
462. u bé tpazion “Topas’ Ex. 28, 17, Ezech. 28, 13,
Apc. 21, 20 u. s. w. = gr. rosralıov “Topas.
463. nu triton dreitägiges Fieber” Magistr.
= gr. rgírog, ntr. roírov 'dritte, vouraiog (scil. ztvgeróg)
“das dreitügige Fieber.
464. je., trapiz "Tisch (des Herrn) Joh. Kath., Steph.
Orb. — gr. roameta "Tisch".
Dazu ini [in trapizit (trapezit) "Geldwechsler Euseb.
Kircheng., Osk. Mt., bei Mos. Kal. auch “Tischgenosse’? — gr.
toarselttng "Geldwechsler. :
465. fh tribun “der Tribun’ Schol.Cyrill., Car., Mech.
Rechtsbuch, Jaism.
= gr. roıßoüvog aus lat. tribunus der Tribun”.
466. anphgniu trigon ein Meerfisch Basil. 153 — gr. vQvyov
“eine Rochenart mit einem Stachel am Schwanze'.
467. nh, trier "Triere' Euseb. Chron. = gr. vQujonc
"Dreirudrer.
468. , triulon (für triublon?) Schüssel“ (als Mass)
Anan. Shirak. 30
= gr. rovßAlov (rovflAuov) ‘Schüssel, ein bestimmtes Mass’.
469. u łrmẽs ein Gewicht, eine Münze Anan. Shirak. 27,
Leb. d. Väter = gr. rgıuiooıov eine Münze, lat. tremissis.
470. anpnphjnu. trokılos ein Vogel Philo Opera (1822) 155
== gr. rooxlAog oder rooxilog ein kleiner Vogel 1) der
Strandläufer, 2) der Schneekónig oder Zaunschlüpfer, lat.
trochilus Zaunkönig. — Vgl. oben p. 361, Nr. 238.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 25
386 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
471. pwupnu ravdos Lichtstreif Aristot. de mundo 613 = gr.
o q og Streifen am Himmel’ (wenn die Sonne » Wasser zieht q).
472. pnk ropẽ (i-St.) Augenblick, Minute’ Basil., Anan.
Shirak. — gr. Go der Moment.
Wie verhält sich dazu rope-A (i-St.) Welt' Snorh., Narek.
u. 8. w.?
473. duugpnu pagros ein heiliger Fisch im Nil Magistr.
— gr. payoog ein heiliger Fisch der Syeniten.
474. huha palkon "Falke, auch Name eines sicilischen
Götzen!) Car. — gr. paixwv, lat. falco “Falke.
475. „H pakeln (n-St.) Hülle, Binde (für Kopf, Stirn,
Schultern), Stola’ Steph. Orb. I, 153, 6, Magistr., Grigor Tlay,
Leb. d. Väter u. s. w.
— gr. gaxeAog Bündel', später paxelog = qaxiódMoy "Tur-
ban' Sophocles Wb., ngr. aud ‘Turban’.
416. iuuquíug palang (i-a St.) Schaar Sb. 39, z. 4 v. u., Laz.
u. 8. w. = gr. palayS (gen. qaAa7yosc), lat. palane Phalanx,
Schlachtreihe, Schaar.
477. duuquphl] patarik Hamam Arevelci (9. Jhd.) bei Erznk.
Gram. = gr. palagis “Wasserhuhn’.
478. duugqnu patios ‘Phallus’ Grig. der Theologe — gr.
pallos dass.
479. dhpup pilak “der Hüter des Bären (als Gestirn, gr.
doxvoqvAa5) Car., Tonak. = gr. púłağ “Wächter, Hüter”.
480. % hunfnu pilisopos "Philosoph Vorwort zu 2 Maccab.,
Sargis (12. Jhd.), Leb. d. Väter = gr. pılooogpos.
Vgl. pilisopay oben p. 317.
481. n pilon (gen. piloni) "Mantel, Oberkleid' (ohne
Aermel) 2 Tim. 4, 13, Messgewand' Lambr. Brief an Levon
(Venedig 1865) 218, 239, Leb. d. Väter u. s. w.
= gr. pehovng für pathovng = qawoàAng Oberkleid, Man-
tel’, qotvóltoy,, qevóAtov, pekwviov, pehövıov u. 8. w. Mess-
gewand; lat. paenula. Vgl. Hefele, Btrg. z. Kircheng. II, 195 fig.,
Clugnet Dict. grec-frangais 161.
1) Ueber diesen s. Leben der Heiligen, Venedig 1874, I. p. 167 fig.
III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter. 387
482. % piulake "Gefängniss’ FB. 87, 14 ; 10 1, z. 13 v. u.
= gr. pukarn Gefüngniss'.
483. nanu plomos eine Wurzel Basil. — gr. giouoe
"Kónigskerze, Wollkraut”.
484. n, pok ein Seethier Basil, Eznik 106 = gr. pwan
Robbe, Seehund'.
485. deg pol (o-St) eine kleine Münze Leb. d. Väter,
Oskiph. — gr. poAlıg a small coin’ aus lat. follis. |
486. inu Dos (o- und i-St.) Graben' Jes. 27, 12, Ezech. 26,8,
El. 81, z. 6 v. u., MX. 219, 2. 9 v. u., Pseud., Steph. Asol. u.s. w.
= gr. p600a aus lat. fossa “Graben”.
487. hanu pulos, pólos hes pungnu psolos eine Art Blitz
Aristot. de mundo 613 = gr. wolos, davon woAöeıg eine Art Blitz.
488. ıfmunınm posura Leuchtkäfer' Anan. Shirak. 50, 3
soll = gr. pis “Licht + ovea Schwanz sein. Ein solches Com-
positum giebt es nicht. — Vgl. gr. zevyoA2auzcíg und Aauzvoís.
489. nentu purn (gen. pran) ‘Ofen’ Leb. d. Väter, Klimax,
poln. arm. pur ‘Ofen’ WZ KM. I, 293 — gr. govgvog oder arab.
furn ‘Ofen’ (syr. N) aus lat. furnus ‘Backofen’.
490. iinunnap prator »welches die höchsten Diener des
Tempels sind Plato Tim. — gr. poarwo Mitglied einer Phratrie".
491. / n prenit (scil. azt Krankheit’) Wahnsinn" Grig.
Nius. (übers. von Steph. Sun. 8. Jhd.) — gr. (vócoc) gotvirig
Geistes- oder Gemüthskrankheit'.
humpan psalmos und psalt s. oben p. 376 unter salmos.
492. dubie psenas die Frucht der männlichen Palme mit
der darin lebenden Gallwespe Basil.
= gr. Yiv (acc. pl. wivag) die Gallwespe, die in der Frucht
der männlichen Palme lebt, die Frucht der männlichen Palme’.
493. i psiat Decke, Matte’ (von Binsen, Palmblättern
u. s. w.) Leb. d. Väter, psiatin dass.
= gr. wia$og Decke von Binsen oder Rohr’ Palmen oder
Papyrus), demin. ro ron,
494. pwnpui kalban ein Pflanzenharz Ex. 30, 34, Sirach
24, 21, Vardan Psalm. = gr. yaAßavn der harzige Saft des
kretischen Steckenkrautes‘.
25*
388 III. 2. Abschnitt: Griechische Wörter.
495. gaben kalkos Gewicht und Münze Aran. Shirak. 27
— gr. yaÀxóg (N. T. u. s. w.) eine Kupfermünze.
496. pwpwup Karadr ein Vogel, dessen Anblick heilkrüftig
sein sollte Lev. 11, 19, Deut. 14, 18, Epiph., Mech. Fabeln,
Vardan Gen.
— gr. xagadeıösg ein gelblicher Vogel, vielleicht der
Regenpfeifer, dessen Anblick die Gelbsucht heilen sollte.
497. 1 karak "Wall Athanas. — gT. xd "Walt,
2 Maccab. 12, 17 steht Jara für gr. Xaoad. —
498. pwpfepn Kariubd, Karibd "Charybdis Nonnos = gr.
xaovßdız.
499. pupun Kart (i-St.) Nonnos, Joh. Mandakuni (5. Jhd.',
Seber., Joh. Kath. u. s. w.; Äart-ean Narek.; Zartez Seber.;
Kartes (i-St., gen. Fartist) 2 Johannesbrief 12, Jerem. 36, 23,
Philo, Labubnay, Abgarbrief p. 51, MX. u. s. w. Blatt Papier,
Papier
— gr. xdorys Papierblatt, Papier’, syr. &, arab. girfas
(Fraenkel 245).
500. gun kartular *Archivar MX. 147, 231, 245,
Joh. Kath. = gr. xagroviagıog, lat. chartularius “Archivar.
501. phgnu Kilos soll im Griech. "Nahrung" bedeuten Non-
nos = gr. xılög “Futter.
502. bn imer die Chimáre (Ungeheuer) Philo, Nonnos
— gr. xiuaıoa fabelhaftes Ungeheuer.
503. bn Kimeron, Kimiuron die kalte Zone MX. 58, 7
= gr. ntr. yeuuégtoy “winterlich‘.
504. pulfus Kimia “Alchimie Oskiph., Äimiarar Alchimist'
Vardan Geogr. = gr. xuueía Alchimie.
505. pna Kor ein Getreidemass Luc. 16, 7, Lev. 27, 16 u. s. w.,
im Griech. Inn koros nach Anan. Shirak. 31 = gr. yoo
Sophocles Wb. 1167 — 40006 ein Mass (aus dem Hebr.).
506. pnphujuljnujnu korepiskopos geistlicher Inspector der
Dörfer und Kreise El. 22, z. 10 v. u., 43, z. 9 v. u., FB. 36, 5,
Kanon., Zenob
= gr. xweeitiozoscog Landbischof'.
IH. 2. Abschnitt: Französische Wörter. 389
507. g Kuzay ein Mass Anan. Shirak. 31 = gr. xovtà,
xobs Epiph. (de Lagarde Symmicta 223).
508. Ppfwmau Kristos (i-St) Christus alt und überall,
auch in vielen Ableitungen und Comp., wie Äristosakan christ-
lich’ Ag. 42, 43, Äristosaser Christusliebend' u. s. w., daneben
Au a, Kristoneay (i-St.) "Christ El. 17, z. 7 v. u. (alt und
sehr häufig), davon abgeleitet Äristoneakan ‘christlich’, Aristo-
neuliun “Christenthum’ EI. 8, 10; 14, 11 u. s. w.
— gr. Kotoros ‘Christus’, ggıorıevög “Christ”.
509. Af Eriusoprasos "Chrysopras' Apc. 21, 20,
Lambr. — gr. xevoorıgaoog ein Edelstein.
510. Kha Äronikon (i-a St.) chronologisch, Chronik
Euseb. Chron., Sam. Eréc, Osk. Apg., Äron(o)gropius “Chronist
Ephrem
— gr. xoovixog die Zeit betreffend’, ntr. xoovıxöv, pl. xoo-
vixà ‘Annalen’, yoovoyoaqog ‘Chronist’.
511. gn Äsest (i-a St.) ein Mass Anan. Shirak. 30
— gr. ö£orng ein Mass für flüssige und trockene Dinge,
lat. seztartus.
512. 2% ksipie ein Meerfisch Basil. 153 = gr. $ıpiag
‘der Schwertfisch".
Französische Wörter.
1. ppfiw& drin), sprich princ “Fürst Mt. Urh., Grig. Tlay
12. Jhd., Vahram Rabuni 196 (Ende des 13.Jhd.), Assises d An-
tioche p. 3 (13. Jhd.) — frz. prince.
2. gmónpunuuj; gundstapl, gundustapl, sprich kuntstabl,
kuntustabl Name einer hohen Würde Lambr. Brief an Levon
(Venedig 1865) p. 231, 240 (12. Jhd.), Assises d'Antioche p. 3
(13. Jhd.), Chronik des Smbat 124 (13. Jhd.) = mn
afrz. conestable, frz. connétable Kronfeldherr'.
Im Mémorial de Sempad (Assises d'Antioche p. 93) steht
die Form gunustapl = kunustabl ohne t.
3. ganing gung (guns) sprich kung (kuns) Vahram Rabuni
(Ende des 13. Jhd.)
= afrz. cuens, frz. comte Graf, — Vgl. oben p. 359 koms.
390 III. 2. Abschnitt: Französische Wörter.
4. Ainpu¹⁰ u marajazt, sprich maracazt Lambr. Brief an
Levon p. 240 (12. Jhd.), Assises d’Antioche p. 3 (13. Jhd.)
— afrz. mareschalc, frz. maréchal, ital. maresciallo Marschall'.
5. diupghg margiz, sprich markis Vahram Rabuni (Ende
des 13. Jhd.)
= afrz. marchis, frz. marquis, ital. marchese, gr. uagxnoLog
Konstant. Porphyrog.
6. „i rant, sprich oprand (Wb. auch ofrant) Opfer-
gabe’ Lambr. (12. Jhd.), Mast. kalik. ;
= afrz. ofrende (sprich ofrade), frz. offrande Opfer, Opfer-
gabe’.
7. umy; pail, sprich bail ein dem armenischen Fürsten von
Cilicien von den Franken gegebener Ehrenname Vahram
Rabuni (Ende des 13. Jhd.), Patkanean, N$xark' matenagrut'ean
hayoç, Petersburg 1884, p. 34, z. 13, baronn gam bailn baronin
Je Seigneur ou le bailli du Seigneur’ Assises d'Antioche 9,
z. 5 v. u., 15 u. s. w., bail Stellvertreter des baron ebenda p. 39
= afrz. bail gouverneur, régent, bailli’, ital. bailo ‘Amtmann’.
8. mup paron, sprich baron Baron, Fürst, Herr, Gebieter,
Gutsbesitzer Mt, Urh. (12. Jhd.), Oskiph., Geop., Vahram
(13. Jhd.), Inschrift vom Jahr 1267 bei Leon Alishan, Airarat
p. 141 u.s. w., sehr oft (für frz. seigneur) in den Assises d' Antioche
(13. Jhd.), ebenda p. 3 baronutiun ‘baronnie’
= afrz. und frz. baron, ital. barone, lat. baro.
9. Pupp Jabron, jabrun, sprich capron, caprun eine Kopf-
bedeckung der Geistlichen Martin (übers. von Nerses von Bali
in Cilicien 14. Jhd.), Mech. Abarancı (15. Jhd.)
— afrz. und frz. chaperon (mit on als Nasalvocal seit dem
11. Jhd.) ‘Kappe’, ital. Lw. ciapperone Kappe, Kutte'.
10. %% sir ein hoher Titel Lambr. Brief an Levon 240 =
frz. sire.
In den Venedig 1876 herausgegebenen, aus dem Altfran-
zósischen ins Mittelarmenische übersetzten Assises d'Antioche
(vor dem Jahr 1265) finden sich noch weitere franzósische Lehn-
wörter, von denen hier die folgenden genannt seien: %
ansız p. 3 flg. = frz. assise; ppuj[d - ry. blail-el, sprich plail-el
III. 2. Abschnitt: Französische Wörter. 391
p. 19 = frz. plaider rechten; % (Sap) lič, sprich lij (lid) p. 3 fig.
= frz. lige ‘Lehnsmann’, davon [juitun ligence p. 9; gau
harnéz'Gerüth p. 19 — frz. harnois, harnais; aun paner, sprich
baner‘ der zum Gericht vorlädt’p. 43 = afrz. banier "officier public
chargé de porter les sommations; ajuyjn«[d]u'u. patluiiun, sprich
bailuliun p. 11, z. 11 v. u. afrz. bail garde, administration’, frz.
bail Pacht, Vermiethung'; Jar du) jalunj, sprich čalunj "Recla-
mation’, talonjel reclamiren' p. 19 — afrz. chalonge ‘réclamation
judiciaire’, cAalonger 'réclamer; gun jastel, sprich castel
‘strafen’ p. 65 — afrz. chastier, frz. châtier; ung saizel p. 17
= frz. saisir) ,: Ü tafandel, sprich dafandel sich verthei-
digen’ p. 23 und 27 — frz. défendre ; mnl, tuk, sprich dug oder duk
39, 73 — afrz. duc; atb Kit p. 1 1 fig. = frz. quitte, afrz. quite etc.
Diese französischen Lehnwörter zeigen deutlich, dass in
. Cilicien die zweite armenische Lautverschiebung gegen Ende
des 12. Jhd. vollkommen durchgeführt war, dass hier auch alt-
arm. & zu g, altarm. g zu * geworden war!). Im Gegensatz zu
ihnen zeigen die griechischen Lehnwörter keine Spur der
Lautverschiebung, müssen also vor dem Eintritt oder dem Ab-
schluss derselben aufgenommen worden sein.
1.) Danach sind meine Bemerkungen oben p. 260 zu modificiren. Im
Uebrigen ist zu beachten, dass die Lautverschiebung sich jedenfalls nicht
überall gleichzeitig vollzogen, dass sie vielmehr von irgendwo ausgehend
sich nur allmählich im Laufe längerer Zeit über Armenien verbreitet hat,
ohne jedoch die östlichen Armenier zu erreichen, deren Sprache (wie z. B.
der Dialect von Tiflis) bisher von dem Einfluss dieser Lautverschiebung
freigeblieben ist. Vgl. ZDMG. 30, 53 flg. Es ist daher misslich, den Ein-
tritt und Verlauf der 2. Lautverschiebung zeitlich und örtlich näher bestim-
men zu wollen, so lange nicht das dazu nöthige Material vollständig ge-
sammelt und untersucht worden ist. Möglich also, dass auch Baumgartner,
ZDMG.40, 459 Anm., Recht hat, wenn er annimmt, dass die alte Aussprache
des Armenischen »schon lange vor der Zeit der Rubeniden für manche
Theile Armeniens nicht mehr gegolten hate, dass schon bei Konstan. Por-
phyr. (912—959) de admin. imp. in den Schreibungen Ko«xopíx«og p. 182 =
altarm. Grigor, Kaxíxiog p. 187 = altarm. Gagik, Layxodtretos p. 206 =
altarm. Bagarat u. 8. w. Zeugnisse der neuen Aussprache vorliegen, wenn
auch andere Namen (z.B. Zvußarıos = arm. Smbat, Aowtios = arm. Asot,
Baonegaxavya arm. Vaspurakan, Mavrlıxieor = arm. Manazkert) nach
der alten Aussprache wiedergeben werden. . |
IV. Theil.
Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft.
Bei einer kleineren Anzahl armenischer Wörter lässt es
sich bis jetzt nicht entscheiden, von welchem Volke zunächst
sie zu den Armeniern gekommen sind oder welchem Volke sie
überhaupt ursprünglich angehören !). Einige derselben könnten
auch echt armenisch und von den andern Völkern entlehnt sein.
Diese sind: |
uńuug anag Zinn s. oben p. 300.
1. e behez (o-St.) Byssus Luc. 16, 19 (für gr. 8vococ)
u. s. w., besonders im A. T. (z. B. Ex. 25, 4), davon behezeay,
behezelen “von Byssus’ Gen. 41, 42, Ex. 39, 25
= gr. H “Byssus’, davon Bvoocivog (Hdt. II, 86, Trag.
u. s. w.) von Byssus’, hebr. 72 būs (in den spät nachexilischen
Büchern), ebenso phoenicisch, s. Euting, Erláuterung einer
zweiten Opferverordnung aus Carthago p. 5, syr. NR busa,
arab. A urspr. “Byssus’, dann überhaupt prächtiges Gewand’
(aus dem Persischen ? Fraenkel 42).
Arm. behez kann für *beez stehen. Es stammt jedenfalls
weder aus dem Griechischen noch aus dem Syrischen. Leider
ist das Wort bisher im Persischen nicht nachzuweisen (np. bazz
des Wörterbuches stammt aus dem Arab.).
2. papa. burgn (n-St., gen. brgan) Thurm’ 1 Maccab. 13, 28
(rrvoauis), 16, 10, MX. 15, z. 12 v. u., Euseb. Chron. I, 52, nicht
häufig
1) Hier kommen auch die kleinasiatischen Völker in Betracht, deren
Sprachen zu Grunde gegangen sind, besonders wenn es sich um Dinge
(Bodenerzeugnisse u. dgl.) handelt, als deren eigentliche Heimath man
Kleinasien vermuthet.
IV. Theil. Armenisehe Lehnwörter unsicherer Herkunft. 393
= got. baurgs Burg, Stadt', ahd. pure, burg u. s. w., lat.
burgus Burg, Castell’ (4. Jhd. p. Chr., inschriftlich schon seit
Caracalla, Anfang des 3. Jhd.), arab. burj Burg, Zeichen des
Thierkreises’ (6. Jhd.) aus aram. syr. Mà"3 lurga "Thurm'
(Fraenkel 235). Daher auch arm. burgn? — Vgl. Kluge Wb.
8. v. Burg.
Aus dem Arab. stammt mittelarm. dur)n, pl. brjner “Thurm
(Inschrift vom Jahr 1234 in Rare, L. Alishan Airarat p. 85),
ebenso georg. burji tour, planète, constellation’ (Tchoubinof 63).
3. gılmınu zmufs (o-St. und i-a St., gen. zmrsoy u. 8. w.)
Myrrhe Hohelied 3, 6; 4, 14; 5, 13, Psalm 44,9, Mt. 2, 11, Joh.
19, 39 u. 8. w. (immer für gr. ou vQva), zmrs-a-ber Myrrhe tragend
Grig. Nius. (5. Jhd.), zmrs-a-lir, zmis-a-lie voll Myrrhe Hohe-
lied, letzter Abschnitt, v. 1, Narek., zomrs-eal mit Myrrhe ge-
mischt’ (Zouvoyiouévog) Mc. 15,23; Nebenform zmuyn in zmrn-
-a-ber, var. von zmi-a-ber (s. u.) im Wb., zmin-eni 'Myrrhen-
baum’ Ex. 30, 23, Hohelied 4, 6 (var. zmurs) und zmur in
zmr-a-lio Ganjaran, zmi-a-ber (erkir) ouvovoqogog (xweu)
MGg. 598, zmr-em ouvovícc El., Leb. d. Väter
= gr. ouvova Myrrhe = Hu, got. Lw. smyrn, hebr. mor,
syr. NM rd, arab. np. murr A. M. 206, 2. 6 v. u. Urspr. semitisch.
Die Form zmurn kónnte aus dem Griechischen stammen,
aber die häufigste Form zmurs weiss ich mit gr. ouvova, das es
in der Bibel regelmässig übersetzt, nicht zu vereinigen. Auch
für gr. ouvova sollte man im Arm. eigentlich *zmiui'n erwarten.
Doch vgl. matuin (oben p. 363)?
4. %% engoiz (ankoiz) Walnuss Gen. 43, 11, Ag. 479
u. s. w., anguzi ‘Nussbaum’ Hohelied 6, 10, aus Nussbaumholz
Gen. 30, 37
= osset. üngozü D., üngüz T., yidgh. oyuzáh, georg. ntgozt,
hebr. mag &göz, syr. gauzä, kurd. agviz, guviz (Socin), np. goz,
arab. jauz, türk. koz (qoz) Nuss.
Das Wort ist wahrscheinlich im Semitischen fremd. Vgl.
dazu Hehn Kulturpflanzen ® p. 390. Arm. angoiz lässt sich über
*ingoiz auf *engouz zurückführen.
5. ba iut (eut, o-St.) ‘Oel’, auch für gr. Bovrvgo» ‘Butter
und uúgov “wohlriechendes Salbe’ Hohelied 1,1, 2, 3 u. s. w.,
alt und häufig
394 IV. Theil. Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft.
= gr. Elaıov "Oel (aus EAcıfov), Lw. lat. ohvum, oleum,
got. aler Oel (Idg. F. V, 344)?
Arm. iu? kann nicht direct aus dem Grischisähen entlehnt
sein, da es lautlich zu stark abweicht. Gehören sie überhaupt
zusammen und wie? — Ueber Herkunft und Namen der Olive
siehe Hehn, Kulturpflanzen 119 — 120. Dazu s. oben p. 310 die
Bemerkungen über arm. el. Man beachte, dass griech. &Aaıov
eng zu dia Oelbaum, Olive’ gehört, während neben arm. iu?
kein verwandtes Wort für 'Oelbaum' (arm. jileni von je “Oel,
Olive) steht.
gu if kaskeni “Kastanienbaum’ (einmal bei Mech.,
12. Jhd.!) = gr. xaoravea ?, s. oben p. 166, Nr. 305.
6. Anu, metaks (i-; i-a- oder o-St.) ‘Seide’ Ag., Osk.
1 Tim., Mech. Fabeln p. 14, metaZs-a-gorc Seidenfabrikant'
MX. 107, z. 2 v. u., metaEs-are( oder metaksarej mit seidenen
Franzen’ Mos. Kal. I, 292, 2, metakseay 'seiden' Osk. Mt.
= gr. uéra&a ‘Seide’ (4. Jhd. p. Chr. und später), syr. Stonn
(6. Jhd.), arab. dimags (sehr alt, bei Amrulq. Mu'all. 1. Hälfte
des 6. Jhd. etc.) aus midaqs (Fraenkel 40). — Woher stammt
gr. uéraóa?
7. dmpbuh moreni immer für gr. Paros Ex. 3, 2—4, Luc.
6, 44 u. s. w. (A. und N. T.) Brombeerstrauch' oder Dornbusch ?,
mor, mori “Brombeere, Brombeerstrauch'
= gr. uogéa *Maulbeerbaum', uógov “Maulbeere, Brom-
beere’.
Vgl. Hehn, Kulturpflanzen! 373—378.
8. wie: (aman (o-St.) Kümmel Mt. 23, 23, Jes. 28,25 —28
deckt sich im Anlaut nicht mit
syr. XYD kammona "Rommel, hebr. kammön, punisch
yauãv, arab. kammūn, gr. xvuıvov, lat. cuminum, d. Kümmel’
u. 8. w. (Löw, Aram. Pflanzennamen p. 206),
zu denen es dennoch gehört.
"bá" papkay Papagei s. oben p. 315.
9. v sein oder savin Wurfspiess, Lanze’ Jes. 2, 4 (gr.
tiBuvn), MX. 73, z. 7 v. u., davon sent dass. Thom., sunah
(deminut.) Jac. Nisib., NOU (sovinavor) Pit. = senaror
saunavor) FB. 118, 17, Ag. 584, Snorh. mit Wurfspiess bewaff-
net, savn-a-kol "Lansonschafe "Ezech. 39, 9
IV. Theil. Armenisehe Lehnwörter unsicherer Herkunft. 395
= syr. pl. X0 suwinyada “oıßuvaı, hastae’ nur Jes. 2, 4
(Hex.), targum. N % Lange 2 Sam. 21, 16 (nach Fraenkel,
briefl. Mittheilung).
Arm. savin stammt nicht aus dem Syrischen, in dem das
Wort selbst fremd ist und nur einmal vorkommt. Aber woher?
Verwandt scheint gr. ovv!) (Athen., Hesych), oıyuvn (Herod.
5, 9, Aristot, Apoll. Rhod.) der Speer (bei den Kypriern),
arab. pers. ) hasta brevis bidens, quo armorum genere
Ghilanenses olim in bello usi sunt’, np. Zopin Fird. I, 260, 284;
337, 329; 473, 635. |
Arm. savin (vgl. Aidanean, Arm. Gram. Wien 1855 p. 502)
ist aus *sucin entstanden.
10. m tatrak (j-a St.) Turteltaube' Luc. 2, 24 u.s. w.
— gr. reroa£ (Auerhahn'? *Perlhuhn'?), np. tadarv Fasan
(Rebhuhn' Salem. Shuk. p. 12) u. s. w.? Vgl. Hehn, Kultur-
pflanzen ® 356, 357, ZDMG. 47, 3, Horn, Grundriss p. 85.
Am nächsten liegt es wohl, wenn die Bedeutung?) nicht hin-
dert, arm. tatrak nach armenischen Lautgesetzen auf älteres
*tatur-ak zurückzuführen und dieses als medo-persisches Lehn-
wort zu dem von Athenaeus IX, 387 überlieferten medischen
tarvoag (oder vévagoc) Fasan' (Hehn, Kulturpflanzen 6 355) zu
stellen. Wenn die obige Zusammenstellung richtig ist, kann
arm. tatrak nicht, wie Bugge KZ. 32, 70 meint, echt armenisch
sein — und umgekehrt.
11. duighn. pandit (i-a St.) FB. 229, z. 10 v. u., pandiin
(n-St., gen. pandran) ein Saiteninstrument (xıJaoa, CQyavoy
Wb.), pandrn-a-har aıJagıorng, x«t9:.G9q00g Euseb. Chron., Osk.
Es., pandein, pandernahar Plato
= lyd. zavóota, sravdovgıov Ges. Abh. p. 274, zavdovoíc
Instrument mit 3 Saiten, osset. dig. fündur (v. Stackelberg,
Fünf osset. Erzähl. p. 72), tag. fündir Zither mit 2 Saiten‘,
georg. panturi, thush pandur u.s. w. (meine osset. Etym. p. 133).
Zum Wechsel von i mit u vgl. arm. onir Backofen = np.
lanur u. 8. w., oben p. 155.
1) de Lagarde hält Ges. Abh. p. 203 ovßivn Aristoph. Thesmoph. (das
man sonst als Barbarismus im Munde des Skythen für oı3U»n ansieht) für
die ursprüngliche Form wegen des arm., syr. und np. Wortes und trennt es
ganz von oıyürn.
2) Dazu vgl. Philo Opera (1822) p. 128.
396 IV. Theil. Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft.
Andere Wörter, die vermuthungsweise einem der voran-
gehenden Abschnitte zugetheilt worden sind, ohne dass ihr
Ursprung oder der Weg, auf dem sie schliesslich (durch das
Iranische, Semitische oder Griechische?) ins Armenische ge-
kommen sind, sicher bezeichnet werden konnte, sind folgende:
ananuz oben p. 96, aÄsork p. 301, bazmak p. 114, bastern p. 118,
daſſiè p. 133, dargué p. 137, ddum p. 138, despak, des pan p. 140,
doil p. 144, 302, zmruzt p. 151, zvarak p. 303, taput p. 153, tul
p. 155, Zamanak p. 156, zorg p. 161, kałapar p. 163, kamar
‘Gewölbe’ p. 164, kanap p. 165, karmir p. 167, kir p. 172, jal
p. 309, jivi p. 185, 310, murt p. 197, navi p. 202, niš p. 204, 312,
salak p. 272, ping p. 231, polotay p. 315, jnarak p. 232, samil
p. 236, Äurj p. 258, Ärsamn p. 319, ósindr = ausindr p. 259.
Hier sei noch die Frage berührt, ob das Armenische auch
aus den kaukasischen Sprachen Lehnwörter aufgenommen hat.
An sich ist das durchaus móglich und sogar wahrscheinlich,
da kaukasische Völker wie die Albaner (24/can-Z) und Georgier
(Iberer, arm. Vir-£j immer die nördlichen Nachbarn der Arme-
nier waren!), mit denen sie in Krieg und Frieden längst ver-
kehrt hatten, ehe sie noch durch das Christenthum miteinan-
der verbunden waren. Auch spricht dafür der Umstand, dass
das Armenische, worauf ich ZDMG.30,72 bereits hingewiesen
habe, eine auffällige Spur kaukasischen Einflusses an sich zu
tragen scheint, nämlich in seinem Lautsystem, das mit dem
Georgischen fast ganz übereinstimmt, ähnlich wie die ur-
sprünglich rein iranische Sprache der Osseten im Lautsystem,
Wortschatz u. s. w. kaukasischen Einfluss erlitten hat. Allein
die bisherigen Versuche, kaukasische Lehnwörter im Arme-
nischen nachzuweisen, sind nach meinem Urtheil kaum geglückt
und dienen vielmehr der Vermuthung zur Stütze, dass die
Zahl der etwa aus den kaukasischen Sprachen ins Armenische
herüber genommenen Wörter sehr klein gewesen ist, und dass
überhaupt die mit höherer Intelligenz und Kultur begabten
Armenier den Georgiern, Albanern u. s. w. gegenüber stets
mehr die Gebenden als die Empfangenden waren, wie ja in
der That das Georgische eine grosse Anzahl armenischer Lehn-
wörter aufweist. Von den ungefähr dreissig kaukasisch-armeni-
1) Siehe zudem unten p. 404—405.
IV. Theil. Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft. 397
schen Gleichungen, die Tomaschek (Deutsche Litteraturzeitung
vom 8. Sept. 1883 p. 1254) und Bugge, KZ. 32, p. 82—87
aufgestellt haben, muss ich den gróssern Theil als nach Laut
und Bedeutung ungenügend begründet verwerfen und kann
nur wenige für ansprechend halten, nämlich: arm. gail "Wolf:
ing. gel, georg. mgeli, mingr. geri, ngeri, laz. mgeri (nur süd-
kauk.) Erckert, die Sprachen des kaukas. Stammes p. 154;
arm. gini "Wen: ing. yünej, georg. yvino, ming. yvini, svan.
yvinal (nur südkauk.) Erckett p. 148; arm. ping 'Nasenloch'
(oben p. 231), osset. fin) Nase: georg. pinevi, abchas. pyng (nach
Schiefner), afunca, ophgntc (nach Erckert p. 107) “Nase? (nur
abchas. nach Erckert); arm. pićt eine Art Fichte: georg. pice:
Fichte, Kiefer’ Tchoubinof p. 506, bei Erckert p. 63 nur ming.
picvi "Fichte; arm. Zac "Weibchen! (des Hundes und andrer
Thiere“, osset. kaca Weibchen': avar. khuca, lak. khucca, var.
khaca, kür. kkzac, arč. khaöc u. s. w. Hündin nur nordkauk.
Erckert p. 86); arm. hun “Furt: georg. poni ‘Furt’ Tchoubinof
p. 507, georg. ming. pAont, foni, svan. fon, lafan, abchas. afa»
Erckert p. 67 (sonst nicht in den nordkauk. Sprachen); arm.
hari “eben, platt, flach’: georg. parto “weit, ausgedehnt, breit
Tchoubinof p.501, georg. ming. fartho, laz. parto, ing. farthois
‘breit Erckert p. 161 (nur südkauk.) Bei diesen Zusammen-
stellungen ist nun dreierlei möglich: 1) die Uebereinstimmung
ist zufällig, 2) die kaukas. Wörter stammen aus dem Armeni-
schen, 3) die armenischen Wörter sind aus einer kaukasischen
Sprache entlehnt. Das erstere nehme ich an für arm. gai
‘Wolf’, gini "Wen und hun ‘Furt, die ich für idg. halte
(s. unten im V. Theil), ebenso für arm. Aarí ‘eben’, das auch
in der Bedeutung von georg. parto breit abweicht; das zweite
kann angenommen werden für georg. pincvi, abchas. jpync
Nase und georg. ming. piévi ‘Fichte’, die, nach Erckert p. 107
und 63 (wo das georgische Wort fehlt! zu urtheilen, keine
Verwandte ın den kaukasischen Sprachen haben; das dritte
aber für arm. gd Žac Weibchen (des Hundes und anderer
Thiere), das nach Erckert p. S6 in der nordkauk. Sprachgruppe
reichlich vertreten ist und von da auch ins Ossetische (Kaca
‘Weibchen’, s. meine Etym. und Lautlehre der osset. Sprache
p. 126) gelangt sein wird, während es sonst in den idg. Sprachen
nicht vertreten zu sein scheint. Es ist auch im Armenischen
398 IV. Theil. Armenische Lehnwörter unsicherer Herkunft.
selten. Wb. belegt es nur aus der Uebersetzung des Nonuos
(Erklärer der Reden des Gregor von Nazianz), wo es im Sinne
von Hündin' wie auch für hom. XxvAAy gebraucht wird, und
aus dem Wörterbuch des Steph. Lehaci (17. Jhd.): Zoe inc-A
= ‘weibliche Pardel. Auch in gd Äacpor eine Art Räude
(por für bor) des Hundes Geop. 223 soll es enthalten sein.
Dagegen kann es in Äacavarot Lev. 22, 24 für gr. &xroulag
"eastrirt' nicht gesucht werden. Ein kaukas. Lehnwort end-
lich aus moderner Zeit scheint arm. gon guía several pair
of oxen to draw the plough' Bedrossian Dictionary p. 127
(vgl. Justi-Jaba, Dictionnaire p. 345, meine Etym. und Lautl.
der osset. Sprache p. 122—123) zu sein, vgl. osset. golon, gulon,
kurd. kotan, georg. gulani, thusch guía u. s. w. Freilich sieht
gerade Erckert p. 113 es für ein armenisches Lehnwort an.
Aber das Wort kommt in der arm. Litteratur nirgends vor.
Somit scheint mir die Annahme, dass das Armenische eine
erhebliche Zahl Lehnwórter aus kaukasischen Sprachen auf-
genommen habe, bis jetzt nicht genügend begründet zu sein.
V. Theil.
Echtarmenische Wörter.
Die armenische Sprache ist ein selbständiger Zweig des
indogermanischen Sprachstanımes, im Vocalismus mit den
europäischen Sprachen übereinstimmend, in der Entwicklung
der Gutturalreihen mit dem Indo-Iranischen, Slavb-Lettischen
und Albanesischen gehend, sonst aber frei von allen charak-
teristischen Merkmalen der indo-iranischen Sprachen. Die
Träger dieser Sprache haben danach von Haus aus als Indo-
germanen zu gelten, gleichviel ob sie nach der Zeit der indo-
germanischen Gemeinschaft und vor dem Eintritt in die Ge-
schichte sich, wie zu vermuthen ist, mit andern Volksstämmen
gleicher oder verschiedener Abstammung mehr oder weniger
vermischt haben. Wo aber ihre Sitze vor Jahrtausenden ge-
wesen, auf welchem Wege sie aus ihnen nach Armenien
gekommen und zu welchen Völkern sie dabei in engere Be-
zıehungen — Beziehungen, durch die ihre Race oder Sprache
beeinflusst werden konnte — getreten sind, wird schwerlich je
mit Sicherheit festzustellen sein. Nach Kretschmer (Einleitung
ın die Geschichte der griechischen Sprache 1596, p. 208 fig.)
sassen dıe Armenier, einst ein Zweig der phrygischen Nation
(Dovyov &rcoızoı Herodot VII, 73) und eine dem Phrygischen
verwandte Sprache sprechend (Eudoxos bei Steph. Byz. s. v.
zguevía), vor Zeiten im Norden von Thessalien) und wan-
derten, nachdem im dritten Jahrtausend die thrakisch-phrygi-
1) Vgl. E. Meyer, Geschichte des Alterthums II (1893, p. 58: » Auch
an sich ist es in hohem Grade wahrscheinlich, dass die Indogermanen
Kleinasiens und Armeniens von Thrakien aus in ihre späteren Wohnsitze
gelangt sind«. Aehnlich p. 41. Anders dagegen Kiepert, Alte Geographie
p. 79.
400 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
schen Stämme in Bewegung gekommen waren (a. a. O. p. 181),
mit diesen nach Kleinasien, zogen über Bithynien und die
nördlichen Länder nach Kleinarmenien, um später von da aus
in das eigentliche Armenien vorzudringen ). Hier sass (nach
E. Meyer, Geschichte des Alterthums I, p. 295) in der Gegend
zwischen dem Van-see und dem Araxes sowie in der Araxes-
ebene selbst ein von den Assyrern Urartu, von Herodot 244a-
000104 (III, 94; VII, 79) genanntes Volk, nach dem das Land
bei den Hebräern Gr Arärät, bei den Armeniern Airarat
(Centralprovinz?) des armenischen Reiches zur Sassanidenzeit)
hiess. Ein Stamm dieser Alarodier, den Belck und Lehmann die
Chalder nennen, hatte ein Reich mit der Hauptstadt Tuspa?!
(keilinschr. Tuspä), dem heutigen Van, gegründet, das im neun-
ten Jahrhundert zu grösserer Macht und Bedeutung gekommen
war. Vergeblich zog im achten Jahrhundert der Assyrerkönig
Salmanassar III (782—772) in sechs Feldzügen gegen dieses
Reich, das damals »das ganze armenische Hochland von den
Quellen des Euphrat und Araxes bis über den Urmia-see hinaus
umfasste « (a. a. O. p. 418), erst dem gewaltigen Tiglatpileser II
gelang es im Jahre 743 über Kónig Sarduri II von Urartu und
seine Vasallen (von Melitene, Kummuch, Gangum u.s. w.) den
Sieg davon zu tragen und das Reich auf seine alten Grenzen
zu beschränken (p. 448), in denen es noch über hundert Jahre
bestehen blieb (p.484), bis die von Herodot berichtete Invasion
der Kimmerier und Skythen (Saken) stattfand, in Folge deren
nicht nur die Macht der Assyrer zu Gunsten der Meder ge-
schwächt, sondern überhaupt die Verhältnisse der vorder-
asiatischen Volker gründlich umgestaltet wurden. »Wie wir
1. »Vom Bosporus aus durch die paphlagonischen Thalgebiete ost-
wärts zum Halys (arm. Adr der salzige“, dann aber über das nachmalige
$í£ua tòv Aoutviexov in das Làngsthal des Lykos oder Gail-get, von da
über die Klause von Satala zum obern Frät und endlich in die Ebene
Airarat der Alarodier« Tomaschek, Die alten Thraker (1893) I, 4.
2, So genannt FB. 143, z. 13 v. u.
3) Griech. Gwozí« als Stadt. Owanirıs als Land bei Ptol. 5,13 u. s. w.,
arm. Tosp als District der Provinz Vaspurakan MGg. 608, als District mit
der Stadt und Festung Van FB. 172, 178, 213. MX. 223 nennt die Stadt
Van Tospay ‘Van von Tosp', Thom. 51, 63 u. s. w. sowohl Van (Stadt und
Festung«) wie Vantosp (»Stadt der Semiramis«).
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 401
wieder einen Einblick in die Verhältnisse dieser Gebiete er-
halten, ist das mächtige Reich Urartu verschwunden, die
Moscher und Tibarener sind an die Küsten des Pontos zurück-
gedrängt. An ihrer Stelle tritt uns jetzt zuerst der Name der
Kappadoker entgegen. Die Alarodier sind zwar noch nicht
verschwunden, aber neben ihnen treffen wir am obern Euphrat
und bis zu den Tigrisquellen die Armenier« (p. 559). Dies sind
dif indogermanischen Armenier, die im 5. Jhd. bei Herodot
als Sou&vıoı!), Ende des 6. Jhd. in den Inschriften des Achä-
menidenkónigs Darius (521—485) als Arminiya genannt wer-
den, deren Land (gr. Aouevic, ion. Houevin Hdt. V, 52, ap.
Armina- und Armaniya-) nach Herodots Andeutungen von den
Halysquellen und dem die Grenze zwischen Cilicien und Ar-
menien bildenden (Hdt. V, 52) Theile des Euphrat im Westen?)
bis zum Quellgebiet des Euphrat und Tigris sich erstreckte“).
Sollte nun die Skytheninvasion, die dem Reiche Urartu ein
jähes Ende bereitete und so grosse Umwälzungen veranlasste,
nicht auch mit dem Auftreten der vor dem 6. Jhd. nicht ge-
nannten Armenier in Zusammenhang stehen? In der That
vermuthet neuerdings E. Meyer, Geschichte des Alterthums
II (1893), p. 41, „dass wahrscheinlich die Kappadoker und
Armenier in ihre geschichtlichen Wohnsitze erst spät, im sieben-
ten Jahrhundert, vielleicht im Zusammenhang mit den Kim-
merierzügen gelangt sind!) oder doch grössere Ausdehnung
gewonnen haben«, und diese Vermuthung dürfte in so vor-
sichtiger Fassung wohl annehmbar erscheinen. Ihr treten auch
Belck und Lehmann in ihren Chaldischen Forschungen (Ver-
handlungen der Berliner anthrop. Ges. 1895) p. 580, 607 bei,
1) Schon bei Hekataios (Kiepert, Alte Geogr. p. 75). Der Name soll
nach Kieperts Vermuthung a. a. O. von den Medern kommen.
2) Im Süden fand Xenophon den Fluss Kentrites als Grenze zwischen
Armenien und dem Land der Karduchen 'Anab. IV, 3).
3) Nach Hdt. V, 49 (Erztafel des Aristagoras, nach Hekataios) wohnen
die Armenier zwischen den Ciliciern und den Matienern. Nördlich und
östlich von ihnen sassen die X«ozeigec (allein zwischen Kolchern und
Medern wohnend Hdt. I, 104, IV, 37, 40, vgl. VII, 79) und die Add
(Hat. III, 94; VII, 79). Ueber die Saspeiren s. Kiepert, Alte Geogr. p. 83.
4) Ebenso Tomaschek, Die alten Thraker (1893) p. 4.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 26
402 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
die aber weiter gehen und behaupten, dass ein Rest der von
den einwandernden Armeniern unterworfenen oder verdrängten
(p. 584, 587) älteren Bevölkerung in den später nördlich von
Kleinammensen sitzenden Chaldern (arm. Xalti-K FB. 179, gr.
XC Idol, bei Xenophon Xx q ] sich erhalten habe, die ur-
sprünglich südlich vom Van-see gesessen und in der weiteren
Umgebung des Sees noch mindestens bis gegen Ende des
5. Jahrhunderts vor Chr. verblieben wären (p. 583 flg.. Die
Berechtigung, in diesen Cbaldern den führenden Stamm der
Alarodier (oder Urartäer) zu sehen, oder aber Chalder für den
. einheimischen Namen eben dieser Alarodier zu halten, léiten
sie!) daher, dass in den Inschriften der Kónige von Van als
Hauptgottheit Chaldi (Haldi) genannt wird, dass Chaldi hier
auch als Name des Volkes (p. 582) vorkommt, und dass die
Sitze dér Chalder sich einst bis südlich vom Van-see erstreckt
haben sollen. i
Bald nach ihrer (oben vermutheten) Einwanderung ins
westliche Armenien geriethen die Armenier unter die Herr-
schaft der Meder, dann der Perser (s. oben p. $), unter denen
sie ihr Volksthum nach Norden und Osten, in die Länder am
oberen und mittleren Araxes ausbreiteten. »Ihr Name wird
dann auch auf das Land Urartu übertragen; die Satrapie, in
der nach Herodot die Alarodier wohnen, heisst bei Xenophon?)
Ostarmenien. Ebenso wird in den Achämenideninschriften
das Land, welches persisch Armina (susisch Harminijap) heisst,
babylonisch Urastu (Nebenform von Urartu) genannt. Politisch
ist indessen das Alarodiergebiet erst in hellenistischer Zeit,
nach 189 vor Chr., durch König Artaxıas von Armenien?) mit
den westlicheren Gebieten zu einem grossarmenischen Reiche
vereinigt worden‘), und seitdem verschwindet die Nationalität
1) Unter Zustimmung von Gelzer, Artikel Armenien in der Real-En-
cyklopüdie für Theologie und Kirche p. 63, Marquart, Untersuchungen zur
Geschichte von Eran Nr. 8 usd Bd. 55, p. 237) und vielen Andern.
2) Siehe oben p. 9.
3) Siehe oben p. 10.
4) Nach Strabo XI, 14, 5 (cap. 528) hatte Zariadris Sophene, Mx«arvr?
(l. Mini und Odomantis und einige andere Kantone, Artaxias da-
gegen das Land um Artaxata (— Artasat in der Provinz Afrarat), dazu er-
warben sie von den Medern Kaspiane, Phaunitis und Basoropeda, von den
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 403
der Alarodier vollkommen« (E. Meyer, Geschichte des Alter-
thums I, 297). Fin Nachkomme dieses Artaxias, Tigranes!),
entthronte den Artanes, den letzten Nachfolger des Zariadres
von Sophene?) und stellte, indem er auch dieses Land seinem
Reiche einverleibte (ungefähr ums Jahr 90 vor Chr.), für lange
Zeiten die Einheit des armenischen Reiches her, das noch in
der späten Geographie des Moses?) in folgende 15 Provin-
zen eingetheilt wird: 1) Hoch-Armenien mit 9 Kantonen
(darunter Ekeleaer = Axılıonvn Strabo; Derjan = Aeoënvý
Strabo, Plinius; Sper = Zaorsreıges Herodot, vo Strabo
cap. 503, 530; Karin = Kagnvirig Strabo, Caranitis Plinius);
2) Viertes Armenien?) mit 8 Kantonen [darunter Hašteaně =
AoravvirısPtol. (Kiepert, Monatsb. d. A. W. zu Berlin 1873, 197),
Aosıavnvn Justinian; Balahovit = Buhkaßıryvn Justinian;
Cop = Zwopnvn Strabo, Tiopavnvn und T£opnvn Justinian;
Hanjil = ufroe, IMvZunvy Ptol. u. s. w., XavCír Konstant.
Porphyr.; Degi- = Jıyıonvn Kiepert, Monatsb. d. A. W. zu
Berlin 1873, p. 199); 3) Art E mit 10 Kantonen (darunter
Arzn = Arzanene Ammian. Marc, Agbevnvn s. Kiepert,
Monatsb. d. A. W. zu. Berlin 1873, p. 184 Anm., Gelzer,
Georg. Cypr. p. 165, syr. Arzön,; Nprkert = syr. En, arab.
Maiyafariqin = Martyropolis? 5; Sasun- oder Sanasun =
Zavaoovviraı Gelzer, Georg. Cypr. p. 48, Tomaschek, Sasun
Iberern die Bergseite des Paryadres, Xorzene und Gogarene jenseit des
Kyros (Fluss Kur), von den Chalyben und Mosynoiken Karenitis und Der-
xene (Hdschr. Xerxene), die an Kleinarmenien angrenzen oder auch Theile
desselben sind, von den Kataonern Akilisene und das Land am Antitauros,
von den Syrern Tamonitis (?, nach Tomaschek, Sasun p. 9 Teuwgitis?),
` »80dass (jetzt) alle gleichsprachlich sind«. — Zu Akilisene vgl. Strabo
“cap. 530: tyv Axılıonvnv 175v Uno toic Ewgpmvois ngórtgov ovoav. Ueber
Kataonien s. W. Fabricius, Theophanes v. Mytilene p. 42, über Akilisene
ebenda p. 142, über Tamonitis p. 147.
1) Siehe oben p. 10.
2) Oben p. 10 fälschlich Zadriades genannt, s. die Nachträge.
3) Der über Armenien handelnde Theil rührt in der vorliegenden Ge-
stalt aus dem 6. Jhd. ber, nach Kiepert, Monatsber. d. Akad. d. Wissensch.
zu Berlin 1873, p. 600. Nach Tomaschek, Sasun p. 7 geht die ganze Geo-
graphie nin ihrem Grundbestand« in die Mitte des 5. Jhd. zurück.
4) Im Jahre 536 von Justinian eingerichtet.
5: Vgl. Kiepert, Monatab. d. A. W. zu Berlin 1873, p. 196.
26*
404 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
p. 8); 4) Turuberan mit 16 Kantonen (darunter Xoi = XoJai-
ra, Gelzer und Tomaschek a. a. O.; Taraun — Taraunitium
(Hdsch. Tauraunitium) Tac. Annal, Tagavva Procop, Tag«v
Konstant. Porphyr.; Apahuni-Ä = Aragorn Konstant. Por-
phyr.); 5) Mok-k — Mozoene Ammian. Marc. mit 9 Kantonen;
6) Kortat-k mit 11 Kantonen (darunter Kordu-k = Corduene
Ammian. Marc., Kagdotyot Xenophon, Cordueni Plinius);
7) Persarmenien mit 9 Kantonen; 8) Vaspurakan = Baoıra-
gaxava Konstant. Porphyr. mit 36 Kantonen (darunter Tosp
— OQwonitıs, Owonia Ptol. s. oben p. 400; Arcısahovit d. i.
Artii-thal, vgl. Aol, var. 4oono« Ptol. (ein Theil des
Van-sees, nach der Stadt Arte$ benannt); Nazéuan mit gleich-
namiger Stadt = Nağovara Ptol.); 9) Siuni-É mit 12 Kantonen;
10) Argax(Arjax)mit 12 Kantonen, »die Albanien hat«; 11) Paitu-
karan mit 12 Kantonen, »die jetzt Atrpatakan hat«; 12) Uti
— Otene Plin., Oviria 1) Strabo mit 7 Kantonen, »die Alba-
nien hat« (darunter Sakusen = Sazaonvn Strabo); 13) Gugar-k
— [wyagnvi) Strabo mit 9 Kantonen, »die Iberien hate; 14) Tar-A
— Taoxoı Xenophon, Taoı Steph. Byz. mit 9 Kantonen,
15) Atrarat (s. oben p. 400) mit 20 Kantonen (darunter Basean
= ®aoıavoi Xenophon; Bagrevand = = Bayegavöavnvn (|. Ba-
yoavardnvr) Ptol.; Sirak = Sıgaznv) Ptol. ; A'otai-E — Kwraia?
Ptol.; das Ostan von Dein (bis zur Ebene Suruf) = ro Aol HO
Procop)
| Wie weit es aber den eeng im Laufe der Parther-
und Sassanidenzeit gelungen war, die 1n diesem ganzen Gross-
Armenien genannten Reiche eingesessenen Vólker zu armeni-
siren und wie weit nicht, 1st bisher noch nicht genügend unter-
sucht worden. Doch bemerkt Kiepert?), dass in der westlichen
Thalebene des Tigris und im Euphratthal »im Alterthum und,
noch im Mittelalter — nach den ausdrücklichen Zeugnissen
armenischer und syrischer Schriftsteller und nach der Sprache
der Ortsnamen — aramäische (syrische), im östlichen Hoch-
gebirge (Corduene und Moxoene) kurdische Bevölkerung vor-
herrschte «, und dass in den nórdlichen Landschaften bis nach
Basean (Phasiane) das herrschende armenische Volk die ent-
1) Vgl. Fabricius, Theophanes von Mytilene p. 145.
2) Alte Geographie p. 79, 80, 81, 82, 83.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 405
schiedene Minderheit gegen stammfremde, meist zu den
Iberern (Georgiern) gehörende Bevölkerungen noch heut wie
im Alterthum bildet. Entsprechend habe ich!) auf Grund der
von Injijean gesammelten Ortsnamen vermuthet, dass eine
dichtere armenische Bevölkerung nur in Hocharmenien, Airarat,
Turuberan und Vaspurakan gesessen hat. Neuerdings hat
Tomaschek?) überzeugend nachgewiesen, dass in den oben
genannten Kantonen Sasun (Provinz Aljni-k) pnd Xoit‘ (Pro-
vinz Turuberan) noch im 10. Jhd. ein unarmenisches Volk mit
unarmenischer Sprache vorhanden war. Unarmenisch war
auch das Volk der Ortäer (syr. Ur(ayo), die nach syr. Berichten
(Nöldeke, ZDMG. 33,163 fig.) noch im 5. und 6. Jhd. im Kanton
Hanjit' (s. p. 403) sassen. Weiter in der Erkenntniss der ethno-
logischen Verhältnisse. Armeniens vorzudringen, muss freilich
künftigen Forschungen vorbehalten bleiben ?).
Angenommen nun, dass die hier wiedergegebenen Hypo-
thesen über die Einwanderung der Armenier im Wesentlichen
rchtig würen, so würde sich daraus ergeben, dass das Arme-
nische in enger Beziehung zu den thrakisch-phrygischen Spra-
chen, insbesondere aber zum Phrygischen steht, und dass es in
der Urzeit móglicherweise aus kleinasiatischen Sprachen, ins-
besondere aber aus dem Chaldischen (Alarodischen) fremdes
Sprachgut aufgenommen hat!) Da uns aber die genannten
Sprachen theils ganz unbekannt, theils nur aus spárlichen Glos-
sen, Namen oder ungenügend erklärten Inschriften bekannt sind,
so ist mit jenem Ergebniss für die Erklärung des Armenischen
zur Zeit nichtsgewonnen: weder erhält die armenische Etymo-
logie Licht aus dem Phrygischen, noch lassen sich die urzeit-
lichen Lehnwörter erkennen und ausscheiden, und nicht
einmal die Thatsache, dass das armenische Lautsystem kauka-
sischen Characters ist, wird dadurch erklärt5). Wir werden
1) Festgruss an Roth p. 100 Anm. 3.
2) Sasun und das Quellengebiet des Tigris, Wien 1895.
3) Eine arm. Tradition über ältere Dialecte s. in den Nachträgen.
4) Tomaschek, Die alten Thraker I, 3, 4. Vgl. Kretschmer, Einleitung
p. 121. .
5) Denn der »kaukasische« Charakter des Chaldischen ist bis jetzt
nicht erwiesen, trotz Tomaschek, Sasun p. 2, Belek und Lehmann, Chal-
dische Forschungen p. 587 u. &. w. Es liegt zudem ebenso nahe, auf den
406 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
uns daher vorläufig weiter damit begnügen müssen, die arme-
nische Sprache durch Vergleichung mit den uns erhaltenen
indogermanischen Sprachen etymologisch zu erhellen und
grammatisch zu erklären, indem wir dabei alles sprachliehe
Material, das wir nicht als entlehnt erweisen oder mit guten
Gründen als solches verdächtigen können, als echt und indo-
germanisch ansehen, unbekümmert darum, ob wir durch spätere
Forschung des Irrthums überführt werden, ein »chaldisches«
oder ein anderes Lehnwort für indogermanisch gehalten zu
haben.
lch verzeichne nun die Ergebnisse der bisherigen For-
schungen über armenische Etymologie, d. h. alle bis jetzt er-
mittelten armenisch-indogermanischen Gleichungen mit Aus-
nahme derjenigen, die ich für falsch halte, und von denen ich
annehmen zu dürfen glaube, dass sie auch aus leicht erkenn-
baren Gründen von Andern für falsch gehalten werden. Im
Zweifelsfalle habe ich mit der Etymologie auch die Gründe,
warum ich sie verwerfe oder bezweifele, angegeben. Belegstellen
zur Bestimmung der Zeit, wann die armenischen Wörter vor-
" kommen, habe ich in diesem Theil nicht beigebracht, da diese
Wörter durch die Etymologie, wenn sie richtig ist, als uralt er-
wiesen werden. Im Uebrigen sınd die Wörter, zu denen nichts
bemerkt ist, sämmtlich schon im 5. Jhd. nach Chr. in der arme-
nischen Litteratur nachweisbar, und wer Belege zu haben
wünscht, findet sie genügend im Wb. und in der armenischen
Bibelconcordanz (Jerusalem 1895).
Ueber die armenische Lautlehre wird später in der eigent-
lichen Grammatik eingehender zu handeln sein. Hier soll nur
zur allgemeinen Orientierung sowie zur Beurtheilung der fol-
genden Etymologien eine Tabelle der sicheren indogermanisch-
armenischen Lautentsprechungen aufgestellt werden, zu deren
Begründung ich theils auf die Lautlehre der armenischen
Sprache in meinen Armenischen Studien p. 57—78 theils auf
die folgenden Etymologien selbst verweise.
Einfluss der in den nördlichen Provinzen Armeniens ursprünglich einhei-
mischen (s. oben p. 405) sowie der angrenzenden (s. oben p. 396) Landes-
sprachen hinzuweisen. Durch den Einfluss seiner Umgebung hat auch das
Ossetische, obwohl im Wesen echt iranisch geblieben, ein kaukasisches Ge-
wand angelegt, vgl. meine Etym. und Laut, der osset. Sprache p.115—117.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. | 407
1. Vocale. `
Idg. Arm. |
a = ud.
2 = us Gd.
a = m G.
e — be (auch vor v = idg. bh und p),
h $ vor urspr. folgendem (und » + Conson.),
4 a in tash 10, vaisun 60, vasn "wegen , spas-em?
e = h i.
= uu A oder n 0, :
m. u vor urspr. folgendem Nasal + Consonant.
0 = mu.
i = h i.
d = gm. H.
ei ) = ai.
91
ge = un AU, AD.
av
ei se Lë oder pi?
oi . Ke,
u ai in ait Wange?
SN ) = nj ot.
ou
r (er) = mp ar (af vor n). `
l el) = ug at oder wt al.
n (en) = uit an. ;
m (cm) = md am.
Vor anlautendem r, ? (und 7?) wird im Armenischen a, e
oder o vorgeschlagen.
9. Consonanten.
Idg. Arm.
y — ? Vgl. unten leard, luc, jer, erek, mauru, £u, çin, `
ail, gail, maj.
-io- Suffix = -p ~i (gen. Gol, ö
v = o oder ų v im Anlaut und inlaut. nach Vocalen,
schwindet vor und nach Consonanten ?,
(E und kin san und skesur ?).
k, k? = I k nach Vocalen (akn, jun, bok, anjuk etc.),
19 nach n und-r,
408 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Idg. Arm.
SE n ¢ in a£, gu, gori,
k in Ikanem, o-E?,
geschwunden im Anlaut vor einigen Vocalen (s. un-
ten Nr. 160 und 225) und einigemal im Inlaut?,
u s in usanim und dustr (å j in domm 21.
99% -—lk(keam, ker, kin, kalın u. 8. w.),
: ó c in luc, bucanem, orcam, aucanem ?
gh, g2h =; J,
? Í in jer, jerm,
d Z in 1 7,
&J in 27:
kh, Kèh = fu z in szal, car.
kl = u ,
geschwunden vor / im Anlaut: lu (xAvrös), inlaut.
vor $ (ul 8: öxrw)?,
2 in Sun P,
q 2 VOI Tónenden: skizbn "Anfang von sks-ani-m
“fange an'.
kls (k'y u. dgl.) = 9 in ar) (&gxvoc),
g ç in veç (£5), çin (ixvivoc).
kih ses E in car.
g! = éc,
u $ nur in es ich”.
g'h. 4) im Anlaut, nach r und n,
e 2 im Inlaut nach Vocalen,
geschwunden in barnam, darnam?
t = a5 t nach 85
od nach r und (sonst nur noch in den Pron. du und d),
J Y, i zwischen Vocalen (nach Bartholomae:
geschwunden zwischen Vocalen und im Auslaut),
1 b, u (-tro- = arm. ur in haur, maur, elbaur (gen.),
araur),
geschwunden im Anlaut vor r (ereh) und im Aus-
laut nach n (Äsan, -sun, hun, 3. pl. beren),
p iin eutn 7, ul 8; auch i in lanyr, laramim, arcal,
ort, nauli?
tv im Anlaut = p & (in fo, Äez u. s. w. und Tau-).
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 409
Idg. Arm
d = um t,
p lin poit? :
zd = um Sk.
dh —a d
dy = i in méi
p — 4 h 1m Anlaut vor Vocalen,
dafür y y in yauray, yisun, yet,
gesch wunden in a/i£, otn; asr, ori%
1 v nach Vocalen.
pl im Anlaut =; l.
ps = d h (epem; lapem?).
bh = p b im Anlaut, nach 7, r, m im Inlaut,
1 o nach Vocalen.
bhl — , l (in lu). 3
n — 1, n, vor Labialen = m,
1 in giut, aucanem, auj?
ns = u 8 (amis).
m — m,
v nim Auslaut,
12, u in anun (anvan), aur?
ms — us (mis, us).
T = „ar, vor n (und sonst manchmal) = a 7,
q tin albeur, etbair (Dissimilation), ast? und nel?
rty oder rtr = p4 rh, h in marh = mah?
sr = af in Ker (gen. von Sol, aru p,
er in garun, ariun.
T$ — n Fin moranam, or, laramim?,
r in aramb (instr. von air, vgl. gen. ain mit 7 vor
n), è ver, gari?
= , l (das nicht vor Consonanten steht) oder o f.
8 — u 8 vor t, x (auch p?),
ebenso nach z und m, die selbst ausfallen,
sonst geschwunden,
4 h nur in Ain ‘alt’ (vgl. unten Nr. 248).
88 = „sin es ‘du bist.
s» im Anlaut = pê,
(sk ın skesur, s. Nr. 370).
—
410 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Idg. Arm..
skih Seck Bartholomae — g € (in harç, hagt, ate, lucanem, vgl.
ctim, celum). .
sp, Sp = wu sp (spasem Lw. ?) oder A p?
spy . = pfa i (lkanem)?
Idg. ly, bhr, dr = arm. ly, br, bi, tr werden umgestellt in
yl, rb, ib, rt.
Anlautenden Vocalen kann À vorgeschlagen werden, vgl.
haçi, hot, hum, Nav, han.
Zudem sind folgende vocalische Lautgesetze zu beachten:
A. Das ültere Auslautsgesetz:
Die Vocale der ursprünglich letzten Silben fallen aus:
dustr Tochter: $vyarne; ast! ‘Stern’: dorne; mard "Mensch":
Boorös; sirt “Herz: idg. * terdi, lit. szirdis; ard “Form” = idg.
tus; tasn zehn aus *tasan — idg. *dekm; gen. kaur “des
Vaters’: rargög; dster der Tochter: 9vyavégog u. 8. w.
Ausgenommen sind die Einsilbler: mi dass nicht’ = un.
In eris (acc.) drei = idg. *trins ist e nach Wirkung des Ge-
setzes vorgeschlagen worden, vgl. sirís aus *sirtins.
B. Die jüngeren (nach dem Auslautsgesetze zur Wirkung
gekommenen) Vocalgesetze:
1. e und o: bleiben nur in der letzten Silbe, ausserhalb
dieser werden sie (vor Consonanten) zu i und u:
meg ‘Nebel’, gen. migi; e$ Esel’, gen. 180%; £j ‘steige herab”,
pr. janem; lois “Licht, gen. /usoy; loic ‘flüssig’, lucanem löse
auf’; oi (Lw.) 'Kraft', gen. uZoy.
2. {und u bleiben nur in der letzten Silbe, ausserhalb dieser
fallen sie (vor Consonanten) aus oder werden zu 3 (das nur im
Anlaut geschrieben wird):
sirt Herz, gen. srti; Kun Schlaf, gen. Änoy; dustr Toch-
ter, gen. dster; gluz Kopf, gen. gizoy (jetzt gelzoy gesprochen);
. inj Pardel', gen. u; ump "Trinken, ampem ‘trinke.
Ausnahme: Im Anlaut bleiben i und v (is ‘Viper’, gen. ii;
ul acht, gen. ulig; ustr ‘Sohn’, gen. uster (vgl. dägegen dustr
"Tochter, gen. dster)u. s. w.), nur vor n, m, 1 Conson. werden sie
zu ə (vgl. inj, mu; ump, ampem oben, it) Verlangen, Begehren’,
gen. hi, davon olj-ana-m verlange, wünsche u. s. w.) ausser
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 411
in: inn ‘neun’, pl. nom. inung, gen. inunc!); unn Ohr, gen.
. unkan; ult ‘Kameel’, gen. uttu (neben stu). -
Andere Ausnahmen der Regel B wie Aim» ‘Grundlage’,
gen. himan (statt *hman) ; hingerord der fünfte von hing fünf
(neben gen. Angie und Angetasan fünfzehn); Aunel schlafen
von kun “Schlaf” (gen. Änoy) u. s. w. erklären sich leicht als
spätere Analogiebildungen; ihre Zahl ist der Regel gegenüber
verschwindend klein.
3. ea bleibt nur in der letzten Silbe, ausserhalb dieser wird
es zu e:
leard “Leber, gen. lerdi; apr. 3. p. kof-eag, 1. p. kof-eg-i.
4. a, e, o fallen nicht aus.
Ausnahmen: aižm jetzt von zam Zeit'; € nicht' (z.B. (-em'ich
bin nicht’) proclitisch für og nicht' (L B. o em nicht bin ich’).
.aty=ye+ty=ditry=miurym=u.
Vgl. 3. sg. pr. al-a-y (1. al-a-m), ber-e (1. ber-e-m), ber-i
(1. ber-i-m), tot-u (1. tot-u-m).
1. f ag-ani-m (aor. 1. p. ag-ay) ich ziehe mir (etwas:
Kleider, Schuhe u. s. w.) an', caus. ag-uc-anem 'Jmd. etwas
anziehen, bekleiden’, ar-ag-ast Hülle, Vorhang (übertragen:
Vorwand), Brautgemach, Segel“: zd. ao9ra- Schuh', lit.
at-tà trage Fussbekleidung', au-n4 (inf. aŭti) ziehe Fussbeklei-
dung an', lett. du-ju lege Fussbekleidung an’, ksl. 05-u-7g dass.,
lat. ind-wo ziehe an’, umbr. an-ovihimu “induimino’. Idg. 1. pr.
*évo oder *óvo (nicht dv’. — Bugge Btrg. p. 13, 14.
Arm, ag- = idg. ov. Ueber arm. a == idg. o 8. Bartholomae
BB. 17, 91 fig., anders Meillet MSL. 8, 153 fig., über arm. g =
idg. v meine Arm. Stud. p. 65. — Hierher stellt Bugge KZ.
32, 29 von neuem arm. a aud (gen. audi) ‘Schuh’, das er auf
urarm. *auti- zurückführt — ?
2. ii ag-ani-m (aor. 1. p. ag-ay) übernachte, bleibe
die Nacht über’, caus. ag-ug-ane-m “beherberge’, vair-ag auf
dem Lande lebend (&ygovxog Gen. 16, 12); dazu wb aui Ueber-
nachten, Nachtruhe, Station (Sb. 68), das selbst wieder mit ag-
zusammengesetzt wird: aul-ag-anam “übernachte’, dag-aule-ag
im Freien übernachtend' (Luc. 2, 8): Wrzl. av in gr. lavo
1) Also keine eigentliche Ausnahme!
412 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
(= *iy-au-yö) schlafe, avAıg Nachtlager. — Bugge, Btrg. p. 14,
Fr. Müller, Armeniaca VI, p. 8, Bugge, Idg. F. 1, 446.
Unsicher. — Ueber lava schlafe neben àéga: die Nacht
zubringen’ (Wrzl. ves) s. Schulze, Quaestiones epicae p. 71—75;
über avAr 'Hof' ebenda p. 72 Anm. — Bugge und Fr. Müller
stellen zd. av ‘gehen’ hierher, Fick Wb.“ I, 170 zur voran-
gehenden Nummer (lit. aunù u. s. w.), ich lasse es beiseite. —
Bugge führt auí auf urarm. *aäti- zurück —?
3. [g az-az-im, az-az-anam vertrockne, werde dürr’
(bes. von Pflanzen), az-az-un ‘dürr, vertrocknet': gr. tlu
‘dörre, trockne', tlouat “verdorre’ (aus *azdo-), nsl. ozditi dar-
ren. — Bugge, Idg. F. 1, 445, KZ. 32, 1.
Falsch, da idg. zd = arm. st sicher, Bugge's Gesetz: idg. zd
vor dem Accent = arm. 2 nicht begründet ist.)
4. [ alap arnem, alapem plündere', erst bei Mt. Urh.
und Oskiph. (12. Jhd.): gr. Aapvoov “Beute.
Unsicher, da man arm. lav, für gr. 4«q- (Wurzel labh) zu
erwarten hätte und Grund zur Annahme einer Wurzel Zonk
(s. unten /apem) nicht gegeben ist.
5. ui hp ali-A plur. (gen. aleag) 1) die Wellen, Wogen’, 2) der
weisse Bart, das weisse Haar' (der Greise), davon alevor (*ali-a-vor)
‘greis’ (vom Haar Pseud. 9, z. 2 v. u.) = gr. ro- weissgrau,
greis’, sowohl vom Haar wie vom brandenden Meere gesagt (vgl.
hom. @Aög ztoAtoio und &Aóg ztoAuc), ai mokal weisses Haar’.
Idg. *polio-. — Bugge, Btrg. p. 9. Weitere Verwandte (skr.
palitá- ‘greis, altersgrau' etc.) s. bei Fick, Wb.“ I, p. 478.
Zum Abfall des anl. p = arm. A vgl. ot» Fuss = idg. *pod-.
6. weh‘ ac-em (aor. 1. p. ac-i) bringe, führe’ — skr. djami
*treibe', zd. azami führe, treibe“, gr. &y« "führe", lat. ago treibe,
an. aka fahren’, air. aig in adaig “agit, atom-aig adigit me.
Idg. 1. pr. ag!o. `
Davon ac-£ (nom. pl.) Schössling' Philo Paralip. (Venedig
1826) p. 153 und Vardan Gen., vgl. im Deutschen der Trieb
(einer Pflanze) von “treiben”.
7. Lénk acuz Kohle, Kohlen'(Klagel.4,8 für 402045 “Russ”,
auch acu? geschrieben FB. 52, z. 1 v. u., 53, 2 : skr. dngara-, np.
angist, lit. anglis, ksl. ggli Kohle. — Fr. Müller, WZKM. 8,361.
Falsch, zumal acuz die richtige Lesart ist.]
€
V. Theil. Echtarmenische Wórter. 413
8. mbut akan der (zum Zwecke des Einbruches in ein Haus
angelegte) Graben’ (für gr. dıogvyue Ex. 22, 2), akan hatanel
wörtl. einen Graben schneiden’ — eine Oeffnung (durch die
Mauer oder Wand des Hauses, um darin einzubrechen) graben
(für gr. ‘dıogtoosıv Mt. 6, 19, 20; 24, 43) = skr. ant graben
(khanaka- ein Gräber, Einbrecher), zd. kan, ap. inf. kantanaty
= np. kandan graben.
Die Zusammenstellung ist richtig, wenn arm. akan in
a 4- kan zu zerlegen und das anlautende a als Praefix (vgl. skr.
akhana-, akhanika- Dieb, Schwein, Maus’, eigentl. Gräber’)
zu fassen ist. Von einem solchen Praefix ist aber sonst im
Armenischen nichts bekannt und die arische Praeposition à
hier nur in Lw. (vgl. akah oben p. 94) vertreten. Man kónnte
freilich in akan ein persisches Lw. sehen = ap. “akana- (vgl.
zd. avakana- ‘Grube’, hankana- (unterirdisches) “Haus (des
Afrasiab), skr. @khana-), doch liegt ein phl. “akan nicht vor
noch auch macht akan in akan hatanel den Eindruck eines
Lehnwortes. Zu iran. kan gehören als Lw. arm. andak Gra-
virung' oben p. 256 und zandak ‘Graben’ oben p. 267. Ob auch,
wie de Lagarde Ges. Abh. 298 will, arm. apakanem vernichte,
verderbe' und arm. vkundem “besiege, unterwerfe, werfe nieder
(nur Euseb. Chron. I, 53 und Patm. ai leh.) dazu gehóren,
bezweifle ich. Beide müssten dann auch als pers. Lw. (àpa-
kanem = phl. *apakanem; vkandem denom. von *vkand = ap.
*vikanti-, vgl. zd. vikanti- vd. 7,50 Einreissen') gefasst werden.
9. mbi akn (gen. akan, instr. akamb) Auge, pl. af-A (gen.
acag, instr. acauk) = kal. oko, dual oci, lit. akis, lat. oculus, gr.
ouua (== *oz-uo) Auge, bom. wira "Gesicht, später wy Auge,
dazu zrQ0007t0v "Gesicht u. 8. w.
Idg. Flexion: nom. sg. , gen. *oknós, nom. du. %
nach Joh. Schmidt, Pluralb. p. 406. Ueber die arm. Flexion
s. Verf. Idg. F. 4, 113. Danach af-X der Fortsetzer des idg.
Dualis “oki — ksl. oct, vgl. gr. 0006 = *okye = *okie. — Die
Bedeutung "Auge liegt häufig neben der Bedeutung Oeffnung,
Loch, Quelle’, so arm. akn (pl. akunk, acc. akuns und akans
Oeffnung, Loch, Masche’ (des Netzes), besonders häufig von der
Quelle gesagt = ösrn Jacobusbrief 3, 11, dıeSodog 4 Kg. 2, 21,
akn alber “die Stelle der Erde, wo die Quelle (abiur) entspringt,
414 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Anfang, Ursprung der Quelle’ (cf. caput fontis) Eznik 245,
FB. 221, 2. 9 v. u., MX. 28, 5, akn auch ‘Quelle’ selbst = rr,
Num. 33, 9, FB. 272, z. 9 v. u.: gr. ören Oeffnung, Loch’, o-
Avwrrog maschenreich' (Netz), lit. äkas Oeffnung im Eise“, ksl.
okno Fenster. Vgl. wegen der Bedeutung auch arab. ain,
hebr. % n Auge und ‘Quelle, np. ta$m "Auge = zd. Cad
Auge neben np. éóa$me = phl. ta$mak “Quelle”. — Gehört
hierher a£ (pl. akanZ) Edelstein' und -akn in aregakrt Sonne
(areg —arev Bonne, patlakn' Blitz ( þailem leuchten, strahlen’),
diakn Leichnam' (di Leichnam')? Vgl. das Suffix gr. or, lat.
-oc u. 8. w. Joh. Schmidt, Pluralb. 392, Kretschmer, Einl. in
die Gesch. d. gr. Spr. 160. !
10. LAH, aheak (gen. aheki) “link” : skr. savyd-, zd.
havya- link’. ,
Falsch, da skr. savyá- im Arm. etwa durch egi oder *egi
vertreten sein müsste, vgl. skr. gavya- = arm. kogt. Auch als
Lw. kann aheak nicht gelten, da das entsprechende Pehlevi-
wort Aoi Bdh. 12, 2 oder Aavik Mätikän i čatrang p. 2, 12 lautet.]
11. wa at (i-St.) Salz, afi 'salzig , yalem (y-al-e-m) salze
(Mt. 5, 13, Mo. 9, 48), att (i- St.) Salzlager, Salz’, alt- att, a?t-adt-in, .
att-alt-uk salzig, alc-eal gesalzen (Euseb. Chron. I, 130,5; =
gr. GÀ-c, lat. sal, ksl. soli, got. salt, air. salann, cy mr. halan ‘Salz’.
Idg. Flexion nom. sg. *süld, gen. *sa?iés nach Joh. Schmidt,
Pluralb. p. 152. — Arm. a7 = got. salt (dazu got. salian 'salzen?),
lat. sall- in sallo ‘salze, idg. *sald-. — Vgl. Aug Flussname
KZ. 32, 81.
12. muni” ata-m (aor. ala-c-i) mahle, zerreibe', afaurt
(ała-ur-i) ‘Mühle (abgebildet Hantess 1893 Tafel 3) : zd. aša-
(aus *arta-) gemahlen', np. ard “Meh? = bal. art, afgh. ora
(=*ärt-) Mehl, neuind. id Mehl KZ. 30, 355, gr. a)éw *mahle'.
Gehört gr. &Aéc, wie Fick annimmt, zur Wurzel mel mah-
len’, so ist es von atum u. 8. w. zu trennen. Doch siehe da-
gegen Joh. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. $3. —
Gehört arm. 4% fi alur, aleur (gen. aler) “Meh! als Lehnwort
(KZ. 32, 41) zu gr. @)evoov (= &Ze-Foov), kerap d. i. d.
(Schulze, Quaestiones epicae p. 226) oder ist es urverwandt
mit ihm? Ich halte es für echtarmenisch. Zur Form vgl. atbeur
Quelle = qo«g. — Zu alauri (= „alutrio) vgl. gr. &Aérguog
und wegen des Suflixes arm. araur “Pflug”.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 415
13. neuf albiur, albeur (gen. alber) Quelle — gr. poéag
(hom. geelara d. i. penara) aus “gor Fag Brunnen.
Die arm. Formen gehen zurück auf idg. nom. *dhrevr, gen.
*bhrevros, die griechischen auf idg. nom. *)/revr, gen. *bhrevn-
| tos. — Weitere Verwandte s. Per Persson, Wurzelerweiterung
p. 126, Schulze, Quaestiones epicae p. 317 Anm., Fick, Wb. II,
p. 172.
14. wyniku alves (-St., gen. alvesu) Fuchs': skr. lopagd-
Schakal, Fuchs’, phl. ropas, g. ruwas, osset. robas D., rübas,
ruwas T., bal ropask, np. robah Fuchs', sarigoli rape, gr.
alu rung.
Da unsere Texte in der letzten Silbe armenischer Wörter
€ sehr häufig für e setzen, wird der Nom. aves für alves stehen
und lautgesetzlich über *aluves auf urspr. *alopek!u- oder
* lopek!u- (vgl. gr. à2wzrex-) zurückzuführen sein. Die arischen
Formen entsprechend auf *laupekto-. Vielleicht liegt Entleh-
nung vor, dieselbe müsste aber in vorhistorischer Zeit statt-
gefunden haben. — Vgl. Bartholomae, BB. 10, 294; Brugmann,
GrundrissII, 237 ; Schrader, BB. 15,135; G. Meyer, Idg. F. I, 328;
Darbishire, Fox and Wolf (Cambridge Philol. Transact.).
15. man alt (o-St.) Schmutz, Unreinigkeit‘, alt-el-i
‘schmutzig’ : gr. «oda Schmutz, Unreinigkeit, @gda).og 'be-
schmutzt’? — Bugge, Btrg. p. 35.
Man sollte arm. *art erwarten, vgl. sirt "Herz = xogóía. —
Fick und Prellwitz stellen ceda zur Wurzel merd (smerd), da-
gegen Joh. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. $3.
16. n altiur, häufiger etfiur oder elteur (gen. elter)
feuchte Niederung, Wiesengrund, Wiese, Sumpf’ : gr. God
*benetze', skr. ardrá- feucht, frisch’? — Bagge, Btrg. p. 35.
Arm. eltiur kann für *ertiur stehen (vgl. abiur und elbair,
dazu Brugmann, Grundriss I, 227) und auf urspr. *erdevy zu-
rückgeführt werden, das sich mit ġọðw verbinden lässt. Aber
der Wechsel zwischen anl. a und e im Armenischen kann auch
auf Vocalvorschlag deuten (7 steht nicht im Anlaut!) und somit
eitiur aus *ertiur auf urspr. *drevr (vgl. albiur = *bhrevr und
wegen arm. rt aus idg. dr: Äirtn‘Schweiss’ = gr. Lo) zurück-
‚gehen, das nicht zu God gehören würde.
416 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
17. wf am (i-a St.) Jahr! — skr. sáma- Halbjahr; Jahres-
zeit, Wetter, Jahr’, zd. Aamo des Sommers, hama im Sommer’
(Bartholomae, Idg. F. 1, 179), air. sam ‘Sommer’, cymr. Ady
u. s. w. Fick, Wb. II, p. 290.
18. wu: aman (i-a und o-St) Gefäss: skr. ámatra-
"Krug, Trinkschale, Gefäss, gr. «ic Nachttopf“, tun Wasser-
eimer (Lw. lat. ama mer, d. Ohm). Vgl. Idg. F. 7, 94.
Np. man, mana Geräth' (unbelegt) ist aramäisches Lw. nach
Nöldeke, Pers. Stud. 2, p. 40. Vgl. Horn, Grundriss p. 215.
19. i amain (gen. amaran) Sommer, amar-ayin Som-
merlich’, y-amaranoin im Sommer’ (Eznik. 171), amar-atni im
Sommer, amar-a-sun im Sommer gewachsen' : ahd. sumar
"Sommer, ö
Zu arm. am ‘Jahr’ = zd. ham- “Sommer. — amarn, gen.
amaran verhält sich zu zd. am- (gen. hamo) ‘Sommer’ wie
mern, gen. jmer-an “Winter zu zd. zim- (gen. zimo) "Winter.
Ueber das r-Suffix in amarn, Stamm amar- und amaran- vgl.
Joh. Sehmidt, Pluralb. p. 207—209, BB. 15, 24; 18, 9, Idg. F.
1, 179, Bloomfield, Adaptation of suffixes p. 19.
20. wpaq} ambotj vollständig, ganz, unversehrt’ (FB. 187,
z. 1 v. u., Philo, Pit. und Spätere) in amb und of? zu zerlegen,
vgl. oj (o-St.) gesund, ganz, vollständig’, a-? gesund, voll-
ständig, unversehrt’, .
amb- = gr. Gu pi zu beiden Seiten’, lat. ambi- (ambiegnus),
amb- (ambire, ambages u. 8. w. MSL. 8, 382), air. tmb, tmm-,
imme- (Fick, Wb. II, 34). — Meillet, MSL. 8, 236. — Zu olj
s. unten Nr. 328.
Die Zusammenstellung ist möglich, aber unsicher, da die
Bedeutung des nur hier vorkommenden amb- sich nicht er-
mitteln lässt.
21. ulu amen, gewöhnlich amena:n (i-St.), in Comp.
Ce > € e
umen-a- jeder, all, ganz : gr. Gug- got. sums, ahd. sum, ais].
. e 3) Ce . H A
sumr irgend en, skr. sama- irgend einer, jeder, zd. ap. hama-
‘jeder’, idg. *smmo-. — Brugmann, Die Ausdrücke für den Be-
griff der Totalitát p. 5. .
Wenn e vor n im Arm. immer zu i wird, muss amenain
für *am-ean-ain stehen.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 417
22. wılku amis (o-St., gen. amsoy, gen. pl. amsog, daneben
der gen. sg. amsean) ‘Monat’ — skr. mäs- ‘Mond, Monat’, zd.
(nom.) má, ap. mahya (im Monate’), np. mah, dial. mang, gr. uns,
ion. uels, lat. mensis, got. mēna (Mond) menops (Monat), lit.
ménil, ménesis, ksl. méseci, air. mi (gen. mis), cymr. mis.
Wenn das anlautende a von amis alt (älter als das vocalische
Auslautsgesetz) ist, so ist nom. amis, gen. amsoy auf nom.
*amensos, gen. *amensosyo zurückzuführen. Aus *mens und
*amöns wäre im Arm. “mis und *ams geworden.
23. miy amp oder amb (o-St.) “Wolke : skr. abhrd- 'trübes
Wetter, Gewölk, Gewitterwolke, Wolke’, zd. awra-, np. abr
‘Wolke’, osset. arw “Himmel” (dazu üwray, üwrag Wolke,
Nebel?) gr. àggóg Schaum’, skr. dmbhas- "Wasser. Vgl.
végog Wolke = skr. nábhas- Nebel, Gewölk, Luftraum, Him-
mel', ksl. nebo u. s. w.
Arm. amp, amb = idg. O-, *mbho- wie skr. abhrá- = idg.
*nbhró-, *mbhro-. Vgl. Joh. Schmidt, Kritik der Sonanten-
theorie p. 153. — Arm. a2? (o-St.) Roth ist nicht mit Bugge,
Btrg. 35 hierher zu stellen.
24. wj, ail (o-St.) andere = gr. &i, kypr. allog, lat.
altus, got. alis, air. aile. ldg. *alyo-.
Zu ail “aber vgl. gr. dd aber, got. alja ausser.
Gerade die ältesten Handschriften haben ais, aber alle Texte
geben dil, auf das auch das Neuarmenische [at], al) hinweist.
25. mjó aic (i-St, gen. pl. aiciç) Ziege‘, pl auch aici-A
(gen. aiceag) al alyes Gen. 31, 38 u. s. w., davon aiceay, aiceni
‘caprinus’, aiceamn (gen. atceman) Gazelle (dogxas) = gr. arë
(gen. alyóg) Ziege, atyetos von Ziegen, von Ziegenfell, ziegen-
ledern’, zd. izaena- oder izaena- (vd. 8, 23) aus Fell, ledern'.
Vgl. skr. ajá- Ziegenbock, aja- Ziege, ajina- ‘Fell’, phl.
azak Ziege PPGI. 5, 5, lit. oZgs Ziegenbock', os ‘Ziege’,
air. ag allaid ‘cervus’ Fick, Wb. II, 7. Ueber zd. azi- = skr. ahi-
"Kuh' s. J. Leumann, Etym. Wb. der Sanskrit-Sprache p. 30.
26. [wp atr ‘Mann’, pl. nom. ar-£, acc. ar-s] sg. gen. an,
abl. y arne, instr. aramb, pl. gen. abl. arang, instr. arambk ==
zd. arf; “Mann, männlich’, acc. ar$anam, gen. arsnö, gen. pl.
arángm, gr. &ponv, &oonv (gen. üpgevog), lak. eee, ion. & %
(S e) Idg.F. 7, 45 männlich, Männchen’, skr. ríabAá- Stier.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 91
418 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Arm. ain = zd. aráno = idg. *rsnós. Von demselben Thema
idg. *rsen- müsste der Nom. im Arm. Zorn (wie der Genitiv,
vgl. arm. gain = gr. faerwy) lauten, der Nom. pl. *arınk. Also
gehört der Nom. air (pl. ar) zu einem andern Stamme. Bugge
(Etruskisch und Armen. p. 53) und Meillet MSL. 9, 151 setzen
arm. air = gr. de, arn = gr. dos; mir nicht glaublich. —
Zu air “Mann” gehört vielleicht aru männlich’, auch ar: tapfer
(@vögeios)? Anders Bugge, PBr. 21, 424. Zur Flexion vgl.
Bartholomae, Stud. II, 27 Anm. 1.
27. mjn ait (i-St.) Wange“, att-nu-m schwelle', att-umn
‘Schwellen, Geschwulst' : gr. oldog Geschwulst', olóua Auf-
schwellung, Schwall’, oióécw 'schwelle', ahd. eiz Geschwür
(zu estar Gift', aisl. eitr "Gift. Wurzel oid. — Ueber lat. aemidus
8. BB. 5, 273.
28. mypbil air-e-m (aor. air-eg-i) verbrenne, zünde an’,
z-air-ana-m werde aufgebracht, zornig', z-air-a-gin zornig, un-
willig’, von einem nicht mehr vorhandenen “air Feuer und
z-air Zorn' abgeleitet — zd. a/ar-, nom. ätars Feuer, phl.
atur, np. adar und atas, osset. art brennendes Feuer, Flamme’
(aus @9r-, vgl. zd. gen. a9ro), bal. as Feuer (aus d Or-), afgh. or
Feuer (aus a9r-), kurd. aur, ër Feuer ZDMG.38,48. — Ueber
den Zusammenhang von zd. atar- mit zd. aJ2aurun-, a2ravan-
= skr. átharvan- Feuerpriester s. J. Leumann, Etym. Wb. der
Sanskrit-Sprache p. 12, dagegen Bartholomae, Idg. F. 5, 221.
Die persischen Wörter sind auch ins Armenische entlehnt
worden als alas s. oben p. 92 und atr- (aus *atur-) s. oben p. 110
und p. 23. Arm. “air Feuer = idg. nom. “ater.
29. 4% aic (ohne oblique Casus) Untersuchung’, atc arnem
“suche heim, besuche, nehme mich Jemandes an, kümmere mich
um etwas’, y aig elanem suche heim, erbarme mich, nehme mich
an’, aig-el-utiun Untersuchung, Prüfung, Heimsuchung, Für-
sorge ahd. eisca Forderung’, eiscon forschen, fordern, fragen’,
nhd. heischen, lit. jészkót? (aus dem Ahd. entlehnt? Wiedemann,
Handbuch p. 37), ksl. iskati“suchen’, skr. iééAdti sucht, wünscht’
(wovon #cêha Wunsch, Verlangen’), zd. Gott “wünscht.
Davon zu trennen haiç-e-m bitte, verlange, suche’, Aasc-vac
“Bitte, Verlangen’. — Das Verbum aiçem ist selten und wohl
erst von aic abgeleitet. Letzteres — idg. *ais-sK!Aa.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 419
30. wii, an Negation in Zusammensetzungen = skr. zd. ap.
a- (vor Consonanten), an- (vor Vocalen), gr. d-, d-, lat. in-,
germ. un-, idg. , vgl. arm. an-asun eigentl. 'nicht-sprechend’ =
Thier, ananun ohne Namen’, an-canaul unbekannt, anban un-
vernünftig, sprachlos, Thier’, skr. dn-ägas- schuldlos“, á-jñāta-
“unbekannt’, d-naman-"namenlos’, a-nama-ka-"Schaltmonat’, ap.
a-näma-ka Name eines Monats, zd. an-zhtta-"unbefleckt’, a-mesa-
‘unsterblich’, gr. &y-wvuuos "namenlos, à-yvog unbekannt),
&pwvog sprachlos, stomm, lat. in-ermis 'unbewaffnet', infans
eigentl. nicht-sprechend' = ‘stumm’, ‘Kind’, ignotus “unbe-
kannt’, got. unkunps “unbekannt”.
- 31. -wy and in piu dr-and oder dr-andi (dr- aus dur-
"Thür) für gr. rg09vg0o» Richter 19,26, Ezech. 43, 8, Urreg$vo0v
Jes. 6, 4, ora$uög Jes. 57, 8, zgózvÀAov Amos 9, 1 = skr. ata
Umfassung, Rahmen der Thür, zd. g:3yà acc. pl. yt. 10, 28 etwa:
“Thürpfosten’, lat. antae Thürpfeiler', aisl. ond Vorzimmer'.
Arm. drand, drandi nur im A. T. und Aristot. de mundo 620.
- Für die Theile des Thürrahmens hat das Armenische ausser-
dem die Wörter seamk und baravor. Letzteres ist die obere
Thürschwelle’, seamX nach FB. 215 die untere Thürschwelle’,
nach Ex. 12, 7 aber erku seamă = die beiden Thürpfosten’
(oraYuotl), nach Ezech. 43, 8 = Pita (das aber Ex. 12, 7 durch
baravor übersetzt wird) während nach dem Zusammenhang
Richter 19, 26 drandi = ‘Schwelle’ sein sollte.
32. 1 ank-ani-m (anganim) falle (aor. ank-ay) : got.
siggan 'sinken', ahd. sinkan, caus. got. saggjan versenken’, ahd.
senchan? — Meillet (briefl. Mittheilung). Dazu lit. senkù, seti
"fallen, sich senken’ (vom Wasserstande), gr. é& sank Joh.
Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 62— 64.
Arm. ank (ang) kann = idg. sng (snk) gesetzt werden. —
Bartholomae will siggan auf idg. sig? (neben si), lit. senkù
(inf. sekti, seklüs seicht', sekis seichte Stelle’, ohne Nasal!) und
gr. &apIn auf idg. sek? zurückführen, Idg. F. 7, 94—95. An-
ders Wiedemann, Lit. Praet. 58, Handbuch p. 20 (Wurzel s/?).
33. 1e ankiun, angiun (n-St., gen. ankean) Winkel,
Ecke’ : lat. angulus Winkel, Ecke, Spitze’, ksl. gglü "Winkel.
Lat. angulus lässt sich auf *anklos (Brugmann Grdr.) oder
anglos (Fick, Wb. I, 352) zurückführen, ksl. gg/á nur auf *anglos.
27*
420 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Im Armenischen wechseln Tenues und Mediae nach Nasalen.
Ist aber die verbreitetere Form anktun auch die ältere, so geht
es wohl auf urspr. ang- zurück, da idg. nk im Arm. zu ng wird,
vgl. hing fünf = idg. *penke.
34. mån anj-uk (auch ancuk geschrieben) eng, Enge,
Engpass, Noth, Bedrängnis: skr. ghú- eng Drangsal’, ghas-
"Bedrüngniss, Noth = zd. gzah-, gr. &yxw 'schnüre, würge',
lat. ango 'schnüre, würge, angor Würgen, Beklemmung, Angst’,
angus-tu-s “eng, got. aggvus “eng, ksl. gzükü ` eng, lit. afiksztas
"eng, air. cum-ung eng, cum-gai “angores.
Arm. anju- = idg. *ang!hu-. — Hierher auch anjuk (ancul)
‘Verlangen’?
35. wind anun (n-St., gen. anvan) Name = skr. nama,
zd. nama, ap. nama, gr. ovoua, lat. nomen, got. namo, ksl. one,
apr. emmens, emnes, alb. emen, air. ainm (nom. pl anmann)
Name'.
Ueber die sicher zusammengehörigen aber lautgesetzlich
schwer zu vereinigenden Formen s. BB. 17, 132; 18, 240, Idg.
F. 1, 77, 453, MSL. 8, 156; 9, 147. Ist, wie ich angenommen
habe, im Armenischen hier m zu v geworden, so geht arm. nom.
anun auf *anvan oder *anuvan aus *anmn oder *anömn zurück.
Das anl. an- könnte = urspr. on- oder x sein.
36. uum anurj (i-St., gen. pl. anrjie) "Traum" gr. G,
üvetgoc, Oveıpov (pl. óve(gara) "Traumbild, Traum’, alb. gdere
Traum (= *anrto-G. Meyer, Etym. Wb. der alb. Sprache p. 11).
Arm. anur-(j) aus *anör- : gr. 0vaQ = gr. TÊNUWO : gr.
téxuag. Ueber das anl an- s. unter anun. Vgl. BB. 17, 103;
18, 34; Idg. F. 2, 268.
37. n ar-ne-m (aor. ar-ar-4) mache : gr. àgagíaxco
(aor. neagov) füge.
38. wun'umul ar-nu-m (aor. art) “nehme : gr. &pvvuaı (aor.
nodunv) ich trage (für mich) davon, erwerbe mir.
39. unm. aru (gen. arvi oder arvoy) "Canal (zur Bewässe-
rung der Felder, Gärten u. s. w., aber auch die Canüle im Körper
wie Adern u. s. w.), dann auch Bach, Strom’ (von Thränen,
Blut bei Arist) aus *sruyós oder *srutis von Wurzel sru
fliessen in: skr. srávati fliesst’, sruti- Ausfluss, srötas- Strom,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 421
Fluss, Canal im menschlichen und thierischen Leibe, Ausgang,
Oeffnung', ap. rauta Fluss’, gr. óvróc fliessend', b Fliessen',
aisl. séraumr, d. Strom, lit. sraviu, sravdti fliessen, sickern’, kal.
struja ‘Strömung’, air. sruth “Fluss’, sruaim ‘Strom’. — Dazu
aroganem = oroganem bewüssere von *srov- (vgl. kov ‘Kuh’:
kogi "Butter, fu ‘Aufbruch’: fogay ging'): gr. ö Fog Strö-
mung, Strom’, lit. srava “Fliessen’, ksl. o-strovü Insel’ u. s. w.
nach Bugge, Idg. F. 1, 451, 452.
Ich halte diese Zusammenstellung nicht für sicher, da die
urspr. Bedeutung von aju “Graben, Canal, Rinne’ (gr. avào$,
dycyòg, ͥxeròôg) ist, vgl. ai vanan q Aquaeduct’(Euseb. Kircheng.),
arvamajk Graben (= avAc& Num. 22, 24).
40. wuku as-ein (gen. asian) ‘Nadel’: lat. acus "Nadel,
acuo schärfe, acies Schärfe, Spitze, Sehkraft', acer ‘scharf’,
gr. dxíc Spitze, Stachel’, àx-go-c an der Spitze befindlich’,
&xgov "Spitze, skr. dert scharfe Kante, Ecke, Schneide‘, lit.
asz-t-rü-s, ksl. os-t-ră scharf, ags. egl Aehrenstachel'.
Dazu astani Faden“, vgl. np. darzan Nadel' neben darzmän
Faden u. s. w., oben p. 140. — Arm. asein aus an = urspr.
*ak lon (oder an u. 8. w.).
41. [wuk as-e-m (aor. as-a-ci) sage, as- (gen. asi) Worte
MX. p.6: gr. 7 ‘sagte’, lat. ajo sage, adagio, adagium Sprüch-
wort. Ueber skr. ah s. Idg. F. 4, 117.
Unsicher, da arm. as- lautgesetzlich — idg. ak! ist. Meillet
MSL. 7, 164 nimmt als Wurzel ag! — arm. Zoe an und lässt
*ac als 3. p. perf. vor folgendem Consonanten in *as (vgl. es
‘ich’ = gr. yw für ec vor folgendem Consonanten?) über-
gehen, zu dem ein neues Prüsens asem hinzugebildet worden
wäre (wie gitem zu get = old a, gr. Jul zu ).]
42. wumn ds (1-St., gen. astel) ‘Stern’ — gr. dorne Stern,
&orgov Gestirn', skr. star-, zd. star- ‘Stern’, lat. stella, got.
stairnõ ‘Stern’, cymr. seren, corn. steren u.s. w. Fick, Wb. II, 313.
Idg. aster, gen. strós Idg. F. 7, 54.
Dazu astlik, gen. astikan Venus (als Stern), eigentl.
"Sternchen".
43. unip asr Schafwolle, Vliess', Stamm asu- (vgl. asv-ed, asv-i
“wollen’): gr. zróxoc abgeschorene Wolle’, zéxoc “Vliess’, lat.
499 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
pecus (pecoris) Schaf, Vieh’, an. fer'Schaf'. Vgl. Joh. Schmidt,
Pluralb. p. 53, der lat. pecus »urspr. nur das Vliess« u. s. w.
von lat. pecu = got. faihu, zd. pasu etc. trennt.
Arm. asu- für *hasu- aus “poklu-?
44. ue, atamn (n-St., gen. ataman) ‘Zahn’: gr. 06016,
ion. ödww, lat. dens, skr. dán (instr. data), dánta-, zd. dantan-,
np. dandan, got. tunpus, ahd. zand, ht. dantis, air. det, cymr.
dant “Zahn”.
In atamn scheint -mn armenischer Zusatz zu sein, vgl. arm.
kotmn Seite, Gegend, Partei neben ko? Seite (des Leibes). — .
Aus dem Pers. entlehnt ist dandani Zähne Mos. Kal. I, 322
(oben p. 134).
45. n ateam (aor. ategi) hasse, ateli Hasser, verhasst,
Feind’: lat. odi hasse', ödium Hass, ags. atol “hässlich”.
Die vom Wb. angesetzte Form atem u. s. w. existirt —
wenigstens in der ältesten Zeit — nicht. Man beachte, dass
arm. ea in nicht-letzter Silbe zu e, entsprechend eai zu et = 6
= (vor Consonanten) werden muss, daher aec: aus *afeact,
ateli aus *ateali, Conj. aticem aus *ateaicem u. s. w. Der Inf.
atel steht Joh. 7, 7, aber mehrere Handschriften bieten ateal,
das in den Text zu setzen war. Der Gen. dieses Infinitives
ateal (Eznik 147) musste ateloy lauten. Der arm. Verbalstamm
ist also afea-.
46. [mpg arag, erag schnell = skr. raghú- ‘rennend, dahin-
schiessend; leicht, wandelbar; Renner, in Comp. ‘schnell,
rasch’, rágAiyas- leichter an Gewicht’, laghú- "leicht, auch
*behend, kurz, klein, gering ete., rgAate elt, rghas- Schnelle,
Geschwindigkeit’; zd. *rayu- (unbelegt) fem. revī- schnell,
hurtig? yt. 13, 75, sup. renjista- sehr schnell’, renjyo (skr.
rahya- KZ. 28, 4) ‘schnell’, renjafaspa- mit schnellen Pferden’,
renjaiti ist schnell oder ‘leicht’ (renj leicht sein’ immer bei
Darmesteter).
Da skr. raghu-, laghü- aus lng?hu- (KZ. 25, 65) entstanden
ist und zu gr. & leicht, flink’ (= Ing?hrös), ahd. lungar
‘hurtig, schnell’, ags. /ungre schnell, alsbald’, gr. 2Aaxvs klein,
gering’ (= *Ing?hu-), lit. lengvas "leicht! u. s. w. gehört, so
müsste es im Arm. durch */ang vertreten sein. Die hier ge-
gebene Zusammenstellung lässt sich also nur bei der Annahme
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 493
halten, dass arm. arag, erag aus dem Persischen entlehnt ist.
Leider ist *ray bisher weder im Phl. noch Np. nachzuweisen,
kann aber existirt haben. — Ganz ebenso inzwischen auch
Bartholomae, Idg. F. 7, 86.)
47. mpunp araur (o-St., gen. arauroy) Pflug = gr. Ggorgov,
lat. aratrum, aisl. ardr, ir. arathar (Lw. nach Windisch) ‘Pflug’.
Vgl. lit. árklas (Suffix -kla aus ol, ksl. ralo, poln. rad?o (Suffix
-dlo aus do) ‘Pflug’.
Arm. ara-ur aus *aratrom, *arotrom oder *aratrom. Bartho-
lomae's *aratru- (Stud. 2, 30) hat keine Stütze.
48. u arb-an-eak Diener, Gehilfe, Mitarbeiter’:
ksl. rabü (rob) Knecht, got. arbaips Arbeit, Mühsal’, nhd.
Arbeit.
49. n arb-ena-m (aor. arberay) berausche mich’,
orbe Trunkenbold', ard-i ich trank’ (aor. zu ampem trinke),
arb ‘er trank’, trink, Gelage': gr. dop&w 'schlürfe', lat. sorbeo
‘schlürfe’, lit. srebiù (srebin, srobiu) schlürfe', nsl. srébsti.
Idg. Wurzel sr-bh, also 3. p. aor. arb = idg. *srbAét.
50. % argel ‘Hinderniss’, yargel arkanem schliesse ein’,
argel-an Einschliessung, Ort der Einschliessung, Gefängniss’,
argel-u-m (aor. argel-i) verhindere, schliesse ein, halte zurück’:
gr. aox&w wehre ab, halte ab, schütze’, lat. arceo verschliesse,
schliesse ein, wehre ab, verhindere, schütze vor —.
51. % ard soeben, jetzt, nun, also’ (für gr. Zort und ov»)
— gr. dort eben, jüngst (arm. ard-a-cin neugeboren = dorı-
yevijc); vgl. lit arti nahe?
52. wp ard (u-St.) Form (nur in Verbindung mit zard
Eznik 24, 25), ard-em forme, bilde’ (einmal Philo), an- ard un-
gestaltet, unförmlich’ (Eznik 24), zoran-ard zeltförmig Ag. 196,
gung. z-ard (u-St.) ‘Schmuck’, z-ard-ar-em schmücke, gestalte
(Eznik 24), an-zard formlos (Eznik 24), y-ard-ar-em anordnen,
zurecht machen, herstellen, bereiten, schmücken’: gr. agrüs
Verbindung’ (Hesych), deruw, derb zusammenfügen, an-
ordnen, bereiten’, lat. ars (gen. artis) "Kunst.
53. wppup ardar (o-St.) gerecht: skr. rtá- die heilige Ord-
nung, das Rechte, Wahre’ u. s. w., rtávan- heilig, fromm =
zd. asa-, asavan-, ap. arta (in Artaxéa9"a-).
424 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
ardar — ard + Suff. ar, vgl.zard-ar-em von zard, mec-ar-em
von mec. — Dazu der adv. Instr. ardar-ev in Wahrheit, wirk-
lich, wahrhaftig’ (Luc. 4, 25, Mt. 14, 33, Eznik 123 etc.).
Davon trenne ich (gegen Bugge KZ. 32, 4) ardev£ gewiss
Mt. 11, 21, ‘wohl’, gr. de (in Fragesätzen) Mc. 4, 40, Pseud.
4, 1, 8, Eznik 124 u.s. w., ebenso zi-ard wie? was?’ (tà; dl
54. wple. arev (u-St., gen. arevu) Sonne (bildlich auch
Leben), arev-el- Sonnenaufgang, Osten’, arev-mut-£ Sonnen-
untergang, Westen, areg-akn (n-St., gen. aregakan) Sonne
— skr. ravi- (nachvedisch) "Sonne.
Das blosse areg nur in Areg kalak = 'HAwvroAu (Gen.
41, 45; Pseud. 168, 10). Ueber -akn s. oben p. 414 unter akn.
Zum Wechsel von v und g vgl. kov ‘Kuh’: kogi “Butter”. Bugge,
KZ. 32, 66 stellt hierher arpi der lichte Aether, Himmelslicht',
was falsch ist.
55. , ariun (n-St., gen. arean) “Blut: skr. dsrk, gen.
asnás ‘Blut’, gr. Zog (nao, elage W. Schulze, Quaestiones epicae
p. 165—166), altlat. assir, asser (Joh. Schmidt, Pluralb. p. 173),
lett. assins “Blut. — Bugge, Beiträge p. 24.
ariun lässt sich in ar-tun zerlegen, vgl. an&tun, heriun, und
ar- auf *asr- zurückführen. Aber *asr- = *osr- zu setzen und
darin die Tiefstufe von *esr- zu sehen, hindert mich das an-
lautende a der indischen Formen, statt dessen man i (also *išrk,
*i$nas) erwarten müsste. Anders Wackernagel, Altind.
Gramm. I, p. 5.
56. wudwld arcal (o-St., gen. arcaloy) Silber: skr. rajatá-
"weisslich, silberfarbig, Silber‘, zd. arazata-, lat. argentum, gall.
argento- ( Argento-ratum), gr. &gyvooc "Silber.
Zur Bildung von arc-at vgl. erk-at Eisen; vielleicht hat das
eine Wort das andere beeinflusst. Das arm. Wort ist nicht aus
dem Persischen entlehnt, wie Kretschmer, Einl. in d. Gesch. d. gr.
Spr. 137 mit Andreas annimmt. Denn es hat die regelmässige
Lautverschiebung (arm. c = idg. gt) durchgemacht und müsste
als Lw. vielmehr arza? oder arja (wenn ap. *arzata- anzusetzen
wire) lauten.
57. wpómfh arcvi (gen. arcvoy), seltner und später auch
arciv (gen. arcet) Adler — skr. rjipyá- (Beiwort des cyená-
Adler), zd. erezifya- 1) Name eines Berges, 2) ‘Adler’ in
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 495
erezifyoparona- mit Adlerfedern', ap. &o£ugoc!): deròg ragà
II£oocıs (Hesych).
arcvi lautgesetzlich aus *arcivs = idg. *rglipyo-. Hierher
nach Fr. Müller, WZKM. 9, 287 np. aluh Adler aus *arduf
— ap. *ardufya-? Neben ap. *arzifya- (ao Si) wäre *ardifya-
denkbar, das lautgesetzlich — np. “alih sein könnte. Das von
Horn, Grdr. p. 10 angeführte phl. ala müsste jung, kurd. dle, Alo
entlehnt sein. — Georgisch Lw. arcivi Adler Tchoubinof p. 25.
58. [Lund arjak ungebunden, frei, arjakem löse, lasse
los, lasse frei, entlasse kann mit Sicherheit weder als Original-
wort noch als Lehnwort zu skr. srj entlassen, loslassen, be-
freien’, zd. haraz ausgiessen, entlassen gestellt werden, da
idg. srg! — echtarm. are wäre (cf. zercanim) und ap. *Aarz-
ins Arm. entlehnt als Aarz- in apaharzan (s. oben p. 104) vor-
liegt, neben dem im Pers. noch die Form Aard (vgl. np. Ailad =
ap. *hrdatiy = zd. herezaiti P. St. 220) besteht. Um die Ety-
mologie zu halten, müsste man ein phl. *harzak annehmen,
das früh das anl. A verloren (darüber s. P. St. 216—217) und
als *arzak ins Arm. übergegangen wäre, um hier zu arjak (vgl.
arm. andar; = phl. andarz oben p. 98) zu werden. Mir nicht
= wahrscheinlich. Ein phl. *arzak frei von Fesseln’ liegt Bdh.
Gl. 59 nicht vor, da das mit Avestaschrift geschriebene Wort
aracak Bdh. 69, 17, arata (Pazendform) Bdh. 70, 2 lautet. Vgl.
P. St. 66.]
59. h armukn (n-St., gen. armkan) ‘Ellenbogen’:
skr. irmá-s Bug, Arm, Vorderschenkel’, zd. aroma- "Arm", osset.
arm hohle Hand’, alm-arın, ürm-ürin "Elle (Bischof Joseph
Wb. 195), lat. armus Schulterblatt, Oberarm, Vorderbug , got.
arms Arm Preuss. irmo Am, ksl. ramo, rame “Schulter”.
1 ist im Suffix vielleicht von mukn (gen. mkan) Maus,
Muskel’ (s. unten) beeinflusst.
60. wp? arj (o-St., gen. arjoy Eznik 175, später auch u-St.)
‘Bär = skr. #ksa-s, zd. areía-, osset. ars, np. æirs, gr. &gxrog,
lat. ursus “Bär”.
61. wpnunup artausr "Thráne, pl. artasu- (i-a St., gen.
artasvag), davon artasvem ‘vergiesse Thränen’: ahd. trahan
1) Tomaschek’s » dgdıyıösa B.B. 7, 199 kann ich nirgends finden.
496 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
“Thräne’, germ. Grdf. *trahnu- (aus *drákinu-) neben mhd.
traher aus *trahru-? (Kluge Wb. s. v. Thráüne), vgl. d. Zähre,
ahd. zahar — got. tagr, gr. daxov, lat. lacruma u. s. w., idg.
*dakiru-? — Meillet, Idg. F. 5, 331.
Der Stamm artasu- (des Plurals) hat im Auslaut eine Silbe
(wie z. B. fi-) verloren; artausr scheint zunächst auf artasur-
zurückzugehen, obwohl analoge Fülle von u-Epenthese sonst
nicht vorliegen (vgl. asr Schafwolle', St. asu-, asvi wollen“,
pokr klen, St. poku-; manr, St. manu- etc.). Da rt aus fr um-
gestellt (vgl. Airtn Schweiss — idews) und a vorgeschlagen sein
kann, so lassen sich die arm. Wärter, von der Endung ab-
gesehen, auf einen Stamm idg. *draÁ!u- zurückführen.
62. oh (ócanem d. i.) auc-ane-m (aor. auc-i) ‘salbe’: skr.
afj (pr. 3. p. andkti) 'salben', lat. unguo salbe, unguen Salbe,
Fett’, ahd. ancho Butter, preuss. anktan, air. imb, cymr. ymenyn
‘Butter’.
Arm. auc aus idg. *ong??
63. o£ (/ d. i.) auy (i-St., gen. ausi) Schlange’: lat. anguis
‘Schlange’, davon anguilla “Aal, ahd. unc ‘Natter’, lit. angis
‘Natter, Schlange’, ungurğs Aal, kal. gg-or-išti“Aaľ, air. esc-ung
‘Aal’ (Osthoff Idg. F. 4, 270).
Arm. auj aus ind. *ang?h?
64. op (ór d. i.) aur (r-St., gen. avur, pl. avur-k, gen. avurç)
"Tag : gr. nuae (nuaros), Nuéga, lokr. dude “Tag?
Arm. aur aus*amor Meillet, Idg. F. 5,331, vgl. Joh. Schmidt,
Pluralb. p. 195; aus *á-vor = “awor Bartholomae, Stud. 2, 37.
65. pugal” bazum (i-a St., gen. bazmi) “viel: skr. bahú-
(aus *bAng'hú-) reichlich, viel’, comp. bghiyas- überaus mastig',
sup. dghistha- überaus fest, — dicht, bahulá- dicht, dick,
breit, gross, viel, zd. bgzah- “Weite, dasnu- (aus *bgznu-)
(“épaisseur Darmesteter), bal. baz ‘viel’, baz“dicht’ (Dames 47, 49),
coder: lit. ba#mas Menge, Masse, lett. baft stopfen
(P. Stud. 29, Leskien, Bildung d. Nominap. 421, Bartholomae,
Idg. F. 7, 86)?
Man sollte im Arm. banjum für *bhngihu- erwarten. An-
ders Joh. Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 66, dagegen
Bartholomae, Idg. F. 7, 86. — Ueber gr. mayus s. Solmsen,
KZ. 33, 295, anders Prellwitz, BB. 21,286, der lett. bi/s dick,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 427
dicht (= *bheng!hüs), bisums die Dicke’, beschna Dickicht'
zu skr. bahu- — mayus stellt.
66. pus bah (i-St.) Spaten“: gr. pagos (Apapos = àgá-
ewrog “ungepflügt’), lat. forare bohren“, ahd. boron “bohren? ?
Unsicher. Arm. bah kann für barh stehen und zu einer
Wurzel bher gehören wie mah, älter marh Tod' zur Wurzel
mer “sterben”. Weitergehende Vermuthungen über die Grund-
form (*bArtrom?) und die Beziehungen zu skr. bhri, zd. brot9ra
‘Axt’, np. buridan ‘schneiden’, bêl ‘Spaten’ s. bei Bartholomae,
Studien II, 27, 107, 180, Verfasser, P. St. 28 und 34. — Georg.
bari bèche, pioche’ (Tchoubinof p. 49) — arm. *bark?
67. [pm ba oder bay hervorhebende Partikel!) wie lat. gut-
1) Von dieser hervorhebenden Partikel bay verschieden ist das bei
einigen Schriftstellern nach Verben des Sagens statt des sonst allgemein
gebräuchlichen £ dass erscheinende bay, neben dem die auffälligen For-
men bam und bas vorkommen, und zwar so, dass in der Regel (aber nicht
immer!) nach dem Verbum des Sagens in der 1. p. sg. oder pl. bam, nach
der 2. p. bas, nach der 3. p. bay gebraucht wird. Da nun der Wechsel von
auslautendem m, s, y im Armenischen nur beim Verbum vorkommt, so wäre
logischerweise zu schliessen, dass bam, bas, bay ursprünglich Verbalformen
waren, die spüter zur Partikel erstarrten. Man denkt bei bam, bas, bay
natürlich an gr. yzuí, gege, pnoi; wie aber wäre die Bedeutungsentwick-
lung zu denken?
Zu bam für Ce siehe besonders Ephrem II, 5: es asacı bam astvack‘
fceK. ich sagte, bam (dass) ihr Götter seid’, Citat aus Psalm 81, 6: es asacı
te astvack‘ ice ich sagte, dass ihr Götter seid’ (ya size Osoi dore). An-
dere Beispiele: Deut. 32, 26 asacı bam crecic znosa ich sagte, bam ich will
sie zerstreuen'; Jerem. 35, 15 ich habe zu euch die Propheten gesandt, bam
(gr. Ayo») bekehret euch ein Jeder von seinem bösen Wege’; Klagelieder
3, 54 asacı bam aha mer£ecay ich sagte, bam siehe ich bin verstossen‘;
ebenda 57: 'du sagtest, bam an dem Tage an dem du mich rufen wirst,
fürchte dich nicht!; Osk. Es. und Ephrem du sagtest bam u. s. w. (s. Wb.);
FB. 241, 11 ‘denn du selbst hast gesagt, bas im Lande China sind wir
Könige gewesen von Ursprung und (von dort) hierher als Fremdlinge ge-
kommen; 2 Maccab. 1, 20 sie erzählten und sprachen (wörtlich sprechen),
bay Feuer haben wir dort nicht gefunden’; 2 Maccab. 12, 24 denn er sagte,
bay Verwandte und Brüder von vielen von euch sind bei uns'; Klagelieder
3, 24 asaç anjn im bay bažin im ē na es sagte meine Seele, bay mein Antheil
ist er; Maleachi 2, 14 ‘und ihr sagtet, bay warum?’ Vgl. auch Ephrem II,
p. 8 und Wb. :
Für gr. £g» steht bay Pit. (MX.351,11): wo sind die Grenzen Spartas?
ev nora znizakn cceal, bay yatsm vairi Und er, seine Lanze einheftend, bay
(sagte): an diesem Orte. Vgl. Aphthoniusin Rhetores graeci ed. Walz II p. 252.
498 V. Theil. Echtarmenische Wärter.
dem (z. B. Berosos bay ase “Berosus quidem ait’ Euseb. Chron. I,
p. 17; déearin ba mtanel (auch unser Herr hat dies gesagt)
“dass es schwer sei einzugehen’ (nicht dass es unmöglich sei)
Ephrem, ferner Euseb. Chron. I, 53 und Wb.): zd. ba (yaf ba
paiti wo immer vd. 3, 1; mgnayon ba vd. 5, 23), lit. bà “ja wohl,
sehr wohl’?
Unsicher. — Zu zd. ba vgl. bada, baióistem immer. Fick
vergleicht gr. pr, pi) weie, got. i-bat u. s. w., anders Prellwitz,
BB. 22, 77, alles unsicher. |
68. puy bay (i-St.) Zeitwort (= Verbum), Wort (als Rede-
theil), Ausdruck’ (ñua und Aékig), erk-bay zweifelhaft, un-
sicher’ — gr. pdrıg Sage, Gerücht, Rede’ — ꝙdoig Bejahen,
Behauptung, Rede’. Idg. *bhətis. — Bugge, KZ. 32, 4.
69: pitu ban (i-St.) Wort, Rede, Vernunft, Urtheil, Sache’:
gr. gor, ‘Stimme’, ags. ben ‘Bitte’, ksl. ba-s-ni “Fabel”.
Arm. ban, ags. ben = idg. inis (Brugmann, Grdr. II, 271),
gr. gunn = idg. *bhönä.
70. pwp& bar] (i-St.) Kissen — skr. barhis ‘Streu’ (Opferstreu
zum Sitz für die Götter und Opfernden), zd. barozis Kissen“,
osset. baz ‘Kissen’, preuss. po-balso Pfühl', balsinis ‘Kissen’.
Wäre bhelgih (mit l, nicht r, wie Fick, Wb. I, 494 annimmt)
die idg. Wurzel, so käme arm. banj in den Verdacht, aus dem
Persischen entlehnt zu sein. Aber es liegt im Persischen kein
*barz sondern bāliš ‘Kissen’ — ap. *bardisa- vor. Doch vgl.
P. St. p. 221—223, wonach auch *barz möglich war.
71. psupêp barjr (gen. barju, nome pl. barjun£) hoch, laut
(von der Stimme), die Höhe‘, berj ‘Höhe’ in erkn-a-bery himmel-
hoch’, lern-a-berj “berghoch’, u2l-a-berj “aufrecht, barjr-a-berj
"sehr hoch’ : skr. brhánt- hoch, gross’, zd. berezant- hoch, laut’,
barazah-“Höhe’, borozi- (in Compos.) hoch, osset. bárzond hoch’,
np. buland, nuc ‘hoch’, ahd. berg "Berg, got. bairgahes "Berg-
land’, air. öri (gen. breg ‘Berg’.
Arm. barır = idg. *bhrg'hú-, berj = idg. *bhérgthos. Hier-
her auch barj-i aor. von bar-na-m hebe, trage, ertrage, hebe
auf (ambarnam, ambarji erhebe = Aambarnam, hambarji,
s. oben p. 176), in Comp. Burj, z. B. bern-a-barj “Last-tragend’ ?
Vgl. darnam, aor. darj-ay kehre zurück’.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 499
72. nhi, bek zerbrochen, gebrochen’, bek-ane-m (aor. bek-i,
3. p. e-bek) breche, bekor Bruchstück': skr. bAas (bhanákti)
"brechen, zerbrechen’, bhanga- Brechung, Bruch, Welle’
u. s. w., lit. banga "Welle, air. com-boing *confringit, combaig
"fregit.
Wurzel öneg oder bheng? Idg. F. 7, 109.
73. Apa beran (o-St.) Mund’ : lit. burnà "Mund, ir. bern,
acc. beirn ‘Kluft’ (Grdf. *berna) neben berna, acc. bernaid dass.
(Grdf. *bernat-). Vgl. gr. paovyé Schlund', alb. örime "Loch,
aisl. bora Loch, — Bugge, KZ. 32, 4, P. Porson. KZ. 33, 292,
Fröhde, BB. 21, 315, Fick, Wb. II, 168..
74. b ber-e-m (aor. ber-i) bringe, trage = skr. bhdrami
‘trage’, zd. baram: “trage, bringe’, gr. gäpn trage, lat. fero
“trage, bringe, got. baira ‘trage’, ksl. berg sammele, lese’, air.
berim trage, do-biur ‘gebe’, as-biur sage. Idg. *bhero.
Dazu abp 1) ber (i-St.) Bewegung, Lauf, Andrang’, Wb.
latio, motus, impetus’, vgl. gr. poọ& Bewegung, Lauf, Flug,
Fahrt’ etc.; 2) ber (o-St. oder :-St.) Ertrag, Frucht, Fruchtbar-
keit’, vgl. gr. goga “Fruchtbarkeit, Fülle’, p£ouao ‘Frucht’, np.
bar Frucht; 3) ber als 2. Glied von Comp. —bringend, tragend',
2. B. lus-a-ber Licht bringend, Morgenstern’, vgl. lat. lucifer;
4) ber age, agedum’, dem gr. ꝓëe nachgebildet; ai, bern
(n-St., gen. berin) “Last, vgl. gr. qógrog “Last, Fracht, skr.
bhard- "Last, np. bar Last, alb. bare Last (= *bAorno-); Suff.
mann a-vor tragend', z. B. /us-a-vor ‘leuchtend’, vgl. gr. Je
Raa
9. lebak bib-e-m piepen' Osk. bei Steph. Lehaci : lat.
pipo Ver ; pipulum ‘das Piepen', pipio, pipilo * PME ‚gr.
rutuiꝭ ‘pieper’, d. piepen u. s. w.
Alle onomatopoetisch.] |
76. app bir (i-a St., instr. brav) Stock, Knüttel’: gr.
gites Block, Klotz, Stück Holz, Scheit. — Bugge, Idg. F.
1, 452. Dazu auch d. Beil = ahd. bihal aus germ. h- —
idg. *bAéitlom und ksl. biti schlagen'? Vgl. Brugmann, Grdr.
II, 114 Anm., Thurneysen, KZ. 31, 84. Davon zu trennen:
2) bir in getn-a-bir, erkr-a-bir, hot-a-bir “den Boden (die Erde)
durchwühlend, aufgrabend', br-em (aus *birem) ‘grabe aus,
höhle aus, zerstöre, davon br-i¢ “Hacke. Der Bedeutung
430 V. Theil. Echtarmenische Wörter. e
nach würde 2) bir zu bah “Spaten? gehören, mit dem es sich
aber lautlich nicht sicher vermitteln lässt (dir — *bhero-; bah
= *barh = *bhrtrom?).
77. pnl, bok barfuss': ksl. bosü “barfuss, lit. bäsas barfuss“,
d. bar = mhd. ahd. bar nackt, bloss’ (= idg. *óAosó-), vgl.
barfuss. |
Arm. bok = idg. *bhosko-? MSL. 8,154. Wahrscheinlicher
ist, dass ein arm. k-Suffiz an arm. ho- aus idg. “bhoso- antrat.
Vgl. Bartholomae, Stud. 2, 13.
78. [ant bu “Eule Lev. 11, 16 u.s. w., auch bvec (aus bu-ec)
Zenob und Arist. 36, 12: np. bum ‘Eule’, gr. púas, Bita, lat.
bubo "Ubu, .
Onomatopoetisch. — Vgl. georg. bu, buvi ‘Eule’, thusch bus
*Eule' (Schiefner, Versuch über die Thusch-Sprache p. 146).]
79. Losch bul “stumpf”: lit. bukùs "stumpf', bukti stumpf
werden'? — Meillet, MSL. 9, 150. |
Unsicher, da keine Berechtigung vorliegt, in arm. bul und
kin lit. buk- als Suffixe abzutrennen.]
80. pm buc (i-a St., gen. pl. bc-aç) Lamm — zd. buza-
Ziegenbock, buzya- von Ziegen’ (scil. Milch), np. buz Ziege,
Bock’, auch buza ‘Ziege’, buziéa a kid’, afgh. vuz "Ziegenbock',
vuza ‘Ziege’, d. Bock (= urgerm. *bukka- aus *bÀug!no-?).
Vgl. Kretschmer, Einl. in d. Gesch. d. gr. Spr. p. 69 Anm.
Zu d. Bock s. Kluge, Wb. s. v., zu air. bocc (neben doc), skr.
bukka- s. Fick, Wb. II, 179. Woher é in semnan. boca junge
Ziege’, wax. buc, büc (Horn, Grdr. p. 49)?
81. ne buc-ane-m (aor. buc-i) ernähre, füttere, ziehe
auf": skr. bhuj (bhunkte, bhunjate) geniessen, benutzen, fressen’,
caus. bhojayati 'Jmd. etwas essen lassen, speisen mit —, als
Nahrung geniessen’, bhöga- Geniessen, Essen, Speisen, Genuss,
Benutzung, Gebrauch’, bhöjana- Essen, Speise”.
Ueber zd. bu$ti- “Genuss (?) s. KZ. 28, 28; 30, 318, 326,
dagegen Idg. F. 6 Anzeiger p. 34. — Arm. buc-ane-m, buci aus
* boic-ane-m, *botc-t.
82. nch bun (gen. bni) Stamm, Stiel, Schaft, Abstammung,
Ursprung, Grund, Ende ist oben p. 123 als Lw. — np. bun
"Grundlage, Grund, das untere Ende, Stamm’, zd. bone "Grond,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 431
Boden’, skr. budhnd- Boden, Grund, Unterste’ u. s. w. an-
geführt, mit dem Vorbehalt, dass wenn arm. bun aus älterem
*budn entstanden wäre, es als original (= idg. *dhudno-) gelten
müsste. Es wäre dann auch gr. ztvJur» Boden, Stamm, Wurzel-
ende’, zuvda& “Grund, Boden’, lat. fundus Grund, Boden’, d.
Boden = ahd. bodam, aisl. botn, ags. botm, air. bonn solea zu
vergleichen. Zu diesen s. Joh. Schmidt, Kritik der Sonanten-
theorie p. 104. l
Arm. bun etc. zu air. bun Wurzelstock, untere Ende’ (Grdf.
*bonu-) und bunad ‘Ursprung, Grundlage’ (Grdf. *bonuto-) ge-
stellt von Bugge, KZ. 32, 5, Fick, Wb. II, 177 —?
83. gain galt adv. ‘heimlich’, got (o-St) ‘Dieb’, davon
galt-a-gol-i adv. heimlich', galtni adj. verborgen, geheim’,
gol-a-bar adv. wie ein Dieb, heimlich’: lett. wilt betrügen,
welis ‘vergeblich’, lit. pri-vilti betrügen, viltis "Hoffnung,
veltu unnütz, vergeblich’, preuss. prawilts “verrathen. —
. Meillet, MSL. 9, 150.
Unsicher wegen der Bedeutungsverschiedenheit. — Lett.
welts, lit. veltui vergeblich“ wird zu skr. vřżhā adv. beliebig,
umsonst, vergeblich, verkehrt’ (anders BB. 19, 149) gestellt, s.
Idg. F. 3, 162. — Ist vel die Wurzel auch der arm. Wörter, so wäre
got = *volo-, galt — idg. *v[d- zu setzen. — Zur Bedeutung der
arm. Wörter vgl. d. ‘stehlen’ und 'verstohlen' = ‘heimlich’, got.
Biubs Dieb’: Biubj’ö‘heimlich’, got. A/ifa'stehle': preuss. au-klipts
verborgen, lat. fur Dieb': furtim verstohlen, insgeheim', ksl.
tati Dieb' (zd. tāyu- Dieb'): tai heimlich', taiti verbergen.
84. gan gail (o-St.) Wolf: skr. vřka-, zd. vohrka-, np. org,
got. vulf-s, kal.vlükü, lit. vilkas, alb. uľk Wolf". — Ueber gr. Aug,
lat. lupus s. Idg. F. 4, 279, Wackernagel, Altind. Gramm. I, p.207.
Arm. gail ist lautgesetzlich — idg. *e[yo-, lat. lupus, gr.
Àvxog = idg. “luklo-, die übrigen Wörter — idg. e[A?o-. Wie
hängen diese Formen zusammen? Arm. gail aus idg. vl
nach Bartholomae, Stud. II, 13, aus idg. *vailo-= ir. fael Wolf
nach Fick Wb. II, 259. — Aus dem Georgischen (mgeli "Wolf!
ist arm. gail sicher nicht entlehnt.
85. guń gan (i-St.) Schläge, Prügel, Züchtigung’, davon
gan-e-m "schlage, prügle': skr. ghaná- 'Knüttel, Keule’, gAata-
‘Schlag’, Aati-, hátha- Schlag, Ratya- "Tödtung’, hánti schlägt,
432 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
tódtet' — zd. janti = np. zanad ‘schlägt’, gr. Jelvw schlage,
qóvogc "Mord, aor. E-re-pv-0-v, air. guin "Wunde, perf. ge-gon
"tódtete', aisl. gudr, gunnr "Kampf", lit. ginczià Streit (Idg. F. 4,
268, 273).
` Arm. gan aus *g?heni- (g?hgni-), vgl. BB. 17, 92.
86. gunt garn (n-St., gen. garin) Lamm = gr. att. Gen
(Meisterhans, Gram. der attischen Inschr. p. 111), gortyn. Fa,
hom. Fonv in sroAvgenv “reich an Schafen’, skr. urana- Wid-
der, Lamm’, np. barra Lamm aus *varnak (P. St. p. 150 Anm. 2),
phl. varak “Widder.
Arm. gain — gr. Fagrv = ap. *varnā aus idg. veren (errén),
gr. gen. d — idg. vynös. Arm. gen. gain, nom. pl. garin-
gebildet wie gr. gen. zroAv-ggnvos, nom. pl. roAv-genves.
87. gwph gari (gen. garvoy) ‘Gerste’: gr. xoi, not, lat.
hordeum, ahd. gersta Gerste?
Unsicher. #0197 aus *ghrzdha? (KZ.30, 352, vgl. 34, 528);
lat. hordeum aus *ghrzdeyom, ahd. gersta aus *gherzda. Für
idg. *ghrzdhya resp. *ghrzdya wäre im Arm. zunächst *garzdi
resp. *garsti zu erwarten und es fragt sich, ob daraus gari ent-
stehen konnte.
88. [Ih gars-i-m (aor. gars-ec-ay) habe Abscheu vor
lat. horreo starren, sich emporsträuben (vom Haar), schauern,
schaudern, sich entsetzen, zurückschrecken vor’, horridus rauh,
stachelig, struppig, starrend, abstossend, schauderhaft', horror
‘Starren, Schauder, Entsetzen’, skr. Aršyati starr werden, zu
Berge stehen (von den Haaren des Körpers, vor Freude oder
Schreck), schaudern; sich freuen’, ved. harsate sich freuen’. —
Meillet (briefl. Mittheilung).
Unsicher, da im Arm. keine Spur der urspr. Bedeutung
‘starren’ vorhanden ist. Zudem fragt es sich, ob das A von skr.
hrs, lat. horreo nicht auf idg. gih (= arm. , z) zurückgeht und
ob idg. rs im Armen. nicht zu r oder € werden muss (s. oben
p. 409).
89. hi garun (gen. garnan für *garunan) "Frühling":
zd. vanri — pl. vahar ZPGI. 23, 7, np. bahar Frühling
(P. St. 57), ap. vähara- in Juravahara-?, gr. Zog, hom. fFéag
aus *Feoag (W. Schulze, Quaestiones epicae p. 162, 165), ht.
vasard ‘Sommer’, ksl. vesna "Frühling, skr. vasantd- Frühling,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 433
vgl. vasar-ha (Ludwig, Rigveda IV, 191). Lat. ver, aisl rar
"Frühling".
Die Lautverhältnisse dieser Wörter bieten allerlei
Schwierigkeiten, vgl. BB. 17, 118; 18, 7; Kretschmer, Einl. in
d. Gesch. d. gr. Spr. 145. Lat. cer, aisl. var lassen sich nicht auf
*vésr- zurückführen. Aus *vesr- hätte im Arm. ger- werden
sollen. Ist die Endung -un erst im Armenischen an einen fer-
tigen Nom. Acc. *gar angetreten, so lässt sich gar- aus *gehur
= *resr = gr. Zog erklären. In der Endung (un, gen. nun)
stimmt garun (garnan) mit asun (a$nan) Herbst' überein und
unterscheidet sich von aman (= am-ai-n, gen. am-ar-an) Som-
mer und nen (= Jm-ei-n, gen. jm-er-an) “Winter. Uebrigens
hängen die Endungen des Nom. Acc. (-un) und der übrigen
Casus (gen. -nan) nicht unmittelbar zusammen, da der zum Nom.
garun unmittelbar gehörige Genitiv *garnoy oder *garni und
der zum Gen. garnan unmittelbar gehörige Nom. *garunn lauten
müsste. Ist garun im Suffix von asun beeinflusst oder um-
gekehrt? Vgl. dazu Joh. Schmidt, Pluralb. p. 207. — Arm.
asun Herbst kann nicht zu got. asuns, ksl. jeseni, preuss. assanis
‘Herbst’ gehören.
90. % gel-u-m (aor. gel-i) drehen, umdrehen, zusam-
mendrehen, winden’, med. ‘sich drehen, sich winden’, gros gid,
gel-aran ‘Folter: gr. elAvouaı (= ef e2vouat) volvi! (W. Schulze,
Quaestiones epicae 336 Anm. 1), Zoo "wand, krümmtesich',
lat. volco wälzen, drehen’, med. sich wälzen, sich winden,
sich drehen’. — Meillet, MSL. 8, 163.
Die griech. und lat. Wörter setzen eine Wurzel velu, clu
voraus, Solmsen, Studien zur lat. Lautgeschichte p. 2.
91. glrgá-p gclj- nach Wb. Drüsen (nur Grig. Nius. S. Jhd.)
— ksl. Z/éza ‘glandula’, russ. železa Drüse“. — Bugge, KZ. 32, 5.
Grdf. *ghelg'!ha, also ahd. chelch Kropf davon zu trennen. —
Arm. gelj (pateal) = ouia (t6othkesonêvr] Nahum 1, 10
(eine Windenart) und geh, geljumn “Verlangen, Rührung' da-
von zu trennen. Letzteres stellt Bugge, KZ. 32, 6, zu ksl. Zeién,
Zelati wünschen' (Wurzel g?hel). So könnte man auch gel
guila zu arm. gelum sich winder’ (s. oben Nr. 90) stellen und
lat. con-volvulus Winde gr. £Ài$ Windung, Geringel, Ranken,
eine Art Epheu' etc. vergleichen.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 9$
434 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
92. 2% gelmn (n-St., gen. getman) Wolle, Vliess' (‚röxog
Psalm 71,6): lat. vellus (= *vel-nos-) Wolle, Vliess, Pelz’, got.
vulla (= *vlna) "Wolle, lit. vilna en Wollhärchen', pl. us
‘Wolle’, ksl. vn, ir. olann, cymr. gulan, skr. ürna (aus *v[na)
“Wolle. Vgl. gr. eilöw 'umhülle, eiAvu@ “Hülle, z£Avrgov
“Hülle, Bedeckung’ u. s. w. (Solmsen, Studien zur lat. Laut-
geschichte p. 2).
Arm. gelmn aus *gelman = idg. *velmn (wenn es idg. ein
Neutrum war).
93. gbın get (o-St., gen. getoy) Fluss’: skr. udán- loc. udan,
gen. udnds), udaká- “Wasser, gr. v0we (vVdaros) Wasser, lat.
u-n-da "Welle, got. vato, ahd. wezzar, ht. vand&, ksl. voda
‘Wasser’?
Ueber den Ablaut der Wurzel und das Suffix s. Joh. Schmidt,
Pluralb. p. 202—206, Bartholomae, BB. 15, 31, Brugmann,
Grdr. II, 559, Pedersen, KZ. 32, 246. Bei arm. get ist 1; die
Bedeutung Fluss auffällig, die keinem der verwandten Wörter
zukommt, 2) das e der Wurzel, das sich sonst nirgends mit
Sicherheit nachweisen lässt. Auch die Stammform idg. *redo-,
die arm. get voraussetzt, ist auffällig gegenüber den sonst vor-
liegenden n- und r-Stämmen.
94. „fu gin (o-St, gen. gnoy) “Kaufpreis, davon gn-e-m
kaufe — skr. vasnd- ntr. Kaufpreis, vasnuyami feilsche', gr.
ovos "Kaufpreis, % Kauf’, oréouat "kaufen", gortyn. (
‘verkaufen’ KZ. 32, 293, lat. veno, venui zum Verkauf’, renum
dare, vendere "verkaufen, Vgl. np. baha “Werth’ — ap. *raha-
P. St. p. 32.
Ksl. veno “Mitgift wird hierher gestellt von Solmsen, KZ.
29, 81 und Kretschmer, Einl. in d. Gesch. d. gr. Spr. p. 145,
obwohl sn im Slavischen bleibt. Besser stellt Brugmann, Grdr.
II, 140, Pedersen, Idg. F. 5, 67 veno (aus *vedno) zu gr. £Óvor
(= Féóvov) Brautgeschenk'. — Skr. vasnd-m, lat. venum =
idg. *ces-no-m, arm. gin = idg. *res-no-m (wegen : für e, vgl.
zgenum Nr. 141 aus *zgesnum). Vgl. P. Persson, Studien p. 79.
95. quh gini(gen. ginvoy) Won gr. oivoc (aus ooch lat.
vinum ‘Wein’, alb. rene (aus *vaina G. Meyer, Etym. Wb. p. 466).
Arm. gini aus *gent = vorarm. *voinio-. Zum Vocalismus
vgl. arm. git-em = gr. vida. — Die Sprachen der benachbarten
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 435
kaukasischen Völker haben ein ähnlich klingendes Wort für
"Wen (z. B. georg. yvino Tehoubinof p. 526, mingrel. gvini
u. s. w.). Das beweist aber noch nicht, dass das armenische
Wort aus einer dieser Sprachen entlehnt ist. Siehe oben p. 397
und vgl. Hehn, Kulturpflanzen p. 91—93.
96. ½ bn giser Nacht' (giseroy der Nacht', i giseri in der
Nacht', giseri Nachts'): gr. hom. £ozregoc ‘Abend’, ré Eosrega
"die Abendzeit', später n éo;réga, lat. vesper Abend, vespera
" Abendzeit', air. fescor (aus *vespero- nach Foy, Idg. F. 6, 325),
lit. väkaras, ksl. vecerü “Abend”.
Es ist ebenso unmöglich die Wörter zu trennen wie sie laut-
gesetzlich zu vereinigen. Im Armenischen ist zudem i auffällig,
das (in nicht-letzter Silbe) nach den Vocalgesetzen aus 6 =
idg. o, e? entstanden sein müsste. Ein ? = idg. e (BB. 17, 119
Anm.) wäre ausgefallen. — Die formell ähnliche Gleichung:
71 Hes (gen. gisoy) “Aas: lat. vescor ‘speise’, vescus zehrend,
abgezehrt’ ist abzulehnen.
97. g[unlil git-e-m (aor. git-ag-i) "weiss, davon get, gitak,
gitun wissend, weise, kundig? — skr. véda, zd. vueda, gd. vaedā,
gr. old, got. vait, ksl. vemi (rede) weise, preuss. waidimai wir
wissen”.
98. %% gl-e-m rolle, werfe nieder’, an “Cylinder,
gl-or-e-m rolle, werfe nieder’, pass. (glorım) rolle, strauchele,
falle’: ksl. valiti wälzen“, bulg. val Cylinder', russ. cală Welle,
Walze, Cylinder, valunü runder Kieselstein', valiti werfen
(auf die Erde), umwülzen', refl. “fallen? u. s. w. (Miklosich,
Etym. Wb. p. 378), skr. välayati rollen machen, umwenden';
vgl. got. val jan wälzen', val-t-jan sich wälzen’, d. Welle (aus
*relna), skr. ürmi- “Welle’, lat. volvo wälze u.s. w. — Meillet,
MSL. 9, 144.
Nach dieser Etymologie würde glem zu gelum ‘drehe (s. oben)
gehören. — Arm. glem kann für “glem und *gulem stehen.
Nach Meillet wäre es = “gulem aus idg. *voleyo, Wb. stellt es
mit Recht zu gil Wurfstein' (nur 1 Maccab. 2, 36) aus #vel-.
Danach glem aus *gilem — *veleyo?
3
99. 2% Joy ist, existirt, ist vorhanden’ (pl. gon, impf. goir,
pl. goyin, conj. guçë Mt. 13, 12), goy (i-St.) 'seiend, existirend,
Sein, Existiren, Vorhandensein, Gut, Habe’, goyiv iurov (mit
28
436 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
seinem Sein’) — ‘gänzlich, ganz und gar’: skr. cásati verweilt,
wohnt’, vasati- Verweilen, Wohnung, Nest’, vastu- Sitz, Ort,
Ding, Gegenstand’, vàástu- Stätte, Hofstatt, Haus’, zd. vanhaiti
‘verweilt’, got. visan sein, bleiben, verweilen’, praet. vas ich
war, vists "Wesen, Natur’, ahd. wesan sein, vorhanden sein,
da sein’, air. feiss Bleiben, Rasten’, foss Bleiben, Ruhe’ (Fick,
Wb. II, 277)? — Arm. gom (o-St.) ‘Stall’ (ins Kurdische und
Georgische: gom? entlehnt) gehört schwerlich hierher.
Das arm. Verbum ist in der ältesten Zeit (z. B. in der Bibel)
nurin den angeführten Personen vorhanden; die 1. und 2. Per-
sonen sind erst später nach Analogie der andern Verba dazu
gebildet. Das Substantiv goy könnte aus der 3. p. sg. praes.
hervorgegangen sein wie & seiend' aus é ist‘, kann aber auch
ursprünglich nominal sein, vgl. kay oravıg (Deut. 28, 65) zu
ka-m ‘stehe’, ka-y steht’; bay ‘Wort = q&oig (arm. -y = idg.
suff. -ti). Der Conj. guce (aus *goige == *go-icej ist am häufig-
sten in der Bedeutung: “es möchte sonst scin dass’ — “dass
nicht, damit nicht. — Bugge wendet KZ. 32, 6 mit Recht
gegen diese Etymologie ein, dass idg. (*véso; *véseti zu (*gem)
“ge hätte werden müssen. Nach Meillet, MSL. 8, 155, wäre o
aus dem Perf. (idg. re) bezogen.
100. [gna bl goc-e-m schreie, brülle passt wegen seiner
Bedeutung, ÁKo(-e-m ‘rufe’ wegen seines k (für g) nicht zu skr.
zd. vac “sagen, sprechen, reden’, gr. Ec “Wort, Rede, ei;reiv
“sagen, sprechen’, oy "Stimme, oo Stimme, Ruf, Gerücht‘,
lat. voz Stimme’, vocare ‘rufen’, ahd. gi-wuhannen gedenken,
erwähnen’, nhd. er-wühnen, preuss. wuckttwei rufen, wackis
"Geschrei, air. iar-faigid Fragen. Allerdings kann man an-
nehmen, dass arm. gocem ursprünglich rufen bedeutet habe,
nur lässt sich diese Annahme nicht beweisen.]
101. gapó gorc (o-St., gen. gorcoy) Werk, That, Arbeit,
davon gorc-e-m wirke, thue, bearbeite’, gorc-i, gorc-aran Werk-
zeug’ u. 8. w. = gr. toyov ( Fégzor) Werk, Eodw (perf. £oo;7«)
wirke, thue, vollbringe' (vgl. 6420), &oyaZouaı “arbeite, ügyarnv
‘Werkzeug’, ahd. werk, werch “Arbeit, Werk, That, Handlung,
nhd. Werk, got. vattrkjan “wirken, bewirken, machen, thun’,
vaürhts, vaursto "Werk, zd. vorazyeiti thut, macht, bearbeitet‘,
varaza- "Thun', np. barz, varz 'Feldarbeit. Wurzel cerg!.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. | 437
102. 20% gort (i- und o-St., instr. gortiv Ex. 8, 2, gen. gortoy
Ex. 8, 12) ‘Frosch’: lett. warde, lit varié "Frosch".
103. f gt-ane-m (aor. 1. gt-i, 3. e-git) finde’, gt-ak
"Erfinder, Urheber’, giat (i-St., gen. giuti) Finden, Fund, Ge-
winn, Erfindung’, in Comp. z. B. Àzar-a-giut der Mittel und
Wege findet für —, Erfinder, Urheber’: skr. eid ‘finden’, pr.
vindáti, aor. dvidat, pass. eidyáte, -vinda- (am Ende eines Com-
pos.) findend', zd. vindaiti “findet, erlangt‘, air. finnaim finde,
mache ausfindig‘.
104. [gag dag drängend, eindringlich, flehend, inständig,
insistirend', nur in der Phrase: afu er dug banivk mit schmeich-
lerischen und drängenden Worten’ Philo Paralip. (Venedig
1826) p. 549 (mit Bezug auf Richter 16, 16), Pit., Srk. hang.:
skr. dah “verbrennen, brennen’, np. day Brandmal, Mal, got.
dags “Tag, lit. degü, dégti brennen, Wurzel dhegh.
Unsicher wegen der Verschiedenheit der Bedeutung.]
105. 4 d (suffig. Pron.) : skr. -m, zd. to-m, gr. vó-v (acc.)
u. s. w. — Brugmann, Grdr. II, p. 767. — Ueber die Bedeutung
und die Ableitungen s. unter » s.
106. 2 dal aus dai? Biestmilch' (nur bei Ephrem Exodus
und daraus bei Vardan Exodus), duyeak (i-a St., gen. dayek:)
Amme, Erzieher! (dayeak snucié Pflegevater FB. 235), dem
‘sauge’ (die Brust, die Milch), di-eg-uc-ane-m süuge, di-eg-ik
Säugling’, stu-di (Brust-saugend') ‘Säugling’: skr. dhayuti
‘saugt’, pte. Mitd-, dhäyas- Saugen, Ernähren', dAenáü- mil-
chend’, dhatri- ‘Amme’, zd. daenu- Weibchen von Thieren’,
np. daya Amme, osset. diiyun, diitn saugen, kurd. duin Amme“,
delik Hündin’, gr. 9ioaro ‘sog’, 9% "Mutterbrust, ius
"weiblich, 9520 Amme InAalw 'sáuge, sauge’, ;yaA«9nvóg
"Milch saugend', 220% % Amme, lat. felare 'saugen', femina
‘Weib’, filius ‘Sohn’, filia "Tochter, ahd. taa» 'siugen', got.
daddjan süugen', ahd. fila “weibliche Brust’, ksl. doja 'sáàuge',
doilica ‘Amme, déte ‘Kind’, lett. dozu ‘sauge’, dels ‘Sohn’, dile
'saugendes Kalb’, lit. dena oder dena? “trächtig’, pirmdelé die
zum ersten Mal geboren hat’, alb. dele ‘Schaf’, air. dinim sauge,
diih suxit', dinu "Lamm, del Zitze. — Wurzel dhei (dhë),
dhai, dhì.
438 | V. Theil. Echtarmenische Wörter.
107. 2, dalar (o-St.) grün, frisch, das Grün’ (Gras,
Kraut, Rasen), dalari das Grün’: gr. Hes blühend, frisch,
kräftig’, $dAAw “blühe, strotze', 9aA420g Zweig, Laub, 940g
Sprössling'.
dalar — dal-ar gebildet wie ard- ar s. oben Nr. 53.
108. nf darbin (i-a St., gen. pl. darbnag) Schmied': lat.
faber Werkmeister, Künstler’ (Schmied, Zimmermann u.s. w.),
adj. künstlerisch, geschickt’, adv. fabre künstlich, meisterlich',
got. gadaban passen, sich ereignen’, gadöfs ‘schicklich, passend’,
lit. dabinü schmücke' u. s. w. — Meillet, MSL. 8, 165.
Die Zusammenstellung würde sicherer sein, wenn sich
nachweisen liesse, dass arm. dorbi urspr. eine allgemeinere
Bedeutung, wie etwa Künstler, gehabt hätte. Lautlich ist da-
gegen nichts einzuwenden, da idg. *dAab/ro- passend (= lat.
faber *künstlerisch', ksl. dobrá “gut Fick, Wb. I, 462) im Arm.
zu darb- werden musste.
109. qun. dav ‘Hinterlist’: skr. dabh, zd. dab hintergehen,
täuschen’, s. oben p. 138.
Joh. Sehmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 65 setzt als
idg. Wurzel dhembh, dagegen Bartholomae, Idg. F. 7, $2 fig.
eine Wurzel dhebh (s. p. 93) an. War dh-mbh, d-mbh oder d-bA
(= arm. *d-mb, *t-mb, *t-v) die idg. Wurzel, so muss arm. dac
Lehn wort sein; ist aber ein idg. Nomen *dhobho- (oder *dhabho-)
vorauszusetzen, so kann arm. dor sowohl entlehnt wie original
sein.
110. / de-dec-i-m "schwanken, wanken': skr. dz
(pr. dAànoti)'schütteln', intens. dodAariti, pte. dávidAvat- heftig
schütteln, sich heftig hin und her bewegen’ (gr. 9% 'stürme,
stürze heran’, Zoo 'stürme daher). — KZ. 32, 38.
Arm. de-der-i-m kann reduplicirt, -dev- = idg. dier, skr.
dhu = idg. dhu, hochstufig dere (dheu nach Joh. Schmidt,
Kritik der Sonantentheorie p. 67) sein.
111. płn der noch’: lit. dar noch’. — Meillet, MSL. 9, 150.
112. % di (o-St., gen. dioy), diakn Leiche, Leichnam’ ge-
hört trotz Fr. Müller, Armeniaca VI, Nr. 7 nicht zu got. divans
'sterblich" wie auch / di-k (gen. dir) Götter kaum zu gr. Seng
(Fr. Müller, ebenda Nr. 8). Got. div- ist aus *dhev entstanden
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 439
(vgl. got. daups ‘todt’, daupus "Tod, das im Arm. nicht zu di
werden kann, gr. Jeos aus *Jeoog (Brugmann: *g?hevos,
Prellwitz: *dÀvesos), das sich mit arm. di- nur vermitteln lässt,
wenn man annimmt, dass ersteres aus idg. *dheso-s (was nicht
sicher ist), letzteres aus idg. *dhes-, *dhesi- entstanden ist. Vgl.
Bartholomae, BB. 17, 348. Doch kann arm. di- auch auf
*dheti-, *dhiti- u. s. w. zurückgehen.
In der Composition tritt für di- Götter' der Gen. diç (zum
Unterschied von di- Leiche) ein, z. B. die-a-past Götter-ver-
ehrer, Gótzendiener. Daneben steht dir-a-past Dämonen-
verehrer von dem pers. Lw. dev, gen. diri "Teufel, Dimon
(s. oben p. 140). Durch Mischung beider entstand dirg-u-pust
"Gotterverehrer, Gótzendiener' Euseb. Chron. I, 36, 1. Ebenso
divc-azn "Halbgott, Heros’, eigentl. vom Stamme der Götter”.)
113. % i diz-ani-m sich aufhäufen, sammeln’, inf.
dizanel Erradgotleosaı Luc. 11, 29 (von der Menge, auch von
Wolken, Rauch, Wogen, Sünden), aor. 3. pl. dizan häuften sich’,
act. pr. dizanem (unbelegt), aor. 3. p. eder “häufte auf (£oroi-
Baoe) 3 Kg. 18, 33, pte. dizeal gehäuft habend’ Laz., 3. pr. dizu
"háuft' Hesychius von Jerusalem (S. Jhd.), Philo Gen., pass. dizu
"háuft sich” Anan. Shirak., pr. diz-e-m später (Narek., Sargis),
dez Haute, davon dizanam “aufsteigen’ Daniel 3, 47: skr. dehi-
Aufwurf', Damm, Wall’, zd. diz aufwerfen, errichten’, uzdaeza-
"Aufwurf, Mauer, pairidaeza- "Umfriedigung’, ap. dida-
"Festung, np. diz, dez "Burg, gr. reiyog, voiyog Mauer,
Wand, osk. feihúss ‘muros’. — Wurzel dheig'h.
114. 2 d-ne-m setze, lege’, pass. 3. p. dni wird gesetzt,
gelegt, liegt‘, aor. act. 1. edi, 2. edir, 3. ed, pl. 1. edak, 2. edik,
3. edin, fut. 1. edic, 2. dices, 3. dice, pl. 1. dicu£, 2. dil, 3. digen,
ipt. aor. 2. dir, pl. 2. d£, pass. aor. 3. edav, fut. 3. digi, ptc. aor.
edeal: skr. dádhati ‘setzt’, aor. adhat, zd. daðāiti setzt, macht,
schafft’, aor. dot, ap. adadà “hat gemacht’, ada hat geschaffen’,
gr. Tinut (Fow, E9r-z-a) “setze, lege, stelle, mache, got.
gadeps, ahd. tat That, ahd. tuon thun', ksl. %, de£da, inf.
déti legen, lit. demi, dedü, inf. deti legen. — Dazu obs dir
-St., gen. dri) Aere, Setzung, Lage’ mit einem r-Suffix ge-
bildet, vgl. Zur, lir und tur. — Aor. 3. p. ed = idg. t, skr.
ádhat; pr. dnem aus *dinem = *dhe-n-o?
440 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
115. ga du du = gr. dor. 20 (att. cv mit o aus f-), lat. £z,
got. þu, ahd. du, du, ksl. ty, lit. tù, preuss. tou, tu, air. tú, gd.
tu, trem, zd. tum, osset. du, di, ap. tuvam, skr. turam, team,
idg. 7. und */u (Joh. Schmidt, Pluralb. 219 Anm.).
Idg. anlautendes € nur in arm. du (vgl. osset. du) und in
dem Pron. d (= */o-, s. oben Nr. 105) zu d geworden. Vgl.
Brugmann, Grdr. II, p. 767.
116. aah durn (gen. dran, abl. i drang, instr. dramb, pl.
nom. dur (neben drun£), acc. durs, gen. abl. drag, instr. drau£]
“Thür, Thor, Hof’, in Comp. und Ableitungen dr- aus dur- z.B.
dr-a-Kic, dr-agi Nachbar, benachbart, drand s. oben Nr. 31 oder
din- aus durn- z. B..drn-a-pak "Riegel = gr. 9 ‘Thür, lat.
fores, got. daur, ahd. turi, nhd. Thür, lit. dürys pl. Thür’, dráras
‘Hof’, ksl. Girl, pl. deiri Thür, dvor Hof, alb. dere “Thür,
air. dorus "Thor, zd. drar-om (acc.) "Thor, np. dar “Thür, ap.
duvaraya am Hofe’, skr. deär, dur (du. drárau, pl. dváras, acc.
dúras) Thür. — Idg. *dhvor-, *dhver-, *dhur-.
Ueber das » von dut-n s. Idg. F. 4,113—115. Zu arm. i durs
‘hinaus’ vgl. gr. Hh, hinaus, 90, 90Qnqu ‘draussen’,
lat. foras ‘hinaus’, foris ‘draussen’, np. dar hinaus, draussen‘.
117. qnannp dustr (r-St.,gen. dster) Tochter =skr. duhitar-,
zd. duydur-, gd. dugodar-, np. duxtar und duzt, gr. Iuyarrg,
got. duuhtar, ksl. dusti, lit. duktė “Tochter”.
Idg. Grundform *dhughoter-, schwach dhughtr- — dhugdhr-
nach Bartholomae, Idg. F. 7, 54. Nach Ausgleich der beiden
Themata und Einwirkung der Verwandischaftsnamen auf -ter
(*pater-“Vater’, *mäter- “Mutter ete., vgl. Idg. F. 7, 55) entstand
vorarmenisch nom. sg. *dhukter, pl.*dhukteres=urarm. *dustir,
pl. *duster-Ë — arm. dustr, pl. dster£.
115. gaus durgn (n-St., gen. drgan) Töpferrad' = gr.
tonyos Rad, Tópferrad, Töpferscheibe’, air. droch “Rag (Fick,
Wb. II, 156)?
Um die Zusammenstellung zu halten, muss angenommen
werden, dass die idg. Grundform .*dhrogho- (= xs, air.
droch) und *dhrogho- (MSL. 8, 155, vgl. Idg. F. 2, 269) war.
und dass im Armenischen ur aus ru umgestellt ist. Also:
*dArogho- = arm. *drugo- = *durgo- = durgn? Weiter-
bildungen mit n-Suffix sind im Armenischen häufig.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 441
119. & e = Augment der 3. p. sg. des einfachen Aoristes:
gr. e, skr. a, vgl. e-git er fand’ = skr. d-vid-at, e-d “er setzte’ —
skr. ddhät, e-tes er sah’ — gr. £-ógoxe, e-lik er verliess =
gr. EAusce, idg. *e-lik?-et u. s. w.
Ausserhalb der 3. Person erscheint das Augment nur im
Aorist der Verba dnem setze, lam ‘gebe’, gam komme, immer
aber nur in Formen, die mit dem Augment nicht mehr als eine
oder zwei Silben zählen. Vgl. Brugmann, Grdr. II, p. 866.
120. [uf el-ane-m (aor. ela) gehe hinaus, gehe hervor,
gehe hinauf, steige auf, el, el-A (i-St.) Ausgang, Aufgang':
gr. re/Aw, te)koucı gehe auf, steige auf (von Gestirnen,
Pflanzen u. s. w.), ava-roAn Aufgang', sreiw, zéAouat bewege
mich’, zregutAóuevog sich herumdrehend' skr. ta sich bewegen
u. s. w., idg. *A2elo. — Bugge, KZ. 32, 53; Meillet, MSL. 7, 162.
Unsicher, da der Abfall eines anl. * vor e nicht nachweis-
bar ist, vgl. gor vier = idg. kletvores.
Bartholomae denkt an skr. iyarti in Bewegung setzen’,
d. eilen, ahd. ilen?)
121. K ekn (3. p. aor.) er kam’ = skr. ágan (3. p. aor.
von gam gehen, kommen!) = idg. é-g2em-t. Zu gr. Baívc “gehe,
lat. venio komme, got. qima komme u. s. w.
Das Augment findet sich hier in allen Formen des Aorists
(wie bei edi, edir, ed u. s. w.) und ist von da auch ins Futurum
(vgl. 1. edic, aber 2. dices ete. von d-ne-m), Particip (vgl. edeal)
und die vom Aorist gebildeten Substantiva ek (i-a St.) "rooon-
Avrog’, ek (i-St.) Ankunft eingedrungen. — Die übrigen Aorist-
formen: 1. eki, 2. ekir, pl. 1. eka£, 2. eh, 3. ekin gehören viel-
leicht zur Wurzel g?ü: skr. jigäti, aor. agam, dgas, dgat, zd.
gat, gr. £85? Dann hätte ursprünglich neben 3. ein = *eg?emt
ein eh — *eg?at gestanden, zu dem (nach Muster von 3. ed:
1. eda, 2. ed-ir) 1. e&-i, 2. ek-ir (für urspr. *ekay, *ekar ?) hinzu-
gebildet wurde. Das Praesens gam komme gehört zu einer
Wurzel tiefstufig 9%, hochstufig gho oder gha oder ghe (vgl.
tam ‘gebe’ von Wurzel do, hochstufig do). Dazu vgl. Fick, Wb.
I, 417, Prellwitz, Etym. Wb. s. v. xıyavw, Wiedemann, das lit.
Präteritum 142.
122. bgpujp etbair (-St., gen. eldaur) "Bruder = skr.
bhratar-, zd. bratar-, ap. bratar- (nom. skr. bhrata, zd. brata,
449 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
gd. brata, ap. brata), np. biradur, gr. poarwe, qoirno "Theil-
nehmer an einer goaroia, lat. fraler, got. bropar, ksl. bratrit, lit.
broter-élis Brüderchen?, air. drathir "Bruder.
Arm. nom. elbair = idg. #bhrator oder #bhrater; gen. elbaur
= idg. *bhratrós.
123. [Hi elevin “Cede? (Gen. 21, 15 für gr. &iarn,),
elevn-a-pait (i-St.) Cedernholz, Cedernbaum' Richter 9, 15,
3 Kg. 4, 33, Hohelied 5, 15 u. s. w. (gr. 4éóooc), elevneay xéópc-
voc Lev. 14, 4, Num. 19, 6 u.s. w.: ksl. jela “abies (aus *jed/a),
č. jedla, nsl. jela, jelva, Zei Tanne' u.s. w., preuss. adde Tanne“,
lit. egle “Tanne (aus *edle). — Bugge, Btrg. p. 37.
Sehr unsicher. Arm. e?evi» müsste in ef ein zu zerlegen,
ed aus etl- = edl- entstanden sein. Bugge will dazu auch
gr. ¿harn Fichte! aus *edlnta{?) stellen, das Andere mit d. Li»de
in Verbindung bringen.]
124. ko eln (n-St, gen. elin) Hirschkuh' = ksl. jeleni
‘Hirsch’, lit. é/nis Hirsch, Elenthier’, gr. £Aeqog (= *elnbhos)
‘Hirsch’, 244% (= *elnos) Junger Hirsch’, cymr. eluin ‘cerva’,
air. elit Reh'.
125. F em ich bn — skr. dsmi, zd. ahmi, ap. amiy, np. am,
gr. cliul, lesb. čuu, lat. sum, got. im, lit. esmi, ksl. jesmi, alb. jam;
2. p. es du bist = gr. hom. E. Idg. 1. p.ésmi, 2. p. ési und dest,
126. bu es “ich = skr. am, zd. azem, ap. adam, gr. èyw, lat.
ego, got. ik, ksl. azii, ht. esz, àsz, lett. es, preuss. es, as.
buy erag S. oben arag.
127. [Hug un erast(i-St., gen. erusti) Regenmangel, Trocken-
heit, Dürre’, adj. regenlos, nicht feucht, trocken’, erastufiun
"Regenmangel, Dürre, Durst’, erust-ana-m “gedörrt werden':
skr. f/$yati dürstet', trsfá- rauh', tisna- “Durst, zd. tarsna-
‘Durst’, gr. r&oooueı “werde trocken’, lat. torreo dörre' u. s. w.
(s. unten laramim). — Bugge, Btrg. p. 13.
Unsicher. Arm. erast könnte aus *trasti- (vgl. erek "drei
aus */reyes) = *trsti- entstanden sein. Bedenklich ist es aber,
dass von derselben Wurzel fers auch arm. faramim welke
kommen soll (anders Bugge, KZ. 32,65), dass also idg. trs- so-
wohl zu tar = tras-(!) — arm. eras- wie auch zu tars- = /ai-
geworden sein soll.]
V. Theil. Echtarmenjsche Wörter. 443
128. bpwunwip erastan-k (gen. erastanag) nur 1 Kg. V, 3,
6, 9, 12, VI, 4, 5, 11,17 für gr. S0 h (pl. von Fd, hebr. Greg
Beulen, Geschwülste am After") : gr. ;zg«r0g Steiss, After’? —
Bugge, Btrg. p. 12—13.
erastan-k durch Suffix an abgeleitet von *erast = idg.
*prkto- (mit st für urspr. At wie in dustr s. oben Nr. 117,?
Oder = idg. *pfA!to- (Bartholomae, Stud. II, p. 103)? Gr.
cQuztóg zu skr. prsthäa-m “Rücken? = zd. parsti-, np. pust
(Fick, Wb. I, 260, Bugge, a. a. O.)? Skr. prs(Aá-m zu d. First
— urgerm. *ferhsti-? Anders Brugmann, Grdr. II, S.
129. [kup erb “wann?”, wann, wenn’ (Luc. 11, 34), erb-emx,
erb-ek einmal, jemals, manchmal’, oc erbeğ niemals’: gr. öpg«
während, so lange als, bis, bis dass, damit’? Fr. Müller, WZKM.
6, 265.
Gr. 0goa aus *o-ırga, vgl. vó-gqo« solange, indessen’, Bil-
dungen aus dem Pron. ó- = idg. yo- und to- = idg. to- + gr.
-(o«. Arm. erb kann aus ehr umgestellt sein, muss es aber
nicht, wie arm. (Ar, ibrev wie zeigt. Also erb = *ebr = *e-bhra
aus einem Pronomen e (= £?e : gr. véo u. s. w. ?, s. oben unter
elanem Nr.120) und *bhra — gr. po Sehr unwahrscheinlich.]
130. % erg (o-St., gen. ergoy) Lied = skr. arkd- Lied,
Hymne’, /£ (gen. réás) dass.
131. % erd-nu-m (aor. erd-v-ay) ‘schwöre’, erdumn
(gen. erdman) Schwur': osset. ard ‘Eid’, ksl. rota “Eid.
Arm. erdnum kann für *erd-u-nu-m stehen; arm. erd- und
osset. ard aus idg. *ert-.
132. An erek und erekoy "Abend (y-erekoreuy c-erekoy
vom Abend bis zum Abend’) — skr. rájas- Dunstkreis, Dunst,
Nebel, Dunkel, Staub’, got. rigis Finsterniss', aisl. rokkr Finster-
niss, Dämmerung’, gr. Zosëoc Dunkel der Unterwelt’, & E-
vós, égeuvog finster, dunkel’. Idg. rég?os, reg?es-.
133. [E erer (gen. erer?) Erschütterung, Beben, Zittern‘,
erer-i-m'hin und her bewegt, erschüttert werden, beben, zittern’,
erereal ev tataneal für avévov xal roéucv Gen. 4, 12, 14 : skr.
tras- (trásati) zittern, erbeben, erschrecken’, zd. forosditi, ap.
trsatiy, np. tarsad fürchtet sich’, gr. 1% zittere, fliehe,
444 V. Theil. Echtarmenische Wórter.
tenewv schüchtern, flüchtig’, lat. terreo schrecke', ksl. tresa
'schüttle, erschüttre' u. s. w. — Bugge, Btrg. p. 13.
Unwahrscheinlich, obwohl ereri- sich lautlich auf *ires-ri-
zurückführen lässt. Ich halte erer für reduplicirt, also = er-er,
vgl. ta-tun-i-m, sa-san-i-m u. 8. w.
134. Vl erev-i-m (aor. erev-ec-ay) sichtbar werden, er-
scheinen’, erev-eli sichtbar, ausgezeichnet : gr. sro&rrw hervor-
ragen, sich auszeichnen, erscheinen wie —, sich ziemen’?
— Meillet, MSL. 7, 165.
Die Zusammenstellung ist annehmbar, wenn beide von
gr. ztgézvc auf idg. p, nicht A? zurückgehen.
135. KE ere-E (i-St., gen. eric) drei = skr. tráyas, zd.
Yrayo, np. si (aus se, “sat — zd. 9rayam gen. pl.), gr. veis, lat.
tres, got. preis, ksl. trije, trije, lit. tr s, air. tri drei, Idg. *tréyes.
Arm. acc. eri-s = idg. *trins (skr. trin, got. prins), instr.
eriv- = skr. tribhis. Arm. eresun dreissig aus eri-a-sun : gr.
tgu&xovra. Mit einem r-Suffix ist eri-r der dritte gebildet,
davon errord dritte aus *eri-r-ord. — Das Armenische hat den
Unterschied zwischen dem starken Stamm des Nominativs (1dg.
Tiet, — arm. e-re-) und dem schwachen Stamm der übrigen
Casus (idg. */ri- = arm. e-) ebenso erhalten wie die ver-
wandten Sprachen, vgl. skr. fráyas : trist, gr. ro“, gortyn.
rotes: loc. troigi u. s. w.
136. bro erec (u-St., gen. eriçu) der ältere’ (Sohn u. s. w.,
Gegensatz xriser der jüngere‘), dann auch ‘Priester’ (nach gr.
srgeoßvregog der ältere, Presbyter | — gr. srg&avg alt, r-
tegog der ältere‘, kret. srgeioyvs, srgeiyvg (gortyn. zroe(yova
"ülter), thessal. rgeiogvg (vgl. Brugmann, Grdr. II, 406), lat.
priscus ‘alt (vgl. pris-tinus alt)? — Bugge, Btrg. p. 12, Bartho-
lomae, Stud. II, 8, 39, 52, Fr. Müller, WZKM. 5, 267.
Die griechischen Formen gehen auf *preis-g?u-, *pres-g?u-,
lat. priscus auf *preis-ko- zurück. Arm. erep = *preisk!hu-
oder *prossk'hu-?
137. Lui erkan (gen. erkani) Mühlstein, Mühle’: skr.
grüvan- "Stein zum Auspressen des Somas’, got. quatrnus Mühl-
stein’, lit. girnos Handmühle', ksl. Zriny Mühle', air. broo, bró,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 445
cymr. Óóreuan Handmühle'? — Bugge, Btrg. p. 15, Meillet,
MSL. 8, 160.
erkan = idg. *g?rani- ?
138. [kplfup erkin-£ (gen. erkniç) Himmel nicht zu ir. erc(?)
"Himmel' (Fick, Wb. II, 40) noch erkir (gen. eri) Erde zu
cymr. erw, ahd. ero Erde (Fick, Wb. II, 41 nach Bugge, Btrg.
p. 14), da arm. & (nach r) weder — idg. # noch = idg. v ist.
Die Bedeutung erlaubt auch nicht an den Gewittergott skr.
parjánya- zu denken.]
139. %% erku (gen. erkug) zwei aus *£u = idg. *dvo,
*dvou (skr. dra, dval, gr. d c, lat. duo u.s. w., vgl. arm. pr Ko
‘deiner’: skr. tvdd) mit Vorschlag von er- aus erek drei nach
Bugge, Btrg. p. 42, Meillet, MSL. 8, 160.
Unsicher, da der Uebergang von idg. de in arm. k sonst
nicht nachweisbar ist. Allerdings nimmt Meillet (MSL. 9, 150)
denselben auch für arm. erk-ain, erk-ar lang an, die er mit lit.
eřdvas geräumig, weit’ zusammenstellt. — In Comp. erscheint
erk- (aus erku): erkbay ‘zweifelhaft’ (erkbayanam “zweifele‘),
erkmit zweiſelnd' (erkmt-e-m ‘zweifele’), erkberan, erksairi
zweischneidig' u. s. w., erko- in erkotasan ‘zwölf, erku- in
erkvoreak, erkvóri Zwilling', y-erkv-ana-m 'zweifele'. — Dass
auch erk-sut "Furcht, erk-n-£-i-m (aor. erk-eay) fürchte hierher
gehöre (vgl. d. Zweifel von zwei, Bugge, Btrg. p. 16, Meillet,
MSL. 8, 235), bezweifele ich.
140. L ev und, auch’ — skr. dpi dazu, auch, ferner, zd.
aipt, gr. èri dazu (vgl. meine Casuslehre p. 305). Idg. *epr.
Dazu eps dazu, auch, noch’, ers Kan z-evs ‘überaus (v;reo-
tegL0003 Me. 7, 37), oc ers nicht mehr’, ¢-ev noch nicht', £-ev
evs noch nicht', er oc auch nicht' (ovÓ£), ur ev wo auch immer".
Vgl. ard ers ‘soeben’ (ard nun), Ze ev, lêpêt ev wenn auch,
selbst wenn’ (/e wenn), min(-ev so dass’, ming-t-ev bevor, ehe’
(ming während, so lange, so dass’), ibrev gleichwie, wie, als’
(ibr wie) u. s. w.
141. 4½ m euin (n-St., gen. eufang) sieben! — skr. saptd, sápta,
zd. hapta, np. haft, gr. rd, lat. septem, got. sabun, ksl. sedmi,
lit. septynì, air. secht ‘sieben’. Idg. *septm.
euln ist die alte, ursprüngliche Form, ein (sprich: eofn) die
Jüngere.
446 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
142. Fab ep-e-m (aor. ep-eç-i) koche, backe’ = gr. &
koche, siede’, ò Yor Zukost', óztróg gebraten, geröstet', Osrraw
‘brate, röste, backe’.
143. 4, z 1) Präfix des bestimmten Accusativs und des
Accusativs der Dauer, 2) Nominal- und Verbalpräfix, vgl. oben
z-ard Schmuck’ (unter ard Nr. 52), zuir-ana-m (unter air-em
Nr. 25), z-genum Nr. 144, 3) Präposition, mit Abl. über' (etwas
reden etc.), ‘an’ (der Hand fassen, an das Kreuz hängen etc.), mit
Instr. um, um — herum’, ‘am’ (Ufer stehen) u. s. w.: ksl.za Präfix
(zapadü Untergang von pasti, pada 'fallen) und Präposition
‘hinter’, doch vgl. auch jeti za raka bei der Hand fassen’, udariti
za ucho “ans (hinters) Ohr schlagen’, za utra am nächsten Mor-
gen’ u. s. w., got. ga untrennbare Partikel: ga-/au^jan ‘glauben’?
u. s. w. — Meillet, MSL. 9, 54.
Möglich, aber nicht sicher, da die Differenzen in der Be-
deutung grösser sind als die Uebereinstimmungen, formell auch
wohl im Arm. / (aus ja) für idg. g'a zu erwarten wäre. Was
ist überhaupt anl. z im Arm. etymologisch?
144. / n z-ge-nu-m (aor. z-ge-g-ay) ich ziehe mir (etwas)
an, kleide mich in —, zgest (u-St., gen. zgestu 1 Kor. 11, 15)
‘Kleid’: skr. cas (3. pr. vüste) sich ein Gewand anziehen, eine
Hülle umlegen', vdstra- Gewand, Kleid’, zd. van (3. pr. vaste)
‘sich anziehen’, vastra- ‘Kleid’, gr. Ervvuaı (= * feo-vv-uat)
bekleide mich, duer (= * feo-ueı) "bin bekleidet’, 2. p. C ο
(= *F«o-aai), £o9og Kleid, Gewand’, 2% Kleidung', lat.
vestis Bekleidung, Kleid’, got. vasti 'Kleid', vasjan kleiden,
bekleiden'.
z in z-genum, z-gest ist arm. Präfix, s. Nr. 143. — z-ge-nu-m
aus *z-ges-nu-m.
145. [Lu zen-u-m (aor. zen-i) schlachte, opfere’ gehört
nicht zu skr. Aánmi = idg. g?hénmi schlage, tödte' (s. oben unter
gan Nr. 85), da idg. y?4 nicht = arm. z ist. Auch e (statt :) vor
n ist zu beachten.]
146. glrpêui pil zerc-ani-m (aor. zerc-ay) rette mich, ent-
rinne, fliehe', zerc-u-m (aor. zerc-i) ziehe aus, nehme weg’
(Kleider, Schmuck u. s. w.), zerc-ug-ane-m ‘rette’: skr. sr} ent-
lassen, loslassen, befreien‘, zd. Aaroz entlassen, ausgiessen’, np.
histan “entlassen”.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 447
Die Zusammenstellung besteht unter der Annahme, dass z
in z-erc-ani-m u. s. w. das häufig vorkommende Präfix z (s.
Nr. 143; ist.
147. euεν omp-e-m (var. amb-e-m, aor. arb-i) trinke,
ter- umb “die Neige’, ump Trinken’, ampak “Trinkgefäss’ (s. oben
p. 153): skr. pa ‘trinken’, pr. Him, gr. art, aeol. zcv
‘trinke’, perf. zré-z«-za, ztó0tg, rõua "Trank, lat. Libo ‘trinke’,
potus Trank', air. ibid “trinkt”. |
Unsicher, da das anlautende um- von arm. ump, ampem aus
* hem unerklärt ist. Eine kühne Erklärung Meillet's (ampem
= *ond-hipem, *hipem = skr. pibami) s. MSL. 9,155. — Hier-
her vielleicht auch arm. amban ‘Schlund’ Eznik 176.)
148. % ond Präp. mit Gen. "Tor (àvrí Mt. 17, 26), mit
Dat. ‘für’ (Gvrí Mt. 16, 26), “mit (uera), mit Instr. ‘unter’ (dr),
mit Abl. ‘zu’ (zur Rechten sitzen u. s. w.), mit Acc. “mit (er),
"durch-hin' (0:4), zu, gegen’ (sroög), “in, an, auf etc.: gr. rri
gegenüber, anstatt! u.s. w. Bugge, Etrusk.-Arm. p. 43, gr. évróg
‘drinnen’ Meillet, MSL. 7, 164, skr. dd über, oberhalb, auf-hin,
über-hin, hin-zu' u.s. w., got. and “entlang, auf, iber, als Präfix
‘entgegen’ gr. &vri), und für, um, bis’ ete. Meillet, MSL.9, 155.
* Unsicher. Der Bedeutung nach kann man diese Präposi-
tionen ebenso gut zusammenstellen wie trennen. Arm. ənd aus
“ind oder *und geht auf idg. *endÁ-, *ondÀ- oder *ent-, *ont-
zurück, stimmt also unmittelbar mit keiner der genannten Präp.
überein ausser mit gr. &vrog, zu dem es jedenfalls nicht gehört.
Uebrigens lässt sich and in der Bedeutung ‘unter = idg. *endhes
auch mit skr. adhäs unten = idg. *ndhes, got. undar “unter
u. s. w. zusammenstellen. Der anlautende Vocal (i oder «) ist
bei ond ebenso wie bei əst 'gemüss' zu a geworden, offenbar
weil diese Wörter proklitisch waren.
149. HE ener- oder anter-A (gen. ənderaç) Eingeweide?
Ag., Philo (5. Jhd.), Grig. Nius. (8. Jhd.), Narek. (10. Jhd.), Ign.
(12. Jhd.) = gr. Evrega “Gedärme, Eingeweide’, skr. antra-,
äntra- Eingeweide', ksl. jetro “Leber”.
Original oder entlehnt? Gegen Entlehnung spricht nur das
anl. ə, statt dessen man e erwarten sollte. Doch könnte An-
gleichung an die mit and zusammengesetzten Wörter statt-
gefunden haben. Man beachte, dass auch stamoÄs Magen' aus
448 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
dem Griechischen entlehnt ist. Ist onder- original, so steht es
für *ınder- aus idg. *enter-.
150. / ancay, onjay (i-St., gen. anjayı) Gabe, Dar-
bringung’ = skr. ghati-, ghiti- Gabe, Geschenk’ (nur in indi-
schen Wb.)?
Arm. anjay aus *injay = idg. *englhoti- — skr. qhiti-?
Fr. Müller, WZ KM. 10, 182 setzt arm. odfus auzit Gabe, Mor-
gengabe’ — skr. ghiti- (idg. *ang?Aiti-)? Aber arm. t nach
Vocalen = idg. d.
151. ud, la-lac-e-m “eintauchen? (z. B. den Rock ins
Blut): ksl. topitt senken, eintauchen’ (ins Wasser)? — Fr. Müller,
Armeniaca VI, p. 2, Meillet, MSL. 9, 154.
152. o , lanjr (u-St., nom. pl. anju-n-A) dicht, dick’:
skr. tané (pr. tanakti) zusammenziehen, gerinnen', np. tanjidan
'zusammenziehen', tang enge, zd. tazma- (aus *tnkmo-) kräftig.
stark’, comp. d, sup. tancista-, ht. tánkus dicht, got. ga-peihan
‘gedeihen’, mhd. dite, nhd. dicht (aus *tenkto-)?
Für idg. / x- sollte man arm. *fangr erwarten. Arm. tanjr
weist auf idg. #tng!ihu-, wenn anl. 2 = idg. f ist.
153. hun, laram-i-m. = tarsam-i-m “verwelke’, un-
-laram = an-larsam unverwelklich, immer frisch, unvergäng-
lich’ : skr. //, dürstet', zd. farsna- Durst', gr. végoouct
"werde trocken’, lat. forreo “dörre’, got. ga-patrsan, ga-paursnuan
‘verdorren, vertrocknen', Haursus “dürr, paurstei Durst', air.
tart Durst'.
Unsicher. Wie erklärt sich das Nebeneinander von tat- und
lars- = idg. ro-? — Vgl. dazu oben Nr. 127 erast. — Anders
Bugge, KZ. 32, 68.
154. ui tap-e-m (aor. Íaj-ec-i) 'giesse aus, räume aus,
reisse heraus, befreie’, lapur "leer, öde’: np. taftan, tabidan
(pr. tabam) “drehen, spinnen, wenden, sich wenden’, aftaba
Giesskanne'. — Fr. Müller, WZ KM. 8, 155.
Die Worte gehören nicht zusammen, da die Bedeutung —
trotz aftuba — verschieden ist.)
155. Pup; fl tak-£i-m laor. tah-eay) verberge mich, bin
verborgen’, tak-uç-ane-m “verberge : gr. ↄrrijoοο,, rrwoow “sich
ängstlich niederducken, sich aus Furcht verkriechen', r
‘scheu, schüchtern, Hase’, rds ‘scheu’, Wurzel ptak.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 449
Ganz unsicher. Ebenso die übrigen Gleichungen Bugge’s
(KZ. 32, p. 39—40) für arm. Í aus pt: DL lev (o-St.) Flügel: gr.
rec Feder, Flügel’, re Flügel, Fittich’, wozu auch arm.
Irm (aor. tr-eay) fliege’, fi-ter-n "Schmetterling" (nicht bei
Wb. ), tert Blatt, Platte’ (Metall) gehören soll, %% i lileln
“Blatt, Platte (von Gold): gr. zéraAov, . teti “Ulme (s. oben
p. 375) Galen, Med. Schr., Jaism. () (georg. tela ‘Ulme’ Tchou-
binof p. 221) : gr. zreAéa Ulme
156. IR le = eie dass (für gr. Ger und iya), wenn (gr. ei
und Zen), "ob (gr. ei), oder (gr. 7, in Fragesützen wie: soll man
dem Kaiser Steuern geben »oder« nicht ?), auch zur Einleitung
von Fragesätzen : ags. be welcher u.s. w., dass, weil, oder’, ale,
as. the u. s. w. — Meillet, MSL. 9, 154.
Unsicher, da arm. ze doch wohl erst aus efe (vgl. ¢ ‘nicht’
aus oc) verkürzt ist. — Die ursprüngliche Form könnte be, efe
(mit e) sein, die die ältesten Handschriften bieten. In den
Drucken erscheint im Auslaut stets e für e
157. H imbr-i-m betäubt werden, in tiefen Schlaf
verfallen, verstockt werden', /mbruliun Betäubung, tiefer
Schlaf’, ¿mbir “betäubender Trank’ : lat. stupeo betäubt, erstarrt
sein, verblüfft sein, stutzen’, stupor Gefühllosigkeit, Verdutzt-
heit, studesco “in Erstaunen gerathen’, stupidus betroffen,
dumm’. — Meillet, MSL. 9, 154.
Unsicher. imbir aus *íumb-ir = urspr. *stump = ir? Neben
imbr- (z. B. imbrim) steht imr- (z. B. imrim, imrakan u. s. w.
im Wörterbuch, vgl. /mreul als Variante Me. 6, 52, imruliun
Mos. Kal. 1, 173) wohl als jüngere Form, während im Modern-
armenischen mbr aus mr entsteht, s. WZKM. I, 310. — Vgl.
zmbr-im — zmr-i-m betäubt, bethört, verwirrt werden..]
155. [HH ir-e-m. (aus *lirem oder *íurem, vgl. irm-e-m
qvo, érj-e-m dro Zeien ?)'knete (Teig): lat. téro (trivi, tritum)
reibe' terebra Bohrer', ir. tarathar “Bohrer, gr. reiow auf-
reiben’, régergov “Bohrer, regndıwv Holzwurm', ksl. Gre, inf.
treti reiben.. — Fr. Müller, WZKM. 10, 276.
Die Bedeutung stimmt nicht.]
159. u #k-ane-m (aor. 3. etuk) “speien, spucken', tuh
‘Speichel’: skr. stAivami ‘speie’, osset. tu, np. tuf ‘Speichel’, gr.
rw, lat. spuo, got. speiva, ksl. plyuyg, lit. spiauju.
Hübschmann Armenische Grammatik. 29
450 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Fraglich. Die arm. Wurzel ist %, die von idg. spyu (spiv)
weit abzuliegen scheint. Doch ist zu bedenken, dass auch das
Sanskrit, wie es scheint, das p der Wurzel durch / (th) ersetzt hat
(skr. $thyu = sthiv aus *sthyu = *sthiv), und dass der Ueber-
gang von styū (aus spyu) in arm. iu- (woraus zu-?) denkbar ist.
Den gleichen Uebergang von síyu- in tu- wird man wohl für
das Iranische (vgl. meine Etym. und Laut]. der osset. Spr. p. 50,
Horn, Grdr. p. 87) annehmen müssen. Anders KZ. 34, 479.)
160. Fragepron. / i : nom. acc. z-i *was?', gen. (ond) er
‘warum ?’, instr. ip womit, wodurch ?', indef. *i£ etwas: gi
“nichts, nicht ist, gen. ir eines, dat. imik zu etwas’, og imik
zu nichts, instr. iviÄ mit etwas’, of wik mit, durch nichts’;
ing “etwas, irgend ein', of ing ‘nichts’, z-in¢ was? — idg. pron.
* i- “wer ?’, zd. ći-š “wer ?, irgend wer’, skr. kim“was?, warum ?’,
gr. ríc, ntr. ri, lat. quis, quid u. s. w.; skr. kimöid etwas, mit
Neg. ‘nichts’. — Meillet, MSL. 7, 162.
Mir unwahrscheinlich, da für idg. Ei im Arm. (&- zu er-
warten ist, vgl. gor vier — *A?eteores. Wäre aber doch arm.
i — k?i-, arm. u (ur *wo?') = A?u-, arm. o = Eio- (s. unter o),
so würde sich die Regel ergeben, dass anlautendes X? vor o, u, i
im Arm. abgefallen ist.
161. 5% 12 (i-St., gen. i2i) giftige Schlange, Viper, Otter’ =
skr. áhi- Schlange, Natter’, zd. aži- ‘Schlange’, gr. Exig Otter,
Natter, Viper, &xudva “Otter, Viper’. — Idg. *eg?hi-.
Man sollte im Arm. “eg oder Zei erwarten, doch ist auch *ez
denkbar. Geht arm. i2 auf idg. *ēg?hi- zurück? Bartholomae,
Stud. II, 34 vermuthet, dass arm. :2 aus dem Iranischen ent-
lehnt ist; mit Unrecht, da es dann *az (= zd. di-) lauten
müsste.
162. „a inj oder inc (u-St, gen. pl. ənju-ç oder əncu-ç
Pseud. 150, Hohelied 4, 8) Pardel, Leopard’ = skr. sjAá- “Löwe”.
Dazu omult (in ult 'Kameel) = xaurAozagóaAug MGg.
163. ba inn (nom. pl. inun, tnnun£, gen. inung) neun =
skr. náva, zd. nava, gr. évvéa, lat. novem, got. ntun, ksl. deren,
lit. devym, air. noi-n. Idg. *nern und *enen.
Nimmt man an, dass im Arm. urspr. v nach Consonanten
schwinden musste, so ist folgende Entwicklung wahrscheinlich:
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 451
idg. enn — urarm. *envan = *enan = enn = arm. inn. Vgl.
wegen der abweichenden Lautverhältnisse oben Nr. 35 anun.
164. fup iu-r “seiner, sich’: zd. hava- eigen, gr. Zoe, lat.
suus — sovos sein', osk. (abl.) súvad?
Man sollte für idg. *sevo- im Arm. ec- erwarten.
165. jul la-m (aor. 3. e-la-ç) weine: lat. la- menlum "Weh-
klagen, Weinen und Heulen’, lit. /óu, lóti “bellen’, lett. lat bel-
len’, kal. laja, lajati bellen, schimpfen’, skr. rā (rayati) bellen?
Unsicher, da ^weinen' nicht — ‘bellen’ und lat. la (in /a-
mentum) mehrdeutig ist.
166. paju lain “breit : skr. prthú- breit, weit, práthate
“breitet sich aus, práthas- Breite, Ausdehnung’, zd. fra2aA-
‘Breite’, gr. nAarvg ‘breit’, mAarog ‘Breite’, lit. platüs "breit,
air. lethan, cymr. litan "breit".
Bartholomae, Stud. II, 28 setzt arm. Jain — idg. *pltino-s(?).
167. aeg lanj-K (i-a St., gen. lanjag) Brust = aisl. lunga,
ahd. lungun, engl lungs, d. Lunge, russ. legkoe, pl. legkıja
‘Lunge’. — Meillet, MSL. 8, 165.
Unsicher wegen der Verschiedenheit der Bedeutung. For-
mell könnte /anj- — idg. */ng?hi- sein.
168. [un lav “besser : gr. Awliwv besser (aus *Aw fewr)?
Arm. lav aus lav- oder [ov ? Ueber Awlwv vgl. Osthoff, Zur
Geschichte des Perfects 448 Anm. — Oder arm. lav zu lit. labas
gut?
169. h lap-e-m (aor. lap-ec-t) lecke : gr. Aarırw lecke’,
ac too “verschlinge’, lat. lambo, ahd. lafan “lecker.
Bartholomae, BB. 10, 289 nimmt /ap^, Brugmann, Kluge
lab als Wurzel an. Sonst kann man auch lap auf /ap-s zurück-
führen, vgl. oben Nr. 142 epem.
170. „un learn (n-St., gen. lerin) "Berg ` gr. «Aizug Ab-
hang, Hügel’, lat. c/;ivus Hügel', got. Alains “Hügel, Alaiv
Grabhügel, Grab’, lit. szlaitas' Bergabhang , skr. eri lehnen“? —
Bugge, Btrg. p. 8.
Danach leain aus *EVei-» + ar- en? Vgl. Bartholomae, Stud.
II, 27 Anm. Unsicher. — Zu derselben Wurzel & lehnen' (skr.
eri lehnen, sich lehnen, sich befinden in oder an, sich wohin
begeben) stellt Bugge ebenda auch arm. ‚ff‘ li-ni-m (aus
urarm. */c-ni-m) werde, entstehe, geschehe, bin’, fut. i--i wird
29*
452 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
sein’, ipt. ler ‘sei’, vgl. xAivc lehne', lat. in-clino neige hin’, ahd.
hlinen, nhd. lehnen. Unwahrscheinlich, der Bedeutung wegen.
171. „ung leard (gen. lerdi) Leber = skr. yákrt (gen.
yaknds), zd. yakaro, np. jigar, gr. jag, lat. jecur, lit. Jeknos (pl.),
lett. ais (pl.) ‘Leber’, preuss. lagno (= jagno?), d. Leber, ahd.
lebara, an. lsfr.
Nach Joh. Schmidt, Pluralb. p. 199 wäre idg. /e rt (nom.
sg.) anzusetzen. Anders Bartholomae, Stud. II, 13 flg.; 26 Anm.
172. ‚kam. lezu (i-a St., gen. lezei) "Zunge : lit. leis, ir.
ligur Zunge.
Die einzelnen Formen sind wahrscheinlich an die Vertreter
von idg. lig'h ‘lecken’ angelehnt und mit den andern idg. Wór-
tern für Zunge', die alle stark von einander abweichen, ver-
wandt: skr. jihva, lat. lingua aus altl. dingua, got. tuggo u.s. w.
(idg. *dng!Àva?) Vgl. Johannson, Idg. F. 2, p. 1 fg. — Zu
poln. arm. lizu Zunge aus altarm. lezu vgl. WZKM. I, 291.
173. % li (o-St., gen. Zioy) ‘voll’ aus *»leyo- = gr. hom.
zrÀeiog "voll, junul I-nu-m (aor. 3. e-Li-g) fülle aus *lıinum : lat.
ex-plö-nu-nt, air. linaim "fülle, „% lir (i-St., instr. Zriv) (Fülle?
(zur Bildung vgl. di-r Setzung, Lage von d-ne-m ‘setze’, Wurzel
dhe) : skr. pra füllen’ (pr. 2. prási, aor. 3. a-prä-s, pte. pratd-), zd.
frena wegen der Menge’, gr. re "voll, ri-u-rAr-uı‘fülle’,
aor. zÀALge, lat. plenus ‘voll’, pleri-que die meisten’, im-pleo
"fülle an’.
Arm. li kann auch nach Bartholomae == *p/eto-, lat. im-plötus
u. 8. w. sein.
174. „ah liz-e-m (aor. liz-ec-i) lecke, verzehre’, pr. auch
liz-u-m Judith 7, 4, Luc. 16, 21, Car., liz-ane-m Num. 22, 4:
skr. rih (redhi, rihanti), lih lecken,, zd. riz lecken’ (Idg. F.
5, 369, np. listan, pr. lesam (nach Analogie aus */ezam), gr.
Jex, lat. lingo, got. bilaigon 'belecken', ksl. lizati, Iiæg, lit.
lészti, lëžiù, air. ligim Jecke. Wurzel Jig.
Die Form /ezum findet sich als Variante von /izum Judith 7, 4,
auch Luc. 16, 21, ferner bei Jac. Nisib. und neben dem pte. lizeal
MX. p. 35. Es ist die jüngere, an lezu Zunge angelehnte Form.
175. gu, log-ana-m (aor. log-ag-uy) bade mich, log-
-ag-uc-ane-m “bade FB. 207 : gr. Aovw, hom. 40% = 10 F
wasche, bade’, med. bade mich’, lat. lavo wasche, bade’.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 453
176. [nju lois (o-St., gen. lusoy) "Licht", lusin (i- und o-St.,
gen. lusni) ‘Mong’ (davon /usnot mondsüchtig), lusn, pl. lusun-k
"weisse Flecken im Auge’ (der weisse Star), Aeúxwua Tobias
3,25; 6,9; 11,8, 14, Zsn-a-goin weisslich', d ro leu, Isn-ana-m
"weiss werden’, Aevxalvouaı ` gr. Aevxog “leuchtend, weiss, hell
schimmernd’, àugiAvzn Zwielicht, % ‘Leuchte’, lat. luz
‘Licht’, /äceo leuchte’, lumen (= *leuksmen) “Licht”, luna "Mond
(aus *loucsnä, vgl. Joh. Schmidt, Kritik d. Sonantentheorie
p. 102), lücerna“Lampe’, got. iuhap“Licht’, lauhmuni Blitz, ahd.
liehsen ‘hell’, air. lch Blitz,, luach-té weissglühend', ksl. luta
‘Strahl’, luna "Mond (Idg. F. 5, 66), lit. /a&kas mit einer Blässe
auf der Stirn’, preuss. lauznos “Gestirne’, skr. rué (röcate) schei-
nen’, roká-, röka- ‘Licht’, ruk$a- glänzend’, rugant- lichtfarbig,
hell’, zd. raoéaA- “Licht, raoxsna- ‘glänzend’, ap. raucah- Tag,
np. röz "Tag. Wurzel luk und lukt.
Arm. lois = idg. “louklo-, lusin — *louk!eno-, lusn etwa ==
*luk'on. Der pl. /usun£ findet sich nur Tobias 11, 14 und steht
wohl falsch für */sun£. Denn zu Zus sollte der Singular
*loisn lauten, das sich nur Tobias 3, 25 als Variante zu lusn
findet. Das s von arm. Lois u. s. w. kann übrigens sowohl auf
idg. & wie auf Et zurückgehen, s. oben p. 408.
177. m. lu (o-St, gen. lvoy) ‘Floh?’ = afgh. eraza ‘Floh’
(= iran. *brusa), ksl. blücha, lit. blusà ‘Floh’, Grdf. *bhlusa.
Ueber gr. wvAla ‘Floh’ — *bhsulja s. Joh. Schmidt, Kritik
der Sonantentheorie p. 29.
178. m. lu kund' (lu arnem ‘thue kung’, lu linem werde
kund’), Zur (o-St., gen. Iro) Hören, Kunde, Gerücht, Nachricht’,
Is-e-m (aor. lv-ay, fut. lv-içem) höre', caus. /v-ug-ane-m “lasse
hören’ : skr. gru hören (pr. 3. grnôti, pte. gruta- ‘gehört’, eruti-
Hören, Vernehmen, Ohr, Gehör, Kunde, Nachricht, Gerücht,
Ausspruch, hlg. Text’), erus hören’, erusti-, grüsti- Willfährig-
keit‘, zd. sru ‘hören’, ptc. srüta-, srus hören“, davon a-srusti-,
sraoSa-, gr. xAvw höre’, xAvróg "berühmt, lat. cluo, in-clutus,
got. hliuma Gehör, Ohr’, ahd. A/ut helltönend, laut’, Alosen
zuhören“, ir. cluntm ‘höre’, cloth ‘berühmt’, clú ‘Ruhm’, cloor
‘höre’, kel. sluti, slovg genannt werden', s/ysati ‘hören’, sluchü
‘Gehör’, lit. sti, klausjti gehorchen'.
Arm. lu = idg. *Atluto- oder #klluti-. Zu lu-r vgl. tur, di-r,
454 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
li-r u. s. w. Arm. /s-e-m aus *lus-e-m, dies aus *A'lusK!0?
s. Bartholomae, Stud. Il, 41, 48. — Hierher nach Bugge und
Torp, KZ. 32, 9 auch arm. jmn lur (= *k'lus-ri-?) schwei-
gend’, Ir-e-m schweige, ruhe, l;-uhiun Schweigen, Ruhe’,
vgl. aisl. Aljöd “Hören, Schweigen’, Aljodr schweigend,
schweigsam'?
179. erzu lva-na-m (aor. lva-g-i) wasche, ipt. lva
wasche! (Mt. 6, 17 u. s. w.), an-Ivay, an-lvaç ungewaschen',
lva- li- “Bad, Schwemme' : gr. zing wasche, rAvrög ge-
waschen”, skr. a-plu “sich waschen, sich baden’, lit. pláuti
‘spülen’?
Oder gehört Iranam (Wurzel lva- aus lua- oder luva-?) zu
loganam (s. oben Nr. 175)? Vgl. gr. 40e (= Ao e) neben Aoeov,
Aocoev, Aoergov “Bad (Wurzel Ao fe), lat. lav-ere, lau-tu-s neben
lava-re, lava-cru-m.
180. „„ luc (o-St., gen. lcoy) ‘Joch’, davon lc-e-m 'anspan-
nen = skr. yugd-m, np. Juy, gr. Cuyo, lat. jugum, ksl. igo, lit.
Jünga-s ‘Joch’. Idg. *yugó-m.
181. Ce luc-ane-m (aor. luc-i) löse, löse auf, binde
los, Zoic flüssig, mild, liederlich' stimmt in der Bedeutung
nicht zu gr. Avyog biegsamer Zweig’, A, Avyliw biegen,
schmiegen, krümmen, drehen, winden’, lit. /ugnas'geschmeidig,
biegsam’ (Meillet, MSL. 7, 57) und in der Form nicht zu gr.
Avw “löse auf, binde los’, got. Juus los' u. s. w.)
182. munufuncup lusanun-E. (nom. pl.) “Luchse’ : gr. 45
(gen. Lure, ahd. lus, nhd. Luchs, lit. lüszis, preuss. luysis,
ksl. rysi pardalis', nsl. ris ‘lynx’. — Fr. Müller, Armeniaca VI,
D 3.
Das Wort lusanun- kommt nur ein einziges Mal in der
Litteratur vor: Pseud. 142, 7 (var. Joisanun-E und Jusantuí£).
Jetzt wird es (nach briefl. Mittheilung Dashians) allgemein
auch in Büchern gebraucht, während im Volksmunde dafür
gewöhnlich Zaríar (= np. kaftär “Hyine) erscheint. In der
neuarmenischen Schriftsprache kónnte das Wort künstlich be-
lebt worden sein. — Ist /usanun£ richtig, so ist als Nom. sg.
lusanun oder lusann anzusetzen und letzteres auf urspr. */ouA!-
anon zurückzuführen, wie gr. Avy& auf uni- = luk!n-, ahd.
luhs auf lukis-.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 455
183. pmguulril lug-ane-m (aor. lug-i) zünde an, /ueki“Zünd-
stoff' gehórt zu derselben Wurzel (idg. luk oder luk!) wie arm.
lois ‘Licht’, s. oben Nr. 176. Zur Bedeutung vgl. atwiraocayetti
— np. afrozad er zündet an’ von zd. ruč (= idg. luk). Formell
ist arm. uç- aus *loig- = idg. *Jouk!s (vgl. veç sechs = idg.
*svek!s) oder — idg. *l!o)uk'-sk!h (inchoat.) entstanden (vgl. harç-
-ane-m frage neben harsn ‘Braut von der Wurzel idg. pre!)
entstanden.
154. | punuk ih IX-ane-m (aor. I. IA-i) ‘verlassen’, pass. IX-ani-m
‘verlassen werden, schwach, matt, muthlos werden, ablassen
von’ : skr. rič (rindkti) räumen, leeren, freilassen, loslassen,
überlassen’, pass. um etwas kommen, zu Nichte werden’, zd.
iriè verlassen, fliehen’, np. gu-reztan entbehren (Horn, Grdr.
p. 203), fliehen’, gr. Asirw, Aıunavw “lasse, verlasse, lasse zu-
rück’, lat. /inquo lasse, lasse zurück’, pass. ohnmächtig werden’,
got. leihva leihe', lit. leu, likti zurück, übrig lassen’, ksl.
otü-lekü "Beet, air. lee “lasse, verlasse’.
Aor. 3. elik — gr. thine. — Zu gr. kumayu vgl. Idg. F.
4, 18 fig.
185. [(u zaxank lautes Gelächter (nur einmal bei
Ephrem) : gr. xayyato "lache laut’, xa@yyaouog “lautes Lachen’,
rayalw,xayyalaw lache laut, lat. cachinnus lautes Auflachen',
skr. kakh lachen
Onomatopoetische Bildungen: MSL. 8, 294. Arm. zazan£
wohl = zaz-aa-£.]
186. [ zorisz (o-St., gen. zorszoy) Honigwabe, Honig-
kuchen' : gr. xnoíov ' Honigwabe' (von xnoóg "Wachs lat. cera
"Wachs; lit. korys Wachs- oder Honigscheibe der Bienen. —
Bugge, KZ. 32, 10.
Falsch.]
187. dwnp catr (u-St, gen. catu) Lachen, Gelächter’,
catr-akan ‘lächerlich’, ei- car - i m ‘lache’, ci-cal-kot“derviellacht’:
gr. yéAoc, yéAtog Lachen, Gelächter, yeAaw ‘lache’, yeAa0-ró-5
Jächerlich'.
calr = idg. 9 1 u-
188. Je (aor.) can-eay erkannte', can-uc-eal erkannt
habend’, can-aut (i-St., gen. pl. canaulic) bekannt, bekannt
456 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
mit —, der Bekannte’ (yvworös), an-canaut unbekannt, un-
kundig’ : skr. Ind (pr. janati) 'kennen, wissen, bekannt sein,
Kenntniss haben von, erkennen’, jiiafd- "bekannt, jñati- Ver-
wandter, zd. zan kennen, wissen’ (zānənti, zanat, Znätar-,
äzainti-), ap. adana hatte gekannt und z$nasatty man kenne’,
np. danam weiss, gr. yu-yvo-0x0 lerne kennen, erkenne,
yvwtóç bekannt, verwandt, Bruder, lat. gno-sco, nösco lerne
kennen, erkenne, nofus "bekannt, got. kann ‘weiss’, pl. kunnum,
inf. kunnan kennen, wissen’, lit. Zinat, Zinöti wissen', ksl.
znają, znati kennen, air. ad-gén-sa erkannte, gnáth bekannt,
gewohnt’.
Das Präsens Canaf-e-m kenne gehört zu einer anderen
Wurzel. Anders Meillet, MSL. 8, 296, Bartholomae, Stud. II, 20.
189. kp cer (o-St., gen. ceroy) alt, Greis“: skr. Járant-
"alt, osset. zürond alt, np. zar Greis, gr. y&owv (yégovr-) alt,
Greis’.
190. fu cin Geburt, Ursprung’ (t-St., abl. i eng von der
Geburt an’ Joh. 9, 1, 32), en-und (gen. en-nd-ean, abl. cn-nd-ene,
gen. pl. cn-nd-oc) 'Gebüren, Geburt, Sprössling, Kind’, en-ani-m
(aor. cnay) 'gebüre, erzeuge, werde geboren’ : skr. jan ( janatı,
Jäyate) zeugen, gebären, erzeugen, erzeugt, geboren werden’,
jata ‘geboren’, jánas- Geschlecht, jániman- Geburt, Ursprung,
Nachkommenschaft, Geschöpf, Geschlecht, zd. zi-zan-af wird
gebären’, zayeite “wird geboren’, zata- 'geboren', fra-zainti-
Nachkommenschaft', np. züdan (pr. zayam) gebären, geboren
werden’, gr. yí-yw-o-uat “werde, werde geboren, entstehe“,
yé-yov-e ist geboren’, yéve-at-g ‘Ursprung’, yévog "Geschlecht,
lat. gi-gn-o erzeuge, gebäre', genus Geburt, Abstammung,
Geschlecht, (g)ná-sco-r “werde geboren’, got. kuni Geschlecht,
Stamm’, d. Kind, air. ro-génatr “natus est’, gein "Geburt.
Zur Stammbildung vgl. sn-ani-m (aor. snay) erzogen wer-
den, aufwachsen’, san Zögling', Aaín-a-sun (jünger) “milch-
genührt', sn-und Ernährung, Erziehung’.
191. & cri-aut (i-St., gen. cnauti) Kinnbacken, Wange’:
gr. y&vvs Kinnbacken, Kinnlade, ` vue Aude 'Kinnbacken,
Wange’ yvadog 'Kinnbacken', lat. gena “Wange, Backe’, got.
kinnus Kinnbacken, Wange’, d. Kinn, air. gin "Mund"; skr. hanu-,
hánu- "Kinnbacken', np. zanaz ‘Kinn’, bal. zanūk, zanık ‘Kinn’.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 457
Arm. cnaut aus *cin-aut. Vgl. claut (clöt) Halm, Stengel’
von ci? Halm, Stengel.
192. ntp cunr (pl. nom. cunk-Ä, acc. cunk-s, gen. cng-ag)
‘Knie’ : gr. yóvv Knie’, yvúš auf die Knie’, ywuvía “Winkel,
Ecke’, lat. genu ‘Knie’, got. kniu "Knie, skr. janu- ‘Knie’,
jAu-badh die Knie beugend', zd. Znu-m (acc.) “Knie, phl. zanü£,
np. zànu Knie.
193. nın cur schief, krumm, gekrümmt, gebogen’, ci-e-m
"verdrehe, verzerre’ — gr. yvgög 'rund,ausgebogen', yvoos Run-
dung, Ring, Kreis, yvoow ‘runden, auswärts biegen, krüm-
men. — Meillet, MSL. 7, 165.
Hierzu kann arm. cir ‘Kreis’ (Fr. Müller, Armeniaca VI,
p. 3) nieht gehóren.
194. [% kal (o-St., gen. kaloy) "Tenne’, kal-k 0 &Aontoc
‘Dreschen’ Lev. 26,5, æal-oti dreschend' Deut. 25, 4 : skr. khála-
Scheune, Tenne’. — Fr. Müller, Armeniaca VI, p. 3 nach
A. St. p. 72.
Fraglich, da arm. & nicht = skr. kh (vgl. arm. szal) ist. —
Georg. Lw. kalo “Tenne (Tchoubinof p. 235).
195. huq kat (i-a St., gen. pl. kataç) lahm, hinkend': got.
halts lahm'? — Bugge, KZ. 32, 50.
Vgl. gr. & gekrümmt, gelähmt, lahm’, skr. kuni- (aus
altind. *krnņi-?) lahm am Arm, np. kul krumm, gekrümmt’
(dazu s. Horn, Grdr. p. 192, P. St. p. 87).
196. F katin (gen. kalnoy) Eichel“, katni ‘Eiche : gr.
BeAavosc, lat. glans, ksl. Zeladi, lit. gile, preuss. gile “Eichel”.
Arm. kalin aus *g?.leno-.
197. Yun kamurj (i-a St., gen. kamrji) ‘Brücke’: gr.
y&pvoa Damm, Pfad, Brücke’. — Fr. Müller, Armeniaca VI,
p. 5, Bugge, Btrg. p. 22, Bartholomae, Stud. II, 24, Idg. F. 2, 268.
Unsicher.
198. [% kap (o-St., gen. kapoy) Band, Fessel, &ap-an-£
‘Fesseln’, Aap-e-m ‘binde’, ptc. kapeal gebunden, gefangen’:
gr. xw “Griff, lat. capulus ‘Griff’, capio ergreife, nehme,
nehme gefangen’, captivus 'gefangen', d. Haft 1) = mhd. ahd.
haft "Band, Fessel, 2) = mhd. ahd. haft (i-St.) und hafta
458 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
‘Gefangenschaft’, got. hafjan'heben’, alb. kap fasse, lett. kampu
‘fasse, greife’, air. cacht servus.
Unsicher. Die arm. Wurzel kap bedeutet urspr. binden“,
die europ. kop ergreifen, heben. Dazu wäre im Arm. kav für
kap zu erwarten.)
199. bumunju karapn (n-St, acc. pl. karapuns) Schädel,
Kopf (des Menschen), karap-e-m auf den Kopf schlagen,
köpfen': skr. karpara- Schale', preuss. kerpetis Hirnschädel',
ksl. érépü Scherbe', ahd. scirbi 'Scherbe' ? — Bugge, KZ. 32, 49.
Grdf. *skerpo-, *kerpo-.
Unsicher. — Zur Bildung vgl. arm. Alapn Kinnbacken,
Kiefer’?
200. [ump kar-k (gen. karag) Wagen = gall. carros, latini-
sirt carrus, carrüca vierräderiger Wagen’, air. cymr. carr (aus
*karsos Fick, Wb. II, 72 oder *Ąřsó-s nach Foy, Idg. F. 6, 332,
337, 338), lat. currus (aus *Arsu- Foy a. a. O.)?
Kann kar- von den Galatern (Anfang des 3. Jhd. v. Chr.
nach Kleinasien einwandernd) zu den Armeniern gekommen
sein?
201. [huul kas-e-m, kas-i-m (aor. kas-ec-i, kas-ec-ay) höre
auf, lasse ab von —', caus. kaseçuçanem mache aufhören =
hemme, hindere : np. kastan, pr. kaham nehme ab, werde
weniger.
Die Zusammenstellung ist falsch, da die pers. Formen eine
Wurzel kas, kad oder kadh voraussetzen, vgl. P. St. p. S6. Auch
scheint mir arm. kas-em kaum zu arm. pakas weniger, ge-
ringer, zurückstehend, mangelhaft, fehlend’, pakas-e-m gehe
zu Ende, höre auf, verscheide' oder zu zd. kusu-, np. kih klein’
zu gehören.
Arm. uu’ kasum, kasem dresche, zerstampfe, vernichte'
ist jedenfalls von diesen Wörtern zu trennen.]
202. luu karap (gen. karapi) “Schwan : lit. gulbé
‘Schwan’?
203. Hau kard-a-m (aor. kard-ac-i) rufen, nennen, vor-
lesen, lesen’ : preuss. gerdaut “sagen, lit. giřsti vernehmen),
girdeti ‘hören’? — Meillet, MSL. 9, 150.
Unsicher. — Zur Etymologie vgl. Idg. F. 4, 275.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 459
204. [q n karc-r "hart : got. hardus bart, gr. xgarvs,
xoaregog stark, gewaltig, heftig, hart, fest”. — Bugge, KZ.
32, 49, 69.
Falsch. Auch arm. sert “fest, echt gehört nicht, wie
Fr. Müller, WZKM. 5, 269 will, zu gr. xogarvg u. s. el
205. [V karé kurz, karċ-e-m verkürze : gr. 2010869
verstümmelt, verkürzt’, xołoßów verstümmele, verkürze.
206. if kea-m (aor. kegi aus *kea-çi) lebe’, kean-k (gen.
kenac) Leben', kendani (aus *kean-dani) lebendig zur Wurzel
idg. g?yo, g?ye in zd. jyotum (acc.), Jyatöus (gen.) Leben, jyditi-
Leben' (in ku-jyaiti- u.s. w.), gr. Ci) lebt’, fut. n-ow, En-oouaı,
ion. {ww lebe” (Bartholomae, Stud. II, p. 134) oder zur Wurzel
gv in skr. jivati lebt’, Jivd- lebendig’, Jivitd-, jivatu- "Leben,
gr. Gioroe, fort Leben, Lebensunterhalt, Gut, Vermögen’,
lat. vivo ‘lebe’, virus lebendig, got. gius "lebendig, ksl. živă
"lebendig, Zivotü Leben', lit. odros lebendig’, gyvata Leben',
air. biu, béo ‘lebendig’, biad Nahrung, Speise’, beothu, bethu
"Leben".
Wenn Bartholomae, Stud. II, 27 mit Recht annimmt, dass
im Arm. »antevocalisches v nicht verloren geht«, so kann arm.
kea- nicht zu gin (skr. Jird-tu-) gehören, sondern muss auf
*g^a- oder ge- zurückgeführt werden.
207. 4% Kel (o-St., gen. keloy) Geschwür, kel-e-m quälen,
plagen, (das Leben) verbittern' : ht. gelti heftig schmerzen,
wehe thur’ (vom Knochen, Zahn, Fuss etc.), gelonis der ver-
härtete Eiter im Geschwür', ksl. zali “dolor, d. Qual, ahd. quélan
"Schmerz empfinden’. Wurzel g?el. — Meillet, MSL. 8, 165.
Zur Bedeutung vgl. ahd. swéran ‘schmerzen’, mhd. swern
“schmerzen, eitern, schwüren', dazu nhd. Sc/würen, Geschwür
und schwer. — Ueber die litauischen Wörter s. Leskien, Ablaut
p. 325.
208. % ker (o-St., gen. Zero) Nahrung, Frass, Beute,
Lockspeise, Köder’, ker-i ich ass’ (3. p. e-ker, 3. pl. ker-an), er
als 2. Glied von Comp. essend' (z. B. ms-a-ker fleisch-essend’),
ker-a-kur (o-St., gen. kerakroy) 'Nahrung, Speise’ (davon ker-
-a-kr-e-m ernähre, speise, med. ker-a-kr--m sich nähren,
essen), kur Frass, gazan-a-kur den wilden Thieren als Frass
460 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
dienend, von wilden Thieren gefressen’; ko-kord (gen. kokord!)
‘Kehle’ : gr. Pı-Bow-orw fresse, esse, verzehre’, good 'Frase',
gos gefrässig', Onuo-Booos Volksverschlinger, skr. zd. -gara
als 2. Glied von Comp. = verschlingend' (z. B. skr. ajagará-
'ziegenverschlingend' = "Boa, zd. aspögaram (acc.) rossever-
schlingend', lat. -vorus (z. B. carnivorus fleischfressend'), voro
"verschlinge', ahd. quérdar Lockspeise, Köder, Lampendocht',
lit. gerig, gerti ‘trinken’, gerklé'Kehle, Gurgel’, gurkliys Kropf,
ksl. Arg, Zréti 'verschlingen', grülo “Kehle.
Wurzel idg. gier. Vgl. unten Alanem.
209. [fu kin (gen. knoj, instr. knav, pl. nom. kanaik, acc.
kanais, gen. kanang (kanag Eznik 178), instr. kanamb-A)“Ehefrau,
Weib, Frau’, kanambi "Ehemann, kanaçi weiblich, weibisch',
collect. kanani (gen. kananvoy) Frauen (FB. 176) : skr. gna-
“Götterfrau’, Jáni-, jáni- Weib, Gattin’, Jani (am Ende eines
Comp.) Ehefrau,, gd. gona-, zd. yna- "Frau, gd. jani- "Frau,
bal. jan, np. zan ‘Weib’, got. gens, ginö Web, aisl. kona, gr. yvvij
(gen. yvvatzóc) Weib, Frau, Gattin’, böot. pavé, preuss. genna,
genno Weib', ksl. Zeng Frau, Weib’, air. ben (gen. mná) ‘Weib’.
Arm. kin- aus g?en- oder g?en-, arm. kan- aus gien-. Arm.
kanambi — “der mit einer Frau' vom Instrumental kanamb, der
von Wörterbüchern und Grammatiken genannt wird, sich aber,
soweit ich sehe, in der Bibel (neben Arar) nicht findet. Doch
vgl. instr. pl. kanambi.
210. % kl-anc-m (aor. 3. ekul) verschlinge, -kul als
2. Glied von Comp. = verschlingend' (z. B. amen-a-kul alles
verschlingend’, Jerz-a-kul Berge verschlingend’, aszark-a-kul
‘die Welt verschlingend'), an-Alav (aor. 3. pass.) wurde ver-
schlungen' = tauchte unter, versank’, caus. an-kl-uz-ane-m
‘tauche unter (trans.), versenke, verschlinge' : lat. gula ‘Kehle’,
glutio 'verschlinge', d. Kehle (anfrk. kêla), air. gelid ‘verzehrt,
ksl. -glütati "verschlingen', glüti “Schlund”.
Wurzel ist gel, verschieden von g?er (s. oben Nr. 208 ker)
nach Osthoff, Idg. F. 4, 287. Im Arischen fielen beide Wur-
zeln in gar zusammen, das später zu gal wurde: skr. gtratt,
gilati verschlingen, verschlucken, ausstossen’(aus dem Munde),
gala- Kehle, Hals’, zd. garah-, np. gali, gulu, afgh. yara
‘Kehle’. — Meillet stellt ən-klav zu lit. gilùs "Gef, gelmé Tiefe
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 461
MSL. 9, 150. — Hierher auch an-kêm-e-m tauche unter, ver-
senke’, on-kim-i-m werde untergetaucht, versinke'?
211. 4% ke-e-m jucken, kitzeln’ (Eznik 176), nach Wb.
auch ke-ane-m (aor. 3. kic) stechen, beissen’ : np. gazidan, gastan
“beissen”, gaz Beisszange, Biss (Horn, Grdr. 197). — Fr. Müller,
WZKM. 8, 281.
Unsicher. Die Zusammenstellung ist nur zu halten, wenn
man arm. kic — idg. geg! als Dehnstufe von np. gaz = idg.
geg! fasst. Wahrscheinlicher ist kic = idg. gigi, zu dem np.
gaz nicht stimmt.
212. [agh kogi (gen. kogvoy) Butter = skr. gavya-, gavyd-
‘vom Rinde stammend’, zd. gavya- von der Kuh stammend’
(seil. payah- “Milch’), gaoya- aus Kühen bestehend”.
kogi = idg. *g?ovio-.
213. [mi] kov (u-St., gen. kovu) ‘Kuh’ = skr. gas Rind,
Kub’, zd. gaus Rind, Kuh’, np. gar ‘Rind’, gr. Boüg (gen. Bo. Ge
Rind, Kuh’, lat. bos (gen. bovis) Rind, Kuh’, ahd. chuo, lett.
gäe ‘Kuh’, ksl. govedo ‘Oche’, air. bó “Kuh”.
214. [Ynpfu kor-iun (gen. kor-ean) das Junge (von Thieren):
gr. Bee Leibesfrucht, Kind, Junges’, ksl. žrébę "pullus
n. s. w. — Fr. Müller, WZKM. 10, 180.
Falsch, da gr. Be u. s. w. = arm. *korb- (nicht &or-]
würe.]
215. be ku (gen. kvoy) oder koy ‘Koth’ (der Vierfüssler),
koy-a-dndir Mistkäfer, koy-anog ‘Cloake’ : skr. gutha- ‘stercus,
Unreinigkeit, zd. 9. “Excrement, Unreinigkeit, np. guh
‘Schmutz, Koth’, kurd. 9% Excremente', bal. 970 ‘Koth’, afgh.
yul Excremente'.
Bartholomae, Stud. II, 28 setzt koy = *govyo- (vgl. ksl.
govino stercus) oder *gouto-, ku = *guto- im Unterschied von
skr. gütha-, iran. gu da- idg. *gütho-.
216. esch krunk Kranich’ : gr. yégavos, lat. grus, ahd.
chr-an-uh, lit. gérvé, preuss. gerwe, ksl. Zeraví, corn. cymr.
bret. garan ‘Kranich’.
217. [[emmipp ktur-F (gen. ktrog) die Schur, das Scheeren',
ktr-e-m schneide ab, scheere’, &tr-oc Messer, Scheere stimmt
462 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
lautlich weder zu gr. xelọw schneide ab, scheere', xoved
"Scheeren' noch zu d. scheeren, Scheere (Wurzel sker) noch zu
skr. zd. kart schneiden, zd. karətu- Messer u. s. w.]
218. [puh krak (i-a St., gen. kraki) Feuer aus *kur-ak :
got. hauri Kohle', pl. Kohlenfeuer', aisl. Ayrr "Feuer, lit. æurti
‘heizen’, ksl. kuriti rauchen“, skr. kudayati (ZDMG. 50, 702)
"versengt' ? — Fr. Müller, Armeniaca VI, p. 4, Bugge, KZ. 32, 51.
219. ½%ò h krc-e-m nagen, zernagen', &zoxví5o (1 Kg.
9, 24), Arc-u-m dass. Ephrem : ksl. gryzg, grysti beissen, ht.
gráu£iu, gráuszti nagen, abbeissen' (Fleisch vom Knochen etc.),
gru£inéti fortgesetzt ein wenig nagen’. — Fr. Müller, Armeniaca
V], p. 4.
Also Árc-e-m aus *kruc-e-m, Wurzel idg. grug!.
220. hrók kré-el atamanç das Zühneklappern, krc-t-el z
atamuns die Zähne knirschen’: gr. HbA knirsche mit den
Zähnen’, ovy, Zähneknirschen', Hero kaltes Fieber
Bovyuóg Zähneklappern'. Vgl. got. Ariustan knirschen' (die
Zähne), &rusts 'Knirschen' (Wurzel gru-s?).
Nicht sicher. Arm. kré-el (Infinitiv) kann auf #kruc-el
zurückgehen. Arm. kruc = gr. Bovx- = idg. g?rü &-? — Davon
zu trennen lit. gréztu, gröszti knirschen'.
221. Cg haz-iv “kaum” (instr. von *Aazi- Mühe), oben
p. 174 als Lw. zu zd. hazah- Gewalt gestellt, gehört nach
Bugge, KZ. 32, 12, als echt armenisch zu gr. &yog Schmerz,
Leid, Betrübniss, Kummer’, got. agis Furcht, Angst, Schrecken’,
og fürchte, air. dgor ‘fürchte’?
222. [Ci Hf halac-e-m verjage, verfolge’ : lat. pello (aus
*pel-no) schlage, stosse, schnelle, vertreibe, verjage'. — Fr.
Müller, WZKM. 10, 276.
Unsicher. Man müsste annehmen, dass halacem abgeleitet
sei von einem *Aulac Verfolgung! aus hal- — idg. pl- + suff. ac,
vgl. arar-ac Erschaffung von arar- (Aoriststamm von ar ne-m
"mache",
223. £ulj-ui- hak-a- als 1. Glied von Comp. entgegen’: kel.
paute ‘vielmehr’, paky wiederum’ neben opako, opaky “rückwärts,
verkehrt’, skr. dpd, “rückwärts gewandt, dpaka- von fern
kommend’, zd. apg£, np. baz, jüd. pers. awaz zurück, wieder,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 463
offen’, bal. pat offen (vgl. Joh. Schmidt, Pluralb. p. 392)? —
Bugge, KZ. 32, 13.
224. Zur oam hamemat'entsprechend, im Verhältniss zu —,
ähnlich’ aus hame + mat ?, mat = lat. modus “Mass, gr. uedıuvog
"Scheffel', got. mitan ‘messen’, mitabs “Mass u. s. w. — Meillet,
MSL. 8, 154.
Unsicher, da Aame- dunkel ist. Man erwartet *Aam-a-mat
oder *Aam-mat von gleichem Masse’. S. oben p. 174 fig.
225. Sup hair (r-St., gen. kaur) Vater = skr. pità (gen.
pitür, dat. pitre), zd. pita, gd. pta Vater (dat. pi9re und f2óron,
ap. pita (gen. pio, phl. pitar und pit, np. pidar, osset. fidü,
fid Vater, bal. pi9, gr. mario (gen. zrargóc), lat. pater, got.
fadar, air. athir "Vater,
Dazu Smpn hauru Stiefvater (nur Mech. Rechtsbuch),
s. unter yauray Nr.307. — Arm. hair — idg. *potér, gen. haur
= idg. *potrós.
226. buru han (dat. hanoy 2 Tim. 1, 5) ‘Grossmutter’, hani
(gen. hanvoy MX. 96), demin. hanik dass. — lat. ánus alte Frau,
Greisin', afgh. ana Grossmutter, ahd ana ‘Grossmutter’, ano
Grossvater, mhd. ane, d. Ahn, Ahne, preuss. ane “Altmutter,
lit. anýta ‘Schwiegermutter.
Oder zu hin alt (Nr. 248)? Afgh. anā kann im Anl. A ver-
loren haben und = zd. anā- alte Frau’ sein.
227. Sutwuyug hanapaz immer, jederzeit wohl = han-a-
-paz, han zu skr. sánà, sanat von jeher’, saná-tána- "ewig, lat.
sem-per jederzeit, immer, got. sin-teins ‘täglich’, sin-teino
‘immer, allezeit’.
Nicht sicher, da die Bedeutung von arm. -paz, das nicht
weiter vorkommt, unbekannt ist. Wenn richtig, würde han-a-paz
zu hin "alt (s. unten) gehören.
228. butun handart ruhig u. s. w.: skr. samdhrta-, ap.
*handrta-, wahrscheinlich entlehnt, s. oben p. 177.
Der echtarm. Vertreter von skr. samdhrta- sollte etwa
*handard oder *andard lauten. Wie aber ist arm. da-dar-e-m
‘höre auf, ruhe’, da-dar Ruhe’, dadar-£ Wohnsitz, Stall, Nest,
Höhle’ zu beurtheilen, die echt armenisch sind und ihrer Be-
deutung nach von Aazdart nicht getrennt werden können?
464 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
229. Suu has-ane-m (aor. has-i) komme an, lange an,
komme zu etwas; werde reif", haseal‘teif’, hasu linel sich einer
Sache bemächtigen, ergreifen, begreifen’ (c. dat), hasun er-
wachsen, reif, Aasak "Alter, reifes Alter, Statur': skr. ac
(agnóti) gelangen zu, erreichen, einholen, erlangen, treffen,
über Jemand kommen, bewältigen’, zd. asnaoiti erreicht, ge-
langt zu. — Bugge, KZ. 32, 14, Fr. Müller, WZKM. 10, 276.
Skr. ag, zd. as — idg. “nk! (*.nk!) sollte im Arm. durch “ans
oder *h-ans vertreten sein, die, wenn ns aus idg. t ebenso
wie ns aus idg. *ns zu s wird (s. oben p. 409), als “as oder has
erscheinen müssen.
230. Zem hast "Test — d. fest, as. fast, aisl. fastr fest (aus
* fastu-).
Uhlenbeck, PBr. 20, 328 vergleicht skr. pastia- Wohn-
sitz, Sitz’.
231. Ch hat-ane-m (aor. hat-i) schneide ab, haue
ab’: osset. fadun ( fädun) spalten, zerhauen..
Unsicher, da osset. fudun zu bal. patay abhauen, abschneiden’
(Geiger, Etym. des Bal. Nr. 288) gehören, also auf eine Wurzel pat
zurückgehen kann, während arm. hat-ane-m zu einer Wurzel pad
gehört. Doch wechseln idg. Tenuisund Media in einigen Fällen.
232. 4uplju'ulrl hark-ane-m (aor. har-i) schlage’ : ksl. pera,
prati schlagen, waschen’, lit. pertu, perti baden, mit dem Bade-
quast schlagen, schlagen’, lett. peru, pert “mit Ruthen schlagen’.
— Bugge, Etrusk. Arm. p. 101.
Unsicher. Wie verhält sich arm. Aurk- des Präsens zu Aar-
des Aorists?
233. Supu harsn (n-St., gen. harsin, pl. nom. harsunk, gen.
harsang) Braut, Neuvermählte, Schwiegertochter', Aarg (i-St.,
gen. Aerei) Frage, Untersuchung (häufig arç ev porj oder
harc-a-porj Untersuchung, Prüfung, Aarq-ane-m (aor. harg-i)
"frage : skr. pragnd- Frage, Befragung, Erkundigung, Streit-
frage’, précháti frägt’, davon précéha- Frage, zd. frasna- Frage",
porosatti frägt — np. pursad, lat. precor ‘bitte’, procus “Freier”,
posco ‘fordere’, got. fraihna ‘frage’, ahd. forsca Forschung,
Frage’, forscon forschen, fragen’, ksl. prositi ‘bitten’, lit. pizszt?
zufreien', pirszljs ‘Freiwerber’, praszyjti fordern, bitten’, air.
imm-chom-arc ‘Frage’, imm-chom-airc “fragt.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 465
Arm. harsn aus*prk!en (von der Wurzel prok!, prek!, pr);
arm. Áarg = skr. pre, = zd. poros- — lat. posc- = ahd. forsc-
= idg. inchoat. r-.
231. [Sug haç (i-St., gen. hac? “Brot : skr. sas Saat auf
dem Felde, Feldfrucht, Frucht, zd. kahya- ‘Getreide’, paitis-
-hahya- Erntefest'. — So zuletzt KZ. 32, 41.
Falsch, da arm. e nicht = idg. sy ist.)
235. bugh hagi (gen. pl. haçeaç) Esche: ahd. asc, aisl. askr
‘Esche’, lit. isis Esche', preuss. woasis “Esche, nsl. Jasen, russ.
Jasení “Esche.
Vgl. Idg. F. 1, 304, 453, BB. 15, 251, KZ. 32, 15, WZKM.
8, 282, Idg. F. 5, 44. Arm. aci aus se.
236. Sun hav (u-St, gen. havu) 1) Vogel, Huhn, Henne,
Hahn’: lat. avis Vogel:
2) Grossvater, Vorfahr’ : lat. arus Grossvater, Vorfahr’,
avunculus ‘Oheim’, got. aro Grossmutter', lit. avýnas Oheim',
preuss. awis Oheim', ksl. uji Oheim'.
So zuerst Wb. Jetzt auch MSL. 7, 162, WZ KM. 8, 252,
KZ. 32, 14.
237. [£unwi[ul" havan-i-m (aor. havan-eg-ay) lasse mich be-
reden, überzeugen, stimme zu, willige ein, gehorche, folge’,
caus. havan-eg-ug-ane-m "überrede": zu hav Vogel wie gr. ótouat
€ ° 2 > , c M 3
meine, glaube, vermuthe zu oiwvog Vogel, Vogelzeichen . —
Meillet, MSL. 8, 165. |
Falsch. Ueber óíouat = *ofıioyouaı (zu lat. Omen) s.
Solmsen, Studien zur lat. Lautgeschichte p. 93.]
235. [Sm hecan "Balken : np. hezan trabs (Vullers Wb.
ohne Beleg).
Die Wörter lassen sich lautlich nicht vereinigen.)
239. [Sag helg lässig, träg, faul, zögernd, langsam’: lat.
piger verdrossen, träg, faul, langsam’. — Fr. Müller, WZKM.
10, 276. |
Sehr unsicher. Steht lat. piger für urspr. *pigro- (zu piget?)
oder *pikro- (lautgesetzlich — lat. *picer), so gehört es sicher
nicht zu arm. heig; steht es aber — was möglich, aber nicht zu
erweisen ist — für urspr. *ptghro-, so sollte ihm im Arm. *Aigr
= irg, möglicherweise auch zial = *hilg entsprechen.)
Hübschmann, Armenische Grammatik. 30
466 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
240. CH hel-u-m (aor. 3. e-hel) 'giesse aus, vergiesse’,
pass. werde vergossen, fliesse aus : lit. pilu, piti giessen,
schütten'. — Bugge, KZ. 32, 15.
Dazu stellt Bugge auch arm. gede ‘voll’ 'artun-a-yelgutiun
Fülle, Menge Blutes’ Pit., ye?e-eal ‘voll’ Pit.) und ze/-u-m (aor.
3. e-ze?) in Menge strömen lassen’, pass. überströmen', zez-un
"überstrómend', vgl. lit pildau, pildyti ‘füllen’, lett. pilstu, pilt
"voll werden’.
Unsicher.
241. Sni hen-u-m, inf. hen-u-l “weben, zusammennähen'
(Wb. ùpaivw, avufláAAo, texo, consuo, C. ordire, tessere, cucire
insieme), poln. arm. Ainelü (pr. gi-hinim) “spinner : lit. pinù,
pinti flechten', ksl. pet? (pina) spannen, got. spinnan ‘spinner’.
— Fr. Müller, Armeniaca VI, p. 4.
Für idg. en- sollte man arm. *Ain, pr. *hn-u-m erwarten.
S. die Nachtráge.
242. Sn her (i-St., gen. heri) Streit, Zank, Hader gr. Zoe
(gen. £gidog) “Streit? — Schon A. St. — Oder zu skr. prt
"Kampf, Streit’ oder ksl. sü-porü, russ. Spor ‘Streit’?
243. 4bnp heri entfernt, fern’: skr. pára- weiterhin, ferner
gelegen, jenseitig, entfernter; vergangen, früher; später’, parás
"darüber hinaus, weiter, weit weg, entfernt’, zd. paro, gr. méga
"weiter, mêgar jenseits, zregaiog jenseitig', got. fairra ‘fern’,
ahd. ferro, d. fern, air. tre "ulterior".
244. Sh het (o-St., gen. pl. Yet) Fussspur, Spur’, zhet
(acc. von Aet) hinter, nach’ z. B. zhet nora hinter ihm her’),
het-z-hete ‘allmählich’ (Schritt für Schritt), Aet ond het ‘sogleich’,
het-er-ak “zu Fuss, Fussgänger, Fusssoldat’, heti zu Fuss’, hetiot,
i hetiots (Euseb. Chron. I, 36) dass., yet (präp.) nach': skr. padá-
"Tritt, Schritt, Fussstapfe, Spur, Standort, Fuss’, padena zu Fuss’,
(pad, gen. padus Fuss, Schritt), patti- Fussgänger, Fuss-
knecht', padati-, padika- zu Fusse, Fussgänger, Fussknecht';
zd. padam 'Fussspur, vd. 2, 24, (péd- (du. pada) Fuss'), ap.
nipadiy auf dem Fusse’, patipadam an seine Stelle’, np. pai
"Fussspur, Fussstapfe', paig "Dote, älter Fussgänger, Häscher',
(pai Fuss), osset. füd ‘Spur’, bal. pad ‘Fussspur’, pada, nb.
pada hinter, nach, später’, gr. srelög zu Fuss, Fussgänger',
reči zu Fuss, zu Lande’, (zog ‘Fuss’, lat. peda “vestigium
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 467
humanum’ (Paul. Ep.), pedes “Fussgänger’, pedester zu Fuss’,
( pes Fuss), lit. peda “Fusstapfe”.
Arm. het — idg. *pedo- Fussspur'. Zur Präp. yet ‘nach’ vgl.
lesb. böot. u. s. w. reda nach, mit’.
245. 4e her-iun (n-St., gen. her-ean, instr. her-eamb)
"Pfrieme' : gr. zreigw “durchbohre, durchsteche’, sreg6vn Spitze
zum Durchstechen, Spange, Nadel zum Feststecken’, sregovaw
"durchsteche, durchbohre', ksl. na-perja, na-periti durchbohren'.
246. 4%, herk (gen. herki) frisch geackertes Brachland’
(vécu, Ggovoa), herk harkanem, herkem frisch bestellen, neu
beackern’ («gorgi&v, veovv) ` d. Furche, lat. porca Ackerbeet',
cymr. rhjch, abret. rec, air. et-rech Furche' (nach Fick, Wb. II,
p. 56).
Für idg. *perk- sollte man arm. *herg- erwarten.
247. 4h heru “im vorigen Jahre’, i herun hete vom vori-
gen Jahre her Lord ztégvat) — skr. parut, gr. ztégvot (dor. sr&pvrı),
mhd. vért, air. inn uraid im vorigen Jahre’, np. pār das ver-
gangene Jahr’, osset. farü, faron im vorigen Jahre’, wari pard
last year u. s. w. — Dazu auch got. fairneis ‘alt’, ahd. Arni,
lit. pernai im vorigen Jahr.
Arm. Jeru = idg. peruti.
248. % hin (o-St., gen. Anoy) alt, hin avurę (alt an Tagen)
"hochbetagt" = skr. süna- alt, sanakd- ehemalig, alt’, zd. nom.
hano ‘alt’, fem. hana “alte Frau’, phl. han, gr. Evos ‘alt’, Evn xai
vea “der letzte Tag des eben abgelaufenen und der erste des
eben beginnenden Monats’, lat. sen-er (acc. senem) ‘Greis’, got.
sin-eigs “alt, betagt, sinista “ältester, lit. sênas alt, air. sen alt,
cymr. corn. hen, bret. hen.
Vgl. oben Nr. 226 han und 227 hanapaz. Fr. Müller,
WZKM. 10, 276 hält hin und Aan für Lehnwörter aus dem
Persischen (wegen des anl. I), doch sollte man dann an statt
hin erwarten.
219. Ze hing indeel., später gen. Angie) fünf, Ange-tasan
"funfzehn', Ainge-rord der fünfte — skr. páñca, zd. panca, np.
panj, gr. scevre, Bol, re,, lat. quinque, got. fimf, lit. penki,
ksl. peti, air. cóic, cymr, pimp, alb. pese ‘fünf’.
Arm. hing = idg. *penA?e.
Zu?
468 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
250. [fnê-hoc dicht, gedrängt, compact (El. 23,2. 14 v.u.etc.)
: skr. pajrá- wohlbeleibt, stattlich, feist, derb’, nach den Er-
klärern begütert, reich an Lebensmitteln, kräftig‘, nach Pischel-
Geldner, Ved. Stud. I, 90, ‘glänzend’, gr. z2yog “feist, prall,
wohlgenährt, hochgeschwollen' (xu), zuıjyvvuı mache fest’,
lat. pango befestige.
Unsicher. Idg. Wurzel pág! = pa&!.]
251. Zedb hoviv (i-a St., gen. ori) ‘Hirt = skr. *aripa-
(vgl. avipäla- Schafhirt' und gópá- neben gopalá- “Kuhhirt’),
vgl. skr. dvi-, gr. bis, lat. ovis u. s. w. "Schaf! und skr. pa ( päti)
‘schützen’, payi- ‘Hüter’, zd. payu- ‘Hüter’, patra- Schutz, ap.
padiy "schütze, gr. stöu« "Deckel, awu ‘Herde’ u. s. w. —
Fr. Müller, WZ KM. 8, 282, Bugge, KZ. 32, 16.
Unsicher, da weder von idg. *ovi- ‘Schaf’ noch von der idg.
Wurzel poi, po schützen eine Spur im Armenischen geblieben
ist. Denn auch Sui haut (i-St., gen. hauti) “Herde : gr. zv
(aus poyu-) Herde WZ KM. 6, 266 ist unsicher, da arm. -/i (aus
-di) unerklärt bleibt.
252. 4mn hot (o-St., gen. hotoy) Duft, Geruch’, Aot anois
. Wohlgeruch', hoti ‘stinkt’, hot-ot-i-m rieche (i hot, z hot “den
Duft’) : gr. déng, òðwði “Geruch, Duft’, Ce duftet', EVWÖRnS
"wohlriechend', lat. oleo rieche, odor ‘Geruch’, lit. üdziu, üsti
‘riechen, wittern'.
Arm. hoto- vielleicht = idg. *odos-, vgl. lat. odor aus alat.
odos, gr. evwöng MSL. 8, 154.
253. 4m. hu 'eiteriges Blut’: skr. puyati “wird faul, stinkt’,
p*ya- fauliger Ausfluss, Jauche, Eiter, pūti- faul, stinkend,
Jauche, Eiter, zd. pūiti- Fäulniss' (arm. Lw. jut Fäulniss,
Eiter’ ete., oben p. 256,, gr. :rvov ‘Eiter’, lat. pus ‘Eiter, got.
fils faul, stinkend’, lit. púti ‘faulen’, púliai "Eiter, — Fr. Müller,
Armeniaca VI, p. 4.
Arm. hu nur im kleinen Wb., das keine Belege giebt. Wo
kommt Au vor?
254. Saul hum “roh” = skr. amá-, gr. «0g, air. om (Fick,
Wb. II, 51) ‘roh’.
255. Jai hun Furt, Uebergang’—=skr. panthäs'gen. pathas)
‘Weg’, zd. panta, panta ‘gen. pa90) Weg , ap. pu im (acc.) Weg
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 469
osset. fündag, fündüg Weg, Strasse’, gr. srarog “Pfad, Tritt’,
lat. pons ‘Brücke’, ksl. pgti Weg, preuss. pintis "Weg.
Wegen der Bedeutung vgl. zd. parstu- Brücke: posu-
Furt, Brücke’, gr. r Fort, Weg, Bahn’ u. s. w. von Wurzel
per hinübergehen'. — Ueber georg. poni “Furt? Tchoubinof
p. 507 gegenüber arm. hun aus *pont- 8. oben p. 397.
256. 4mp hur (o-St., gen. Àroy) Feuer — gr. zio gen. TUS,
umbr. pir "Feuer, d. Feuer, ahd. andd. fur, älter fuir.
Verwandt An-oç ‘Ofen’? Vgl. got. fön, gen. funins, aisl. fune
Feuer, preuss. panno Feuer. — Arm. Aur aus *pür-o-. Ueber
gr. (nicht vorhandenes) vie s. Idg. F. 2, 149. |
257. Awnl; Jalk (i-a St., instr. Jalkav) Zweig, Gerte, Stengel,
Geisel’, adj. straff, schlicht, gerade’ vom Haar), jałk-e-m
geisele — lit. Za/ga ‘Stange’, got. galga Galgen, Kreuz, ahd.
galgo Galgen, Kreuz, Gestell am Ziehbrunnen, den Eimer
daran zu hängen und Wasser heraufzuziehen’. — Fr. Müller,
WZ RKM. 5, 68, Bugge, Btrg. p. 18.
Arm. Ja/k aus gal- got. galga aus *glhalgk-? Vgl.
Bartholomae, Stud. II, 12.
258. [(% Jain (i-St., gen. jaini) ‘Stimme’ : skr. Mrd, hu
rufen’, Aáva- ‘rufend, Ruf’, hávana- “Anrufung’, zd. zbā, zu
"rufen", zurana- Anrufung'. — Meillet, MSL. 9, 54.
Falsch wegen arm. di.
259. L Jaun-e-m“weihe’, jaun-i'geweiht' (einem heid-
nischen Gotte, zur Unzucht): skr. haris- Opfergabe', hdvana-
Opferung, Aótar- Priester , hotrá- Opfer, Wurzel 4u ins Feuer
giessen, opfern’, zd. zaotar- Priester zao9ra- Opfergabe, Weih-
wasser’, gr. xé« 'giesse', yor Guss, Trankopfer', got. gtufa'giesse.
Unsicher wegen der Bedeutung und wegen arm. aw, vgl.
Bartholomae, BB. 17, 101. — Zur Wurzel 9½ - giessen gehört
nach Meillet, MSL. 9, 54: 43% Joi! gegossen, geschmolzen,
massiv’ und à jev (o-St.) Form, Gestalt’?
260. [A7 7g-e-m (aus *jig-e-m, aor. 7g-ec-1) strecke aus,
breite aus, ziehe, werfe, schiesse' (den Pfeil ete., frz. tirer'): got.
geigan 'erstreben', gageigan ‘gewinner’. — Meillet, MSL. 9, 51.
Unsicher wegen der Bedeutung. Zudem stellt Uhlenbeck,
Etym. Wb. der got. Sprache geigan zu (dem ungebräuchlichen)
470 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
lit. gëžiŭs verlange heftig, Wurzel ghigih, während arm. zig
auf y!high weist.)
261. Ate en (n-St. im Sing., gen. jerin, instr. /eramb, pl.
nom. Je-, gen. Jei-ac, instr. jer-auk) Hand, in Comp. Jer-a-
und jein-a-, daneben àbp-p Jer-b alter Instr.) in Jerb-u-kal"ge-
fangen’(vgl. lat. ptc. mancipatus) : gr. yeio (dat. pl. yeooi) Hand’,
x£o-vıv Waschwasser für die Hände’, gr. aeol. yrje, alb. dore
(= *g'hera) Hand.
Urgriech. ist nom. es, gen. *xyegoóg anzusetzen, s.
G. Meyer, Griech. Gramm. p. 123, 414. Arm. e- kann —
idg. *g'herse sein, vgl. Idg. F. 4, 115.
262. dham jet (o-St, gen. jetoy) Schwanz (des Hundes,
Fuchses, Löwen) = zd. zaóaA- “podex’, gr. yóóavoc Steiss (zu
xe, skr. had, alb. dyes).
Arm. jet wohl = idg. *g!hedos-.
263. à½% Je-r von euch, euer (gen. von du-X ihr'): skr.
yü-y-am, yu-&ma-, zd. s, yu-Z-om, yu-éma-, gr. Vucig, got. Jiis,
lit. Jäs "ihr.
Unsicher, da sonst kein Beispiel für arm. f = idg. y vor-
liegt. Arm. jer ist im Vocal durch mer “unser” beeinflusst.
204. a ji (o-St., gen. Jioy) ‘Pferd’ = skr. /áya- Ross“.
265. % Jir (i-St., gen. jr?) Gabe, Gnade, Gunst, adv. jri
gratis“: gr. yaoız (gen. yagıros “Anmuth, Gefallen, Gunst,
Gefälligkeit, Dank, lat. gratus "angenehm, wohlgefällig, dank-
bar’, grátia Gefülligkeit, Gunst, Dank’, gratis ‘ohne Bezahlung.
umsonst, grates ‘Dank’. — Fr. Müller, Armeniaca VI, p. J.
Meillet, MSL. 9, 51.
Arm. jir = idg. *glheri-, gr. yagi- = *g'heri-, lat. gratus
= eos?
266. %% jun -St., gen. Jean, Schnee, Za Jmern 'n-St.,
gen. Jmeran, pl. acc. /meruns Eznik 171) “Winter, in Ueber-
setzungen aus dem Griech. auch ‘Sturm’, /meraayin winter-
lich’, /meraui im Winter, /meroc (i-a St.) Winteraufenthalt'
(Eznik 174), Jmer-e-m “überwintere : skr. Aiman “im Winter’,
hömantd- “Winter, himá- m. Kühlung, Kälte, Winter’, ntr.
‘Schnee’, f. hima “Winter /catám himās hundert Winter“, zd.
nom. zyá acc. zyam, gen. zimö), zima- Frost, Winter, zayana-
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 471
“Winter, gr. yewv ‘Schnee’, yeıuwv Winterwetter, Sturm und
Regen, Unwetter, Winter, yeiu« Winterwetter, Frost’, lat.
hiems Sturm, Regenzeit, Winter’, ksl. zima, lit. zd, ir. gam
‘Winter’, alb. dimen (aus *deimen-) “Winter.
Vgl. Bartholomae, BB. 15, 37, Stud. 2, 36, Meillet, MSL.
7, 163. Danach arm. mun — yıwv aus g'hiyom (u der letzten
Silbe nach ? blieb erhalten, ausl. m = arm. ») Arm. jmern
aus *yim-ei'n, vgl. oben p. 416 am-arn Sommer und gr. yeıue-
eiwög winterlich'.
267. Zb Zem “furche, pflüge (nur Osk. 1 Tim. cap. 14):
skr. hala- “Pflug”.
Unsicher.
265. &m Ju (o-St., gen. Jvoy) Ei': gr. von, lat. ovum, d. Ei,
ksl. jaje, np. zäya, osset. aik ‘Er.
Unsicher, da das anlautende / unerklärt bleibt. Bugge,
KZ 32, 16 erklärt daher ju aus *,u-u als Compos. von *yu
‘Fisch’ (vgl. ju-kr) und *u “Ei” = rom oder *oivom, wonach
Ju urspr. “Fisch-ei’ bedeutet hätte. Bedenklich.
269. A Jukn (n-St., pl. nom. /&unZ, gen. Jkane) “Fisch’:
gr. iy ug, lit. žuvis, preuss. suckis, suckuns (ace. pl.) “Fisch”.
Idg. Grdf. %% - (neben *g!/u-?; nach Johansson, BB.
13, 117, 9% u nach Bartholomae, Ar. Forsch. II, 56. Vgl.
KZ. 34, 480. Zur Bildung von Ju-An vgl. mu-Án "Maus, armu-kn
‘Ellenbogen’. |
270. [, magil (i-a St, gen. pl. maglar) Kralle’ (der
Vögel u. s. w.) gehört wegen des anlautenden m nicht zu gr.
órvt ‘Kralle’ (des Adlers u. s. w.), lat. unguis Nagel, Klaue,
Kralle’, d. Nagel, skr. na&^á- Nagel, Kralle’ u. s. w.
Ueber die idg. Grundform von ovv u.s. w. siehe BB. 16, 257;
17, 133, Idg. F. 4, 272. — Andere Vermuthungen über arm.
magil s. KZ. 32, $5.]
271. ui mal-e-m zerstosse, zerquetsche, zermalme
(Ia), pte. maleal *castrirt (92e0ías5) = lat. molo *mahle', got.
mala mahle', gr. uin “Mühle, ksl. melja, lit. malit, air. melim
mahle'.
272. (ind mac "dicht, mac-ani-m (aor. mac-ay) ankleben
(intr.), anhaften, anhangen, gerinnen’, caus. mac-uc-ane-m ge-
472 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
rinnen machen’ u. s. w., macun “saure Milch’ lässt sich lautlich
nicht mit skr. mastu- saurer Rahm’, np. mäst saure Milch’,
mäsidan 'gerinnen! noch auch mit bal. madan, p. p. masta “to
freeze, curdle’, mastay ‘curds’ vereinigen.
Davon zu trennen matz-i-m haften bleiben’, matz-o? “klebrig?
(matz- aus *matiz- oder *matuz-?). Arm. macun (modern maju |
ist nach Oskiph. ins Türkische (als »mazun«), nach Magistr.
und Erznk. ins Griechische (Wb. nennt uo op) eingedrungen.
Ebenso ins Georgische: maconi lait caillé’ Tehoubinof p. 276.)
273. diu mah (u-St., gen. mahu), ältere Form mar (Ephrem
III, p. 20, z. 1 v. u.; p. 21, z. 14, 20, 32) "Tod : skr. mr'yd-, zd.
moro u- Tod, ap. uvamrsiyu- “sich selbst tódtend', osset. dt
"Tod. Vgl. got. maúrpr “Morg.
Zur Wurzel mer in arm. meranim sterbe, s. unten Nr. 284.
274. atb mali-c-m “anflehen, flehentlich bitten’ : lit.
maldıjti Imd. fortgesetzt bitten’ (um ihn zu begütigen), malda
Bitte, Gebet? — Bugge, Btrg. p. 15.
215. dup Mair (-St., gen. maur) Mutter = skr. mata (gen.
matun), zd. mata, np. madur, gr. untno, dor. uarno, lat. mater,
ahd. muoter, ksl. mati, lit. moté, móté 'Ehefrau'), air. mdthir
"Mutter, — Arm. mair = idg. *matér ; gen. maur = idg. *mütros.
Dazu diwepar mauru (gen. maurvi) Stiefmutter aus *mätruya
= gr. ıınrovia Stiefmutter'.
276. dwp manr (u-St., nom. pl. manun/) klein, fein’, adv.
ein kleine Stücke, im einzelnen, genau : ir. menb ‘klein’, lit.
menkas gering, unbedeutend, klein’, skr. manak “ein wenig,
etwas, in geringem Masse; in kurzer Zeit; bloss, nur. —
Meillet, briefl. Mittheilung; vgl. KZ. 32, 18. — Arm. manr —
idg. *menu-.
Dazu auch arm. manuk gen. mankan, pl. nom. mankun-K,
gen. mankang oder collect. manktı, gen. manktcoy)' Kind, Knabe.
Diener’?
x
277. inp, Mard 'c-St., gen. mardoy, pl. nom. mardik, gen.
mardkan) "Mensch : skr. márta- Sterblicher, Mensch’, mártya-
(märtia-) 'sterblich, Sterblicher, Mensch’, zd. marata- ‘Mensch’,
masya- Mensch, ap. martiya- ‘Mensch’, phl. mart, np. mard,
gr. Boorog 'sterblich, der Sterbliche, Mensch’.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 473
In arm. mard scheinen wie in ßoorög idg. *mórtc- ‘sterblich’
und *mrto- gestorben (skr. mrtá-, zd. morota-, np. murd) zu-
sammengefallen zu sein.
218. una marmin (o-St., gen. marmnoy) Leib, Fleisch’
skr. márman- “Gelenk, offene Stelle des Körpers, welche der
tödtlichen Verwundung besonders ausgesetzt ist, die schw ache
Seite des Menschen".
Arm. marmin aus *mymeno-?
LA
279. diun mart (i-St., gen. marti) Kampf’, mart-n£-i-m (aor.
mart-eay) kämpfe : gr. uag-va-ucı “kämpfe ?
Unsicher. Arm. mart- setzt idg. *nrd- voraus.
280. A mec (i-a St., gen. meci) gross: gr. %, got.
mikils gross.
28 1. irg hel Sünde, Schuld, Unrecht‘, gewöhnlich pl. met%
(gen. melar), mel-ané-e-m (aor. mel-ay) sündige, mel-anf-akan
'sündigend, frevelnd' : lat. mälus schlecht, mälum “Uebel, Lei-
den, Fehler, Gebrechen, Leid".
Andere stellen arm. me! zu gr. u&)eog vergeblich, erfolglos,
nichtig’, lit. mêlas Lüge’, ir. mellaim betrüge', s. KZ. 32, 18,
Idg. F. 2, 369; 6, 334.
252. dhah melk weichlich, schlaff’: gr. ualuxog weich,
sanft’; vgl. gr. u«A9«axóg weichlich, feig’, air. meldach weich,
zart, d. mild, got. mildifa ‘Milde’, skr. mardh nachlassen, ver-
nachlässigen'; lat. mollis (aus *moldvis) “weich, geschmeidig’,
ksl. mladü jung, zart’, skr. mrdil- weich, zart, mild, schwach’,
283. an melr (u-St., gen. melu) ‘Honig’, melu (i-a St., gen.
melvi) “Biene : gr. pédi (gen. u£Atzog) Honig’, ué21000 ‘Biene’,
lat. mel (gen. mellis), got. miliß, air. mil Hong,
284. f mer-ani-m (aor. mer-ay) sterbe, an-mer un-
sterblich' : skr. mriydte, zd. miryette, np. rad ‘stirbt’, ap. ipf.
amriyatä, lat. morior 'sterbe', ksl. mrété, lit. miřti sterben.
Vgl. oben Nr. 273 mah und Nr. 277 mard.
285. i merj adv. nahe", merj-a-cor adj. nahe, merj-ena-m
nähere mich’: gr. uéyot be, — Meillet, MSL. 7, 165, Bugge,
KZ. 32, 19.
Unsicher, da die Bedeutungen verschieden sind.
4174 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
286. de me-E "wir, me-r unser u.s. w. gehören zum obli-
quen Stamm des Pronomens der 1. Pers. sing. : skr. zd. ma-
(abl. má-d, ma-t, dat. ma-hyam, ma-ibya u. s. w.), gr. uè, got.
mi-k u. s. w. Vgl. lit. més, ksl. my "wir.
So ist duk ihr' vom Nom. sg. du “du” durch Zusatz des
Suffixes des Nom. pl. -* neu gebildet.
287. H meg (gen. migi, instr. migov) Nebel = skr. meghá-
‘Wolke’, zd. maeya-, np. mêy ‘Wolke’, osset. meyü D., miy T.
Nebel, Wolke’, gr. ċuiyiy = ksl. migla = lit. migià “Nebel”.
288. die mëz Ham, miz-e-m “harne = skr. mêha- ‘Harn’,
mehati harnt', zd. maeza-, maesmun- ‘Harn’, maezaiti = np.
mezad harnt', bal. mezay, afgh. mitul, osset. mezun D., mizin T.
‘harner’, gr. ójuy&o harne, Gau Harn’, uoigog! Ehebrecher',
lat. mingo, mejo, lit. metu, miszti, ais]. mige, ags. mizan harnen'.
Ich halte meg “Nebel und mez Harn' für echt armenisch,
doch kónnten sie auch als pers. Lw. gelten.
259. „l y mej (o-St.. abl. i mijoy u. s. w., daneben i miji in der
Mitte?) “Mitte — skr. má lhya- mittlere, madhyam "Mitte, zd.
maióya- "Mitte, maióyana- = np. miyan Mitte, osset. mëdäg D.,
midig T. in', gr. uéo0og, uécog mitten, rò uégov die Mitte’, lat.
medius mittlere, mitten’, medium Mitte, got. midjis ‘mitten’, ksl.
mezda “Mitte, mezdu ‘zwischen’, gall. medio-, air. medón “Mitte”.
Arm. ma) aus (*meidyo-? =) *medyo- = idg. *medhyos.
290. dh mi dass nicht, nicht’ (prohib.) — skr. zd. ap. mā,
gr. ur. Idg. “me.
291. dh mi (o-St., gen. mioj und mioy, dat. mium) ein': gr.
eis, uiu, £v (aus *sem-s, *smia, * sem)?
Die Zusammenstellung ist nur haltbar bei der Annahme,
dass arm. nt urspr. gener. fem. (= *smia. gr. uía) war und die
masc. und ntr. Form verdrängt hat. Oder wäre arm. mi =
urspr. *smio- (von sem- durch Suff. io- abgeleitet)?
Dazu miain mur, allein’.
292. dhu mis (o-St, gen. msoy) Fleisch — skr. masá-
‘Fleisch’, got. mimz, ksl. meso, preuss. mensa, alb. mis ‘Fleisch’.
Ueber lit. mesa s. BB. 22, 241.
293. dhin mit (i-a St., gen. mti, meist pl. i (gen. mf-ac)
"Gedanken, Sinn, Geist’ = gr. uzóog, pl. ,, “Pläne, An-
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 475
schläge, Gedanken’, urönuaı ersinne, sinne aus, beschliesse'.
Dazu uéðnua ‘sinne, bin bedacht auf, trage Sorge’, lat. meditari
‘überlegen’, modus ‘Mass’, got. mitan ‘messen’, miton "denken,
air. midiur meine, perf. ro-midar “judicavi”.
294. Wu mna-m (aor. mna-c-i) bleibe, erwarte, warte auf
etwas, bleibe übrig : gr. uévw “bleibe, halte Stand, harre aus,
erwarte, warte auf etwas’, uí(-uv-« “bleibe, halte Stand, erwarte,
halte aus’, lat. maneo bleibe, warte’, ap. a-man-aya es erwartete
(mich), zd. upa-mgn-ayen sie sollen warten’, np. manam bleibe,
lasse übrig".
Arm. Wurzel mna aus men, vgl. Brugmann, Grdr. II, p. 955.
295. ng mozi junges Rind, Kalb’ (Erznk. 14. Jhd. und
neuarmenisch !) : gr. uooxíov, demin. von 400406 junges Rind,
junge Kuh, Färse, Kalb — ? Idg.“mozgiho- nach Bartholomae,
Stud. II, 10.
206. anunua mor-ana-m (aor. mor-ac-«y) vergesse: skr.
mrš (mr5yate) vergessen, vernachlässigen, geduldig ertragen’,
lit. mirszti 'vergessen'. — Bugge, Btrg. p. 23.
297. hu muz (o-St., gen. mroy) ‘Rauch’ (nur Philo lin.
und Mt. Urh.) : air. much "Rauch (s. Fick, Wb. II, 218), mhd.
smouch Rauch, Dunst’, gr. ourytw lasse verschwelen'. — Bugge,
KZ. 32, 20, Meillet, MSL. 8, 291.
Unsicher. Air. mich aus *mika-, mhd. smouch von *smüg,
gr. cuŬyw von *smügh, arm. muz aus Selm Glo?
20S. Lëck muz glühend, feurig; mur “Eintauchen des
glühenden Eisens in Wasser, Härtung, Stählung’, mz-e-m
‘tauche ein, stecke hinein, härte, stähle’ : gr. uvyus der innerste
Theil eines Ortes, das Innerste', aisl. smjúga hindurch kriechen“
mhd. smiegen, nhd. schmiegen, ksl. smykati se kriechen', lit.
smükti ‘gleiten’. — Bugge, KZ. 32, 20.
Durchaus unsicher.]
299. n mukn (n-St., gen. mkan) Maus, Muskel’: skr.
müs "Maus, müsa-, müsaka-, musika- Ratte, Maus’, np. müs
‘Maus’, bal. mêisk “Ratte, Maus’, afgh. malak ‘Maus’, maža fem.
‘Ratte’, osset. misi ‘Maus’, gr. 4b Maus, Muskel, lat. müs
‘Maus’, musculus Mäuschen, Muskel’, ahd. mhd. müs Maus,
Muskel" (bes. des Oberarmes), ksl. mysi ‘Maus’, mysica Arm,
alb. mi “Maus”.
416 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
300. hi mun (o-St., gen. mnoy) Stechmücke': gr. via
‘Fliege’, lat. musca, lit. musé, preuss. muso ‘Fliege’, ksl. mucha
‘musca’, musica ‘culex’. Oder zu d. Mücke aus *mwwyo-? —
Bugge, KZ. 32, 21.
Gehört mun zu uvia u. 8. w., so ist es aus *musno- ent-
standen.
301. ne munj ‘stumm : gr. uvyóóg stumm', vgl. uvóoc,
uvxóg, uvrróg stumm (Hesych), lat. mutus ‘stamm’, skr. müka-
(muká-) 'stumm'? — Bugge, KZ. 32, 21.
mun) aus *mundyo-? Unsicher.
302. Leland" mrmr-a-m, mrmi-i-m (Joh. Kath., Osk. Joh.
und Spätere) ‘murre, murmele, brülle’, dpn ful rm m “murre,
grolle' (Mos. Kal. I, 107, 202, Joh. Kath., Osk. Es. u. s. w.):
gr. uogutQc murmeln, rieseln, rauschen, brausen’, lat. mur-
muro murmeln, brummen, murren', murmur Murmeln, Brum-
men, Summen, Brüllen, Getöse“ d. murmeln, ahd. murmulon,
murmuron, lit. murménti murmeln', murméti murren'. — Bugge,
KZ. 32, 19 nach Wb.
Onomatopoetisch. Arm. mi'miam etc. kann für *murmuram
etc. stehen.]
303. pt mrjimn (gen. mij man) oder mrjiun (gen. mrjean)
"Ameise' : gr. uvouré, uvouac, Bvguas, Boguaf (Hesych), lat.
formica, ksl. mravijí (aus *morvi i), aisl. maurr (aus *marva-),
ndd. miere, ir. moirb (aus *morvi-), zd. maoırı (aus *marvi- oder
*margvi-, 8. Bartholomae, Grundriss d. iran. Phil. I, 8 268,41;
275), np. mor, osset. muljug, mäljıg, ndgah murgah BB. 7, 198,
skr. vamrá-, vamri- ‘Ameise’, valmika- Ameisenhaufe'. — Idg.
Grundform *morv??
Ueber die verschiedenen Formen des Wortes vgl. Joh.
Schmidt, Kritik der Sonantentheorie p. 29 flg., Solmsen, KZ.
34, 20. Der arm. Stamm ist murj-.
304. dopmp (móru-E d. i.) mauru- 2 Kg. 10, 5 u.s. w., var.
moru-K Pseud. 3, 23, muru- (gen. morvaç) "Bart, anmoru,
anmurus FB. 254 'bartlos, poln. arm. miruig WZKM. 2, 66 =
skr. gmägru- (aus *smágru-) "Bart, lit. smakra, lett. smakrs
‘Kinn’, air. smech ‘Kinn’, alb. mjekre Kinn'.
Arm. moru-A (mit o, nicht ó = au) müsste die urspr. Form,
der Stamm moru- aus *smosru- für smok!ru- oder smokru-
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 477
(Bartholomae, Stud. 2,17) entstanden sein. Im Uebrigen ist zu
beachten, dass arm. moru- im Auslaut eine Silbe (wie ya- u. dgl.;
verloren hat.
305. jumbubil y-ar-ne-m (aor. y-ar-eay, ipt. ari, pl. arah)
“erhebe mich, stehe auf’: gr. öovvuaı erhebe mich’, aor. woro
“erhob sich’, 6000 mache dich auf, skr. rnöti, aor. úd arta er-
hob sich’, lat. orior erhebe mich".
Ueber o in ógvvuat, orior s. Joh. Schmidt, KZ. 32, 377.
306. jupglril y-arg-e-m ehre, schätze, achte, preise, ver-
werthe (im Handel), handele mit etwas' (Luc. 19, 13), y-arg-un
von Werth, werthvoll’, yargi 'schützbar, geschätzt’, an-arg un-
werth, nicht geachtet, unedel, gering, verüchtlich', anarg-an-k
"Unehre, Schande’, anarg-e-m 'verschmühe, verwerfe, verachte,
schmähe, beschimpfe, verunehre, mache unwirksam, hebe auf’,
arg-oy ehrenwerth, köstlich, wirksam’ : skr. arghá- Preis,
Werth’, arghya- eines ehrenvollen Empfanges würdig’,
anarghya- unschätzbar an Werth’, arh (arhatı) “ein Recht auf
etwas haben, verpflichtet sein zu —, werth sein, aufwiegen',
mit Inf. dürfen, müssen, können’, caus. arhayati *Jmd. Ehre
erweisen’, zd. arajaiti wiegt auf’, arajah- Preis, osset. ary
"Preis, Werth’, np. arz, ar) u. s. w., s. oben p. 92—93.
307. Jh (yóray d.i) yauray (gen. yaurayı) Stiefvater“
(MX. p. 272): gr. rarewg Vatersbruder, Oheim’, lat. patruus,
ahd. fatureo, skr. pitrvya- Vatersbruder'.
Arm. kauru 'Süefvater ist eine jüngere Neubildung zu
hair “Vater nach dem Muster von mauru ‘Stiefmutter : mair
“Mutter”.
30S. uu yesan "Wetzstein' : gr. &zovr "Wetzstein’?
Unsicher, da das anlautende arm. ye- nicht zu gr. d- stimmt.
Auch skr. caa- 'Schleifstein’, gr. «vog, lat. cõs u. s. w. passen
nicht.
309. jpumu yisun funfzig': skr. pancardt-, zd. pancasat-,
np. panjah, gr. zevrr«orra, lat. quinquaginta.
Idg. *pen&?ek!omt- = arm. *hingisun (vgl. hing fünf! =
idg. *pen&?e) oder mit y für idg. p (vgl. yet nach’, yauray “Stief-
vater) *yingisun = *yngsun, mit (durch Einfluss von hing
fünf) restituirtem i ` yingsun = *yinsun = yisun.
418 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
310. % n Artikel (z.B. Auir-n der Vater): skr. ana- “dieser”
(instr. unenu, andya), zd. instr. ana, lit. anàs, añs jener, ksl.
onü jener, er? — Brugmann, Grdr. II, p. 769.
Vgl. unten » s (Nr. 355).
311. hr. neard (i-St., gen. pl. nerdiç) Fiber, Faser (der
Muskeln u. s. w.), Sehne, Muskelband' : skr. snávan-, snátán-
Band, Sehne’, snäyu- “Band im menschlichen und thierischen
Körper, Sehne’, zd. snāvarə (in snāvarəbāzura- vd. 14, 9 “avec
lacet à main’). Vgl. ahd. saar Schnur, Band’, got. s20r76 Flecht-
werk, Korb’?
Zur Form vgl. arm. leard ‘Leber’. Bartholomae, Stud. 2, 27
setzt neurd — idg. *sneyrl-. — Welches ist die eigentliche
Bedeutung von neard und von jal?
312. bg nel enge, nel-e-m dränge, bedrünge' : as. naru,
ags. nearu enge, engl. narrow?
313. tuban net (i-St., gen. neti) ‘Pfeil’ — np. nai, g. nad
‘Rohr’, skr. nada- Schilfrohr'.
314. br ner oder rer (gen. mri Ruth 1, 15) heissen die
Frauen zweier Brüder oder desselben Mannes: gr. eivareges
(eivareges), lat. janitrices die Frauen von Brüdern, lit. jente,
inte Frau des Bruders des Mannes’, ksl. jetry dass., skr. yatar-
"die Frau des Bruders des Mannes. — Bugge, Btrg. p. 37 (aus
urarm. *yineter-).
Unsicher. Ich kann ner lautgesetzlich höchstens auf *»eteri-
zurückführen, das im Anlaut zu den übrigen Formen nicht
stimmt. Gr. eivareges aus *Evareges von idg. *yénoter, gen.
yntrós, Schulze, Quaestiones epicae 158.
315. Zum nist Lage, Sitzen, Sitz, Residenz, nstoy feti
"Gesüss', nst-i-m (aor. nst-ay, ipt. nist) sitze, setze mich’, caus.
nst-ug-ane-m 'setze' : skr. nidá- Ruheplatz, Lager, Vogelnest',
lat. nidus, d. Nest; ap. niy-a-sädayam ich setzte’, zd. nishióaiti
‘sitzt, np. nisastan (1. pr. nisinum) 'sitzen, skr. misidati
"setzt sich‘,
Arm. nst-i-m = *nist-i-m wohl aus idg. *nisdó oder *nisdyö
(% + Wurzel sed); davon gebildet zist, das nicht ‘Nest’ be-
deutet, als Verbalnomen. — Ueber Co, skr. sid etc. s. zuletzt
BB. 21, 147.
V. Theil. Echtarmenisehe Wörter. 479
316. unap nor (o-St., gen. noroy) “neu ` skr. ndva-, návya-.
zd. nava-, gr. véoc, ved, ion. velos, lat. novus, got. niujis, lit.
naüjas, ksl. novü, air. nie neu. Idg. *nevo-, *neryo-.
Gr. veagóg aus neveròs; arm. nor aus *nevros oder nach
Bartholomae, Stud. II, 29 aus *novros.
317. v. nu (gen. ncoy) Schwiegertochter = skr. snusä-,
gr. Auge, lat. nurus, ahd. snura, snur, ags. snoru, nhd. Schnur,
ks]. snücha. Idg. *snusós BB. 19, 294.
318. voh (not d. i.) nauli (io-St.) nüchtern, hungrig’: gr.
vropw nüchtern sein’, v/;' 1o nüchtern, bedachtsam'. — Bugge,
Btrg. p. 22. — Zur Form wire euín — lat. septem u. s. w. zu
vergleichen.
Unsicher, da stoe vielleicht = *nag?ho ist und zu d. näch-
tern gehört.
319. [pugfa Zoff! (o-St, gen. šałłoy) “das rohe Fleisch
lebender oder todter Körper’ : skr. cárira- fester Bestandtheil
des Körpers, Knochengerüst, Leib, Kórper. — Fr. Müller,
WZKM. 10, 277.
Unsicher. Skr. çárīra- müsste aus idg. *A'alilo- hervor-
gegangen und arm. 4 (in F “it) für s (sonst nur in sun Hund')
eingetreten sein.
320. zuf? Sant oder Sand (i-St.), Sanli oder sandi (io-St.)
Funke, Blitz, glühendes Eisen’ : skr. Candrd- schimmernd',
in Comp. -céandra-, lat. candeo "glänzend weiss sein, glänzen,
schimmern, hell glühen, glühend heiss sein’, gr. zavöagog
‘Kohle’ u. s. w. — Bugge, KZ. 32, 57.
Angenommen, dass arm. $ = urspr. sk ist, könnte man sand
auch zu lat. ac-cendo, in-cendo (von *cando) 'anzünden' oder
besser zu lat. scintilla Funke' stellen.
Unsicher.
321. 212 set “schräg, schief’, $ei-i-m sich biegen, neigen,
wenden’: gr. oxoAıög krumm, gebogen, verdreht, verkehrt,
unredlich, ungerecht’. — Bugge, KZ. 32, 57.
Unsicher. Gehört oxoAıog, wie mehrfach angenommen
wird, zu skr. s£Aal (= arm. szal), so ist se? sicher von oxoAuug
zu trennen.
480 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
322. [Ah šert (i-St., gen. pl. zertic) Spahn, Scheit' (Holz)
: gr. *oxéón, erhalten in lat. scheda Streifen, Blatt Papier”,
oxedcoıov Täfelchen, kleines Blatt, kleines Buch’ (spät, KS.,
Byz.), oxeócvyvuut "zerstreue'. — Bugge, KZ. 32, 57.
Falsch. Lat. scheda = scida soll ein gr. *oyíón (Georges
Wb. s. v. schéda; Weise, Die griech. Wörter im Latein p. 513)
sein. Jedenfalls ist im Lat. scida besser bezeugt. Und wie
sind gr. *ux&ön und *uylön bezeugt? — Der Bedeutung nach
würde Äer? nicht sowohl zu oxedavrvuu Zergtreue, oxidvauaı
zerstreue mich, gehe auseinander’ als vielmehr zu gr. oyízc
spalte, og 'Holzscheit, oi? gespaltenes Holzstück,
Splitter, Scheit’, d. Scheit u. s. w. gehören, nur stimmen hier
die Laute nicht (gr. od = idg. sk'hid = arm. Zeit, s. Nr. 414).
Doch liesse sich, wenn arm. $ aus s4 entstanden ist, an lit.
skédrà Spahn' (skëdžu trenne, scheide’; oder ein mögliches
lit. *s&idrà denken, nur würde jenes im Arm. *sert gen. *Sırti),
dieses irt (gen. *šrti) lauten müssen. Auch gr. ayate “klaffen
machen, ritzen, aufschlitzen’, zd. scind (iran. Wurzel sud,
scand, skad), np. $ikastan zerbrechen' passen den Lauten und
der Bedeutung nach nicht zu arm. ser“ (= idg. *skedr-).
323. 2 Sun (n-St., gen. Sa) Hund’ = skr. gra (gen. günas),
zd. spa (gen. suno), gr. vun (gen. xvvóc), lat. canis, got. hunds,
lit. sz4 (gen. szuns), air. cu (gen. con). Idg. nom. Xr, kluon,
gen. Alunos.
Das anlautende 5 von arm. sun gegenüber idg. Ee macht
Schwierigkeit. Trotzdem scheint mir die Zusammenstellung
richtig. Andere wollen arm. skund "Hund, Hündchen’ (nur
Magistr. 11. Jhd., Snorh. 12. Jhd.) zu skr. cra u. s. w. stellen
mit Hinweis auf arm. skesur : skr. crugrü-. Arm. Sun auch
"Ehebrecher', davon ua “ehebrechen”. |
324. [zuup Suk (o-St., gen. A) Schatten, Schleier, Ehre,
Verehrung, Pracht, Herrlichkeit’ : ahd. scio, ags. scia, aisl.
skugge Schatten, got. skuggra Spiegel (dazu got. skauns‘schön’,
d. schauen etc), Wurzel skú sehen. — Bugge, KZ. 32, 57.
Unsicher. Zu d. schauen etc. stellt Meillet arm. cuc-ane-m
zeige MSL. S$, 296. Arm. Suk in der Bedeutung Schatten"
nicht in der Bibel.]
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 481
325. m o oder mf ov “wer?” (gen. oir, dat. um, abl. y-umö
oder y-umme), auch relativ derjenige welcher’ (nom. pl. oik);
ap or (gen. or-oy, dat. or-um, instr. or-ov) wer, derjenige welcher,
welcher’ (adject.), auch fragend = welcher?" f o-mn einer
(gen. ur-umn, dat. um-emn), pl. o-man£ einige, np o- ‘Jemand’
(gen. ur-u£, dat. um-ek), ain ur wo, wohin’ (fragend und relativ):
idg. interrog. Pron. - und *A?z-, skr. zd. ka- und ku-, gr. vx o-
(zt69&v *woher?', mod, mot oof, encl. irgendwo), lat. quo-,
lit. kàs “wer ?’, kuf wo, wohin’, ksl. -o u. s. w.? (Brugmann,
Grdr. II, p. 772).
Also wäre A? vor o und u im Arm. abgefallen? *A?u- in
arm. oir, um (aus *otru, ume, vgl. gen. uru-mn, uru-£, dat.
ume-mn, ume-k)?
326. 4 ozni (io-St.) “Igel : gr. éxivoc, ahd. igil, ksl. ježi,
lit. ezys Igel”.
327. nqp otb (o-St., gen. olboy) "Wehklage', o/b-a-m (aor.
olb-ac-i) wehklage, beklage’ ` gr. öAopvgouaı “wehklage, jam-
mere um, beklage’, óàoqvóvóg wehklagend' —?
Wurzel olobh, olbh?
328. mg oi (o-St.) gesund, ganz, vollständig’: air. uile
“all, ganz aus *olyo-s, vgl. got. alla- (aus alna- ganz, all,
jeder’ neben ala- in Comp. — Fr. Müller, Armeniaca VI, 5,
Meillet, MSL. 8, 237.
Man sollte arm. o = idg. *olyo- erwarten, vgl. arm. ail
aus *alyo- = üAlog u. s. w. — Dürfte man ołj in oi; zerlegen
und in j ein arm. Suffix sehen (vgl. anurj, ster), so könnte oi
als wurzelverwandt mit den oben genannten Wörtern gelten.
Nur läge es dann noch näher, o?-j mit skr. sarva-, zd. haurva-,
gr. 0406, oUAog aus *öA-Fo-s, lat. salvos, sollus, cy mr. holl (vgl.
Brugmann, die Ausdrücke für den Begriff der Totalität
p. 43—48) zu verbinden, mit denen es sich in der Bedeutung
vollkommen deckt, vgl. o/ ler = lat. salve, oljoin = lat. salus.
329. [my of, enel. ¢ nicht': gr. ov», où nicht'. — So zuletzt
wieder Bugge, KZ. 32, 31.
Die Gleichung ist falsch, da o£ nicht aus *au£ entstanden
ist, sondern von armenischem Standpunkte aus nur auf ein
urspr. oi zurückgeführt werden konnte
Hübschmann, Armenische Grammatik. 31
482 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
330. %% Nil (o-St., gen. ojloy), var. orjil Laus: lit. erke
Holzbock (Käfer), nach Nesselmann auch 'Schaflaus', lett.
erze Holzbock, Kuhmilbe’. — Bartholomae, Stud. II, 24 nach
Bugge, Btrg. 17, wo die genannten Wörter nebst alb. ergis-
‘Laus’ zu skr. liksa, np.ri$k, osset. liskü, sk (afgh. rica) Lausei"
in Beziehung gesetzt werden (vgl. Fick, BB. 3, 87, Wb.“ I, 364).
Unsicher.
331. an or (i-St.), meist pl. or Hinterbacken, der untere
Theil, Boden' (jung, Geop. 13. Jhd. und Leb. d. Vüter) — gr.
00006 Steiss, ahd. ars (idg. *orsos) air. err Schwanz (aus
*ersa). — Bugge, Btrg. p. 23.
Den Belegstellen nach wie auch nach dem Zeugniss ge-
lehrter Armenier ist das Wort vulgärarmenisch (poln. arm. vor
‘le derrière’). War es schon altarm. vorhanden?
332. „u oskr (r-St., gen. osker) "Knochen’ : 1) gr. óogvc
Hüfte, Hüftknochen’, zd. aséu- Schienbein, Wade’, corn.
ascorn, cymr. asgwrn "Ben Fick, BB. 16, 171 (aus *osA?hu-,
*osk?huro-), Wb. II, 23, Bartholomae, Stud. II, 12 (oskr = osk?u-),
Johansson, BB. 18, 24, oder 2) = gr. öor&ov, skr. asthi, zd. ast-,
lat. os, alb. ast ‘Knochen’ Bugge, KZ. 32, 30, Bartholomae,
Idg. F. 3, 164, Meillet, MSL. 8, 296 (oskr = *osthkr) Ueber
die keltischen Wörter s. Foy, Idg. F. 6, 324 (ascorn aus *ost-
-cornu- nach Windisch).
Die Bedeutung spricht für die zweite Etymologie, bei der
nur die arm. Suffixbildung (Stamm osker- aus *osth-ker-) auf-
fällig und unklar bleibt. Doch vgl. mu&n aus *müs-kon-.
333. mun ost (o-St., gen. ostoy) Zweig = gr. blog Zweig,
Ast’, got. asts “Ast. Idg. *ozdo-s. — Vgl. ags. det, mnd. ost
"Knoten, Knorren’ aus idg. *özdos.
334. mmu otn (gen. otin, abl. y otane, instr. otamb, pl. nom.
ot-R, acc. ot-s, gen. otic, instr. ofivZ) Fuss — skr. pad (nom.
pat, gen. padás), zd. pad-, päda-, np. pai, gr. cob (gen. nodos),
lat. pes (gen. pedis), got. Fötus Fuss.
Arm. pl. of- hat einen urspr. Dual *ot = gr. mode, skr.
padäu, pada, zd. pada verdrängt, vgl. Idg. F. 4, 115.
335. app orb (o-St., gen. orboy; Waise: gr. óggavóg ver-
waist, do- in Comp., lat. orbus 'verwaist'. Idg. *orbho-s.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 483
336. % ori (u-St., gen. ortu) ‘Kalb’ (des Rindes oder
Hirsches) : gr. re rig, ógra, m junges Rind, junge
Kuh’, skr. prthuka- Knabe, das Junge eines Thieres‘.
Unsicher. Die vulgärarm. Form von or? ‘Kalb’ ist kori,
poln. arm. fort (WZKM. 1, 288), axalc. fuers, huerí (Tomson,
lingvist. izslédovanija p. 18 und 35) aus kori. Vgl. arm. ogi
neben Aog und arm. ot-n ‘Fuss’ aus idg. *pod-. Da idg. rt im
Arm. zu rd wird, vermuthet Bugge, Btrg. p. 10, dass arm. or
auf idg. porthu- (mit th, nicht d zurückgeht.
Hiervon ist % ort (o-St., gen. ortoy) Weinstock, Rebe’ zu
trennen. Bugge, Btrg. p. 28 vergleicht gr. Borovs "Traube",
falsch.
337. apm orc-a-m (aor. orc-ac-ay) erbreche, rülpse (später
auch orc-k-a-m und orc-k-t-a-m) : np. aroy Rülpsen (Horn,
Grdr. p. 5), gr. &geuyouaı stosse auf, erbreche mich, speie aus,
lat. ructo rülpse, speie aus’, erugo 'ausrülpsen', ksl. rygajg
"rülpse', lit. raugmi, raugeju, rügiu stosse auf’, ags. roccettan
"rülpsen', ahd. ita-ruchian wiederkäuen'. Wurzel rug (s. p. 408).
Arm. orc (gen. orcoy) “Erbrochenes, Speichel’ (Narek.
10. Jhd., Bars. Mask. 14. Jhd.) ist aus orcam neu gebildet.
Arm. orcam zunüchst aus *o-ruc-a-m.
338. mpå orj- in a mi-orj-i für uóvooxic Lev. 21, 20,
orji- ‘Hoden? MGg. ed. Soukry p. 44, z. 6 v. u., amorji-E
‘testicles’, amorj-at castrated', orj-at 'capon', orj-i non castrat-
ed’ (Bedrossian, arm. engl. Wb., Venedig 1875— 79): zd. ərəzi
‘Hoden’, gr. or Hode’, alb. herde ‘Hode’, lit. erzilas “Hengst.
Arm. orj- = idg. *org'h-.
Dazu wohl arm. orj männlich, Männchen’ (orj koriun das
männliche Junge des Menschen FB. p. 9, z. 3 v. u.).
339. [mp orm (o-St., gen. ormoy) “Mauer : ksl. chramü
"Haus. — Bugge, KZ. 32, 22 (aus *sormos).
Ganz unsicher. Ueber anl. ch im Slav. (nicht — 1dg. s) vgl.
Pedersen, Idg. F. 5, 62 flg.]
340. % ui (gen. ulig) “acht — skr. a$fau, asta, ad. alta, gr.
or, lat. octo, air. ocht n-, got. ahtau, lit. asztünt, ksl. osmi
‘acht’, idg. .
31*
ASA V. Theil. Echtarmenische Wörter.
Nach Bugge, Btrg. p. 43 wurde “ok!to nach idg. sep
“sieben im Urarmenischen umgebildet zu *optö (vgl. el. önrw
aus uru nach &rrra) — arm. *ovi — #uvi — ul, während nach
Bartholomae, Idg. F. 2, 269 *opto zu Toni = #yul — oi wurde,
dessen Gen. uiiç lauten musste. Zu diesem Gen. wäre ein
neuer Nom. ué gebildet worden. Die letztere Entwickelung
ist folgerichtig; ich glaube aber, dass ul, nicht Zodi die urarm.
Form gewesen ist.
341. mah uli (io-St.) Weg, Reise ` ksl. ulica Strasse,
Gasse. — Fr. Müller, Armeniaca VI, Nr. 47.
Unsicher.
342. u unain leer (aus *oin-ain = *oun + ain oder
*ün-ain?) : skr. und-, zd. üna- woran etwas fehlt’, gr. ev-vı-s
“ermangelnd, beraubt’, got. van-s 'ermangelnd, fehlend.
343. mlulu unkn (n-St., gen. unkan) ‘Ohr’ : zd. usi die bei-
den Ohren’ (Darmesteter, Zend-Avesta III, p. 95, 96 Anm. 5),
gr. ovc, lat. auris, got. auso, lit. ausis, ksl. ucho (du. ust), air.
au, ó ‘Ohr’? — Bugge, Btrg. p. 24, Fr. Müller, Armeniaca VI,
Nr. 49. Europ. Grdf. des Wortes ous ` äus nach W. Schulze,
Quaestiones epicae p. 38.
Arm. unkn aus *us-n- + kn (wie mu-kn, armu-kn, ju-kn)?
Vgl. gen. got. ausins, gr. ovarog Joh. Schmidt, Pluralb. 407,
idg. gen. *us-s-n-os, *us-s-en-s Meillet, MSL. 9, 369.
344. mu us (gen. usoy) “Schulter = skr. gsa-, gr. wuog, lat.
umerus (aus *omesos), got. ams oder amsa (belegt nur acc. pl.
amsans) "Schulter. Idg. *ómso-.
345. i us-ani-m (aor. us-ay) lerne: skr. uéyati Ge-
fallen finden an, gern thun, gewohnt sein', ksl. vykngti sich ge-
wöhnen, lernen’, ukü doctrina", uċiti lehren’, lit. jùnkti gewohnt
werden’, got. bizhts “gewohnt. — Fr. Müller, Armeniaca VI,
Nr. 69, Bugge, Etrusk. Arm. p. 163. Zur Wurzel euk s. oben
p. 408.
346. mumnp ustr (r-St., gen. uster, pl nom. usterk, gen.
usterac) unter Anlehnung an dustr (gen. dster, pl. nom. dster£,
gen. dsterag) gebildet. Aber woraus?
ustr und dustr werden meist zusammen genannt, vgl. Mt.
10, 37, Kor. II, 6, 18, Gen. 5, 4 fig., 11, 11 fig., 31, 43; 36, 6;
V. Theil. Echtarmenisehe Wörter. 485
37, 35; 46, 15 u. s. w., u. s. w. Vermuthungen über den Ur-
sprung von usír s. bei Bartholomae, Stud. II, 33, Meillet,
MSL. 7, 162. .
347. a ut-e-m (aor. ker-ay) esse: skr. dami, gr. Edw,
lat. edo, got. ita, ksl. Jami ‘esse’, lit. Emi, édmi, édu fresse.
Arm. ut- aus od- nach Bartholomae, Idg. F. 3, 15. Die idg.
Wurzel (auf mittlerer Stufe) war zd: Idg. F. 3, 17, Brugmann,
Grdr. II, p. 863/4.
348. [jp gar (i-a St., gen. (ari) schlecht, böse, davon
(ari-E gen. fareag) das Böse’ aus £ nicht' und ar, letzteres
zu gr. @g-ıorog beste, trefflichste, tüchtigste. — Bugge,
KZ. 32, 23.
Ganz unsicher.]
349. z Cor ‘trocken’ : gr. neos “trocken, dürr, 5egóc
‘trocken’, lat. seresco werde trocken’ (BB. 21, 92, 329). — Aus
*A?soro-s, *k?sero-s? Bartholomae, Stud. II, 23.
Vgl. çamağ Nr. 409.
350. sapp £or-A (gen. ¢oriç) vier, in Comp. forek- (forek-
ankiun viereckig u.s. w.) — skr. catväras, zd. Ca9würo, gr. dor.
teroges, hom. véocagec, lat. quattuor, got. fidvor, lit. keturi,
ksl. cetyre, air. cethir. — Idg. *Z?etvores.
Bartholomae, Stud. Il, 33 nimmt folgende Entwickelung an:
* APelvores = *kekor- = *ckor- = for-, Bugge, Idg. F. 1, 458:
*A?elvores = *Keyor- = *Keor- = *Kior- = f οỹ? = *óyor-
= (or-F. Melle, MSL. 9, 158 setzt arm. £ — urspr. kt oder
tv und demgemáss ¢or- = idg. *A?tvor- (vgl. zd. a-ztuirya-
u. s. w.). — Vgl. unten Äar- vier Nr. 430.
351. Am fu "Aufbruch, Zug’, davon ¢v-e-m (aor. ¢v-eç-i)
‘breche auf’ — skr. éyuti- das Sichentfernen von, Hervorkom-
men, Herabfallen’, éyávate geht fort, entfernt sich’, éóyautná-
Unternehmung, gd. savaite, zd. pte. Suta- “fortgetrieben’, ipf.
zusaf ging weg (yt. 19, 35), fyao9na- “Verfahren, Handlung,
That’, ap. ašiyavam ich zog, marschirte', np. Javam gehe, werde’,
afgh. sval gehen, kommen, werden’, waxi cauam ‘gehe’, kurd.
Cun u. s. w. aller, marcher’, bal. suta, Suda "gegangen, osset.
güun gehen, ed Gang, gr. getut bewege heftig, treibe,
486 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
scheuche', &aovro 'eilte', àoovuevosg eilig, heftig strebend' (oov-
aus k?yu-).
Dazu (og-ay ich ging’ (aor. zu erí-a-m gehe), (og- aus
*L2)yov-? — Arm. (u = skr. čyuti- = idg. *A?yuti-.
352. b jer-nu-m (aor. jer-ay) wärme mich, werde
warm, heiss, erglühe, brenne (von der Sonne), werde versengt',
fhp Jer Wärme, schönes Wetter, warm (Eznik 175), jeranim
‘fiebere, kranke, glühe’, jerin warm, heiss’ (Eznik 174), jerm
(o-St.) warm’, Jerm-ana-m fiebere , jermn (gen. jerman) ‘Fieber’:
skr. ghrnd- Hitze, Glut, Sonnenschein’, gryni- dass., gharmá-
Gluth, Wärme, heisse Jahreszeit’, zd. garama, np. garm warm',
garma “Wärme, Hitze’, afgh. yarma, yarma Mittag, heisse Zeit
des Tages’, gr. 9égoc "Sommer, 9égoua, “werde warm, heiss,
wärme mich’, Jeguög warm, heiss, lat. formus warm', got.
warmjan würmen (anders darüber BB. 16, 256, KZ. 31, 284
u. s. w.), air. gorim wärme (Idg. F. 4, 268), ksl. goreti brennen,
gréti würmen', preuss. gorme Hitze.
Arm. Jer = gr. 9égog = idg. *g?heros-; arm. jerm = gr.
JSeguóg aus idg. *g?hormó-s (im Vocal von jer = geo beein-
flusst).
353. % Jil (i-a St., gen. jli), var. Ji? Sehne (des Körpers),
Schnur (im A. T. für gr. vevgov, Richter 16, 7 flg. für veved) =
ksl. žila Ader (Idg. F. 5, 68, anders aber BB. 22, 245), preuss.
gislo Ader', lit. gýsla Ader, Sehne, Blattrippe', lett. df'isle. —
Fr. Müller, Armeniaca VI, Nr. 54.
Arm. jil weist auf idg. *g?hisl-, vgl. jer “Wärme = idg.
* theros. Daher kann lat. filum ‘Faden’ — *g?hislom hierher
gestellt werden. Wohl auch (nach Fick, Wb.“ I, 414) ksl. 2ica
"nervus, b. kr. s. žica Faden', lit. 9% Faden zum Weber’,
die von ig Bogen u. s. w. (mit g?) zu trennen sind. Ueber
alb. de? Sehne, Flechse, Ader’ s. G. Meyer, Etym. Wb. p. 63.
354. an, Tngun-k, Fangunk (n-St., instr. ngambE Philo,
El., Joh. Phil., später der gen. řngaç) die Nasenlócher, Nase’:
gr. óvyxoc Schnauze, Rüssel, Schnabel’? — Abgelehnt A. St.
Nr. 1919, gebilligt von Fr. Müller, Armeniaca VI, Nr. 55.
Bei dieser Zusammenstellung ist zu bedenken 1) dass urspr.
anlautendem r im Armenischen wie im Griechischen ein Vocal
(a, e, o) vorgeschlagen wird, 2) dass anl. ó im Griech. auf urspr.
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 487
vr oder sr zurückgeht, 3) dass anl. 7 und r im Arm. sich sonst
nur in Lehnwörtern findet. Ist ?ngun£& (nom. sg. rungn, nicht
belegt) dennoch echtarmenisch, so liesse es sich mit dvyxog
unter der Annahme vereinigen, dass die gemeinsame Grund-
form *srungh- gewesen wire.
355. „ dieser (suffig. Pron.) — lit. szis dieser, kel. 82, air.
cé, got. hi- (imma daga heute) dieser, lat. ct-s ‘diesseits’, ci-ter,
ei-trä, alb. si- dieser (sivyet heuer'), gr. èxei u. s. w.
Neben dem Pron. s steht d (Nr. 105) und » (Nr. 310), die
alle drei meist als besimmter Artikel fungiren und dem Nomen,
zu dem sie gehören, hinten angefügt werden. Doch können
sie auch an Personalpronomina und Verba angehüngt werden.
Ihre Bedeutung ist demonstrativ; s und d weisen gleichsam
mit dem Finger auf etwas Anwesendes oder als anwesend
Gedachtes hin, also s = “der — hier, d — “der — da’, wäh-
rend n = ‘der’ nur mehr determinirend ist und sich meist mit
unserm Artikel “der, die, das’ deckt. Daher kommen s und d
besonders in der direkten Rede vor. Z. B. za£ = Kreuz, za(-n
‘das Kreuz’ (an welches Christus geschlagen wurde etc.), zaí-d
das Kreuz da’ (g i zafed steige herab von dem Kreuze’ (an
dem du da hängst) Mc. 15, 10; beim Verbum: er sagte: ich
weiss nicht zing zausis-d “was du (da) sagst’ Mt. 26,70; er sagte:
ihr wisst zing arari-d jez was ich (da) euch gethan habe’ Joh.
13, 12; mit s: sie sprachen: Zeite anapat e der Ort (hier) ist
wüst Mt. 14, 15; sieht dein Auge scheel dazu zi es afat-s em
‘dass ich (hier) freigebig bin’? Mt. 20, 15; beim Verbum: ich
bin es or zausim-s and Řez der ich (hier) mit euch spreche’ Joh.
4, 26; mit n: sie (baten orpes usan-n wie sie gelehrt waren’
Mt. 28, 15 (aber: er sprach: dir geschehe orpes havatager-d wie
du (da) geglaubt hast’). — Daraus weiter gebildet: sa, da, na
“er = dieser da etc., at-s, ai-d, ai-n dieser, jener, der’ etc.
[Arm. s in ers “dazu, auch’ (oben Nr. 140) stellt Fr. Müller,
WZKM. 10,356 zu gr. xaí. Unsicher. Siehe Brugmann, Griech.
Gramm. p. 54 und 223.)
356. wwy sal (i-St., gen. sali) Amboss, Steinplatte' : skr.
gila- Stein, Fels. Zur Bedeutung vgl. gr. ġxuwv Amboss =
skr. áçman- Fels, Stein’ ete. — Bugge, KZ. 32, 24.
Unsicher. Skr. gila- aus idg. “klola-?
488 V. Theil. Echtarmenische Wórter.
357. uunfhp sami-K (io-St., gen. samean) ‘zwei Hölzer, die
durch die beiden Löcher des Joches (arm. /uc) gesteckt und
unten durch einen Strick (arm. sameti-£) zusammengehalten
werden’ (s. Hantess 1893, Tafel 3), ‘Griff des Steuerruders’ —
skr. çámyā- the pin of a yoke’ (Benfey Wb.), Stock, Zapfen,
Holznagel, Stützholz’ (Petersb. Wb.), vgl. yugagamyám Joch
sammt Zapfen’, zd. sima-, stmot9ra- yt. 10, 125 (Jochbalken'
Geldner, KZ. 25, 530), np. sim ligna in utraque parte iugi
bovis alligata’. — Bugge, KZ.32, 24, Horn, Grdr. p.168, P. St.
p. 79, Lagercrantz, KZ. 34, 396 (gr. xé&ua£, ahd. kamo).
Arm. sameli-x (instr. sameteaui Sirach 28, 23, aber sametirx
Hiob 39, 10) “Strick, Riemen der Jochhólzer, Jochriemen'
(immer neben luc ‘Joch’ genannt) aus *sami-a-ti- — sami
Jochholz + Compositionsvocal a + — “Band, bindend’ von
Wurzel de (skr. da, di, gr. du, de, mein Vocalsystem p. 77)
‘binden’, also einem skr. *camya-di- entsprechend. — Bugge,
KZ. 32, 23, P. St. 79.
Skr. gamyd-, arm. sami-, np. sim aus idg. *A'.miya-?
358. [uuf santr, sandr (o-St., instr. santrov) ‘Kamm’ : gr.
čaivw "kratze, krempele' (Wolle), £&vrzg *Wollkrempler. —
Pictet in A. S.
Arm. sandr = gr. *$ovrgov? Falsch, da arm. s nicht =
gr. & ist.]
359. uwn'& sain (n-St., gen. sartn FB. 191, z. 6 v. u.) Eis,
sarnamani- (saramant-E Ag. 38) Kälte, kalte Jahreszeit’ (El.
34, 24), sar-nu-m, sar-(i-m (aor. sar-eay) gefriere', sar-uc-ane-m
"mache gefrieren’ : aisl. hjarn 'festgewordener Schnee’, lit.
szarnà Reif, nsl. sren (aus *sernü) der erste Schnee, gefrore-
ner Schnee’ (Bugge, Btrg. 27), lit. szarmà Reif'; dazu mit !
für r: lit. száltas kalt', szalnà Reif', ksl. slana ‘Reif’; zweifel-
haft ob mit urspr. r oder J: skr. gigira- der erste Frühling, die
kühle Zeit, Kühle, Kälte, Frost, adj. kühl, kalt’, zd. sarofa-
"kalt, np. sard 'kalt', sarma (nach garma Wärme gebildet)
‘Kälte’, afgh. sor, fem. sara ‘kalt’, sara kalte Jahreszeit, Winter,
osset. salut, sdlzi es gefriert', sald Kälte, Frost”.
360. uunum sast (i-St., gen. sasti) “Schelten, Verweis,
Drohung, Strenge, Autorität’, sast-e-m (aor. sast-ec-i “schelten,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 489
drohen, einschärfen, gebieten’ (c. dat. pers.), sast-ik heftig =
skr. gãsti- — giòſi- Bestrafung, Geheiss, Befehl, Unterweisung’,
castár- Bestrafer, Gebieter, der einen Befehl zu etwas er-
theilt', Wurzel cas (eis) zurechtweisen, strafen, herrschen, be-
fehlen, unterweisen', zd. sastar- Herrscher, Tyrann'.
Arm. sasti- — skr. gisti- = idg. *Alastı-.
361. „ sar (o-St., gen. saroy) Höhe, Spitze, Gipfel = skr.
giras- Haupt, Kopf, obere Ende, Spitze, Gipfel, Vordertheil',
zd. sarah- ‘Kopf’, np. sar Haupt, Kopf, Spitze’, osset. sär "Haupt,
Kopf, obere Theil’, gr. #aga, ion. x&gn, x«gnvov Haupt, Kopf,
Gipfel, Spitze’, «ógor Schläfe', lat. cerebrum Gehirn'.
Arm. sar ‘Haupt’ als pers. Lw. s. oben p. 236.
362. mup sard (i-St., gen. pl. sardi) die Spinne’: gr.
xÀw9« ich spinne’. — Fr. Müller, Armeniaca VI, Nr. 57.
Unsicher, da die Liquidae (r und /) verschieden sind und
die Grundform des griech. Wortes zweifelhaft 1st. Arm. sardi-
setzt idg. *Alrti- oder d- voraus.
363. „ seav schwarz = skr. çyāvá- schwarzbraun,
braun’, zd. syāva- (in Eigennamen), phl. sayak, siyah, np.
siyah (mit hórbarem Å, reimt auf gunah z. B. Sal. Shuk. Pers.
Gramm., Texte p. 20 unten) schwarz', osset. sau schwarz.
Es fragt sich, ob das Wort entlehnt ist. Gegen die Entleh-
nung spricht der Umstand, 1) dass arm. seav mit phl. sayah, sayah
formell nicht übereinstimmt (phl. siyak wire entlehnt — arm.
*seak u. dgl., aber nicht seav), 2) dass das iranische Wort schon
in der Form $«v ins Armenische übergegangen ist (vgl. Savasp
und ‚Savar$ oben p. 61 und georg. Sari schwarz Tehoubinof
p. 539). Doch könnte man annehmen, dass neben phl. sayak
u. s. w. ein phl. “siyav — zd. syāva- existirte, das in sehr alter
Zeit als seav, später nochmals als sar ins Arm. eingedrungen
wäre. Vgl. mandäisch syave schwarz als pers. Lw. (ZDMG.
32, 147). Für die Entlehnung spricht die vollkommene Ueber-
einstimmung von arm. seav mit ap. *siyava- 2d. syáva-), 2) der
Umstand, dass das Wort sich sonst nur im Indischen und
Iranischen wiederfindet (wenn nicht lit. szjras weiss, schimme-
licht’ (von Pferden), preuss. sywan 'grau', ksl. sivi ‘grau’ dazu
gehört), und dass ein indoiran. *$yaca- im Arm. wahrschein-
lich anders als seav gelautet hätte. — Anders Bugge, KZ. 32, 67.
490 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
364. uf sisern Kichererbse (Ag. 482) : lat. cicer
"Kichererbse' preuss. keckers ‘Erbse’, gr. X Art Kicher-
erbse, lit. keké Traube. — Schrader bei Hehn, Kulturpflanzen“
p. 215.
Nicht sicher. Als Urform wäre nach Schrader “klekro- an-
zusetzen. Die arm. und lat. Form weisen auf u ier- (arm.
siser-n eigentlich auf *Aleikler- oder *Z!oik!er-).
365. n sirt (i-St., gen. srti) "Herz = skr. Ard-, hrdaya-,
hardi Herz, gd. zerod-, zd. zaradaya-, ZPGI. zərəðaya-, np.
dil, gr. xagóía, xig, lat. cor (cordis), got. hairtö, ht. szirdis,
preuss. seyr, siran, ksl. srüdice, air. cride Herz.
Arm. sirt = idg. *klärdi vgl. Joh. Schmidt, Pluralb.
p. 224, 250.
366. % siun (n-St., gen. sean) Säule = gr. xcv.
Arm. nom. siun = gr. x£cv aus idg. *£'iyon, vgl. oben iu.
Bartholomae Stud. II, 36.
367. [u£p ser (o-St., gen. siroy) Liebe : skr. çila- Gewohn-
heit. — Bugge, KZ. 32, 25.
Unsicher, da skr. (nachvedisch) nis nicht mit Sicherheit
auf ein idg. *Airo- zurückgeführt werden kann. Man könnte
ebenso gut arm. ser aus *toiro- von einer Wurzel klei zu skr.
gera-, civd- lieb (aus klot, klei, Er + suff. vo) stellen.)
368. . sin leer, eitel, davon sn-oti eitel, nichtig, un-
nütz : gr. ve Ve, att. xevog leer, eitel, nichtig’ (aus xevefog,
x&v Fog).
Dazu stellt Wb. auch sin i snoy, sin IA-or übrig geblieben,
Ueberbleibsel'?
369. %%% szal Fehler, Irrthum, Mangel, mangelhaft,
fehlerhaft, mangelnd, weniger’, szal-ak taumelnd' (im Rausch),
szal-ak-i-m taumele' (im Rausch), szal-an-k Vergehen, Ver-
stoss, Unrecht, Irrthum', szal-e-m, meist szul-i-m, aor. szal-ec-ay
“gehe fehl, irre, strauchle, wanke, sündige, fehle, verfehle,
werde verfehlt, werde vermisst, werde hinfällig, thue Fehl-
geburt’ = skr. skhal (skAalati) straucheln, schwanken, taumeln,
stolpern, irren, fehlgehen', ptc. s&halita- strauchelnd, taumelnd,
schwankend, stockend, woran etwas fehlt, zu wenig, fehl-
gegangen’, skhalana- Straucheln, Fehlgehen' etc., gr. od
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 491
‘bringe zu Falle’, ogaAloucı 'strauchle, schwanke, taumele,
falle, erleide Unglück, irre mich, fehle’, ogalua Fehltritt,
Missgeschick, Irrthum, Fehler, Verstoss, Vergehen’, opalegos
‘schlüpfrig, täuschend, unsicher, wankend'.
Idg. Wurzel sk2hal.
370. uhbung skesur (i-a St., gen. skesri instr. skesrav)
‘Schwiegermutter’ (Mutter des Gatten der Frau), davon ge-
bildet skesr-air d. h. Mann der Schwiegermutter = 'Schwieger-
vater (Vater des Gatten der Frau) = skr. gvagru- Schwieger-
mutter, çváçura- ‘Schwiegervater’, zd. z"asura- Schwiegervater,
np. zusrü f., zusur m., gr. éxvga f., éxvgog m., lat. socrus f.,
socer m., got. svaihro f., scaihra m., ahd. swigar f., swehur m.,
nhd. Schwieger f., Schwüher m., ksl. svekry f., svekrü m., lit.
szészuras Schwiegervater, corn. hweger f., hwigeren m., alb.
vjêhere f., vjeher m.
Die neuiran. Formen s. bei Horn, Grdr. p. 108. — Idg.
*svek'rü- Schwiegermutter, *soekluro- Schwiegervater. Wie
idg. *svek!ru- im Skr. über *Alvek!ru zu goagru- wurde, so ist
idg. *scekirü- über *k'vek!ru- und (nach dem Mascul. *svekuro-
. umgebildeten) *A'!vek'ura (vgl. éxvgo) im Arm. zu skesur gewor-
den. Ueber idg. A!o — arm. sk oder 8? s. oben unter Sun
‘Hund’ Nr. 323.
371. ung Sug (o-St., gen. sgoy) "Trauer : skr. çõka- Glut,
Flamme, Qual, Schmerz, Kummer, Gram, Trauer’, np. sög
"Trauer, Kummer), g. suk "Trauer ZDMG. 36, 78.
Als pers. Lw. (vgl Bartholomae, Stud. II, 17, Meillet,
MSL. 7, 58) wäre *so:& (gen. *sukoy) oder “sok (gen. *sokoy)
zu erwarten, da np. sog im Phl. “sok lauten musste. Also echt-
arm. sug = idg. *Á!ukó-? Es fragt sich nur, ob idg. & nach
Vocalen im Arm. zu g wird. Vgl. an Nr. 9.
372. unt sun bildet die Zehner ere-sun' 30, Aar-a-sun 40,
yi-sun 50, vai-sun 60, evian-a-sun 10, ul-sun 80, inn-sun 90 =
gr. -xovra in cQui-xovra, vevragó-xovra u. 8. w., lat. -ginta in
triginta u. s. w., air. -cha, -ga, -ca in tricha u. 8. w., skr. -çat
in irieat- u. 8. w., zd. -sat in Prisat- u. 8. w.
Arm. sun = gr. «ovra aus idg. “klomta, *klonta oder tinto
(Brugmann, Grdr. II, p. 489, 495, 687). Die arm. Zehner flec-
tiren als -St.: nom. aec. eresun, gen. dat. abl. eresnig u. s. w.
492 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
373. umun Sut (o-St., gen. stoy) falsch, lügnerisch’, st-e-m
(aor. steg-i) lüge, belüge (mit Dat.): gr. wevdouaı lüge, trüge,
breche (den Eid), weüdog Lüge, Trug’, wevöng “lügnerisch,
Lügner. — Bugge, KZ. 32, 25.
Unsicher, da die Gleichung arm. s = gr. y sich durch kein
weiteres Beispiel stützen lässt.
374. umpp surb (o-St., gen. srboy) rein, heilig’, davon srb-e-m
‘reinige, heilige’ — skr. gubhrd- glänzend, klar, rein’. — Idg.
* klubh-ro-.
375. uyu Spas (u-St., gen. spasu) Dienst, Aufwartung,
Gerüth', spasavor ‘Diener’, spas-e-m (aor. spas-eg-i) warte auf
Jmd., lauere auf Jmd., warte auf etwas, warte ab, erwarte’
(erst später auch diene) — zd. spas- 'Spüher', spasyeiti erspäht,
wacht’, skr. späg- Späher, Aufseher, Wächter‘, Wurzel spac
(pr. págyatt) erblicken, sehen’, ahd. sp&hön 'spühen', lat. con-
-spicio *erblicke, sehe an’. Wurzel idg. spek'.
Ist spas entlehnt oder nicht? Vgl. KZ.32,64. Leider liegt
iran. spas im Persischen nicht vor. Wie musste idg. spek! (sho
im Armenischen lautgesetzlich vertreten sein? Der Vokal a in
spas könnte für idg. o, aber zur Noth auch für e stehen, vgl. arm.
tasn ‘zehn’, vaisun ‘sechzig’. Anders Bartholomae, BB. 17, 118.
376. if sta-na-m (aor. Sta- -a erwerbe, kaufe’ später
auch schaffe), sta-ç-vac Besitz, Gut’ : lat. *stanare in prac-
stinare "kaufen, destinare festmachen, festsetzen, als Ziel be-
stimmen, zu kaufen beabsichtigen’, idg. *sta-nā-mi ich erstehe".
— Bugge, KZ. 32, 26.
Unsicher. Fallsaor. sta-£-ay und subst. sta-ç-vac, wie Bartho-
lomae vermuthet, Neubildungen (nach ba-na-m etc.) würen,
liesse sich stanam = *stn-nü-m1 setzen und mit lat. -stinäre und
np. sita-dan, pr. sitãnam nehme (s. P.St.p.74) auf eine Wurzel
sten zurückführen.
377. umbau stein (n-St., pl. nom. stelunk, gen. stetang)
Stamm, Schaft, Stengel, Zweig, Sprosse: gr. orékeyos Stamm-
ende, Block, Klotz, Stamm’, oreAcöv Stiel der Axt’, hom. ore-
Agıov, oreled Oehr der Axt? — hom. oreuleın, ags. stela Stiel?
— Wb., KZ. 32, 43.
378. ubp? sterj unfruchtbar, davon síerj-ana-m oder
sterj-i-m unfruchtbar sein’ (nur sterjaçan oder sterjecan für
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 493
jrexvo9n0av Gen. 31,38) : gr. oreiga unfruchtbare (Kuh), skr.
stari- (nom. staris) 'unfruchtbare' (Kuh), got. stair unfrucht-
bare’, nhd. Stärke “junge Kuh, die noch nicht gekalbt hat’,
lat. sterilis unfruchtbar.
Als Variante giebt Wb. sterd (ohne Beleg) an. Ueber lat.
sterilis s. MSL. 9, 260.
379. unf step häufig, unablässig, beständig, oft’ (adj. und
adv.), stipav, stipov eilig, eifrig’, stip-e-m dränge, nöthige,
zwinge: lat. stipare dicht zusammendrängen, voll stopfen,
gedrängt füllen, umringen’ Bugge, KZ. 32, 61, gr. ore
"treten, festtreten, betreten, spüren’, crop Stopfen, Voll-
stopfen, Füllung’, oro.Babw ‘stopfen’, orıßagös dicht, fest,
gedrungen (vgl. ort Haufen, Schaar’, orıpeög dicht, derb,
fest, gedrungen, stämmig') Meillet, MSL. 9, 154.
Unsicher. Gr. orı geht wohl auf idg. stig? zurück (Fick,
Wb.“ I, 568). Für lat. stip- würde ich im Arm. stiv- erwarten.
380. n stin (n-St., gen. stean, abl. i stené, pl. nom. stink,
gen. steang) weibliche Brust’, sin-diag, stn-di (Brust- saugend)
Säugling (di-e-m sauge s. oben Nr. 106), sin-tu (Brust-
gebend) die Sáugende' (tam, aor. etu gebe): skr. stana- weib-
liche Brust’, stanamdhaya- an der Brust saugend, Säugling”,
zd. fstana- (aus *pstäna-), np. pistān (aus *pastäna- P. St. 186)
weibliche Brust”.
Wie erklärt sich der Vocalismus von stin, obl. stean-? Graf.
*stien-? Oder *stein-? Vgl. Bartholomae, Idg. F. 7, 62.
381. manuup stvar dick, stvar-ana-m werde dick’ : zd.
s/avah- "Dicke, stui-, stvi- als 1. Glied von Comp. (für *stüra-
KZ. 31, 267) ‘dick’, phl. stavar thick, large, strong’ Gl. and
Ind. 159, Min. Gl. 193, skr. sthávira- breit, dick, massig”,
sthura- dick, breit, sthūla- grob, dick’, bal. «stur grob, dick’,
osset. siir gross, stark’, afgh. star great, large, big’, kurd. stur
"dick geschwollen' (P. St. p. 74). — Weitere Verwandte (got.
stiurjan, gr. Oravgos u. s. w.) nach Brugmann s. Idg. F. 6, 98.
Arm. stvar aus *stuvar = urspr. *stuveró-? Man sollte arm.
*stur oder *stevar erwarten.
382. hn srunk nom. pl. (gen. sraunip, var. srnog Richter
15, 8, nach Wb. auch srunig und srvanç) Unterschenkel, Schien-
bein’ (xvnun, xvnuaı Richter 15,8, Deut. 28, 35, Hohelied 5, 15,
494 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
ra opvoa Apg.3, 7), dazu s’n-a-pan Beinschiene', xvnuig 1 Kg.
17, 6 (mit pers. pan zusammengesetzt, s. oben p. 221) : lat. crus
(cruris) Unterschenkel, Schienbein“.
Lat. nom. pl. crüra aus *kirūsə, arm. srun-E aus tirũsni-
Als echten oder älteren gen. pl. vermuthe ich *srniç. Der Gen.
srvang ist von einem -St. sro-n- = *klrus-n- gebildet. Der
spätere Plural srn-kun-E ist gebildet von einem Sing. *srun-kn
wie pl. m-kun-A von sg. mu-kn Maus.
383. uh srsk-e-m "besprenge' : zd. srasó u. s. w. s. oben
D 241.
Entlehnt oder echtarmenisch? Es fragt sich, ob idg. sk im
Arm. zu sk oder & wird (s. die Bemerkung oben zu bok Nr. 77).
Im ersten Falle wäre idg. *A!r-sk — echtarm. *sr-sk und srskem
könnte echt sein, im andern Falle wäre idg. *£!r-sk = echtarm.
*sr-k, also srskem entlehnt. Arm. srsk-em aus *sriskem oder
*sruskem, wenn echt = idg. *k!resk oder #klrosk ?
384. n spr-e-m (aor. spr-ec-t) 'zerstreue', spit (
zerstreut, verstreut, ausgebreitet, ausgedehnt’, sp, -& (sptur-£)
Zerstreuung, Diaspora : gr. orreiow ‘säe, streue, zerstreue’?
Arm. spr müsste für urspr. *sper- stehen. — Meillet, MSL.
8, 294 stellt spi zu skr. sphurati (schnellen, blinken’ etc.?)
und arm. deep parat, das Bugge, Btrg. p. 20 zu orreigw stellt.
Aber parat in parat-e-m nehme weg, entferne (Ex. 8, 29; 10, 17)
gehórt seiner Bedeutung wegen nicht hierher.
385. déch" van-e-m schlage in die Flucht s. oben p. 243.
Vgl. Idg. F. 4, 275.
386. „n hf var-e-m 'entzünde, zünde an’, var-i-m brenne,
var entzündet, brennend : ksl. vréti, pr. virjg “wallen, sieden’,
varü ‘aestus’, variti ‘kochen’, lit. virti "kochen ? Dazu wird
häufig got. varmjan, d. warm (s. oben Jernum Nr. 352), von
Fr. Müller, WZKM. 9, 297 ein unbelegtes np. var 'calor' ge-
stellt. Unsicher.
Anders Bugge, KZ. 32, 56, der mit Recht die Bedeutungs-
verschiedenheit (anzünden: kochen) hervorhebt. — Arm. earem
auch = 'waffne, rüste’, nicht zu got. varjan, d. wehren u. s. w.
387. dere tasn wegen = ap. vaina durch die Gnade oder
nach dem Willen’, zd. vasna nach Wunsch, nach Willen’,
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 495
vasah-"Wunsch, Wille’, vasmi “will, skr. cag (pr. eágmi) wollen,
verlangen, begehren’, gr. Zem willig, freiwillig’, &xnzı durch
die Gnade, den Willen, um — willen, wegen".
Arm. vasn ist nicht aus dem Persischen (vašnā) entlehnt
(BB. 17, 93, KZ. 32, 56). Wegen des Vocales s. tasn zehn,
Jupi varj Lohn, Sold’ s. oben p. 245.
388. / b i ver hinauf, oben’, i ver Žan (höher als =) über,
i veray adv. darüber, darauf’, präp. (mit Gen.) über, auf’,
i veroy oben, oberhalb, i veroy Kan über, i verust von oben :
skr. cár$man- Höhe, das Oberste’, varsiyas der höhere, obere’,
värsistha- höchste, oberste’, ksl. vrächü 'cacumen', lit. virszus
‘das Obere’, air. ferr besser. — Idg. *vers-.
Dazu stellt Meillet, MSL. 7, 165 arm. ger “über, mehr als’,
das in der Bibel und bei guten alten Schriftstellern nicht ge-
braucht wird. Fraglich. Bugge, Btrg. 24, KZ. 32, 56 will arm.
ver von idg. vers trennen, da idg. rs = arm. ý (nicht r) sei
(s. oben p. 409), und zu idg. *upero- (gr. urr&e, skr. upári über)
stellen: idg. *upero- — urarm. *uver — *uer — arm. ver?
389. / veç (gen. vegig Koriun 26) ‘sechs’, vestasan sech-
zehn’, vatsun sechzig — skr. $af ‘sechs’, $ödaga ‘sechzehn’, zd.
r$vaé, np. das, gr. SE F 45 (kret. FeErxovza sechzig'), lat. ser,
got. saihs, ksl. 3esti, lit. szesz}, cymr. chwech, air. sé ‘sechs’. —
ldg. *svek!s, *vek!s, *sek's.
Arm. veç — *vehls.
390. / vrnj-e-m ‘wiehern’ : schwed. dial. vrina wie-
hern’, altschwed. erën wiehernd wie ein Hengst’ (Stamm
vrainja-), anorw. reini ‘Hengst’, ags. wrene geil, ahd. retineo
‘Hengst etc. — Bugge, KZ. 32, 27.
Unsicher, da die Gleichung: arm. ornj- = idg. *oriny- sehr
fraglich ist.
391. - t- negirendes Präfix (z. B. t-gēt un-kundig') = skr.
dus-, dur- (z. B. durveda- *ungelehrt', durmanas- 'entmuthigt,
betrübt’), zd. dus-, duż- (z. B. dusmanah- schlecht denkend”,
gr. o vo- (z. B. dvouerng feindselig'), got. tuz- (in tuz-verjan
zweifeln), air. du- (z. B. do-chlu ruhmlos).
In pers. Lw. findet sich dafür da-, tž-, is-, s. oben p. 141,
142, 154.
496 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
392. ui ta-m ich gebe’, aor. e-tu (2. e-tu-r, 3. et, pl. 1.
tv-a-k, 2. e-tu-E, 3. e-tu-n, pass. 1. p. tvr-ay u. s. w., fut. act. 1.
ta-, pte. to-eal 'gegeben', ipt. tu-r ‘gieb’, mng tur-E pl. (o-St.,
gen. ?r-o-c) Gabe, Gaben’ : skr. dadami — zd. daógmi = gr.
dio cu ‘gebe’, gr. doo “Gabe, Geschenk’, lat. do, ksl. dami
gebe (inf. dati), darü Gabe, Geschenk’, lit. dümi, düdu gebe
(inf. düti). — Wurzel do, de, d- ‘geben’.
Arm. ta- = idg. de-, arm. tu- = idg. dö-; arm. r- — gr.
och, ksl. dara — idg. “dora ‘Gaben’; arm. 3. aor. et — skr.
ddt, zd. dat — idg. *é-do-t.
393. auygp taigr (r-St., gen. taiger, inst. sg. laigerb, nom.
pl. taigerk MX. 272—273, 220) Schwager (Bruder des Gatten)
= skr. devär-, gr. Gare, lat. levir, ahd. zeihhur, ags. täcor, lit.
déveris, ksl. déveri Bruder des Gatten’. — Idg. *daiver- oder
. *dotér-.
Die Form tagr ist neuarmenisch. — Die ‘Schwester des
Gatten’ heisst tal (nur Erznk. Gramm. 13.—14.Jhd.), das mög-
licherweise für älteres *żail stehen könnte. Trotzdem ist mir
Zusammenhang mit taigr (tal aus tai, — *daivri Fr. Müller,
Armeniaca VI, Nr. 62) nicht wahrscheinlich. In den ver-
wandten Sprachen entspricht nach der Bedeutung gr. yalows,
lat. glös, ksl. zlüva ‘Schwester des Mannes’, die Bugge, KZ.
32, 27 mit arm. tal zu vermitteln sucht.
394. amu tasn (gen. tasang) “zehn? = skr. däga, zd. dasa,
np. dah, gr. Òéxa, lat. decem, got. tathun, ahd. zéhan, ksl. deseti,
lit. deszimtis, air. deich u-, acymr. dec, alb. djete sehn, — Idg.
*dek!m.
Ueber das a von tasn (statt *Zes») s. BB. 17, 118, KZ. 32, 28.
Es ist bisher noch nicht sicher erklärt worden. An Entlehnung
aus dem Persischen ist nicht zu denken.
395. wmmp tur (a$zarh) fremdes (Land), als 1. Glied von
Comp.: tar-a-gir ausgeschlossen (gir ‘Schrift’, vgl. lat. pro-
scriptus), tar-a-Zam “ausser der Zeit (zam Stunde, Zeit),
tar-a-kag (fern-stehend) von fern’, far- a- Part- uy ohne Grund’,
später (bei Verben) fort, weg’, bei Subst. negirend : skr. tirás
‘durch — hin, über — hin, abseits von, aus dem Wege’, mit
kar ‘beseitigen, wegschaffen, verbergen, schmähen, verachten’,
zd. faro “über — hin, über — hinaus’, ap. taradaraya jenseits
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 497
des Meeres’, phl. tar-menisnih ‘Hochmuth’, tar ‘anmassend’
(Horn, Grdr. p. 85).
Unsicher, vgl. MSL. 7, 163, Idg. F. 5, 250 Anm.
396. [h, tarap Regenguss, Regenschauer’, tarap jean
"Schneegestóber' : skr. drapsá- "Tropfen. — Bugge, Idg. F.
1, 456.
Unsicher wegen der Bedeutungsverschiedenheit.]
397. [mbap teti (io-St., gen. telvoy) ‘Ort, daneben ett, gen.
ete?, davon etelakal 'feststehend" (Eznik 188) : skr. tala- Fläche,
Ebene, Plan’, ksl. Glo ‘pavimentum’.
Unsicher.]
398. [minbi ter-e-m mache schwielig oder rückenwund,
schinde' (El. 8. Buch), ter Schwiele' (Steph. Leh. 17. Jhd.),
trn-avor (Grig. Nius. 8. Jhd.) schwielig' (fraglich, nach C.): gr.
dieu “schinde’, got. gataíra 'zerreisse' u. s. w. — Meillet,
MSL. 8, 165. |
Unsicher, da ter, ter-c-m wahrscheinlich nur Schwiele,
mache schwielig' heisst.]
399. „ tes-anc-m (aor. tes-i) ‘sehe’, tes das Sehen’,
tes-ak Form, Erscheinung, species’ etc., tes-il (gen. teslean)
"Traumgesicht, Gesicht’ : gr. dégxouar sche, Edgaxov“erblickte’,
perf. d&dogxa blicke — skr. dadárga — zd. dàdarosa sehe,
air. derc Auge, ad-con-darc conspexi', got. ga-tarhjan aus-
zeichnen’, ahd. zoraAt hell, klar’, ags.as. torAt. — Idg. Wurzel
dork!, deri, drki.
Auffällig ist der Ausfall von r im Armenischen.
400. b tec-c-m (aor. ler- ei) bleibe, dauere, halte aus,
halte Stand’ : lat. dü-r-o ausdauern, aushalten, dauernd blei-
ben, Bestand haben’, didum “schon lange’. — Meillet, Revue
bourguignonne de l'enseignement supérieur 1895, p.233, Osthoff,
Idg. F. 5, 280.
401. % tiz (o-St., gen. pl. tz-c-ç) die Zecke (spät, Geop.
13. Jhd. u. dgl.): d. Zecke, mhd. zöcke Holzbock', engl. tike,
tick Holzbock, Schaflaus’, ags. Tic, altwestgerm. *tiko, *tikko
(Kluge, Wb. s. v.).
Arm. (iz aus *dig!h, engl. tike aus dig!
Hübschmann, Armenische Grammatik. 32
498 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
402. mgl tilm (o-St., gen. t!moy) Schlamm, Koth’ : gr.
réAua Pfütze. — Bugge, KZ. 32, 67.
Unsicher, da i in arm. titm auf idg. $ (oder e) zurückgeht
und gr. r aus idg. 4? entstanden sein kann. Zudem ist anl.
t = idg. ? durchaus nicht sicher.
403. e tit “weibliche Brust’ in merk-a-tit mit nackter
Brust’ : ags. fit (pl. tittas), ndd. titte, hd. Zitze (neben ahd.
tutta, tuta u. s. w. Brustwarze, weibliche Brust), ital tetta
neben zizza, zezzolo “Zitze’ u. s. w. (Kluge, Wb. s. v. "Zitze). —
Bugge, Etrusk. Arm. p. 85.
Wohl onomatopoetische Bildungen. Vgl. gr. 2968 Zitze.
Ebenso das vulgäre cic “weibliche Brust’ (Oskiph.), vgl. georg.
juju ‘mamelle’ Tchoubinof 628. Davon zu trennen cc-e-m ein-
saugen, aufsaugen' (aus *cuc-e-m, vgl. kaín-a-cuc. “Milch sau-
gend’, ull-a-cuc arasçë éxuveluei Num. 24, 8).
404. mpe tiv Tag (gen. tvonjean, abl. i tee am Tage, Tags
über’, i #vanjené vom Tage’ Es. 38, 13, in der Bibel nur singu-
larisch) = skr. div in diva bei Tage’, divé-dive Tag für Tag,
divasa- "Tag, dyaus Himmel, Tag’, lat. dies Tag’, air. in-diu
‘hodie’, cymr. dyw “Tag”.
405. mm tun (n-St., gen. tan, abl. i tane) Haus’, in Comp.
tn- (aus tun-), dazu tanuter "Hausherr, fani- (gen. taneaç)
‘Dach’ = skr. dam- (in dämpatis Herr), gen. dán (in pátir dan
‘Herr = idg. *pótiz déms Herr des Hauses), dáma- "Haus,
gd. demana- (d. i. dmāna-) — zd. nmäna- “Wohnung, Haus’,
dam- Haus (loc. dam, gen. dëng in gd. deng patiš = idg. *dems
potois), gr. hom. dw, düue Haus, döuog Wohnung, Haus’, dou-
(gen. de in ðeonrorns =idg. *demspotis), lat. domus, ksl. domi
‘Haus’. — Zu skr. pátir dán u.s.w. vgl. Bartholomae, ldg. F. 3,
p. 100 fig. (dagegen Pischel, Ved. Studien II, 307), zu gr. ua
Bartholomae, Idg. F. 1, 312—318.
Idg. nom. *doms — *dos, Neubildung “dom — arm. tun
Bartholomae, Idg. F. 1, 310; idg. gen. *dems. Zum arm. gen.
tan s. Bartholomae, Stud. II, 36. Ueber tanuter (tanu- =
*domous gen. von *domu-?) s. Meillet, MSL. 8, 236.
406. [mpinnul" trtum “betrübt gehört nicht zu np. dard
Schmerz, phl. dart, zd. darato Nirangistan 15.]
V. Theil. Echtarmenische. Wörter. 499
407. y ç ‘zu’ Präp. mit aec. (bei den Verben sagen, bitten,
fragen, geben), minçev ç bis zu’ — skr. de au Prüp. mit acc.
(bei Verben der Bewegung, des Redens und HES — Meillet,
MSL. 7, 165.
Unsicher: Skr. aechä aus *ask!hā? s. Kadhal Stud.II,
p. 55. |
408. gufu car (o-St.) Zweig (erst Geop. 13. Jhd. .) Ahorn
(Vardan Gen. 13. Jhd.) — skr. gakha- Zweig, Ast’, np. dar
"Zweig, Ast, Horn, Geweih', lit. szakà Ast, Zweig (auch vom
Hirschgeweih). — Idg. “klhakha- Bartholomae, Stud. II, 41, an-
ders Meillet, MSL. 9, 373 Anm., 375. \
409. [guıliup camah (i-a St., gen. çamaği) "trocken" : skr.
ksämd- 'versengt, ausgedorrt, vertrocknet, "e —
Bugge, Btrg. p. 18.
Unsicher. Arm. çam- = skr. ksam- soll aus vim, arm. gor
(skr. k$ards, gr. £noóc) aus *A?sor- (s. Nr. 349) entstanden sein,
Bartholomae, Stud. II, 9 und 23.]
410. akaf cel-u-m (aor. cel-i) spalte: lit. skeliù, inf.
skelti spalten, aisl. skilja spalten, scheiden’, got. skilja Flei-
scher. — Bugge, KZ. 32, 72.
Arm. çel- — idg. sk'hel-, ht. skel — idg. sA(h)el, s. Bartho-
lomae, Stud. II, 51.
411. gfu çin (o-St., gen. pl. çnoç) Hühnergeier, Weihe’ :
gr. ixvivoc, ixtwos(’IKTIZ, acc. txtiva, pl. nom. Ire Kühner-
Blass, Gr. Gramm. I, p. 518) Weihe', skr. cyená- “Adler, Falke,
Habicht', zd. saena- “der Vogel Saena', np. simury (aus zd.
saenõ + morayo P. St. 124) ein fabelhafter Riesenvogel.
Arm. çin = gr. i-xrivog = idg. *Á'!yino-s nach Bartholomae,
Stud. II, p. 8—9. Anders Meillet, MSL. 9, 373. Ganz abge-
lehnt von G. Meyer, Gr. Gramm.“ p. 337.
412. [gnay cup (o-St., gen. çpoy) "Stab ` skr. ksumpan,
k$upa- Staude, Busch”. — Bugge, KZ. 32, 63.
Unsicher.]
413. [gamb cruk Maul, Schnauze’ : lit. Arakis (nach
Schleicher), Arüké (bei Kurschat) 'Schweineschnauze. —
Bugge, KZ. 32, 72.
32*
500 V. Theil, Echtarmenische Wörter.
Unsicher, da g nicht = E ist und çřuk für *eiruk oder
* uruk stehen kann.]
414. e gt-i-m (aor. çt-eç-ay) sich die Haut mit den
Nägeln u. s. w. bis aufs Blut) ritzen’ (als Zeichen der Trauer
etc.): skr. &, “abschneiden, hauen, reissen, beissen, spalten,
vernichten’, zd. sid (in At-sid-ya-f) ‘zerstören’, np. gu-sistan
‘zerbrechen’, bal. sinday brechen, pflücken, spalten’, gr. oxilw
‘spalte’, lat. scindo spalte, zerreisse. — Meillet, MSL. 8,296. —
Wurzel sk!hid, anders MSL. 9, 375. Vgl. Nr. 322.
Die Zusammenstellung setzt voraus, dass ctim für *çit-i-m
steht, es könnte aber auch für *cut-i-m stehen.
415. [V pak “Verschluss (der Thür), Schloss’, pak-e-m
‘schliesse’ : gr. opnx0w schnüre zusammen’. — Bugge, Btrg.
p. 20.
Unsicher.]
416. H, Dat-pal-i-m 'glünze' FB. 178, palp-i-m
dass.: skr. sphur (sphuräti) schnellen, zucken, blinken, fun-
keln, plötzlich erscheinen, glänzen’. — Bugge, Btrg. p. 34.
Unsicher. Vgl. oben Nr. 384.
417. huib pail-e-m glänze', pail-un ‘glänzend’, patlakn
Blitz: skr. phalgú- etwa 'róthlich', pAd/guna- röthlich, roth’,
sphulinga- ‘Funke’, lett. spulgüt glänzen, funkeln’, spulgans,
spilgans schillernd, röthlich’, Wurzel idg. sphelg, phelg Bugge,
Btrg. p. 19, Per Persson, BB. 19, 258, 259 —?
Unsicher. Arm. -ail aus *-alg?
parat- s. oben Nr. 384.
418. [V pet (t-St.) Ausraufen der Haare’, pet-e-m reisse
(mir das Haar) aus, raufe, rupfe' ` gr. veóvog dünn, spärlich,
kahl’. — Bugge, Btrg. p. 21.
Unsicher.]
419. [n petur (o-St, gen. pl. petroc) Feder (Pit,
Mech. Fabeln, in Comp. auch MGg.) : skr. pdtatra-, páttra-
Fittig, Flügel, Feder’, gr. creo Flügel, Feder, ahd. fedara,
nhd. Feder.
Ich halte die Zusammenstellung für falsch. Nach Bugge,
KZ. 32, 40 soll altarm. petur aus vulgär-arm. tepur durch Um-
V, Theil. Echtarmenische Wörter. 501
stellung entstanden sein und dies lepur soll nebst altarm. Zeg
"Flügel! zu gr. reh (arm. ze. = gr. zve-) gehören. Nach
Hanusz, WZKM. 2,68 ist poln. arm. (westarm.) lebur aus petur
durch Anlehnung an zer ‘Flügel’ entstanden.]
420. [4háh piči eine Art Fichte (Osk. Apg. (spät), Mech.
Fabeln p. 25, Geop.) ist nicht urverwandt mit gr. zíoo0o, lat.
piz, ksl. piklü "Pech", auch nicht mit zx Fichte oder ritus
"Fichte".
Ueber das Verhältniss von arm. fici zu georg. piċvi Fichte,
Kiefer’ Tchoubinof p. 506 ist oben p. 397 gehandelt.]
421. 7% poil (o-St., gen. puloy) Eifer, Ze poil nma (ihm
ist nicht p. =) “er kümmert sich nicht um —, es liegt ihm
nichts an —, davon $ul-a-m (aor. pul-ag-ay) 'beeile mich’ : gr.
orcovön Eifer, Sorgfalt, Mühe’, orevdw 'spute mich, eile’,
gmovdalu beeile mich, bin eifrig’, lat. studium “Eifer, studeo
bemühe mich eifrig um —.
Man erwartet arm. “post (mit t = idg. d).
422. [hah poši (io-St., gen. poícoy) Staub: skr. pasu-
"Staub, Sand’, zd. pgsnu nom. fem. “Staub”. — Dazu Idg. F. 5, 47.
Lautgesetzlich nicht zu vereinigen. — Vgl. Bartholomae,
Stud. II, 35.)
423. , pul Einfall, Einsturz, Zerstörung, Abnahme des
Mondes’ (spät), Hl-ani-m (aor. pl-ay) ‘einfallen’, caus. pl-ug-ane-m
(Dluzanem) mache einfallen, zerstöre’ : lit. pülu, pàlti “fallen”.
(Wiedemann, das lıt. Präteritum p. 34, 39, 88, Bartholomae,
Idg. F. 1, 304), d. fallen. — Bugge, KZ. 32, 28, Meillet, MSL.
. 8, 294 (hier auch gr. ago). |
Arm. pul aus *phol-?
424. Iech puzr leicht zerbróckelnd' (Geop. pzr-an
Bröckchen, Stückchen’, pzr-e-m 1) röste (Ezech. 24, 10, Lev.
2, 14), 2) mache zerbróckeln', pzr-i-m werde zerrieben, zer-
bróckele, zerfalle': gr. wayu 'zerreibe, zermalme’ u. 8. w. —
Bugge, Idg. F. 1, 457.
Ganz unsicher. — Ueber wayu zuletzt KZ.34,484. — Vgl.
p$r-an-k Brocken, Krumen’, jsr-e-m 'zerbreche".]
502 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
425. hng puk Hauch etc., p¢-e-m hauche', pk-a-m sich
aufblasen’ u. s. w. oben p. 256 als entlehnt zu np. pik “Hauch
zum Anblasen des Feuers’ gestellt, oder als echtarmenisch zu
gr. pvca “Blasebalg’, púcxa ‘Blase’, Yvoaw ‘blase, pvoidw
*echnaube', lit. puslé ‘Blase’, püsti blasen, wehen (Wurzel phu-
oder sphu-) gehörig?
Arm. puk (= np. pu) kann entlehnt sein, nicht aber p¢-e-m
= idg. *(s)phu-skho? Dann wird aber auch die Entlehnung
von puk in Frage gestellt. Beruht die Uebereinstimmung mit
np. pu, afgh. pu, puk “a puff, a blast, pükal to blow" (P. St. 43)
auf Zufall (Onomatop.) oder Urverwandtschaft ?
426. „bh pink-a-m (aor. pi'nk-ag-i)avupopalw Jes. 13, 8,
ping-e-1 (inf.) xgavyn “Geschrei Hiob 39, 25, zrreguóg Niesen
Hiob 41,9, auch ‘wiehern, brüllen, toben, murren' Thom. 240, 13
: gr. rrapvvuaı ‘niese’, lat. sternuo ‘niese (Wurzel pster). —
Air. sreod Niesen u. s. w. (Wurzel pstreu) s. Idg. F. 6, 322.
Unsicher. Aus prn-k-am und prn-(-em, die jedenfalls später
synonym gebraucht werden, ergiebt sich als arm. Wurzel prn-
= pr +n, pr aus hir oder pur? Neben jpinéel steht dën b,
jnéel "Niesen’ Eznik 176, 177. Arm. pinkam wird auch mit g
und Æ (für &) geschrieben.
427. p K in ok ‘Jemand’ (zu o wer P), i etwas in Gik
‘nichts’ (mit der Negation (), gen. iriž, dat. imik, instr. ivi% (zu
i was '), ure irgendwo' (zu ur *wo?") : skr. zd. &a, gr. xc,
lat. -que, got. -^, idg. *A?e (enclitisch, s. Brugmann, Grdr. II, 772)?
— Meillet, MSL. 8, 281.
2228. page Kater (u-St., nom. pl. kalgun-A) süss, angenehm,
mild’ (yAvxvs), katu (o-St., gen. Äalevoy) ‘Most’ (yAeUxoc) : zd.
z"aroz-iita- am schmackhaftesten’, np. z"alidan ‘schmecken’.
Unsicher, weil die urspr. Bedeutung von Taler süss ist und
zd. . im Arm. Fair oder *Äaler lauten müsste. Ich
trenne wegen der Bedeutung auch (gegen WZKM. 9,381) arm.
Kale Hunger (= *svel-sk!ho- ?) von kaler. Bartholomae (briefl.
Mittheilung) sieht in arm. kaler aus *svļķk'hu- eine Nebenform
von zd. *zVarazu- aus *sv[g!Au-.
429. 2 Nan als (nach Comparativen), Xani wieviel?“,
kanerord der wievielste?', Kan zi ‘denn’ : lat. quam (= idg.
*k2am oder klan) wie, als, quantus wie gross, wie viel. —?
V. Theil. Echtarmenische Wörter. 503
Wie wurde anl. A? im Armenischen behandelt? Vgl. Nr. 160
und 225.
430. pun Kaf- vier in der ältesten Zeit nur in gun
Éar-a-sun (gen. pl. Farasnig) vierzig gehört zu For- vier
(s. oben Nr. 350) wie skr. turtya- der vierte’ zu Catväras vier,
zd. a-ztutrim (acc.) “viermalig’, tūirya- der vierte zu éaSwaro,
gr. toa- (in rearreLe) zu vévooec, véocagpsc, lat. quartus zu osk.
petora, d. h. wie idg. A?tor-, kitor- zu idg. K?etvor-.
Arm. al- aus r- = *(k?)tor-. Nach Melle, MSL. 7,162
aus *kor- = eit) vx- |
431. phuh Keni Schwester der Frau : lit. sediné Schwester
der Frau, Schwägerin’ (vgl. svainis, svaintus Bruder der Frau,
Schwager’ u. s. w., Delbrück, die idg. Verwandtschaftsnamen
p. 153 (531)).
Die litauischen Wörter sind nach Leskien (Bildung der
Nomina p. 371) »wohl sicher slavisch «, vgl. russ. svojak Schwa-
ger, doch ist keine genau entsprechende Form im Slavischen
nachweisbar. Sie werden zum reflexiven Pronominalstamm
svo- sein (ksl. 80077, preuss. swais sein Brugmann, Grdr. II,
807, 825) gestellt, s. Idg. F. 2, 6 Anm., 243 Anm. Dazu auch
arm. Zen = *sve-nyo-? Man sollte ini erwarten. Eher steht
keni für *Äeanı — *svesanyo- u. dgl.
432. [KH Ker-e-m (aor. Äer-eg-i) 1) kratzen, abkratzen,
auskratzen (scheuern, reinigen), abziehen (dieSchale), schinden,
zerfleischen’, (später “einritzen’ =) schreiben, 2) “hinstreifen’
(an der Grenze, am Ufer etc.), Äer-akan Grammatiker, Gelehr-
ter’, Äor-e-m sich kratzen (mit den Nägeln): gr. xelow "scheere,
schneide ab’, ahd. scéran 'scheeren, abschneiden. — Meillet,
MSL. 8, 281.
Ganz unsicher. Fr. Müller stellt WZKM. 8, 284 Aerakan
Grammatiker, grammatisch’ zu skr. svard- Schall, Ton, Stimme,
Accent, Note’. Unwahrscheinlich.]
433. fh Kirin (n-St., gen. Ärtan, pl. nom. Zrtun£, gen.
Ärtang) Schweiss: skr. sveda-, zd. zUaeda-, np. z'ai, gr. lde
(dat. deel, lat. sudor, ahd. sveiz, cymr. chwys Schweiss.
Arm. Kirin aus *Zirt- für *Zitr- — idg. *svidro-, vgl. gr.
idews, lett. swidri pl. ‘Schweiss’.
504 V. Theil. Echtarmenische Wörter.
434. [%% % Äcın-k "Liebkosung’ , ken-im liebkose, schmei-
chele’ gehört nicht zu skr. svañj (svajate) zumschlingen, um-
armen’, partévakta- umschlungen, umarmt', zd. pairisz"azta-
E
435. pa Ko deiner, Äe-z dir, z Äe-z ‘dich’, i Zon von dir’,
ke-v durch dich’ : skr. tod-m du, toa-m ‘dich’, teá-t von dir”
tvá-yā durch dich’, táva ‘deiner’, zd. 9wgm, (acd etc., gr. dé,
gol u. 8. w., idg. Stamm e-, * (po-, vgl. N Grdr.
II, 802 fig.
436. pajp Koir (r-St., gen. Äer, abl. i Rere, instr. erb, pl.
nom. Zor-£, acc. z Äor-s, gen. kerg, instr. Kerbk) ‘Schwester =
skr. BA zd. z’anhar-, np. z"àhar, lat. soror, got. svistar,
lit. ses, ksl. sestra, air. siur, fur Schwester — Idg. *scésor-,
nom. *svésor — arm. kotr (über die Entwicklung s. Bartholomae,
Stud. II, 26), gen. *svesrós — arm. ker.
Vom nom. Zoir ist mit Hülfe des aus dem Pers. stammen-
den Suffixes akan abgeleitet: urakan 'schwesterlich' Eznik 122,
2. 5 v. u. — Arm. H Bett Oheim = Bruder der Mutter! ge-
hórt der Bedeutung nach nicht zu Zorr.
437. Sech kun (o-St., gen. Änoy) ‘Schlaf’ = skr. seápna-, zd.
z"afna-, np. z'"àb, gr. Uv, lat. somnus, aisl. svefn, ksl. sünü,
lit. säpnas, ir. stan, cymr. hún Schlaf, Traum’. — Idg. *svepno-s
und *supno-s.
Dazu Kun-e-m ‘schlafe’ (schon A. T.) mit u! Man erwartet
* Kn-e-m. Zu Kun vgl. Idg. F. 2, 269.
438. gu Äsan zwanzig (gen. Äsanig Gen. 18, 31) = skr.
vygati-, zd. visaitt, np. bist, boot, Fixarı, ion. att. eixooı, lat.
viginti, air. fiche.
Idg. etwa *vik'mtt, *vik'nti = arm. *gisan = *gsan = Äsan?
Bartholomae, Stud. II, 18 führt arm. san auf *avik'pti (aus
vik'nti mit Anlehnung an *deo(u) zwei) zurück; mir nicht
wahrscheinlich.
Die mit 6 — au- anlautenden Wörter s. oben p. 426.
Nachträge.“
p. 1. Ueber das gutturale ? s. Anzeige und Meillet, MSL. 8, 299.
p. 10, z. 5. Zu Zadriades — wofür Zartadres zu lesen ist —
s. unten die Bemerkung zu p. 40.
p. 15, z. 6. Ueber die Zeit der zweiten Lautverschiebung s.
auch p. 260 und 391.
p.18—19, Nr. 7. Persisch anõs in Frauennamen wird lieblich',
in Männernamen ewig' bedeutet haben, s. p. 99, Nr. 30
(arm. anoi und anusak).
p. 27, Nr. 25. Ueber Arsam MX. 97 flg. ist oben p. 288, Nr. 3
das Richtige bemerkt. Im Uebrigen vgl. Justi, Namen-
buch 29, Marquart, ZDMG. 49, 655.
p. 28, Nr. 31. Ueber Artases s. Anzeige, wo ich gegen Justi
und Marquart die Gleichung arm. Artases — pers. Ardasir
= ap. dríazía9'a vertheidige und die Richtigkeit der
Gleichung arm. Artases = np. *Artazšaya(n)s bestreite,
da aus letzterem mp. ArtaSai entstehen musste.
p. 30, Nr. 33. Artavan soll nach Marquart, Philologus 54, 510
— ap. * Artapana- sein. Dagegen s. Anzeige, wo ich die
frühe Erweichung von ap. p zu 5 bestreite und nur den
Griechen auf Rechnung setze.
p. 31. Hier konnte der Name der Stadt Rwgywq Baldad, zu
sprechen Baydad Levond 177 (Petersb. Ausg. 145) = np.
Baydad genannt werden.
p. 35, Nr. 49. Dazu Twreg&ng (Münze) ZDMG. 49, 628.
1) Der Hinweis »s. Anzeige« bezieht sich auf eine Anzeige der ersten
Hälfte dieser Armenischen Etymologie (p. 1—280), die von mir für die Idg.
F. auf Wunsch der Redaction verfasst wurde, bisher aber noch nicht ver-
öffentlicht ist. Sie soll Idg. F. VIII, Anzeiger I erscheinen.
506 Nachträge.
"3
37, Nr. 57. Zu Devdat s. arab. Divdad (Tabari) bei Justi,
Namenbuch $85.
. 97, Nr. 58. IolaßLlav, Zalaßlav gehören nicht hierher
(S pers. Juläbzin), vgl. Tab. 289 Anm., Justi, Namenbuch
unter Ahuramazda Nr. 24.
.97 Anm. Zu Af$in = arm. Apsın, später Óiin s. Justi,
Namenbuch 253.
. 38, Nr. 60. Zu Drastamat vgl. Justi, Namenbuch 87?
. 40, Nr. 68. Die erwähnte Münze (Sandberger's) ist eine Fäl-
schung, s. Friedländers Repertorium p. 236, W. Fabricius,
Theophanes von Mytilene p. 130. Also ist arm. Zaren doch
= Zaolaögısoder Zapıadong. Vgl. Marquart, Philologus 54,
523, 526, ZDMG. 49, 654. Dagegen gehört phl. np.
Zarer zu zd. Zairivuiri-, das nicht, wie Marquart, Philo-
logus 54, 523 will, in *Zartvadri- zu ändern ist.
. 41, Nr. 74. Zradat bei Justi, Namenbuch 387 ist hier mit
Recht ausgelassen, da es (bei Joh. Kath. p. 65) kein Name,
sondern ein schlichtes Adjectiv — 'falsch' ist, s. oben
p. 151, z. 1 v. u.
. 42, Nr. 75. Dazu Zrvan MX. 15, z. 10 v. u. für Koövog,
Zrvanean Pseud. 45 für Kooviwv Ilias I, 528 (WZ KN.
9, 292), Zrean Sohn des Himmels Philo Opera (1822)
p. 73, 3 für Kronos Sohn des Uranos.
. 43, Nr. 79. Vgl. ZDMG. 49, 638.
47, Nr. 96. Zu Hmayeak vgl. hmayeak p. 180, Nr. 347.
. 48, Nr. 99. Phradates (bei Curtius) steht für Abropeaò rig
nach Marquart, Philologus 54, 515.
. 49, Nr. 102. Zu Gyr Bu(r)zen u. s. w. vgl. Justi, Namen-
buch 163.
. 50, Nr. 105. Für np. Minocthr lies Manocthr, Nöldeke, das
iranische Nationalepos p. 37.
50 Anm. 2. Ich halte meine Uebersetzung gegen Marquart,
ZDMG. 49, 670 aufrecht, s. Anzeige.
p. 51. Hier konnte der arm. Monatsname h marg-ac (gen.
pl.) genannt werden, wenn er nach Marquart, Philologus
55, 235 zu ap. *margazana- (Susische Uebers. von Beh.
III, 87) gehört.
Nachträge. 507
p. 52, Nr. 111. Marucan = np. Marüzan bei Tabari und Hamza
nach Marquart, Philologus 55, 216, vgl. Nöldeke, Tab.
p. 237 und 264 (Marvazan).
p. 52, Nr. 114. Arm. Mehruzan = gr. MegovLavng (3. Jhd.,
8. oben p. 281 Anm.) führe ich bei dem Alter der griech.
Form und der Alterthümlichkeit der armenischen Formen
überhaupt auf ein parthisches * MiArojàn zurück und finde
dies in dem p. 53 genannten phl. Mitrücan wieder, das
ich von Mräooëoutounc getrennt habe in der Annahme,
dass dies im Pehlevi * Mitrbuéan (zu sprechen * Mihrbö2an
oder * Mihrwozan) geschrieben sein müsste. Vgl. Maıßov-
Gávņs im J. 120 nach Chr. (Justi, Namenbuch 188). Das
anlautende b des zweiten Gliedes von Mi3ooflovtavuc
u. 8. w. konnte auch durch die von der Wurzel buj, buz
abgeleiteten Wörter (s. arm. buzem p. 122) und der mit
ihnen zusammengesetzten Namen (s. arm. Sebuzt u. 8. w.
p. 72) gestützt werden. Dagegen setzt Marquart, Philo-
logus 55, 241 ohne weiteres arm. MeruZan (aus MehruZan)
= Mräeoëoutoune, die er durch pers. *Mihrwüjan ver-
mittelt.
p. 53, Nr. 114. Hierher D Merdazat Mos. Kal. (Mos-
kauer Ausg.) 259, ein umgekehrtes pers. 4zaómard, phl.
Azütmart Justi, Namenbuch 53.
p. 53, Nr. 115. Mihran ist Kurzform von Mihrdat, Nöldeke,
Nationalepos p. 7 Anm., Marquart, ZDMG. 49, 634.
p. 54, Nr. 116. Zu (niv-)sal-a-vurt vgl. Vas-a-vurt Laz. 495.
Justi, Namenbuch setzt salavurt — np. säl-rurda be-
jahrt, alt. f
p. 55, Nr. 119. Zu Yeztayar vgl. Justi, Namenbuch 147 und
np. izadyar als Name Vis u Ramin 121,6 (nach v.Stackel-
berg).
p. 55, Nr. 121. Nach den Leb; d. Heiligen II, 128 stammte
Yiztibuzit = Maxo$ aus Pars, also Be(r)sapuh wirklich in
Pärs gelegen.
p. 56, Nr. 124. Dazu Ners-Sapuh Bruder des Mihran Laz. 502,
vgl. Ners-Mihr = Ners-merh Mos. Kal. I, 96, Moskauer
Ausg. 10 und 241.
p. 59, Nr. 129. ayenpet = Ceremonienmeister Justi, Namen-
buch 16 unter Yyıaߣöng.
508 Nachträge.
p. 61. Hierher Sergir (Sergir) König der Leken (Lezghier)
MX. 226 — Mos. Kal. I,. 117 = np. $ergir Löwenfangend,
tapfer’, Justi, Namenbuch 296.
p. 63, Nr. 140. Hosm auch hier für pers. Kom, identisch mit
dem Ländernamen p. 46, Nr. 92 nach Marquart, ZDMG.
49, 639.
p. 65, Nr. 140. Arm. Pariev-k — syr. N Partovaye Par-
ther’ (z. B. bei Hallier, Edess. Chron. 147, VII) —?
p. 66, Nr. 143. Zu Parzar gehört das moderne Parchar Som-
merweide, Alpe der trapezuntischen Griechen nach Kiepert,
Ztschr. d. Ges. für Erdkunde zu Berlin 25, 324.
p. 70, Nr. 158. Zu Rē — Ray gehört fa£ik aus Rai stammend’
Leb. d. Heiligen II, 128, 4 = np. razi, phl. racik P. St. 226,
gr. Pi, und ‘Palıxnvn "Rai, syr. Aeä razigaye "Bai,
arab. | 23; razigi ein fremder Stoff Fraenkel 44, P. St. 226,
ZDMG. 43, 409; 49, 628. Marquart, ZDMG. 49, 664 will
die Formen auf ein phl. raj-i& zurückführen, dagegen
s. Anzeige.
p. 71, Nr. 160. Zu Rustam = ap. *rautastazma- (nicht *rauda-
stazma- nach Marquart, ZDMG. 49, 643) s. Anzeige.
p. 72, Nr. 162. Ueber Sanatruk s. Marquart, ZDMG. 49, 650.
p. 73. Hierher würde arm. Smbat gehören, wenn es, wie Justi
und Marquart annehmen, aus dem Persischen stammte.
Mir fraglich, s. Anzeige.
p. 74, Nr. 171. Die np. Form als Spandiar bei Magistros
(11. Jhd.) nach WZKM. 10,221,224, dagegen noch Sar-
dıarng bei Konstantin Porphyr. de admin. imp. 198.
p. 75, Nr. 174. Für Stahrasapuh steht wie sonst Vramsapuh in
der Ausgabe des Elise von Johanniseanq p. 12.
p. 75, Nr. 175. Dazu Sarhang Sb. 6, 10?, vgl. Justi, Namen-
buch 288.
p. 77, z. 4—6. Gelzer, Zur armenischen Götterlehre p. 105
übersetzt nach einer Umstellung im armenischen und einer
sicheren Verbesserung im griechischen Texte (xai riw in
xorta) die Stelle sinngemässer: »Der dritte Tempel hiess
der der Göttin Asttik, das Gemach des Vallagn genannt.
Diese ist nach dem Griechischen Afrodites selbst «. — Hier
war zu zd. vara Frayna- — arm. Vahagn u. s. w. auch komma-
gen. Jorayvng = Heracles, Ares auf den kommagenischen
Nachträge. 509
Denkmälern des Antiochos Dikaios (Humann und Puch-
stein, Reisen in Kleinasien 1890, p. 273, 282) zu nennen.
— Meillet (Revue critique 1. Juni 1896 Nr. 213) setzt arm.
Viam = * Vuram (aus *vurkram = *vrhrān P). — Andreas
und Marquart wollen auch den bekannten Namen arm.
Vahan hierherziehen, so dass zd. voro d raynd- im Arme-
nischen durch Vahagn, Vahan und Viam, im Persischen
durch Varahran und Vahram, jünger Bahräm vertreten
wäre. Diese Erklärung des Namens Vahan ist lautlich
möglich, aber nicht sicher. Vgl. arm. vahan Schild'.
. 79, Nr. 179. Zu Valarsak vgl. ZDMG. 49, 640.
. 50, Nr. 181. Dazu Vasakaran in Hanjit‘ in der Chronik
des Smbat p. 26.
. 81, Nr. 183. »Varaz Sahuni, Išxan des Landes Tsop’k‘« war
Fürst desjenigen Tsop'k', das — im Unterschied von Gross-
Tsop'k* — Tsop'k' Sahunvogc (d. h. »xderSahunier« nach der
herrschenden Familie) oder Tsop'k' Saheay oder auch »das
andere Tsop k genannt wurde, FB.21, 72,141, oben p.293
Anm. 3).
. 84, Nr. 194. Zu Ve£--sacan vgl. Amsacan bei Brosset Collect.
II, 173?
. 84, Nr. 194. Zu Vin: Binagan vgl. auch Marquart, Philo-
logus 55, 215 Anm,
. 85, Nr. 197. Zu Vondatakan vgl. Justi, Namenbuch 187 und
369—370. Danach war zu nennen /n / Viroy Name eines
albanischen Katholikos Mos. Kal. I, 259 flg. (Moskauer
Ausg. 117) = np. Viro: Justi, Namenbuch 371, v.Stackel-
berg, Ueber Vis u Rämin (russisch) p. 14.
. 86, Nr. 203. Zur Bildung von Vren = Gurg-en s. p. 90
Anm. 2. Ebenso Marquart, ZDMG. 49, 633.
. $8, Nr. 208. Ueber Tigranocerta s. Mommsen, Hermes IX,
130 flg., über Tigran ZDMG. 49, 655.
88, Nr. 209. Gegen die Erklärung von Tiran aus Tigran
ZDMG. 49, 655 s. Anzeige.
. 59, Nr. 212—213. Gegen Marquarts Erklärung von np. farr
aus *franah- ZDMG. 49, 667 s. Anzeige.
. 91, Nr. 217. Vgl. Justi, Namenbuch 156.
510 Nachträge.
p. 91, Nr. 1. Dasselbe Wort (arm. agur, georg. aguri Ziegel-
stein’) findet sich auch in andern kaukasischen Sprachen,
8. Erckert, die Sprachen des kauk. Stammes p. 158.
p. 92, Nr. 5. Die Form ase neben a:Ze (dialectisch für arZe;
‘kostet’ findet sich in den Assises d’Antioche p. 11, z. 7
und 3 v. u. etc.
p. 94, Nr. 10. Ausser dem Suffix -akan werden auch die Suffixe
-ak und -ik in einigen Fällen als entlehnt gelten müssen.
Ob auch -aran, das Marr, Meillet und Andere mit np. -dan
“Behälter, Ort’ identificiren, scheint mir nicht sicher, s.
Anzeige. Anders Fr. Müller, WZKM. 10, 279, der die von
mir übersehenen Wörter ganjaran Schatzkammer 1 Chron.
28, 11 und zoAaran Opferaltar El. anführt. Die von mir
in der Anzeige vorgebrachten lautlichen Bedenken blei-
ben aber bestehen. — Dagegen setze ich arm. -aren in
yunaren auf Griechisch’ u. s. w. = phl. #62 = mp. ayen
= np. ayan Sitte, Art und Weise’ (oben p. 59, Nr. 129),
8. Anzeige. Auf all dies ist in der Suffixlehre zurück-
zukommen.
p. 96, Nr. 19. Dazu fügt WZKM. 10, 275 das mittelarm. Far-
-annuz ('Stein-Minze)) wilde Minze’, s. Index zu den Geop.
p. 97, Nr. 23. Dazu angar in y angari linel 'gerechnet wer-
den für (= i hamari linel) Eznik 287.
p. 99, Nr. 28, z. 18. Sakstan hier - “Hundestall’, Sakstan
Ee — 'Meuteschalk' nach aa Philologus
55, 216, Anm. 10 —?
p. 102, Nr. 39. Zu asteay Speer von zd. ap. arsti- Speer vgl.
St p. 159, Nr. 277 von #zi$t = np. zist “Wurfspiess,
das Fr. Müller, WZKM. 9,380 richtig — skr. är Speer
setzt. Für letzteres musste im Zend (nach P. St. p. 143,
8 34) ar&ti- eintreten, im Altpers. sollte man aber róti- er-
warten. Dafür scheint jedoch auch hier arí/i- vorzuliegen.
Aber np. zist geht lautgesetzlich nicht auf ap. arsfi-, son-
dern auf *rsti- zurück (s. P. St. p. 143, 145, 261), und
wenn arm. asteay als Lw. zu ap. arsti- gehört, muss neben
ap. arsti- auch *rsti- angesetzt werden. |
p. 102, Nr. 40. Arm. eraxtı-k = skr. rakti- schon Fr. Müller,
WZKM. 5, 6. — Zu apus a. a. O. gehört auch aps-uliun
Stumpfsinn' Secundus ed. Dashian 36, 14.
Nachträge. 511
. 106, Nr. 54 Anm. Die Wörter stehen Euseb. Chron. ed.
Aucher I, p. 130, 5 für gr. veraguyevuévoc. Es hätte nahe
gelegen, hier eine Ableitung von tařez (s. oben p. 383,
Nr. 446) zu gebrauchen, wenn das Wort damals vorhanden
gewesen wäre.
. 106, Nr. 55. Arm. apsparel übergeben — poln. arm. ab-
esperelà befehlen WZKM. 1, 285.
111, Nr. 74. Vgl. Achund. p. 183, Nr. 30. Fr. Müller leitet
arab. rasas Zinn und Blei’ aus dem Persischen (phl. *ar&e
— arm. arcié, np. arziz) her. Unsicher wegen s für z "
oben p. 234, Nr. 559).
12, Nr. 81. Phl. averan (mit v, nicht p geschrieben) findet
sich Phl. Min. 20, 7; 21, 5.
12, Nr. 83. Arm. autar setzt Fr. Müller, WZKM. 9, 299
als echtarmenisch = skr. ántara- u.s. w. Man sollte dann
aber wenigstens audar (mit d) erwarten. Meillet, Revue
critique 1896 p. 423 stellt es zu phl. yavitar, womit wohl
das von West, Gl. and Ind. p. 284 verzeichnete Wort ge-
meint ist, das aber yut/ar (Comparativ von yut = zd. yuta-
getrennt') zu sprechen ist.
.113. Die Gleichung arm. wtf auren, auren-R “Gesetz,
Regel, Sitte = np. din (nach Marr, Andreas, Meillet)
kann ich nicht für richtig halten, s. Anzeige und den Nach-
trag oben zu p. 94, Nr. 10. Vielleicht aber kann auren
lautlich auf ap. *awidaına (nach Andreas) zurückgeführt
werden. Auch arm. uf aurhnem segne = zd.
äfrinami segne (nach Marr und Meillet) scheint mir be-
denklich. Meillet beruft sich auf arm. patuhas (s. oben
p. 226, Nr. 525) aus *paturhas ` zd. patttfrasa- d
. 115, Nr. 93. Neben bažanem steht barZanem Ephrem II, 10,
2. 8—9 v. u. (dreimal) mit eingeschobenem r.
. 116, Nr. 96. Bei Erznk. steht nach Wb. „ul“ d. i. bam
ís. oben p. 265).
117, Nr. 101. Arm. band "Gefüngniss kónnte zur Noth auch
Gelar Gn beh es = idg. *bhndh- sein.
. 118, Nr. 105. Dazu gr. Baor£pvıov “a close litter (Justinian),
jüd. Mamon 'Sünfte' (Fürst, Gloss. graeco-hebr. 85). Also
arm. bastein aus dem Griechischen?
—
p
512 Nachträge.
P-
D
D
134, Nr. 162. Arm. dandan-A ‘Zähne’ bei Mos. Kal. I, 322,
z. 2 v, u. (Moskauer Ausg. 159, 3).
139, Nr. 185. Arm. deh Seite ist häufig in den Assises
d'Antioche, z. B. p. 11, 11; 51, z. 8—9 v. u.
141, Nr. 194. Arm. det Späher — zd. *daefa als nom. von
*daetar-, vgl. zd. vidaeta Beobachter' yt. 10, 46.
. 150, Nr. 232. ezenkim leiste Schadenersatz, werde zu einer
Busse verurtheilt, ezenkem “lasse Schadenersatz leisten’
Bruns und Sachau, Syr. róm. Rechtsbuch 127,21; 132,11;
133, 2; 141, 5, Assises d'Antioche p. 3.
. 153, Nr. 244—245. Hierher nach Fr. Müller, WZ KM. 10, 354
arm. HH laskinak “Schweisstuch’ Apg. 19, 12 (vov-
dagıov) etc., das = ap. *larsikaina- (zu gr. repoouaı etc.)
sein soll. Unwahrscheinlich.
154, Nr. 247. Arm. indiun Lärm, Bewegung, Schlagen’ (des
. Herzens) nach Meillet, MSL. 9, 154 als echtarmenisch zu
lat. (undo stosse, schlage, hämmere’(skr. tudati, got. stautan
stossen)? Die Bedeutungen sind verschieden.
. 154, Nr. 248. Arm. {nami ‘Feind’ (für mani) ist von
i$namank (Nr. 249) beeinflusst, Meillet, Revue critique 1896,
p. 423.
. 156, Nr. 257. Dazu poln. arm. Zangari bau WZKM. 3, 43
— E
= np. zangari grünspanfarbig'.
. 157, Nr. 262. Arm. lakan aus dem Griechischen, s. p. 351.
. 167, Nr. 308. Bei Plinius ed. Detlefsen findet sich Calche-
donius (35, 5, 18) als Epitheton von smaragdus. Dagegen
ist unser Edelstein (kurkehan u.s.w.) = lat. Carchedonius
(scil. carbunculus) Plinius 37, 7, 25, Petronius Satiren ed.
Bücheler p. 36, 34, vgl. Theophrast de lapidibus III (dera.
dt ovrog ix Kapynöövog xal Maooallas), geht also auf gr.
xapynóóvioc zurück. Hierher auch jüd. ae 'Karfunkel',
Fürst, Gloss. graeco-hebr. 128.
. 174, Nr. 328. Ueber das Amt des Hazarapet s. Marquart,
Philologus 55, p. 227—229.
p. 176, z. 4. Arm. kanget nach Fr. Müller, WZKM. 10, 355
für *ham-a-gét = gr. buoe10r6 ‘gleichartig’? Ein *get =
eldog Ansehen, Gestalt’ liegt im Arm. nicht vor, wie über-
haupt nicht “gt = Wurzel cid ‘sehen’.
Nachträge. 513
178, Nr. 336. Zu kambar ‘Speicher’ u. s. w. stellt Fr. Müller,
WZKM. 10, 336 auch arm. $uwpwlh nparak Proviant,
Lebensmittel' (Jerem. 40, 5 u. s. w.)?
. 179, Nr. 341. Das A von hast kann doch vorgeschlagen sein,
da dieser Vorschlag auch bei Lehnwörtern vorkommt, vgl.
p. 360, Nr. 232— 234.
. 181, Nr. 347. Zu Àmai£, hmayeak vergleicht Fr. Müller,
WZKM. 10, 277 np. humät avis nota, quae ossibus vesci-
tur et est avis optimi augurii ?
. 188, Nr. 374. Zu tatrak “Schachspiel’ vgl. gr. Larolutoy
(Sophokles Wb.). |
.190. Hierher würde arm. ćšmarit wahr' gehören, wenn es
nach Marr = zd. ćaśšma + dita- mit Augen geschen (vgl.
phl. ca$mdit Augenschein Bdh. Gl. p. 115) wäre. Arm.
csmarit kann auf ein phl. *ersmadit zurückgeführt wer-
den. S. Anzeige.
. 191, Nr. 389. Arm. mam ‘Grossmutter’ aus dem Griechischen,
8; P. 341.
. 192, Nr. 392. Zu mang Arglist — np. mang vgl ir. meng
Trug Fick, Wb. II, 210.
. 197, Nr. 416. Ueber die Bé$maus s. auch A. M. 58, 11,
Achund. 33. |
. 199, Nr. 426. Ueber yuskaparik vgl. auch Euseb. Chron. ed.
Aucher I, p. 13, 22 und 23.
. 208, Nr. 461. Joh. Schmidt nimmt Kritik der Sonanten-
theorie p. 106 mit Recht an, dass der Stamm der schwachen
Casus von ap. zjaJ'apava ‘Satrap : *z$a9'apün- aus
*zSa9'apücn- lauten musste. Auf dieses -pan- aus -pava-
geht auch zd. -pan-, phl. -pan — arm. -pan schützend'
(p. 221, Nr. 505) zurück. S. Anzeige. Skr. ksatrapa- ist
entlehnt, s. Wackernagel, Altind. Gramm. I, Get,
. 216, Nr. 494. Arm. yisem ist nicht aus *yusem entstanden,
wie Bugge, Idg. F. 1, 459 annimmt. S. Anzeige.
. 218, Nr. 497—498. In der von Chalathianc neugefundenen
Handschrift der Chronik I und II (Zeitschrift Ararat 1896
p. 313 fig.) steht 1 Chron. 18, 6 und 13 , parhak
für amroc (gr. peovoa), daneben v. 13 parhakapank Be-
Satzung.
Hübschmann, Armenische Grammatik. 33
514 Nachträge.
p. 218, Nr. 499. Wenn das Castell von Bepiwagay den Dariel-
pass sperrte (Mommsen, R. G. V,411), liegt es nahe, Bıgı-
— arm. Vir-E Iberer, Iberien = Georgien’ zu setzen. —
durn Colay Thor von Co! findet sich auch Mos. Kal. I,370
mit dem Zusatz: » welches nahe bei Darband ist «.
p. 221, Nr. 505. Zu -pan = phl. -pan = ap. -pan- aus *pärn-
s. Nachtrag zu p. 208.
p. 221, Nr. 508. Arm. pap Grossvater aus dem Griechischen,
8. p. 341.
p. 225, Nr. 521. Dazu pastgam drag = 7onmvAaiovy Philo
Opera (Venedig 1822) p. 61, 12. |
p. 226, Nr. 523. Zu patvar Vormauer gehört Noob Vor-
mauer' Land, Anecdota syriaca III, 207, 20; 208, 12 nach
Carrière, Légende d'Abgar 413.
p. 227, Nr. 528. Danach anzuführen nach Fr. Müller, WZKM.
8, 286 arm. inn patrucak (El., Osk. Mt., Daniel
14, 31 u. 8. w.) 1) 'Sehlachtvieh' (Schafe, Ziegen etc.) =
talmud. Lw. xnu Levy, Neuhebr. und chald. Wb. IV, 33a,
2) Apanage (Euseb. Chron. II, 272), vgl. arm. zoë täg-
licher Unterhalt, Lebensmittel’ — np. rözi aus phl. roi
(s. oben p. 234).
p.228. Hierher würden nach Fr. Müller, WZKM. 9, 379;
8, 287 gehören: arm. weng parz klar, parz-em “kläre,
reinige, seihe' — np. palayam 'seihe, reinige und ap
pars Schleuder = talm. Lw. «pon ‘Schlinge’. Ich halte
diese Zusammenstellungen für unsicher, 8. Anzeige.
p. 229, Nr. 536. Dazu poln. arm. bardak ‘geheim’ WZKM.
1, 311.
p. 233, Nr. 552. Dazu osset. j ug T., og D. ‘Herde’ (von Schafen)
aus georg. Jogi Herde Tchoubinof 689, thusch jog Herde
Schiefner, Versuch 128.
p. 233, Nr. 558. Oder gehört arm. rat zu zd. ratu-, phl. rat
Bdh. Gl. 1557
p. 234, Nr. 562. sazteal und ansazt steht bei Lambr. Brief an
Levon (Venedig 1865) p. 239.
p. 235, Nr. 565. Meillet setzt salar — ap. *saradara- und lässt
arm. nararar diesem *saraóüra- nachgebildet sein (mit
Ersatz von sara- durch naz, s. oben p. 200). Andreas setst
nazarar = ap. *naxadara- = lat. Nohodares (Name eines
Nachträge. 515
Persers bei Ammian). Aus *naradära- hätte aber sassanid.
nazyar = lat. *Nahiares werden müssen, s. Anzeige.
. 238, Nr. 582. Dazu gr. oevóég brocade' (Sophocles Wb.).
. 244, Nr. 608. In aprdum für *pardum vermuthet v. Stackel-
berg (briefl. Mittheilung) np. pardum Schwanzgurt'.
. 245, Nr. 612. Arm. vary kann, wenn echt, zu np. varzidan
‘erwerben’ natürlich nur dann gehören, wenn letzteres zu
einer Wurzel verg!k gehörte und also von zd. vərəz wir-
ken’ zu trennen wäre.
247, Nr. 621. Fr. Müller, WZKM. 10, 175 stellt vicak Loos
zu dem aus vacak lot' Gl. and Ind. p. 231 corrigirten phl.
*vēčak. West liest naicak von nai ‘Rohr.
247, Nr. 623. Arm. vist = skr. visft- schon bei Fr. Müller,
WZKM. 6, 268.
250, Nr. 635. Dazu Eznik 161: ainm (6 Ànar vripel dem
kann man nicht entrinnen“.
. 251, Nr. 640. Arm. /acar für voíxAwov Pseud. 11, z. 5 v. u.
Hierher nach Fr. Müller, WZKM. 10, 278 arm.
=I tackinak Schlag mit der Peitsche oder Geisel’
Kanon., Oskiph. — np. täziyana Pesche (so schon Wb.).
Letzteres lässt sich auf phl. *tacıkanak, ersteres auf
*/acıkenak zurückführen.
. 256, Nr. 669. Vgl. np. Aündün graviren Rosen, Np. Sprach-
führer p. 68, muhrkan Shaksp. in Vullers Wb. — afgh.
Lw. muhrkan ‘Graveur.
. 257, Nr. 672. Dazu arm. kask 'geschülte Gerste’, vgl. kask-
-a-jur "Gerstenwasser' = phl. “kask? Vgl. P. St. p. 219g.
. 258, Nr. 679. Dazu phl. Aur(r)a% nach Fr. Müller, WZKM.
10, 183; 3, 366.
. 259, Nr. 686. Aus ap. *awt-inana- (WZKM. 10, 183) hätte
np. *afsnan werden müssen, P. St. p. 183.
. 261, Nr. 2. Dazu alapêkuliun L. Alishan, Airarat p. 85 (im
J. 1234 p. Chr.).
. 263, Nr. 26. Dazu nach Wb. arm. Äarupay d. i. Karuba
gelber Bernstein’ Oskiph.
. 264, Nr. 28. Arm. gavaz = georg. gavazi ‘faucon’ Tchou-
binof p. 70.
. 264, Nr. 35. duray bei Lambr. Brief an Levon p. 239 als
»weit und rauh« bezeichnet.
33*
516 Nachträge.
p. 266, Nr. 50. Zarzan als hunnischer Titel bei Mos. Kal.
(Moskauer Ausg.) 131, Zarzanutiun Würde eines Tharxan'
ebenda p. 206. |
p. 268, Nr. 71. Zu zikar vgl. d. Berliner Katalog der armen.
Hdschr. p. 65, ZDMG. 48, 171flg.; 50, 302.
p. 268, Nr. 72. Dazu vielleicht arm. Airik Ex. 30, 24 für Jois.
p. 270, Nr. 87. Dazu ám ui CuSan, sprich jusan Lambr. Brief
an Levon p. 239. |
p. 272, Nr. 110. Dazu poln. arm. salag Schulter WZKM. 2,65.
p. 273, Nr. 122. Weit verbreitet, vgl. meine Etym. und Lautl.
d. osset. Sprache p. 125, Erckert, Sprachen d. kaukas.
Stammes p. 108.
p. 274, Nr. 129. Dazu vulg. bazrē '"Stiere' Bruns und Sachau,
Syr. róm. Rechtsbuch 140, 20.
p.275, Nr. 133. Danach anzuführen arm. js jumlay
Summe Mos. Kal. I, 226, 1 (Moskauer Ausg. 95) = arab.
Jumla 'Summe', wohl das älteste der bis jetzt nachgewiese-
nen arab. Fremdwórter.
p. 275, Nr. 137. Alan in Alan-a-zgest in Leinen gekleidet’
schon bei Lambr. Brief an Levon 240 (12. Jhd.).
Den np. arab. türk. Wörtern können zugefügt werden:
unlufim|3 amanal Treue — arab. amanat ‘fide? WZKM.
10, 181; , d. i. ablah = arab. ablah dumm’ WZKM.
10, 182; fiasquy Buya (Buha, Buza) oft bei Thom. (s. Index)
N. pr. = türk. buya “Stier, Büffel’, osttürk. Buga (bei
Zenker); ni d. i. {dbir “ordre, conseiller Assises d'An-
tioche 23, z. 5 v. u., 27 u. s. w. = arab. (türk.) tadbir
"Leitung, Ordnung, Rath’; % d.i. igdis 'hongre' Assises
d'Antioche 63 = türk. igdi verschnittenes Pferd’; fumydu[2
zalvat — arab. zalvat abgesonderter Ort, Einsamkeit’
WZ KM. 10, 181; u d. i. gubba ‘tunica, vestis un-
dulata’ Leb. d. Väter — arab. jubba ‘tunica ex panno
gossipino, Art Unterkleid; %u, herisa (neuarm.) Wei-
zen und Fleisch lange (die ganze Nacht durch) gekocht
und gerührt, bis es ein klebriges Mus wird’ — arab.
harisa ‘spissi pulmenti species’ ete., türk. kerise Art
Fleischbrei; 2, yanon ein musikalisches Instrument
Leb. d. Väter — arab. ganun ein musikalisches Instrument
(aus gr. xarı) nach Brockelmann; Msr Aegypten Var-
Nachträge. | 517
dan 102, msrei Aegypter' Assises d'Antioche p. 93 — arab.
Misr ‘Aegypten’; juu? (acus “sergent” Assises d'Antioche
p. 9flg. = türk. čavuś Herold, Amtsvoigt, Feldwebel;
unciu[d b. sunat-em beschneiden Jaism. — arab. (türk.)
“sunnat ‘Beschneidung’; ug? 5 d. i. divanbais-oin
dat. au chef’ (de la Cour) Assises d'Antioche p. 39 — türk.
divanbasy Chef des Tribunals; $us fulan der und der
Assises d'Antioche p. 11 flg. — arab. fulan der und der. —
Aus dem Mittelarmenischen beliebig fortzusetzen!
p. 288, Nr. 2. Maribas ist wirklich zu lesen, s. Hantess 1897, p. 3.
P. 294, Nr. 26. Für Anzil bei Laz. und FB. ist Anjit (mit £!)
zu lesen. Als syr. und arab. Formen des Wortes giebt
Nöldeke, ZDMG. 33,163: syr. Hanzif, Anzi, arab. Hanzif,
Hinzit. Der Name lautet im Assyrischen (nach Mit-
theilung Jensens) »/nzit-i d. i. Enzit-i oder Enzit-i«. Der
Name stammt wohl aus vorarmenischer Zeit, ebenso wie
Airarat und Tosp (s. p. 400) und wie wohl noch manche
Namen von Städten und besonders von Provinzen oder
Districten!
p. 304, Nr. 33. Hiernach wäre arm. fuu&&wpn«p zanjarur Win-
del, Wickel’ Luc. 2, 7 zu nennen, wenn es = syr. N
azrurü ‘fascia’ wäre, wie de Lagarde in den Mittheilungen
angenommen hat. Das syrische Wort scheint aber echt
und das armenische nicht aus dem Syr. entlehnt zu sein.
p. 316, Nr. 103. Hiernach ist 9% sahr Mond anzuführen,
das nach einer Mittheilung des Herrn P. Basilius
Dr. Sargisean (vom 23/2 1897) in einer Schrift "Fragen
der Kónigin und Antworten Salomons des Sohnes Davids
vorkommt. Es ist = syr. N0 sahra Mond,
p. 326, z. 12—16. Dazu arm. ravdos p. 386, Nr. 471.
p. 327, z. 16. Dazu Arkes p. 360, Nr.231. Auch Yohannes, gen.
in der alten Zeit Yöhannu, später aber auch Yohannisi
(Chronik des Smbat p. 26).
p. 332, z. 10. Doch vgl. %s p. 346, koms p. 359, magnis (neben
magnit) p. 362, yaspis p. 366, tetr p. 384.
p. 342, Nr. 50. Neben apimerinos Mech. d. Arzt 56 steht
apimeros ebenda 7, gr. &pnueoos.
P. 348, Nr. 113— 114. Hier fehlt Ff emiporon (emaporon,
emaport) Lambr., Leb. d. Väter, Jaism., Mech. Rechtsbuch
518
Nachträge.
*humerale, pallium’ = gr. wuogpögıov the pallium: a long
scarf originally of lamb's wool, marked with crosses, worn
by bishops over the chasuble, passing round the shoulders,
tied loosely on the left shoulder and its ends falling nearly
to the ground back and front’ Brightman, Liturgies eastern
and western, Oxford 1896, p. 592.
p. 377, Nr. 382. savan bei Mech. d. Arzt p. 11, z. 12.
p. 383, Nr. 446. Dassyr. und arab. Wortstammt aus dem Griechi-
schen (Nöldeke). Vgl. auch den Nachtrag zu p. 106, Nr. 54.
p. 389. Weitere gr. Fremdwörter sind: aus Basil. e
ankiros(?) 150 = gr. &yxvoa Anker, ebnen ant-
tantikos 153 (adlandakan, andlandakan Aristot. de mundo
607, 608) = Yriavrındg atlantisch'; [biung kepal 155 =
gr. x«éqaAog ein Fisch; n miurenes (entstellt) 151,
2, 5, 18 = gr. uvoauva Meeral'; uhwpou skarós 142 — gr.
oxágog ein Fisch; aus Philo Opera (1822): hu dium 132
= Sóuov, 9s Thymian'; / metilotay 132
= ueklAwrov, ueklAwrog nach Honig riechende Kleeart';
aus Aristot. de mundo: yoq} dódi (entstellt) 614 — doxis
‘Stäbchen’, 14d nν piulos 614 = dog ‘Fass’, p^ pun
bolinos 614 = óS9vvog Grube (feurige Lufterscheinun-
gen), luft imarmine 628 = eiuaguévn "Schicksal,
uuf sKasterie 621 —=oxaornola Seil an einer Rolle;
aus Arist. 80: fg diktion = Ivdırrıwv “Indiction’;
aus Car.: mppinnpnu arktoros = &gxroUQog ein Stern im
Gestirn des Bürenführers; aus Lambr.: „ orti Auf-
stehen!, Aufmerken! (Brief an Levon, Venedig 1865, p. 236)
= òọ Fol pl. von 00906 gerade, aufrecht‘; nden ake ombolon
capella secreta, oratorio’ = EußoAov ‘rostrum’? Ferner:
ungkih skem ‘Mönchskleid’ Thom., Lambr. u. s. w =
oxiel, upffunu skinos Dinge, strick Grig. Nius. (8. Jhd.)
== gxXoi»oc, upngwumbkno skolastikos ` Gelehrter Car., Leb.
d. Väter = oxoAaorıxög. Aus dem Franz. % soler
‘Schuh’ Oskiph., Martin = frz. soulier.
p. 405, Anm. 3. Eine Tradition über ältere Dialecte führt
Injijean, Hnaxos. III, 7 aus Erznkaci an, der nach Stepha-
nos (8. Jhd.) berichtet, dass in Armenien neben dem
Dialect der Centralprovinz (Airarat) und des Hofes (? Ostan)
sieben Grenzdialecte gesprochen wurden, nämlich das
Nachträge. 519
Lorca, Tayeci, Xulayin, Corrord-hayegi, Speragt, Siuni
und Argazayın. Vgl Cirbied, Grammaire de la langue
arménienne, préface xvii. Ich glaube nicht, dass es sich
hier um armenische Dialecte, sondern um fremde Sprachen
handelt. Das steht zunächst sicher von dem Kado, der
Sprache der Kost, s. oben p. 405. Das Tayegi ist die Sprache
von Ta:i-£ d. i. der Táoxo« (s. oben p. 405), die Xenophon
Anab.IV,6 mit den Chalybern und Phasianen zusammen-
nennt und von den Armeniern scheidet; das Speragi die
Sprache der Sper = Zaorsıeıges Herodots (s. oben p. 403);
das Corrord-hayeri die Sprache des Vierten Armeniens D
der alten Provinz Sophene mit aramäischer Bevölkerung
(s. oben p. 284). Das Korcay und Argazayın sind die
Sprachen der Provinzen Korcat£ und Arcaz (s. oben p. 404),
die wohl die armenische Geographie des Moses (MGg. 608,
wo Korcask mit den Kantonen Korduk = Corduene bei
Ammian, Kagdoüyoı bei Xenophon, dem oberen, mittleren
und unteren Kordrik (var. Kordi£!)u. s. w. als sechste, Arçaz
oder Arjaæ als zehnte Provinz Armeniens genannt ist) zu
Armenien rechnet, nicht aber die älteren Historiker, die sie
vielmehr unter den fremden Ländern resp. Völkern (da
Volks- und Landesname identisch sind) aufzählen; vgl. El.
10 und 39, wo die Korduk unter Georgiern, Albanern und
andern fremden christlichen Völkern neben den Armeniern
genannt werden; El. 72: Tmorik (= syr. Nn ein
wildes Bergvolk im persischen Reiche ZDMG. 33, 158),
Kordik, Arcaz, Alvan£ (Albaner), Virk (Georgier), Xadts£
(= XaAödo: oben p. 402); El. 97: das lichtlose Land der
Xalti£, die Gegenden des Südens in den unzugänglichen
Festen der Tmoriꝶ (nahe an Persien El. 98!), die dichten
Wälder von Arjaz; FB. 159: der feste Kanton von Arjaz,
der feste Kanton der Tmoriğ, das feste Land der Kord:£,
der Herr des Kantones der KorduZ; FB. 209—210: Nor-
sirakan — Korduk, Kordik, Tmorik — Mark (Meder,
Medien) — Arjar — Alvank (Albaner) u. s. w.; Laz. 369:
Atrpatakan (Atropatene) — Koprik (l. Kodrik) — Katısk
(Qadisäer, ZDMG. 33, 158); Ag. 628; Sb. 60. Danach
1) Ueber dieses s. oben p. 403 Anm. 4.
520 Nachträge.
8
waren auch diese Sprachen unarmenisch, das Zorcay
wahrscheinlich ein kurdischer Dialect. So bleibt allein
das Soot übrig, von dem wir nichts wissen. Der Werth
dieser Tradition muss freilich erst näher geprüft werden.
‚408. EI — arm. z vor Tónenden? Arm. *sAxs- in sks-anı-m
kann aus *skins = *skens entstanden sein und das z von
skizbn (aus *skinzbn) auf idg. s zurückgehen.
. 408. gih = arm. jim Anlaut, sowie nach r, ? und x.
. 409. rs = auch in e- ‘Hände’, vgl. p. 470, Nr. 261.
. 412, Nr. 5. Bartholomae móchte (nach briefl. Mittheilung)
arm. ali-k, gr. roi auch mit np. phl. pir zusammen-
stellen, das im ZPGl. p. 6 zur Uebersetzung von zd.
paourusa- aus haru-Sa-? dient. Allerdings kann np. phl. -
pir auf idg. *plyo- zurückgehen, vgl. P. St. p. 131.
. 445, Nr. 141. Skr. sapta (mit Accent auf der ersten Silbe)
ist zu streichen nach Bechtel, Hauptprobleme p. 139, Anm.
. 448, Nr. 154. Np. aftaba ‘Krug’ (nicht Giesskanne', Schefer,
Chrestom. I, 106, Nizam ul mulk, Siäsetnäme 70,2; 71,8,
nach Nöldeke) aus ab "Wasser und aba = phl. tapak
(s. oben p. 252, Nr. 646)?
461, Nr. 213. Hiernach wäre arm. % kor gebogen, ge-
krümmt, krumm' zu erwáhnen, wenn es, wie Fr. Müller,
WZKM. 10,354 nach Wb. annimmt, zu gr. xvovóg krumm,
gekrümmt, gebogen‘, lat. curvus gehört. Es ist nicht
sicher, aber immerhin möglich, dass gr. zvgvógc für *xogros
oder *krtos steht (vgl. G. Meyer, Griech. Gramm.? p. 114),
lat. curvus kann aus *Ervos, arm. kor aus *kor (mit E
nicht A! oder 4?) entstanden sein, wenn anl. & vor o im
Armenischen bleibt (über o- s. oben p. 450, Nr. 325).
Idg. Wurzel also vielleicht kor, ker, kr.
p. 466, Nr. 241. Es fragt sich, ob idg. e vor urspr. folgendem n
(s. p. 407) unter allen Umständen im Arm. zu ? werden
musste. Wenn so, muss Àen-u-m lautgesetzlich auf älteres
*hean-u-m oder *hes-nu-m (vgl. egenum p. 446, Nr. 144)
zurückgeführt werden.
Wortregister.
(Die Zahlen beziehen sich auf die Seiten.)
Buchstabenfolge (nach dem armenischen Alphabet):
L U , H A 4 gód gia
2 é o UC kilzckhyjty)emyndo
y npg
t rc
18
v (ov d. i. u) p E
I. Armenisch.
Ke a 8
d - 4 (Beachte: we = au, av; uf = ai, ay;
mJ = 0i, oy; nt u, v; mif = ov, 0.)
A (a).
Aba 288.
Abas 288.
Abgar Arsamay 288.
» Arama 288.
Abdasarag 288.
Abdisoy 289.
Abdiu 289.
Abdu 289.
Abesatom 289.
(= Abisalom etc.) 289.
Abraham 290.
(= Abraam, Abram) 290.
Adamakert 110.
Agat angetos 333.
Agapes 333.
Ade 289.
Adin 300.
Azat 91.
Azarmiduxt 38.
1. Namen.
(= Azarmik) 38.
| At'anagines 333.
At ab roda 17.
Adana 32.
Aharon 291.
Ahmatan 17.
Alanayozan 17.
Albianos 334.
Alvandrot 234.
Amirnerseh ( 57.
Anak 17.
Anahit 18.
Anahtakan 18.
Anania 334.
Anari-k‘ 25.
Andıkan 18.
Anjit 294, 517.
Andmasn 19.
Aneran 39.
Anor 18.
Anus - Vram 19.
Anus-n berd 19.
Anus oV, van Xosrov 20.
Aszên 20.
Astat 20.
Astisat 198, 212.
Apar aszarh 20.
Apzut-kavat 21.
Aprvez Xosrovean 21.
Aprsam 21.
Aran 39.
Aransahik 39.
Asorestan 22.
Asori 341.
Aspahan 21.
Aspahapet 22.
Aspandiat 74.
Atrormizd 23.
Atrvsnasp 23.
Atrnerseh 23.
Atrpatakan 23.
(= Atrpayakan).
522
Aramazd 24.
Aranrot 234.
Areg katak" 424.
Ari-k‘ 25.
Arhmn 26.
Arsak 27.
Arsakan 27.
Arsakavan 27.
Arsakuni-k‘ 27.
Arsam 27, 505.
Ar$anois 18.
Arbavır 27.
Arsen 90.
Arvastan 27.
Aoradobxra 37.
Artak 28.
Artakuni 28.
Artamat 28.
Artabat 28, 211.
Artasen 30, 90.
Artasés 28, 505.
Artalesean 29.
Artasır 28.
Artavazd 29.
Artavan 30, 505.
Artavanean 30.
Arten 30, 90.
Avaursalim 291.
(= *Ursalim) 291.
Ap’sadar 288.
Ap sin 37, 506.
B (n).
Bagayaric 113.
Bagayarin} 113.
Bagaran 113.
Bagarat 31.
(= Bagrat) 31.
Bagavan 113.
(= Bagvan) 113.
Bagnacavan 113.
Baze 31.
Bazkert 169.
Bak 31.
Bakurakert 169.
Wortregister.
Bahat 291.
Bahl (Bazl) 31.
Bahl i bamık 31.
Balanrot 234.
Balz 31.
Baydad 505.
Bambisn 32.
Bandakan 59.
Basil 334.
Basos 334.
Bat 32.
Barzap'ran 32.
Bardecan 291.
Barcumay 291.
Barsam 291.
(= Barsamina, Barkim-
nia) 291.
Barset 331, 336.
Bet x ubrin 289.
Bekapuh ( Bersapuh) 55,
507.
Bersabeay 290.
(= Bersabeay etc.) 290.
Biurasp 32.
Biurat 33.
Boyekan 33.
Borborianosk‘ 344.
borboritonk‘ 344.
Born (lies Boran) 33.
Bulyar 327.
Bulay 516.
Butmah 33.
Burdar 33.
Brk'isoy 292.
G (4).
Gagkakert 169.
Gad 292.
Gadisoy 292.
Gad- Vsnasp 292.
Ganjak 33.
Garik pet (?) 34.
Gel (Get) 35.
(= Gelan, Getan, Gilan)
35.
Georg 35.
Golon 49.
Gohar 128,
Gohst asd 58. *
Gotorz 35, 505.
Goriduzt 38.
Gumand(?) 35.
Gundisapuh 35.
Gurgan 86.
Gurgen 86.
Grigorios 334.
(= Grigoris, Grigor 334.
Grvandakan(?) 36.
D (1).
Danokman 36.
Daniel 334.
Dat (Datan) 36.
Databen 36, 90.
Datoyean 52.
Dara 36.
Darband 36.
Dareh 36.
Davit 334.
Delmik 35.
Decanaçi-k 291.
Dehkan 31.
Dettum 35.
Densapuh 31.
Devdat 37, 506.
Dombavand 37.
(= Dmbavand) 31.
Dioten 328.
Dicavan 113.
Dxtat 292.
(= Dgtat) 292.
Dmavund(?) 37, 46.
Dotsvc(?) 31, 506.
Draszanakert 169.
Drastamat 38, 506.
Druasp 39.
E (b).
Edem 300. :
Ezr 292.
Ellenacik‘ 361.
Elisay 292.
Eid abet 290.
(= Elisabet‘) 290.
Enõk 334.
Eransahik 39.
Erazmak 39.
Eran 39.
Eremia 39.
Ervand 39.
Ervand-akert 170.
-a&at 170, 211.
-avan 170.
Bulat 334.
Eusebios 335.
Eutalios 334.
En rem 292.
Z (T).
Zangak 40.
Zarnavuzt 40.
Zarasp 40.
Zareh 40, 506.
Zarehavan 40.
Zarisat 40, 211.
Zarmanduæt 41.
Zarmihr 41.
Zak arsa 336.
Zap'ranik Al.
Zenob 336.
Zeus 329.
. Zik 41.
Zindkapet 41.
(= Zndkapet) 41.
Zradaśt 41.
(= Zradest) 41.
Zradastakan 41.
Zradat 506.
Zrvan 42, 506.
Zrvanean 506.
Zrvanduzt 38, 42.
T' (9).
Talis 34.
Tarhat a 29.
. Wortregister.
T'avré£ 42.
Tela 293.
T‘äodoros 336.
Toma 336.
T‘orgom 335.
I (p).
Isahak 291, 329.
Israyel 329.
X (Hh).
Xalab 293.
Xaraman 26.
Xikar 268.
Xorakert 170.
Xoream 42.
(= Xorean) 43.
Xofozazat 43.
(= Xorazat) 43.
Xorox-Ormizd 43.
Xorohbut 43.
Xosrov 44.
Xosrovakert 44, 169.
Xosrovanois 18, 44.
Xosroviduxt 38, 44.
Xosrovik 44.
Xosrovuhr 44.
Xorazm-sah 44.
Xoraset 44.
Xorasan 45.
Xu£astan 45.
Xukhk 45. -
C (= ts, 8).
Caudö-k‘ 293.
Cbavut' 293.
Cedekia 290.
(= Sedekia) 290.
Cznkert? 170.
Cur 293.
.| Curastan 293.
Curaçi 293.
Cop & 293.
523
K (4).
Kamyiso 294.
Kapkoh 45.
Zapoit 166.
Kaputan 166.
Kaputak‘ar 166.
Katınay 288.
Katis 34, 48.
Karen 45.
Karmir 167.
Kavakert 170.
Kavat 46.
Kav Xosrov 46.
Kavkas 45.
Kavos-akan 46.
Kirakos 329, 335.
Kiurakos 339.
Kiure? 328.
Komitas 336.
Koms 46.
(= Kosm) 46, 508.
Korduk‘ 519.
Kordik‘ 519.
Kostandianos 332.
Kostandin 336.
Kukayarind 113.
Krman 41.
H (4).
Habel 294.
Hadamakert 110.
Hamazasp Al.
Hamazaspuh 47.
Hamamasen 213.
Hamdoy 41.
Ha:kasen 213.
Hai(r)kert? 170.
Hanjit‘. 294.
Haraman 20.
Hellenaçik 360.
Hmayeak 41, 506.
Hnarakert 170.
Hndik-K. 47.
hndkakan 47.
hndkayin 41.
594
Hndkastan 47.
Hoyünan(?) 48.
Hiop'anos 328.
Hrom 362.
Hrazdan 48.
(= Hurazdan) 48.
Hrahat 48, 506.
Hranois 18.
Hrartin 36.
Hreay 309.
Hrev 48.
Hrev-snom-sapuh 49.
Hreastan 309.
Hruden 49.
J (= dz, å).
Jitarič 113.
Jiunkert 170.
Jolhkert 170.
Z (Z).
Lazar 335.
Zazarik 336.
Zerubnay 289.
Zevond 329, 335.
Zabubnea 289.
C (4).
Gen E 49.
Cenastan 49.
Cenbakur 49.
cenik 49.
Cihr- Bu(r)zén 49, 506.
Cihr- Lion Mihran 49.
Cihr-Vsnasp Suren 49.
Cor 218.
Cvasrot 234.
M (hj.
AMakuran 50.
Mam 50.
Mamak 50.
Mambrö 335.
Wortregister.
Manak 51.
Manacirh 50.
(= Manacihr) 50.
Manakert 50, 170.
Manavaz 50.
manavazean 90.
Manavazkert 51, 170.
(= Manazkert, Manc-
kert) -51, 170.
Manēć 51.
Manen 51, 90.
Mani 51.
Mauštakert 170.
Manov 289.
Manuel 335.
Masi-k 51.
Mar 294.
Mar- Abas 288.
Marakert 110.
Maraspand 51.
Marg (Marv) 51.
Margrot 51.
(= Marvirot) 51.
Mariam 336.
Mar-Ibas 288, 517!
Marihab 289.
Maric-Marucan 52, 507.
Maruta 294.
Mar-k 52.
marakan 52.
Maraparsaci 52.
Mehendak 52.
Mehrevandak 52.
Mehrutan 52, 507.
(= Merui£an) 53, 507.
Merakbut 53.
Merdazat 507.
Merhevandak 52.
Merhuzan 53.
Mnkert 170.
Mihr 53.
mihrakan 53.
(= mrhakan) 53.
Mihran 53, 507.
Mihranduzt 38, 54.
Mihr- Artasir 54.
Mihrdat 54.
Mihr-Xosrov 54.
Mihr-nerseh 54.
Mihr-sapuh 54.
Mihr-Sebuxt 54, 72.
Mihr-vsnasp 54.
Mihru (Mihroy) 54.
Mcbin 295.
Mcurn 288.
Melneaik 311.
Mknarinc 113.
Moses 335.
Mosisık 336.
Muse 295.
Muskan 54.
Mrikan 54.
Mer 516.
mori 517.
Y (J).
Yazd 55.
Yazden 55, 90.
Yazkert 55, 169.
Yastisat 198, 212.
Yeztayar 55, 507.
Yozatvsnasp 55.
Yiztbuzit 55, 123.
(= Yizdbuzit) 56.
iso 290.
(= Yesö, Yesu) 290.
Yisus 290, 326.
Yoin-K 56.
Yordanan 295.
Yohan (Yohan) 335.
Yohannes 291, 335.
Yonan 295.
Yosep" 335.
Yunan 295.
Yustat‘ 329.
yunakan 56.
yunaren 56.
N (v).
Namdar Vinasp 56.
Nazoreci 312.
"Nazérajor 200.
Nacraci 312.
ANauruz 202.
Nersapuh 56.
Ners 97.
Ners-sapuh 507.
Ners-merh 507.
„Nerseh 57.
Nersehapat 51.
Nerses 51, 335.
Nixor (Vsnaspdat) 57.
Nirorakan (Sebuxt) 57.
Nihorakan 57.
Ninve 295.
Nivéapuh 20.
Nivsalavurt 54, 507.
Noy 335.
Nyp'rkert 110.
S (2).
Sabat 295.
(= Sambit etc.) 295.
Sakasen 213.
Sah 58.
Sahak 58.
Sahanduzt 38, 58.
Sahansah 58.
(= Sahnsah) 58.
Sahdost 58.
Sah i Armen 58.
Sahen 59, 90.
Sahuni 509.
Sahrayenpet 59, 507.
Sahrapan 59.
Sahraplakan 59.
Sahriarean 55.
Sahr Vahrie 59.
Sahr- Varaz 60.
Satem 296.
Satitay 296.
Salim 296.
Salomn 296.
Samiram 296.
Samiramakert 170.
Sam$agram 289.
Samsat 211.
Samrin 296.
Wortregister.
$amrit 297.
samrtaci 297.
Samrtut'i iun 297.
Sapuh 60.
Sapuh-varaz 81.
Savasp 61.
Savars 61.
Savars, san 61.
Savarsakan 61.
Sava 296.
Save 296.
Savu? 297.
Sem 290.
Seroy 61.
Set 290.
Sérgir 61, 508.
Siluha 290.
Sila 297.
Simon 297.
Sirin 62.
Smavon 297.
mson 290.
(= Samp'son) 290.
Smuél 297.
(= Samuel) 297.
Susan 298.
Susanastan 298.
Sup '"hatisoy 298.
Sós 298.
Sdéan 298.
O (a).
Otompi 330.
Ormizd 62.
ormzdakan 62.
Ormzdat 62.
‚Ormizduzt 38, 62.
Ormzduhi 62.
Ormzdperoz 62.
U (na).
Urhay 298.
Urbat' 296.
Urbat'airk 315.
525
C (1).
Co? 218, 514.
P but).
Pahlav( Palhar) 63—bD.
pahlavık 63—65.
Pap 65.
PatiZahar gavai 66.
= * Patiszargar).
Part ev 63—65, 508.
part'evakan 65.
part'evarén 65.
Parzar 66, 508.
Parsanaz-dat 61.
Parsayenpet 59, 507.
Pars-k 61.
parsik 67.
parskaden 67.
parskakan 67.
parskastan 61.
parskeren 67.
Partav 64, 68.
Partizac por 229.
Partizak atak 229.
Petros 61.
Peroz 61.
Perozamat 68.
Perozapat 68, 97.
Peroz-kavat 68.
Ptiomeos 330.
JUL
Jamasp 68.
Jamb-Xosrov 68.
Javitean-Xosrov 68.
Jnikan 69.
Juanser 69.
(= Jevanser) 69.
Juvan-Veh 69.
R (4).
Razmiozan 69.
ra£ik 508.
526
Rah 69.
Raham 69.
Ras 10.
Rasayenay 298.
Rastsohun 10.
Revan 10.
Re (Ray) 10.
Rod-Vehan 70.
Rostom 71, 508.
Rotibala 234.
Rotpacean? 234.
S (u).
Sagastan 71.
Sagdık 71.
Sakastan 71.
Sakstan 72, 99, 510.
Sahak 291.
Sahakanoıs 18.
Sahakduxt 38.
Samuel 335.
Sanatruk 72.
zandaramet- 74.
Sanduzt 38.
Sasan 72.
Sasanakan-k' 72.
Sasaneank' 72.
Sato 72.
Sargis 72.
Sarhang 508.
Savut 329.
Sebuxt 12, 123.
Sekundos 72.
Sema- Vstnas(?) 72.
Senek‘erim 336.
Senitam Xosrov 13,
Sisakan 213.
Smbat 508.
Smbatanois 73.
Solomon 336.
Suren 73.
Spahan 21.
Spandaramet 73.
spandarametakan 73.
Spandaran-pero& 68.
Spandarat 74.
Wortregister.
Spandiat 14, 508.
Spram 15.
Stahr 75.
Stahracı 75.
Step'anos 336.
Srahang 75.
Vazrie 78.
Vahagn 75, 508.
Vahan 509.
Vahram 78.
Vahram dobin 78.
Vahric 18.
Paarl 79.
Valarsak 79.
Valarsapat 19, 97.
Valarsavan 79.
Vasak 80.
Vasakakert 171.
Vasakasat 80, 212.
Vasakavan 509.
Vasakert 80, 171.
Vasavurt 508.
Vasi 326.
Vaspurakan 80.
Vatgés 79.
Varaz 81.
Varazablur 82.
Varaz- Gnel 81.
Varaz- Grigor 81.
Varazdat 81.
Varazden 81.
Varazduxt 38, 81.
Varaskert 82, 171.
Varazman 81.
Varaznerseh 81.
Varaz-sapuh 81.
Vara - vatun 82.
Varaz-vzur 82.
Varaz-tiroc 82.
Varaz-trdat 82.
Varaz-p eros 82.
Stahrasapuh (f) 15, 508.
Valarsakert 79, 170.
Vasakasin 80, 213.
Vard 82.
Vardan 82.
Vardanakert 83, 171.
Vardanasat 83, 212.
Vardanduzt 83.
Vardanois 83.
Vardan- Vsnasp 83.
Vardasen 82. .
Vardges 82. z
Vardik 82.
Varduhri? 82.
Veh- Antiok -Xosrov 83.
Vehartasir 83.
Veh-densapuh 83.
Vehik 83.
Vehkavat 84.
Vehmihrsapuh 84.
Vehsapuh 84.
Vehrot 84.
Vehsacan 84, 509.
Veh-vehnam 84.
Vin 84, 509.
Viroy 509.
Vondatakan 85, 509.
Vénasp Vahram 85.
Vstasp 85.
vstaspean 85.
Vram 18, 509.
Vsemakan 46.
Vstam 85.
Vrkan 86.
Vrken 86, 90.
Tia
| Tatakan 86.
Tacık 86.
Tackastan 87.
Tam Xosrov 87.
Taneran(lies Aneran)3).
Taparastan 87.
Tigran 81.
Tigranakert 81, 171.
Tigranuki 87.
Tiran 88, 509.
Tirair 88.
Tiranam 88.
Tirurid 113.
Tirik 88.
Tiruk 88.
Tmori 519.
Tubsay 289.
Turan 88. .
Trdat 89.
Trdates 89.
Trdatios 89.
a (m).
abas 338.
abarbi 338.
abbay 338.
abbas 338.
abetay 299.
ablah 516.
abon 299.
abuzna 262.
aganim 411.
aganoť 301, 338.
agap 338.
agon 338.
agonistaik‘ 338.
agugaix 300.
agut 91, 510.
agucanem 411.
adamand 338.
aden-ayin 300.
adin 300.
adlandakan 518.
adzar 261.
aer (ayer) 338.
azab 261.
azaz-anam 412.
-im 412.
-un 412.
asat 91.
azat-ak 91.
-akan 91.
-e u. 8. w. 91.
Wortregister.
C (9).
Colakert 171.
P' (4).
P'arafnakert 171.
* P'aracirh 90.
FP'aravasean-k' 89.
Paren 89.
Parnavaz 89.
FP'ar-nerseh 89.
Parsman 90.
2. Wörter.
azatk et 92.
azgatohm 253.
azd 92.
azdem 92.
at'abek 261.
at apekut'iun 515.
at as 92.
ateray 339.
al’le(s)taik‘ 339.
at o/ 300.
at ut ait 300.
atan 92.
ate 92.
ate 92.
alap 412.
alap - em 412.
albuf 262.
alevor 412.
aleur 414.
aliur 414.
alik 412, 520.
alkuna 270.
alo) 261.
alk 262.
alk imia 262.
ao, 93.
ao - a- pet 93, 160.
-pan 93.
axt 93.
aztark‘ 93.
aætarmat 94.
aætarmot 94.
H Lei
Kat ar 91.
K'uptiduxt 38.
K ristap or 336.
K ristos 389.
K'rtakarın 91.
(= * artarixan) 91.
Ó (o).
Ösin 506.
acem 412.
acuz 412.
acut 412.
ack 412.
akah 94.
akamay 164.
akan 413.
-akan 94.
akatn 339.
akat 339.
akar 339.
akn 413.
-akn 414.
akum:t 339.
akrkarhay 202.
ahang 95.
aheak 414.
ahekan 95.
ahok 995.
ahok-em 95.
ad 414.
ataboton 339.
atam 414.
alandasar 236.
ayarıkon 339.
ataut a-xar 171.
«ker 171.
alauri 414.
atb 417.
albeur 415.
albiur 415.
ate tat 340.
528
ah 414.
alceal 414.
alkion 414.
atves 415.
alt 414, 415.
altaltın 414.
adtattuk 414.
alteli 415.
altiur 415.
adp'abetk' 340.
am 416.
aman 4106.
amanat” 516.
amanak 156.
amarn 416.
amarayın 416.
amarintiné 340.
amaru 300.
ambarist 142.
ambarnam 116, 428.
amb 417.
ambar 95, 178.
ambarapet 95.
ambar-anoc 95, 178.
-em 95, 178.
ambartak 178.
ambartavan 178.
amboz 96.
ambot) 416.
ambon 340.
amböt 340.
amet tustos 340.
amenain 416.
amen 340, 416.
amic 96.
amis 417.
amir al mumni 262.
amiray 300.
amirapet 300.
amlan 300.
amdaber 96.
amorjat 483.
amorpk 483.
amp 417.
ampartk'as 96.
ail (ait) 417.
aic 417.
Wortregister.
aiceamn 417.
aiceay 417.
aiceni 417.
ascık 417.
ainpes 230.
ait. 418.
aitnum 418.
aitumn 418.
air 417.
airem 418.
aic 418.
aigelut iun 418.
ascem 418.
an- (Negation) 419.
anag 300.
anazarm 96.
ananuæ 96.
anapak 97.
anapat 97.
angam 97.
angan 301.
anganım 419.
angar 510.
angarem 97.
angiun 419.
angkat 98.
anguzat 98.
anguzataber 98.
anguman 98.
-and 419.
andacem 98.
andacmunk 98.
andam 98.
andarj 98.
anderjapet 99, 179.
andilips 340.
andliterion 340.
andohakan 9.
andohim 99.
anduz 262.
andri 340.
andriand 340.
ant em 340.
ant (in ꝰiupatos 361.
ant iupatut sun 361.
ancuk 420.
ankanım 419.
ankıros 518.
ankiun 419.
anhamar 178.
anjuk 420.
anyaz 197.
anniaz 105.
anois 99.
anon 340.
anun 420.
anus-a-boir 100.
anusak 99.
anus-a-hot 99.
anur) 420.
anpaiman 220.
anpatsparan 220.
ansazt 234, 514.
ansiz 390.
anvaver 100.
anvaver-akan 100.
antik ristos 340.
antlantıkos 518.
asakert 100.
aszat 100.
aszar(h)avand 101.
asxarh 101.
aszet-a-ji 101.
aszet 101.
askaray 102.
asop 106.
asun 433.
asteay 102, 510.
ack 413.
ap-, ap-a- 102, 103..
apabalsamon 341.
| apaxurem 102, 160.
apaxtark 93.
apakanem 413.
apakelên 103.
apakı 103.
apahar 103.
apaharzan 104.
apaharit. 103.
apaharut iun 103.
apahark 104.
apiallas 341.
apasnorh 104.
aparum 104.
apasparem 106.
apastan 104.
apat 91.
aparah 103.
aparahanoc 104.
aparakhit 103.
aparahut iun 103.
aparanjan 104.
aparank 104.
aparasan 102, 148.
aparaus 105.
apart'anakan 105.
apart'aner 105.
apark tiakan 342.
apark' tias 341.
aparós 105.
apavandak 106.
apeliod 341.
apentaz 105.
aperart 102.
api- 105.
apikar 105, 166.
apiki 103.
apirat 105.
apzteal 106.
apsim 103.
apsop 106.
apsut iun 510.
apomam 341.
apopap 341.
aporiumay 341.
apuzt 106.
apus 102.
apsparem 106, 511.
apspvarem 106.
aprdum 107, 244, 515.
apresum 107.
april 367.
aprismi 107.
aprisum 107.
aprsam 107.
apóütik's 341.
a)barar 107.
ar-agast 411.
arasan 107.
arat 107.
arnem 420.
Wortregister.
arnum 420.
aroganem 421.
aru 420.
asarton 341.
asaron 279.
asein 421.
asem 421.
astani 421.
asved 421.
asvi 421.
aspazen 108.
aspazinem 108.
aspakani 108.
aspahapet 240.
aspacarakakan 108.
aspasalar 239.
aspastan 108.
aspastani 108.
aspastanik 108.
aspatak 108.
aspar 108.
asparakir 109.
asparapet 240.
asparavor 109.
asparap'ak 109.
asparez 109.
aspares 109.
aspet 109.
aspetut iun 109.
aspnjakan 109.
aspnjakanut'iun 109.
astandakan 109.
astandem 109.
astar 110.
astedansmarK 206.
ast? 421.
ast ti 421.
astrolabon 341.
astronomi 341.
astvacazan 149.
astvacakert 168.
asr 421.
ask‘ 421.
atak 110.
atamn 422.
ateam 422.
ateli 422.
Hübschmann, Armenische Grammatik,
529
atr-agoın 110.
atr-asck 110.
-orak 110.
-usan 110.
arag 422.
arayis 262.
-aran 510.
-aren 510.
araur 423.
arb 423.
arbaneak 423.
arbenam 423.
arbsi 423.
argel 423.
argelan 423.
argelum 423.
argestes 341.
grotesk 341.
argiuron 342.
argoy 477.
ard 423.
ardar 423.
ardarev 423.
ardem 423.
ardu 111.
aregakn 414, 424.
aregaknacem 189.
arev 424.
artr 342.
arzan 92.
arianavor 93.
artans 92.
arí& 93, 510.
aržēk 93.
ari 418.
ariun 424.
arcat' 424.
arciv 424.
arcvi 424.
arjak 425.
arjakem 425.
arcic 111, 511.
armav 111.
armavastan 111.
armaveni 111.
armukn 425.
arsiepiskopos 342.
34
530
arsimantrit 342.
aroir 111.
aru 418.
aruri 111.
arj 425.
artabos 342.
artazoir? 150.
artaxurak 100.
artarurim 160.
artasek 110.
artasuk 425.
artausr 4295.
arp 424.
ark episkopos 342.
ark erẽ 342.
ark idiax on 342.
ar imantrit 342.
ark takan 342.
ark'toros 518.
avazan 111.
avan 112.
avac (avaj) 112.
avar 112.
augostos 367.
augtakar 171.
aud A11.
aver 112, 511.
aver-ak 112.
-em 112.
augtakar 171.
aut 411.
aut aganam 411.
aukit 448.
aucanem 426.
auj 426.
ausak (osak) 262.
ausarak 259.
ausindr 259.
-avor 429.
ausard 112.
autar 112, 511.
aur 426.
auren 511.
aurenk‘ 511.
aurhnem 511.
aft imon 279.
ap'imerinos 342.
Wortregister.
ap imeros 517.
ap'se 342.
ap endin 342.
ap sos 262.
ak sor-ank‘ 301.
-em 301.
* 301.
b (p).
ba 427.
bab 263.
babuna) 263.
bag 113.
bag- 113.
bagin 114.
bagord 113.
bad 114.
badinjan 274.
badrinj 274.
badron 342.
badronak 342.
bazay 114.
baze 114.
bazekir 114.
bazmazan 148.
bazmak 114.
bazmakan 114.
bazmim 114.
bazuk 114.
bazum 426.
bazpayıt 122.
bazpan 114.
bat ron 342.
bat 114.
batak 115.
ba£akem 115.
bakan-avor 115.
-em 115.
-ord 115.
balapan 115.
bažin 115.
bal 263.
balasan 263.
balıstr 342.
balyam 274.
balut 263.
baxt 115.
baztavor 115.
bazré 516.
bakelat‘ 343.
baklay 263.
bah 427.
bahuband 116.
bahvand 116.
balasan 148.
batanık“ 343.
bam 427.
bamb 116, 261, 265, 511.
bambak 116.
bambakens 116.
bambisn 116.
bay 427, 428.
basl 390.
baslut iun 391.
ban 117, 428.
bang 263.
band 117, 511.
band-akan 117.
pan 117.
-pan 117.
-em 117.
bandapet 117.
baner 391.
banuk 117.
banskan 117.
bas 118.
basr 118, 229.
basz-akan 118.
-em 118.
-i$ 118.
-oik 118.
-umn 118.
* 118.
barnam 428.
bas 427.
basir 301.
bast 116.
bastern 118, 511.
basr-akan 301.
-ank 301.
-em 301.
bat 118.
barak 342.
barapan 119.
baravor 119.
barbarık 343.
barbaros 343.
barbut 343.
baredru£ 146.
barekendan 119.
barzanem 511.
barkuk 274.
barj 428.
barjr 428.
bars 118.
baron 390.
barsmunk 119.
bacaut'eag 411.
baurak 122.
bak araik 274.
bdeasz 119.
bek 429.
bekanem 429.
bekar 343.
bekor 429.
bek? (bak?) 343.
behez 392.
behez-eay 392.
-eten 392.
bem 343.
bemb 343.
bern 429.
Bdesek (i) ston 343.
besin 343.
-best 118.
ber 429.
beran 429.
berd 301.
berem 429.
berj 428.
beur 121.
bzasar 94.
bzrxatun 279.
bes (bes-k) 196, 197, 513.
bfisk 120.
bisk-akan 120.
-apet 120.
-em 120.
bib 301.
bibem 429.
Wortregister.
bıblos 344.
bak 121.
bir 429.
-bir 429.
biur 121.
biur-apatik 121.
-avor 121.
biured 344.
biurleay 344.
| bnak 121, 123.
bnakan 123.
bnak-em 121.
-ic 121.
bnak-ut' iun 121.
bn-ık 123.
Af iun 123.
bob 121.
boboton 344.
bozpayit 122.
bot'inos 518.
bok 430.
boh 303.
bombiulos 344.
-boyeak 123.
doit 122.
boir 122.
borak 122.
borborit 344.
borboritonk 344.
bu 430.
-buak 123.
buzidan 279.
bvec 430.
but‘ 430.
but-akan 122.
-em 122.
-i¢ 122.
buicenik 123.
bul 313.
buxtak 263.
buc 430.
bucanem 430.
bucin 301.
bun 123, 430.
bust 263.
burastan 122.
burgn 392.
531
burem 122.
burvar 122.
burjn 393.
brabion 344.
brem 429.
brinj 124.
bric 429.
brk & 274.
bóz 278.
9 (s).
gadis 301.
gaz 124.
gazar 203.
gazdum 94.
gaz i boyak 123.
gaz i xe 123.
gazpen 124.
gallos 344.
gah 125.
gah-avor 125.
-avorak 125.
-namak 125.
-oyani 125.
-oik 125.
galap ar 163.
galt‘ 302.
galt em 302.
gatut 301.
gatt 431.
galtni 431.
gac 263.
gam 126.
gamapet 1206.
gan 397, 431.
gan 431.
ganem 431.
ganj 126.
ganj-anak 126.
-apah 126.
garagıt 344.
gain 432.
garnadmak 144.
garzang 94.
gari 432.
garsim 432.
34"
532
garun 432.
gav 94.
gavaz 264, 515.
gavazan 126.
gavars 126.
gavit. 126.
gavik 247.
gavin 247.
gelaran 433.
gelum 433.
gehen 345.
gelazan 149.
get) 433.
getjumn 433.
get 433.
geimn 434.
get 434.
gerezman 127.
gzat' 302.
gzir 264.
ges 435.
ges 127.
get 435.
gil 127.
gin 434.
gini 397, 434.
giser 435.
gisakK 127.
gisavor 127.
gitak 435.
gitem 435.
gitun 435.
giut 437.
glan 435.
glajard 127.
glem 127, 435.
glorem 435.
gmöet 127.
gndak 130.
gnd-akan 130.
-ajev 130.
-apet 131.
-em 130.
gnem 434.
gntak 130.
gskur 127.
gozak 128.
Wortregister.
gohar 128.
got 431.
gom 436.
gomez 128.
gomes 128.
goy 128.
goin 128.
gong 345.
gonge? 345.
gongiarion 345.
gocem 436.
gosaparhang 129.
gos 264.
govolak? 129.
gorc 436.
gorc-aran 436.
-em 436.
gorsapahang 129.
gort 437.
gub 302.
gubba 516.
gut'a 398.
gulba 302.
gumar 129.
gumar-em 129.
Af iun 129.
-tak 130, 187.
gunak 129.
gunavor 129.
gund (gunt) 130.
gundagund 130.
qundsalar 130.
gunem 129.
gusan 131.
gurba 302.
| gurgasar 129.
gurpay 302.
gtak 437.
_ gtanem 437.
gramar 345.
gramartikos 345.
grapan 132.
| grapanak 132.
grav 131.
! gravakan 131.
| gravem 131.
| griv 131.
groh (groz) 132.
grvan 131.
grpan 132.
grtak 132.
grinak 132.
d (J).
-d 437.
dabir 345.
dabni 345.
dag 431.
datan 132.
dal 437.
dalapr 345.
dalar 438.
dalari 438.
dahadram 264.
dahamunk' 133.
dahanak 133.
dahekan 133.
dahic 133.
dahlic 133.
dahcapet 133.
dam 133.
dayeak 437.
dail 437.
dang (dank) 134.
dandan 134, 512.
dandanavand 131.
dantakes 345.
dasn 134.
dasnak 134.
dasoin (darsoin) 134.
dast 134.
dastak 134.
dastakan 134.
dasti 134.
dastan 135.
dastanık 135.
dastak 135.
dastakert 135, 169.
dastapan 135.
dastarak 135.
dastiarak 135.
dat 136.
dataxaz 136.
datapart 136.
datastan 136.
dataran 136.
datavcir 136.
datavor 136.
dar 302.
daran 136.
darapan 137.
darapas 137.
darapet 131.
darastan 137.
darbin 438.
dargud 137.
dargcakal 137.
dargcajev 137.
darían 132.
daricak 137.
daricenik 137.
daripipet 138.
dariseni 279.
darman 138.
darmanem 138.
dav 138, 438.
dav-em 138.
-acan 138.
don em 138.
-iun 138.
-umn 138.
ddum 138.
ddmeni 138.
dedevim 438.
delp in 345.
dean ion 345.
dektember 367.
deh 139, 512.
deb an- ut iun 139.
dehſa pet 139.
demark os 346.
den 139.
denpet 139.
der 438.
despak 140.
despan 140.
der anderjapet 99.
derjak 140.
derjan 140.
dev 140.
Wortregister.
dez 439.
dēmk‘ 140.
det 141, 512.
dafondel 391.
d£- 141.
dibald (díbayd) 142.
digoh 142.
digunut iun 141.
drem 141.
dikamak 142, 163.
dikerput iun 142.
dmit 142.
dtoæ 142.
dzozakan 142.
d£ozapet 143.
dort 142.
divar 143.
divarın 143.
dt paten 142.
d parist 142.
dtran 146.
direm 146.
di 438.
diatik 346.
dialoyos 346.
diakn 414, 438.
diakon 346.
diaton 346.
didrak'may 346.
diem 437.
diecik 437.
dizan-am 439.
-em 439.
-im 439.
dizem 439.
dizum 439.
dikator 346.
diklikon® 346.
dimak 140.
dimem 140.
dimos 346.
dimosakan 346.
dipak 143.
ditak 141.
ditanoc 141.
ditem 141.
dir 439.
dirt 264.
dicapast 439.
divan 143.
divanbais 511.
divapast 140, 439.
divcazn 439.
divcapast 439.
dik 438.
dix tion 518.
dmak 144.
dnem 439.
doci xe& 144.
doil 144, 302.
dol 94.
dosicak? 94.
dopatkar 94.
dorak 144.
du 440.
duæt 144.
duk 391.
duray 264, 515.
durn 440.
dustr 440.
durgn 440.
dus 340.
dpir 145.
dprapet 145.
dproc 145.
dprut iun 145.
drakon 341.
drakonar 347.
dinapan 137.
dsrov 145.
dsrov-ank‘ 145.
-ut iun 145.
-em 145.
drazt 145.
drakontes 347.
drakontikon 341.
dram 115.
drand 419.
drandi 419.
drast 116, 146.
draus 146, 147.
drausak 147.
drausakir 147.
drausel 147.
534
drak me 347.
dríank 146.
driem 146.
drosm 147.
drosmel 147.
drvat-akan 146.
-em 146.
ik 146.
druzan 146.
drungar 347.
drsov 149.
dros = draus 147.
dodi? 518.
e (C).
e- 441.
ebenos 347.
et er 347.
ef é 449.
et ia 347.
el (elk) 441.
elanem 441.
elaté 347.
elektron 347.
elik 347.
ek 441.
ekedect 347.
ex tes iastẽs 347.
ex tes iasdixos 348.
en 441.
elbair 441.
eleboros 348.
elevin 442.
elevnea 442.
elep andakan 348.
en 442.
etteur (eltiur) 415.
em 442.
ematites 348.
emap oron 517.
emap'ort 517.
emip oron 517.
enk elees 348.
en er 348.
epar og 348.
epiklint 348.
Wortregister.
epimanikos 348.
episkopos 348.
epitropos 349.
ermos 349.
es 442.
erag 422.
eraz 147.
eraæti 102, 510.
erak 147.
eram 147.
eramak 147.
erank 147.
erang 148.
eraáz 148.
erast 442.
erasan 148.
erasanak 148.
erastank 443.
erb 443.
erg 443.
erdnum 443.
erdumn 443.
erek 443.
erekoy 413.
eresun 444, 491.
erer, erevim 443.
erevim 444.
erek 444.
erec 444.
eritasard 148.
eritasard-akan 148.
-uhi 148.
erk- 445.
erkain 445.
erkan 444.
erkar 444.
erkink. 445,
erkiu? 445.
erkncim 445.
erku 445.
ev 445.
eutn 445.
eu? 393.
evs 445, 487.
eurakiklon 349.
euronotos 349.
euros 349.
ep em 4406.
ep ené 349.
ep ud (ey ut) 349.
eK teran 349.
ek inẽis 349.
ek inos 349.
eót n 445.
z (4).
z- 446.
zambi? (zambiu2) 148.
zambur 264.
zairagin 418.
zairanam 418.
-zan 148.
zanazan 148.
zanab 264.
zangak 149.
zangapan 149.
zangapanak 149.
zangik 149.
zangulak 149.
zandik 149.
zarık 149.
zarnavuzt 149.
zart ad 150.
zard 423.
zardarem 423.
zartagoin 150.
zartaxoir ? 150.
zaur == zór 152.
zafran 279.
zgenum 446.
zgest 446.
zgois 150.
zgusanam 150.
zean 150.
zelum 466.
zelun 466.
zenakar 150.
zenarar 150.
zenum 446.
zercanım 446.
zercum 446,
zercucanem 446.
zep iu (os) 349.
zen 151.
zandan 151.
ze 450.
zil 265.
zik 205.
zinakir 151.
zinim 151.
zinvor 151.
zinvor-im 151.
-ut iun 151.
ziugostat 215.
zhet 466.
zmbrim 449.
zmelin 349.
zmrim 449.
zmruzt 151.
zmur 393.
zmurn 393.
zmurs 393.
zm/ aber 393.
zminaber 393.
zmrsaber 393.
zmrnitean 349.
zndan 151.
zndanel 151.
znjW 265.
zodiakos 350.
zoh 151.
zoh-anoc 151.
-aran 151.
zohal 269.
zohem 151.
zohray 265.
zom 30.
zoig 302.
zoigk 302.
zopay 303.
zvarak 303.
zug-at iv 302.
-em 303.
-ut tun 303.
zunar 265.
zur 151.
zurap € 265.
zrnex 149.
zraban 151.
zradat 151.
Wortregister.
zraxaus 151.
zrah-avor 152.
-em 152.
* 152.
zreahk‘ 152.
zrehakir 152.
zrehik 152.
zrisk 265.
zór es zaur 152.
zör-aglux 152.
= zaur-aglux 152.
-agoin 152.
-akan 152.
-anam 152.
-apet 152.
-avar 152.
-avor 152.
-ed 152.
-em 152.
-ut'iun 152.
e (L).
es-aiceamn 159.
ek'sp loratores 350.
ə (P).
əm- (= end) 165.
amban 447.
ambosxnem 152.
ampak 153, 447.
əmpakiç 153.
ampanak 153.
ampeli 153.
ampem 153, 447.
ampikk, 153.
ən- (= end) 165.
and 417.
andacem 98.
angoiz 393.
onguzi 393.
onddem 140.
anderk‘ (anterk‘) 447.
ancay (onjay) 448.
onkapceal 165.
535
onklav 460.
enkluzanem 460.
enkimem 461.
erazian 279.
orazm 233.
grazmık 233.
erevand 279.
astaurak 153.
i (p).
t'ag 153.
l'ag-adir 153.
-akap 159.
-avor 153.
-uhr 153.
azem 265.
t'at'avem 448.
t'akoik 153.
bayar 251.
t'ang 265.
t'angar 303.
t'angarakan 303.
tanka 266.
('anjr 448.
t'askinak 512.
t'aramim 448.
t'as 266.
t'asu 266.
t'atr 350.
t'argman 303.
tarzan 266, 510.
t'arzanut iun 516.
l'arsamim 448.
t'ariil 303.
Corse 303.
tap em 448, 520.
t'ap'ut (tabut) 153.
t'ak gim 448.
t'dbir 516.
l'eatron 350.
reti 315, 449.
tem 350.
t'epur 500.
tert‘ 449.
termon 350.
536
ferumb (ferump) 153,
447.
tev 449.
t'evelia 350.
te 449.
t't'eni 155.
titeln 449.
t'it'ern 449.
t'ind 154.
(rum 518.
Umbir 449.
tmbkahar 154.
tmbuk 154.
tmbrim 449.
Emrim 449.
t mrhind 279.
#ndam 154, 512.
Undiun 154, 512.
tndumn 154, 512.
f sinamanem 154.
t'$namanK. 154.
Üsnamenam 154.
tsnami 154, 512.
Ubnamim 154.
t'svar 154.
Esvarakan 154.
i'svarut iun 154.
t'oh ev boh 303.
l'onir 155.
rosa (t'orsak) 155.
t'ut 155.
“utak 264.
tuti (tut ia) 266.
fund 154.
t'uraya 266.
turin) 266.
tuk 449.
trcim 449.
Ürasktas 350.
trbut 279.
trem 449.
t'rtur 304.
trmem 449.
t'rmus 267.
t'rn)eni 266.
t'rjem 449.
t kanem 449.
Wortregister.
£ (d).
Zahr 156.
Zam 156.
Zamanak 156.
Zamanem 156.
Zong (Zank) 156.
Zangar 156.
fangari 512.
Lanvar (Zanavar) 156.
zibak (Zipak) 156.
žir 156.
Zr-aglux 156.
-anam 151.
i (p).
i (pron.) 450.
igdis 516.
idos 350.
i 450.
sul 304.
1kosaedron 350.
imarminé 518.
inc, inj 450.
inn 450.
ine 450.
isacul 159.
istrmut 157.
ison 351.
i ver 495.
1 veray 495.
3 veroy 495.
iris 351.
iu? 393.
tupodiakon 351.
sur 451.
ik“ 450. š
l (L).
ladan 351.
lazvart‘ 267.
laturd 267.
lal 267.
laxt 157.
lakan (lekan) 157, 351.
lakot 267.
lam 451.
lambiurint‘os 351.
lambatk‘ 351.
lampar (lambar) 351.
laın 451.
laik'a 157.
lan) 451.
laskar (laskar) 151.
lapter 351.
lajvard 267.
latin(act) 351.
latratem 351.
lav 451.
laura 352.
lap em 451.
igam 267.
leain 451.
leard 452.
legeon 352.
lezu 452.
lezum 452.
lelap's 352.
lesk 157.
li 452.
libanon 352.
libanos 352.
Iibeineay 352.
libop'iunik 353.
lizanem 452.
lizem 452.
lizum 452.
lilufar 279.
likdinos 352.
liyat(on) 352.
limbos 352.
limon 352.
lingiron 352.
linim 451.
li} 391.
litr 352.
ür 452.
livanótos 353.
lips 353.
lcem 454.
Iktık“ 353.
Inum 452.
loganam 452.
loic 454.
lois 453.
lovias 267.
loramarg 231.
lu 453.
Ivalix 454.
Ivanam 454.
lubia 267.
luc 454.
lucanem 454.
lumay 304.
lumayap oz 304.
lvucanem 453.
lur 454.
lusanunk 454.
lusin 453.
lusn 453.
lur 453.
lucanem 455.
lucki 455.
ljem 454.
lsem 453.
lsnagoin 453.
lsnanam 453.
Ir anem 455.
z (fu).
zab 267.
zabaz 268.
zalat (xalad) 267.
zalifay 267.
æalvat 516.
zarank 455.
zah 160.
zah-agorcem 160.
-arar 160.
zam 157.
zamanam 1951.
zamut' iun 157.
zan 158.
zandak 256, 267.
zanzal 279.
zanjarur 517.
zanut 304.
zasras 267.
Wortregister.
zac 158.
zar 267.
zaragul 304.
zarazan 159.
zarak 158.
zara) 268.
zarb 304.
zarbalem 304.
zarbaz 268.
zarbandak 153.
zarbzak 159.
zarbuz 159.
zarar 159, 305.
ap sik 159.
a an 159.
ziar 268.
ziaruk 268.
zikar 268, 516.
ziri 268.
zir $ boyak 123.
zlurd 305.
zlunjn 305.
amor 305.
zncor, znjor 305.
znkem 162.
zstavor 159, 510.
xoz 160.
zoh-aker 160, 171.
-akerem 160.
-arar 160.
xoy 305.
zoyak 305.
zoyanam 305.
zo 160.
zoir-arar 160.
zonastan 160.
zorapet 160.
xost 160.
zostanam 160.
zostovan 161.
zostuk 161.
zostumn 161.
zostakK 161.
zostakdar 161.
zoraset 94.
zoramang 191.
zorg 161.
zorisz 455.
zortak-em 161.
zortikk‘ 161.
zumar 268.
æumarut iun 268.
zunk (zung) 162.
zsar 269.
zrasaz 183.
zrat 162.
zratem 162.
zrusak 185.
c (6).
cair 455.
canaut 455.
caneay 455.
caray 305.
cer 456.
cicalım 455.
cicalkot 455.
cin 456.
cir 457.
ccem 498.
enanim 456.
enaut 456.
encta 306.
enund 456.
cot or 306.
com 306.
537
cunr, pl. cunx 457.
cur 457.
crar 306.
k (4).
kabos 853.
kaz 268.
kazagorcut iun 162.
kat” 162.
kat aros 353.
kat'em 162.
kat equcanen 162.
kat il 162.
kat olikeay 353.
kat otike 353.
kat'odikos 353.
538
kat otikosut iun 353.
kat'say 306.
kal 457.
kaloti 457.
kazard 162.
kaxard-ank 162.
-asar 162.
-em 162.
-ut tun 162.
kah 162.
kahavorem 162.
kat 457.
kalat‘ 353.
kaltandk‘ 354.
kalamar 353.
katamb 162.
katambavacar 162.
katapar 163, 354.
katın 457.
kam 163.
kamak 163.
kamakar 163.
ramakarut eamb 163.
kamay 164.
kamayakank 164.
kamas 268.
kamar 164.
kamar-akap 164.
-ajev 164.
kamav 163.
kamavor 163.
kamim 163.
kamurj 457.
Kamsar 164.
kampsak 354.
kamk‘ 163.
kaiserakan 354.
kaisr 354.
kanambı 460.
kanaik 460.
kananı 460.
kanact 460.
kanap‘, kanep‘ 165.
kangar 268.
kangun 165.
kantet 354.
kanket 354.
Wortregister.
kanon 355.
kanonem 355.
kantitat 380.
kap 457.
æapan 457.
kapar 165, 306.
kapareay 306.
kaparêk” 306.
kapelay 355.
kapetanog 355.
kapem 457.
kapeton 355.
kapenk 165.
kapik 165.
rapid 165.
kapc-at iv 165.
-ahamar 165.
kapoit 166.
kaputak 166.
karap em 458.
karap'n 458.
kark 498.
kasem 458.
kasim 458.
kaskaraik 306.
kaskeni 166, 394.
kasum 458.
katapan 355.
kategis 355.
katu 307.
katsay 306.
kar 166.
-kar 171.
karakn 355.
karan 166.
karap 458.
karapet 166.
karaus 167.
kardam 458.
kari 166.
karitos 359.
karik 166.
karcr 459.
karkehan 167, 512!
karkin 356.
karkınos 355.
karavan (karevan) 161.
karkureay 307.
karmir 167.
karo? 166.
karuray 269.
karos 167.
kacın 307.
kavat (kavad) 269.
kausik 173.
kakav 307.
kak’avk‘ 307.
kak' avem 307.
keam 459.
keank 459.
kedar 356.
ket'ar 356.
kekias 356.
ket 459.
ketem 459.
ketev 307.
xeler- an 307.
-em 301.
kendani 459.
kendinar 356.
kendonar 356.
kendron 356.
kest 167.
keras 356.
kesar 354.
kest(os) 356.
ketos 356.
ker 459.
-ker 171, 459.
kerakur 459.
kerakrem 459.
kerat 356.
keri 459.
kermos 168.
kerp 168.
kerpajevem 169.
kerpas 168.
kerpass 168.
kerparan-k 168.
-em 169.
-kert 168.
kert-anal 172.
-acucanel 172.
-el 172.
.
1 ON '—— XX
kert-ot 172.
-ut iun 172.
kep'al 518.
ket 356.
kidar 356.
kitar 356.
kin 460.
kınabarıs 356.
xinamomon 356.
kindar 356.
kinktis 354.
kipros 357.
kironos 357.
kistern 357.
kıvos 357.
kitos 356.
kitron 357.
kir 172.
Kiuat'os 357.
kiubikon 351.
kiuniıkn 357.
kiunıkos 357.
kiuparis 357.
kiut 357.
Kiurake 357.
kiurapatat 358.
Em og 358.
klay 269.
klayek 269.
klanem 460.
lima 358.
kcanem 461.
kcem 461.
kku 172.
kterakan 358.
klerıkos 358.
klerk" 358.
ktmidr 358.
ktmindr 358.
kngmeni 278.
kngut 358.
kndruk 172.
knik 307.
knkut 358.
knecit‘ (kn)it') 172.
xncit'n 172.
^ knk'em 307.
Wortregister.
kstapanak 172.
kogs 461.
kokord 460.
Kkokordios 358.
kohak 113.
koh i nthorakan 57.
kotob 359.
kotomintr 358.
komit 359.
koms (komes) 359.
koy 461.
kost 173.
kosr 173.
kon 359.
kon(os) 359.
kondak 359.
konion 359.
konomos 359.
konk‘ 359.
konk'ed 359.
kocem 436.
kov 461.
kotak 173.
kot iu 359.
kor 520.
korator 360.
koriun 461.
korotion 360.
ku 461.
kuz 269, 308.
ku: 173.
-kul 460.
kulıbay 360.
| kuluriay 360.
kunt(u)stabl 389.
|kunc 389.
kust 173.
kupr 308.
kurark‘ 269.
|; kutem 173.
kur 459.
kurapalat 358.
xo ti 360.
krunk 461.
ktav 308.
Ktav-1 308.
-at 308.
—— e
—— . El
539
xtin 360.
xtur 461.
ktrem 461.
ktroc 461.
krak 462.
kritis 360.
krcem 462.
krcum 462.
krkes 360.
krcel 462.
krêtel 462.
krpak 113.
krpakapet 178.
krpakavor 113.
kosik = kausik 113.
kauskakar 171, 174.
(À 4).
hab 280.
habnıl 280.
hazar 154.
hazarapet 114, 512.
hazaravuzt 174.
haz, haziv 174, 462.
halacem 462.
halle 279.
halue 360.
hak-a- 462.
haibk 308.
hatika 360.
ham- 174.
hamaban 174.
hamabarbar 174.
hamabun 175.
hamagoy 114.
hamagore 174, 175.
hamagunak 175.
hamagund 175.
hamazaur 175.
hamazgi 175.
hamalur 176.
hamalsaran 176.
hamak 111.
hamakam 175.
hamakden 177.
hamakorois 176.
540
hamahair 175.
hamaharz (hamharz) 177.
hamahavasar 176.
hamamay 219.
hamamair 175.
hamain 176.
hamanman 176.
hamansan 175.
hamaszarhakan 176.
hamaszarhik 115.
hamaspram 171.
hamaspran 178.
hamasp iur. 176.
hamasp it 176.
hamatarac 176.
hamatohm 175.
hamatohmik 175.
kamar 178.
hamarjak 176.
hamarım 118.
hamarakar 171, 178.
hamauren 176.
hamap a, 175.
amba nam 176, 428.
hambarjumn 176.
hambar 178.
hambar-ak 178.
-akapet 178.
-anoc 178.
-apan 178.
-em 178.
hambartak 178.
hamberem 176.
hamboir (hamburem])1'16.
hamemat 463.
hamhaureay 175.
hammaureay 175.
hamnsan 175.
hamsirak 176.
hamozaker 171.
hayhoyem 178.
hayhoyut tun 178.
hair 463.
haicem 418.
han 463.
hanapaz 463.
hanget 176, 512.
Wortregister.
hangitak 176.
hangoin 176.
hangunak 176.
handart 177, 463.
handartem 177.
handerj 140, 177.
handerjapet 179.
handep 177.
handipim 177.
handes 119.
handuriem 177.
hanı 463.
hanık 463.
hancar 179.
hanut‘ 304.
hasiv 308.
hasvim 308.
hast 179, 513.
hastadram 264.
hastim 179.
hastut sun 179.
hafnéz 391.
hasak 464.
hasanem 464.
haseal 464.
hasu 464.
hasun 464.
hast 464.
hatanem 464.
hatavacar 242.
harazat 180.
hart‘ 397.
harkanem 464.
harsn 464.
harc 464.
harcanem 464.
hac 465.
haci 465.
hav 465.
havan 180.
havanım 465.
havt'adram 264.
haut 468.
hauru 463, 477.
heg 309.
heg-em 309.
-enay 309.
het anos 360.
hellen 360.
hecan 465.
hekek-am 180.
-ank' 180.
-em 180.
heig 465.
hetum 466.
henum 466, 520.
hejub 269.
her 466.
heri 466.
het 466.
hetevak 466.
heti 466.
hetiot 466.
heresiötaik‘ 361.
heretikos 361.
herisay 516.
heriun 467.
herk 467.
herkem 467.
heru 467.
hzaur 180.
hen 180.
hin 467.
hing 467.
hingerord 467.
hisar 269.
hirik 351, 516.
hu? 361.
hiule 361.
hwutos 361.
hiupatos 361.
hiuperet 361.
Alu 180.
hmayeak 180, 513.
hmayem 180.
Àhmaik 180, 513.
Àmut 180.
hnar (pl. hnark‘) 181.
hnarım 181.
hngetasan 467.
Àndibe 279.
Ànoc 469.
hoc 468.
hoktember 361.
E e
— ——— € ME
homazgi 175.
homazn 115.
homazoh 175.
homacin 175.
Aomakamut tun 175.
homahair 175.
homanun 175.
homaser 175.
hoviv 468.
hot 468.
hotim 468.
hototim 468.
hort‘ 483.
hormay 361.
hu 468.
huert 483.
hum 468.
hun 397, 468.
hunab (yunab) 271.
hunathunar 269.
hur 469.
hurbak 181.
hpatak 180.
hpart 178, 180.
hretor 362.
hrog 362.
kromayakan 362.
hrafarem 181.
hrazest 181.
hrahang 182.
hrahangem 182.
hramayem 182.
hraman 182.
hramanatar 182, 183.
hramatar 182.
hrasazan 148.
hrasakert 183.
hrasacartar 183.
hrask 183.
hraver 183.
hravirem 183.
hrasax 183.
hreay 309.
hrestak 184.
hrovartak 184.
hrotic (hrortic) 184.
hrusak 185.
Wortregister.
J (3).
jag 185.
Jatk 469.
Jalkem 469.
jam 469.
jaunem 469.
jauni 469.
Jgem 469.
jerakert 168.
Jern 410.
Jet 470.
jer 470.
jerbakal 410.
jev 469.
Jet 309.
ji 470.
Jit'eni 309.
jir 410.
Jivt. 185, 310.
Jiun 470.
Jlem 471.
Jmern 470.
jmerem 470.
Imeroc 470.
jo 469.
ju 471.
jukn 471.
ri 470.
2 (2), modern y.
tambar 351.
tek 310.
tekan 351.
yamar 265.
yanon 516.
yarıkon 279.
yuran 278.
é (8).
calun) 391.
caxarak 186.
caxarak-eay 186.
-em 186.
daær 186.
caxr-em 186.
-umn 186.
čakat 186.
cakatim 186.
dan 186.
cakndet 186.
cambar 186.
cambarak 186.
canadem 456.
canbak 187.
candan 187.
donk (čang) 187.
cancacermak 190.
cas 187.
casaker 187.
casem 187.
casak 187.
casakem 187.
capuk 188.
dapron 390.
castel 391.
catrak 188, 513.
car 188.
carak 188.
carak-avor 188.
-em 188.
-im 188.
carp 188.
carpik 188.
carpovin 188.
cartar 189.
cartuk 189.
cartuk'ar 189.
cem 189.
cem-akan 189.
-aran 189.
-im 189.
cemis 189.
cermak 189.
cermakaji 189.
cesmarit 513.
cusan = jusan 516.
curak 190.
crag 190.
cds = Jaus 210.
941
cösan = Jausan 210.
542
m (A).
magalat‘ 310.
magatat ea 310.
magi 471.
magistrianos 362.
magistros 362.
magnit 362.
maz 310.
mazdaké 279.
mazdezn 190.
mata e 362.
matisttos 362.
malem 471.
mazat 310.
mac 471.
macanım 471.
macun 471.
maketon 363.
makoik 191.
mah 412.
mahık 94.
mahik 191.
mahikel)jiur 191.
mahr 270.
malap 210.
malt'em 472.
mac (manc) 191.
mam 191, 341.
mambar 270.
maidan 270.
mayıs 361.
maipet? 69.
man 472.
man 310.
mananay 310.
mananiz 191.
mang (man) 94, 191,513.
manga? 311.
manganay 363.
manglion 363.
mandra 363.
maneak 363.
manisak 311.
manklav 363.
manklav-ik 363.
-it 363.
Wortregister.
mannay 311.
mansur 270.
manuk 472.
manusak 191.
manr 472.
manragor 363.
mas 192.
masaray 210, 311.
mask 311.
maskaparcen etc. 192.
matak 192.
matakazaz 192.
matakpan 192.
matean 192.
(gundn) matean 192.
matenadaran 136.
matenık (gundn) 192.
matzim 412.
matuyn 363.
matutak 192.
mar 192.
maraz 192.
maracazt 192.
marg 193.
margac 506.
margasisay 193.
(mark asitay) 193.
margarit 363.
mard 472.
mardik 472.
mardasang 210.
marex 265.
marz 193.
marzangos 193.
(marzgos) 193.
marzavan 193.
marzikk 193.
marzpan 193.
marzpanut iun 193.
marzpet? 69.
marzvan 193.
market 364.
markis 390.
marh 4'12.
marjikk 193.
marmareay 361.
marmarion 364.
marmin 473.
mart 367, 473.
marincim 473.
martiros 364.
martiuros 364.
mauru 472.
mauruk” 476.
mas 311.
mal savor 311.
mak sapet 311.
mglahot 311.
melan 364.
mezak 270.
mec 473.
mehean 194.
mehekanı 194.
meheki 194.
mehevand 194.
me? (melk) 473.
melancem 473.
metedi 364.
metiaris 364.
mel itõta 518.
melk 473.
melu 473.
meir 473.
metrapop 313.
menidos 364.
ment ena 365.
mel anim 473.
meron 364.
mesedi 364.
mesia 364.
metaik 365.
metak's 394.
metrapolit 365.
mer 474.
merhem 271.
merj 473.
mek” 474.
mek enay 305.
mægit 271.
makit 271.
mög 474.
mez 474.
mê) 474.
mt xal 271.
mi 474.
miain 474.
mizem 474.
milon 365.
milote 365.
mimos 365.
mist 194.
miorji 483.
mis 474.
mit (mit) 474.
mirabalanos 365.
miurenes? 518.
miuron 364.
miusterion 365.
mlham 271.
mzem 475.
mcineayK 311.
mkrat 271.
mlavasẽ 312.
mon 365.
mnam 475.
mnas 365.
mskaport 196.
msmis 279.
mstik 195.
msinjean 194.
mog 195.
mog-akan 195.
-em 195.
ut sun 195.
-pet 195.
mod 366.
mozi 415.
moloz 366.
molos 368.
molozmay(matzmay)196.
mom 196.
mom-akert 196.
-eten 196.
momos 365.
mok 196.
monad 366.
monozon 366.
moranam 475.
movan (handerjapet)195.
movpet 195.
mor 394.
Wortregister.
moreni 394.
mori 394.
moros 366.
moruk 476.
mubitan mubit 195.
muzavaray 219.
muz 475.
muzlazraz 279.
mukn 475.
mucak 196.
mun 476.
mun) 476.
must ari 265.
musk 196.
musk-ere 196.
(bes)-musk 196.
murhak 19.
muru 476.
murt 197.
mimram 476.
mimrim 416.
mskit 271.
mtrak 312.
mrmiim 476.
mrlimn 476.
mrjiun 476.
ınrteni 197.
mrti 197.
y (u).
yazacoy 191.
yaz-em 197.
-im 197.
-umn 197.
yat 312.
yakınt 366.
yakunt‘ 366.
yatem 414.
yamoir 312.
yangumanis 98.
yandiman 141.
yast 191.
yatnem 477.
yasmik 198.
yaspis 366.
yatak 110.
543
yatakem 110.
yargem 477.
yargi 411.
yargun 411.
yardarem 423.
yavaz 199.
yavanak 198.
yave£ 198.
yavet 198.
yaver£ 198.
yavitean 198.
yavitenaxen 198.
yauray 477.
yel; 466.
yesan 411.
yet 466.
yetkar 198.
yisem 513.
yisun 417, 491.
yobelean 366.
yobelik 366.
yobelik 367.
yobelean 361.
yoiz 199.
voi 215.
yovaz 199.
yovanak 198.
yuzem 199.
yulis 367.
yunap (hunab) 271.
yunis 367.
yunvar 367.
yuskaparık 199, 513.
n (%).
-n 478.
nabatem 312.
nadrun 361.
naz-abanem 200.
-ank 200.
eli 200.
-elacem 200.
-im 200.
nazlay 2'il.
nazoreci 312.
nal 271.
544
nalat 271.
naz 200.
naæ- gan 200.
-aduin 200.
-arar 514.
ont ge 200.
-ein 200.
narcirk 200.
naæni 200.
nazust 200.
nacracı 312.
nacak 271.
namak 201, 220.
namak-anı 201.
-agir 201.
namam 279.
namet 201.
namil 201.
nay 3 boyak 123.
nas 271.
najak 271.
naí(s)tik 367.
narges (nergis) 201.
nard 272.
nardos 367.
narinj 271.
narka 361.
nart 272.
nav 201.
navaz 201.
nav-abek 201.
-ak 201.
-apet 201.
-avar 201.
-em 201.
-ord 201.
navakatik 202.
narasard 202.
navt' 202.
nauti 479.
napak 203.
ndrun 367.
neard 418.
net 478.
netem 478.
nemasp 94.
nemroz (nmroj) 203.
Wortregister.
neng 203.
net 478.
ner 368.
ner (ner) 478.
nzar 203.
zden 203.
n£dehakic 203.
niaz 105.
niaz-ecucanem 105.
-ut iun 105.
nizak 204.
nizak-akic 204.
savor 204.
nihar 203.
nis 204.
nist. 478.
nirh 204.
nirh-em 204.
-umm 204.
nkan 204.
nkanak 204.
nkar 204.
nkar-akerp 204.
-akert 169, 204.
-em 204.
-en 204.
-ic 204.
nkun 205.
nhang 205.
nman 205.
nmanut' iun 205.
nsan 205.
nsan-agir 206.
-agorc 206.
-akir 206.
-avor 206.
-em 206.
nsanak 206.
nsanakem 200.
nsavak 206.
nsavakem 206.
nsmar 206.
nsmar-ank 206.
-em 206.
nstir 206.
nstrak 206.
noba,t) 272.
noraz 207.
nod, noci 207.
nomismay 365.
nomos 368.
noyember 367.
nonofar 219.
nor 479.
norakert 202.
nu 479.
nvag 207.
ntagem 207.
nver 207.
nvsrakapet 41.
nuki 369.
nurn 207.
nuszay 272.
npatak 207.
nparak 513.
nstim 207.
ndt i 479.
nótar 368.
nötos 368.
$ (2).
sabat” 312.
Sabat anam 312.
sabley 213.
salak 212, 516.
salak-an 212.
-em 212.
sahansah 207.
sahap 208.
sahapet 208.
sahaspram (sahspram!
209.
sahastan (Sahstan: 209.
sahdanak 209.
sahekan 209.
sayekan 209.
sahen 210.
sahok ram 272.
sahndak 209.
sahbalut‘ 272.
sahrık 210.
salgam 210.
sah? 479.
samam 272.
sambus 210.
sambs-ank‘ 210.
-im 210.
ut tun 210.
Sams- an 210.
-im 210.
-ut iun 210.
sams 265.
samrtacıi 297.
samp ur 313.
and, dandi 419.
Sant, Sant 479.
sapik 211.
sapstan 211.
-sat 211.
sat 212.
sat-azaus 212.
-ajur 212.
satrvan 212.
sar 212, 313.
sarab 273.
Savasariun 213.
savar 213.
savı? 313.
sap tay 313.
sak'ar 213.
sbley 273.
se? 479.
selim 479.
sert 480.
dep'or 313.
sep ora 313.
sen 213.
ser 94.
simsir 273.
sin-akan 213.
-ac 213,
-em 213.
-vac 213.
-utim 213.
sis 214.
sisak 273.
sirik 273.
Sank 214.
sip or 313.
dip'oray 313.
Wortregister.
sloros 368.
sttay 314.
$nal 480.
snorh 214
snorkem 214.
snum 214.
somin 273.
soniz 273.
dukay 314.
sumray 273.
sun 480.
Susan 314.
susmay 314.
sustak 215.
susp ay 314.
sup a/ 314.
suk” 480.
spar 314.
sparankar 314.
sparim 314.
spet 215.
stap 215.
stapem 215.
Sirpalang-k 215.
|
O (n).
o A81.
obotos 368.
ozni 481.
oh 481.
otbam 481.
otimbias 368.
olkoiz 273.
otogomean 368.
otompiad 368.
otompiakan 368.
od) 481.
omboton 518.
omn 481.
015 215.
og 481.
ojil 482.
or (ofk) 482.
oroganem 421.
oskivaravand 244.
oskr 482.
Hübschmann, Armenische Grammatik.
545
ost 482.
ostan 215.
ostanik 215.
ostat? 215.
ostikan 215.
ostreos 369,
ostrik‘ 369.
op 481.
oaristes 369.
okianos 369.
osannay 369.
oín 482.
or 481.
orar 369.
orb 482.
ort‘ 483.
ort i 518.
ort odo s 369.
oriz 369.
orc 483.
orcam 483.
orckam 483.
orcktam 483.
orj 483.
orji 483.
orjat 483.
orm 483.
ormisk 369.
orpes 230.
orjil 482.
ut 483.
u£gin 215.
ue? 215.
uxt 216.
uxt-adru2 146.
uxtem 316.
uti 484.
unain 484.
uncay 369.
unki 369.
unkn 484.
us 216.
usadrem 216.
us 484.
usanım 484.
ustr 484.
utem 485.
35
546
urar 369.
urarn 369.
urbat 315.
op ites 369.
op Land 390.
ok‘ 481, 502.
ok taedron 369.
ok'simeli 369.
¢ (2).
€ (neg.) 481.
caman 394.
car 485.
davus 517.
Cogay 486.
cor 485.
gore - 485.
cork“ 485.
cu 485.
cvar 155.
gvem 485.
duxay 273, 516.
p ().
paliun 369.
pakas 498.
pah (= parh) 217.
pah-em 217.
-est 217.
-im 217.
* 217.
pahak 217.
pahak Coray 218.
pahakapank‘ 218.
pahaker 171.
pahapan 217.
pahpan 217.
pahpanak 217.
pahrez 254.
pahrak 218.
patatak 369.
patatit. 369.
palatn 370.
patmakan 370.
payazat 219.
Wortregister.
payazatem 219.
payik 220.
paiman 220.
paiman-em 220.
payusak 220.
paivasık 220.
pai ar 220.
Dok arim 220.
-pan 221, 513.
-panak 221.
pandoki 370.
pant er 370.
panir 221.
pankration 370.
panranam 221.
panruti 221.
past-em 221.
pastgam 514.
pastpan 221.
pastpan-akk 221.
-em 221.
-ut iun 221.
pap 221, 341, 370.
papkay 315.
parabatos 370.
parav 221.
parac-akan 221.
-im 221.
-ordi 222.
-ut sun 222.
paravatos 310.
parekimanos 310.
pas 217.
pasek” 370.
pastat 222.
pastar-akal 222.
-alir 222.
pas a 371.
patagros 371.
pataszanı 222.
patgam 222.
patgam-avor 222.
-avorım 222.
patgos? 223.
patgosapan 223.
paterazm 223.
paterazm-akan 223.
paterazm- ax ie 223.
-ik 223.
-im 223.
patkandaran 223.
pater 224.
patcen 224.
patmem 224.
patmucak 225.
patmudan 224.
patsac 225.
patsac-em 225.
patsgam (patsgamb) 225.
patskam(patskamb) 225.
patvast 226.
patvastem 226.
patear 226. 514.
patver 226.
patuhas 226.
patsparan 226.
patspar-em 226.
-ım 226.
patsparem 227.
patrast 227.
patrast-em 227.
patriark‘ 311.
patrik 371.
patrın) s. badrin) 274.
patroig 227.
patroik 227.
patrud s. badruj 274.
patrucak 514.
paravand 221.
paravand-em 227.
paregautk' 227.
parz 514.
parz-em 514.
parik 228.
parken 228.
parh- = pah- 217.
parhak = pahak 218,513.
parhakapank == paha-
kapank‘ 218, 513.
parmayem 228.
pars 514.
part 228.
partak 229, 514.
part-akan 228.
part-apan 228.
-ater 228.
-avor 228.
partbaszi 229.
partem 228.
partez 229.
partiz-apan 229.
-i 229.
-pan 229.
part-ım 228.
GK 228.
* 228.
va simat 371.
pe iu, is 372.
pelagos 371.
pentat᷑ Zoe 371.
pentekoste 372.
pet 229.
petut iun 229.
peretut 372.
peroz(ot) 312.
peuke 312.
pesaspik 230.
pésopay 230.
pes 230.
pespes 230.
pimeniay? 372.
pin, pinay 312.
pinnaspaseak 372.
ping (pinj) 231, 397.
pis unim 231.
pisak 230.
pisakut sun 230.
pitar-em 315.
-ut iun 315.
pitus 372.
piut os 518.
piuramoides 372.
piu ion 372.
piuramid 372.
plait el 390.
piakund 372.
ptakuntragore 372.
piatan 373.
plembat 313.
piinj 231.
pinji 231.
Wortregister.
pipet 231.
pipi? 231.
pnak 373.
pnakit 313.
pncat 231.
pnéatem 231.
psnem 231.
pinum 231.
podirs 373.
pol ipod 373.
potovat 231.
potovatik 231.
pototay 315.
pompilos 373.
pomik 373.
puetes 373.
prester. 374.
primiker 374.
prot'es(mtos) 374.
proig 374.
protin 314.
protopap 370.
protostrator 314.
protofröndes 314.
prdszumen 374.
psak 232.
psakem 232.
pteleay 374.
ptti 374.
praktor 375.
praksavt oi 375.
prakk‘ 315, 375.
pras 375.
prasi 315.
prast 375.
pretor 375.
princ 389.
prion 375.
priste 375.
propositosut'iun 375.
prêk simos 375.
pötromn 319,
JA.
Jatagov 232.
Jatagov-em 232.
547
jatagor- ut iun 232.
Jatuk 232.
Javitean 198.
Jausan 270.
Jernum 486.
jer 486.
Jeranim 486.
Jerin 486.
Jerm 486.
Jermanam 486.
Jermn 486.
Jil it) 486.
Jihangir 275.
Jhut 279.
Jnarak 232.
Jok 232, 514.
juab (fvab) 215.
Jullab 279.
Julhak 233.
Juxtak 233.
Jumlay 516.
Jusan 516.
Jóhar 275.
Jósan 270.
f (n).
r#abbs 375.
rabbuni 316.
rabunay 315.
razm 233.
razm-ahat 233.
-ik 233.
raka 316. .
rah 233.
rahan 275.
rahviray 233, 247.
ram 233.
ramık 233.
ramıkspas 233.
ramk-akan 233.
-apet 233.
-ut iun 233.
ray 275.
rat 233, 514.
fatined (fatind)) 276.
fax ia 376.
35*
548
rehan 275.
femon 275.
retin 376.
fongunk 486.
#tmon 275.
rıtldä 264.
ingunk“ 486.
focik 234.
rosnakan 234.
foknut iun 234.
rot 234.
fub 275.
rumb 275.
fup“ 275.
fásna 275.
8 (a).
-8 487.
sa 487.
saba 316.
sabitay 376.
sabr 216.
sadab 276.
sal 487.
salay 276.
salizay 279.
salon 316.
'saxteal 234, 514.
sak 234.
sakamoni 279, 376.
sakerk‘ 376.
sakur 316.
sakr 276.
sakr 316.
sakravor 316.
sahman 235.
sahmanem 235.
sahr 517.
salamandr 376.
salar 235, 914.
salavart 235.
salavart-avor 235.
-eal 235.
salmos 376.
sametik 488.
sami 488.
Wortregister.
samit 230.
samoir 236.
samureni 236.
saizel 391.
sandr (santr) 488.
sapat 236..
sapatak 236.
sarn 488.
sarnamanık 488.
saynum 488.
sarcım 488.
sarucanem 488.
sast 488.
sast-em 488.
-& 488. .
satak 236.
satakem 110.
satanay 316.
sater 311,
satirakan 377.
saton 377.
satrap 208, 377.
satrapet? 208.
-sar 236.
sar 489.
saratan 276.
-sard 236.
sard 489.
sardıon 377.
saroy 231.
sarup art a/ 276.
sark'ulay 276, 377.
savan 377, 518.
savda 279.
sap asut 377.
sap aray 276.
son rou 276.
sap rem 316.
sak'ulay 216, 377.
seav 489.
sebastos 377.
sebastö 377.
sebeni 377.
sel 378.
selas 378.
selin 378.
sekundikur 378.
setak 378.
setan 316.
semagir 378.
semiar 378.
senator 378.
sengelos 378.
sepean 378.
september 367.
sein 316.
ser 490.
savin 394.
sovnavor 394.
sig 237.
sigel 378.
sigt 318.
signon 237.
sikarean 378.
sit 378.
sit ign 379.
simes 379.
simindr 379.
sin 490.
sin (sinj) 276.
sing 237.
sinktitikos 380.
sinteknos 319.
sspe 378.
stsetn 490.
sit? 379.
sir 300.
siramarg 231.
siray 319.
sirt 490.
sirk ün)iubin 279.
siut oba 379.
siun 490.
stunbolon 379.
siunik asakan 379.
siunktitos 379.
stunhodos 380.
sık 316.
szal 490.
ezal-ak 490.
-akan 490.
-ank 490.
-em 490.
-im 490.
&karós 518.
skavarak 237.
&keptor 380.
skesur 491.
skesrair 491.
sketeay 380.
skizbn 520.
siptos 380.
skiutal 380.
skut? 380.
sksanim 520.
smbak 237.
smbul 277.
empatak 238.
sngoir 238.
engroe? (snkrvM) 238.
sndon 380.
enduk 277.
endus 238, 515.
soler 518.
sor 238.
sorak 238.
soci 238.
sonic 273.
sonobri 277.
sos 380.
sug 491.
svin 394.
svinavor 394.
sulem 239.
gutem 239.
gutem 239.
sumbul 277.
sun 491.
eunat'em 517.
sunak 394.
svnavor 394.
soni 394.
suser 316.
gut 492.
surat al bakara 278.
surb 492.
surinjan 277.
sop'estes 380.
sop er 317.
epat'ar 380.
spah 239.
Wortregister.
spay 239..
spay-asaur 239.
-akost 239.
-apet 239.
-asalar 239.
spanaz 277.
spand 211.
spar 239.
spar-azen 239.
-em 239.
-spur 239.
spas 492.
spasalar 239.
spas-avor 492.
-em 492.
-ik 239.
spar 108.
sparak 211.
spar-akir 109.
-ap ak 109.
sparapet 240.
eparapetut iun 240.
spetani 381.
spetap'ar 240.
spitak 240.
spitap ar 240.
spudek 381.
sput-em 240.
-umn 240.
spung 381.
simak 316.
simapan 494.
stadion 381.
stahak 249.
stambak 240.
stambak-em 240.
ut sun 240.
stamo 381.
stamok's 381.
-stan 241.
stanam 492.
stasın 241.
stak tike 241.
stein 492.
sterd 493.
ster) 492.
sterjanam 492.
steptin 381.
step 493.
stin 493.
stipem 493.
stsurak 381.
stik” 381.
stik eron 381.
stik's 381.
stik s-em 381.
stndi 437.
sindiac 493.
sinlu 493.
stotogi 381.
stom 382.
stoman 382.
stoya 382.
stoyikean 382.
storoveni 382.
stvar 493.
stvaranam 493.
strobilos 382.
ströbiut 382.
stratelat 382.
stroboton 382.
strom 382.
srah 241.
srahak 241.
srbazan 148.
srbem 492.
sring 382.
erobek' 320.
srunkn 494.
arunk 493.
srsk-em 241, 494.
-umn 241.
srk'njubin 279.
ap ef 382.
ep CG A94.
spirk 494.
sp iur. 494.
sp iu 494.
sp iurid 382.
ep tem 494.
sk asterie 518.
sk'em 518.
sk inos 518.
sk otastikos 518.
949
550
vazk 242.
vat gun 491, 495.
vahan 242.
vahan-ak 242.
-akir 242.
-avor 242.
valar 382.
vacar 242.
vacar-akan 242.
-em 242.
-i 242.
vairag 411.
vang 243.
vanem 243, 494.
vank 243.
vası 243.
var 243, 494.
var-em 494.
-im 494.
vasn 494.
vat 243.
vat-abazt 243.
-abaztık 243.
-abastık 243.
-artarak 243.
-azrat 243.
-akerp 243.
-anam 243.
-ansan 243.
-asırt 243.
-em 243.
tar 243.
-l'aragoin 243.
-l'arem 243.
-l'arut iun 243.
-tohmak 243.
-tohmik 243.
varaz 244.
varaz-agir 244.
-akerp 244.
varapan 244.
varapanakk‘ 244.
Wortregister.
varavand 244.
varavandaspas 244.
vard 244.
varz 244.
vark 245.
var£-em 245.
varj 245, 515.
varjak 245.
varj-im 245.
-kan 245.
varngeni 245.
varsamak 245.
varsamakapat 245.
varung 245.
vars (varsk‘) 240.
varsak 240.
vars-akal 240.
-am 246.
-aviray 246, 247.
-avor 246.
varrak 94.
varkay 383.
vaver 100.
vaverakan 100.
veh 240.
teh-agoin 240.
-akan 246.
velar 383.
vestasan 495.
ver 495.
vec 495.
vzean 150.
vzenak 150.
vzenk-em 150, 512.
tm 150, 512.
vzurk 246.
vzruk 240.
ve: 246.
vem 247.
vign 383.
visap 247.
vicak 247, 515.
vin 247.
vist 247, 515.
viram 247.
vkay 248.
vkandem 248.
vcar 248.
vcarem 248.
vci 248.
vdit 248.
vnas 248.
vnas-akar 171, 248.
vstanam 247.
vofẽſ as) 383.
vstah 249.
vstahanam 249.
vtak 249.
Gong 249.
vtangem 249.
vtar 249, 250.
vtarapah 250.
vtar 250.
vtar-ak 250.
-akan 250.
-andem 250.
-andı 250.
-em 250.
vrep 250.
trip-ak 250.
-akan 250,
-im 250, 515.
vrnjem 495.
t (an).
t- 495.
tagr 496.
tal 496.
taxt 250.
taxtak 250.
tak 250.
takar 251.
takarapet 251.
taland 383.
tacar 251, 515.
tacarapet 251.
tackinak 515.
tam 496.
taigr 496.
tani 498.
tanuter 498.
tan) an 251.
tan)em 251.
tasacoy 251.
tasem 251.
tast 251.
tastak 252.
tastavor 251.
tap 292.
tapagın 252.
tapak 252.
tapakem 252.
tapanam 252.
tapast 252.
tapastak 252.
tapar 252.
tape? 383.
tapım 252.
taralan 383.
tarex 383, 511, 518.
tasn 496.
tastak 116, 250.
tatrak 395.
tar 496.
taraz 292.
tarazagorc 252.
tarazuk 94.
taraparhak 218.
tarap 497.
tarmal 317.
tarmalak (tarmalak)317.
tartaros 383.
taut 254.
tavit 252.
tak sat 384.
tget 495.
teleti 384.
teh 497.
ter 497.
terem 497.
tes 497.
tes-ak 497.
-anem 497.
-4 497.
tetr 384.
tetra 384.
tetras et 384.
terev 317.
tevem 497.
tevt idẽ sc 384.
Wortregister.
teg 293.
G-om 142.
-goh 142.
-goin 142.
tiz 497.
tiim 498.
tip 384.
kit 498.
tittos 384.
tiradru 146.
tiv 498.
tiup on 384.
tip tikon 384.
tkar 166, 495.
(day 317.
tokosik 384.
tohm 253.
tohm-akank‘ 253.
-akic 253.
-at suk” 253.
-ik 253.
tomar 384.
toms 385.
tomsak 385.
toč 253.
tubi 385.
tugan 253°
tuganim 253.
tveal 496.
tuZ-em 253.
-im 253.
tuyray 277.
tun 498.
tutax 264.
turk 496.
tok'sakan 385.
tpazion 385.
tparan 384.
tpavorem 384.
triton 385.
tynavor 497.
timaj 264.
trapiz 385.
trapızıt 385.
tribun 385.
trigon 385.
trier 385.
triuton 385.
trmes 385.
trok os 361.
trox los 385.
trtum 498.
tot 254.
r (p).
rabun 376.
rabun-abar 316.
-akan 376.
-apet 376.
-em 316.
ravdos 380.
ropẽ 380.
€ (g).
c 499.
çax 499.
camak' 499.
celum 499.
cec 311.
cin 499.
cic 317.
cup 499.
cruk 499.
ctim 500.
ccem 317.
É (h).
pagros 386.
padam 254.
pat'erak 254.
paterakim 254.
p alkon 386.
pak 500.
p'akein 386.
patang 386.
p atangamusk 254.
p atarik 386.
patios 386.
pop alim 500.
p atp im 500.
p ailakn 414, 500.
551
562
v ailem 500.
p ailun 500.
p aitakert 169.
pandam 254.
pandit 395.
p andi/n 395.
p’andi'nahar 395.
pasaman 254.
park 294.
parat 494.
p argast. 254.
p'ard 218.
parda 218.
part am 254.
p art am- anam 254.
-acucanem 254.
p'arvaz 255.
p'arsaz 183.
partay 218.
pegenay 317.
pet 500.
p etur 500.
p etrvar 367.
p'erp'eran 256.
palak 386.
p ilisopay 317.
p ilisop'ay-akan 317.
-el 318.
-ut sun 318.
pilisop os 386.
p ilon 386.
pit 255.
padi 397, 501.
pulake 387.
piuritn 382.
p lanim 501.
p luzanem 501.
p lucanem 501.
p zr-an 501.
-em 501.
p l-apan 255.
-apet 255.
ptist 318.
p ?staci 318.
p domos 381.
p toskr 255.
ploskreay 255.
Wortzegister.
p'ncel 502.
psit 255.
p stipan 255.
p'ér-ank 501.
-em 501.
-im 501.
pok 387.
poi 387.
poit 501.
posi 501.
posis 256.
pos 387.
p'osura 387.
putam 501.
p wl 501.
puzr 501.
p'ustipan 255.
purn 387.
put 256.
p urkan 278.
p ursisn 256.
puk 256, 502.
p cem 256, 501.
p renit 387.
p rnkam 502.
prnéem 502.
psalmos 377.
p eadt. 377.
p senas 387.
p siat 387.
p solos 387.
ptem 256.
p tim 256.
przund 278.
p rk-ank. 318.
-em 318.
prprem 218.
p Kam 256, 501.
f ($ modern).
faranjamusk 254.
Fort 483.
fuert 483.
fulan 517.
* (B).
kac 397.
k'ahanay 318.
K'ahribar 263.
katak” 318.
katban 387.
k'ald-eay 318.
aan 318.
-éact 318.
K'aikos 388.
kate 502.
katc-u 502.
-r 502.
K'an 502.
K'andak 256, 515.
k'andak-agorc 256.
-agorci 256.
-em 256, 515.
K'anduk 250.
tant ar 319.
k asem 257.
K'asken 251.
ask” 257, 515.
K'astik 251.
K'ar- 503.
K'arasun 503.
katak 48, 53 Anm.
Karadr 388.
K'arak 388.
K'arakert 169.
K'arannux 510.
K'araus 167.
K'armarcank 270.
K'armrcank 260.
kars 251.
K'arsem 257.
K'aroz 319.
K'arozem 319.
K'aruba 515.
Kart 388.
K'artéz 388.
K'artes 388.
k'artutar 388.
E ark asam ? 205.
K'avdeay 318.
K'avdeut tun 319.
k aus 320.
ap ur 257.
ral ar 319.
kakum 278.
Ee 504.
K'emuzt 257.
k'emztapat 25 7.
keni 503.
K'eri 504.
K'erakan 503.
kerem 503.
ken 257.
K'es 258.
K'esakarkat 258.
K't'an 218, 308, 516.
A't'anazgest 516.
kt 391.
Kit os 388.
kamer 388.
E imeron 388.
kimia 388.
K in- aæxndir 257.
-am 257.
-ayoiz 291.
Wortregister.
K'tn-anam 257.
-avor 257.
kid 278.
Keirin 503.
Eemk 504.
K'min 278.
knar 319.
k'narahar 319.
ko 504.
kow 504.
kot 388.
K'orem 503.
k'orepiskopos 388.
k'uzay 389.
* umait 278.
kun 504.
kunem 504.
ku$nay 319.
Kurak 258, 515.
kusitay 319.
K'ust 258.
k'uray 319.
r urakan 504.
k'urj 258.
553
kurm 320.
K'sak 258.
k san 504.
K'sest 389.
k'sip'ie 389.
k'ristoneay 389.
k'ristosakan 389.
K'riusoprasos 389.
robe 320.
kronikon 389.
K'rsamn 319.
krtikar 259.
k'rk'um 320.
K'dk 320.
6 (o).
dharak 259.
öSindr 259.
dinan 259, 515.
otarıt (ódarid) 265.
Die übrigen Wörter
mit 6- s. unter au-.
II. Verzeichniss!) der nichtarmenischen Wörter
des fünften Theiles (p. 411—504).
a- (Neg.) 419.
a- (Augm.) 441.
asa- 484.
ahati- 448.
ahas- 420.
ahiti- 448.
ahü- 420.
ángára- 412.
áccha 499.
ajá- 417,
aja- 417.
ájimi 412.
ajina- 417.
1. Sanskrit.
an) 426.
üdmi 485.
adhás 441.
üdht 447.
an- (Neg.) 419.
and- 478.
antra- 447.
dpaka- 462.
dpänc 462.
dpi 445.
abhrd- 417.
ámaíra- 416.
ámbhaa- 417.
arkü- 443.
arghá- 411.
arh 477.
ávi- 468.
ac 464.
ácri- 421.
astau 483.
ásthi 482.
ásmi 442.
üsrk 424.
ahám 442.
dhi 450.
akhana- 413.
1) Für die Anfertigung dieses Verzeichnisses bin ich Herrn stud.
phil. Josef Karst aus Lothringen zu lebhaftem Danke verpflichtet.
554
ükhanıka- 413.
neuind. ata 414.
ata 419.
äntrd- 447.
aplu 454.
amá- 408.
ardrá- 415.
sccháti 418.
tcchà 418.
íyarti 441.
irmá-s 425.
ucyati 484.
udaká- 434.
udan- 434.
urana- 432.
ünd- 484,
urmí- 435.
ürna 434.
fk 443.
rkšas 425.
rjipyd- 424.
rta- 423.
riüvan- 423.
rnoti 477.
ráabhá- 417.
ka- 481.
kakh 455.
kart 462.
karpara- 458.
kincid 450.
kim 450.
ku- 481.
kuni- 457.
külayatı 462.
káamdá- 499.
kéupa- 499.
ksumpa- 499.
khanaka- 413.
khani 413.
khála- 457.
-gara- 460.
gala- 460.
gávya- 461.
gavyd- 461.
gaus 461.
girati 460.
gilati 460.
Wortregister.
gütha- 461.
gna- 460.
grüvan- 444.
ghand- 431. .
gharmá- 486.
ghäta- 431.
ghrnd- 486.
ghrni- 486.
-ca 502.
catvüras 485.
candrd- 479.
car 441.
dyávaté 485.
cyuti- 485.
chid 500.
Jan (janati) 456.
Jánas- 456.
Jáni- 460.
Jániman- 456.
Jáni- 460.
Járant- 456.
Jatd- 456.
-jani- 460.
Janu- 457.
Jihva 452.
Jivd- 459.
Jivati 459.
Jivütu- 459.
Jivitá- 459.
Jaà (Jandti) 456.
Jjnatd- 456.
JRati- 456.
Jüubüdh- 457.
tanc 448. |
tám 437.
tala- 497.
tirás 496.
turiya- 502.
tuvdm 440, 504.
trstá- 442.
trána- 442.
trsyatı 442, 448.
tráyas 444.
tras 443.
tvam 440, 504.
dadárca 491,
dádàmi 496.
dädhät: 439.
dán (dant-) 422.
dán (pátir dan) 498.
dánta- 422.
dabh 438.
dam- 498.
dáma- 498.
dáca 496.
dah 431.
divasa- 498.
diva 498.
dur- (dvär-) 440.
duš- (dur-) 495.
duhstär- 440.
devár- 496.
dēhi- 439.
dyads 498.
drapsá- 497.
dvà, dvãu 445.
dvär- (dur-) 440.
dháyati 437.
dhü (dhünoti) 438. .
nakha- 471.
nadá- 416.
náva 450.
náva- 419.
návya- 419.
nüma 420.
nifidati 478.
nidá- 478.
pajrd- 408.
panda 467.
pancäcdt- 477.
pdtatra- 500.
pattra- 500.
pád- 482.
padá- 460.
pánthas 468.
pára- 466.
parás 466.
parisvakta- 504.
parut 467.
par)ánya- 445.
valitd- 412.
pastía- 464.
pa ‘schützen’ 468.
pā trinken 447.
pasu- 501.
payu- 468.
pitrvya- 477.
pita (pitar-) 463.
pibams 447.
puti- 468.
püya- 468.
püyati 468.
préecháti 464.
prcchä- 464.
prt 466.
prihü- 451.
prihuka- 483.
prsthá-m 443.
práthaté 451.
práthas- 451.
pracnd- 464.
pra 452.
phalgá- 500.
phálguna- 500.
barhís 428.
bahistha- 426.
bahiyas- 426.
bahu- 426.
bahuld- 426.
bukka- 430.
budhnd- 431.
brhánt- 428.
bhanga- 429.
bhanj 429.
bhäräms 429.
bhará- 429.
bhuj 430.
bhoga- 430.
bhojana- 430.
bhojayati 430.
bhrütar- 441.
bhri 427.
ma- 474,
manak 472.
märta- 472,
mardh 413.
märman- 413,
mástu- 472,
ma 474.
mäsá- 474.
mêta (mätar-) 472.
Wortregister.
mäs- 417.
müka- 476.
müs- 475.
müsa- 475.
müsaka- 475.
müsikà- 475.
mriyü- 472.
mrdu- 473.
mrs 475.
meghd- 414.
meha- 474.
méhati 414.
mriyáte 473.
yákrt 452.
yatar- 478.
yugám 454. .
yusma- 470.
yüydm 470.
rahatö 422.
rahas- 422.
rahya- 422,
raghü- 422.
rajatá- 424.
rájas- 443.
ravi- 424.
rà 451.
rid 455.
rih 452.
ruksd- 453.
rud 453.
rucant- 453.
roka- 453.
laghá- 422.
liksā 482.
lih 452.
lopagá- 415.
vac 436.
vamrá- 416.
vamri- 476.
vdrsistha- 495.
vársiyas 495.
vársman- 495.
valayati 435.
valmika- 476.
vac 495.
vas 446.
vásati 436.
555
vasatí- 436.
vasantd- 432.
vasarha 433.
vastu- 436.
vdstra- 446.
vasnd- 434.
vasnayamı 434.
vüstu- 436.
vjcatí- 504.
vid 437.
vrka- 431.
veda 435.
-cat 491.
cámya- 488.
cärira- 479.
cakha- 499.
cana- 477.
cas (cis) 489.
cästär- 489.
cüsti- 489.
círas- 489.
eila- 487.
cícira- 488.
cisti- 489.
cHa- 490.
cubhrá- 492.
coka- 491.
cemägru- 476.
cyavá- 489.
cyend- 499.
ert 451.
cru 453.
crus 453.
crusti- 453.
ctácura- 491.
cvacrü- 491.
eva 480.
sat 495,
sodaca 495.
Sthivámi 449.
sdna- 467.
sanakd- 467.
sdna (sanüt) 463.
sanatána 463.
saidArta- 463.
saptd 440.
(sápta? 520).
556
sama- 416.
sámā- 416.
sárva- 481.
savya- 414.
sasyd- 465.
syhd- 450.
srj 425, 446.
skhal 490.
skhalana- 490.
stäna- 493.
star- 421.
stari- 493.
sthávira- 493.
sthüurd- 493.
sthüla- 493.
enüyu- 418.
anavan- 478.
snusa 479.
&pác- 492.
A. Avestisch
(Zend und Gathadialect‘.
a- 419.
aipi 445.
aoò ra- 411.
ätar- 418.
awra- 417.
an- 419.
ana (instr.) 478.
av 412.
avakana- 413.
arajaiti 477.
arajah- 477.
arama- 425.
arasa- 425.
arsa 417.
asa- (‘gemahlen’) 414.
asa- 423.
usavan- 423.
asta 483.
asnaoiti 464.
ascu- 482.
ast- 482.
azi- 450.
Wortregister.
sphur 500.
sphulinga- 500.
srdvati 420.
sruti- 420.
srötas- 420.
svan} 503.
svápna- 504.
svara- 503.
svásar- 504.
sveda- 503.
hati- 431.
-hatya- 431.
hátha- 431.
had 470.
hánu- 456.
häntı 431.
hánmi 446.
hdya- 410.
härsate 432.
2. Iranisch.
azami 412.
azom 442.
ahmi 442.
äztuirım 503.
arozuta- 424.
orozi 483.
orazifya- 424.
oraezifyoparana- 425.
ai9yd (acc. pl.) 419.
azah- 420.
tric 455.
tzaena- 417.
ısaıtı 418.
izaena- 417.
upamanayon 4156.
usi 484.
uzdaeza- 439.
una- 484.
kan 413.
kareta- 462.
kart 462.
kasu- 458.
gaoya- 461.
-gara- 460.
garah- 460.
hala- 471.
háva- 469.
hávana- ( Anrufung) 469.
hávana- (Opferung) 469.
havis- 469.
hardi 4%.
himd- 410.
hima 470.
hu 469.
hu 469.
hrd- 490.
hrdaya- 490.
hrsyati 432.
héman 470.
hemantá- 470.
hótar- 469.
hötrd- 469.
hva 469.
| garema- 486.
gáus 461.
gavya- 461.
gena- 460.
guü3a- 461.
z"aeda- 503.
z"afna- 504.
z'anhar- 504.
z"arezista- 502.
z"asura- 491.
zsvas 495.
ynũ- 460.
-ca 502.
ca9wäro 485.
cis 450.
Jainti 432.
Jani- 460.
Jyaiti- 459.
Jyataus 459.
Jyotum 459.
tarma- 448.
tancista- 448.
taro 496.
tarsna- 442, 448.
tem 437.
tarasasti 443.
tasyd (comp.) 448.
tu, (vém 440.
tuirya- 503.
tum 440.
daenu- 431.
dadaits 439.
dadami 496.
dab 438.
dantan- 422.
dam- 498.
dasa 490.
dadarasa 497.
domana- 498.
diz 439.
dugedar- 440.
duydar- 440.
dus-, duż- 495.
dvarem (ace.) 440.
9wam 504.
$rayo 444.
paitishahya- 465.
pairidaeza- 439.
pairisz"azta- 504.
paourusa- 520.
pad- 482.
padam 466.
panca 467.
pancäsat- 411.
panta 468.
panti 468.
paro 466.
parsti- 443.
padra- 468.
päda- 482.
päyu- 468.
porssaiti 464.
pasnu 501.
pita 463.
pd it i- 468.
pta 463.
barami 429.
barazah- 428.
darozis 428.
ba 428.
borozi- 428.
basnu- 426.
Wortregister.
bazah- 420.
buna- 430.
buzya- 430.
büza- 430.
brätar- 441.
broi9ra- 427.
Jra9ah- 451.
Fraòna- 464.
frazainti- 456.
frena- 452.
fstüna- 493.
nava 450.
nava- 479.
nama 420.
nishidaiti 478.
nmäna- 498.
ma- 474.
maeya- 474.
maesman- 474.
maezæ 474.
maezmti 474.
maoiri 416.
marsta- 472.
masya- 412.
ma 414.
mata 472.
maradyu- 412.
ma 417.
niryeite 473.
yakara 452.
yus 470.
yüsma- 470.
yūžəm 470.
vaeda 435.
vaeda 435.
vac 436.
vanrı 432.
vanh 446.
vanhaiti 436.
varaza- 437.
vasah- 495.
vastra- 446,
vasna 494.
vasmi 495,
voroꝛyeiti 436.
vohrka- 431.
vindait 437.
557
visaiti 504.
raorsna- 453.
raocah- 453.
ronjaiti 422.
ron)ataspa- 422.
ronjista- 422.
ronjyo 422.
rovi- 422.
riz 452.
savaite 485.
susat (ipf.) 485.
sūta- 485.
8yao9na- 485.
saena- 499.
-sat- 491.
sarah- 489.
sarota- 488.
sästar- 489.
sid. 500.
sima- 488.
simor9ra- 488.
stavah- 493,
star- 421.
gtũi- 493.
stvi- 493.
spas- 492.
spasyeits 492.
spa 480.
snavara 478.
syava- 489.
srasc 494.
sru 453.
erus 453.
srüta- 453.
inum (acc.) 457.
zaotar- 469.
zaosrä- 469.
zadah- 470.
zan 450.
zayana- 410.
zayeite 456.
zavana- 469.
zarodaya- 490.
zata- 456,
zorod- 490,
zerodaya- 490.
zıma- 470.
558
zizanal 456.
zu 469.
zba 469.
zyà 470.
haurva- 481.
hapta 445.
hana (hanà-) 463, 467.
hano 467,
hankana- 413.
ham- 416.
hama 416.
hama- 416.
hamo 416.
hava- 451.
havya- 414.
harez 425, 446.
hahya- 465.
B. Die übrigen ira-
nischen Sprachen.
ap. a- 419.
np. abr 417.
ap. ada 439.
ap. adada 439.
ap. adam 442.
ap. adana 456.
np. adar 418.
np. aftaba 448, 520.
osset. aik” 471.
osset. almarın 425.
np. am 442.
ap. amänaya 475.
ap. amiy 442.
ap. amriyatã (imp.) 473.
ap. an- 419.
afgh. ana 463.
np. angist 412.
kurd. ar 418.
osset. ard 443.
np. ärd 414.
osset ary 477.
np. ar} 477.
osset. arm 425.
osset. ürmürin 425.
np. aroy 483.
osset. ars 425.
osset. art“ 418.
Wortregister.
bal. art 414.
ap. arta- 423.
osset. arw 417.
ap. &g£«goc 425.
np. arz 477.
bal. às 418.
ap. asiyavam (ipf) 485.
np. atas 418.
phl atur 418.
kurd. ddr 418.
jüd. pers. awaz 462.
osset. dwrag 417.
osset. drai 417.
phl. azak 417.
np. baha 434.
np. bahar 432.
np. bar 429.
np. bar 429.
np. barra 432.
np. barz (varz) 436.
osset. bürzond 428.
osset. baz 428.
bal. baz 426.
. baz 462.
. bel 421.
. biradar 442.
. bist 504.
. brätar- 441.
. buland 428.
. bum 430.
. bun 430.
. buridan 427.
. burz 428.
. buz 430.
. buza 430.
np. buzica 430.
osset. cüun 485.
wari daugm 485.
osset. cıd 485.
kurd. cun 485.
np. day 437.
np. dah 496.
kurd. dain 437.
np. danam 456.
np. dandan 422.
np. dar 440.
np. dard 498.
phl. dart 498.
np. daya 437.
osset. diiyun, däin 437.
kurd. delık 437.
ap. dida- 439.
np. dil 490.
np. diz (dez) 439.
osset. du (di) 440.
ap. duvaraya 440.
np. duzt 440.
np. duztar 440.
osset. füd 466.
osset. fadun (fadun) 464.
osset. fündag (fändäg)
469.
osset. farü 467.
osset. faron 467.
osset. fid 463.
osset. dd 463.
np. galu 460.
afgh. yara 460.
np. garm 486.
afgh. yarma 486.
np. garmä 486.
afgh. yarma 486.
np. gastan 461.
np. gav 461.
np. gaz 461.
np. gazidan 461.
bal. g19 461.
kurd. gü 461.
np. gih 461.
afgh. yul 461.
np. gulu 460.
np. gurextan 455.
np. gurg 431.
np. gusistan 500.
np. haft 445.
ap. hama- 416.
phl. Aën 467.
np. hēzan 465.
np. Aistan 446.
bal. sstür 493.
bal. jan 460.
np. Jigar 452.
np. Juy 454.
np. kandan 413.
ap. (inf.) kantanaiy 413.
np. kastan 458.
np. keh 458.
np. kul 457.
osset. hek 482.
osset. liskä 482.
np. listan (pr. lẽsam) 452.
ap. ma 474.
bal. maday 472.
np. mädar 472.
np. mah 417.
ap. mahya 417.
osset. mälät‘ 472.
osset. mäljıg 476.
np. mänam 475.
np. dial. mäng 417.
np. mard 472.
phl. mart 472.
ap. martiya- 472.
np. mäsidan 472.
np. mast 472.
bal. mastay 472.
afgh. mala 475.
afgh. malak 475.
osset. medüg 474.
np. mey 414.
osget. meyü 474.
np. mezad 474.
bal. mezay 474.
osset. mezun 474.
osset. midäg 474.
osset. miy 474.
np. mirad 473.
osset. mst“ 475.
afgh. mital 474.
np. miyãn 474.
osset. mizin 474.
np. mor 476.
osset. muljug 476.
jidgah murgah 476.
np. müs 475.
bal. müsk 475.
g. nad 478.
np. nai 416.
ap. nama 420.
ap. nıpadıy 466.
np. nisastan 478.
Wortregister.
559
ap. nıyasädayam (ipf.)| np. sas 495.
478.
afgh. ör 418.
afgh. ora 414.
bal. pač 463.
bal. pad 466.
bal. pada 466.
nbal. pada 466.
ap. padiy 468.
ap. paòim (acc.) 468.
np. pat 466.
np. pas 482. .
np. paig 466.
np. panj 467.
np. panjaA 477.
np. par 461.
waxi pard 467.
ap. patipadam 466.
np. pidar 463.
bal. p'i9. 463.
np. pistan 493.
np. pir 520.
phl. pit 463.
ap. pita 463.
phl. pitar 463.
np. pük 501.
np. pursad 464.
np. pust 443.
sarigoli rapc 415.
ap. raucah- 453.
ap. rauta 421.
np. risk 482.
np. robah 415.
osset. robas 415.
phl. ropäs 415.
bal. rop'ask 415.
np. roz 493.
osset. rūbas (rias) 415.
g. ruwas 415.
osset. said 488.
osset. süii 488.
osset. salu: 488.
np. sar 489.
osset. sür 489.
afgh. sara 488.
np. sard 488.
np. sarma 488.
osset. sau 489.
np. savam 485.
np. saz 499.
np. et 444.
np. sim 488.
np. simury 499.
bal. sınday 500.
np. sitadan 492.
phl. np. sıyah 489.
phl. siyak 489.
np. sog 491.
afgh. sor 488.
afgh. star 493.
phl. stavar 493.
osset. 717 493.
kurd. stür 493.
g. suk 491.
bal. suta (suda) 485.
afgh. sval 485.
np. tabidan 448.
np. täftan 448.
np. fang 418.
np. fanjidan 448.
phl tar 497.
ap. taradaraya 496.
phl. tarmenisnih 497.
np. tarsad 443.
ap. trsatiy 443.
osset. tu 449.
np. tuf 449.
ap. tuvam 440.
ap. uvämrsiyu- 472.
ap. vähara (in Suravà-
hara-) 432.
np. var 494.
phl varak 432.
ap. rasna 494.
afgh. vraka 453.
afgh. vuz 430.
afgh. vuza 430.
np. zäya 471.
np. zırs 425.
ap. zsnasatiy 456.
np. zusrü 491.
np. zusur 491.
np. z’ab 504,
560
np. z"ahar 504.
np. z"ai 503.
np. z"alidan 502.
np. zadan 456.
np. zan 460.
«- (Neg.) 419.
Gare 420.
&yw 412.
aLouaı 412.
«Qo 412.
alysıos 417.
kypr. «loc 417.
«t£ 417.
anis 421.
&xovy 411.
&xgov 421.
@xoos 421.
ted = (de. fo 414.
&Atvgov = dd FO
414.
“m 414.
alla 417.
thog 417.
ang 414.
Adus 414.
aAunn: 415.
lokr. &u&ga 426.
&ur 416.
&uíc 416.
&uo- 416.
Gupi 416.
Gudden 453.
* (Neg.) 419.
êtvartoh7 441.
&vro 418.
avıi 447,
apagioxw 420,
“oyvoos 424.
oda 415.
aodaros 415.
&oðw 415.
att. d 432.
Goıaros 485.
&oxéw 423,
Wortregister.
np. zanad 432,
np. zanaz 456.
bal. zanik 456.
np. zanü 491,
bal. zantik 456.
3. Griechisch.
&oxroc 42b.
covvuaı 420.
dg org 423.
d 417.
Goonv 417.
dre 423.
Gorıyevns 423.
&grvro 423.
c rue 423.
korvm 423.
toro 421.
ŭotgov 421.
«vA 412.
&poós 417.
ayos 462.
Beivw 441.
Balavos 457.
böot. ava 460.
BıBowoxw 460.
Bıorn 459.
Bioros 459.
Bopa 460.
BopunE 416.
Bogos 460.
Borgvs 483.
Bovs 461.
Boepos 461.
Booros 472.
Bovyuos 462.
gore 462.
Boöyn 462.
Body 462.
Bvas 430.
usa 430.
BvouaE 476.
yaradnwyosg 437.
yalows 496.
ytàÀ«crogc 455.
yeraw 455.
phl. zanuk 457.
np. zar 456.
osset. zürond 456.
y£kos 455.
ya 455.
yEveoıs 456.
y£vos 456.
yévve 456.
yégavog 461.
ytoov 456.
yEpvon 457.
yiyvouaı 456.
ytyvooxa 456.
yvasuos 456.
yraSog 456.
yvú 457.
yvwros 456.
yovu 457.
yvvn 460.
yvoos 457.
yupos 457.
yvooo 457.
yovía 457.
dano 490.
daxov 426.
dexa 496.
degxouaı 497.
déow 497.
didwuı 496.
dou- 498.
douos 498.
dvc- 495.
duw 445.
hom. de 498.
hom. dee 498.
dwoov 496.
e- (Augm.) 441.
fag (Hag, elap) 424.
Eao 432.
agtn 419.
iyw 442.
Edw 485.
sixosi 504.
etàvua 434.
eilvoueı 433.
eld 414.
eluaı 446.
ciui 442.
eiv«reoeg 418.
siztiv 436.
lak. e 417.
elc (uia, Ev) 414.
xei 487.
tamu 495.
éxvoa 491.
kx vo 491.
xwv 495.
ier 442.
thagos 442.
éA«gpoog 422.
EAuyus 422.
kae 433.
Elos 442.
&vo9n 433.
EAuroor 434.
lesb. Zu 442.
ivvéa 450.
évvvuat 446.
čvoç 467.
&vrega 447.
évrog 447.
EE (Fer) 495.
ós 451.
£negvoy 432.
éní 445.
Erros 436.
ent 445.
koyalouaı 436.
Eoyov 436.
čodw 436.
loeBevvös 443.
toe Ho 443.
Eoeuvos 443.
t0svyouwi 483.
tois 466.
ion. £oazv (loony) 417.
2036 446.
too 440.
done 435.
Wortregister.
éazíga 435.
£orreoos 435.
Eoovusvos 486.
£oovro 486.
evvıs 484.
edwdns 468.
eyıdva 450.
iyivogc 481.
Exis 450.
iwa 446.
gortyn. Fa 432.
hom. fí«o 432.
bóot. Fixerı 504.
tj 459.
buyov 454.
ion. (ww 459,
7 421.
nuag 426.
rufoa 426.
Inc 452.
Sc 438.
9«420oc 437.
9«AÀn 437.
Yaros 437.
Zeit 432.
Feguos 496.
Yépouat 486.
9éooc 480.
ge 439.
Srita 437.
Inn 437.
9ràvc 437.
$539 437.
$zcato 437.
Guyang 440.
96 438.
voa 440.
juo 438.
i«vw 411.
idows 503.
ixtivos 499.
lg9óg 471.
xayyulo 455.
xayraàÀ«o 455.
xayyacuos 455.
x&vd«oog 419.
xao« (xdon) 489.
Hübschmann, Armenische Grammatik.
xd, 490.
ion. x«envov 489.
xayatw 455.
xeiow 462, 503.
xeveos 490.
att. xevos 490.
xzo 490.
xy 455.
xio» 490.
xiivo 452.
xAitvs 451.
xAvros 453.
xÀvo 453.
xÀmou 489.
xoAogog 459.
xoAogow 459.
-xovta 491.
#0001 489.
xovo& 462.
xoatepos 459.
xo 459.
#01 432.
xor? 432.
168 490.
vd 457.
xvoros 520.
x uo 480.
#WYOG 477.
xo: 457.
kanıo 451.
A«gvogor 412.
À«g ccu 451.
de ind 455.
2eixw 452.
Aevxos 453.
Aeuwogooos 429.
Aunavo 455.
561
hom. 26w = Aöfw 452.
40% 452.
Avyizw 454.
Avy 454.
Avyoc 454.
Avyow 454,
Avxos 431.
Avyvos 453.
vw 454.
|Awiw»r 451.
36
562
ngr. uabotv? 472.
ualaxos 473.
uaAsaxos 473.
uogvauaı 473.
dor. uarno 472.
uè 474.
utyas 473.
utdıuvos 463.
uédouai 475.
ion. usis 417.
uéicos 473.
ul 473.
Hëitëege 473.
uévw 475.
pécos 474.
utocos 474.
ut xo 473.
undouas 475.
undos 474.
unv 417.
umo 472.
untgva 472.
uiuvw 475.
uoıxos 474.
uopuvow 476.
noogxiov 475.
uúdos 476.
uvia 416.
pvxog 416.
uvin 471.
uvvdos 476.
uvouas 476.
uvouné 416.
ubs 475.
uvrros 476.
pvxog 475.
ve«pós 479.
ion. veios 479.
yéog 479.
vatns 479.
yngo 479.
vvos 479.
Enivw 488.
Eavıns 488.
Esgos 485.
Engös 485.
ödun 468.
Wortregister.
ödovs 422.
ödwdn 468.
ion. ödw» 422.
Get 468.
0606 482.
olda 435.
oidéw 418.
olódua 418.
oldos 418.
oivog 434.
oig 468.
òxtw 483.
6405 (ob og) 481.
öAopudvös 481.
okopvpoucı 481.
òuigéw 474.
óutyàn 414.
duıxua 414.
óuua 413.
ovag 420.
övsıpov 420.
öveıpos 420.
övoua 420.
óvvE 471.
önn 414.
òntaw 446.
ontos 446.
ooyavov 436.
opvvuaı 411.
00005 482.
öopavos 482.
öogpo- 482.
ooxıs 483.
occa 436.
ooreov 482.
gege 482.
ovg 484.
opga 443.
ow 436.
Goy 446.
zraıno 462.
natos 469.
marows 477.
nayus 426.
meda 467.
nec, mebos 466.
nei 467.
7ztí£xog 421.
nekoucı 441.
zéie 441.
äol. eure 467.
névre 467.
nevınxovra 477.
nd 466.
rrepuios 466.
nd 466.
negınaousvos 441.
negovaw 467.
nepovn 467.
néovot 467.
neralov 449.
even 901.
nyut 468.
nnyos 408.
niundnut 452.
zivo 447.
nin nig 429.
nissa 501.
nítvg 501.
naros 451.
zàar:vge 451.
hom. zio; 452.
nahen 492.
nb 454.
nzÀvtog 454.
no- 481.
noti 481.
noxos 421.
(ai) modal 412.
nroAıos 412.
hom. roAvgon» 432.
noivwnos 414.
nois 483.
nora 483.
nr 483.
nocis 447.
not 481.
zov; 482.
gortyn. noeiyova 444.
thess. ngeioßvs 444.
kret. nogeioyus (7tQetyvs)
444.
noenw 444.
no&oßus 444.
mwosaBurspos 444.
n00yvU 457.
ngwuros 443.
nrak 448.
zt&ovvuac 502.
nteréa 449.
te 449, 500.
z1éov£ 449.
z172000 448.
nr 449.
ntwé 448.
z10000 448.
zv9ugv 431.
nuvdak 431.
"vov 468.
nvo 469.
nõua 447.
nõua 468.
aeol. zwrw 447.
nd 468.
6ofos 421.
ģopéw 423.
óvyxoc 486.
6vaıs 421.
övros 421.
cé 504.
osvo 485.
oxedavvvuı 480.
axidvauaı 480.
Rs 479.
auh 475.
oneipw 494.
onevdw 501.
onovdalw 501.
onovdn 501.
grave 493.
oreißw 493.
hom. crete 492.
hom. ere«Aeco». 492.
oreioa 493.
qredec 492.
ore 492.
oreAexos 492.
Wortregister.
orıßeoos 493.
oroıßagw 493.
oroıßn 493.
opadizgos 490.
g «AÀw 490.
op&iua 490.
opnxow 500.
*gxédr 480.
oyedapıov 480.
ayidak 480.
*gyidn 480.
oxila 480.
axis 500.
-te 502.
tetow 449.
teiyos (toigos) 439.
réAMouat 441.
têka 441.
têka 498.
teoergov 449.
zeondwv 449.
teoooucı 442, 448.
hom. reooapes 485.
dor. teroges 495.
tinue. 439.
usnvn 437.
tis 450.
to-v 437.
ron 903.
gortyn. re 444.
rosis 444.
rot 443.
10 444.
tooxos 440.
dor. zv (att. cv) 440.
vdwo 434.
dels 470.
nv 504.
paoos 427.
g«ovy£ 429.
gadis 428.
parıs 428.
e 429.
963
géoua 429.
péow 429.
pn (pi) 428.
gıroos 429.
povos 432.
gopa 429.
gpooros 429.
poate 441.
počtwo 441.
poeag 415.
hom. posiata 414.
= gonara 414.
pvoa 501.
yvoaw 502.
pvoraw 502.
pvoxa 502.
gor, 428.
zapıs 470.
xékw 470.
xtiua AT.
Trëttoir 471.
xeio 410.
xeovıy 470.
"to 469.
aeol. 25 470.
xt 411.
xodavos 410.
yon 169.
wedvos 500.
vevdze 492.
vevdouau 492.
weuvdos 492.
voro 501.
wuos 468.
wuos 484.
wvéouat 434.
dré 434.
gortyn. wvv 434.
G 434.
wor 471.
hom. one 413.
wy 413.
36*
064
accendo 419.
acer 421.
acies 421.
acuo 421.
acus 421.
adagio 421.
adagium 421.
ago 412.
ajo 421.
alius 417.
ama 416.
amb- 416.
ambages 416.
ambi- 416.
ambiegnus 416.
ambire 416.
ango 420.
angor 420.
anguilla 426.
anguis 426.
angulus 419.
angustus 420.
umbr. anovihimu 411.
antae 419.
anus 463.
aratrum 423.
arceo 423.
argentum 424.
armus 4295.
ars 423.
altlat. assır, asser 424.
auris 404.
avis 465.
avuncu'us 465.
avus 465.
bibo 447.
bos 461.
bubo 430.
cachinnus 455.
candeo 479.
canis 480.
capio 457.
captivus 457.
capulus 457.
lat. gall. carruca 458.
Wortregister.
4. Lateinisch.
lat. gall. carrus 458.
cera 455.
cicer 490.
eis 487.
eiter 487.
citra 487.
clivus 451.
cluo 453.
conspicio 492.
convolvulus 433.
cor 490.
cos 477.
erus 494.
currus 458.
curvus 920.
decem 406.
dens 422.
destinare 492.
dies 498.
altlat. dingua 452.
do 496.
domus 498.
dudum 497.
duo 445.
duro 497.
edo 485.
ego 442.
erugo 483.
eæplenunt 452.
faber 438.
fabre 438.
osk. feíhwss 439.
Felare 437.
femina 437.
Jero 429.
filia 437.
filius 437.
Jilum 486.
forare 427.
Fores 140.
formica 476.
formus 186.
Frater 442.
Fundus 431.
, gena 456.
genu 457.
genus 456.
gigno 456.
s 491.
glans 457.
glos 496.
glutio 460.
gnosco 456.
gratus 470.
ëng 461.
|
gula 460.
| hiems 471.
| hordeum 432.
horreo 432.
horridus 432.
| horror 432.
| impleo 452.
in- 419.
inclino 452.
inclutus 453.
induo 411.
Janitrices 478.
|Jecur 452.
'jugum 454.
lacrusna 426.
lambo 451.
lamenium 451.
lavo 452.
levir 496.
lingo 452.
lingua 452.
linquo 455.
luceo 453.
lucerna 453.
lucifer 429.
lumen 453.
luna 453.
lupus 431.
lua. 453.
malus 473.
maneo 475.
mater 4712.
meditari 415.
medius 414.
mejo 414.
mel 413.
mensis 417.
mingo 474.
modus 463, 475.
molo 471.
mollis 473.
morior 473.
murmuro 476.
mus 475.
musca 476.
musculus 475.
mutus 476.
(ginascor 456.
nidus 478.
nomen 420.
nosco 456.
notus 456.
novem 450.
novus 419.
nurus 419.
octo 483.
oculus 413.
odı 422.
odium 422.
odor 468.
oleo 408.
orbus 482.
orior 477.
os 482.
ovis 468.
ovum 471.
pango 468.
pater 463.
patruus 477.
pecus 422.
peda 466.
pedes 461.
pello 462.
pes 461.
piger 465.
pipilo 429.
pipio 429.
pipo 429.
pipulum 429.
umbr. pir 469.
Wortregister.
pix 501.
plenus 452.
plerique 452.
pons 409.
porca 467.
posco 464.
potus 447.
praestinare 492.
precor 464.
priscus 444.
procus 464.
pus 468.
quam 902.
quantus 502.
quartus 503.
quattuor 485.
-que 502.
quinquaginta 411.
quinque 467.
quis, quid 450.
quo- 481.
ructo 483.
sal 414.
sullo A14.
salvus 481.
scheda 4S0.
scida 480.
scindo 500.
scintilla 479.
semper 463.
senex 407.
septem 445.
seresco 485.
ser 495.
socer 491.
zocrus 491.
sollus 481.
somnus 504.
sorbeo 423.
soror 504.
spuo 449.
stella 421.
sterilis 493.
sternuo 902.
stipare 493.
———— LEE UL — nn ——
565
studeo 501.
studium 501.
stupeo 449.
stupesco 449.
stupidus 449.
stupor 449.
sudor 503.
sum 442.
suus 451.
terebra 449.
tero 449.
terreo 444.
torreo 442, 448.
ires 444.
tu 440.
umerus 4$4.
unda 434.
unguen 420.
unguis 471.
unguo 420.
ursus 425.
vellus 434.
vendere 431.
venio 441.
veno (venut! 434.
venum dare 434.
ver 433.
vesper 435.
vespera 435.
vestis 446.
viginti 504.
vinum 434.
viro 459.
vivus 459.
vocare 436.
volvo 433, 435.
voro 460.
-vorus 460.
vor 430.
Italienisch.
tetta 498.
zezzolo 498.
zizza 498.
566 Wortregister.
5. Keltisch.
(Irisch unbezeichnet.)
adaig 412. chi 453. gin 456.
adcondarc 497. clunim 453. gnäth 456.
adgensa 456. cóic 467. gorim 486.
ag allasd 417. combaig 429. guin 432.
ágor 462. comboing 429. cymr. gulan 434.
aile 417. cride 490. cymr. häf 416.
ainm 420. cú 480. bret. hen 467.
arathar 423. cumgas 420. cymr. corn. hen 467.
gall. argento- 424. cumung 420. cymr. Ao, 481.
gall. Argentoratum 424. | cymr. dant 422. cymr. hún 504.
asbiur 429. acymr. dec 496. corn. hweger 491.
corn. ascorn 482. deich 496. corn. hwigeren 491.
cymr. asgwrn 482. del 437. iar faigid 436.
athir 463. dere 497. ibid 447.
atomaig 412. det 422. imb, imm-, imme- 416.
au 484. dinim 437. imb 426.
ben 460. dinu 437. immckomairc 464.
béo 459. dith 437. immchomarc 464.
beothu 459. dobiur 429. indiu 498.
berim 429. dorus 440. inn urard 467.
bern 429. droch 440. ire 466.
berna 429. du- 495. léiccim 455.
bethu 459. cymr. dyw 498. lethan 451.
biad 459. cymr. elain 442. lígim 452.
biu 459. elit 442. ligur 452.
bö 461. erc(?) 445. linaim 452.
bocc 430. err 482. cymr. litan 451.
bonn 431. cymr. erw 445. löche 453.
bräthir 442. escung 426. luachté 453.
cymr. breuan 445. etrech 467. ierg 472.
bri 428, feiss 436. gall. medio- 474.
bró 444. ferr 499. medón 474.
broo 444. fescor 435. 'meldach 473.
-ca 491. fiche 504. melim 471.
cacht 458. finnaim 431. mellaim 413.
air. cymr. carr 458. Rur 504, menb 472.
gall carros 458. oss 436. mí 417.
cé 487. -ga 491. midiur 475.
cethir 485. gam 471. mil 413.
-cha 491. corn. cymr. bret. garan |cymr. mis 417.
cymr. chwech 495. 461. moirb 476.
cymr. che 503. gegon 432. mich 475.
cloor 453. gein 456. nóin 450.
cloth 453. gelid 460. nue 479.
6 484.
ocht 483.
olann 434.
om 468.
cymr. pimp 467.
abret. rec 467.
cymr. rhych 467.
rogénair 456.
romidar 475.
aggvus 420.
agıs 462.
nhd. Ahn, Ahne 463.
ahtau 483.
aisl. aka 412.
ala- 481.
alja 417.
aljıs 417.
alla- 481.
ams 484.
amsa 484.
ahd. ana 463.
ahd. ancho 426.
and 447.
mhd. ane 403.
ahd. ano 463.
arbaips 423.
nhd. Arbeit 423.
aisl. ardr 423.
arms 425.
ahd. ars 482.
ahd. asc 465.
aisl. askr 465.
asts 482.
ags. atol 422.
auso 484.
avo 463.
baira 429.
baírgahei 428.
ahd. bar 430.
nhd. bar 430.
nhd. Beil 429.
ags. ben 428.
ahd. berg 428.
Wortregister.
sam 416.
sé 495.
secht 445.
sen 467.
cymr. seren 421.
sur 504.
smech 416.
sreod 502.
sruaim 421.
6. Germanisch.
(Gotisch unbezeichnet.)
ahd. bihal 429.
bilaigon 452.
biühts 484.
nhd. Bock 430.
ahd. bodam 431.
nhd. Boden 431.
aisl. bora 429.
ahd. boron 427.
ags. boim 431.
aisl. botn 431.
bropar 442.
ahd. cheich 433.
ahd. chranuh 461.
ahd. chuo 461.
daddjan 431.
dags 437.
dauhtar 440.
daur 440.
daups 439.
daupus 439.
nhd. dicht 448.
mhd. dihte 448.
divans 438.
ahd. du, dà 440.
ags. egl 421.
nhd. £i 471.
nhd. eden 441.
ahd. eisca 418.
ahd. eiscon 418.
ahd. ettar 418.
aisl. ertr 418.
ahd. eiz 418.
ahd. ero 445.
nhd. erwähnen 436.
567
sruth 421.
corn. steren 421.
suan 504.
tarathar 449.
tart 448.
tri 444.
tu 440.
wile 481.
cymr. ymenyn 426.
fadar 463.
faírneis 467.
Jfaírra 466.
nhd. fallen 501.
ag. fast 464.
au fastr 464.
ahd. fatureo 477.
ahd. fedara 500.
jnhd. Feder 500.
nhd. fern 466.
ahd. férro 466.
nhd. fest 464.
nhd. Feuer 469.
fidvör 485.
fimf 467.
ahd. firni 467.
nhd. First 443.
ahd.andd. fiur, fuir 469.
aisi. fer 422.
ahd. forsca 464.
ahd. forscon 464.
Fötus 482.
fraíhna 404.
fūls 468.
ınhd. Furche 467.
ga- 446.
gadaban 438.
gadeps 439.
| gadofs 438.
gageigan 469.
| galga 469.
| ahd. galgo 469.
| gataíra 497.
. gatarhjan 497.
568
gapairsan 418.
gap aursnan 448.
gapeıhan 448.
geigan 469.
ahd. gersta 432.
giuta 469.
ahd. giwahannen 436.
ais]. gudr 432.
aisl. gunnr 432.
-h 502.
hafjan 458.
ahd. haft 457..
mhd. haft 457.
nhd. Haft 457.
ahd. hafta 457.
hairto 490.
halis 457.
hardus 459.
haur: 462.
nhd. heischen 418.
hi- ‚himma) 487.
aisl. Ajarn 488.
hlains 451.
hlaı 451.
ahd. Alinen 452.
hliuma 453.
aisl. Aljod 454.
aisl. hljodr 454.
ahd. A/osen 453.
ahd. A/ut 453.
hunds 480.
aisl. Ayrr 462.
tbai 428.
ahd. tigil 481.
tk 442.
ahd. ilen 441.
m 442.
ita 485.
ahd. :taruchian 483.
sus 470.
kann 456.
nhd. Kehle 460.
aufrk. kêla 460.
nhd. Kind 456.
nhd. Kinn 456.
kinnus 456.
kntu 457.
Wortregister.
aisl. kona 460.
kriustan 462.
krusts 462.
kuni 456.
ahd. /affan 451.
lauhmuni 453.
laus 454.
ahd. ledara 452.
nhd. Zeber 452.
nhd. lehnen 452.
leıhva 455.
ahd. liehsen 453.
aisl. lifr 452.
nhd. Zinde 412.
liuhap 453.
nhd. Zuchs 4154.
ahd. luhs 454.
aisl. /unga 451.
abd. /ungar 422.
nhd. Lunge 451.
ags. lungre 422.
engl. lungs 451.
ahd. lungun 491.
mala 471.
aisl. maurr 476.
maurpr 472.
mena 411.
menops 417.
midjis 474.
ndd. miere 410.
ags. misan 414.
ais]. miga 474.
mik 414.
mikils 473.
nhd. mild 473.
mildipa 413.
miliß 473.
numz 474.
mitan 463, 475.
mitaßs 463.
miton 475.
ahd. muoter 472.
nhd. murmeln 476.
ahd. murmulon 416.
ahd. murmuron 416.
ahd. mus 475.
mhd. mus 475.
nhd. Mücke 416.
nhd. Nagel 471.
namo 420.
| engl. narrow 478.
as. naru 478.
ags. nearu 478.
nhd. Nest 478.
niun 450.
og 462.
ags. ost 452.
mnd. öst 482.
aisl. ond 419.
nhd. ptepen 129.
gens 460.
qima 441.
qino 460.
quus 459.
quairnus 444.
nhd. Qual 459.
ahd. quélan 459.
ahd. quérdar 460.
ahd. reineo 495.
anorw. reini 495.
rigis 413.
aisi. rekkr 143.
sagqjan 419.
saihs 495.
salt 414.
ahd. scéran 503.
ubd. schauen 4*0.
nhd. Scheere 462.
nhd. schmiegen 475.
nhd. Schnur 419.
nhd. Schtiäher 491.
nhd. Schtwieger 491.
ahd. serbi 458.
ags. sca 450.
ahd. scuwo 480.
ahd. senchan 419.
sibun 415.
siggan 419.
sineigs 467.
sinista 467.
ahd. sınkan 4119.
sinteno 463.
sinteins 463.
skauns 480.
skilja 499.
aisl. skilja 499.
aisl. skugge 480.
skuggva 480.
mhd. smiegen 475.
aisl smjúga 475.
mhd. smouch 475.
snörjo 478.
ags. snoru 479.
ahd. snuor 478.
ahd. snur 479.
ahd. snura 479.
ahd. spéhon 492.
speiva 419.
spinnan 466.
stairno 421.
staíro 493.
nhd. Stärke 493.
ags. stela 492.
stiurjan 493.
aisl. séraumr 421.
ahd. sum 416.
ahd. sumar 416.
aisl. sumr 416.
sums 416.
svaihra 491.-
svaihro 491.
aisl. svefn 504.
ahd. sveiz 503.
scistar 504.
abd. sweAur 491.
ahd. swigar 491.
ahd. taan 437.
ags. tacor 490.
À. Litauisch.
ükas 414.
akis 413.
anas 418.
angis 426.
anglıs 412.
anyta 463.
anksztas 420.
ans 478.
Wortregister.
tagr 426.
taihun 496.
ahd. tat 439.
as. the 449.
nhd. Thrüne 426.
nhd. Thür 440.
engl. tick 497.
engl. tike 497.
ahd. tila 437.
ags. Lit 498.
ndd. titte 498.
as. torht 497.
ags. torht 497.
ahd. érahan 425.
mhd. (raher 426.
tuggo 452.
tunpus 422.
ahd. tuon 439.
ahd. (uri 440.
ahd. tutta, tuta 498.
tuz- 495.
padrstei 448.
Haursus 448.
ags. pe 419.
preis AM.
pu 440.
germ. un- 419.
ahd. unc 426.
und 447.
vait 435.
valtjan 435.
ral un 435.
vans 484.
aisl. var 433.
7. Baltisch.
' drklas 423.
| arti. 423.
| dsz 442.
asztrus 421.
asztuni 483.
| aunù 411.
| ausis 484.
avynas 465.
| aviù 411.
| bà 428.
569
varjan 494.
varmjan 486, 494.
vas 436.
vasjan 446.
vasti 446.
vato 434.
vaurhts 436.
vaurkjan 436.
vaurstv 4306.
vists 436.
mhd. vert 467.
visan 436.
altschwed. eren 495.
schwed. dial. vrina 495.
vulfs 431.
vulla 434.
nhd. warm 494.
ahd. wazzar 434.
nhd. wehren 494.
nhd. Welle 435.
ahd. werk, werch 436.
nhd. Werk 436.
ahd. wesan 436.
ags. wrene 495.
ahd. zahar 420.
nhd. Zähre 426.
ahd. zand 422.
nhd. Zecke 497.
mhd. zöcke 497.
ahd. zéhan 496.
ahd. zerhhur 496.
nhd. Zitze 498.
ahd. zoraAt 497.
banga 429.
basas 430.
ba:mas 420.
blusà 453.
broterelis 442.
bukti 430.
bukus 430.
burna 429.
dabinu 438.
dantis 422.
570
dár 438.
dedu 439.
degù, degti 437.
demi 439.
dena 431.
deszimtis 496.
deti 439.
devyn) 450.
dena 437.
déveris 496.
dukte 440.
durys 440.
düdu 496.
dimi 496.
dväras 440.
édmi 485.
édu 485.
egie 442.
élnis 442.
émi 485.
erkė 482.
erzilas 483.
esmi 412.
ész 442.
e:ys 481.
gelmè 460.
gelonis 459.
gelti 459.
geriu 460.
gerkle 460.
gerti 460.
gerve 461.
gijà 486.
gie 457.
gilüs 460.
ginezia 432.
girdeti 458.
girnos 441.
girsti 458.
gysla 486.
gy vas 459.
gyvata 459.
grauszti 462.
gráutiu 462.
grukinéti 462.
gulbé 458.
gurklys 460.
Wortregister.
inte 478.
Jeknos (pl) 452.
jente 478.
Jészkóti 418.
Jüngas 454.
jünkti 484.
jus 470.
kas 481.
keke 490.
keturi 485.
klausyti, klusti 453.
korys 455.
kruke 499.
krukis 499.
kur 481.
kurti 462.
labas 451.
laukas 453.
lengvas 422.
leku 455.
löszti 452.
l&ziu 452.
lé£üvis 452.
likti 455.
lóju (lóti) 451.
lugnas 454.
lüszıs 454.
malda 472.
maldyti 472.
malu 471.
melas 473.
menkas 472.
menü 417.
mes 474.
mesa 474.
metu 474.
miglà 474.
mirszti 475.
mirt: 473.
miszti 474.
mote 472.
mote 472.
murménti 476.
murméti 476.
muse 476.
ožys 417.
o:ka 417.
peda 467.
Denkt 467.
peru 464.
pernai 467.
perti 464.
pildau 466.
pildyti 466.
pilti 466.
pilu 466.
pinti 466.
pinu 466.
pirmdele 437.
pirszlys 464.
pirszti 464.
platus 451.
pláuti 454.
praszyti 464.
privilti 431.
Guiot 468.
pulti 501.
püsle 502.
püsti 502.
puti 468.
pülu 501.
sipnas 504.
sekti 419.
senas 467.
senkü 419.
septyni 445.
sesü 504.
skeliù 499.
skelti 499.
skédrà 480.
smakra 416.
smükti 475.
spiáuju 449.
srava 421.
eravéti 421.
sraviù 421.
srebiu 423.
erébiu 423.
srobiu 423.
sudine 503.
svainis 503.
svainius 503.
szaka 499.
szalna 488.
száltas 488.
szarma 488.
szarna 488.
szeszà 495.
szeszuras 491.
szirdis 490.
szis 487.
szyvas 489.
szlaitas 451.
szú 480.
tánkus 448.
triys 444.
tu 440.
ungurys 426.
dhu 468.
tisis 465.
usti 468.
vakaras 435.
vandů 434.
varle 437.
vasara 432.
veltui 431.
vilkas 431.
vilna 434.
viltis 431.
virszus 495.
virti 494.
Zalga 469.
zema 471.
Zinau 456.
Zindti 456.
Zuvis 471.
azu 442.
agh 412.
aglü 419.
agoristi 426.
azükü 420.
basni 428.
bera 429.
biti 429.
blücha 453.
Wortregister.
B. Lettisch.
aknıs (pl.) 452.
assins 424.
áuju 411.
baft 426.
beschna 427.
bisums 427.
bifs 426.
deju 437.
dels 437.
dile 437.
erze 482.
es 442.
güws 461.
kampu 458.
lat 451.
pert 464.
peru 464.
pilstu 466.
pilt 466.
smakrs 416.
spilgans 500.
spulgans 500.
spulgut 500.
warde 436.
welts 431.
wilt 431.
dfisle 486.
C. Preussisch.
addle 442.
ane 463.
| anktan 426.
8. Slavisch.
571
as 442.
awis 465.
balsinis 428.
emmens 420.
emnes 420.
es 442.
genna 460.
genno 460.
gerdaut 458.
gerwe 461.
gile 457.
gislo 486.
gorme 486.
irmo 425.
keckers 490.
kerpetis 498.
lagno 452.
lauxnos 453.
luysis 454.
mensa 414.
muso 416.
pintis 469.
pobalso 428.
prawilts 431.
seyr 4%.
siran 490.
suckis 471.
sywan 459.
tou 440.
tu 440.
wackis 436.
wackitwei 436.
waidimai 435.
woasis 465.
(Kirchenslavisch unbezeichnet.)
bosu 430.
bratrü 442.
cetyre 485.
crepü 458.
chramü 483.
dami 496.
darü 496.
deseti 496.
deveti 450.
dekda 439.
dete 437.
déveri 496.
deja 439.
deti 439.
doilica 437.
doja 437.
domü 498.
düsti 440.
572
dviri (plur. dviri; 440.
dvorü 440.
-glütati A60.
glittü 460.
goreti 486.
govedo 461.
grét 486.
grülo 460.
grysti 462.
gryza 462.
tgo 454.
me 420.
iskati 418.
jaje 471.
jami 485.
nsl. jasen 465.
russ. jasent 465.
6. jedla 442.
jela 442.
nsl. jela (jelva, jel! 442.
jeleni 442.
jesmi 442.
Ježi 481.
Jetro 447.
Jetry 478.
kuriti 402.
kuto A81.
lajati 451.
laja 451.
russ. legkoe 451.
(Got (lita) 452.
luca 453.
luna 453.
mati 412.
melja 471.
me:da 414.
meidu 474.
mesect 417.
meso 414.
migla 414.
mladu 413.
mravyi 416.
mreti 473.
mucha 416.
musica 416.
|
Wortregister.
mysica 415.
naperiti 467.
naperja 467.
novü 419.
obuja 411.
okno 414.
oko 413.
on 418.
opako 462.
opaky 462.
osmi 483.
ostrovu 421.
ostrú 421.
otuleku 455.
ozditi 412.
pace 462.
paky 402.
pati 469.
pera 404.
peti 406.
peti 457.
pina 4066.
pikla 501.
pljuja 419.
prati 464.
prositi 464.
rab 423.
radio 423.
ralo 423.
rame 425.
ramo 425.
nel. ris 454.
robü 423.
rota 413.
rygaja 483.
rysi 454.
sedm 445.
sestra 504.
sivü 489.
81 487.
slana 488.
slova 453.
sluchú 453.
sluti 453.
slysati 453.
smykati se 475.
anücha 419.
soh 414.
russ. sporü 466.
nsl. srébsti 423.
nsl eren 488.
srüdice 490.
struja 421.
günü 504.
süporü 466.
svekrü 491.
svekry 491.
svoyak 503.
šesti 495.
tilo 497.
tira 449.
topiti 448.
tresa 444.
trèti 449.
trije 444.
trije 444.
ty 440.
uciti 484.
ucho 494.
uji 469.
uku 484.
ulica 483.
bulg. val 435.
valiti 435.
russ. valiti 435.
russ. tvalunu 435.
russ. valu 435.
variti 494.
varü 494.
vecerü 435.
vesna 132.
vémi (védé) 435.
véno 434.
vluku 431.
vina 434.
voda 434.
vreti 491.
vrüchü 495.
vyknati 484.
za 446.
zima 470.
zl iiva 496.
znaja 456.
znati 456.
kali 459.
Zelati 433.
Zeladi 457.
russ. železa 433.
Zeleti 433.
Zena 460.
adere 420.
ast 482.
bare 429.
brims 429.
“dele 437.
dere 440.
dimen 471.
dors 470.
arcivi 425.
bari 427.
bu 430.
buvi 430.
mingrel. gvini 435.
Wortregister.
xeravi 461.
žica 486.
b. kr. Zica 486.
Zila 486.
Zira 460.
životů 459.
9. Albanesisch.
djes 470.
djete 496.
emsn 420.
erjis- 482.
herde 483.
Jam 142.
kap 458.
mi 475.
10. Georgisch.
| gvino 435.
| kalo 457.
7 472.
| mgeli 431.
pice 501.
973
Zivü 459.
žleza 433.
Zrebe 43.
£rett 460.
#runy 444.
mis 474.
mjekre 476.
pese 467.
si- 487.
ulk 431.
rene 434.
vjeher 491.
vydhere 491.
poni 469.
savı 489.
tela 449.
Berichtigungen.
p. IX, z. 26. Der bestimmte Accus. mit z ist auch in den Assisen von
Antiochien noch voll erhalten.
» 19, » 7 lies Radanos statt Radanos.
» 29, » 22 lies Artazsastā, Artazsastäa statt Artaxsastä, Artazsasta.
» 32, » 13 lies *Brzifarnah- (nom. Brzifarna) statt Brzifarnäh-.
» 32, » 3 v. u. lies 9raetaona- statt 9raetaona-.
» 44, » 7 v. u. lies haosravanham statt haosravanhem.
» 51, » 9 v. u. lies ma9rom spontem statt mad rem spentem.
» 52, » 1 lies Mouru- statt Mouru-.
» 57, » 19 lies nairyõsanha- statt naisyosanha-.
» 72, » 21 lies Satoy statt Satoi.
» 73, » 8 v. u. lies sponía statt spenta.
» 74, » 7 lies Basil. 55, 3 statt Hexam.
» 14, » 15, 17, 34 lies sponta statt spenta.
» 76, » 1 v. u. lies zo statt zo.
» 77, » 13, 16 lies vors9rayna- statt veredrayna-.
» 86, » 13 lies Vohrkaàna- statt Vehrkana-.
» 95, » 4 v. u. lies anbar statt ambar.
» 108, z. 14 v. u. lies derozitaka- statt derezitaka-.
» 120, » 19 streiche „de s. im 3. Abschnitt.«
» 188, » 9 lies cartrak statt cartrak.
» 192, » 15 v. u. lies »die Schar der Unsterblichen «statt »die Schar des
Unsterblichen «.
» 197, » 13 v. u. lies »und« statt »nnd«.
» 210, » 15 lies Sahbalut statt Sahbalut.
» 231, » 11 lies pincvi statt pindwi.
» 237, » 3 v. u. lies paskuc statt paskuc.
» 264, » 13 v. u. lies #stde statt ritdà.
» 290, » 10 v. u. lies 2480a«y statt A’ Boaau.
» 294, » 16 lies Anjit statt Anjit.
» 205, » 12 v. u. lies Yohan statt Johan.
» 323, » 13 v. u. lies WZKM. 5, 155; 8, 172 statt WZKM. 5, 172; 8, 155.
Berichtigungen. 575
p. 422, Nr. 46 lies rovi-, ronjiísta- u. s. w. (mit ə) statt revi-, renjısta u. 8. w.
(mit e).
» 425, Nr. 60 lies arosa- statt aresa-.
» 437, z. 2 v. u. lies díth statt diih.
» 442, » 15 v. u. lies azem statt azem.
» 449, » 1 v. u. lies pljuja statt pljuya.
» 475, » 9 lies upamanayen statt upamunayen.
» 481, » 10 v. u. lies sárva- statt sarva-.
» 482, » 7 v. u. lies pád- statt pad.
» 486, » 15 lies varmjan statt warmjan.
» 493, » 9 v. u. lies sthürd- statt sthüra-.
» 495, » 6 v. u. lies dus- statt dus-.
» 498, Nr. 404 lies dyaus statt dydus.